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            <title type="main">Montag, der  5. September 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_01">Montag, 5. September 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_02">Beim Jour fixe griff ich sofort die Handelskammer und vor allem<lb/>
den Wirtschaftsbund an, dass er scheinbar jetzt die <rs type="person" ref="#per__111712">Bergmann</rs>-Linie<lb/>
eingeschwenkt ist, nämlich jederzeit und überall die Regierung<lb/>
anzugreifen. Die Einführung der Importscheine, die die Handelskammer<lb/>
verlangt hat, wird jetzt von einzelnen Gremien hart attackiert. Verant<lb break="no"/>wortlich dafür für diese Unsinn, wie man sich ausdrückt, werde<lb/>
ich gemacht. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat zwar erklärt. er wird mit seinen Leuten reden<lb/>
und eine entsprechende Aussendung machen, geschehen ist nichts.<lb/>
Ich empfehle ihnen, das Band über das Mittagsjournal, wo über die<lb/>
Importscheine losgezogen wird, sich anzuhören. Die Preiserhebung<lb/>
über die verschiedensten Gastwirte-Preise erklärt die Handelskammer,<lb/>
dass sie falsch ist. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> spricht sogar von einer unseriösen<lb/>
Verlautbarung, da die höchsten und tiefsten Preisen hätten<lb/>
ausgeschieden werden müssen. Die statistisch einwandfreien Rechnungen<lb/>
lehnt er glattweg ab. In der Frage der Mehrwertsteuer-Hinterziehung<lb/>
habe ich objektiv erklärt, dass der Tatbestand bekannt ist<lb/>
und aus Konkurrenzgründen immer mehr Unternehmer dazu übergehen,<lb/>
die Mehrwertsteuer nicht zu verlangen und damit auch nicht abzu<lb break="no"/>rechnen, man polemisiert seitens der Handelskammer gegen mich.<lb/>
Dass <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> hier erklärt, ich würde nun auch die Konsumenten ver<lb break="no"/>dächtigen, berührt weniger, aber dass die Handelskammer hier<lb/>
mittut, ist mir unerklärlich. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> schwächt ab, indem er<lb/>
meint, er hätte jetzt innerhalb seiner eigenen Partei und auch<lb/>
innerhalb der Handelskammer jetzt grosse Schwierigkeiten, weil<lb/>
die radikalen Elemente immer mehr durchbrechen. Zeitungen fragen<lb/>
ihn, ob die Sozialpartnerschaft damit gefährdet ist, was er<lb/>
verneint. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dürfe nicht eine solche Pauschalverdächtigung<lb/>
aussprechen und müsse endlich eine solche dezidierte Erklärung<lb/>
abgeben. Die Presse schreibt leider oft falsch, z.B. die Handels<lb break="no"/>kammer zitiert, die erklärt haben soll, schwarz arbeiten, rot wählen<lb/>
hätte ich erklärt. Dies sei aber gar nicht durch die Handelskammer<lb/>
in die Zeitung gekommen, sondern die Wirtschaftstreuhänder hätten<lb/>
lt. heutigem Volksblatt eine solche Erklärung abgegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte ergründe, wer von den Wirtschaftstreu<lb break="no"/>händern eine solche Erklärung abgegeben hat.<lb/>
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zu dem ich komischerweise vom Obmann des Wiener Handels,<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> ebenfalls eingeladen wurde, die Regierung hart<lb/>
angegriffen wird. Er erklärt mir, er möchte dies nicht haben,<lb/>
weshalb auch erst durch Intervention selbst zur Begrüssung er<lb/>
das Wort bekommt. Da ich dort nicht reden kann, überlege<lb/>
ich mir seine Empfehlung, überhaupt nicht hinzugehen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
dürfte aber auch noch ein Interesse haben, das er mir selbst<lb break="no"/>verständlich nicht sagt, nämlich dass ich mit der Handelskammer<lb/>
offiziellen Ereignissen in Erscheinung trete. Als ich mich erkundige<lb/>
und feststelle, dass ich gleichzeitig Präsidium auf der Landstrass<lb/>
habe und dorthin gehen werde, ruft <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sofort Präs. <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs><lb/>
von der Wiener Kammer an und teilt ihm mit, dass ich nicht<lb/>
erscheinen werde und alles vorgekehrt werden muss, damit dies<lb/>
nicht womöglich von der Handelskammer Wien oder deren Organisa<lb break="no"/>tionen kritisiert wird. Bezirksvorsteher <rs type="person" ref="#per__140834">Paulas</rs> vom Freien Wirt<lb break="no"/>schaftsverband bestätigt mich nachmittags, dass es dort eine<lb/>
Diskussion gegeben hat, ob man sich daran beteiligt und alle<lb/>
froh sind, dass ich nicht hingehe.<lb/>
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erkläre ihm dezidiert, dass ich noch niemals vom Finanzminister<lb/>
höhere Budgetposten verlangt habe, dies bei der Stärkeförderung<lb/>
umso mehr, als ja der Finanzminister dafür zuständig ist<lb/>
und ich nur die Durchführung resp. Abwicklung habe.<lb/>
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Politik in die Handelskammer zu tragen. Nicht einmal im Wirt<lb break="no"/>schaftsbund behauptet <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> orientiere man sich nach<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111712">Bergmann</rs>. Ich gebe zu, dass <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> jetzt in einer schwierigen<lb/>
Situation ist, er sie nicht verursacht hat, wohl aber jetzt halt<lb/>
schauen muss, wie er hinauskommt, ohne dass die Radikalen bei<lb/>
ihm die Oberhand bekommen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über<lb/>
dieses Problem eingehend sprechen. Für ihn war es zweifelsohne<lb/>
auch ein harter Sommer.<lb/>
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wieder beim Journalistenfrühstück geschehen würde und ich<lb/>
verwies nur, dass nicht allein nur die Autoimporteure-Preise<lb/>
angegriffen werden sondern von mir auch auf die Preise der<lb/>
neu eröffneten IKEA-Niederlassung im Shopping Center Süd.<lb/>
Dort wurde gegenüber Schweden aber auch gegenüber Deutschland<lb/>
höhere Preise von 31 – 41 % festgestellt. Im Pressefrühstück<lb/>
musste ich dann darüber referieren, weil <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> mit Recht meinte,<lb/>
er möchte sich hier ein wenig im Hintergrund halten, damit er<lb/>
bei den dann notwendigen Recherchen wie auch bei den Auto<lb break="no"/>preisen leichter durchkommt. Dafür habe ich volles Verständnis.<lb/>
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Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> im einzelnen prüfen lassen.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> berichtet auch wie ein richtiger Beamter, absolut korrekt<lb/>
gar nicht auf zeitungsmässige Headlines ausgerichtet. In Polen<lb/>
glaubt er allen Ernstes, wenn er ein Kabel sofort nach Unter<lb break="no"/>zeichnung des dreiseitigen Vertrages schickt, dass man in<lb/>
Österreich dann sofort über die Bedeutung dieses Vertrages auf der<lb/>
ersten Seite berichten wird. Da hat er sich aber schwer getäuscht,<lb/>
natürlich sieht er gar keinen Grund, deswegen seine Methode zu<lb/>
ändern. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtet über die Reisebüro-Beschwerde<lb break="no"/>stelle und der dafür zuständige Abteilungsleiter <rs type="person" ref="#per__114579">Ladstätter</rs><lb/>
ergänzt auf Anfragen.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> stärker einbauen.<lb/>
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wegen der jetzt von mir seit Jahren propagierten sozialdemo<lb break="no"/>kratischen Marktwirtschaft eine Arbeitsgruppe intern in unserem<lb/>
Haus einsetzen sollten. Er selbst würde sich als Endformulierer<lb/>
gerne zur Verfügung stellen, meint aber mit Recht, dass vorerst<lb/>
Jüngere, die weniger belastet sind, die Arbeit machen müssten.<lb/>
Ich teilte seine Meinung und wir kommen bei einer Besprechung<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> überein, dass er, nachdem er auch für die Junge Generation<lb/>
schon einmal eine solche Programmarbeit gemacht hat, den Vor<lb break="no"/>sitz führen soll. Damit nicht die Rechten in dieser Arbeits<lb break="no"/>gruppe zu sehr überwiegen, wird auch <rs type="person" ref="#per__140623">Kowalski</rs><add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> als in der Partei<lb/>
am weitesten links Stehender herangezogen. Einige meinen,<lb/>
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zugebe. Trotzdem habe ich auch immer in der Arbeiterkammer getrach<lb break="no"/>tet, Linke dabei zu haben, denn allzu gross ist die Gefahr, dass<lb/>
man wirklich ein reiner Rechtsabweichler wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte die Arbeitsgruppe zu mir einladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_13">Im Wiener Vorstand und dann auch im Wiener Ausschuss berichtet<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> über die Differenzen im Zentralsekretariat bezüglich des<lb/>
Pressefonds. In einem Präsidium hat <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> festgehalten, dass<lb/>
die Wiener Bezirke nicht mit Erlagscheinen dazu aufgefordert<lb/>
werden soll, weil man dadurch Spenden, die die Bezirke aber auch<lb/>
die Wiener Organisation dringend benötigt, mit einer solchen<lb/>
Aktion gefährden kann. Wien wäre sogar bereit gewesen, wenn die<lb/>
Partei einen Betrag bräuchte, ihn direkt zur Verfügung zu stellen.<lb/>
Die Erlagscheine, glaubt <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, würde man maximal 500.000 S in<lb/>
Wien für den Pressefonds bekommen, und den würde die Wiener<lb/>
Partei auch sonst zur Verfügung stellen. Mit Recht versucht jetzt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und vor allem scheinbar auch <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs>, der Sekretär, die<lb/>
Autonomie der Wiener Organisation stärker zu betonen und vor<lb/>
allem gegenüber Zentralsekretären durchzusetzen. Da die Mitglieder<lb break="no"/>zeitung aber bereits die Aufforderung enthält, man soll für den<lb/>
Pressefonds spenden und beabsichtigt war, Erlagscheine beizulegen,<lb/>
wird für die Wiener nur eine Allonge beigegeben, wo man aufge<lb break="no"/>fordert wird, für nähere Information diese einzusenden. Hier<lb/>
ein typisches Beispiel, wo es hinführt, wenn nicht vorher koordi<lb break="no"/>niert wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_14"><rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> berichtet über die Arena, wo durch Nichtkoordination zwischen<lb/>
der Holding – sprich Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> – und <rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> auf der einen Seite<lb/>
und der dafür zuständigen Stadträtin <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs> auch die unmöglichsten<lb/>
Beschlüsse gefasst wurden. Die Holding hat bereit am 12. Mai den<lb/>
Aufteilungsbeschluss gefasst und für das Kühlhaus, insbesondere<lb/>
aber für die schwedische Firma Scania das Gelände geteilt. <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs><lb/>
hat erst am 15. Juli den Holdingbrief erhalten und natürlich hat<lb/>
sie vorher mit der Arena-Vertretung schon bindende Absprachen<lb/>
geführt. Ausserdem hat die Bürokratie des Rathauses, ein gewisser<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__149333">Potdgowitsch</rs>, die Funktionäre nicht informiert, dass die<lb/>
Arena-Vertreter mit <choice><choice><sic>abler</sic><corr>aller?</corr></choice></choice> Entschiedenheit die kleinste Lösung<lb/>
abgelehnt haben und stets Hallen, eine davon ist in einwandfreiem<lb/>
Zustand, zwei werden abgebrochen, und dieses Freigelände verlangt<lb/>
haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_15">Die Teilung, die die Bürokratie vorschlägt, hat angeblich<lb/>
auch für den Lagerhausbau gar keinen Sinn und wird von allen<lb/>
abgelehnt. Jetzt hat man sich auf eine neue Teilung geeinigt,<lb/>
wonach das Kühlhaus errichtet werden kann und die Arena-Ver<lb break="no"/>tretung einverstanden ist. Da das Kühlhaus sich früher oder<lb/>
später sich aber auch auf das Arena-Gelände ausdehnen wird, er<lb break="no"/>scheint es zweckmässig, einen anderen Platz einvernehmlich mit<lb/>
der Arena zu suchen. Der Vertreter der Jungen Generation, <rs type="person" ref="#per__114123">Edlinger</rs>,<lb/>
aber auch der Vertreter der soz. Jugend, <rs type="person" ref="#per__114118">Woller</rs>, meinten, dass<lb/>
eine Enquete jetzt klar und deutlich gezeigt hat, dass die<lb/>
Jugend nur anzusprechen ist, wenn sie entweder in autonomen<lb/>
Organisationen, wie die SJ eine sein soll und sein will, oder<lb/>
in freier Initiative wie die Arena sich entwickelt hat, anzu<lb break="no"/>sprechen ist. Solange diese Punkte nicht von der Partei be<lb break="no"/>rücksichtigt werden, wird die Jugend abseits stehen.<lb/>
Interessant für mich ist, dass es vor allem im Wiener Ausschuss<lb/>
über die Arena, den Mietleih-Vertrag und die ganze Entwicklung<lb/>
überhaupt keine Diskussion gegeben hat. Wenn sich <rs type="person" ref="#per__111392">Windisch</rs><lb/>
nicht zu Wort gemeldet hätte, wo auch er nur sagte, er sei<lb/>
mit der Lösung einverstanden, im Wiener Ausschuss hat dann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> auch einen grösseren politischen Bericht gebracht und<lb/>
insbesondere auf die differenten Auffassungen und Diskussionen<lb/>
zwischen den höchsten Spitzenfunktionären in der Sommerpause<lb/>
verwiesen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> meinte mit Recht, die soz. Partei ist eine<lb/>
offene Partei, aber noch immer hat die Partei letzten Endes<lb/>
zu entscheiden, und die Partei zu sprechen und nicht jeder<lb/>
einzelne. Auch hier entwickelte sich nicht eine, wie ich<lb/>
erwartet hatte, grosse Diskussion sondern aus dem 22. Bezirk<lb/>
berichtete <rs type="person" ref="#per__114542">Schemer</rs>, dass die Vertrauenspersonen sehr verun<lb break="no"/>sichert sind und <rs type="person" ref="#per__111392">Windisch</rs> meinte einmal mehr. die Partei<lb/>
müsste schnell reagieren, wenn sie angegriffen wird. Der Vertreter<lb/>
des Freien Wirtschaftsverbandes <rs type="person" ref="#per__146072">Balasz</rs> wies auf die Handels<lb break="no"/>aktivitäten hin, meinte, die Nahversorgung könnte durch die<lb/>
Streichung der Abschreibung für die Kombifahrzeuge, wenn auch<lb/>
die echten Kombifahrzeuge der kleinen Gewerbetreibenden erfasst<lb/>
werden, gefährdet sein und machte darauf aufmerksam, dass der<lb/>
Handelstag am 13. September eine Kombiausfahrt, organisiert<lb/>
vom Wirtschaftsbund durchführen wird. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hatte mich in seinem<lb/>
Referat schon aufgefordert, ich sollte als Wirtschaftsfachmann<lb/>
zur Wirtschaftslage Stellung nehmen und ist nachher extra<lb/>
noch zu mir gekommen und meinte, ich sollte seine Ausführungen<lb/>
ergänzen.<lb/>
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Wort melde, wenn ich dazu aufgefordert werde. In diesem Fall<lb/>
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er befürchtete, dass sich interessanterweise trotz des "heissen<lb/>
Sommers" im Wiener Ausschuss keine Diskussion ergeben wird.<lb/>
Selbstverständlich bin ich diesem Ersuchen sofort nachgekommen,<lb/>
obwohl auch meine Ausführungen nur geringes Echo auslösten.<lb/>
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Polemik und ganz besonders mein System, nur über Aufforderung zu<lb/>
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TRIBÜNE gegründet. Darin sollen weder Parteiangestellte noch<lb/>
Parteivorstandsmitglieder in die Leitungsgremien kommen können.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs> sieht darin eine Fraktionierung und eine grosse Gefahr.<lb/>
Ich teile seine Meinung, nichts wäre schlechter, als wenn wir<lb/>
jetzt ein Organ einer Fraktion innerhalb unserer Partei hätten.<lb/>
Bei uns kann wirklich jeder reden und wenn er einigermassen eine<lb/>
brauchbare Idee hat, in unseren Organen schreiben.<lb/>
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versuche die beiden Exemplare, die bis jetzt erschienen sind, zu<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_20">In der Ministerratsvorbesprechung meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, nach jeder<lb/>
Periode grösseren Erfolges hat die ÖVP versucht, eine Gelegenheit<lb/>
die Regierung zu attackieren genützt und lange Zeit damit<lb/>
nichts erreicht. Dies war 1974, als wir in unserem Index eine<lb/>
über 10 %-ige Verbraucherpreisindexerhöhung genähert haben,<lb/>
dies war 1975, als der Bauernsturm organisiert wurde, dies könne<lb/>
man eben jetzt wieder feststellen. Echt gäbe es nur ein Budget<lb break="no"/>problem und ein Zahlungsbilanzproblem. Dieses sei durch die<lb/>
grossen PKW-Lieferungen, durch die Auslandsreisen und teilweise<lb/>
auch durch die Kapitalflucht, die er im einzelnen glaubt feststellen<lb/>
zu können, entstanden. Die Autoproduzenten beliefern Österreichs<lb/>
bevorzugt, weil sie hier höhere Preise haben und es war voll<lb break="no"/>kommen richtig, dass ich jetzt hier insbesondere auch bei den<lb/>
Ersatzteilen angreife. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat vom französischen Botschafter<lb/>
eine Beschwerde bekommen, dass ich nur die französischen Autos<lb/>
bis jetzt attackiert habe und insbesondere einen sehr scharfen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_21">Er fragte, ob ich nur tatsächlich gegen Frankreich losgehe.<lb/>
Was ich selbstverständlich verneinte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit einer Darstellung und Fotokopien<lb/>
aller Schreiben und Antworten <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über unsere Autoaktion<lb/>
informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_23">Das Budgetproblem sei durch die Steuerhinterziehung entstanden<lb/>
und er beabsichtige sich nicht generell zu entschuldigen. Dass<lb/>
er nicht eine Pauschalverdächtigung ausgesprochen hat und alle<lb/>
Unternehmer meint, hat er bereits in einem zweiten Kronenzeitungs<lb break="no"/>interview festgestellt. Die Presse beginnt jetzt die Zahlen der<lb/>
Regierung anzuzweifeln und spreche von versteckter Arbeitslosigkeit<lb/>
und falschen Budgetziffern usw. Die Banken verhalten sich illoyal<lb/>
und machen Transaktionen, die nicht gerade dem Staatsinteresse<lb/>
dienen. Die Steuerhinterziehung der Unternehmer wird von Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149346">Andree</rs> als Klopffechter der Handelskammer noch verteidigt. Alles<lb/>
dies aber, nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wird der Partei weniger schaden, als<lb/>
dass jetzt durch Geschwätzigkeit und Eitelkeit und starkes Geltungs<lb break="no"/>bedürfnis, durch wenig Selbstkontrolle des eigenen Prestiges<lb/>
einzelne nicht innerhalb der Partei sondern ausserhalb Diskussionen<lb/>
auslösen. Er erwähnte <rs type="person" ref="#per__149347">Obenfeldner</rs> mit seiner Innsbrucker<lb/>
Koalitionserklärung, die ihm bei der Gemeinderatswahl gar nichts<lb/>
nützen wird, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> der nach dem ersten Brief ihm dies erklärt<lb/>
und dann jetzt neuerdings in der Presse erklärt, man müsse alle<lb/>
Kräfte in der Sozialpartnerschaft und überhaupt zusammenfassen,<lb/>
um das Problem zu lösen und insbesondere <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, der der Regierung<lb/>
vorwirft, schamlosen Dirigismus, eine verfehlte Steuerpolitik<lb/>
und die Arbeitslosen nicht richtig zu bekämpfen. Wenn wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meint die Frage der <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>-Nachfolge, d.h. Präsidentenwahl,<lb/>
jetzt über diese Methoden ausgetragen wird, dann wird die Re<lb break="no"/>gierung und die Partei zu Schaden kommen. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> wurde in<lb/>
weitere Folge dann auch einmal kritisiert, weil sie die Erhöhung<lb/>
der Geburtenbeihilfe von 16 auf 18.000 S und eine vierte Unter<lb break="no"/>suchung durchzusetzen angekündigt hat. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> konterte, meiner<lb/>
Meinung nach zu recht, dass sie ja bei ihm gewesen ist, dieses<lb/>
Programm vorgetragen und er gemeint hat, na ja mach wir es. Heute<lb/>
meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, er hätte damals nur gesagt, man muss sich das Ganze<lb/>
anschauen und insbesondere mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> besprechen. Der Vorschlag,<lb/>
der übrigens vom ÖGB und AK -Frauen kommt, dürfte also <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
mit allen Mitteln bekämpfen. Teils bin ich überzeugt, weil er nicht<lb/>
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wenig Geld hat. Schon allein der Ersatz der Kinderabsetzbeträge<lb/>
bei der Steuer durch die Direktsubvention durch den Familien<lb break="no"/>lastenausgleich soll ihn wahrscheinlich längerfristig entlasten.<lb/>
Dass die Vertrauenspersonen, wie ihm <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> mitgeteilt hat,<lb/>
am meisten irritiert, sind die Schulden, wie man die zurück<lb break="no"/>zahlen soll. Sein einfacher Schlüssel ist, man muss eben jetzt<lb/>
sparen, eine Steuersenkung sei auch jetzt nicht möglich<lb/>
und man muss darauf hinweisen, dass z.B. die Summe der Lohn<lb break="no"/>steuer sofort in die Sozialversicherung fliesst und damit<lb/>
dem Arbeiter wieder zugute kommt. Seine Autosondersteuer sei<lb/>
nach wie vor aktuell und er glaubt, dass dies die beste Lösung<lb/>
sei, das Spitaldefizit zu decken, wenn die Landeshauptleute<lb/>
zustimmen. Die eigene Autoproduktion würde nach wie vor nur<lb/>
dann kommen, wenn ein Joint venture mit Porsche zustande kommt,<lb/>
d.h. ein Austro-Porsche gebaut werden kann, obwohl ein teil<lb/>
der Familienmitglieder dagegen ist und wenn ein maximaler<lb/>
Absatz über eine anerkannte Organisation gefunden werden kann<lb/>
Fiat, Renault, die Japaner interessieren sich jetzt allein<lb/>
durch die Ankündigung mehr für den österreichischen Markt<lb/>
und von <choice><choice><sic>Chrysler</sic><corr>?</corr></choice></choice> hat er Briefe, wo man ihm mitteilte, Porsche<lb/>
könnte um 10.000 $ auch in Amerika verkauft werden. Die Schwierig<lb break="no"/>keiten, den Austro-Porsche in Österreich zu erzeugen, liegt<lb/>
derzeit bei den hohen Lohnkosten insbesondere hohen Lohnnebenkosten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> meinte in der Diskussion, der Sommer-Medienleerlauf jedes<lb/>
Jahr sei dann durch eine offensive Aktion immer von der Regierung<lb/>
unterbrochen worden und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Erklärung in Mallorca sei<lb/>
ein solche erste Offensive gewesen und er begrüsse diese sehr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> meinte, im Sommer 1975 sei <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> - <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> gekommen und<lb/>
man hätte geglaubt die soz. Partei sei weggetreten und dann<lb/>
hätten wir die Wahlen gewonnen. 1976 sei die Reichsbrücke einge<lb break="no"/>stürzt im Sommer und man glaubte, <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> würde weggefegt werden,<lb/>
genau das Gegenteil sei eingetreten. Ob die Propaganda<lb/>
der ÖVP wegen der Schulden Erfolg hat, glaubt <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> mit dem<lb/>
Hinweis auf die burgenländischen Landtagswahlen 1968, wo die<lb/>
VP die Verschuldung mit 32 Mio. S der SPÖ hart attackiert hat<lb/>
und dann ein sehr schöner Wahlsieg Burgenlands erreicht wurde.<lb/>
Viel mehr sensibilisiert sind die Vertrauensleute und die<lb/>
Bevölkerung, wenn es um PKW d.h. um ihr Auto geht. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> ver<lb break="no"/>wies darauf, dass die Zahlungsbilanzschwierigkeit daher kommt,<lb/>
dass z.B. in der Schwachstromindustrie Telefontechnik heute<lb/>
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Entwicklung und Forschung in ihren Stammhäusern betreiben und<lb/>
dann bei der Fertigung ein immer geringerer Auftragsanteil<lb/>
an Österreich selbst erzeugt werden kann. Vertrauenspersonen<lb/>
müssen als Transmissionsriemen dienen und die seien im Sommer<lb/>
verunsichert worden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte sofort, man müsse sehr<lb/>
vorsichtig sein, er hätte Briefe bis nach Mallorca bekommen<lb/>
die ihm zustimmend erklärte, dass er mit alle seinen Aussagen<lb/>
richtig liegt. Nur die gehobene Schichte der Vertrauenspersonen,<lb/>
die mehrere Zeitungen lesen, seien verunsichert. Wie die<lb/>
Situation wirklich ist, kann man glaube ich kaum durch<lb/>
einzelne Äusserungen und schon gar nicht durch Brief<lb break="no"/>schreiben erfassen, denn dies sind immer nur aktive Einzelaus<lb break="no"/>sagen, die Meinungsumfrage wird in der nächsten Zeit klar und<lb/>
deutlich zeigen, wie wir wirklich liegen. Ich habe das Gefühl<lb/>
wir liegen schlecht. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> versuchte sich in einer wirtschafts<lb break="no"/>politischen Erklärung, wo er sowieso ganz besonders darauf hinwies<lb/>
wie sehr unsere Regierungspolitik erfolgreich ist, Österreich<lb/>
sei nur durch seine Löhne, seine geringen Rohstoffe, durch seinen<lb/>
kleinen Heimmarkt kein Anreiz mehr für Investoren aus dem<lb/>
Ausland. Die Steuerbegünstigung wirke auch nur, wenn man Gewinn<lb/>
macht, weshalb er vorschlägt, neue Produktion durch ein neues<lb/>
Finanzierungsinstrumentarium zu schaffen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> replizierte<lb/>
sofort, dass in diesem Fall zusätzliche Mittel der ÖNB in die<lb/>
Wirtschaft gepumpt werden, dies ein monetaristischer Standpunkt<lb/>
sei, der nichts bringt, ausser gegebenenfalls eine weitere<lb/>
Inflation. Zweitens stellte er mit Recht fest, dass bis jetzt<lb/>
noch kein einziges Industrieprojekt jemals an einer Finanzierungsfra<lb break="no"/>ge gescheitert ist. Es gibt nur halt keine Industrieprojekte,<lb/>
zumindestens glaubt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dies, das nicht durch Anstoss der<lb/>
Regierung zustande kommt. Da er gleichzeitig zu mir gewandt meinte,<lb/>
die Textil-Ost-Sanierung sei auch daneben gegangen, verwies ich<lb/>
auf die Entwicklung des Dr. <rs type="person" ref="#per__120383">Fehrer</rs>, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr interessierte<lb/>
und von ihm auch sehr positiv aufgenommen wurde. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs><lb/>
meinte, man müsste jetzt klären, nachdem die Arbeitslosenziffern<lb/>
noch immer äusserst günstig sind und einen Beschäftigtenstand von<lb/>
2 Mill. 793.000 erreicht haben, eine Zahl, die mir auch fast<lb/>
unglaubwürdig erscheint, wie es jetzt mit der Aussage weiter<lb/>
sein soll. Optimistisch für die Zukunft oder wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann<lb/>
ausführte, sehr zurückhaltend? <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist fest davon über<lb break="no"/>zeugt, dass in dieser Beschäftigtenzahl 15.000 Stahlarbeiter<lb/>
<pb n="38-0992" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band38/38_1977-09-05_0992.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zuviel sind, die eigentlich abgebaut gehörten. Die von<lb/>
ihm 1974 angekündigte Krise ist noch immer hier und wir<lb/>
werden im Oktober erleben, dass unsere Arbeitslosenziffern<lb/>
steigen und bis zum Winter 100.000 erreichen werden. Die<lb/>
österr. Unternehmer rüsten sich nicht für eine wirkliche<lb/>
grosse Investitionspolitik, z.B. hat er in Mallorca fest<lb break="no"/>gestellt, dass Ranshofen nicht imstande war, eine grössere<lb/>
Anzahl von Sonnenenergie, Wasseraufbereitungsanlagen zur<lb/>
Verfügung zu stellen. Nicht einmal den Preis haben die<lb/>
dortigen Vertreter gewusst. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, die internationale<lb/>
Konjunktur sei flau, der österr. Kredit im Ausland exzeptionell<lb/>
gut und wird bezüglich der Verbraucherpreise und der Inve<lb break="no"/>stitionen neben der Beschäftigung äusserst günstig dastehen.<lb/>
Das Leistungsbilanzdefizit aber auch der Budget sei<lb/>
zu korrigieren, wenn man es jetzt in Angriff nimmt. Sozial<lb break="no"/>leistungen könnten aber nicht erhöht werden, wenn die inter<lb break="no"/>nationale Konjunktur sich nicht verbessert. Die grosse Gefahr<lb/>
sieht er in den Abhebungen von Sparbüchern, die er in der<lb/>
letzten Zeit feststellen konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> soll feststellen, was<lb/>
sich hier ereignet und ständig berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_25"><rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> teilte mir nach dem Ministerrat überraschend mit,<lb/>
dass die Kernkraftwerksgesellschaft dem Gesundheitsministerium<lb/>
mitteile, die braucht weder ein Zwischenlager noch ein<lb/>
Kompaktlager, sie hätte jetzt eine bessere Lösung gefunden,<lb/>
sei Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__111739">Vychytil</rs>, ich weiss nicht von wem, mitgeteilt worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Wie ist es möglich, dass es zu solchen Er<lb break="no"/>klärungen kommt, ohne dass wir etwas davon wissen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_27">Im Ministerrat wurde von <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> nur zur Rumäniendelegation<lb/>
gefragt, ob mit der Delegationszusammensetzung auch die Frage<lb/>
des Kanals der Donau ans Schwarze Meer gedeckt sei, was ich mit<lb/>
absolut sofort beantwortete. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> hat dann noch bei der<lb/>
Berichterstattung über die Arbeitsmarktsituation darauf<lb/>
verwiesen, dass heuer mehr Lehrstellensuchende bis jetzt<lb/>
schon untergebracht werden konnten, angeblich 78 % seien gedeckt<lb/>
zum Unterschied vom Vorjahr wo nur 75 % gedeckt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-05_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte auch hier die Ziffern und Bericht von<lb/>
der Abteilung zeitgerecht vorlegen lassen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 85. Ministerratssitzung, 5.9.1977</head>
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