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            <title type="main">Montag, der 29. August 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> von der ÖNB und anschliessend daran mit Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>. Die ÖNB hatte eindeutig schon entschieden, dass die<lb/>
Abwertung der Schwedenkrone um weitere 10 % insgesamt seitdem<lb/>
die konservative Regierung im Amt ist die dritte, nach 3,6 jetzt<lb/>
10 %, trotzdem ihren Hartwährungskurs nicht zu verlassen. Schweden<lb/>
tritt damit aus der europäischen Währungsschlange aus und die ÖNB nimmt<lb/>
sie aus ihrer Indikatorenberechnung. Insgesamt macht die schwedische<lb/>
Währung nur 0,8 % aus, da die deutsche mit fast noch immer 70 %<lb/>
Anteil dominiert. Da die Währungsfrage verhältnismässig schnell<lb/>
entschieden werden muss, kann sich die ÖNB mit Unterstützung des<lb/>
Finanzministers leicht durchsetzen. Die Handelskammer und die<lb/>
Industriellenvereinigung haben daher keine andere Möglichkeit mehr<lb/>
als dann trotzdem ein Überdenken der Währungspolitik zu verlangen.<lb/>
Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat angeblich jetzt berechnet,<lb/>
dass die Exporte real um 1 % gefallen sind und insbesondere gegen<lb break="no"/>über der EFTA-Relation ein noch wesentlich schlechteres Resultat<lb/>
vorliegt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte deshalb, man müsste eine Revision der<lb/>
Kurspolitik ins Auge fassen.<lb/>
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gefragt, wieso Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> behaupten kann, dass es zu<lb/>
Steuerhinterziehungen kommt. Er war sehr verwundert, als ich ihm<lb/>
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auch dezidiert darauf aufmerksam, dass jetzt die Zeitungen auch gegen<lb/>
die Einführung der Importscheine bei Bekleidungs- und Textilimporten<lb/>
gegen das Handelsministerium und ganz besonders gegen mich losziehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, er wird von der Handelskammer eine diesbezügliche Aus<lb break="no"/>sendung machen, wonach festgestellt wird, dass die Handelskammer<lb/>
dieser Forderung gestellt hat.<lb/>
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BÜG von 4 Mill. S gemacht werden und für 1978 im Budget statt<lb/>
35 Mill. 50 Mill. aufgenommen werden. Da ich nicht beabsichtige,<lb/>
eine solche Forderung in der Öffentlichkeit zu erheben, verwies<lb/>
ich an das Finanzministerium, welches letzten Endes diese Budget<lb break="no"/>ansätze überprüft. Angeblich ist das Finanzministerium damit<lb/>
einverstanden und erwartet nur, dass wir vom Handelsministerium<lb/>
einen solchen Antrag stellen.<lb/>
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feststellen, bevor wir überhaupt etwas unternehmen.<lb/>
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ausgelegt werden könnte. Sie hatte deshalb an das Finanzministerium<lb/>
eine ablehnende Haltung als Stellungnahme geschickt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte<lb/>
gerne, dass wir ihn in dieser Frage unterstützen. Abgesehen<lb/>
davon, dass wir nicht kompetenzmässig zuständig sind, habe ich<lb/>
bis jetzt auch noch keinerlei Informationen von unserem Haus<lb/>
bekommen. Ich habe deshalb nur die Unterlagen entgegengenommen<lb/>
und werde dies prüfen.<lb/>
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von uns aus darstellt.<lb/>
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Donauraum und für Österreich-Ungarn als grosser Fortschritt<lb/>
von allen Seiten gefeiert wurde. Die Fremdenverkehrsfachleute<lb/>
befürchten also keinesfalls, dass mit Prospekten, die noch dazu<lb/>
in Österreich gedruckt werden, der österr. Fremdenverkehr ge<lb break="no"/>schädigt wird sondern ganz im Gegenteil insbesondere Überseetouri<lb break="no"/>sten für eine neue Attraktion, an der Österreich auch mitpartizi<lb break="no"/>pieren kann, gewonnen werden können. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> macht mich aber darauf auf<lb break="no"/>merksam, dass jetzt ein österr.-ungarischer Vertrag über die<lb/>
Beschickung von Heilbädern abgeschlossen werden soll. Dort<lb/>
befürchtet er würde aber doch mehr weitestgehend Österreicher nach<lb/>
Ungarn fahren und keinesfalls Ungarn zu den österr. Heilbädern<lb/>
kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-29_12">Ich informiere <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> über die derzeit ins Stocken geratenen<lb/>
Verhandlungen wegen Beteiligung der Arbeiterkammer im Holzwirt<lb break="no"/>schaftsrat. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat den Brief, wo die Handelskammer die ab<lb break="no"/>lehnende Haltung mitteilt nicht unterschrieben, weil er damals<lb/>
auf Urlaub war. Ich habe ihm deshalb das Schreiben zu lesen ge<lb break="no"/>geben, um vielleicht eine Revision der Auffassung der Handels<lb break="no"/>kammer zu erreichen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat aber ganz kategorisch abgelehnt, auch<lb/>
nur darüber Verhandlungen mit der Arbeiterkammer zu führen. Ich<lb/>
erklärte ihm dezidiert, dass es unmöglich sei, dass die Arbeiter<lb break="no"/>kammer um ihr De-facto-Begutachtungsrecht kommt. Der Wunsch<lb/>
z.B. auf Aufstockung des Nadelholz-rund-Kontingentes um 180.000<lb/>
auf 230.000 fm wurde zwischen der Handelskammer und der Landwirt<lb break="no"/>schaftskammer im Holzwirtschaftsrat vereinbart. Im Aussenhandels<lb break="no"/>beirat sollte das nur mehr sanktioniert werden, nachdem ich<lb/>
vorher schon mich der Meinung des Holzwirtschaftsrates hätte<lb/>
abschliessen müssen. Eine solche Vorgangsweise halte ich für unmöglich.<lb/>
Wohl könnte die Arbeiterkammer im Aussenhandelsbeirat dann dagegen<lb/>
protestieren, nützen würde es ihr sehr wenig. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklärte<lb/>
trotzdem dezidiert, er denke nicht daran, den jetzigen Zustand<lb/>
zu ändern. Er ist strikte dagegen, dass die Arbeiterkammer im<lb/>
Holzwirtschaftsrat verankert wird. Meine Drohung, dass ich die<lb/>
aus den Fünfzigerjahren stammende Anordnung in Form eines Erlasses,<lb/>
wo der Holzwirtschaftsrat gegründet wurde, der nebenbei jetzt<lb/>
auch noch Gebühren einhebt, geändert wird, liess ihn scheinbar<lb/>
vollkommen kalt. Er glaubt nicht, dass ich eine diesbezügliche<lb/>
Änderung jetzt in Angriff nehmen werde. Der Anlassfall, Aufstockung des<lb/>
Kontingentes, erscheint ihm scheinbar nicht gross genug.<lb/>
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wegen Änderung des Holzwirtschaftsrates durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-29_14">Beim Journalistenfrühstück hat <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> über die schlechten Ergebnisse<lb/>
des Fremdenverkehrs im Juli – minus 3 % – Ausländer sogar<lb/>
minus 5, Inländer dafür plus 0,8 – Nächtigungszählung berichtet.<lb/>
Da wir eine gute Vorsaison hatten, ist die Nächtigung vom Mai<lb/>
bis Juli um minus 0,2 % zurückgegangen. Da uns nichts anderes einge<lb break="no"/>fallen ist, habe ich dann darauf verwiesen, dass jetzt in Lech<lb/>
eine grosse Aussprache zwischen den Fremdenverkehrsdirektoren<lb/>
Gemeindevertretern, öst. Fremdenverkehrswerbung und Ministerium<lb/>
stattfindet, um bei den Gemeinden und Ländern genau Analysen durch<lb break="no"/>zuführen. Ebenso soll jetzt eine neue IFES- und IBB-Marktforschung<lb/>
in den Ländern wiederholt werden, die wir 1972 - 1975 durchgeführt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-29_15">Damals wurden 13 Länder untersucht. Jetzt soll diese ergänzende<lb/>
Erhebung zwar ausgeschrieben werden, doch wäre es ein Wahnsinn<lb/>
wenn eine neues Institut die dort schon eingelaufene Erhebung<lb/>
ablösen würde. Trotzdem war es sehr gut, dass <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> auf die<lb/>
Frage von <rs type="person" ref="#per__146996">Haneral</rs>, Presse, erklärt hat, es würde eine Ausschreibung<lb/>
wobei ich gleich ergänzt habe, nur eine beschränkte Ausschreibung<lb/>
erfolgen.<lb/>
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grosse Belastung unseres Budgets erfolgt.<lb/>
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Devisenausgaben der österr. Staatsbürger entwickeln und was das<lb/>
Handelsministerium dagegen unternimmt. Ich konnte sofort darauf<lb/>
verweisen, dass es genaue Berechnungen über die Deviseneinnahmen<lb/>
und Ausgaben aus dem Fremdenverkehr nicht gibt. Die ÖNB hat<lb/>
zwar wesentlich die Berechnungsmethoden versucht zu verbessern<lb/>
aber noch immer wieder wenn man die deutschen Bankziffern zugrunde<lb/>
legt, der Österreicher 11.000 S pro Übernachtung ausgeben. Dies<lb/>
ist darauf zurückzuführen, dass meistens Importe von Privaten<lb/>
Devisenausgaben in Deutschland z.B. darstellen mangels anderer Zu<lb break="no"/>rechnung eben unter Fremdenverkehrsausgaben subsumiert.<lb/>
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musste ich an seiner Stelle über die 6.000 Restaurantpreiserhebungen<lb/>
im Juni berichten. Dort gibt es zwischen den einzelnen Ländern<lb/>
ein sehr starkes West-Ost-Gefälle ganz gigantische Preisdifferenzen.<lb/>
Diese Erhebung wird weniger im Gastgewerbe, sicher aber in den<lb/>
einzelnen Ländern grosse Diskussion auslösen.<lb/>
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Ölprodukte. Niemand von den Redakteuren hat ausser <rs type="person" ref="#per__134820">Peters</rs> von der<lb/>
Tiroler Tageszeitung und der nur wegen Flüssiggas sich für diese<lb/>
Ziffern dezidiert interessiert. Wie ich erwartet habe, hat keiner<lb/>
der Redakteure den Schluss gezogen, dass die Verkaufspolitik der<lb/>
ÖMV in diesem Halbjahr sehr schlecht abgeschnitten hat, weil durch<lb/>
überstarke Importe sie an Marktanteil verloren haben muss. Einmal<lb/>
wurde meine Meinung bewiesen, dass man den Redakteuren alles<lb/>
schreibegerecht aufarbeiten muss, Analysen werden von den Zeitungen<lb/>
keine mehr angestellt.<lb/>
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meine Stellungnahme im Gefolge der Änderung von Bundeskanzlers<lb/>
Meinung auch geändert. Ich erklärte ihm sofort dezidiert, ich<lb/>
hätte seit eh und je, dies sogar auch beim Pressegespräch einmal<lb/>
erwähnt, solange die Vertriebsfrage nicht gelöst ist, ich kein<lb/>
Urteil über dieses Projekt abgeben werde. Eine diesbezügliche Er<lb break="no"/>gänzungsstudie wird ja von Porsche jetzt ausgearbeitet. Meine<lb/>
Stellungnahme bezüglich der Importe von Autos und ganz besonders be<lb break="no"/>züglich der stärkeren Einschaltung von österr. Zulieferfirmen,<lb/>
ist hinlänglich bekannt und soll, wie ich besonders darauf hinwies,<lb/>
eine gewisse Entlastung der österr. Zahlungsbilanz ergeben.<lb/>
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an die Mutterwerke richten, die bis jetzt noch nichts unternommen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-29_22">Präs. <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> von der Wiener Handelskammer kam mit Ing. <rs type="person" ref="#per__149175">Göls</rs>,<lb/>
dem Vertreter der Motoreninstandsetzungsvereinigung. Dieser be<lb break="no"/>schwerte sich bei mir, dass die grossen Automobilwerke ihren Ver<lb break="no"/>tretern verbieten, dass sie Motoren instandsetzen lassen, sondern<lb/>
wie Mercedes Benz in einem Rundschreiben an die Reparaturwerkstätte<lb/>
festhält, nur neue Austauschmotoren von den Mutterwerken dafür ver<lb break="no"/>wendet werden dürfen. <rs type="person" ref="#per__149175">Göls</rs> sagt mit Recht, dass in diesem Fall die<lb/>
Fa. Elko in Rankweil und damit wieder das Aluwerk Ranshofen grosse<lb/>
Absatzmöglichkeiten verliert. Bis jetzt waren die Motorinstand<lb break="no"/>setzer durch Einschleifen von neuen Kolben usw. imstande, doch eine<lb/>
beträchtliche Leistung in Österreich zu erbringen. Jetzt mussten<lb/>
34.000 Motoren, davon 24.000 aus Deutschland für 135. Mill. S<lb/>
importiert werden. Wenn das Verbot strikte eingehalten wird,<lb/>
wird die österr. Handelsbilanz neuerdings verschlechtert. Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> wird die Unterlagen mir in den nächsten Tagen schriftlich<lb/>
zusenden, damit wie er sagte bei uns ein Akt angelegt werden kann.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> sofort informiert und ersucht, sich mit Ing. <rs type="person" ref="#per__149175">Göls</rs><lb/>
in Verbindung zu setzen.<lb/>
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führen, damit <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> sieht, wir arbeiten schneller als er uns die<lb/>
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angelangt sind, hat das letzte Gespräch ergeben, ich sollte mich<lb/>
in einem Gipfelgespräch einschalten. Ich war sehr verwundert, dass<lb/>
zu diesem Gipfelgespräch nur der bisherige Leiter der Verhandlungs<lb break="no"/><pb n="37-0973" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-08-29_0973.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>runde der Unternehmer Ing. <rs type="person" ref="#per__115363">Egger</rs> sowie von Schwechat <rs type="person" ref="#per__149176">Petzelbauer</rs><lb/>
und von der Brau AG <rs type="person" ref="#per__129946">Schreiber</rs> gekommen sind, wenn man so sagen<lb/>
will, zweite Garnitur, weil angeblich die ersten Leute nicht in Wien<lb/>
sind. Trotzdem die Verhandlungen mit einigen Unterbrechungen bis<lb/>
spät abends dauerten, war es mir mit dieser Besatzung nicht möglich,<lb/>
eine endgültige Entscheidung herbeizuführen. <rs type="person" ref="#per__115363">Egger</rs> hat mir zum<lb/>
Schluss unter vier Augen gestanden, er hätte kein Verhandlungs<lb break="no"/>pouvoir, die Handelskammer hätte es ihm ausdrücklich verboten,<lb/>
bis zu 7,2 % hätte er inoffiziell gehen können, doch haben unsere<lb/>
Kollegen dies mit Recht abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__115363">Egger</rs> hat auch in einem kleineren<lb/>
Kreis dann erklärt, er fühle sich deshalb auch überfordert, weil<lb/>
auf unserer Seite immerhin der Handelsminister und Obmann der Organi<lb break="no"/>sation sitzt, und er zuerst sogar angedeutet hat, Unterstützung,<lb/>
in dem Fall wahrscheinlich von Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zu verlangen.<lb/>
Da ich in der Zwischenzeit eine Veranstaltung der soz. Fraktion<lb/>
der Tabakarbeiter besuchen musste, dürfte er dann aber wieder von<lb/>
diesem Plan abgekommen sein und es wurde vereinbart, die Verhandlungen<lb/>
nächste Woche fortzusetzen. Mir persönlich erschien wichtiger als<lb/>
ein Prestige-Standpunkt, unseren Kollegen von der Brauerei-Verhandlungs<lb break="no"/>komitee zu zeigen, dass ich jede Tages- und Nachtzeit für sie zur<lb/>
Verfügung stehe. Die Zeitungen hatten von dieser Verhandlung ge<lb break="no"/>wusst und allen Ernstes die Volksstimme angefragt, wie es jetzt<lb/>
weitergehen soll. <rs type="person" ref="#per__113132">Suko</rs>, BRO der Brau AG, meinte, ein guter Reisser<lb/>
der Volksstimme wäre, <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> hat Verhandlungen ebenfalls nicht<lb/>
zu Ende führen können, die Betriebsräte ermächtigt, alle Streikmass<lb break="no"/>nahmen zu treffen und ist ins Ausland geflüchtet. Die Kollegen, welche<lb/>
zuerst wegen der langwierigen Verhandlungen schon anfangs sehr empört<lb/>
waren, als wir in den Vorbesprechungen unsere Taktik festlegten,<lb/>
haben letzten Endes dann doch eingesehen, dass wenn man einen Ver<lb break="no"/>handlungstermin bekommt, nicht zu Kampfmassnahmen greifen soll.<lb/>
Die Situation hat sich aber innerhalb der 20 Jahre, was ich jetzt<lb/>
in der Lebensmittelarbeitergewerkschaft tätig bin, sehr gewandelt.<lb/>
Früher gingen solche Lohnverhandlungen wesentlich leichter über<lb/>
die Bühne.Allerdings hat damals auch die Brauindustrie gewusst,<lb/>
dass sie mit Preiserhöhungen in der Paritätischen Kommission durch<lb break="no"/>kommt und dass eine Absatzsteigerung doch immer wieder zu erwarten<lb/>
war. Jetzt ist die Situation so, dass selbst wenn die Paritätische<lb/>
Kommission eine Preiserhöhung genehmigt, der Markt insbesondere<lb/>
bei den Grossabnehmern dies kaum lukrieren lässt. Dazu kommt,<lb/>
dass die Brauindustrie von der neu zu errichtenden Brauerei<lb/>
in St. Pölten, die 200.000 hl mit ganz geringerem Personalaufwand<lb/>
produzieren wird, grosse Angst hat. Das Brauereikartell funktioniert<lb/>
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sich ungeheuer hinziehen. Bei 7,5 % hätten die Brauereiarbeiter<lb/>
abgeschlossen. Wegen 3 Zehntel Differenz mussten neuerlich Ver<lb break="no"/>handlungen angesetzt werden. In unserer Gewerkschaft kann wirklich<lb/>
niemand sagen, dass leichtfertig über die Löhne entschieden wird.<lb/>
Unsere Verhandlungskomitees kämpfen wirklich um jedes Zehntel<lb break="no"/>prozent, wenn man so will um jeden Groschen. Ich halte diese Politik<lb/>
auch für die einzig richtige.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 29.8.1977</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Chefredakteur [nicht erwähnt, wovon; hält 1971 Eröffungsvortrag eines
                  Seminars sozialbauliche Einrichtungen in der Industrie 80]</occupation>
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               <persName type="label">Würzl, Anton</persName>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>Präs. Wr. HK</occupation>
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               <persName type="label">Staribacher, Josef</persName>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Elsinger, Josef</persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Betriebsrat Schwechater-Bier (?); evtl. ident mit Herbert
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               <occupation>Beamter HM, Fraktion soz. Beamter im HM</occupation>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <occupation>Privatbrauerei Egger</occupation>
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               <occupation>ehem. Volksstimme-Redakteur, Motorjournalist</occupation>
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