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            <title type="main">Donnerstag, der 25. August 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_01">Donnerstag, 25. August 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_02">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hat die Möglichkeit, im Alberner Hafen eine grössere<lb/>
Firma anzusiedeln. Dieses aus der Nazizeit schon bestehende Industrie<lb break="no"/>gebiet wurde bis jetzt aber nicht genützt, weshalb im Laufe der<lb/>
Jahrzehnte dort Dutzende Bäume gewachsen sind. Jetzt musst er für<lb/>
die Ansiedlung entsprechende Baumschlägerungen vornehmen. Seine Be<lb break="no"/>hörde in der Stadt Wien hat es ihm genehmigt, die Naturschützer Beru<lb break="no"/>fung eingelegt und jetzt liegt das ganze beim Landwirtschaftsminister<lb/>
zur Entscheidung. Der Beamte dort hat aber dort, wie mir <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> mitteilt,<lb/>
sofort das Handelsministerium gefragt, ob überhaupt eine Ansiedlung<lb/>
notwendig ist, ob ein entsprechender Betrieb dort angesiedelt werden<lb/>
soll, für mich ist es unwahrscheinlich, wieviel Bürokraten oft Wege<lb/>
finden, andere Ministerien einzubeziehen, mitzubeschäftigen, um ein<lb/>
scheinbar objektiveres Urteil dann fällen zu können. Vielleicht aller<lb break="no"/>dings hat Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> die ganze Sache mir auch anders dargestellt<lb/>
als sie in Wirklichkeit ist. Auf alle Fälle wurde ich jetzt einmal<lb/>
aufmerksam, dass wir auch hier eine Kompetenz haben, von der ich<lb/>
bis jetzt wahrlich nichts gewusst habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte prüfe, wer diesen Fall bearbeitet hat,<lb/>
und lass Dir referieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_04">Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, der in Kleinkirchheim immer seinen Urlaub verbringt,<lb/>
hat dort – wie ich feststellen konnte – sich für eine Frühstückspension<lb/>
eingesetzt, dass man als Krisenfall versucht eine Versteigerung zu<lb/>
verhindern. Wie ich feststellen konnte, hat die BAWAG für 3,6 Mio. S<lb/>
Kredit gegeben, die Pension selbst aber nur 150 volle Belegstage und<lb/>
einen Umsatz von 280.000 S. Damit können nicht einmal die Zinsen<lb/>
bezahlt werden, die die BAWAG jetzt angeblich auf 11,75 % hinaufge<lb break="no"/>schraubt hat. Ich ersuchte Mag. <rs type="person" ref="#per__149171">Matzka</rs>, der jetzt die Förderungsabteilung<lb/>
vertritt, den Fall mit der BAWAG neuerdings zu besprechen, denn eine<lb/>
Lösung kann nur zustande kommen, wenn die BAWAG entsprechend grosse<lb/>
Abstriche ihrer Forderungen macht und wenn gleichzeitig die Kärntner<lb/>
Landesregierung entsprechende Zuschüsse gibt. <rs type="person" ref="#per__149171">Matzka</rs> teilte mir bei<lb/>
dieser Gelegenheit mit, dass heuer 21 Sicherungsfälle mit 5,6 Mio. S<lb/>
positiv erledigt wurden bei ungefähr 40 Einreichungen. Im Vorjahr war<lb/>
für die dieselbe Anzahl noch 10 Mio. S erforderlich. Daraus sieht<lb/>
man deutlich, dass infolge der geringeren Mittel weniger Zuschüsse<lb/>
pro Fall gegeben werden konnten. Zum Glück haben wir jetzt seit<lb/>
1. März wirklich nur mehr, wie auch vor Einführung der Existenz<lb break="no"/><pb n="37-0958" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-08-25_0958.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sicherungsaktion neue Richtlinie, wo tatsächlich nur für<lb/>
Solidaritätsfälle entsprechende Zuschüsse gegeben werden.<lb/>
Von 40 eingereichten Fällen sind jetzt zwei in Bearbeitung,<lb/>
weil alle anderen auf Grund dieser neuen Richtlinien ausschal<lb break="no"/>ten. Jetzt gibt es nur mehr für Todesfälle, Brand usw. entsprechende<lb/>
Zuschüsse. Wie mir Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> dann am Abend noch mitteilte,<lb/>
wäre er bereit, 1 Mill. S nachzulassen, wenn das Ministerium und<lb/>
das Land über 700.000 S Zuschuss gewährt.<lb/>
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oder den Schwiegervater zur Zahlung veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_06">Der für das Handelsministerium zuständige Volksanwalt Dr. <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs><lb/>
ist in Begleitung seiner Sekretärin Dr. <rs type="person" ref="#per__149172">Schmidt</rs> gekommen, um<lb/>
einen Antrittsbesuch zu machen. Bei dieser Gelegenheit vereinbarten<lb/>
wir gleich, dass büromässig Dr. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> mit Dr. <rs type="person" ref="#per__149172">Schmidt</rs>, die er aus<lb/>
seiner Studienzeit sehr gut kennt, den Kontakt halten wird und vor<lb/>
allem einmal die Einzelfälle durch ihn im Haus bearbeitet und<lb/>
verteilt werden sollen. Wir haben bis jetzt bei der Volksanwalt<lb break="no"/>schaft sehr gut abgeschnitten, wir sind eines der Ministerien,<lb/>
das erst einen Fall gehabt hat, der nebenbei bemerkt sofort positiv<lb/>
erledigt werden konnte. Insgesamt wurden aber nur 15 Fälle<lb/>
bis jetzt an die Volksanwaltschaft herangetragen. Ich fürchte,<lb/>
dass die wesentlich stärker wird werden, wenn die durch Betriebs<lb break="no"/>genehmigungen gestörten Anrainer oder <choice><choice><sic>nucht</sic><corr>?</corr></choice></choice> nichtgenehmigte<lb/>
Gewerbegenehmigungen den Weg zur Volksanwaltschaft finden werden.<lb/>
Interessant war, dass ich z.B. <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs> darauf aufmerksam<lb/>
machte, gestern mit einem Intervenienten wegen einer Gewerbe<lb break="no"/>genehmigung gesprochen zu haben und erwarte, dass er zur Volks<lb break="no"/>anwaltschaft gehen wird. <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs> teilte mir mit, dass er<lb/>
bereits heute bei ihm gewesen ist und er ihm sagen musste, dass<lb/>
er keine Möglichkeit sieht, ihm zu helfen, Trotzdem vereinbarten<lb/>
wir, dass wir vor jeder Intervention verständigt werden, damit<lb/>
wir noch einmal dem Intervenienten klar machen, warum es auch<lb/>
vom Standpunkt des Handelsministeriums, obwohl schon die Volksan<lb break="no"/>waltschaft entschieden hat, dass hier nichts zu machen ist, nicht<lb/>
anders entscheiden können. Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__149172">Schmidt</rs> wird uns deshalb jeden<lb/>
Fall zur Kenntnis bringen. Die Volksanwaltschaft hat jetzt 14<lb/>
Beamte, drei Funktionäre, Vertreter aller drei Parteien. Eine<lb/>
typisch österreichische Lösung, von der ich sehr gespannt bin,<lb/>
wie sie sich in der Praxis nach längerer Zeit bewähren wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_07">Jetzt momentan kann man natürlich noch gar nichts sagen, <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs><lb/>
meinte, ein gewisser Rückstau vorhanden ist, und vor allem einmal<lb/>
zuerst auch die Querulanten als erstes versuchen, ihre Probleme<lb/>
auch bei der Volksanwaltschaft anhängig zu machen. <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs><lb/>
war sehr verwundert, dass die Bürokratie in den Ministerien<lb/>
nicht mehr Widerstand oder Schwierigkeiten ihnen macht. Dies hätte<lb/>
ich am wenigsten an seiner Stelle befürchtet. Die Bürokratie ist<lb/>
viel zu feig, um sich als Ganzes und schon gar nicht der einzelne<lb/>
dagegen zu wehren. Wenn heute in gewissen Ländern die Volksanwalt<lb break="no"/>schaft abgelehnt wird, so deshalb weil dort die Funktionäre,<lb/>
Landeshauptmann oder Stadträte dagegen sind, die eine solche<lb/>
ausserbürokratische Kontrolle nicht wünschen.Die Bürokratie<lb/>
findet sich glaube ich sofort mit dem Schicksal einer Kontrollbehörde<lb/>
ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_08">Mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> besprach ich seine Personalsituation. Er hat<lb/>
mit Recht eine ganze Liste von Wünschen für <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> vorbereitet.<lb/>
Als neue Idee wird er jetzt ein Organisationshandbuch in seiner<lb/>
Sektion einführen. Dadurch werden Runderlässe, die <rs type="person" ref="#per__123329">Preglau</rs> heraus<lb break="no"/>gegeben hat und die grosse Aufregung auch bei der soz. Fraktion<lb/>
ausgelöst haben, hinfällig. Auch wird dort dann genau die Unter<lb break="no"/>schriftsermächtigung und vor allem auch alle sonstigen anstössigen<lb/>
Praktiken genau geregelt. Wenn sich dieses Organisationshandbuch<lb/>
in der Industriesektion bewährt, müsste man überlegen, ob wir dies<lb/>
nicht in jeder Sektion dann, natürlich nur wenn der Sektionsleiter<lb/>
zustimmt, einführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_10">Reg.Rat <rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs> die neue Informations<lb break="no"/>tätigkeit über die Öl- und Ölprodukteeinfuhr und -verbrauch für das<lb/>
Pressefrühstück besprochen. Bis jetzt war es so, dass monatlich<lb/>
nur die entsprechenden Ziffern über den Pressedienst hinausgegangen<lb/>
sind. Da vom Pressedienst leider nur einzelne Zeitungen und dort<lb/>
nur oft wirklich die trockenen Zahlen verwendet werden, erschien<lb/>
es mir vor längerer Zeit schon zweckmässig, die Daten aufgearbeitet<lb/>
im Pressefrühstück zu präsentieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen,<lb/>
dass diese genau dieselben Interessen erwecken wie unsere FV-Ziffern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_11"><rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs> hat mit Recht mir gegenüber allerdings darauf hinge<lb break="no"/>wiesen, dass z.B. jetzt durch die stärkere Importtätigkeit der<lb/>
Internationalen man aus diesem Ziffern herauslesen kann, dass<lb/>
die Verkaufspolitik der ÖMV nicht sehr glücklich gewesen sein muss.<lb/>
Ähnlich wie es bei den Fremdenverkehrsziffern negative geben kann,<lb/>
könnte jetzt bei den Verbrauchsziffern die ÖMV-Politik kritisiert<lb/>
werden. Dies glaube ich muss man in Kauf nehmen, obwohl ich überzeugt<lb/>
bin, dass vor allem am Anfang kaum jemand von den Redakteuren sich<lb/>
hier besonders aktiv betätigen wird. Ich bin eher überzeugt, dass<lb/>
sie unsere aufgearbeiteten Ziffern mit den Waschzetteln ganz einfach<lb/>
abdrucken. Dies erscheint mir aber wichtig, denn niemand soll be<lb break="no"/>haupten, wir hätten unserer Informationspflicht nicht Rechnung ge<lb break="no"/>tragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_12">Die Haller Zentralheizungsbau GesmbH, die früher 150 Beschäftigte<lb/>
hatte, jetzt aber immerhin noch 87, muss in einen aussergerichtlichen<lb/>
Ausgleich gehen. Bei der Ärzteringsiedlung haben sie 29 Mio. S investiert<lb/>
und der Torso kann dort nicht fertiggebaut werden. Ing. <rs type="person" ref="#per__141822">Bacher</rs> hat mir<lb/>
mitgeteilt, dass wenn sie jetzt nicht den Auftrag von der Postspar<lb break="no"/>kasse, wo sie Billigstbieter mit 16 Mio. S waren, bekommen, dann<lb/>
ist ihre Existenz gefährdet. Ich versprach ihm, dort zu intervenieren,<lb/>
habe aber gleichzeitig festgehalten, dass jede öffentliche Stelle,<lb/>
ja selbst auch ein Privater einer Firma, die in Ausgleich gehen muss,<lb/>
kaum irgendwelche Aufträge gerne gibt. <rs type="person" ref="#per__141822">Bacher</rs> hat aber, wie er mir<lb/>
erklärte mit 10 Mill. S bei der Raika Oberalm, resp. bei der Volksbank<lb/>
Zwettl erklärt zu haften. Die Firma hat mir sogar die Kalkulations<lb break="no"/>unterlagen überlassen, damit ich die Seriosität ihres Anbotes<lb/>
prüfen kann. <rs type="person" ref="#per__141822">Bacher</rs> hat mir auch freimütig gestanden, bei der Kran<lb break="no"/>kenkasse 1,5 Mill. S und im Finanzamt 1,6 Mio. S Schulden zu haben.<lb/>
Trotzdem glaubt er, einen 70 %-igen Ausgleich zustande zu bringen,<lb/>
75 % der davon Betroffenen – Kasse und Finanzamt scheiden ja aus –<lb/>
die werden immer zu 100 % befriedigt, hätten bereits zugestimmt.<lb/>
Die Firma hat jetzt auch die Produktion von Sonnenkollektoren be<lb break="no"/>gonnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Versuche bei dem Wissenschaftsministerium für<lb/>
diese Tätigkeit vielleicht eine Subvention herauszuschinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-25_14">Mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> besprach ich die politische Situation.Wanke und auch ich<lb/>
mussten ihm zustimmen, dass ein gewisser Umschwung bei den Unter<lb break="no"/>nehmern jetzt festzustellen ist. 1976 hat durch den Konjunkturauf<lb break="no"/>schwung die Unternehmerschaft einheitlich wieder durch starke Inve<lb break="no"/>stitionen gezeigt, dass sie von der Schwarzmalerei der Schwarzen<lb/>
gar nichts hält. Jetzt hat <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> den Eindruck aber beginnen die<lb/>
Unternehmungen Zurückhaltung sich aufzuerlegen. Investitionen werden<lb/>
neuerdings überprüft und zurückgestellt, die Stimmung der Unternehmer<lb/>
wird zusehend schlechter. Von der Bürges, wo die Klein- und Mittel<lb break="no"/>betriebe um Investitionszuschüsse ansuchen, habe ich ja noch keinerlei<lb/>
diesbezügliche Mitteilungen. Theoretisch müsste auch in der Industrie<lb break="no"/>sektion unser Frühwarnsystem bereits schon irgendetwas anzeigen.<lb/>
Ich fürchte nur, dass dies eben alles noch nicht so richtig klappt.<lb/>
Vielleicht auch in Hinkunft gar nie ordentlich funktionieren wird.<lb/>
Feststeht für mich, dass einige Grossinvestitionen die Lage<lb/>
überdecken können. Auf dem Bausektor war es in den vergangenen Jahren<lb/>
deutlich erkennbar, dass die Grossbauaufträge die grossen Baufirmen<lb/>
verhältnismässig gut beschäftigt hat und die kleineren und mittleren<lb/>
Baumeister eben durch den Ausfall der Einfamilienhausbauten usw.<lb/>
ja teilweise auch durch Gewerbe- und Industriebauten angeblich schlecht<lb/>
beschäftigt waren. Interessanterweise sind aber nicht die Massenkonkurse<lb/>
in dieser Branche dann eingetreten. Klein- und Mittelbetriebe können<lb/>
sich viel länger über Wasser halten als dies bei Grossbetrieben der<lb/>
Fall ist. Dies zeigte sich auch deutlich in der Fremdenverkehrsbranche.<lb/>
Die Flexibilität der Kleinbetriebe soll man nicht unterschätzen<lb/>
allerdings auch nicht überfordern.<lb/>
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Brief der Frau <rs type="person" ref="#per__113082">Schmitz</rs> als Sprecherin der im Hungerstreik befindlichen<lb/>
Frauen gerichtet hat. Darin hat er nur bestätigt, dass die Brennstäbe nicht<lb/>
im Werk sind, ein Probebetrieb daher jetzt gar nicht aufgenommen werden<lb/>
könnte und wenn der mit Jahresende beginnen sollte, dann genau nach den<lb/>
Auflagen und Genehmigungen des Gesundheitsministeriums vorgegangen wird.<lb/>
Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> hat ein Schreiben, dessen letzte Fassung<lb/>
ich im Wortlaut nicht kenne, ebenfalls den Frauen zustellen lassen.<lb/>
In den Massenmedien wurde dann verbreitet, dass sie sich verpflichtet<lb/>
hat, solange keine Betriebsgenehmigung für den Probebetrieb zu geben,<lb/>
solange nicht dies nicht das Parlament entschieden hat. Da dies<lb/>
entgegen der mit ihr besprochenen Formulierung von gestern Abend ein ganz<lb/>
anderer Text wäre, muss ich mir dieses Schreiben sofort verschaffen.<lb/>
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Brief herausgegeben hat. In diesem Fall würde sie zwar nur das<lb/>
wiederholen, was auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> angeblich bei einer parlamenta<lb break="no"/>rischen Anfrage schon so dezidiert erklärte, doch würde sie<lb/>
als die dafür zuständige Ministerin in ein furchtbares Dilemma<lb/>
kommen, wenn das Parlament gar nicht oder erst auf die lange Bank<lb/>
schiebend sehr spät überhaupt eine Behandlung oder Entscheidung<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> besorgen.<lb/>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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