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            <title type="main">Montag, der 22. August 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_01">Montag, 22. August 1977<lb/>
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ausschliesslich über die Wünsche der Handelskammer wegen der<lb/>
Auszeichnung zur Führung des Staatswappens. Ich teilte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
mit, dass jetzt für die Firma <choice><choice><sic>Zeillinger</sic><corr>Zellinger?</corr></choice></choice>, wo die AK sich bis jetzt<lb/>
weigerte, dieser Firma das Staatswappen zuzuerkennen, dieses<lb/>
jetzt bekommen wird. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> war darüber sehr erfreut, da es<lb/>
auch für die Handelskammer ein Prestige war.<lb/>
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wie es mit der Aussprache Arbeitnehmervertretung und Firmenleitung<lb/>
weitergegangen ist.<lb/>
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wenn ich in den Ländern den Firmen die Auszeichnung überreiche,<lb/>
damit sie auch Vertreter entsenden können.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> als auch büromässig zeitgerecht entsprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_06">Die Exportwirtschaft möchte gerne eine Exportwirtschaftssondermarke<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> würde eine solche Aktion unterstützen. Ich selbst erkläre<lb/>
mich sofort dazu bereit, mit dem Verkehrsministerium die notwendigen<lb/>
Vorbesprechungen zu führen, nur wenn dort ein entsprechender Antrag<lb/>
positiv erledigt wird, wird die Handelskammer und das Handels<lb break="no"/>ministerium einen diesbezüglichen Wunsch äussern. Nötigenfalls<lb/>
würde ich mit <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> darüber sprechen.<lb/>
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einleiten lassen.<lb/>
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einer für Entwicklungsländer zuständigen Planungsgesellschaft<lb/>
ähnlich wie Austroplan durch die ÖIAG – unterstütze. Ich erkläre<lb/>
ihm nur, dass ich gegen eine solche Gesellschaft nichts einzuwenden<lb/>
hätte. Aktiv werde ich dabei nicht werden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meint, es wäre<lb/>
zweckmässig, wenn wir eine diesbezügliche Aussprache mit der<lb/>
ÖIAG durchführen würden.<lb/>
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veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_10">Ich setze <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> auseinander, dass ich mir nicht gefallen<lb/>
lassen werde, wenn jetzt der Bekleidungshandel mich angreift<lb/>
wegen der Einführung der Importscheine, man stellt von Seiten<lb/>
der internationalen Wirtschaft und anderer Presseorgane dies so<lb/>
dar, als handle es sich hier um einen Willkürakt des Handels<lb break="no"/>ministers, niemand berichtet resp. die Handelskammer sagt ebenfalls<lb/>
hier nicht, dass es ihr ausschliesslicher Wunsch gewesen ist, eine<lb/>
solche Informationsmassnahme für die Billigstimporte einzuführen.<lb/>
Wenn ich jetzt schon schweige und nicht überall erzähle, dass<lb/>
ich ausschliesslich wegen des Wunsches der Handelskammer diese<lb/>
Massnahme gesetzt habe, so erwarte ich, dass ich nicht von Seiten<lb/>
dieser Gruppen oder einzelner Händler deswegen jetzt so unver<lb break="no"/>antwortlich und ungerecht attackiert werde. Mich erinnert das Ganze<lb/>
an die seinerzeitige Ölkrise. Auch dort musste ich ein schwieriges<lb/>
Problem lösen, hatte im Einvernehmen mit allen Beteiligten<lb/>
einen diesbezüglichen Vorschlag gemacht und dann wurde ich im<lb/>
Parlament und überall wegen dieser Massnahmen angegriffen.<lb/>
Ich bin nicht bereit, auf dem Bekleidungssektor eine ähnliche Ent<lb break="no"/>wicklung zu akzeptieren. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> war über die ganze Frage<lb/>
überhaupt nicht informiert, wollte auch, dass <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> zu dieser<lb/>
Besprechung jetzt dazu kommen sollte, da dieser aber in Urlaub ist,<lb/>
wird er sich jetzt unverzüglich informieren lassen.<lb/>
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Handelskammer besprechen lassen, damit wir nachweisen können, wie<lb/>
sehr bei weiteren Angriffen die Handelskammer dafür mitver<lb break="no"/>antwortlich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_12">Bevor wir unser Jour fixe begonnen haben, war noch Parteiobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> und ÖAAB-Obmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> bei <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, um das Problem der<lb/>
Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand zu besprechen, wie mir<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> nachher freimütig gestand. Vor Wochen hatte ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
darauf aufmerksam gemacht, dass der ÖAAB in einer Briefaktion sich<lb/>
an die Unternehmer gewendet hat. Damals hatte ich schon festgestellt,<lb/>
dass die Handelskammer davon überhaupt nichts wusste. Die Indu<lb break="no"/>striellenvereinigung dagegen hat ein diesbezügliches Unter<lb break="no"/>stützungsschreiben an ihre Mitglieder gesendet. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> musste<lb/>
also miterleben, dass die Industriellenvereinigung hinter seinem<lb/>
Rücken mit dem ÖAAB gemeinsam in einer für die Handelskammer<lb/>
eminent wichtigen Frage packelt. Umfragen hätten ergeben, dass<lb/>
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ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, ich sei bereit, wie ich bereits vor Jahrzehnten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> gegenüber damals noch im Kummer-Institut erklärt habe,<lb/>
wenn die Unternehmer verteilen mitzuwirken aber keinesfalls<lb/>
dies als Forderungsprogramm der Lebensmittelarbeitergewerkschaft<lb/>
aufzunehmen. Ich setzte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> auseinander, dass in meinem<lb/>
Konzept der sozialdemokratischen Marktwirtschaft über dieses<lb/>
Detailproblem nicht drinnenstehen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_13">Mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und dann auch <rs type="person" ref="#per__97627">Heinz Kienzl</rs> besprach ich die<lb/>
Möglichkeit, nachdem die Partei ein neues Wirtschaftsprogramm<lb/>
in der Theorie wird entwickelt haben, eine praktische Konzeption<lb/>
einer sozialdemokratischen Marktwirtschaft mit all den kleinen<lb/>
Detailfragen zu entwickelt. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> meinte mit Recht, es wäre<lb/>
zweckmässig, auf die seinerzeit von ihm initiierte und auch zum<lb/>
grössten Teil erarbeitete die AK hat nur ganz bescheiden auch<lb/>
mitgewirkt, Wirtschaftskonzeption des ÖGB zum Bundeskongress 1958<lb/>
zurückzugreifen. Dort wurde, wie ich mich erinnere, von mir auch<lb/>
akzeptiert, <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzls</rs> indikative Planung besprochen. Auch<lb/>
andere sozialistische Gedankenzüge sind darin enthalten. Die<lb/>
Grundkonzeption ist aber sicherlich eine Basis, wo wir eine<lb/>
sozialdemokratische Marktwirtschaft ohne weiteres darauf aufbauen<lb/>
könnten. Der Vorteil ist, dass wenn es gelänge, nachdem die Partei<lb/>
sich jetzt dann endgültig im Parteiprogramm festgelegt hat,<lb/>
dass wir vielleicht sogar für den nächsten Gewerkschaftskongress<lb/>
eine von allen Fraktionen akzeptierte Konzeption eines wirtschafts<lb break="no"/>politischen Programmes Marke sozialdemokratische Marktwirtschaft<lb/>
erarbeiten könnten. Wenn – wie ich annehme – <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in seiner<lb/>
Konzeption für die Partei doch einen linkeren Wirtschaftsprogrammteil<lb/>
machen wird und muss, schliesslich kann er ja die Konzeption<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__115683">Egon Matzner</rs> nicht ganz verwerfen, dann würde es sehr gut als Ergän<lb break="no"/>zung möglich sein, im Gewerkschaftsbund eine rechtere Konzeption<lb/>
die auch die christlichen Gewerkschafter, die freiheitlichen und<lb/>
vielleicht sogar auch der kommunistische Flügel akzeptieren würde.<lb/>
Wenn diese am Bundeskongress dagegen stimmen, wäre auch nicht verhackt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte still und leise, damit wir die Partei<lb break="no"/>konzeption nicht stören, mit Vorarbeiten beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_15">Beim Pressefrühstück berichtete Dipl.Kaufmann <rs type="person" ref="#per__149142">Kohlhauser</rs> vom<lb/>
Wirtschaftsforschungsinstitut über ihre Untersuchung bezüglich<lb/>
der Handelsstruktur. Die Handelsbetriebe sind um 17 % seit<lb/>
1964 weniger geworden, die Beschäftigung hat aber um 33 %<lb/>
dort zugenommen. Je Betrieb gibt es eine 150 %-ige Umsatzstei<lb break="no"/>gerung und die grosse Konzentration ist noch nicht zu Ende sondern<lb/>
wird ständig fortgesetzt. Dies zeigt sich insbesondere durch<lb/>
Errichtung von immer mehr Filialbetrieben. Alle organisieren<lb/>
sich mehr oder minder sei es in Genossenschaften oder in freien<lb/>
Ketten. Der nichtorganisierte Lebensmittelhandel macht z.B. nur<lb/>
mehr 8 % aus. Die Handelsspannen sind im Grosshandel z.B. in<lb/>
Österreich grösser als in Deutschland. Zurückzuführen ist dies<lb/>
hauptsächlich darauf, weil wir einen langsameren Lagerumschlag in<lb/>
Österreich haben. Im Einzelhandel sind annähernd dieselben Handels<lb break="no"/>spannen mit Ausnahme von Papier und der Buchhandel, wo sie wesentlich<lb/>
höher sind. Natürlich wurde ich dann sofort gefragt, was ich<lb/>
gegen die überhöhten Handelsspannen machen werde, ich konnte<lb/>
neuerdings darauf verweisen, wenn ich das umfassende Preisstabili<lb break="no"/>sierungsgesetz hätte, dann entsprechende gesetzliche Möglichkeit<lb/>
damals von mir vorgesehen waren. Leider hat die Handelskammer<lb/>
resp. die ÖVP dieses Gesetz im Parlament abgelehnt, so dass ich<lb/>
gegen Preisauswüchse nichts unternehmen kann. Ich selbst habe in dies<lb/>
Studie und dies erklärte ich freimütigst im Pressegespräch bestätigt<lb/>
gefunden, dass die Konzentration weitergeht, dass damit das Problem<lb/>
der Nahversorgung für uns immer unter einem anderen Gesichtspunkt<lb/>
zu betrachten ist als den wir mit emotionellen Wunschvorstellungen<lb/>
gewisser Kleinhändlerorganisationen um nicht zu sagen Greissler-<lb/>
Mentalitäten an dieser Problem herangehen. Die Studie wurde für den<lb/>
Konsumentenbeirat gemacht, dort wird sie dann analysiert werden<lb/>
und wie ich hoffe auch entsprechende Empfehlungen daraus einstimmig<lb/>
mir vorgelegt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_16">Die Doppelconference zwischen Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__112058">Sternbach</rs>, Ford-Vertreter<lb/>
und Sprecher der Auto-Importeure, und mir war glaube ich sehr inter<lb break="no"/>essant und aktuell. Nach monatelanger Abwesenheit hat auch diesmal<lb/>
ZiB I direkt gleich miteschnitten. <rs type="person" ref="#per__112058">Sternbach</rs> kritisierte zwar<lb/>
unsere Berechnungen wegen der überhöhten Autopreise in Österreich<lb/>
im Vergleich insbesondere zu Frankreich und Italien und hat als<lb/>
Gegenbeweis Berechnungen gegenüber Deutschland insbesondere vorge<lb break="no"/>legt. Zugeben musst er aber, dass es sich hier um maximale differente<lb/>
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darauf, dass wir jetzt jede Automarke mit dem entsprechenden<lb/>
Importeur selbst durchrechnen werden und die endgültigen<lb/>
Ziffern, die dann gemeinsam erstellt werden, feststellen.<lb/>
Ich selbst konnte mit Recht darauf verweisen, dass ich seit<lb/>
Jahren mich bemüht habe und weiter bemühen werde, den österr.<lb/>
Autokäufern die bestmöglichen Preise, ohne dass ich eine<lb/>
gesetzliche Möglichkeit dafür habe, zu erkämpfen. Teilerfolge<lb/>
konnte ich verzeichnen. Natürlich wollte sowohl Red. <rs type="person" ref="#per__117014">Hlavac</rs><lb/>
als auch <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> von ZiB 2 von mir eine dezidierte Erklärung,<lb/>
ob ich für die Autosteuer oder gegen diese bin. Genau diese<lb/>
Freude habe ich ihnen natürlich nicht gemacht, sondern stets<lb/>
darauf verwiesen, dass meine Kompetenz und Aufgabe es ist,<lb/>
die Autopreise, wenn schon nicht festzusetzen, so zu beobachten<lb/>
und w-möglich zu beeinflussen. Wenn eine Abgabe beschlossen<lb/>
wird, so ist es jetzt meine Funktion, zu erarbeiten, ob ein<lb/>
Teil zumindestens dieser Abgabe von den Autolieferwerken getragen<lb/>
werden kann. <rs type="person" ref="#per__112058">Sternbach</rs> selbst meinte, die Autowerke würden<lb/>
dies ganz entschieden ablehnen, er selbst könnte sich aber höchstens<lb/>
vorstellen, dass die Hälfte der Abgabe von den Importeuren<lb/>
direkt oder indirekt übernommen wird. dies war eigentlich von<lb/>
meinem Standpunkt aus gesehen eine phantastische Erklärung.<lb/>
Überhaupt glaube ich war <rs type="person" ref="#per__112058">Sternbach</rs> sehr mutig, allerdings nicht<lb/>
sehr gut beraten als er sich freiwillig anbot, mit bei der<lb/>
Pressekonferenz anwesend zu sein. Ansonsten musste ich mich<lb/>
immer bemühen, von auswärts irgendwelche Mitwirkende zu ge<lb break="no"/>winnen. Diesmal war es im wahrsten Sinne des Wortes umgekehrt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_17">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> wird von der ÖNB Stiftungsfonds ein Forschungs<lb break="no"/>projekt "Kommerzialisierung des Bergsteigens" dem Dachverband<lb/>
der Alpinen Vereine übertragen. Die Bergfexen – <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__149143">Zawadil</rs> vom Ifes-Institut, auch Bgm. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> von Bregenz,<lb/>
die jetzt gerade wieder auf einer Hochtour sind, haben ihn<lb/>
dazu animiert, man sollte für das Bergsteigen mehr unternehmen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Heinz Kienzl</rs> nimmt sogar an, er könnte das Bergsteigen<lb/>
auf ein Drittel des Skifahrens in der Bedeutung, im Umsatz usw.<lb/>
bringen. Ein solchen Illusion gebe ich mich nicht hin.<lb/>
Richtig ist aber, dass Bergsteigen im Kommen ist und dass es<lb/>
gelingen müsste, die Leute zu motivieren und insbesondere<lb/>
diesen Wirtschaftszweig auch in Österreich so wie wir dies<lb/>
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mehr Augenmerk zuzuwenden und zu fördern. Ich sagte ihm deshalb<lb/>
sofort, nicht nur eine ideelle sondern wenn diese Studie dann<lb/>
vorliegt, auch eine materielle Unterstützung zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> und <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> ent<lb break="no"/>sprechende Vorarbeiten und Vorschläge ausarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_19">Dir. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, Verbundgesellschaft informierte ich über<lb/>
die Besuche im Zillergründl und Ostttirol. Ich stellte neuer<lb break="no"/>dings mit aller Entschiedenheit fest, dass ich ein ausgesprochener<lb/>
Gegner für die Errichtung einer eigenen Baugesellschaft für die<lb/>
Osttiroler Wasserkraftausbauten bin. Diese Arbeit müsste der<lb/>
TKW übertragen werden, wie dies auch wahrscheinlich LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs><lb/>
akzeptieren würde. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> ist derselben Meinung und meint,<lb/>
bis zu 49 % könnten wir die TIWAG dafür bei der TKW beteiligen<lb/>
lassen. Eine ähnliche Lösung habe ich ja seinerzeit Gott sei Dank<lb/>
mit der ÖDK und der KELAG erreicht.<lb/>
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Vorstand setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_21"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> selbst ist überzeugt, dass es jetzt endgültig ge<lb break="no"/>lingen müsste, den Vertrag mit Polen wegen der HGÜ abzuschlies<lb break="no"/>sen. Er und <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> sowie weitere Mitarbeiter werden vor meiner<lb/>
Polenreise noch in Warschau alles vorbereiten, damit wir<lb/>
dann den Vertrag unterzeichnen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_22">Ich habe <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> ersucht, er möge in der Verbund mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs><lb/>
besprechen, wer aller mit mir zum Besuch des Kernkraftwerkes in der<lb/>
CSSR mich begleiten soll. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hat mir zugestimmt, dass<lb/>
es nur zweckmässig ist, wenn Techniker mitfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_23">Bezüglich der Besetzung des Schiedsgerichtes Vorarlberger Ill<lb break="no"/>werke mit der deutschen RWE Gruppe schlägt die Verbundgesellschaft<lb/>
jetzt anstelle des von RWE abgelehnten <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> den Pensionierten<lb/>
Direktor der OKA <rs type="person" ref="#per__137890">Karlhuber</rs> vor. Angeblich ist Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
auch mit dieser Lösung einverstanden. Meiner Meinung nach kommt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137890">Karlhuber</rs> aber wahrscheinlich kaum ein anderer an <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
in der Leistungskapazität vor allem aber in der juristischen<lb/>
Ausbildung und in der Kenntnis der E-Wirtschaft und insbesondere<lb/>
des Vertragsverhältnisses mit RWE an <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> kaum heran.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_24">Der grosse Fehler war, dass als RWE <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> abgelehnt hat,<lb/>
weil er dem Verbundaufsichtsrat angehört, dann als Gegenzug<lb/>
den Deutschen vorgeworfen wurde, ihr Schiedsrichter würde ebenfalls<lb/>
einem Betrieb angehören, der wieder RWE beliefert. Die Deutschen<lb/>
haben darauf sofort diesen Schiedsrichter zurückgezogen sodass<lb/>
uns jetzt auch nichts anderes übrigbleibt, als unseren zurückzu<lb break="no"/>ziehen. Allerdings ist im Interesse einer womöglichen wirklichen<lb/>
freundschaftlichen schiedsrichterlichen Austragung dieses Streites<lb/>
notwendig, dass man sich zuerst einmal über alle Personen<lb/>
einvernehmlich einigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte auf Jour fixe Verbundgesellschaft<lb/>
auch Briefwechsel <rs type="person" ref="#per__97457">Friderichs</rs> wegen Schiedsgericht setzen und<lb/>
mitnehmen.<lb/>
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mich, bei den Sowjets zu intervenieren, damit diese nicht<lb/>
10.000 t Zement nach Österreich liefern. Bis jetzt ist es<lb/>
uns geglückt, die Dumpinglieferungen aus den Oststaaten<lb/>
zu verhindern, obwohl ich dazu eigentlich gar keine gesetzliche<lb/>
Möglichkeit habe. Würden diese Importe kommen, so müsste Mannersdorf,<lb/>
das jetzt nur mit 70 % seiner Kapazität lauft, weitere Ein<lb break="no"/>schränkungen und Abbaue vornehmen. Die Zementindustrie hat 1974<lb/>
6,400.000 produziert und verkauft und 1976 um 600.000 t weniger.<lb/>
1977 werden wir maximal gegenüber 1976 um 3 % Zuwachs haben.<lb/>
Die 10.000 t Sowjet-Zement wären daher für die Mannersdorfer<lb/>
verheerend. Ich habe deshalb einen Brief an <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> ge<lb break="no"/>schrieben, wo ich ihn ersuchte, im Interesse unserer guten<lb/>
wirtschaftlichen Beziehungen seiner hohen aktiven Handelsbilanz<lb/>
und nicht zuletzt wegen der Beschäftigung der österr. Zementarbei<lb break="no"/>ter von diesem Export Abstand zu nehmen. Ich bin neugierig, was<lb/>
dabei herauskommt. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, der ja jahrelang mit <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs><lb/>
nach 1945 zusammengearbeitet hat und dann als <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> Staats<lb break="no"/>sekretär wurde sogar sein Sekretär gewesen ist, hat hier<lb/>
selbstverständlich von sich aus schon alles notwendige ver<lb break="no"/>anlasst. <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> war darüber sehr erfreut und hat sich bei ihm<lb/>
und auch bei mir vielmals bedankt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_27"><rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> hat mit der Bahn grosse Schwierigkeiten, um einen<lb/>
Sondertarif für die Exportzucker über die Mittelmeerhäfen<lb/>
zu bekommen. Angeblich hat ihn die Bahn wissen lassen, dass<lb/>
sie keine Zugeständnisse machen kann, weil vor etlichen Jahren<lb/>
sogar eine Zuckerknappheit in Österreich gewesen ist. Momentan<lb/>
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die exportiert werden sollten, unterzubringen. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> ist es<lb/>
zwar gelungen, jetzt für das kommende Zuckerwirtschaftsjahr<lb/>
bereits wieder die Zitronensäurefabrikation zur Verarbeitung<lb/>
für Zucker zu gewinnen. <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs> wird 10.000 t fix und 2.000 t<lb/>
in Option, also 12.000 t österr. Zucker übernehmen, dafür aber<lb/>
nur einen Preis von 3.40 S bezahlen. Dieser Preis ist strengst ver<lb break="no"/>traulich, weil er mindestens um 70 Groschen unter dem von der Zucker<lb break="no"/>industrie notwendigen tiefsten Zuckerabgabepreis liegt. Hier zahlt<lb/>
die Zuckerindustrie effektiv schwer drauf. Am Weltmarkt kann sie<lb/>
aber nur noch viel schlechtere Preise erlösen, weshalb sie, um<lb/>
den Zuckerüberschuss los zu werden, auch diesen Preis akzeptieren<lb/>
musste. Während es noch heuer möglich war, dass ca. 35.000 t<lb/>
exportiert wurden, sieht <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> für das nächste Jahr bis jetzt<lb/>
keine solche Absatzchancen,.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-08-22_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte wegen der Exportsituation<lb/>
mit der ÖBB und Verkehrsministerium Gespräche wegen Sondertarif<lb/>
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