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            <title type="main">Donnerstag, der 21. Juli 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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                  <idno type="signature">Band37_1977-07-21</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_02">In der Gewerkschaft der Lebensmittelarbeiter berichtet mir<lb/>
Sekr. <rs type="person" ref="#per__115457">Panis</rs> von den Mühlen- und Teigwarenarbeitern, dass es<lb/>
gelungen ist, einen Lohnabschluss für die Teigwarenindustrie<lb/>
mit grossen Schwierigkeiten abzuschliessen. Die Unternehmer<lb break="no"/>vertreter warfen mir nur als Handelsminister vor, ich hätte<lb/>
alle Schutzmassnahmen gegen sie verzögert. Die GATT-Kündigung<lb/>
der Teigwaren hätte in der abgelaufenen Session schon vom Par<lb break="no"/>lament beschlossen werden können und ein Antidumpingverfahren<lb/>
schon längst eingeleitet sein. Immer wieder muss ich feststellen,<lb/>
dass mit ganz falschen Argumenten und Behauptungen agiert wird.<lb/>
Die Handelskammer hat <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> bestätigt, dass wir zeitgerecht<lb/>
alle Massnahmen eingeleitet haben und es jetzt erst möglich<lb/>
ist, wenn die EG in Brüssel im dortigen Ministerrat die Verein<lb break="no"/>barung beschlossen hat, dass wir sie erst im österr. Parlament<lb/>
beschliessen. Ein Antidumpingverfahren wurde überhaupt noch<lb/>
nicht eingeleitet. Da die Handelskammer einen diesbezüglichen<lb/>
Antrag bis jetzt noch immer nicht gestellt hat. Die Kollegen<lb/>
von der Teigwarenindustrie haben beschlossen, bei mir vorzu<lb break="no"/>sprechen, was mir nur sehr recht ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> und <rs type="person" ref="#per__115457">Panis</rs> verständigen und<lb/>
Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_04">Im FS gab es eine Argumente-Sendung über Trinkgeld. Der Leiter<lb/>
der Sendung <rs type="person" ref="#per__123169">Schiejok</rs> hatte Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs>, den Vorsitzenden<lb/>
der Gastgewerbearbeiter <rs type="person" ref="#per__122008">Niemitz</rs>, den PR-Mann der Fremdenverkehrs<lb break="no"/>werbung <rs type="person" ref="#per__97559">Hofbauer</rs> aber insbesondere den Schriftsteller <rs type="person" ref="#per__141598">Weigel</rs><lb/>
und mich dazu geladen. Eine Hoteliersfrau, die angeblich bei<lb/>
einer Rückfrage mit ihr sehr über die Trinkgeldunsitte<lb/>
sehr schimpfte, war leider zur Sendung nicht erschienen.<lb/>
Überraschenderweise wurde bei den Interviews, wie <rs type="person" ref="#per__123169">Schiejok</rs> behauptete<lb/>
nicht manipuliert zu haben, das österr. Trinkgeld-Unwesen von<lb/>
den ausländischen Gästen ganz besonders kaum kritisiert. <rs type="person" ref="#per__141598">Weigel</rs><lb/>
war dann in der Diskussion der einzige der darauf hinwies, dass<lb/>
nicht nur Trinkgeld gegeben wird sondern auch bei Situationen<lb/>
verlangt, die er als unpassend bezeichnet. Er erwähnte z.B. die<lb/>
Sitte, dem Totengräber beim Begräbnis, aber auch bei der Promotion<lb/>
etlichen Leuten Trinkgeld gegen zu müssen, die man sonst nie<lb/>
gesehen hat, das letztere kann ich nicht feststellen, denn zu<lb/>
meiner Promotion bin ich selbst gar nicht gegangen, da ich schon<lb/>
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Trinkgeld kaum wird abschaffen können und solange es frei<lb break="no"/>willig gegeben wird, ohne dass man der Nichtgabe einen bedeu<lb break="no"/>tenden Nachteil hat, die ganze Sache eigentlich harmlos und<lb/>
eben eine jahrhundertealte Tradition. Kritisch wird es nur, wenn<lb/>
– wie man mir sagt – oft Fälle gibt, wo man wie z.B. in Alters<lb break="no"/>heimen, wenn man kein Trinkgeld gibt, weil man nicht kann oder<lb/>
will, man sehr schlecht behandelt wird. Ich hatte dies in der<lb/>
Sendung nur angedeutet, den Mut aber ein solches Verhalten anzuprangern<lb/>
hatte ich nicht. In dieser Frage war der Schriftsteller <rs type="person" ref="#per__141598">Weigel</rs><lb/>
viel tapferer, vielleicht kann er sich's allerdings ein Unabhängiger<lb/>
Schriftsteller in seinem Alter leichter leisten, mit einer ganzen<lb/>
Schicht von Dienstleistungspersonal es sich anzulegen als ein<lb/>
Politiker.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Versuche über die Sendung die Beschwerden<lb/>
zu erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_06">Beim Jour fixe mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> attackierte ich ihn sofort mit den<lb/>
neuen Aktivitäten des ÖAAB. ZU meiner grössten Überraschung<lb/>
wusste er davon überhaupt nichts und dies war nicht gespielt.<lb/>
Die Kooperation zwischen den Bünden dürfte also fast Null sein.<lb/>
Die Aufklärungskampagne und die Verteilung in die zehntausenden<lb/>
<choice><choice><sic>genehnden</sic><corr>gehender?</corr></choice></choice> Broschüren gegen die sozialistischen Gewerkschaft und<lb/>
die Partei war ihm ja noch recht und dagegen hatte er nichts<lb/>
einzuwenden. Überrascht war es aber, dass der ÖAAB jetzt alle Betrieb<lb/>
über 100 Beschäftigte anschreiben wird, um die Unternehmer zu<lb/>
veranlassen, sich womöglich positiv zur neuen Vermögensbildung in<lb/>
Arbeitnehmerhand zu bekennen, die der ÖAAB vorschlagen wird.<lb/>
Ich verwies einmal mehr auf die seit Jahrzehnten vorliegenden<lb/>
Diskussion mit dem damaligen Kummer-Institut-Mitarbeiter Dr. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs><lb/>
über dieses Problem. Noch immer sagte ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, warte ich<lb/>
darauf, als Obmann der Lebens- und Genussmittelarbeiter, bis die<lb/>
Brauereien damals z.B. zitierte ich <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner Markhof</rs> persönlich<lb/>
mich einladen wird, um über die Aufteilung der Betriebe mit den<lb/>
Brauereiarbeitern gemeinsam und den Besitzern zu verhandeln.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, ihm schwebe vor, eine breite Streuung des Aktien<lb break="no"/>besitzes von allen Unternehmungen wie z.B. in Amerika und anderen<lb/>
europäischen Staaten. In diesem Fall würde es sich ja nur um eine Ver<lb break="no"/>breiterung der Kapitalbasis für die Unternehmer handeln durch<lb/>
Erwerb von Aktien, die neu ausgegeben werden müssten womöglich<lb/>
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subventioniert. Die einzige Möglichkeit, die nämlich die<lb/>
Volkspartei hat, um die Gegensätze zwischen ÖAAB und Wirtschafts<lb break="no"/>bund zu überbrücken ist auf Kosten Dritter insbesondere des<lb/>
Staates, d.h. immer öffentlichen Funktionen irgendwelche<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte die Unterlagen vom ÖAAB beschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_08"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> griff hart an, weil ich im Unlauteren Wettbewerbsgesetz<lb/>
jetzt eine Bestimmung über die wahrheitswidrige Werbung aufnehmen<lb/>
möchte. Er meint, dies sei alles genügend geregelt und die Handels<lb break="no"/>kammer würde niemals dazu ihre Zustimmung geben.Er war sehr er<lb break="no"/>staunt von mir zu erfahren, dass ja bereits im Werbeausschuss<lb/>
und auch im Konsumentenbeirat die Handelskammervertreter dieser<lb/>
Idee viel positiver gegenüberstehen als er dies geglaubt hat.<lb/>
Als Gegenattacke habe ich ihm dann auseinandergesetzt, dass<lb/>
ich entweder mit der Handelskammer gemeinsam eine vernünftige<lb/>
Lösung erarbeiten werde, oder auch so vorlegen kann, wie dies<lb/>
das Justizministerium jetzt beim Konsumentenschutzgesetz es macht.<lb/>
Wie schlecht er dabei wegkommt, erinnerte ich ihn, dass der ÖAAB<lb/>
Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__118860">Fuchs</rs> als Sprecherin der Konsumenten hier noch viel<lb/>
schärfere Bestimmungen verlangt als selbst das Justizministerium<lb/>
vorgesehen hat, welche schon von der Handelskammer ganz entschieden<lb/>
abgelehnt werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, es gäbe in der Volkspartei<lb/>
den ÖAAB-sozialpolitischen und rechtspolitischen Sprecher,<lb/>
OLGR <rs type="person" ref="#per__145333">Meinhart</rs>, der jetzt in der Postsparkasse arbeitet, der<lb/>
alle diese Vorschläge, die sich letzten Endes auch gegen die<lb/>
Handelskammer richten, vorbereitet.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__145333">Meinharts</rs> etwas zu erfahren.<lb/>
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verkehr aber auch gegen die neue Werbekampagne der ÖFVW<lb/>
mit Angaben "Besucht Wien und Budapest" gemeinsame Aktionen<lb/>
mit den Oststaaten. Der tiefere Grund ist weniger Ostanfälligkeit<lb/>
als vielmehr, dass dabei der Westen Österreichs überhaupt nicht<lb/>
profitiert. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sofort, dass die ÖFVW diesbezüg<lb break="no"/>liche Vorschläge resp. Beschlüsse gefasst hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Kläre bitte wer da aller daran beteiligt war<lb/>
und ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_12">Der Erzeugerpreis für Roggen sollte nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97769">Mussils</rs>,<lb/>
hier sprach allerdings aus ihm der Waldviertler Abgeordnete,<lb/>
nicht um 5 Groschen sondern um 10 Groschen erhöht werden müssen.<lb/>
Vor allem aber wollte er unbedingt, dass die Getreideaufkaufsspanne<lb/>
nicht nur für Weizen um 1 Groschen sondern auch für Roggen um<lb/>
einen halben Groschen hätte erhöht werden sollen. Er gibt<lb/>
sich allerdings keiner Illusion hin, dass eine solche Regelung<lb/>
für heuer auf gar keinen Fall mehr in Frage kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_13">Das wirkliche Problem, das <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> aber mit mir dann besprach war<lb/>
die weitere Dollarabwertung. Er möchte, dass die Nationalbank<lb/>
und diesbezüglich hat er mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> gesprochen, die<lb/>
Untergrenze der Schlange und nicht wie es jetzt bei der DM<lb/>
und teils auch beim Ö.S. der Fall ist die obere Grenze immer<lb/>
wieder erreicht wird. Er ist sich allerdings vollkommen,<lb/>
dass die von Amerika jetzt gegen Japan und Deutschland gerichtete<lb/>
Währungsmanipulation durch Abgleiten des Dollars nicht durch<lb/>
Österreich gebremst werden kann. Ich bin fest davon überzeugt,<lb/>
dass jetzt in der Urlaubszeit und deshalb hat glaube ich auch Amerika<lb/>
diesen Zeitpunkt gewählt, Europa kaum entsprechende grosse Massnahmen<lb/>
gegen diese Politik durchführen wird. <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs>, resp. der Finanzmini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__149025">Blumenthal</rs> haben sich gegen Japan und Deutschland bezüglich<lb/>
einer entsprechenden Aufwertungspolitik dieser Länder nicht durch<lb break="no"/>setzen können, weshalb sie eben jetzt ganz einfach den Dollar<lb/>
weiter hinunterrasseln lassen.<lb/>
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die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnt hat, wie sie jetzt die Regierung in Angriff<lb/>
nehmen wird. Eigentlich weiss ich nur drei: den Austro-Porsche,<lb/>
das Sulfatzellstoffprojekt und die Ölmühle. Natürlich habe ich<lb/>
dann zugedichtet Voitsberg III, die Braunkohlenvorkommnisse an<lb/>
der burgl.-ungarischen Grenze und letzten Endes auch Agroplan.<lb/>
Diese Planungsgesellschaft, die <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> jetzt mit den vereinigten<lb/>
verstaatlichten Betrieben und Banken besprochen hat, hat es <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
ganz besonders angetan. Ich weiss nicht, was er hier alles<lb/>
fürchtet. Überhaupt steht er auf dem Standpunkt, die Regierung<lb/>
macht jetzt zuviel für die Grossprojekte und vernachlässigt dadurch<lb/>
die Klein- und Mittelbetriebe. Jetzt ist diese Argumentation<lb/>
leicht durch die Leistungen, die wir durch die Bürges erbringen<lb/>
zu widerlegen. <rs type="person" ref="#per__111737">Gerhard Marsch</rs> hat ausgerechnet, dass 1969 1,2 Mia.<lb/>
Kreditvolumen, 1976 dagegen 4,7 Mia. Investitionen mobilisiert wurden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_15">Eine beachtliche Steigerung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_16">Die von der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Landesverteidigung<lb/>
Energieversorgung gewünschten neueren Daten Input-Output-Rechnung<lb/>
der Bundeskammer, jetzt liegen nur dort die Ergebnisse von 1964<lb/>
wären durch meine Intervention von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sofort zur Aufstellung<lb/>
eines Versorgungsmodells zur Verfügung gestellt. Ich war<lb/>
eigentlich sehr erstaunt, wie schnell <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hier zustimmte,<lb/>
allerdings nachdem er erst mit dem zur Sitzung gerufenen Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs><lb/>
Rücksprache gehalten hat. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, da dieses Modell erst<lb/>
bei einem Notstand zur Durchführung gelangt, hätte er gegen die<lb/>
Datenweitergabe nichts einzuwenden. Bei dieser Gelegenheit habe<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gleich auseinandergesetzt, dass es zweckmässig sein<lb/>
wird, bei den jetzt kommenden Verhandlungen über das Rohstoff<lb break="no"/>lenkungsgesetz daraus gleich ein Versorgungssicherungsgesetz<lb/>
zu machen und anstelle der taxativen listenmässigen Aufzählung<lb/>
einzelner Rohstoffe gleich eine Generalbevollmächtigungsklausel<lb/>
für alle Produkte vorzusehen. Ich sicherte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zu, dass ich<lb/>
mit jeder nur denkbaren Absicherung dieses Gesetz dann wirklich<lb/>
nur im Notstand anzuwenden einverstanden wäre. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird sich<lb/>
die ganze Frage noch einmal überlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_18">Für aeromagnetische Messungen müsste die Handelskammer so wie die<lb/>
Länder und auch der Bund 4 Mill. zur Verfügung stellen. Bis auf<lb/>
1,360.000 S gelang es, die Beträge von den interessierten<lb/>
Firmen aber auch teils von Fachverbänden zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ist<lb/>
nun bereit, wenn die Fachverbände ebenfalls noch 2/3 dazu leisten,<lb/>
diesen sind nämlich finanziell gut dotiert, das letzte Drittel<lb/>
eventuell selbst zu bezahlen. Da er bis zu den entsprechenden Ab<lb break="no"/>schluss in der nächsten Woche keine Präsidialsitzung mehr zusammenbringt<lb/>
konnte er nur eine Verwendungszusage geben. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> und er werden sich<lb/>
bemühen, eine entsprechende Lösung mit den Fachverbänden zu erreichen,<lb/>
damit dann eine entsprechende Beschlussfassung in den Gremien erfolgen<lb/>
kann. Zuerst meinte er, die notwendigen Mitteln, um im Westen die<lb/>
entsprechenden Flugaufnahmen zu machen, in dem Fall gemeinsam mit<lb/>
einer deutschen Firma, seien ja vorhanden und über den Osten<lb/>
könnte man ja dann später entscheiden. Eine solche Vorgangsweise<lb/>
habe ich ganz entschieden abgelehnt. Bis zu einem gewissen Grad hat er<lb/>
aber insoferne recht, als er meint, dass dies eine Angelegenheit der<lb/>
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Mittel dafür aufzubringen. Mein Gegenargument, die Nutzniesser von<lb/>
dieser aeromagnetischen Aufnahme sind aber letzten Endes doch<lb/>
auch die Betriebe, welche sich wesentlich Prospektionskosten<lb/>
dadurch ersparen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Ich habe Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> davon verständigt,<lb/>
halte bitte mit <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> Kontakt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_20">Die Fa. Habsburg hat entgegen dem Beschluss der Paritätischen<lb/>
Kommission für Grosskunden wesentlich höhere Sätze verrechnet<lb/>
als dort beschlossen resp. vorgeschlagen wurden. Für die Kleinkunden,<lb/>
erklärte mir Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__123532">Kral</rs> aber auch die beiden deutschen Angestellten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149028">Wohlleben</rs> und <rs type="person" ref="#per__149029">Küttelwesch</rs> vom Stammhaus Mewa, halten sie den<lb/>
Beschluss der Paritätischen Kommission ein. Die Filialen-Umsätze sind<lb/>
jetzt 70 Mill. vom einem Gesamtumsatz von 300 Mill. IN diesen<lb/>
Filialabsätzen sind aber 6 – 7 Mill. Handelsware und der<lb/>
Anteil wird immer grösser. Dies ist der Grund, warum sie nicht<lb/>
schon längst die Filialbetriebe gesperrt haben. In Deutschland<lb/>
besteht ihr Umsatz ausschliesslich aus Grossabnehmern wie Spitäler,<lb/>
Industriebetriebe usw. Die Mitteilung der PK, Reg.Rat <rs type="person" ref="#per__114161">Salomon</rs><lb/>
hat mir dies gesagt und ich habe es daher sofort der Fa. Habsburg<lb/>
vorgeworfen, war, dass sie bis zu 11,5 % ohne Genehmigung der<lb/>
Paritätischen Kommission verlangen. <rs type="person" ref="#per__114161">Salomon</rs> aber auch ich waren sehr<lb/>
erstaunt, einen Brief von Habsburg vorgelegt zu bekommen, worin<lb/>
der Fachverband Dr. <rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs> mitteilt, dass die Grosskunden lt.<lb/>
Beschluss der Paritätischen Kommission ausgenommen sind. Die<lb/>
Firma hat deshalb vollkommen richtig gehandelt und ich werde<lb/>
kam den § 4 des Preisgesetzes anwenden können. Nebenbei bemerkt<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__123532">Kral</rs> mir gesagt, sie fürchten sich überhaupt nicht vor einer<lb/>
Preisregelung, ganz im Gegenteil, sie erwarten eine solche mit<lb/>
grossem Interesse weil dadurch nur eine noch höhere Perzenterhöhung<lb/>
herauskommen müsse. Natürlich verwies ich darauf, dass ich nicht<lb/>
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Gesichtspunkten den Preis festsetzen werde, resp. würde. Dabei<lb/>
allerdings meinten die deutschen Vertreter, müsste ich doch<lb/>
auch die Beschäftigungssituation der Firma berücksichtigen. Sie<lb/>
sind nach wie vor im Defizit, obwohl über 40 Mill. S jetzt<lb/>
investiert wurden. Wir einigten uns dann darauf, dass nicht<lb/>
zuletzt wegen des Schreibens von <rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs>, die Durchschnitts<lb break="no"/>erhöhung für Grosskunden 9,9 % sind und die Maximalerhöhung statt<lb/>
11,5 10,5 % sein wird. Das wirkliche Problem ist bei Dienst<lb break="no"/><pb n="37-0903" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-07-21_0903.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>leistungsunternehmungen und ganz besonders bei Wäschereien<lb/>
bei einer Lohntangente von 63 % die nächste Preiserhöhung genauso<lb/>
unzulänglich sein wird und die Unternehmer sich dann kaum an<lb/>
die Beschlüsse der Paritätischen Kommission halten können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte unterstütze <rs type="person" ref="#per__114161">Salomon</rs>, der jetzt bei den<lb/>
Interessenvertretungen diesen Kompromiss wird versuchen durchzubringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-21_22">Da die Vorarbeiten über das Berufsausbildungsgesetz, abgeschlossen<lb/>
sind, habe ich – wie versprochen – den Bundesjugendring zu einer<lb/>
Aussprache eingeladen. Dort konnte ich ihnen, was diese gar<lb/>
nicht geglaubt haben, das erste Exemplar der Novelle, bevor sie<lb/>
noch in die Begutachtung geht, überreichen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> informierte<lb/>
sie über die wichtigsten Änderungen der Berufsausbildung und über<lb/>
Details der Novelle. Ich selbst setzte ihnen die politische<lb/>
Situation auseinander. Insbesondere verwies ich darauf, dass es<lb/>
notwendig ist, einen Konsens mit der Handelskammer zu erreichen,<lb/>
damit es uns nicht so geht wie in der BRD, der Regierung, die ent<lb break="no"/>gegen dem deutschen Handwerk eine bessere Berufsausbildung glaubt<lb/>
gesetzlich regeln zu können und dann in der Praxis den ungeheuren<lb/>
Schiffsbruch erlitten hat. Alle, selbst der Vertreter der ÖVP-<lb/>
Jugend <rs type="person" ref="#per__149030">Thaller</rs>, waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Dieser erkundigte<lb/>
sich nur, was mit der Ausbildung der Ausbildner und insbesondere<lb/>
der Berufsforschung und Berufsbildung in Hinkunft geschehen wird.<lb/>
Natürlich hat es jetzt der ÖVP-Vertreter leicht, aktiv zu sein,<lb/>
weil die BHK ja mehr oder minder durch die Aktivitäten der<lb/>
linken Jugendorganisationen, hier meine ich vor allem auch der<lb/>
katholischen Arbeiterjugend und ganz besonders aber der Gewerkschafts<lb break="no"/>jugend, zu der wie ich glaube auch vernünftigen Novelle gezwungen<lb/>
wurde. Gespannt bin ich ja nur, was die Länder letzten Endes zu<lb/>
dieser Novelle auch im Begutachtungsverfahren vorschlagen resp.<lb/>
kritisieren werden.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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