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            <title type="main">Mittwoch, der 20. Juli 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_01">Mittwoch, 20. Juli 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_02">Die Vergebührung der Briefe, Anfragen usw. an den Minister<lb/>
ist wesentlich komplizierter als am Anfang angenommen wurde.<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> hat mit dem Finanzministerium neuerdings eine Rück<lb break="no"/>sprache gehabt und schlägt als beste Lösung vor, die Antwort<lb break="no"/>schreiben und auch die Anfragen nicht mehr über das Minister<lb break="no"/>büro abzuwickeln sondern auch dort abzulegen. Derzeit ist es<lb/>
so, dass das Originalanfrageschreiben in der Abteilung im Akt<lb/>
bleibt. Bei einer eventuellen Kontrolle durch den Rechnungs<lb break="no"/>hof oder durch das Finanzamt könnte dadurch eine Vergebührung<lb/>
dort verlangt werden. Die Abteilung müsste also, resp. die Kanzlei<lb/>
beim Antwortschreiben die Vergebührung verlangen. Wenn das Original<lb break="no"/>anfrageschreiben an das Ministerbüro zurückgesendet wird, dann<lb/>
ist es für die Abteilung leichter, nur eine Fotokopie im Akt<lb/>
zu behalten. Wie ich <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> sagte, ist die Abteilung aus dem<lb/>
Schneider, die Verantwortung liegt ausschliesslich beim<lb/>
Minister. Ich bin gerne bereit, diese zu übernehmen, wenn das<lb/>
Finanzministerium <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> gegenüber erklärte, es wird kaum das<lb/>
Ministerbüro kontrolliert werden. Sollt dies aber der Fall sein<lb/>
dann müsste der Minister eben nur erklären, bei all diesen<lb/>
Schreiben handelt es sich nicht um hoheitsrechtliche Angelegenheiten<lb/>
sondern um Anfragen, die an ihn als Politiker bzw. politischer<lb/>
Mandatar gerichtet sind. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> wird diesen Vorschlag mit allen<lb/>
Sektionsleitern besprechen.<lb/>
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Minister machen.<lb/>
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und von mir jetzt hörte, dass Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> bereit ist, in<lb/>
das Komitee für Eisen und Stahl in Paris OECD als Österreich-<lb/>
Delegierter zu gehen. Zur ersten Sitzung, die sicherlich nicht<lb/>
sehr interessant ist, hat <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> die Mission in Paris ersucht,<lb/>
einen Beobachter zu schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_05"><rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und ich kommen überein, dass für das Ölmühlenprojekt es<lb/>
zweckmässig ist, Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> einen Brief zu schreiben<lb/>
über die Aktivitäten des Handelsministeriums und gleichzeitig<lb/>
auch die jetzt vorliegenden Unterlagen insbesondere den Bericht<lb/>
des Fachverbandes für Nahrungs- und Genussmittelindustrie<lb/>
<pb n="37-0892" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-07-20_0892.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>in der Bundeskammer zu übersenden. Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> von Gmünd<lb/>
glaubt sowieso dass das Handelsministerium sein Projekt nicht<lb/>
entsprechend unterstützt. Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> soll ruhig hier jetzt<lb/>
die Initiative aufnehmen, weil gerade er dringendst eine diesbe<lb break="no"/>zügliche Image-Verbesserung braucht. Mit Recht hat er mir ge<lb break="no"/>sagt, früher war es üblich, dass <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> sofort mit seinen Ideen,<lb/>
ob es sich um Preiserhöhungen für die Agrarier gehandelt hat<lb/>
oder irgendwelche sonstige Verbesserungen ohne es mit jemandem<lb/>
abzusprechen in die Öffentlichkeit gegangen ist. Er dagegen hält mit<lb/>
mir besten Kontakt und ich glaube daher dass es nicht nur recht und<lb/>
billig ist sondern für mich selbstverständlich als Gewerkschaftskolle<lb break="no"/>ge, ihm in jeder Beziehung den Vortritt zu lassen, damit die<lb/>
Bauern erkennen, wie er sich um ihre Interessen wirklich bemüht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte überall auf die neue Situation<lb/>
hinweisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_07">Das Sulfatzellstoffprojekt soll, wie mir <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> mitteilt, im<lb/>
Handelsministerium nicht mehr viel weiter getrieben werden. Die<lb/>
Voruntersuchungen sind weitestgehend abgeschlossen, die einzige<lb/>
offene Frage ist nach wie vor die Finanzierung. Hier aber kann<lb/>
nur der Bundeskanzler selbst entscheiden und der Finanzminister<lb/>
dann die notwendigen Mittel bereitstellen. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und ich kommen<lb/>
überein, dass es – selbst wenn das Sulfatzellstoffprojekt nicht<lb/>
eine so günstige Rentabilität abwerfen wird wie dies die VÖEST-<lb/>
Alpine glaubt, dieses Projekt noch immer wesentlich gescheiter<lb/>
und zweckmässiger ist als der Austro-Porsche. Wenn die Kapital<lb break="no"/>mittel in diesem Projekt gebunden werden, wird man sich viel<lb break="no"/>leicht noch einige Zeit überlegen, ob wir diesen Austro-Porsche<lb/>
überhaupt in Angriff nehmen sollen. Dauert dies noch 1 oder 2<lb/>
Jahre, dann ist das Projekt sowieso – Gott sei Dank – tot resp.<lb/>
auf lange Zeit verschoben.<lb/>
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Rohstofflenkungsgesetz aufzunehmen und daraus ein Versorgungssicherungs<lb break="no"/>gesetz zu machen. Voraussetzung dafür ist, dass wir von der listen<lb break="no"/>mässigen Erfassung von einzelnen Rohstoffen, die gelenkt werden<lb/>
können, wegkommen und eine Generalklausel für den Notfall bekommen.<lb/>
In diesem Fall müsste eventuell der Hauptausschuss und ich weiss<lb/>
nicht was sonst noch alles eingeschaltet werden, damit die Handels<lb break="no"/>kammer von ihrer Befürchtung, dass damit ein diktatorisches Gesetz<lb/>
<pb n="37-0893" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-07-20_0893.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>für den Handelsminister geschaffen wird, abgeht. Derzeit<lb/>
fürchte ich, wird sie nach wie vor die grössten Schwierigkeiten<lb/>
machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_09">Der Obmann des Freien Wirtschaftsverbandes v. Salzburg <rs type="person" ref="#per__113000">Pasterer</rs><lb/>
und der Hotelier <rs type="person" ref="#per__149021">Seidl</rs> von Saalbach urgieren neuerdings ihr<lb/>
ERP-Fremdenverkehrsprojekt. <rs type="person" ref="#per__149021">Seidl</rs> hat vor längerer Zeit<lb/>
bereits eingereicht und immer, wenn es zur Entscheidung kommen<lb/>
sollte, war die Vorlage der Bilanz schon wieder so veraltet,<lb/>
dass eine neue Bilanz angefordert werden musste. Ähnlich ist<lb/>
die Vorgangsweise bei den Mittersiller Hotelier <rs type="person" ref="#per__144925">Kogler</rs> gewesen.<lb/>
Dieser hat ein grosses Schwimmbad eingebaut, die Gemeinde<lb/>
gibt ihm, weil er der Bevölkerung billige Eintrittspreise gibt<lb/>
einen Zuschuss und nun erwartet man, dass auch das Handelsmini<lb break="no"/>sterium etwas dazu beiträgt. Bei der letzten Besprechung hat<lb/>
mach sich sehr darüber beschwert, dass man jahrelang vom Handels<lb break="no"/>ministerium nichts hörte. Insbesondere nachdem ich vor etlicher<lb/>
Zeit dort war und erklärt habe, man wird sich den Fall anschauen.<lb/>
Es stellte sich dann heraus, dass die Landesregierung eine ent<lb break="no"/>sprechende Untersuchung durchführen musste und wir bis jetzt<lb/>
von dort noch keine Unterlagen bekommen haben. In der Gemeinde<lb/>
aber erzählt man, der Handelsminister macht nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass Dir bei jeder Intervention<lb/>
nach einiger Zeit einen Bericht geben, wie die Sache läuft.<lb/>
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ersucht mich, für den Leiter des persischen Informations<lb break="no"/>zentrums einen Orden einzureichen. Ich sage ihr dies selbst<lb break="no"/>verständlich zu und sie wird mir die notwendigen Unterlagen<lb/>
schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_13">Bei der Unterzeichnung des Kohlenliefer-Vertrages zwischen der<lb/>
GKB und der ÖDK für Voitsberg III im Köflacher Revier bedanken<lb/>
sich alle Vertreter bei mir, dass ich die Initiative damals<lb/>
ergriffen haben und dadurch erstens den Kohlenbergbau dort auf<lb/>
längere Zeit gesichert habe und zweitens ein E-Werk 330 MW dadurch<lb/>
neu dazu gebaut wird. Wichtiger erscheint mit und vielleicht<lb/>
sind alle davon ein wenig überrascht, als mir für die erledigte<lb/>
Angelegenheit zu danken, die neue Idee im Burgenland an der<lb/>
<pb n="37-0894" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-07-20_0894.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ungarischen Grenze das viel grössere Kraftwerk in Angriff zu nehmen.<lb/>
Die GKB hat Insp. <rs type="person" ref="#per__149022">Dauner</rs> damit beauftragt, jetzt sofort alle<lb/>
Unterlagen zusammenzustellen und mit der OB die Prospektion dort<lb/>
zu besprechen. Die GKB nämlich muss Austromineral beauftragen<lb/>
und nicht die VÖEST-Alpine, weil wir nur einem Kohlenbergwerk ent<lb break="no"/>sprechende Bergbauförderung geben können. Beim Empfang für<lb/>
Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__139517">Diwald</rs> im Hotel Imperial habe ich Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> getroffen<lb/>
und dieses Problem mit ihm auch neuerdings besprochen. Er wird<lb/>
sich sehr bemühen, so schnell wie möglich die Untersuchungen in<lb/>
Südburgenland zu beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Sichtbare Aktivitäten wären vor der Burgenland-<lb/>
Wahl dringendst erforderlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_15">Mit VÖEST und ÖDK komme ich überein, dass die jug. Kohlenlieferung für<lb/>
Zeltweg in einem Direktvertrag zwischen ÖDK und Jugoslawen abgewickelt<lb/>
wird. Die Behauptung, dass hier in Kärnten ein örtlicher Händler<lb/>
eingeschaltet ist, ist falsch.Die ÖDK lehnt deshalb und ich unter<lb break="no"/>stütze sie in dieser Beziehung, mit aller Entschiedenheit die Ein<lb break="no"/>schaltung der VÖEST-Kohlegesellschaft Importkohle GesmbH ab. Die<lb/>
ÖDK hat seit eh und je für ihre Kraftwerke im Lavanttal die Kohle<lb/>
direkt bezogen, nachdem das Kohlenbergwerk St. Stefan wegen Brand<lb/>
ausgefallen ist. Genau dieselbe Lösung und System wird auch für<lb/>
Zeltweg jetzt angewendet. Da die VÖEST aber gleichzeitig entsprechende<lb/>
Exporte wie <choice><choice><sic>Mainer</sic><corr>?</corr></choice></choice> Strebausbau usw. für die Kohlengruben <choice><choice><sic>Senitzer</sic><corr>Zenica?</corr></choice></choice><lb/>
und andere liefern möchte, wird die ÖDK verlangen, dass ihre<lb/>
Kohlenbezahlung mit den geforderten 30 % Devisenleistung der<lb/>
jug. Importeure gedeckt ist. Alle kamen überein, dass zeitgemäss<lb/>
bereits im September die Verhandlungen zwischen VÖEST- und ÖDK<lb/>
sowie dann mit den Jugoslawen beginnen sollen, damit auf der einen<lb/>
Seite die notwendigen Kohlenmengen preisgünstig von den Jugoslawen<lb/>
bezogen werden können, auf der anderen Seite aber gleichzeitig auch<lb/>
die VÖEST mit den jug. Importeuren über Lieferungen von Anlagen<lb/>
und Maschinen abschliessen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-20_16">Die Fortsetzung des Bauerngipfels mit dem Landwirtschaftsminister<lb/>
zeigt mir neuerdings, wie froh ich sein kann, dass <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs><lb/>
verhindert haben, dass ich diese Funktion 1970 übernehmen musste.<lb/>
Was immer der Landwirtschaftsminister mit den Bauern verhandelt,<lb/>
kostet irrsinnig viel Geld und er muss dann versuchen, beim Finanz<lb break="no"/>minister die entsprechenden Budgetmittel zu bekommen. Beim seiner<lb break="no"/>zeitigen Agrargipfel <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurden ja nur die Grundsatzfragen gelöst<lb/>
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Teufel im Detail und es begann jetzt daher ein richtiges Feilschen.<lb/>
Bei der Roggenpreiserhöhung gab es kein besonderes Problem, der GAF<lb/>
übernimmt die Überbrückung bis zur neuen Ernte Juli 1978. Schwieriger<lb/>
wurde es schon beim Qualitätsweizen. Durch die heuer zu erwartende<lb/>
geringere Ernte wollte der Landwirtschaftsminister die heuer geltenden<lb/>
36,3 q pro ha abzunehmende Menge auf 33 mq reduzieren. Im vergangenen<lb/>
Jahr wurde nämlich im Zuge des Getreidegipfels die 33 mq um 10 % er<lb break="no"/>höht, um den Bauern einen zusätzlichen Ausgleich zu geben. Heute<lb/>
wird es so gehandhabt, dass in den Lagerhäusern durch die 36,3 mq<lb/>
Qualitätsweizen übernommen wird, der von anderen Produzenten stammt,<lb/>
als den kontrahierten. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> wehrte sich daher ganz entschieden<lb/>
dagegen, dass jetzt wieder auf 33 reduziert wird und nach längerer<lb/>
Debatte einigt man sich auf 35 mq. Für das nächste Jahr wird dann<lb/>
vorgeschlagen, den Vertrag jetzt gleich mit 34 mq festzulegen und<lb/>
dafür die Fläche von 85 auf 95.000 ha zu erhöhen. Damit sind die<lb/>
Bauern wieder unzufrieden, weil sie sich einen gewissen Bewegungs<lb break="no"/>spielraum vorbehalten wollen. Ihnen schwebt vor, gegebenenfalls<lb/>
bis auf 100.000 ha den Qualitätsweizen Kontraktanbau zu erhöhen.<lb/>
Ich schlage dann als Ausweg vor, man soll die 323 t, die bei<lb/>
34 mq und 95.000 ha herauskommen, als oberste Grenze festlegen.<lb/>
Innerhalb dieser Grenze können die Bauern dann entweder den ha-Ertrag<lb/>
entsprechend reduzieren und dadurch die Fläche erhöhen, oder eben<lb/>
bei den 95.000 ha bleiben. Mit diesem Vorschlag sind alle einver<lb break="no"/>standen. Der Landwirtschaftsminister kommt nur in die schwierige<lb/>
Situation, dass er bei Qualitätsweizenablieferung eine höhere<lb/>
Stützung bezahlen muss. Während bei Normalweizen die 5 Groschen zu<lb/>
bezahlen sind, sind es bei Qualitätsweizen 19 Groschen mehr. Gleich<lb break="no"/>zeitig wird festgehalten, dass selbst bei Erhöhung der Vermahlungsmenge<lb/>
von 6 Monatsvermahlungen, die jetzt die Mühlen an Qualitätsweizen<lb/>
übernehmen müssen auf 8 Monatsvermahlungen noch immer nicht die abzuliefern<lb break="no"/>de Menge gebraucht wird. Daraus entwickelt sich natürlich eine lange<lb/>
Diskussion, wie man diese Überschüsse wegbringt. Ein Export kommt nur<lb/>
dann in Frage, wenn entsprechende Subventionen, sei es vom Staat oder<lb/>
durch einen zweiten gesenkten Preis von den Bauern selbst vorgenommen<lb/>
wird. Ähnlich schwierige Verhältnisse ergeben sich dann bei den<lb/>
Futtermittelpreisen. Hier ist der Landwirtschaftsminister bereit,<lb/>
für Gerste und Hafer gegebenenfalls 14 Groschen zu akzeptieren,<lb/>
nicht aber ist er bereit, bei Mais eine Preiserhöhung zu genehmigen.<lb/>
Er erwartet eine gigantische Ernte. Man einigt sich dann darauf,<lb/>
dass zur Preisregulierung ein Sperrlager angelegt wird. Wenn die Ernte<lb/>
sehr gut ist, wird dies ein Mini-Sperrlager von 2.000 t, wenn sie<lb/>
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zusätzliche Mittel für die Lagerung zur Verfügung stellen.<lb/>
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intensiv verfolgen wird, wenn endlich die Firmen entsprechende<lb/>
konkrete Anträge und Vorschläge macht. Er wird jetzt eine Beamten<lb break="no"/>delegation nach Schweden schicken, damit sich diese ansieht, wie<lb/>
das dortige Schutzsystem für die Ölmühlen aufgebaut ist. Ein<lb/>
ähnliches wollen ja wir in Österreich errichten. Eine lange<lb/>
Diskussion ergibt die Frage der Viehexporte. Dort einigen sie sich<lb/>
deshalb so schwer, weil die Bauern unbedingt wollen, dass der<lb/>
Landwirtschaftsminister in die EG höhere Subventionen bezahlt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat mit Brüssel vereinbart, dass er entsprechende Kürzungen<lb/>
der Subventionen vornimmt, was er angeblich auch um 4.- S getan hat.<lb/>
Gleichzeitig wurde dadurch die Abschöpfung von 11.38 S auf<lb/>
4.96 reduziert also um 6.42 S. Jetzt zahlt <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> angeblich als<lb/>
nicht Subvention sondern als Transportbelastung für die Lieferung bis<lb/>
zur Grenze 4.50 S für das Lebendrind, die Bauern müssten nun von Seite<lb/>
des Landes mindestens 1.50 draufzahlen, damit überhaupt ein<lb/>
Italien-Export zustande kommen kann. Die Länder sollen dazu ver<lb break="no"/>pflichtet werden. Bei dem Export nach Libyen hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> erfolg<lb break="no"/>reich vorgeschlagen, dass wenn der Bund jetzt in Hinkunft 9.- S<lb/>
Stützung dafür übernimmt auch die Länder 1.- S bezahlen. Ein Land,<lb/>
welches nicht bezahlt, bekommt keine Ausfuhrlizenz. Noch längere<lb/>
und schwierigere Situation ergibt sich auf dem Mühlensektor. Dort<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berechnet, dass ihm 185 Mill. S mit Jahresende fehlen.<lb/>
Er möchte deshalb den Milchkrisengroschen um 16 Groschen erhöhen.<lb/>
Die Bauern wehren sich dagegen und meinen, es müsste so wie im<lb/>
Vergangenen Jahr, wo man hundertachtundfünfzig Millionen S weiter<lb/>
überwälzt hat, auch jetzt ins nächste Jahr ein ähnlicher Betrag<lb/>
man rechnet ungefähr 100 Mill. weitergewälzt werden. Da die An<lb break="no"/>lieferung jetzt in den letzten Wochen zurückgegangen ist, nimmt<lb/>
man nicht an, dass um 5 % eine Mehranlieferung zu erwarten ist,<lb/>
sondern nur um 4 %. 1 % weniger Anlieferung bedeutet, dass sich<lb/>
der Krisenfonds 50 Mill. S erspart. Die Absicht ist nun, 100 Mill.<lb/>
zu überwälzen, 50 Mill. spart man sich, sodass nur mehr 36 Mill.<lb/>
durch Erhöhung des Krisengroschens gedeckt werden sollten. Dies<lb/>
sollte man erst im Herbst dann beschliessen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Schärf, Adolf</persName>
               <persName><surname>Schärf</surname><forename>Adolf</forename></persName>
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               <persName type="label">Minkowitsch, Roland</persName>
               <persName><surname>Minkowitsch</surname><forename>Roland</forename></persName>
               <occupation>Präs. Bauernbund</occupation>
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               <persName type="label">Wohlmeyer, Heinrich</persName>
               <persName><surname>Wohlmeyer</surname><forename>Heinrich</forename></persName>
               <occupation>Agrarindustrie Gmünd</occupation>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <occupation>GD RAG</occupation>
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               <occupation>Medizinerin und Philanthropin [spricht mit Staribacher über die mögliche
                  Betreuung von Behinderten in aufgelassenen Gehöften]</occupation>
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               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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