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            <title type="main">Montag, der 18. Juli 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_01">Montag, 18. Juli 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_02">Beim Journalistenfrühstück berichtete Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> über die<lb/>
Altstoff-Fibel, auch ich war über das positive Ergebnis über<lb break="no"/>rascht. 2.000 Antwortschreiben allerdings in der Hoffnung, dass<lb/>
sie etwas gewinnen, bis auf 8 alle positiv. Das erste Schreiben,<lb/>
welches ich auf meine Wohnadresse war eine boshafte Kritik,<lb/>
unfrankiert, damit ich Strafe zahlen musste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wo ist mein Antwortbrief auf dieses<lb/>
Schreiben?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_04">Welches Echo diese Information im Pressefrühstück in den Zeitungen<lb/>
haben wird, bin ich auch sehr gespannt. Bei dieser Gelegenheit<lb/>
konnte ich dann auch auf eine Anfrage wegen der Autowracks vor<lb break="no"/>bauend schon auf die Auseinandersetzung wegen des Altölbesei<lb break="no"/>tigungsgesetzes einige Bemerkungen machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Wo bleibt das Telefongespräch mit Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115645">Machtl</rs> wegen Expertenentsendung <rs type="person" ref="#per__114722">Hübl</rs>?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_06">Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> berichtete sehr genau über die Verhandlungen mit<lb/>
dem polnischen Maschinenminister <rs type="person" ref="#per__117196">Kopec</rs>. Er schilderte im Detail,<lb/>
wie die Polen noch immer polnischen Schwierigkeiten im Verzug<lb/>
mit dem Ausbau von Polmot-Steyr-Daimler-Puch Vertrag gekommen<lb/>
sind. Dies hätte ich niemals so detailliert erzählt, da nun der<lb/>
Eindruck entstanden ist, dass die Polen ausserstande sein werden,<lb/>
ihre Verpflichtungen auch bezüglich der Rückzahlungen zu<lb/>
erfüllen. Da wir ja jetzt neuerdings den Kredit aufstocken, musste<lb/>
ich fast ein wenig gegen meine Überzeugung darauf hinweisen, dass<lb/>
das Risiko bei Polen wesentlich geringer ist, weil wir von ihnen<lb/>
Energie beziehen können. Ausser den 400 MW noch weitere 1.000<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> ja anbietet, ausserdem das Projekt der Kohlen<lb break="no"/>pipeline und vor allem vielleicht in Zukunft auch wirklich noch<lb/>
Kohlevergasung. Energiebezüge werden wir nämlich in jeder Menge<lb/>
übernehmen können. Insbesondere wenn wir kein weiteres Kernkraft<lb break="no"/>werk zu bald in Angriff nehmen sollen und wahrscheinlich auch<lb/>
müssen. In der Diskussion fragte nur <rs type="person" ref="#per__140650">Baburek</rs>, wie es jetzt mit<lb/>
dem Getreidepreis weitergeht. Da immer mehr junge Redakteure<lb/>
und Redakteurinnen zum Journalistenfrühstück kommen, entwickelt<lb/>
sich eine immer geringere Diskussion, ja selbst nicht einmal<lb/>
mehr Anfragen. Entweder getrauen sie sich nicht zu fragen, oder<lb/>
sie wissen nicht, wie man ein Interview resp. ein Pressefrühstück<lb/>
nützt. Ein wirklicher Jammer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Besprich bitte mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, was wir hier ändern<lb/>
können, geschehen muss etwas.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_08">Auf der einen Seite könnte ich ja sehr befriedigt sein, dass<lb/>
scheinbar meine Tätigkeit auf so wenig Kritik in der Presse<lb/>
stösst, dass ich nicht hart attackiert werde. In der letzten<lb/>
Zeit sogar überhaupt nicht mehr angegriffen. Der typischeste<lb/>
Beweis für mich ist nicht, dass Meldungen kommen, die gibt es<lb/>
noch immer genug, sondern dass ich überhaupt nicht mehr in einer<lb/>
Karikatur erscheine. Schön langsam komme ich aus dem Schussfeld.<lb/>
Ich weiss nicht, soll ich sagen "leider" oder "Gott sei Dank".<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_09">Dir. <rs type="person" ref="#per__115640">Haussmann</rs> von den Wiener E-Werken möchte für die Einkaufsgenos<lb break="no"/>senschaft der österr. Elektrizitätswerke das Staatswappen bekommen.<lb/>
116 Mitglieder hat diese Genossenschaft und hat sich angeblich<lb/>
sehr bewährt bei der Besorgung von Betriebsmaterial insbesondere<lb/>
für die kleineren und mittleren EVUs. Mit ist es ganz egal,<lb/>
ob diese Genossenschaft ebenfalls das Staatswappen führen darf<lb/>
führend in der Branche ist sie, weil sie ja ein einmaliges Unter<lb break="no"/>nehmen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Beamten sollen unbeeinflusst ent<lb break="no"/>scheiden, ob es möglich ist oder nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_11">Dr. <rs type="person" ref="#per__112049">Rimsky</rs>, Chemie-Linz, bringt einen vertraulichen Vorschlag<lb/>
von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs>, der ein Konzept entwickeln möchte, welches<lb/>
es "Integriertes Risiko-Tragen" nennt. Die Internationalen<lb/>
Ölgesellschaften steigen jetzt immer stärker in die Chemie ein<lb/>
und sind ein integrierter Betrieb. Von den hart am Weltmarkt<lb/>
konkurrenzierten und daher sehr tiefen Chemiepreisen rechnen<lb/>
sie zurück bis eben dann ein entsprechend billiger Rohöleinstands<lb break="no"/>preis für die Produkte kommen muss. Da sie in sich eine einzige<lb/>
Gesellschaft bilden, so spielt diese innerbetriebliche Angrenzung<lb/>
keine Rolle. Anders bei dem Chemie-Werk Linz. Zwar hat mit der<lb/>
ÖMV Chemie-Linz einen gemeinsamen Betrieb, die Petro-Chemie Schwechat<lb/>
doch bekommt nach Meinung <rs type="person" ref="#per__112054">Buchners</rs> Chemie-Linz die Rohstoffe<lb/>
zu teuer. Seiner Meinung nach sollte nun die ÖIAG oder gar<lb/>
der Bundeskanzler als Eigentumsvertreter die ÖMV zu billigerer<lb/>
Rohstoffpreis-Lieferung veranlassen. Die ÖIAG wird dafür Ver<lb break="no"/>ständnis haben, denn <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs> möchte ja die ganze Zeit schon die<lb/>
ÖMV und Chemie-Linz als einen Betrieb zusammenführen. Ob es aller<lb break="no"/>dings gelingt, bezweifle ich, denn der gesamte ÖMV-Vorstand<lb/>
hat sich dagegen ganz entschieden ausgesprochen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat<lb/>
<pb n="37-0881" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-07-18_0881.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zum Unterschied von der Stahl-Lösung hier noch kein Macht<lb break="no"/>wort gesprochen. Scheinbar ist er von einer solchen Zusammen<lb break="no"/>führung nicht ganz überzeugt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_12">Chemie-Linz erwartet nun, dass die Ruhrstickstoff ca. 100.000 t<lb/>
Komplexdünger nach Österreich bringen wird. Eine wesentlich<lb/>
grössere Menge wird von Chemie-Linz über die Donau in den süd<lb break="no"/>bayerischen Raum verkauft. Interessant für mich war die Mit<lb break="no"/>teilung, dass die Ruhrstickstoff den Preis um 3 % unterschreitet.<lb/>
Auch Chemie-Linz unterbietet nicht mehr im südbayerischen Raum<lb/>
hat allerdings dorthin noch günstige Frachtverhältnisse,<lb/>
da der Dünger immer frei Lagerhaus geliefert werden muss. Ruhr<lb break="no"/>stickstoff muss also sehr grosse Frachtkosten in Kauf nehmen.<lb/>
Ich bin wirklich sehr gespannt, wie dieser Kampf des Giganten<lb/>
Ruhrstickstoff mit Chemie-Linz ausgehen wird. Ich kann mir<lb/>
nicht vorstellen, dass sich dieser den Einbruch in sein Markt<lb break="no"/>gebiet fast würde ich sagen diese Provokation gefallen lässt.<lb/>
Allerdings ist der Frachtvorteil gerade für den südbayerischen<lb/>
Raum für Chemie Linz äusserst gross. In Österreich hat er<lb/>
70 km im Umkreis von Wien, wo er ein Zentrallager hat, 75 %<lb/>
seines Absatzes. Chemie-Linz beschwert sich auch über die<lb/>
Zolldiskriminierung österr. Produkte in Spanien, Griechenland<lb/>
und Türkei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte lass untersuchen, wie wir hier<lb/>
helfen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_14">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> schlägt vor, dass wir den Getreidepreis<lb/>
zuerst in einer Vorkommission neuerlich bis ins Detail besprechen,<lb/>
bevor am Mittwoch abends oder Donnerstag dann die Preiskommission<lb/>
endgültig entscheiden kann. Er hat vollkommen recht, dass wir<lb/>
unter allen Umständen die Aussprache mit Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> abwarten<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_15">Die Prüfungstaxen für die Gesellenprüfung sind sehr lange oft<lb/>
ein Jahrzehnt und mehr unverändert geblieben und betragen für<lb/>
die Baulehrlinge z.B. 720.- S, jetzt verlangen die Landesre<lb break="no"/>gierungen z.B. für Wien 7.200.- S um einigermassen den Prüfern<lb/>
entsprechende Entschädigung zu geben. Die mündliche Prüfung<lb/>
dauert maximal 1 Stunde, doch sind angeblich für die schrift<lb break="no"/>lichen Vorbereitungen bis zu 80 Stunden notwendig. Ich<lb/>
glaube dies keinesfalls, aber eine Erhöhung wird man vornehmen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_16">Die Schwierigkeit gibt <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mir selbst zu liegt darin,<lb/>
dass auf dem alten System nicht mehr eine solche 10-fache<lb/>
Erhöhung begründen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Lass erkunden, wie dieses Problem mit<lb/>
Prüfungstaxen in anderen Ministerien gelöst wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_18">Der AKT wird in Hinkunft die Auszeichnung für das Staatswappen<lb/>
nicht mehr selbst begutachten sondern an die einzelnen Länder<lb break="no"/>kammern delegieren. Uns kann dies ganz egal sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_19">Ich teile <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mit, dass ich auch mit Finanzminister wegen<lb/>
der Erhöhung des ERP-Höchstzinssatzes von 8,5 % gesprochen habe.<lb/>
Er teilt meine Meinung, dass dies ein gefährliches Präjudiz<lb/>
wäre, wenn wir für die ERP-Ersatzaktion über diese 8,5 %<lb/>
hinausgehen würden, wie dies Gen.Dir.Stv. <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> von der CA<lb/>
verlangt. <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> selbst hat versprochen, sich dieses Problem<lb/>
neuerlich zu überlegen und eventuell andere Vorschläge zu machen.<lb/>
Wir müssen wegen der Beispielfolgen für die anderen Bürges<lb break="no"/>aktionen bei diesem Höchstzinssatz bleiben. Die Veranlagung der<lb/>
Bürges-Gelder insbesondere bei AfA wird von <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> im Herbst<lb/>
neuerdings geprüft und dann im Aufsichtsrat zur Sprache gebracht<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_20">Dr. <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> ist gerichtlich wegen Bestechung freigesprochen worden.<lb/>
Jetzt muss allerdings noch ein Disziplinarverfahren abgewickelt<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> darüber gesprochen, dass bis zum<lb/>
Abschluss dieses Disziplinarverfahrens eine Unterzeichnungsberech<lb break="no"/>tigung einstweilen ausgesetzt werden soll. In diesem Fall würde<lb/>
vielleicht jemand, der ihm bösartig gesinnt ist, behaupten, dass<lb/>
gewisse Entscheidungen von ihm, die er ja nachher durch seine<lb/>
Unterschrift auf dem Bescheid bekräftigt, von irgendwelchen<lb/>
Rachegefühlen bedingt seien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Kläre bitte unauffällig aber, warum diese<lb/>
Disziplinarkommission nicht schon längst tagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_22">In der Landwirtschaft ist z.B. für Bundesforste, wo 30 Lehrlinge<lb/>
ausgebildet werden, die Lehrlingsfrage auch in der Durchführung<lb/>
Bundessache. Die Handelskammer hat ausdrücklich bei den Be<lb break="no"/>sprechungen über das neue Berufsausbildungsgesetz darauf hingewiesen,<lb/>
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legt. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> möchte deshalb dem Sozialministerium die ganze<lb/>
Angelegenheit kompetenzmässig übertragen. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__127028">Martinek</rs>, mit<lb/>
dem er diesbezüglich gesprochen hat, wäre damit einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_23">Der Verwaltungsgerichtshof hat entschieden, dass Produkte mit arz<lb break="no"/>neilicher Wirkung nicht ausschliesslich über die Apotheken<lb/>
abgegeben werden müssen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hoffte, dass dadurch die Vitamin<lb break="no"/>präparate zwar nicht in Lebensmittelgeschäften, dagegen hat<lb/>
sich das Gesundheitsministerium ganz entschieden ausgesprochen,<lb/>
wohl aber in den Drogerien z.B. abgegeben werden könnten.<lb/>
Jetzt hat das Gesundheitsministerium aber neuerdings die Tendenz<lb/>
dass alles nur in den Apotheken verkauft werden darf. Damit ergibt<lb/>
sich automatisch wieder eine wesentlich höhere Preisbildung für<lb/>
diese Produkte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Mach bitte AK und Konsumenteninformation<lb/>
darauf aufmerksam.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_25">Bezüglich der Kompetenzenabgrenzung zwischen Gesundheitsministerium<lb/>
und Handelsministerium einigen wir uns sofort darauf, dass das<lb/>
Gesundheitsministerium die Kompetenz bekommen müsste, Grenzen der<lb/>
Emission auf die gewerblichen Betriebe festsetzen zu können.<lb/>
Dies dürfe aber nur generell durch Verordnung erfolgen. Keines<lb break="no"/>falls sollte ein zweites Verfahren für jede einzelne Betriebs<lb break="no"/>genehmigung abgewickelt werden. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> legt grössten Wert<lb/>
darauf, dass diese Verordnungsermächtigung dann beinhalten müsste,<lb/>
dass die Mitkompetenz des Handelsministeriums gewährleistet ist.<lb/>
Ansonsten fürchtet er, würde im Gesundheitsministerium ganz<lb/>
wirtschaftsfremde und vielleicht sogar wirtschaftsschädigende<lb/>
Grenze gezogen werden, die niemand dann tatsächlich einhalten<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_26">Das Institut für Berufsausbildungsforschung, welches zwischen<lb/>
den Sozialpartnern und mir vereinbart wurde, stösst nun bei<lb/>
beiden Seite auf Schwierigkeiten. Sowohl die AK, Mag. <rs type="person" ref="#per__123791">Knapp</rs>,<lb/>
als auch die HK wünschen doch jeder ihr eigenes Institut.<lb/>
HK steht auf dem Standpunkt, es sollte dieses gemeinsame Berufs<lb break="no"/>ausbildungsforschungsinstitut nur Aufträge entsprechend auf<lb/>
die anderen Institute und Stellen vergeben und keine eigene<lb/>
Forschung betreiben. Wenn sich wirklich die Sozialpartner nun<lb/>
auf diese Vorgangsweise einigen sollten, werde ich dezidiert<lb/>
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das Ministerium erfolgen würde. Wir geben nicht Gelder<lb/>
für irgendwelche Aufträge, die dann von einem Berufsforschungs<lb break="no"/>institut im Subauftrag weitervergeben werden und nur Kosten ent<lb break="no"/>stehen würden. In diesem Fall würden wir gleich selbst den<lb/>
Auftrag bei der betreffenden Stelle deponieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte stelle dies eindeutig mit beiden<lb/>
Sozialpartnern klar.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_28">Im Sonntagsruhegesetz möchte das Sozialministerium die Fremden<lb break="no"/>verkehrswirtschaft einbeziehen, ohne dass der Landeshauptmann<lb/>
eine Kompetenz bekommt, Ausnahmen zu genehmigen. Eine solche<lb/>
Regelung wäre denkbar unzweckmässig, um nicht zu sagen undurch<lb break="no"/>führbar. Wenn wir auf Grund dieses Sonntagsruhegesetzes dann<lb/>
unsere Geschäftszeiten festlegen müssen, dann werden wir sehr wohl<lb/>
den Landeshauptmann dazu ermächtigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_29">Im Wirtschaftstreuhändergesetz muss eine Novellierung wegen der<lb/>
Prüfungsmöglichkeiten der Steuerberater, wenn das neue GesmbH-Gesetz<lb/>
beschlossen wird, durchgeführt werden. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wird sich bemühen,<lb/>
eine Kompromisslösung mit den Wirtschaftsprüfern und Steuer<lb break="no"/>beratern zu erzielen. Derzeit wollen die Wirtschaftsprüfer natürlich<lb/>
die Steuerberater zu dieser lukrativen Tätigkeit nicht zulassen.<lb/>
Andererseits sind jetzt aber solange des GesmbH-Gesetz dies<lb/>
nicht ausdrücklich vorsieht, Steuerberater sehr wohl bei GesmbH<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_30">Direktor <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> und seine Prokuristin Frau <rs type="person" ref="#per__126437">Hafner</rs> von<lb/>
Bankhaus Winter &amp; Co. waren jetzt in Nordkorea und hatten<lb/>
dort grössere Geschäfte entriert. Die Nordkoreaner wären bereit,<lb/>
mit Zink, Blei, Magnesitklinker usw. gegebenenfalls weitere<lb/>
Exporte aus Österreich zu bezahlen. Mit der österr. Kontrollbank<lb/>
haben sie wegen der 1,6 Mia. S Schulden einen Vertrag, wo sie<lb/>
1977 19 Mill., 1978 58 Mill. S bezahlen werden. Wenn dies<lb/>
so weitergeht, sind sie in hundert Jahren damit noch nicht<lb/>
mit den Schulden fertig, weil die Zinsen höher sind, die durch<lb/>
die Nichtbezahlung auflaufen. Trotzdem glaubt <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> es<lb/>
müsste der Staat eine Haftung gegen, damit weitere Geschäfte<lb/>
von Elin usw. getätigt werden können. Angeblich sind die<lb/>
österr. Exporte in bester Ordnung, während die Franzosen,<lb/>
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dem Auslaufen ihrer Elektrizitätsunternehmungen und Fabriken<lb/>
hatten. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> rundheraus, ich könne<lb/>
mir nicht vorstellen, dass der Finanzminister ein eigenes Ge<lb break="no"/>setz für eine Staatshaftung für weitere Geschäfte mit Nord<lb break="no"/>korea ins Parlament bringen wird, um dann österr. Firmen ab<lb break="no"/>zusichern. Das höchste der Gefühle, was ich mir vorstellen<lb/>
kann, wäre, eine Vereinbarung mit der österr. Kontrollbank,<lb/>
dass diese wenn die Koreaner entsprechende Rückzahlungen<lb/>
leisten, dann doch noch vorübergehend gewisse Aufstockungen<lb/>
für Exportkredite erfolgen. Diese Situation ist für <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs><lb/>
unbefriedigend. Dann muss er sich eben mit dem Finanzminister<lb/>
auseinandersetzen, war meine letzte Entscheidung. Ich werde<lb/>
mich auf gar keinen Fall in die Haftungspolitik des Finanz<lb break="no"/>ministers einmischen oder gar vielleicht für so zweifelhafte<lb/>
Schuldner wie Nordkorea und einige andere exponieren. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
macht diese Politik allein, wahrscheinlich im Einvernehmen<lb/>
mit dem Bundeskanzler, daher habe ich gar keinen Grund mich jetzt<lb/>
wo es schön langsam mulmig wird mich besonders zu exponieren.<lb/>
Jeder hat seine Kompetenz und ein Grundsatz von mir war und<lb/>
bleibt: auf keinen Fall in eine andere Kompetenz hineinmischen,<lb/>
wenn der Betreffende insbesondere erst gar nicht will geschweige<lb/>
denn es schätzen würde. Eine Ausnahme mache ich in diesem<lb/>
Fall wirklich nur bei Minister <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_31">Scheinbar ist es in der Ferienzeit doch ein wenig ruhiger,<lb/>
denn immerhin kam ich, nachdem ich mich genau erkundigt habe,<lb/>
wie lange ein normaler Beamter arbeitet, auch ich dann zu diesem<lb/>
Zeitpunkt beenden können und zu Hause am Balkon die offenen<lb/>
und sehr interessanten Probleme genau studieren. Überrascht<lb/>
war ich dabei über die Erklärung <rs type="person" ref="#per__109804">Carters</rs> vor dem Kongress<lb/>
wegen seiner Energiepolitik. Wenn ich insbesondere die Passagen<lb/>
über die Kernenergie richtig verstanden habe, so ist dies mehr<lb/>
oder minder eine Bestätigung meiner Auffassung, dass um die<lb/>
Verbreitung der Nuklear-Rohstoffe nicht zu vergrössern und<lb/>
damit die Atombombenproduktion in vielen Staaten zu ermög<lb break="no"/>lichen, <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs> selbst auch Endlösungen vorsieht. Er kündigt<lb/>
einen entsprechenden umfassenden Bericht an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-18_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte sorge vor, dass wir schneller als<lb/>
diemsal sofort eine authentische deutsche Übersetzung von der<lb/>
amerikanischen Botschaft bekommen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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