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            <title type="main">Mittwoch, der 13. Juli 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-13_01">Mittwoch, 13. Juli 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-13_02">Zur Sitzung über den Getreidepreis sind nicht nur die Spitzen<lb break="no"/>politiker der Interessensvertretungen sondern insbesondere von<lb/>
der Handelskammer auch die Müller, Grosshändler usw. erschienen.<lb/>
Dadurch hatten wir kaum Platz in meinem Zimmer. Ich schlug vor,<lb/>
wir sollten in einen Sitzungssaal übersiedeln, gleichzeitig aber<lb/>
eine kleine Gruppe vorher eben die Präsidenten und eventuell noch<lb/>
Generalsekretäre das Problem vorbesprechen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> lehnte diese<lb/>
Taktik ganz entschieden ab und meinte, divide et impera käme<lb/>
gar nicht in Frage. Die zweistündige Verhandlung führte daher<lb/>
dann zu nichts. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> forderte ganz kategorisch eine sofortige<lb/>
Preiserhöhung für alle Getreidesorten und ein Nachziehen des Futter<lb break="no"/>getreidepreises. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> kämpfte wieder ausschliesslich für die<lb/>
Händler und wollte den einen Groschen, der bereits in die Kalkulation<lb/>
eingebaut ist. Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB, wieder verwies auf die Fristen und<lb/>
meinte, eine Verbraucherpreiserhöhung käme jetzt unter gar keinen<lb/>
Umständen in Frage. <rs type="person" ref="#per__97425">Fachleutner</rs>, Obmann des Getreideausgleichs<lb break="no"/>fonds, wurde gefragt, was er an Überbrückung leisten könnte, ant<lb break="no"/>wortete aber darauf nicht sondern nur, dass die Ernte um 10 – 20 %<lb/>
schlechter sei und im Vorjahr 23 – 30 Mill. S vom GAF für die<lb/>
Überbrückung zur Verfügung gestellt wurde. Landwirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> schloss sich meinem Vorschlag an, wir müssen alles tun,<lb/>
um die Qualitätsweizenproduktion zu erhalten, ja sogar auszudehnen,<lb/>
und er könnte sich vorstellen ein ganzes Bündel von Begleitmass<lb break="no"/>nahmen sollte ebenfalls besprochen und letzten Endes unverzüg<lb break="no"/>lich beschlossen werden. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> drängte auch nur auf eine Preis<lb break="no"/>erhöhung und immer wieder fragte man mich, welche Preisansätze<lb/>
gegebenenfalls, wenn ich nur den Qualitätsweizenpreis erhöhen möchte,<lb/>
ganz konkret vorschlagen würde. Ich dachte natürlich gar nicht daran,<lb/>
denn entweder wir machen ein Konzept, oder ich avisiere eine Preis<lb break="no"/>erhöhung, damit sind sie unzufrieden und gehen dann zu <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> um eine<lb/>
weitere noch durchzusetzen. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> erklärte daher dann zusammen<lb break="no"/>fassend, nach zwei Stunden, er hielte es für zweckmässig, sofort eine<lb/>
Präsidentenbesprechung mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu verlangen. Ich informierte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> davon und es wurde für Freitag, 17 Uhr eine solche Sitzung<lb/>
bei ihm eingeladen. Mir gegenüber bemerkte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, eine generelle<lb/>
Preiserhöhung käme nicht in Frage. Da er Samstag auf Urlaub fährt,<lb/>
muss theoretisch also Freitag zu einer diesbezüglichen endgültigen<lb/>
Entscheidung kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-13_03">Die Aussprache bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über Kernkraftwerk Tullnerfeld<lb/>
mit den Generaldirektoren der beteiligten Landesgesellschaften<lb/>
und der Verbund, ist ganz anders verlaufen, als ich erwartete.<lb/>
Einleitend stellte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fest, dass er der Gesellschaft<lb/>
keinerlei Vorschriften machen könne und auch gar nicht wolle.<lb/>
Dafür hätte er keine Kompetenz. Wohl aber müsste doch das gemein<lb break="no"/>same Interesse aller sein, dass wir über die Schwierigkeit hin<lb break="no"/>wegkämen. Die Regierung wird sich im Regierungsbericht eindeutig<lb/>
für die Kernkraft aussprechen, Tullnerfeld soll in Betrieb ge<lb break="no"/>nommen werden, die Frage ist nur, wie wir die Lagerung lösen.<lb/>
Von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> also ein sehr positives Bekenntnis, besonders mit dem<lb/>
Hinweis, dass in Deutschland jetzt die SPD einen Sonderparteitag<lb/>
einberufen wird und dort die Möglichkeit besteht, dass die Kern<lb break="no"/>kraftwerksausbauten tatsächlich abgelehnt werden. In diesem<lb/>
Fall würden 500.000 in den Kernkraftwerks-Herstellung beschäftigten<lb/>
Arbeiter arbeitslos werden. Zu der jetzigen Arbeitslosenzahl von<lb/>
800.000 ein erschreckendes Zukunftsbild. Die Regierung wird<lb/>
aber die Lagerung nicht mit Polizei oder Gendarmerie-Gewalt durchset<lb break="no"/>zen. Das was in der Schweiz möglich war, weil dort eine Koalitions<lb break="no"/>regierung besteht und daher niemand politische Nachteile erwarten<lb/>
muss, wird in Österreich nicht eintreten. Es wird kein zweites<lb/>
Fussach und es wird auch keine Ortstafellösung geben. Wenn sich<lb/>
im Parlament mit dem Regierungsbericht die ÖVP auseinandersetzt<lb/>
und dann in einem Entschliessungsantrag zustimmt, dann wäre die<lb/>
Situation anders. In diesem Fall müsste die Regierung dann einen<lb/>
Bescheid, welchen das Gesundheitsministerium und der Landeshaupt<lb break="no"/>mann bezüglich Lagerung zu erlassen hätte, diesen auch durchsetzen.<lb/>
Er selbst beschäftige sich mit der Problematik seit 1956, damals<lb/>
hätte er eine Aktion im Auftrag des Bundespräsidenten <rs type="person" ref="#per__97904">Schärf</rs>:<lb/>
Atome für Frieden, vorbereitet. Ganz zum Schluss nach einer<lb/>
langen Diskussion, wo die einzelnen das Wort ergriffen, nicht<lb/>
zuletzt deshalb, weil sie Gelegenheit hatten, einmal mit dem<lb/>
Bundeskanzler zu sprechen, meinte er nur so nebenbei, wenn es<lb/>
zur zeitweisen Stillegung käme, würde der Bund dafür nichts be<lb break="no"/>zahlen. Sein Zeithorizont sei jetzt, dass wenn man auch noch<lb/>
nicht rechnen könnte 1978 tatsächlich der Betrieb aufgenommen<lb/>
wird, die Lagerung jetzt ein Jahr für die abgebrannten Elemente<lb/>
in Zwentendorf, dann eventuell zur Wiederaufbereitung nach Frank<lb break="no"/>reich gehen könne und man dann für eine Zwischenlagerung 20 –<lb/>
30 Jahre in Österreich vorsorgen müsse. Dieser neue Gesichtspunkt<lb/>
ist deshalb aufgetaucht, weil <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> von der GKT erklärte,<lb/>
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Frankreich dann in grosse Lagerbecken käme und nach einer<lb/>
Wiederaufbereitung dann der hochradioaktive Müll zwei m³<lb/>
verglast pro Jahr nach Österreich zurückkäme. Voraussetzung aber<lb/>
ist, dass noch bis Jahresende die österr. Bundesregierung die<lb/>
Erklärung abgibt, dass sie eben bereit ist, diesen Müll zurück<lb break="no"/>zunehmen. Sollte die Regierung bis zu diesem Zeitpunkt eine<lb/>
solche Genehmigung nicht aussprechen, dann bestände die Gefahr,<lb/>
dass wir an dem Wiederaufbereitungsvertrag und der Neueinrichtung<lb/>
resp. Neubau dieser Wiederaufbereitung in Frankreich nicht<lb/>
teilnehmen können. Als Alternative soll eben durch das Kompakt<lb break="no"/>lager im Tullnerfeld eine 9-jährige Ablage der abgebrannten Brenn<lb break="no"/>stäbe ermöglicht werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte sofort, es käme höchstens<lb/>
eine einjährige Lagerung in Frage. Einzelne Generaldirektoren<lb/>
wieder sprachen von drei Jahren, die man dort lagern könnte.<lb/>
Dies ist aber, wie im Entsorgungsbericht genau festgehalten wurde,<lb/>
nur dann möglich, wenn eine weitere Vergrösserung, d.h. stärkere<lb/>
Beschickung des Lagerbeckens erfolgt. Dafür ist aber noch eine<lb/>
Baugenehmigung von der Gemeinde Zwentendorf nötig. Unwahrscheinlich<lb/>
wie wenig sich die einzelnen im Detail wirklich auskennen. Auch<lb/>
ich bin immer mehr davon überzeugt, dass ich nur eine Bruchteil<lb/>
dessen weiss, was man eigentlich wissen müsste. Da die anderen sich<lb/>
scheinbar aber noch weniger auskennen, resp. informiert haben,<lb/>
resp. durch das viele Herumreden heute wirklich schon alle ver<lb break="no"/>wirrt sind, ergibt sich selbst bei einer Diskussion in solchen<lb/>
Gremien kein einheitlich klares Bild. Vielleicht ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
aber damit selbst sehr einverstanden, denn so kann er seinen<lb/>
Meinungsbildungsprozess am besten fördern und abschliessen und<lb/>
zwischendurch ausloten, was die andere Seite sagt. Für mich war<lb/>
es nämlich ganz klar, dass Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> jetzt sofort zum<lb/>
Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> laufen wird, um ihn zu informieren. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat nämlich abschliessend gesagt, es wird zweckmässig sein, wenn<lb/>
man sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zusammensetzt<lb/>
und dann vielleicht auch sogar die Präsidenten der Gesellschaft,<lb/>
in diesem Fall wären das alle beteiligten Landeshauptleute, zusammen<lb/>
ruft. Meine einzige Befürchtung ist und diesbezüglich machte ich<lb/>
eine Bemerkung, dass bevor der Meinungsbildungsprozess abgeschlossen<lb/>
ist, wir eigentlich schon wegen der Teilbetriebsgenehmigung, Null<lb break="no"/>leistung und dann Probebetrieb eine Entscheidung brauchen werden.<lb/>
Das Gesundheitsministerium wird eine solche aber sicherlich erst<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-13_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107937">FRANK</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte den Zeitplan ständig nach<lb/>
Baufortschritt intern zu korrigieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-13_05">Der Besuch des russischen Schiffahrtsministers <rs type="person" ref="#per__148970">Trofimow</rs> mit<lb/>
den Vertretern der Handelsdelegation <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> und Herrn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114551">Kerschbaum</rs> von der Schiffswerft Korneuburg, gab mir<lb/>
die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, wie sehr wir diese Schiffs<lb break="no"/>aufträge dringendst brauchen. Bei der russisch-österr. Gemischten<lb/>
Kommission hat <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> mir auch versichert und <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs><lb/>
bestätigte dies, dass er sich sehr bemühen wird, vier weitere<lb/>
Schiffe auf die <choice><choice><sic>Reling</sic><corr>?</corr></choice></choice> zu legen. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> verwies darauf, hier<lb/>
müssten wir aber Finanzierungsmöglichkeit suchen, denn im<lb/>
5-Jahres-Plan seien diese nicht vorgesehen und könnten deshalb nicht<lb/>
finanziert werden. Trotz des grossen Überschusses von den sowj.<lb/>
Importen, 3,3 Mia. im Vorjahr. Bei der Schiffstaufe hatte ich dann<lb/>
Gelegenheit mit Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> zu sprechen und dieser hat<lb/>
sofort einen Finanzierungsvorschlag der russischen Seite zugestimmt.<lb/>
Anstelle der 10 % Anzahlung wird er nur 3 % verlangen, für die jetzt<lb/>
bestellten vier Schiffe, sodass das Geld für die weiteren Schiffe<lb/>
1979 und 1980 bleibt. Dann beginnt ein neuer Fünfjahresplan und<lb/>
man kann entsprechende Mittel vorsorgen. Um die österr. Bestimmungen<lb/>
öster. Kontrollbank <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> gibt nur 90 %, Kreditfinanzierung zu<lb/>
umgehen wird er eben bei den 10 %# Anzahlung bleiben, gleichzeitig<lb/>
aber der Schiffwerft in einer eigenen Finanzierung die 7 % von<lb/>
sich aus zuschiessen. Der russische Schiffahrtsminister, der Präsident<lb/>
der Schiffahrtslinie, der Handelsrat und der Botschafter, dessen Gat<lb break="no"/>tin die Taufe vornahm, waren über diesen Vorschlag sehr glücklich.<lb/>
Botschafter <rs type="person" ref="#per__114403">Jefremow</rs> teilte mit dann unter vier Augen mit, dass<lb/>
mein Vorschlag, in der SU eine Lagerung von Atommüll jetzt<lb/>
bereits in den höheren Gremien diskutiert wird. Er hofft, dass<lb/>
es sehr bald zu einem Beschluss kommen kann und wird. Ich erklärte<lb/>
ihm neuerdings, dass wir daran brennendst interessiert sind<lb/>
und wenn die SU uns auf diesem Gebiet entgegenkommt, wir viele<lb/>
andere Möglichkeiten dann hätten. Ich wollte ihm dezidiert nicht<lb/>
erklären, dass wahrscheinlich die E-Wirtschaft aber auch die Re<lb break="no"/>gierung bereit ist, sich eine solche Lagerung etwas kosten zu<lb/>
lassen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die Sowjets dann<lb/>
wahrscheinlich als Anbot machen, dass sie bereit sind den Müll<lb/>
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haben allerdings auch nur eine solche Andeutung gemacht.<lb/>
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noch einmal geprüft und festgestellt, dass es unter äusserst<lb/>
günstigen Auspizien erstellt wurde. Er kam zu genau demselben<lb/>
Ergebnis, das ich seinerzeit mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> diskutiert hatte, nämlich<lb/>
wenn eine derartig günstige Amortisation vorliegen sollte, dann<lb/>
müsste sich ja sofort jedermann auf dieses Projekt stürzen.<lb/>
In Wirklichkeit sind die Holzpreise meiner Meinung nach zu<lb/>
günstig angesetzt und die Sulfatverkaufspreise auch nach der<lb/>
derzeitigen Lage als überhöht zu betrachten. Dadurch würde sich<lb/>
die Rentabilität und Amortisation des eingesetzten Kapitals<lb/>
wesentlich hinausschieben. Im Prinzip diskutierte ich diese<lb/>
Frage aber auch mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> und er meinte, ein Projekt, wo<lb/>
der Rohstoff im Inland ist und wo wir die erzeugten Produkte<lb/>
ebenfalls im Inland brauchen, weil wir sie derzeit importieren,<lb/>
müsse sich früher oder später rentabel machen. Insbesondere<lb/>
im Vergleich zu dem Austro-Porsche-Projekt sei das Sulfat<lb break="no"/>projekt, auch dann wenn 10 Mill. pro Arbeitsplatz investiert<lb/>
werden müssen, noch besser In dieser Frage stimmt eich <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
100 %-ige zu. Ich verwies nur darauf, dass das Copeland-Ver<lb break="no"/>fahren für die Steyrmühl von der VÖEST geliefert noch immer<lb/>
nicht funktioniert. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> glaubt, dass es sich hier um<lb/>
eine schlechte Kooperation zwischen Steyrermühl und VÖEST handelt.<lb/>
Der dortige Generaldirektor unternehme nicht alles, um zu be<lb break="no"/>weisen, dass es möglich ist, sondern mache nur Schwierigkeiten.<lb/>
Ähnliche Anlaufschwierigkeiten hat es auch bei der <rs type="person" ref="#per__146619">Landegger</rs><lb/>
Firma <choice><choice><sic>Petterson</sic><corr>?</corr></choice></choice> und <choice><choice><sic>Wolmort</sic><corr>?</corr></choice></choice> gegeben, die wieder für die Welser<lb/>
Fabrik aber vor allem auch in der BRD Maschinen und Anlagen<lb/>
geliefert hat, die ebenfalls nicht am Anfang sofort wie man so<lb/>
schön sagt hinhauten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hätte <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> unter vier Augen<lb/>
erklärt, er setze sich für dieses Sulfatzellstoffprojekt ein und<lb/>
möchte, dass es so schnell wie möglich finalisiert d.h. in<lb/>
Angriff genommen wird. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> hat allerdings auch gleichzeitig<lb/>
miterlebt, wie Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs>, ÖIAG und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Austro-<lb/>
Porsche-Lösung sprachen, er sagte: träumten. Alle dort von <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs><lb/>
aufgezählten positiven Seiten seien nicht auf einer konkreten<lb/>
und tragfähigen Basis sondern seien Wunschvorstellungen.<lb/>
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so schnell wie möglich das Sulfatzellstoffprojekt finalisieren<lb/>
dann werden grosse Kapitalien dafür benötigt und man muss<lb/>
es sich noch ein wenig überlegen, ob man Austro-Porsche tat<lb break="no"/>sächlich dann in Angriff nehmen kann. Als weitere Ablenkung<lb/>
und Belastung des Kapitalmarktes könnte ich mir vorstellen,<lb/>
dass man das Ölmühlenprojekt in Angriff nimmt. Diese beiden<lb/>
Projekte haben nämlich vom Absatz her eine bessere Chance<lb/>
als der Austro-Porsche Projekt. Wenn daher der Kapitalmarkt von<lb/>
diesen beiden Projekten in Anspruch genommen wird, neben den<lb/>
vielen anderen kleineren, die ja sowieso laufen, oder kommen,<lb/>
dann bleibt – so hoffe ich – und dies nicht nur ich sondern<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>, wahrscheinlich alle, die sich mit dem<lb/>
Austro-Porsche-Projekt mehr beschäftigt haben, für dieses kein<lb/>
Geld mehr übrig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-13_08">Der Präsident der DDSG <rs type="person" ref="#per__136644">Figdor</rs>, pensioniert und wie er sagt<lb/>
noch immer in 15 Funktionen tätig, wollte unbedingt mit m-r<lb/>
eine Aussprache vereinbaren. Ich habe dann die Probleme sofort bei<lb/>
der Schiffstaufe mit ihm besprochen. er schlägt vor, dass in<lb/>
der ERP-Fremdenverkehrssitzung vorher Fraktionsbesprechungen<lb/>
stattfinden sollen.<lb/>
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sozialistischen Mitglieder, ob sie dies wollen.<lb/>
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wurde in Aussicht genommen, zwei Schiffe, jeweils eines von einem<lb/>
Land für die Donau zu bauen. Er könne nur dann einen solchen<lb/>
Auftrag geben, wenn die Rentabilität gewährleistet sei. Dies<lb/>
sei bei 160 Mill. S der Fall. Jetzt kostet ein solches Schiff<lb/>
aber mindestens 200 Mill. Ich habe ihm sofort erklärt, ich<lb/>
denke nicht daran, hie an den Finanzminister oder gar an die<lb/>
Schiffswerft heranzutreten, damit sie ein solches subventioniertes<lb/>
Schiff bauen sollten. Die Russen haben 1970 auch für ein Donau<lb break="no"/>schiff 80 Mill. bezahlt und jetzt kostet es fast 250 Mill.<lb/>
Er darf doch nicht ernstlich glauben, dass wir für die DDSG jetzt<lb/>
entsprechende subventionierte Schiffe bezahlen können. <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs><lb/>
den ich dann über die Aussprache informiert, meinte nur, vergiss<lb/>
dies, das ist ein alter Greis, der sich noch in Positur setzen<lb/>
möchte. Zwischen dem Präsidenten des Aufsichtsrates und der<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-13_11">Der Botschafter <rs type="person" ref="#per__149013">Ehrlich-Adam</rs>, sonst in Dakar, derzeit auf Heimat<lb break="no"/>urlaub wurde von <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> auserlesen, sofort nach Lagos zu fliegen,<lb/>
um den Schwager des Landwirtschaftsministers <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, <rs type="person" ref="#per__148029">Mayer</rs>, der<lb/>
dort verhaftet ist, womöglich herauszubekommen. Auch <rs type="person" ref="#per__149014">Hagspiel</rs>,<lb/>
ein zweiter Vorarlberger, der eine Kooperation mit der nigeria<lb break="no"/>nischen Firma hat und dort eine Stickereimaschine aufstellte,<lb/>
wurde jetzt verhaftet. Weitere Verhaftungen sollen bevor<lb break="no"/>stehen. Ich kann mir überhaupt nicht erklären, wie ein Vorarl<lb break="no"/>berger jetzt noch nach Lagos fährt. Natürlich sind dort<lb/>
jetzt hunderte Millionen Schillinge gebunden und fraglich, ob sie<lb/>
herauskommen. Für mich ist aber vollkommen klar, dass jeder, der<lb/>
dort erscheint, wahrscheinlich sofort inhaftiert wird. Ich habe<lb/>
Ehrlich informiert über die gegen die nigerianischen Gesetze<lb/>
verstossenen Praktiken und gleichzeitig ermächtigt, wenn er es<lb/>
für zweckmässig hält, den nigerianischen Minister nach Öster<lb break="no"/>reich in meinem Namen einzuladen. Ehrlich ist bemüht, dort<lb/>
zumindestens die Haftbedingungen der Österreicher zu verbessern<lb/>
womöglich aber eine Bestrafung zu erreichen und dann gleich eine<lb/>
entsprechende Ausweisung. Für ihn steht fest, dass alle gegen<lb/>
die dortigen Gesetze verstossen haben, was man von vornherein<lb/>
auch wirklich annehmen muss. Ich bin sehr froh, dass ich Ehrlich<lb/>
die Ermächtigung zur Einladung persönlich mitteilen konnte,<lb/>
weil ich dadurch mein Versprechen gegenüber den Vorarlberger<lb/>
Stickern erfüllt habe. Die BHK hat nämlich trotz meiner Urgenz<lb/>
bis jetzt nichts unternommen. Wie ich übrigens feststellen konnte,<lb/>
ist der Handelsdelegierte in Lagos derzeit in Schweden auf Urlaub.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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