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            <title type="main">Montag, der 11. Juli 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_01">Montag, 11. Juli 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_02">Beim Jour fixe mit der Bundeskammer verlangte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>,<lb/>
dass ich den Getreidepreis so regeln sollte, den Bauern einen Teil<lb/>
Ihrer Forderung erfüllen und insbesondere die Handelspannen und den<lb/>
2. Schilling, der bereits in de Kalkulation eingebaut ist endgültig<lb/>
für den Getreideaufkäufer zu erhöhen. Ich lehnte entschieden ab,<lb/>
da ich nur bereit bin, wie ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ausdrücklich er<lb break="no"/>klärte, eine gesamten Getreidepreis-Komplexlösung zu verhandeln<lb/>
und zu genehmigen. Die grosse Masse der Füllweizenproduzenten, die<lb/>
beim Normalweizen immer mehr auf Massenträger übergehen, müssen aus<lb/>
der Preisfestsetzung herausgenommen werden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erkannte sofort,<lb/>
dass ich nur bereit bin, gegebenenfalls für die Qualitätsweizen<lb break="no"/>produktion den Preis stabil zu halten, d.h. gegebenenfalls auch dort<lb/>
eine kleine Preiskorrektur vorzunehmen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, diesem könnten<lb/>
die Bauern niemals zustimmen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte, man soll sich zusammen<lb break="no"/>setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte nachdem auch AK und ÖGB zugestimmt haben<lb/>
die Verhandlungen sofort jetzt vorantreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_04"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklärt bezüglich der Novelle des Berufsausbildungsgesetzes,<lb/>
dass sie nur zustimmen würden, die Frist zur Einschickung des Lehr<lb break="no"/>vertrages von 4 auf 3 Wochen zu reduzieren und nicht wie die Gewerk<lb break="no"/>schaft will und ich im Entwurf vorgesehen habe, 2 Wochen. Ich glaube<lb/>
aber, dass wir ganz ruhig im Begutachtungsverfahren diese Frage neu<lb/>
aufwerfen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_05">Die Beschwerde von Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__112969">Pröbsting</rs>, Vertreter der Gemeinwirtschaft<lb/>
in der Bundeshandelskammer, weil in der Sektion Gewerbe Wien ohne<lb/>
dass die Kammeramtsdirektion oder der Präsident <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> davon<lb/>
wusste, Mitgliederlisten an Wirtschaftsbund gegeben wurde, anerkennt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sofort, dass dies nicht richtig ist. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
meint nur, man hätte, bevor man sich an die Aufsichtsbehörde<lb/>
Handelsministerium wendet vorher mit ihm reden sollen. Er erklärt<lb/>
sich sofort bereit, mit Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97772">Nekula</rs> als dem Funktionär der Ge<lb break="no"/>meinwirtschaft in der BHK und <rs type="person" ref="#per__112969">Pröbsting</rs> im Herbst zu einer Besprechung<lb/>
einzuladen. Ich verständige anschliessend <rs type="person" ref="#per__112969">Pröbsting</rs> sofort von diesem<lb/>
Ergebnis und er ist damit sehr einverstanden und zufrieden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_06">Bezüglich des Besuchsprogrammes des nigerianischen Handelsministers<lb/>
und sonstiger wichtiger Leute, die die Stickerei-Exporte nach Lagos<lb/>
verhindern, hat die BHK Erhebungen eingeleitet. Auch Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs>,<lb/>
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sagen. Die Verzögerung liegt jetzt ausschliesslich bei der Bundes<lb break="no"/>kammer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte versuche in der nächsten Zeit vor der<lb/>
Dornbirner Messe zu klären, wie es weitergeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_08"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war selbst genauso überrascht wie ich über die Behauptung<lb/>
von Frau <rs type="person" ref="#per__113082">Schmitz</rs>, Katastrophenhilfe österr. Frauen, über die Mit<lb break="no"/>teilung, dass im Waldviertel auch Schweizer Atommüll gelagert werden<lb/>
soll. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> beschwert sich nur neuerdings, dass die von ihm<lb/>
angeregten Parteiengespräche zwischen <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bis jetzt<lb/>
nicht zustande gekommen sind, ja sogar <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entschieden abgelehnt<lb/>
hat. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat sich sehr bemüht, innerhalb der ÖVP eine sachliche<lb/>
Politik durchzusetzen. Ich weise <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> auf die Gespräche im<lb/>
letzten Parteivorstand hin, wo <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ankündigte, nach der Übersendung<lb/>
des Regierungsberichtes ins Parlament dort Parteiengespräche auf<lb/>
höchster Ebene zwischen ÖVP und SPÖ vorzuschlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_09">Bezüglich der Reihung der Sekterzeuger für die Auszeichnung Staats<lb break="no"/>wappenführung schlägt die Bundeskammer vor, Kattus, Schlumberger,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__148957">Kleinoscheg</rs> und <rs type="person" ref="#per__148958">Inführ</rs>. Bis jetzt hat noch keiner diese Auszeichnung<lb/>
bekommen, nach Meinung der Handelskammer sollte man da überhaupt noch<lb/>
zuwarten. Neuerdings urgiert <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> für <rs type="person" ref="#per__114647">Berger</rs> in Schwanenstadt<lb/>
die Auszeichnung, weil er vor längerer Zeit bereits diese verlangt<lb/>
habe und wieder einmal durch Einspruch der Arbeiterkammer mangelnde<lb/>
Organisation, obwohl dies nicht offiziell jetzt begründet wird, die<lb/>
Genehmigung sich verzögert. Blamabel war für mich, als ich wegen<lb/>
Warmbaderhof in Warmbad Villach, die angeblich nur aus dem Zimmer<lb/>
gegangene <rs type="person" ref="#per__118311">Grodicky</rs> nicht erreichen konnte. Bei meiner Rückkehr ins<lb/>
Ministerium stellte sich heraus, dass sie angeblich sich jetzt einen<lb/>
Urlaubstag genommen hat. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Leute<lb/>
ganz einfach abwesend sind, wenn man sie dann fragt, wie z.B. in diesem<lb/>
Fall Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> bei ihr zu Hause angerufen hat, dann heisst es,<lb/>
sie hat einen Urlaubstag. Ohne mich zu beschweren habe ich doch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dezidiert erklärt, dass es noch immer Beamte<lb/>
gibt, die sich gar nichts daraus machen nichts zu tun und manche<lb/>
vielleicht noch darin einen Widerstandskampf gegen die soz. Regierung<lb/>
in diesem Nichtstun sehe. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinten, in der ÖVP-Re<lb break="no"/>gierung hätten sie auch nicht mehr gearbeitet. Was ich gar nicht bestrei<lb break="no"/>ten möchte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_10">Beim Journalistenfrühstück berichtete <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> über das Ergebnis<lb/>
der Klausurtagung der Interessensvertretungen wegen des Berufs<lb break="no"/>ausbildungsgesetzes. Die derzeit 176.000 Lehrlinge werden in diesem<lb/>
Jahr um 7,500 im nächsten Jahr um 11.300, 1979 um 13.500 aufgestockt.<lb/>
Dann beginnt die Lehrlingszahl wieder zu sinken. Im Mai hatten wir<lb/>
bei 1.100 Lehrstellensuchenden noch über 5.000 offene Lehrstellen.<lb/>
Leider ist die regionale Verteilung äusserst ungünstig. Was wir<lb/>
bräuchten ist sind also wie ich dann ausführte, mehr Internate.<lb/>
Die Schülerheime, wo die in den Ländern die Berufsschulen durch<lb/>
8 Wochen Kurse zusammen abgelegt wurden, genügen. Die 12.000 Lehr<lb break="no"/>lingsheimplätze sind zu wenig. Dr. <rs type="person" ref="#per__98078">Winkler</rs> von der Handelskammer<lb/>
ergänzte, dass sie mit der Novelle einverstanden sind, weil es<lb/>
geglückt ist, die überbetriebliche Steuerung, die angestrebt<lb/>
wurde, bei der Lehrlingsausbildung zu verhindern. Die Lehrherren<lb/>
übernehmen jetzt die gesamten Internatskosten für die Schülerheime<lb/>
erwarten aber, dass die Fahrtkosten und sonstige Unterstützung durch<lb/>
das Sozialministerium verbessert werden. Jugendsekretär <rs type="person" ref="#per__112979">Verzetnitsch</rs><lb/>
unterstrich, dass es insbesondere geglückt ist, die Mitwirkung der<lb/>
Arbeiterkammer wesentlich zu verbessern, dass aber noch immer die<lb/>
Entscheidung über die Lehrlingsstellen, die ja doch öffentlich<lb/>
rechtliche Funktionen ausüben, bei der Handelskammer liegen wird.<lb/>
Eine breite Frage nahm in der Diskussion dann das Problem der<lb/>
Ausbildung der Ausbilder ein. In Österreich gibt es 70.000. In<lb/>
Hinkunft durch Kurse und Weiterbildung insbesondere auf dem päda<lb break="no"/>gogischen Sektor ihr Wissen verbessern sollen, für neue Berufsaus<lb break="no"/>bildungsstellen soll eine gewisse Prüfung erforderlich sein. Lehr<lb break="no"/>abschlussprüfung plus 2 Jahre Praxis über überhaupt 5-jährige Praxis<lb/>
wie dies derzeit der Fall ist, wird nicht mehr genügen. Bei Mei<lb break="no"/>sterprüfungen wird man gewisse Fragen stellen oder für die Unselb<lb break="no"/>ständigen sogar Prüfungskommissionen schaffen. Alles soll aber schön<lb/>
langsam und vorsichtig begonnen werden. Insbesondere wird das BFI und<lb/>
die Wifis 4- und zweijährige Kurse starten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_11"><rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> berichtet über die Russlandverhandlungen, ich ergänzte, dass<lb/>
hier heuer rechnen statt 466 Mill. Rubel wie im Vorjahr über<lb/>
500 Mill. Rubel das Handelsvolumen zu erreichen, Diskussion gab es<lb/>
darüber keine, scheinbar alles ein kalter Kaffee.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_12"><rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> von der Kontrollbank ruft mich an, um zu fragen, wieso<lb/>
wir aus der Entwicklungshilfe Projekte finanzieren, die vollkommen<lb/>
aussichtslos sind. Das typischste Beispiel ist jetzt die Raffinerie<lb break="no"/>studie, die wir für Guayana mit 1,7 Mill. S durch die SGP erstellen<lb/>
lassen. Dieses Projekt würde 3,5 Mia. S kosten und die Franzosen und<lb/>
Engländer mit 400 Mill. Obligo für Guayana sind nicht bereit, ein<lb/>
solches Milliardenprojekt zu finanzieren. Guayana ist nicht einmal<lb/>
Mitglied der südamerikanischen Vereinigung, hat mit Venezuela grossen<lb/>
Streit und neigt immer mehr zu <rs type="person" ref="#per__124046">Castros</rs> Innenpolitik. Die Studie ist<lb/>
seiner Meinung nach hinausgeschmissenes Geld. Da ich dafür nicht zuständig<lb/>
bin, kann ich ihn nur an das BKA verweisen. Am Abend beim Heurigen<lb/>
treffe ich <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> von der Kontrollbank, der mich ersucht, wir<lb/>
sollten – Handelsministerium und Kontrollbank – engeren Kontakt halten.<lb/>
Insbesondere möchte die Kontrollbank wissen, wann ich Minister einlade,<lb/>
damit sie sich entsprechend vorbereiten können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte von jeder Einladung sofort Kontrollbank<lb/>
verständigen und auch Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> bei uns informieren, damit er sich<lb/>
schön langsam in der Kontrollbank durchsetzen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_14">Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> will mir über die Grossprojekte der Hausaktion berichten<lb/>
und ich verlange sofort, dass auch Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> dazukommt. Wir<lb/>
beide sind nämlich über diese Entwicklung nicht sehr glücklich. Von<lb/>
ca. zwei Dutzend bei uns eingereichten Projekten sollen jetzt 8 mit<lb/>
71 Mill. S Gesamtförderung durch Zinsenzuschüsse unterstützt werden.<lb/>
Natürlich muss ich mehr oder minder damit einverstanden sein, obwohl<lb/>
ich nie genau weiss, nach welchen Gesichtspunkten die einen genehmigt<lb/>
werden und die anderen abgelehnt. Die Richtlinien für diese Haus<lb break="no"/>aktion sollen jetzt noch ergänzt werden durch Sport unter Dach, durch<lb/>
Spielzimmer und ich weiss nicht was sonst nicht noch alles. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
sagt, er hat genug Geld, und vom Finanzministerium für das nächste<lb/>
Jahr 60 Mill. schon mehr für das Fremdenverkehrsbudget mit dem FM<lb/>
vereinbart. Für die Seenreinhaltung stehen heuer die 10 Mill. und<lb/>
nächstes Jahr 10 + 5 Mill. zur Verfügung damit könnten im nächsten<lb/>
Jahr Aktionen auf die Campingplätze auch ausgedehnt werden und ins<lb break="no"/>besondere die Gemeindeberatung in unsere Fremdenverkehrsaktivitäten<lb/>
einbezogen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und ich haben nur immer wieder grosse Bedenken,<lb/>
dass wir uns mit Richtlinien binden und früher oder später dann doch<lb/>
dafür kein Geld haben werden. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> teilt diese Meinung nicht. Gleich<lb break="no"/>zeitig mit der Ausdehnung der Hausaktion möchte er ganz rigoros<lb/>
gegen Bettenvermehrung vorgehen und insbesondere die Zinssätze von<lb/>
9,5 % als Höchstgrenze auf 8,5 % senken. Wichtig erscheint ihm,<lb/>
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wie es mit der zentralen Reservierung und Bestellung in Deutschland<lb/>
funktionieren wird. In Frankfurt wird jetzt für 1,350 Reisebüros<lb/>
eine solche Zentralreservierung begonnen. Im westlichen Österreich<lb/>
sollen 6 Fremdenverkehrsgemeinden eine Landesstelle und ein Reise<lb break="no"/>büro probeweise eingeschaltet werden. Die Vorarlberger Arbeitsgruppe<lb/>
die mit einem Rechenzentrum arbeiten würden dafür 3,6 Mill. S Zu<lb break="no"/>schuss benötigen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir ein Drittel<lb/>
davon übernehmen, das zweite Drittel müssten die Gemeinden oder Ländern<lb/>
und das dritte Drittel die Handelskammer mit ihren Organisationen tra<lb break="no"/>gen. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird diesbezügliche Verhandlungen führen. Für mich uner<lb break="no"/>klärlich wird, wie das Finanzministerium trotz der angespannten<lb/>
Budgetsituation immer wieder neue Aktionen entweder selbst anregt oder<lb/>
bei Ausdehnung der bestehenden keinerlei Bedenken hat. Komischerweise<lb/>
oder interessanterweise gelingt es dann tatsächlich selbst auf Beamten<lb/>
ebene durch den sehr beweglichen Ministerialrat <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> die notwendigen<lb/>
Geldmittel für diese Politik, die allerdings das Finanzministerium<lb/>
selbst oft entriert, zu kriegen. Ich weigere mich ganz strikte, dafür<lb/>
beim Finanzminister aktiv zu werden, obwohl ich dafür nicht verantwort<lb break="no"/>lich bin und letzten Endes auch wirklich nichts dazu beigetragen habe,<lb/>
dass wir in diese Budgetsituation gekommen sind, glaube ich doch,<lb/>
dass man nicht mit gutem Gewissen hier Forderungen erheben sollten.<lb/>
Scheinbar hat aber <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> recht, er meint, bei diesem Milliarden<lb break="no"/>beträgen spielen die paar Dutzend Millionen, die wir brauchen,<lb/>
überhaupt keine Rolle.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_15">Mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__127907">Klauhs</rs>, Genossenschaftliche Zentralbank bespreche ich<lb/>
das Türkei-Projekt der Fa. Rella. Er wird Dir. <rs type="person" ref="#per__113124">Nemetschke</rs> kommen<lb/>
lassen und sein Möglichstes tun, damit diese Projekt vielleicht<lb/>
doch finanziert werden kann, mit ihm besprechen. Mehr wollte ich<lb/>
auch nicht von <rs type="person" ref="#per__127907">Klauhs</rs>, weil ich letzten Endes die bankmässige Deckung<lb/>
und Verantwortung für dieses Geschäft nicht übernehmen kann und will.<lb/>
Meine Funktion, und dies habe ich <rs type="person" ref="#per__113124">Nemetschke</rs> seinerzeit deutlich<lb/>
gesagt, kann nur darin bestehen, als Vermittler aufzutreten.<lb/>
Genau dieselbe Funktion erfüllte ich auch beim Wunsch des ARBÖ<lb/>
wegen 50 Jahre Genossenschaftliche Zentralbank und grosszügiger<lb/>
Spende an den ÖAMTC auch irgendetwas zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__127907">Klauhs</rs> wird<lb/>
Gen.Sekretär <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> einladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_17">Die beiden für die Zeitschrift "Extra-Blatt" zuständigen und ver<lb break="no"/>antwortlichen Chefredakteure <rs type="person" ref="#per__148961">Irnberger</rs> und <rs type="person" ref="#per__146327">Traar</rs> wünschen, dass<lb/>
das Handelsministerium sie durch Annoncenaufgabe unterstützt.<lb/>
Die Null-Nummer ist mit 15.000 erschienen, jetzt im Herbst soll<lb/>
dann eine mit 45.000 gestartet werden. Diese Monatszeitschrift<lb/>
kann natürlich nur dann leben, wenn sie entsprechende Annoncen<lb/>
bekommt. Ich habe sofort erklärt, dass das Handelsministerium dafür<lb/>
kein Geld hat, Dr. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> wird sie aber bei den Unternehmungen<lb/>
insbesondere aber in der Elektrizitätswirtschaft unterstützen.<lb/>
Dieses Extrablatt soll eine Schrift gegen die immer stärker werdende<lb/>
andere Seite Paroli bieten, insbesondere müsste die unerwartet<lb/>
starke Auflagensteigerung von Profil, die scheinbar jetzt für <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs><lb/>
ebenfalls beängstigend. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat erst unlängst erklärt, niemand<lb/>
hätte erwartet, dass diese Zeitschrift einen so starken Absatz findet.<lb/>
Ich bin gespannt, ob es gelingt, Extra-Blatt tatsächlich dieser<lb/>
Entwicklung Einhalt zu gebieten. Die kostspieligen Aufwendungen für<lb/>
Druckbild und Farbgestaltung könnte vom Äusseren eine solche Mög<lb break="no"/>lichkeit ergeben. Entscheidend wird aber der Inhalt sein, und<lb/>
hier bin ich sehr skeptisch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_18">In der Ministerratsvorbesprechung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass jetzt<lb/>
die Krebsbekämpfung 140 Mill. S gesammelt hat und ohne Kontrolle<lb/>
der Bund keine Zuschüsse geben kann. Die Kontrolle müsste sich<lb/>
über die gesamte Summe erstrecken, also nicht über den Bundeszuschuss<lb/>
sondern auch über die privat gesammelte Menge. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, es dürfe<lb/>
nicht alles nur in die Forschung gehen, wie die Professoren <rs type="person" ref="#per__148962">Wrba</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__148963">Husslein</rs> wollen sondern man müsste auch eine gewisse Therapie<lb/>
damit fördern. Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> möchte das Schloss Wilhelminenberg als<lb/>
Zentrum, während <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> eher an ein Spital denkt. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> schal<lb break="no"/>tete sich ein und meinte, die müssten ja überhaupt keinerlei<lb/>
Forschungsförderung bezahlen sondern sich nur Scanner anschaffen,<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> ergibt sich dann die Frage, wer die Betriebskosten<lb/>
dieser Scanner bezahlen soll. Die übrigens auch bezüglich ihrer<lb/>
Wirkungsweise sehr umstritten sind. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, dass <rs type="person" ref="#per__97553">Hinter<lb break="no"/>egger</rs><add>[ev. Falschidentifikation]</add> bei ihm war, ein Finanzkomitee jetzt errichten möchte<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ersucht hat, in dieses Finanzkomitee hineinzugehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dagegen nichts einzuwenden, verlangt nur, dass eine<lb/>
Kommission bei <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> die entsprechenden Vorschläge erarbeiten soll<lb/>
und dann im Finanzkomitee vorzuschlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_19"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist über GD <rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs> wegen der Kurier-Politik sehr verärgert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ein Telegramm geschickt, wo er ersucht, man soll<lb/>
der neuen Leitung eine Chance geben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, wenn die Zucker<lb break="no"/>industrie so viel Geld hat, dass sie sich eben an diesem Kurier<lb/>
finanziell so stark beteiligt, dürfte ich beim Zuckerpreis im nächsten<lb/>
Jahr keinerlei Zugeständnis machen.Bezüglich des Getreidepreises<lb/>
war <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> bei ihm und hat sich über mein Verhalten beschwert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist aber mit der Verzögerungstaktik sehr einverstanden.<lb/>
Er möchte jetzt nicht in die Verhandlungen hineingezogen werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bekräftigte neuerdings so wie auch LWM <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, dass wir<lb/>
keinerlei Normalweizen-Preiserhöhung zugestehen dürfen. Die Ernte<lb/>
wird wieder sehr gut sein, für Weizen mindestens 40 mq und der Mais<lb/>
wird überhaupt eine Super-Ernte. Schwierigkeiten hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> jetzt nur,<lb/>
weil er mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> vereinbart hat, dass wir die Stützung von<lb/>
8.50 S für Viehexport einstellen, die EG dadurch ihre Abschöpfung<lb/>
von 12,- auf 4.90 S gesenkt hat, <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> zuerst mit dieser Politik<lb/>
einverstanden war, sich jetzt aber distanziert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist über<lb break="no"/>rascht zu erfahren, dass wir für Butter, welche in den Vatikan exportiert<lb/>
wird und insbesondere nach Bari nur 16.- S erlösen und dadurch<lb/>
irrsinnige Stützungen notwendig sind. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, man müsse der<lb/>
Landwirtschaft endlich klarmachen, dass es Schichtenpreise geben wird.<lb/>
Eine gewisse Menge ihrer landwirtschaftlichen Produkte sozusagen die<lb/>
jetzigen Preise, für eine zweite Schichte schon bedeutend weniger und<lb/>
für das, was in den Export gehen muss, so schlechte Exporterlöse bringt<lb/>
eben dann die geringsten Preise, die von dieser akzeptiert werden muss.<lb/>
Er könne sich vorstellen, dass im Herbst ein globales Gespräch geführt<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_20"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragt sehr erstaunt <rs type="person" ref="#per__114464">Kunz</rs>, wieso <rs type="person" ref="#per__133398">Mahr</rs> oder <rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs> bereits die<lb/>
Ifes-Ergebnisse am Samstag wissen konnten, wo er sie erst am Freitag<lb/>
abends bekommen hat. Lt. Meinungsumfragen im Juni haben wir wieder<lb/>
die absolute Mehrheit erreicht, die VP 44 bis 45 %, die Freiheitlichen<lb/>
4 – 5 %. Auf die Frage, wie würden sie wählen, wenn am kommenden<lb/>
Sonntag Wahl wäre, haben sich 46 für die SPÖ ausgesprochen, 36 bis<lb/>
39 % für die VP und wir damit wieder das Tief im vergangenen Jahr<lb/>
überwunden. Im Jänner 1976 waren es 47 %, die dann sich bis Herbst<lb/>
auf 46 % reduzierten, dann aber durch die Belastungswelle auf 42 - 43 %<lb/>
zurückgefallen sind und mit Jänner diesen Jahres erst 44 % schön langsam<lb/>
erreichten. Zu den 46 % kommen die 11 %, die unentschlossen sind,<lb/>
und hier meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist die Aufteilung schwierig, eher ist – wie<lb/>
er sehr vorsichtig ist – und rechnet hier nur mit einem Drittel. Obwohl<lb/>
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sich auch verbessert, ist auf 1,69 gestiegen, die maximalste<lb/>
Leistung war einmal 1,89 und auch die Regierung hat sich mit<lb/>
1,77 verbessert obwohl einmal schon maximal 2 erreicht war und<lb/>
zwar im Mai/Juni des vergangenen Jahres. Kritisch sind nach wie vor<lb/>
die Jungwähler, währenddem die Frauen mit 47 % gut liegen. Die<lb/>
IFES-Erhebungen seien seriöser und deshalb auch wahrscheinlich zutreffen<lb break="no"/>der. Die Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft hat in dieser<lb/>
Beziehung, wenn sie auch manchmal bessere Ergebnisse liefert, einen<lb/>
sogenannten <choice><choice><sic>Pajes</sic><corr>Bias</corr></choice></choice>. Da die Interviewer meistens oder fast ausschliess<lb break="no"/>lich Sozialisten Gewerkschaftsfunktionäre sind, so kann ausser dem<lb/>
Sample die Auswahl ist nicht typisch für Österreich auch noch die<lb/>
Interview-Methode eine gewisse Rolle spielen. Wie dem auch sei,<lb/>
die Meinungsbefragungen zeigen eindeutig einen Aufwärtstrend für uns.<lb/>
Für mich insbesondere erklärlich, weil <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> doch selbst schwierig<lb break="no"/>ste Probleme z.B. die <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs>-Ablöse in der öffentlichen Meinung<lb/>
absolut korrekt und richtig durchgeführt hat. Sein schön langsames<lb/>
Hinmanövrieren, ja fast würde ich sagen, sich selbst erst durch<lb break="no"/>ringen in einem Meinungsprozess, nicht gleich ablösen wie er das<lb/>
emotionell am Anfang wollte sondern mehr oder minder auf <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>-Einspruch<lb/>
man kann sich von der Presse nicht die Minister abschiessen lassen,<lb/>
eine korrekte Untersuchung verlangte, und dann <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> nahelegte,<lb/>
selbst zurückzutreten wird von der Bevölkerung ihm hoch angerechnet.<lb/>
Seine Beurteilung in der Meinungsfrage ist gegenüber allen anderen<lb/>
Politikern wieder einmal einsame Spitze.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_21">Mit <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> besprach ich dann die Eingabe und Intervention von Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118741">Kellermair</rs> betreffend bevorzugte Behandlung der österr. pharmazeuti<lb break="no"/>schen Industrie in der Registrierung, damit unsere Exporte hier<lb/>
besser und schneller durchgeführt werden könne. Der zuständige<lb/>
Ministerialbeamte, <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> sagte noch dazu ein Sozialist, <rs type="person" ref="#per__148965">Breit</rs>,<lb/>
steht aber auf dem Standpunkt, die WHO und Österreich hätten beschlossen,<lb/>
dass man nur lebensrettende Präparate bevorzugt abfertigen könne.<lb/>
Selbst <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> ist mit dieser Vorgangsweise nicht einverstanden.<lb/>
Ich versprach ich, dass wir entsprechend intervenieren werden.<lb/>
und so das Gesundheitsministerium versuchen zu zwingen, schneller<lb/>
die Anträge der Linz-Chemie zu erledigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte mit Fachreferat und Aussenhandel sowie<lb/>
persönlich bei <rs type="person" ref="#per__148965">Breit</rs> kräftig intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_23">Der Verkauf der Produkte der Fa. Humanis, Persil-Gesellschaft<lb/>
in den Superläden geht sehr zögernd. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> meint, man wird<lb/>
jetzt die Produktion an Soldaten verschenken müssen. Der Ver<lb break="no"/>waltungsgerichtshof hat jetzt bezüglich Arzneimittel angeblich<lb/>
eine Entscheidung getroffen, die die ganze Verteilung über<lb/>
Lebensmittelhandel, Drogerie, Apotheken unter einem neuen Gesichts<lb break="no"/>punkt erschienen lässt. Auch hier gibt <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> zu, müsste man sich<lb/>
mit der Lebensmitteluntersuchungsanstalt <rs type="person" ref="#per__97808">Petuely</rs> neu besprechen.<lb/>
Überhaupt ist <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> einverstanden, dass wie ich ihr mitteilte,<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__131760">Barfuss</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> von unserem Büro Gespräche geführt<lb/>
werden, damit man ihr dann sagt, wie sie gegen die Auswüchse<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97808">Petuelys</rs> Gesundheitspolitik endgültig einschreiten könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte so schnell wie möglich ein konkretes<lb/>
Programm mit <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_25">Beim Heurigen für den poln. Maschinenminister <rs type="person" ref="#per__117196">Kopec</rs> meinte Gen.<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> von der Steyr-Daimler-Puch mir gegenüber unter<lb/>
vier Augen, es wird grosse Schwierigkeiten wegen der Finanzierung<lb/>
der weiteren 150 Mill. $ für den Aufbau des mittelschweren LKW<lb/>
mit Polmot geben. <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> meinte mir gegenüber wieder unter vier<lb/>
Augen, er könne dieses Geschäft nicht finanzieren, weil es sich<lb/>
hier hauptsächlich um <choice><choice><sic>Lockercost</sic><corr>local cost?</corr></choice></choice>, d.h. Aufwendungen der Polen<lb/>
im eigenen Lande handelt. Demgegenüber behauptete <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> 60 %<lb/>
davon würde die Steyr-Daimler-Puch liefern, 20 % Drittländer<lb/>
und nur 20 % seien <choice><choice><sic>Lokel</sic><corr>local?</corr></choice></choice>, d.h. polnische Kosten im eigenen Land.<lb/>
Was daran wahr ist, kann ich momentan nicht prüfen. Eines ist mir<lb/>
nur vollkommen klar, morgen wird <rs type="person" ref="#per__117196">Kopec</rs> mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
verhandeln, wenn dieser Bedenken hat oder vielleicht gar ablehnt,<lb/>
wie die Äusserung von <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> vermuten lässt, dann wird im Herbst<lb/>
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dieser garantiert die entsprechende Zusage bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-11_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll für Donnerstag, Aussprache in der<lb/>
polnischen Botschaft die ziffernmässigen Kreditzusagen und Erfüllung<lb/>
sofort zusammenstellen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Verzetnitsch, Fritz</persName>
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               <persName type="label">Müller, Gustav</persName>
               <persName><surname>Müller</surname><forename>Gustav</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM, Fraktion soz. Beamter im HM</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">Vogler, Karl</persName>
               <persName><surname>Vogler</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Tullner Zuckerfabrik</occupation>
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               <persName type="label">Kaber, Walter</persName>
               <persName><surname>Kaber</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat Finanzministerium</occupation>
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               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
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               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
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               <persName type="label">Fälbl, Maximilian</persName>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
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