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            <title type="main">Freitag, der  8. Juli 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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bei der Erstellung unseres Programmes angenommen hat, weshalb er<lb/>
von der Besichtigung der Brauerei Schwechat Abstand nahm. Inter<lb break="no"/>essanterweise war aber auch Vizeminister <rs type="person" ref="#per__126561">Breschnew</rs> nicht dabei.<lb/>
Nur Vizeminister <rs type="person" ref="#per__112953">Manschulo</rs>, der auch in der SU mich ständig begleitet,<lb/>
kam als repräsentativer Vertreter. Prof. <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner-Markhof</rs> führte,<lb/>
vorerst gab es einen sehr interessanten, geschickt gemachten franzö<lb break="no"/>sischen Film über die Brauereien. In diesem Trickfilm wurden ein<lb break="no"/>zelne österr. Aufnahme von Schwechat hineingeschnitten. Der Film<lb/>
übertrieb sehr stark, begann mit den Ägyptern, die schon das Bier<lb/>
kannten, behauptete die griechische Kultur sei auf den Bier<lb break="no"/>import aus Ägypten zurückzuführen, baute also ganz falsche sachliche<lb/>
Behauptungen aber nette Gags. Bei der Besichtigung zeigte man uns<lb/>
selbstverständlich auch die alkoholfreie Produktion. Dort gibt<lb/>
es schon eine ganz moderne Flaschenfüllanlage, die automatische<lb/>
Palettisierung ist das Prunkstück dieser Anlage, wenn die<lb/>
Emballagen mit den Flaschen hereinkommen, bedient ein Mann<lb/>
die ganze Anlage. 5 Beschäftigte müssen aber die Fremdflaschen<lb/>
vorher aussortieren. Ich fragte Prof. <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner</rs>, warum er noch<lb/>
nicht so wie bei Bier versucht hat, eine Einheitsflasche zu kreieren<lb/>
und dann nur die Etikettierung die verschiedenen alkoholfreien<lb/>
Getränke klar und deutlich unterscheiden. <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner</rs> meinte, sie wären<lb/>
glücklich, wenn so etwas gelänge.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Im Zuge der Einwegflaschenregelung<lb/>
auch dieses Problem bitte berücksichtigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_04">Die Brauerei Schwechat hat jetzt für Bier ein Konzentrat ent<lb break="no"/>wickelt. Dadurch kann sowohl alkoholfreies Bier als jede Sorte<lb/>
von alkoholischem Bier erzeugt werden. <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner</rs> hofft, dass ins<lb break="no"/>besondere in der SU, wo weite Strecken bei der Auslieferung über<lb break="no"/>wunden werden müssten, und wo es keine alten kleinen privaten<lb/>
Brauerei-Besitzer gibt, die ihr Einzugsgebiet auf alle Fälle<lb/>
verteidigen wollen, dass dieses neue System dort gut gebraucht<lb/>
werden kann. In den Anbaugebieten, wo Gerste und Hopfen verarbeitet<lb/>
wird, könnte man dann das Konzentrat herstellen und in den entfernte<lb break="no"/>sten Gegenden mit Wasser, Kohlensäure und wenn notwendig mit Alkohol<lb/>
abfüllen. Um der russischen Delegation dies zu demonstrieren, wurde<lb/>
auch die Schwechater Brauerei als Exkursionsort gewählt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_05">Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> erzählte mir dann, dass ein Teilnehmer der<lb/>
russischen Delegation ihm mitgeteilt hat, bei den Unter<lb break="no"/>suchungen des Produktes in der SU hätte man Kobaltspuren<lb/>
festgestellt. In informierte beim Mittagessen der Bundeskammer für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> sofort <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner-Markhof</rs>, der darüber sehr dankbar war<lb/>
mit seinem Braumeister resp. dem Professor, der dieses Verfahren<lb/>
entwickelte, Rücksprache hielt und feststellt, dass dies ein<lb/>
ausgesprochener Unsinn ist. Er hat auch mit dem Repräsentanten<lb/>
der Sowjet-Delegation, der dies behauptet und von der dafür zuständigen<lb/>
Stelle kam, neuerdings gesprochen. Aus dieser Bemerkung, um nicht<lb/>
zu sagen, Machenschaft sehe ich, dass der Export des Konzentrates<lb/>
oder auch eine Kooperation mit sowj. Brauereien gar nicht so einfach<lb/>
sein wird. Natürlich hätten wir grosses Interesse daran, diese Er<lb break="no"/>findung, die momentan in Wien bei einer Versuchsauslieferung<lb/>
in grösserem Rahmen getestet wird, zu exportieren. Ich fürchte<lb/>
nämlich, dass die Österreicher für so ein alkoholfreies Bier<lb/>
oder gar für die Herstellung von Alkoholbier mit dem neuen Ver<lb break="no"/>fahren nicht begeistert sein werden. Ich kann mir nicht vor<lb break="no"/>stellen, dass ein grösserer Absatz möglich ist. Wenn Schwechat<lb/>
auf seine Kosten kommen will, dann muss es in den Export gehen.<lb/>
Dafür wieder kommen nur Länder in Frage, wo grosse Distanzen<lb/>
mit Transporten von Bier zu überwinden wären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_06">Dir. <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> teilt mir telefonisch mit, dass er eine streng<lb/>
vertrauliche Information von <rs type="person" ref="#per__125950">Leibenfrost</rs>, Steyr-Daimler-Puch,<lb/>
bekommen hat, der jetzt aus Lagos zurückkehrte. Dort hätte er<lb/>
erfahren, dass die verschärften Aktionen gegen die Stickerei-<lb/>
Importe aus Österreich durch den Schweizerischen Handelsdelegierten<lb/>
in Lagos ausgelöst wurden. Die Schweizer Stickerei-Betriebe sind<lb/>
derzeit nur als Unterlieferanten der Vorarlberger beschäftigt.<lb/>
Die Vorarlberger haben so starke und grosse Aufträge übernommen,<lb/>
dass sie mit den eigenen Stühlen nicht mehr nachkommen. Deshalb<lb/>
mussten sie die Schweizer Stickerei-Firmen als Unterlieferanten<lb/>
heranziehen. Dies dürfte sie so geärgert haben, dass sie ent<lb break="no"/>sprechende Recherchen anstellten, wieso die Österreicher in<lb/>
Nigeria einen so guten Absatz haben. Auch als die Zollerhöhung<lb/>
kam, die Importrestriktion und jetzt die Importsperre, wurden<lb/>
noch immer grosse Mengen von österr. Stickereien nach Lagos ex<lb break="no"/>portiert. Aus Konkurrenzneid scheinbar wurde deshalb der Schweizer<lb/>
Handelsdelegierte beauftragt zu klären, wie dies möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_07">Sollte diese Story tatsächlich wahr sein, ich kann es mir<lb/>
nicht recht gut vorstellen, dann hätte sich wieder einmal<lb/>
bewahrheitet, dass man eben nicht allzu stark nur nach Profit<lb break="no"/>interessen die Produktion ausdehnen soll und wenn man<lb/>
dazu nicht mehr imstande ist, dann Unterlieferanten damit beschäftigt.<lb/>
Die Behauptung, dass die Schweizer dies sogar mit der Absicht<lb/>
gemacht haben, entweder selbst einzusteigen oder das Geschäft<lb/>
platzen zu lassen, kann ich mir nicht vorstellen. In diesem<lb/>
Fall hätten sie sich selbst eine Produktionsmöglichkeit, wenn<lb/>
auch nur als Unterlieferanten, zerstört.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_08">Das Mittagessen der Handelskammer für <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs>, die Schluss<lb break="no"/>besprechung und Unterzeichnung und auch der Empfang dann am<lb/>
Abend in der russischen Botschaft verlief in der gewohnten Form.<lb/>
Wenn der russische Botschafter einlädt, ist immer jede Firma<lb/>
die auch nur im entferntesten etwas mit den Russen zu tun hat<lb/>
anwesend. Ein ungeheures Gedränge, ein furchtbar heisser Empfangs<lb break="no"/>raum, wer noch dazu Wodka trinkt, hat im wahrsten Sinne des Wortes<lb/>
die Hölle auf Erden. Das erste Mal erlebte ich, dass von der<lb/>
sowjetischen Seite mindestens ein Dutzend von Frauen, scheinbar<lb/>
Büroangestellte ebenfalls beim Empfang anwesend waren. Bei diesem<lb/>
Empfang hatte ich endlich einmal Gelegenheit, die beiden<lb/>
Vertreter resp. Besitzer der Fa. Gertner kennenzulernen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112953">Manschulo</rs> hat sie mir sofort als langjährige Geschäftspartner,<lb/>
die sich nicht nur in Österreich sondern auch in der BRD für<lb/>
die SU oder besser gesagt mit der SU gute Geschäfte machen,<lb/>
vorgestellt. Ich habe die beiden darauf aufmerksam gemacht, dass<lb/>
wir für das Jahr 1980 und später grosse Exportlücken erwarten<lb/>
müssen, wenn es nicht gelingt, grössere Abschlüsse zu tätigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__148522">Gertner</rs> meinte, es gäbe die Chance eines Röhrenwerkes, worüber<lb/>
sie bereits jetzt verhandeln.<lb/>
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auf und informiere <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_10">Während des Mittagessen informierte mich <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, dass <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs><lb/>
vom ORF ZiB 2 angerufen wurde, dass diese bereit sind, ein<lb/>
Standbild der Vertragsunterzeichnung zu bringen, wenn ein<lb/>
Reporter <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> interviewen kann, wo der österr. Atommüll<lb/>
in die SU hinkommen würde, resp. was die SU mit dem Atommüll<lb/>
macht. Ich war über diese fast erpresserische Art so empört,<lb/>
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diesbezügliches Schreiben schicken, wo wir eine solche Vorgangs<lb break="no"/>weise auf das entschiedenste zurückweisen. Ich habe noch Verständ<lb break="no"/>nis dafür, wenn österr. Minister oft in sehr unfairer Weise<lb/>
interviewt und oft in noch unfairerer Weise dann dieses Interview<lb/>
wiedergegeben wird. Gar kein Verständnis habe ich aber dafür,<lb/>
wenn man ausländische Minister insbesondere aus den Oststaaten<lb/>
derartig sensationslüstern hineinlegen will. Mir ist noch immer<lb/>
in Erinnerung wo <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> auf das seinerzeitige Interview mit<lb/>
der Presse und dann insbesondere mit dem Titel: <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> mit<lb/>
den leeren Taschen, verärgert reagiert. Auch jetzt erzählt er<lb/>
mir in kleinstem Kreis, wie er mit dem US-Senator <rs type="person" ref="#per__148523">Ritkow</rs> in<lb/>
Washington die grössten Auseinandersetzungen gehabt hat, weil man<lb/>
dort die sowjetische Haltung nicht verstehen kann oder verstehen<lb/>
will. Ich glaube, dass ich das gute Verhältnis zu den Oststaaten-<lb/>
Repräsentanten deshalb habe, weil ich ein wenig mich in deren<lb/>
Mentalität hineindenke und einfühle. Vielleicht wird jemand anderer<lb/>
sagen, dass ich ein ideologischer Schwächling bin, der den fort<lb break="no"/>schreitenden Kommunismus nicht mit Härte bekämpft. Meine Auffassung<lb/>
ist und bleibt, die österr. Neutralität, die letzten Endes nur<lb/>
von der SU auch mit garantiert werden kann, soll man nicht durch<lb/>
solche kindische Versuche von Sensationshascherei gefährden,<lb/>
wäre zuviel gesagt. Sicherlich aber würden solche unbedachte<lb/>
Nadelstiche in Summe gesehen, das Klima aber doch ein wenig ver<lb break="no"/>schlechtern. Wenn man bedenkt, wie oft dann entscheidende Ent<lb break="no"/>schlüsse von kleinsten Ursachen beeinflusst werden könne, wie ins<lb break="no"/>besondere in den Oststaaten uns dann solche scheinbar nebensäch<lb break="no"/>liche Fragen einen bedeutenden Entschluss beeinflussen können,<lb/>
dann sollte man, dies ist meine feste Überzeugung, eben von <choice><choice><sic>vornherein</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
sehr vorsichtig sein.,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_11">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> verständigte mich, dass er durchgesetzt hat, dass<lb/>
am 15. September die Verhandlung gegen den ARBÖ verschoben wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> machte mich darauf aufmerksam, dass bei der letzten Aus<lb break="no"/>sprache <rs type="person" ref="#per__130517">Schachter</rs> eigentlich als Rechtsvertreter bei der Be<lb break="no"/>sprechung anwesend war, was gegen die Regeln der anwaltlichen<lb/>
Vertretung verstösst. Er hätte mit seinem Rechtsvertreter<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__126294">Schönfeld</rs> Dr. <rs type="person" ref="#per__131760">Barfuss</rs> usw. gesprochen und diese hätten ihm<lb/>
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Ich habe sofort <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> und <rs type="person" ref="#per__130517">Schachter</rs> zu mir gebeten, ihnen<lb/>
den Sachverhalt dargelegt und unmittelbar mit Dr. <rs type="person" ref="#per__131760">Barfuss</rs> gesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_12">Dieser hat mir sofort erklärt, er betrachtet die Angelegenheit<lb/>
als erledigt, war nicht so gravierend als dies <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> darstellte.<lb/>
Grössere Sorgen bereitet <rs type="person" ref="#per__131760">Barfuss</rs> die Vorgangsweise vom Leiter<lb/>
der Untersuchungsanstalt <rs type="person" ref="#per__97808">Petuely</rs>. An Hand von Beispielen kann er<lb/>
nachweisen, dass <rs type="person" ref="#per__97808">Petuely</rs> jetzt sich auch gegen alle Anordnungen<lb/>
seiner übergeordneten Dienststellen ja selbst von Minister <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs><lb/>
wendet. Ich schlug <rs type="person" ref="#per__131760">Barfuss</rs> vor, er solle mit <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> und <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
sich zusammensetzen, um eine Lösung dieses Problemes zu suchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_14">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB wurde mir neuerdings bestätigt,<lb/>
dass diese Institutionen bereit sind, das Getreidekonzept von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und mir weiter zu verfolgen. Am 21. Juli ist die nächste<lb/>
Sitzung. Ich versuchte darüber sofort den Präs. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs><lb/>
zu informieren, doch war eine Verbindung nicht herzustellen, weil<lb/>
sein Sekretariat nicht wusste, wo sie ihn erreichen konnte.<lb/>
Die AK, Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, ist bereit, für Qualitätsweizen eventuell<lb/>
den Preis um 10 Groschen zu erhöhen, wenn ein Getreidekonzept zustan<lb break="no"/>de kommt, und gleichzeitig die Preise für Füllweizen freigegeben<lb/>
werden. Auf diese Art und Weise hofft <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> aus der Überproduktion<lb/>
von Füllweizen herauszukommen. Selbstverständlich darf jetzt<lb/>
noch nicht diese 10-Groschen-Qualitätsweizenpreiserhöhung genannt<lb/>
werden, weil ansonsten nicht damit zu rechnen ist, dass wir<lb/>
zu einem Qualitätsweizen-Konzept wirklich kommen. Ich bin fest<lb/>
davon überzeugt, dass <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> und der Bauernbund früher oder<lb/>
später bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auftauchen werden, um eine Getreidepreis<lb break="no"/>regelung dort durchzusetzen. Wenn auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mir gestern erklärt<lb/>
hat, er denke nicht daran hier einzugreifen, bin ich fest<lb/>
davon überzeugt, wird früher oder später er doch einen Vermittlungs<lb break="no"/>vorschlag machen. Da <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> die Gersten- und Maispreise über<lb/>
den Transportausgleich ebenfalls um 10 Groschen anheben will,<lb/>
die Bauern erwarten 15 gr., könnte ich mir vorstellen, dass<lb/>
wir doch zu einer gemeinsamen Konzeption kommen können. Jed<lb break="no"/>wede Zusage, die ich aber mache, würde nur dazu führen, dass<lb/>
bei der Aussprache bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sie dann erklären, dies hätte<lb/>
ihnen schon die Preiskommission mehr oder minder zugesprochen,<lb/>
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Zugeständnis.<lb/>
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für die Zahlungsbilanz-Entwicklung eine Konzeption erarbeiten.<lb/>
Vorgezogen soll werden die öffentliche Auftragsvergabe und<lb/>
die Importsubstitution. Damit hofft <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB, noch im Juli<lb/>
beginnen zu können. ÖNB-GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> drängte neuerdings auf<lb/>
eine schnellere Behandlung insbesondere auch auf dem Energie<lb break="no"/>sektor. Die Energiesparmassnahmen müssen beschleunigt einsetzen<lb/>
sonst glaubt er, wird das Zahlungsbilanzproblem für uns unlösbar.<lb/>
In den Sommermonaten haben sich jetzt durch die Fremdenverkehrs<lb break="no"/>einnahmen die Devisenbestände verbessert. Derzeit haben wir<lb/>
43 Mia. S gegenüber dem Vorjahr, wo wir vor einigen Monaten<lb/>
noch um 20 Mia weniger gehabt haben hat sich jetzt der Abstand<lb/>
auf 13 Mia. S verringert. Durch die immer wieder beginnende<lb/>
Diskussion wegen der harten Schillingwährung wurde jetzt eine<lb/>
neue Dollar-Spekulation ausgelöst. Am Donnerstag wurden 15 Mio. $<lb/>
und am Freitag sogar 50 Mio. $ Spekulationseinkäufe getätigt.<lb/>
Alles rechnet, dass der Dollar von den 16.30 S sich wieder erholen<lb/>
muss und einige versuchen daraus einen Spekulationsgewinn zu<lb/>
erzielen. Ich war immer ein Anhänger fester Wechselkurse, wie<lb/>
soll ein Unternehmer wirklich, der sich nicht auf Währungs<lb break="no"/>spekulationen einlassen will, ohne hohe Kosten sich gegen diese<lb/>
ständigen Kursschwankungen absichern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-08_16">Die AK und der ÖGB sind bereit, jetzt über die nichttarifarischen<lb/>
Hemmnisse sehr konkrete Verhandlungen zu führen. Bis jetzt<lb/>
war es nämlich so, dass diese ganz entschieden abgelehnt wurden.<lb/>
Jetzt sieht schön langsam auch die AK ein, dass es unmöglich ist<lb/>
für unsere österr. Bekleidungsindustrie, Textilindustrie, Leder<lb break="no"/>industrie aber auch natürlich Nahrungsmittel- und Genussmittel<lb break="no"/>industrie gegen die Praktiken, die heute weltweit getätigt<lb/>
werden, ohne mit entsprechenden Gegenmassnahmen zu überleben.<lb/>
Leider müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass jetzt grosse<lb/>
Staaten wie z.B. Frankreich die Liberalisierung für Bekleidung<lb/>
ganz einfach aufgehoben hat, um ihre eigene Industrie zu<lb/>
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dem nichttarifarischen Handelshemmnissektor ergreifen.<lb/>
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mit den Aussenhandelsleuten entsprechende Überlegungen anstellen.<lb/>
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               <persName><surname>Breschnew</surname><forename>Yuri L.</forename></persName>
               <occupation>stv. sowj. Außenhandelsmin., Sohn v. Leonid B.</occupation>
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               <persName type="label">Kienzl, Heinz</persName>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
               <persName><surname>Haiden</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Castellez, Paul</persName>
               <persName><surname>Castellez</surname><forename>Paul</forename></persName>
               <occupation>Direktor Kontrollbank</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
               <persName><surname>Patolitschew</surname><forename>Nikolaj S.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Leibenfrost, Franz Josef</persName>
               <persName><surname>Leibenfrost</surname><forename>Franz Josef</forename></persName>
               <occupation>GD Semperit</occupation>
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               <persName type="label">Minkowitsch, Roland</persName>
               <persName><surname>Minkowitsch</surname><forename>Roland</forename></persName>
               <occupation>Präs. Bauernbund</occupation>
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               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
               <persName><surname>Leodolter</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
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               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
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               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Manschulo, Alexej N.</persName>
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