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            <title type="main">Mittwoch, der  6. Juli 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_01">Mittwoch, 6. Juli 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_02">Ein neuer Schlichtungsversuch zwischen den beiden Autofahrer<lb break="no"/>klubs ÖAMTC und ARBÖ, repräsentiert durch Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs>, brachte mich nur ein kleines Stück weiter. Dr. <rs type="person" ref="#per__130517">Schachter</rs><lb/>
der den ARBÖ im Abwerbungsprozess als auch im Prozess wegen des<lb/>
Plagiates Inhaltsverzeichnis der Strassenverkehrsordnung vertritt,<lb/>
versuchte von Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> zu erreichen, dass beide Prozesse<lb/>
ruhen sollten. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> wieder verlangte, dass jetzt endlich eine<lb/>
Lösung des Garagenproblems und der Abstellplätze, die in Wien<lb/>
auschliesslich der ARBÖ bekommt, als Testfall zuerst geregelt wird.<lb/>
Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs>, gleichzeitig ARBÖ-Präsident von Wien,<lb/>
wäre zwar kompromissbereit, doch scheitert dies an technischen<lb/>
Unmöglichkeiten innerhalb der Rathausbürokratie. Angeblich<lb/>
erfährt von freiwerdenden unbebauten Grundstücken bevor sie wieder<lb/>
neuerlich bebaut werden, nur der ARBÖ über seine politische Ver<lb break="no"/>bindung mit den Bezirksräten bei Kommissionierungen. Der ÖAMTC<lb/>
hat diese Organisation nicht, die ÖVP-Mandatare haben kein Inter<lb break="no"/>esse, ihnen zu helfen, weshalb er zu spät, besser gesagt, nie<lb/>
eine freie Fläche zum Abstellen bis jetzt bekommen hat und wahr<lb break="no"/>scheinlich auch in Zukunft nie bekommen kann. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs><lb/>
wird neuerdings mit seinem Bundesvorstand, d.h. auch allen Länder<lb break="no"/>präsidenten telefonisch sofort reden, ob es eine Möglichkeit des<lb/>
Ruhens der Prozesse gibt, um das Klima nicht zu verschärfen.<lb/>
Noch viel schlimmer wäre, wenn wie <rs type="person" ref="#per__130517">Schachter</rs> sagte, die<lb/>
Zeugeneinvernehmen von Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> des ÖGB und Abg. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
als Fraktionsobmann der soz. Gewerkschafter erfolgt, weil dann<lb/>
in der Abwerbungsaktion seinerzeit zumindestens die soz. Gewerk<lb break="no"/>schaftsfraktion in der Auto-Organisationen einbezogen wird.<lb/>
Da im Herbst in der Wiener Organisation <rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> zurücklegt und der<lb/>
Obmann der Privatangestellten <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> neuer Wiener Obmann<lb/>
wird, wäre es auch nicht gerade sehr günstig, diesen Rechtsstreit<lb/>
auszutragen. <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> hat mich dann nachmittags neuerdings<lb/>
angerufen und für die Vermittlung herzlichst gedankt und der<lb/>
Hoffnung Ausdruck gegeben, dass ich doch eine Schritt weiter<lb break="no"/>kommen werde, resp. schon gekommen bin. Für mich ist das eigent<lb break="no"/>lich nichts mehr als eine traditionelle Tätigkeit zwischen den<lb/>
beiden Verbänden zu vermitteln, seitdem ich 1970 bis 1974 die<lb/>
Strassenverkehrskompetenz gehabt habe. Beide Verbände versicherten<lb/>
mir, dass sie glücklich wären, wenn ich noch immer für diese Frage<lb/>
zuständig wäre. Ich persönlich bin allerdings sehr froh, dass ich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_03">Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__97880">Rosenstrauch</rs> der Fa. Polkarbon ist fest davon überzeugt,<lb/>
dass eine Studiengesellschaft, die er gründen möchte, die<lb/>
Zweckmässigkeit einer Kohle-Pipeline zwischen Kattowitz und<lb/>
Linz erbringen würde. Die Italiener möchten jetzt den Projekt<lb/>
von Kattowitz bis Triest. Darin sieht er keine wesentliche Er<lb break="no"/>sparnis, denn die polnische Kohle kann auch über Seehäfen<lb/>
verschifft werden. Nach Österreich aber beträgt die Bahnfracht<lb/>
15 $ im nächsten Jahr, während die Pipeline höchstens auf<lb/>
5 $ pro Tonne kommt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass<lb/>
1,2 Mill. Linz-Chemie, 1,5 Mill. die VÖEST, die derzeit nur<lb/>
700.000 t übernimmt und 2 Mill. t die E-Wirtschaft, die ein<lb/>
1.000-MW-Werk mit 6.000 Betriebsstunden errichten müssten.<lb/>
Nach Berechnungen Polkarbons würde es wesentlich billiger sein,<lb/>
Kohle mit der Pipeline nach Österreich zu transportieren und<lb/>
hier zu verstromen, als gleich in Polen den Strom zu erzeugen<lb/>
und nach Österreich zu verkaufen. Mein Argument, es gibt in Kattowitz<lb/>
nicht genug Wasser, hat <rs type="person" ref="#per__97880">Rosenstrauch</rs> bestätigen müssen, meint<lb/>
aber in diesem Fall würde eine eigene Wasserpipeline von der<lb/>
Donau bis Kattowitz gelegt werden, um dann einen geschlossenen<lb/>
Kreislauf zu haben. Ich bin sehr gespannt, was diese Studien<lb break="no"/>gesellschaft für Berechnungen vorlegen wird. Momentan allerdings<lb/>
ist sie noch nicht einmal gegründet. Ich würde sie sehr unter<lb break="no"/>stützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte kläre mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, wie es<lb/>
um diese Studiengesellschaft steht und wie wir sie <choice><choice><sic>ideel</sic><corr>ideell/ideal?</corr></choice></choice> fördern<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_05">Sowohl der neue Landesobmann <rs type="person" ref="#per__111399">Knafl</rs> vom ÖAAB Kärnten, als auch<lb/>
dann Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> von der Verbundgesellschaft riefen mich an,<lb/>
um noch einmal um meine Intervention bei der ÖDK zu bitten, damit<lb/>
man wegen der Geschäftsordnungsänderung, Dirimierung von <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzen<lb break="no"/>berg</rs> spricht. <rs type="person" ref="#per__111399">Knafl</rs> befürchtet, dass in allen Gesellschaften die<lb/>
Dirimierung kommen würde und das könne der ÖAAB auf keinen Fall<lb/>
akzeptieren. Ich verwies sofort darauf, dass ich feststellen<lb/>
muss, dass nur in der ÖDK derzeit ein so schlechtes Klima herrscht,<lb/>
und nichts weitergeht, während in der TKW – Tauernkraftwerke –<lb/>
die beiden Geschäftsführer in bestem Einvernehmen arbeiten.<lb/>
Da die ÖVP angeblich jetzt kompromissbereit ist und einen Aus<lb break="no"/>weg sucht, habe ich von diesen Interventionen Präs. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs><lb/>
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mit den ÖVP-lern aufnehmen. Im Prinzip erklärte ich aber allen,<lb/>
dass ich mich nicht in die Angelegenheit der Organe einschalten<lb/>
werde. Vor allem liegt die Entscheidung ausschliesslich bei diesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_06">Zur Ankunft des Ministers <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> bin ich zu spät gekommen<lb/>
weil die Aeroflot von Moskau wegfliegt, wenn sie komplett ist<lb/>
und dann eben um eine halbe Stunde zu früh ankommt. Das nächste<lb/>
Mal müssen wir Vorsorge treffen, vom Flughafen sofort verständigt zu<lb/>
werden, wenn Maschinen mit Ministern, die ich abholen soll,<lb/>
frühzeitig landen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_07">ANMERKUNG <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dies mit der Flughafengesellschaft<lb/>
klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_08">RA Dr. <rs type="person" ref="#per__148509">Leon</rs> von der Fa. Schrack, gleichzeitig Aufsichtsrats<lb break="no"/>präsident, wollte mir nur persönlich die Ansuchen wegen Aus<lb break="no"/>zeichnungsverleihung von Betriebsräten und den Firmenchef über<lb break="no"/>bringen. Interessant war seine Mitteilung, dass Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111701">Beroldingen</rs><lb/>
vom BKA - Protokoll ihm erklärte, er solle auch für die Arbeitnehmer<lb/>
bei mir einreichen und nicht im Sozialministerium, denn bei uns<lb/>
gibt es höhere Ordensgrade als dort. Man sieht, dass scheinbar<lb/>
die Bürokratie im Sozialministerium grössten Wert darauf legt, dass<lb/>
nur sie die Beamten entsprechend hohe Orden bekommen, die Arbeit<lb break="no"/>nehmern, sind sie der Meinung, tiefere sind gut genug. Auch 1970<lb/>
musste ich feststellen, dass in unserem Ministerium die Beamten<lb/>
die Richtlinien ausgesprochen streng, d.h. schlecht für die Unter<lb break="no"/>nehmer, die ich auszuzeichnen hatte, auslegten. Seitdem ich durch<lb break="no"/>gesetzt habe, dass Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sogar in die Regierungsetage<lb/>
der Ordenstreppe gekommen ist während der Arbeiterkammerpräsident<lb/>
im Sozialministerium zwei Stufen tiefer nur eingestuft wurde,<lb/>
macht es scheinbar den Beamten keinen Spass mehr, grösseren<lb/>
Widerstand gegen höhere Auszeichnungen zu versuchen. Mich per<lb break="no"/>sönlich hat es immer schon gewundert, dass AK-Präsident so<lb/>
schwach dekoriert wurde. Da ich ja auf Orden keinen Wert lege,<lb/>
habe ich mich daher auch über dieses Emblem nicht besonders aufge<lb break="no"/>regt. Wäre ich allerdings noch Kammeramtsdirektor, so hätte ich<lb/>
diese Diskriminierung nicht akzeptiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_09">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, ÖMV, hat scheinbar ein schlechtes Gefühl,<lb/>
weshalb er die jetzt längere Zeit unterbrochene Information<lb/>
über ÖMV-Aktivitäten wieder aufnahm. Genau wie früher erscheint<lb/>
er mit einem <choice><choice><sic>Kas-Zetterl</sic><corr>?</corr></choice></choice> und teilt mir strengst vertraulich die<lb/>
grössten uninteressantesten Neuigkeiten mit. Da er sich bei<lb/>
dieser Gelegenheit gleich wieder über Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> beschwerte,<lb/>
weil dieser sich so benimmt wie ein sowjetischer Vizeminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> im Aussenhandelsministerium. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> glaubt die ÖMV sei ein<lb/>
Vollzugsorgan wie in der Sowjetunion die Aussenhandelsorganisationen.<lb/>
Ich wies diesen Vergleich entschieden zurück, sagte aber, dass<lb/>
eben eine wesentliche Änderung der Energiesektion und in der<lb/>
Obersten Bergbehörde eingetreten ist und noch eintreten wird.<lb/>
Wenn Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> glaubt, die ÖMV mache ausschliesslich<lb/>
Energiepolitik im Interesse der Österreicher und des österr.<lb/>
Staates, so mag dies subjektiv stimmen, objektiv gibt es immer<lb/>
Gegensätze zwischen den Geschäftsinteressen und den öffentlichen<lb/>
Interessen. Diese decken sich weder in Amerika, weshalb es jetzt<lb/>
ja den Krach zwischen den Energiebehörden und dem Firmen dort<lb/>
gibt, als auch bei uns natürlich in Österreich. Natürlich gibt<lb/>
es Interessen, Pipelines zu bauen und <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> ist überzeugt, dass<lb/>
er mit der Pipeline in der Steiermark auch andere Lagerprobleme lösen<lb/>
kann, doch wird er zur Kenntnis nehmen müssen, dass wir eben nicht<lb/>
nur gelegentlich von ihm irgendetwas erfahren, sondern er gewisse<lb/>
Auskünfte zu geben hat. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> meint, die Shell wird den 20-gr.-<lb/>
Selbstbedienungsrabatt auf 30 gr erhöhen. Scheinbar ist die<lb/>
Aktion nicht so eingeschlagen wie sie erwartet hat. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> war<lb/>
sehr erstaunt von mir zu erfahren, dass es in Italien Selbst<lb break="no"/>bedienungstankstellen gibt, wo mit einer Art Münzapparaten<lb/>
allerdings mit Papiergeld, eine nichtbesetzte Tankstelle Benzin<lb/>
abgibt. Da ich selbst in Siena diese benutzt habe, konnte ich<lb/>
dies um so mehr behaupten. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> war auch sehr erstaunt, als<lb/>
er bemerkte, dass ich den Rückgang der Abnahme von inlandsprodu<lb break="no"/>zierten Produkten den Internationalen ziffernmässig nachweisen<lb/>
konnte und wesentliche Erhöhungen der Importe feststellte. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
meinte, ja, ja, dieses Problem mache ihnen grosse Sorgen. Darüber<lb/>
zu sprechen, ist er allerdings nicht gekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_10">ANMERKUNG FÜR WAIS: Kläre mit <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs>, wie er wirklich sich<lb/>
vorstellt, ein besseres Klima zwischen Behörde und ÖMV herzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_11">In der Paritätischen Kommission musste ich den Vorsitz führen<lb/>
weshalb wir in kürzester Zeit alle Tagesordnungspunkte durch<lb/>
hatten. Wirklich interessant war nur, dass man sich jetzt doch<lb/>
auf Sozialpartnerebene geeinigt hatte, den Semmelpreis mit 1.8.<lb/>
von 1.- auf S 1.10 zu erhöhen. Selbstverständlich machte ich die<lb/>
Bemerkung, dass man bei entsprechender Disziplin der Bäcker ohne<lb/>
Wiedereinführung der Preisregelung und Delegierung an den Landes<lb break="no"/>hauptmann ausgekommen wäre. Die Handelskammer stellte an mich<lb/>
aber gar nicht die Forderung, dass jetzt wieder die Preis<lb break="no"/>regelung aufgehoben wird. Ich bin allerdings fest davon über<lb break="no"/>zeugt und habe dies nachher auch im Radio.Interview festgehalten,<lb/>
dass der Herr LH von Wien jetzt darauf verzichten wird, einen<lb/>
Semmelpreis festzusetzen. Für die Wiener ergibt sich jetzt die<lb/>
schlechtere Situation, dass wenn sie sich wieder einmal nicht<lb/>
an die Spielregeln der Paritätischen Kommission halten sollten,<lb/>
der Landeshauptmann von Wien sofort imstande ist, eine Preis<lb break="no"/>regelung in Angriff zu nehmen.<lb/>
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und dem Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> verlief wie üblich. <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs><lb/>
ist wie immer sehr aufgekratzt, wenn er in Wien ist, weil es ihm<lb/>
hier scheinbar wirklich gut gefällt. Ausserdem sagt er, wie er dies<lb/>
dann auch bei der Tischrede abends feststellte, dass wir ein kolle<lb break="no"/>giales Zusammenarbeiten haben, weil wir uns auch schon so lange<lb/>
kennen. Die Tagung wird ablaufen wie die anderen sieben, die ich<lb/>
bereits mitgemacht habe, ohne Dramatik. Dies erklärte ich auch<lb/>
den beiden Korrespondenten der TASS und der Prawda, die vorher<lb/>
von mir entsprechende Informationen wünschten, die ich ihnen<lb/>
selbstverständlich gegeben habe. Interessant war dort nur und dies<lb/>
habe ich dann auch <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> mitgeteilt, dass der Prawda-<lb/>
Korrespondent, der jahrelang schon in Wien ist, nie versteht, dass<lb/>
in den Zeitungen so pessimistisch, ja sogar so schlecht berichtet<lb/>
wird, obwohl es doch in Österreich wirklich so gut ist. Ich ver<lb break="no"/>suchte ihnen zu erklären, dass die Journalisten wahrscheinlich<lb/>
in der freien Welt überall aber bei uns in Österreich ganz be<lb break="no"/>sonders, nach dem amerikanischen Motto gehen – bad news are<lb/>
good news. Nut schlechte Nachrichten sind für die Zeitung gut<lb/>
für die Auflagensteigerung. Sensation ist alles! <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs><lb/>
bemerkte bei dieser Gelegenheit sofort, er erinnert sich noch<lb/>
an die Überschrift der Presse: <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> mit den leeren Taschen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-07-06_13">Ich bin überzeugt, dies wird er nie vergessen. Übrigens hat<lb/>
genau dieselbe Frage auch der Prawda-Korrespondent an mich ge<lb break="no"/>richtet. Wirklich entscheidend für mich war bei dieser Aus<lb break="no"/>sprache, dass ich <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> klar machen konnte, dass<lb/>
Österreich bei der Lagerung von Atommüll grosse Schwierigkeiten<lb/>
hat und an einem Arrangement mit der SU sehr interessiert wäre.<lb/>
Da <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> ja mit diesen Energiefragen nicht befasst ist,<lb/>
erklärte ich es ihm bis ins letzte Detail, um es schmackhaft zu<lb/>
machen, habe ich darauf verwiesen, dass Österreich jetzt im<lb/>
Reaktor Komponenten sehr gut im Geschäft mit den westlichen<lb/>
Staaten ist. Da die SU hier Kooperationen auf Drittmärkten auch<lb/>
auf diesem Gebiet will, könnte ich mir sehr gut vorstellen,<lb/>
dass auch bei der Komponenten-Erzeugung mit sowjetischen Stellen<lb/>
eine engere Zusammenarbeit erfolgt. Dies gelte insbesondere<lb/>
auf Drittmärkten. <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> fragte nur, ob beide Problem gekoppelt<lb/>
werden, was ich natürlich sofort verneinte. <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> meinte<lb/>
und dies mit vollem Recht, dass es sich bei der Atommüll-Frage<lb/>
um ein so prinzipielles Problem handelt, dass es auf Sowjet-<lb/>
Seite auf höchster Ebene entschieden werden muss. Er wird, wenn<lb/>
er nach Moskau zurückkommt, sofort berichten. Davon bin ich fest<lb/>
überzeugt, weil sowohl er als auch <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> hier umfangreiche<lb/>
Notizen gemacht haben. Sonst ist dies bei ihm nicht üblich. Beim<lb/>
Abendessen habe ich dann <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> im Detail infor<lb break="no"/>miert, nicht zuletzt, um einmal sagen zu können, wenn die Angriffe<lb/>
der ÖVP härter werden, was die Regierung gemacht hat, dass ich stets<lb/>
die Handelskammer auf dem laufenden gehalten habe. In diesem Fall<lb/>
war dies aber nicht mehr als eine Geste, weil ich ja alle Ver<lb break="no"/>handlungen immer mit dem Handelsdelegierten Dr. <rs type="person" ref="#per__114589">Canisius</rs> führe.<lb/>
Diesmal war sogar der österr. Botschafter aus Moskau dabei, der<lb/>
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Diese Entscheidung trifft allerdings das Aussenamt in Eigenregie,<lb/>
ich selbst mische mich da nicht hinein. Wenn die Botschafter kommen<lb/>
wollen, sollen sie sich das mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ausmachen. Mir persönlich ist<lb/>
es wirklich ganz egal.<lb/>
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               <persName><surname>Veith</surname><forename>Rolf</forename></persName>
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               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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