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            <title type="main">Dienstag, der 21. Juni 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_01">Dienstag, 21. Juni 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_02">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__137412">Hellar</rs> vom ARBÖ berichten mir über<lb/>
die Verhandlungen mit dem ÖAMTC wegen Beilegung der offenen Fragen<lb/>
zwischen den beiden Autoverbänden. Der ÖAMTC hat Dr. <rs type="person" ref="#per__137412">Hellar</rs> als<lb/>
den Autor einer Strassenverkehrsordnungsausgabe geklagt, weil dieser<lb/>
ohne Genehmigung eine Zusammenstellung mit all den Druckfehlern,<lb/>
die drinnen waren, des ÖAMTC übernommen hat. Ausserdem ist die<lb/>
Fraktion des ÖGB ebenfalls vor den Richter zitiert worden, weil<lb/>
sie alle Funktionäre der Fraktion und Betriebsräte eine wenig miss<lb break="no"/>zuverstehende Aufforderung geschickt hat, den ÖAMTC aus- und dem ARBÖ<lb/>
beizutreten. Hier wurde insoferne geschickter agiert, als man<lb/>
wenigstens nur als Service-Leistung den Angeschriebenen empfohlen<lb/>
hat, die vorgelegt Drucksorte, welche den Austritt des ÖAMTC durch<lb break="no"/>geführt hätte, zu benützen. Um all dies beizulegen habe ich Dr. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs><lb/>
den Generalsekretär des ÖAMTC, vor längerer Zeit besucht und aufge<lb break="no"/>fordert, mit <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> Verhandlungen zu führen, um vielleicht alle<lb/>
offenen Fragen aus der Welt zu schaffen. Der ÖAMTC wieder hat als<lb/>
Hauptproblem, dass der ARBÖ die Garagen von der Gemeinde Wien angeb<lb break="no"/>lich bekommt, während er gar nichts erhält. Tatsache ist, dass in<lb/>
Gemeindebauten früher Abstellräume für Mopeds und Motorräder vorge<lb break="no"/>sehen waren, die der ARBÖ mieten konnte. In der Zwischenzeit können<lb/>
sich die Mopedfahrer, meistens junge Leute, diese Garagen gar nicht<lb/>
mehr leisten und die Funktionäre des ARBÖ haben über all, wo es<lb/>
ging, durch Aufbruch der Wand Autogaragen daraus gemacht. Meistens<lb/>
allerdings nur für zwei bis 3 höchsten vier Wagen. Wenn man 400.000<lb/>
Garagen rechnet, mit 20.000 m² so sieht man schon, wie wenig Autos<lb/>
eigentlich dort untergestellt werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Termin mit <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> und <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> zwecks<lb/>
Besprechung mit mir vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_04">Der ARBÖ beschwert sich mit Recht, dass die vom Konsumentenbeirat empfoh<lb break="no"/>lenen Schlichtungsstellen für Reparatur- und Autokauf-Streitigkeiten<lb/>
in einzelnen Ländern tatsächlich errichtet und ausgebaut wurden,<lb/>
in anderen fast nichts weitergeht. Die Innungen haben solche Schlich<lb break="no"/>tungsstellen schon seit längerer Zeit und sollen nun durch Konsumenten<lb break="no"/>vertreter ergänzt werden. Die Überlegung war, dass die AK oder der ÖGB<lb/>
kaum die notwendigen Fachleute dafür haben werden und automatisch<lb/>
damit ARBÖ-Funktionäre heranziehen werden. Darauf kann und will<lb/>
ich keinen Einfluss nehmen. Wichtig erscheint mir aber, dass<lb/>
tatsächlich die von mir in der Öffentlichkeit angekündigten Schlich<lb break="no"/>tungsstellen so schnell wie möglich ergänzt werden und effektivere<lb/>
<pb n="37-0744" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-06-21_0744.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Arbeit leisten. Vor allem hat <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> recht, wenn er meint,<lb/>
es müsste jetzt auch von Seiten des ARBÖ und aller anderen Inter<lb break="no"/>essenvertretungen die bestehenden Schlichtungsstellen propagiert<lb/>
werden, damit sich die Leute dorthin wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte auf TO für nächstes Jour fixe setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_06">Im Ministerrat hatte ich überhaupt keine Vorlage und die Tagesord<lb break="no"/>nung wurde auch so wie immer schnell und ohne Diskussion abgewickelt.<lb/>
Humorvoll könnte man sagen, dass das wichtigste Ereignis war,<lb/>
dass die Regierung wieder einmal, nachdem sie jetzt umgebildet wurde<lb/>
– interessanterweise sprechen die Zeitungen von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> III, wohl<lb/>
wenn man die Änderungen während einer laufenden Legislaturperiode<lb/>
zählt, dann es sicherlich schon wesentlich mehr <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Regierungen<lb/>
gäbe, wenn man dagegen nur was glaube ich richtig ist, zählt, solange<lb/>
eine Regierung als solche vom Bundespräsidenten neu vereidigt wird,<lb/>
dann gibt es <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> III seit 1975. Wenn jemand abergläubisch ist und<lb/>
alte Sprichwörter gelten lässt, dann heisst es alle guten Dinge sind drei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_07">Die Vorbesprechung zur Generalversammlung der ÖFVW mit Dr. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs>, dem<lb/>
geschäftsführenden Obmann, <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs>, ergab dann auch bei<lb/>
der Generalversammlung einstimmig festgestellt wurde, dass wir uns<lb/>
doch für eine neue Unterkunft in Wien für die Zentrale umsehen müssen.<lb/>
Das an und für sich gut geeignete Domizil in der Hohenstaufengasse, eine<lb/>
zweckentfremdete Bank von <rs type="person" ref="#per__117854">Otto Wagner</rs>, wird, wie auch der Bautenver<lb break="no"/>treter <rs type="person" ref="#per__146999">Fichtl</rs> dann in der Generalversammlung mitteilte, wahrscheinlich<lb/>
erst in etlichen Jahren endgültig renoviert. Jetzt hat man erst Archi<lb break="no"/>tekten bestimmt, wie z.B. <rs type="person" ref="#per__136817">Boltenstern</rs>, der die Renovierung durchführen<lb/>
soll. Dies könnte von der ÖFVW noch abgewartet werden, wenn gleich<lb break="no"/>zeitig eine Aussicht bestünde, dass die dort untergebrachten anderen<lb/>
Dienststellen tatsächlich aus dem Haus ausziehen. Das BKA – verstaat<lb break="no"/>lichte Industrie und ERP sollten in die Hofburg übersiedeln. Der neue<lb/>
Sektionschef für beide Sektionen, <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, der sicher sehr daran inter<lb break="no"/>essiert wäre, aber die Bundesgebäudeverwaltung, das Denkmalamt erklärt,<lb/>
dass in der Hofburg aus Denkmalschutzgründen eine solche Übersiedlung<lb/>
wieder nicht möglich. Einstimmig wurde deshalb beschlossen, um ein<lb/>
anderes Zentralgebäude sich umzusehen. Das Gebäude von Minerva in<lb/>
der Zieglergasse ist jetzt mit 42 Mill. von der Gesiba angeboten. Dort<lb/>
könnte nicht nur die Zentrale untergebracht werden sondern auch die Lager,<lb/>
für die wir jetzt 1 Mill. S bezahlen müssen. Die Miete in der Hohenstaufen<lb break="no"/>gasse ist mit 250.000 S sehr billig. Wenn das Haus gekauft wird, worauf<lb/>
jetzt alle drängen, wird die Miete zwar wegfallen, dafür aber entsprechend<lb/>
<pb n="37-0745" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-06-21_0745.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hohe Installationen und Investitionen notwendig sein. Man schätzt<lb/>
dass man mindestens 15 Mill. S auch dafür brauchen wird. Ich habe<lb/>
mit dem Vertreter von Wien, Dr. <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs>, gesprochen, damit er versucht<lb/>
mit seinen Funktionären bei der Gesiba eine entsprechende Preis<lb break="no"/>reduktion oder, was noch besser wäre, irgendwo anders ein anderes<lb/>
Projekt z.B. eine nicht mehr benötigte Schule für die ÖFVW zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_08">Die Fremdenverkehrspolitik und der österr. Fremdenverkehrswerbungsbericht<lb/>
wurde einstimmig, ja ich kann sogar sagen als eindeutig positiv zur Kennt<lb break="no"/>nis genommen. Nur Dr. <rs type="person" ref="#per__117627">Oppitz</rs> von Salzburg meinte, die jetzt in Angriff<lb/>
genommene neue Politik wie Verkaufswerbung, Reorganisation der Basis<lb break="no"/>organisation zeige immer deutlicher, dass ein Realisierungsinstrument<lb/>
für die Fremdenverkehrspolitik geschaffen wird, deren Zielsetzung<lb/>
vielleicht sein könnte, die Länderkompetenz doch irgendwie aufzu<lb break="no"/>weichen. Er sagte es nicht so deutlich, hat aber eine grundsätzliche<lb/>
theoretische Diskussion beginnen wollen. Ich habe, ohne dass er<lb/>
es vielleicht bemerkte dann durch beruhigende Erklärungen das Handels<lb break="no"/>ministerium wird niemals die Kompetenz der Länder beschneiden wollen,<lb/>
diese theoretische Diskussion abgeblockt. Man weiss nämlich nie, was<lb/>
dabei herauskommt, ich verwies darauf, dass wir in der Praxis in den<lb/>
vergangenen 7 Jahren und ganz besonders ich als Verantwortlicher<lb/>
für das Handelsministerium immer wieder gezeigt haben, dass alle<lb/>
Beamten stets unter Wahrung der Kompetenz der Länder jedwede Aktionen<lb/>
und Aktivitäten ausschliesslich im Einvernehmen mit den Ländern resp.<lb/>
Interessensvertretungen gestartet haben. Mein Vorschlag war daher<lb/>
nicht jetzt in der theoretischen Diskussion sich womöglich zu ent<lb break="no"/>zweien, sondern in der praktischen Arbeit zu demonstrieren, dass<lb/>
die bis jetzt erfolgreiche Fremdenverkehrspolitik fortgesetzt werden<lb/>
und verbessert werden soll. Interessant war noch der Punkt, wo Abg. <rs type="person" ref="#per__111728">West<lb break="no"/>reicher</rs> aus dem Bericht von mir, dass jetzt 600 Mill. S für die ERP-<lb/>
Ersatzaktion zur Verfügung stehen, meinte, dies wären nur 400 Mill. S<lb/>
Der Finanzministeriumsvertreter <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> hat sofort scharf dagegen Stellung<lb/>
genommen und meinte, es wären 6 Tranchen, wenn auch nicht à 100 Mill.<lb/>
sondern durch die Kreditkostenverteuerung ein bisschen weniger sicher<lb break="no"/>lich aber nicht unter 85 Mill. S herauskommen. Der Obmann der Fremden<lb break="no"/>verkehrssektion <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> meinte, mir gegenüber, es werden sicherlich<lb/>
565 Mill. sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort die entsprechenden Be<lb break="no"/>rechnungen anstellen und mit mir besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_10">Vor der Sitzung habe ich mit Min.Rat <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> vom Finanzministerium<lb/>
noch geklärt, dass wenn wir das Budget von 220 Mill. dieses Jahr im<lb/>
nächsten Jahr auf 240 Mill. S erhöhen, der Bund 12 Mill. mehr be<lb break="no"/>zahlen muss und nicht wie jetzt auf Grund der Richtlinien bei einer<lb/>
10 %-igen Kürzung der Subventionen im nächsten Jahr weniger bezahlen<lb/>
würde. <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> versicherte mir neuerdings, dass in der Herbstbesprechung<lb/>
mit dem Finanzminister dies selbstverständlich berücksichtigt wird.<lb/>
Bei den Landesfinanzreferenten hat es für den Länderanteil in diesem<lb/>
Jahr schon Schwierigkeiten gegeben. Für das nächste Jahr die Budgeter<lb break="no"/>höhung hat bereits die Landesfinanzreferenten beschäftigt und einen gemein<lb break="no"/>samen Beschluss noch einmal diese Erhöhung mitzumachen am 8. Juli in einer<lb/>
Sitzung der Verbindungsstelle der Bundesländer letzten Endes genehmigt.<lb/>
Ich habe der Leitung der ÖFVW dringendst empfohlen für das nächste<lb/>
Jahr die Budgets so zu erstellen, dass in Hinkunft nicht mit weiteren<lb/>
Erhöhungen ohne weiteres gerechnet werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Kläre bitte fraktionell mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, wie wir<lb/>
aus diesem Dilemma herauskommen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_12">Seit 1969 wurden die Sitzungsgelder für das Direktorium mit 150.- S<lb/>
festgesetzt nicht mehr erhöht. Jetzt wollte Hofrat <rs type="person" ref="#per__123822">Gaisbacher</rs> als<lb/>
Ländersprecher, dass wir diese sofort auf 500.- S erhöhen. Er hat<lb/>
seinen Antrag dann reduziert und war mit 150.- S Aufstockung zufrieden.<lb/>
<choice><choice><sic>Ich</sic><corr>In</corr></choice></choice> weiteren Etappen soll man dann schön langsam auf die 500.- S<lb/>
kommen. Da ich zwar niemals Sitzungsgelder solange ich noch im<lb/>
Direktorium war genommen habe, auch der jetzige geschäftsführende<lb/>
Obmann <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> hält dieses Prinzip aufrecht, habe ich nur ver<lb break="no"/>sucht die exorbitante Erhöhung von 150.- auf 500.- S zu verhindern, was<lb/>
mir auch dann tatsächlich geglückt ist, weil <rs type="person" ref="#per__123822">Gaisbacher</rs> selbst gleich<lb/>
seinen Antrag entsprechend reduziert hat. Die ganzen finanziellen<lb/>
Probleme sind mir im Grund genommen zuwider. Typischstes Beispiel<lb/>
ist, dass Prof. <rs type="person" ref="#per__130191">Bernecker</rs> aus dem Jahre 1958 noch offene Rechnungen<lb/>
zurückzuzahlen hätte, 24.000 S. Seit dieser Zeit schleppen wir unklare<lb/>
finanzielle Transaktionen mit und haben nun endgültig beschlossen,<lb/>
auf diese zu verzichten. <rs type="person" ref="#per__130191">Bernecker</rs> hätte damals angeblich 3.500 S<lb/>
pro Monat bekommen sollen, lieber auf diese verzichtet und dafür<lb/>
andere Rechnungen gelegt, die durch keine Beschlüsse gedeckt waren.<lb/>
Hier bin ich eigentlich immer lieber für saubere Lösungen. U.a. wurden<lb/>
jetzt die beiden Geschäftsführer neuerdings bestellt und ihr Gehalt von<lb/>
462.000 auf 532.000 im Direktorium erhöht, damit sind saubere Ver<lb break="no"/>hältnisse geschaffen und bis 1980 die Geschäftsführung der ÖFVW<lb/>
neuerdings festgelegt. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> ist der erste und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> der zweite.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_13">Die Widerstände, die noch vor etlichen Jahren zu verzeichnen waren,<lb/>
sind restlos weg, da sich insbesondere <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> sehr gut bewährt hat.<lb/>
Wenn ich bedenke, dass um <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> durchzusetzen um keinen Krieg mit<lb/>
der Handelskammer und den Ländern zu bekommen, ist sogar auf meine<lb/>
Geschäftsführung als Obmann verzichtete und <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> dafür einsetzen musste,<lb/>
so bräuchte ich dies jetzt eigentlich gar nicht mehr. Eine Anfrage<lb/>
in der letzten Generalversammlung, ob immer ein Vertreter der Handels<lb break="no"/>kammer oder nicht auch ein Vertreter der Bundesländer als geschäftsführender<lb/>
Obmann einmal fungieren könnte, habe ich so beantwortet, dass dies<lb/>
selbstverständlich möglich sei, ich aber letzten Endes allein entscheide,<lb/>
ob ich einen geschäftsführenden Obmann bräuchte und wollte oder nicht.<lb/>
Da dies im Protokoll fehlt, habe ich es ausdrücklich von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hineinrekla<lb break="no"/>mieren lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_14">Vor der Klausurtagung in Baden haben die Vertreter der Fa. List unter<lb/>
Führung des Obmannes der steirischen Landesexekutive des ÖGB bei<lb/>
mir interveniert, dass Prof. <rs type="person" ref="#per__114484">Lenz</rs> nicht für die Kraftfahrzeugstudie<lb/>
Kosten-Nutzen-Analyse Energiesparen herangezogen wird. <rs type="person" ref="#per__114484">Lenz</rs> hat 1,5 Mill.<lb/>
S dafür bekommen und befindet sich in einem gewissen zwiespältigen Ver<lb break="no"/>hältnis zu AFL. Die Firmenvertreter wieder müssen mit <rs type="person" ref="#per__114484">Lenz</rs> äusserst vor<lb break="no"/>sichtig vorgehen, weil er öfters als Gutachter über ihre Projekte<lb/>
entscheidet. Mit einem Gutachter will man es sich aber nicht ver<lb break="no"/>derben, ja man will ihn nicht einmal ein klein wenig verärgern. Deshalb<lb/>
ersuchten sie mich, ich sollte, ohne dass ihr Namen speziell genannt<lb/>
wird, intervenieren, dass man doch die AFL heranziehen soll. Von<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> haben sie wegen der Wasserstoffgewinnnung einen<lb/>
Forschungsauftrag Antrieb für Motoren bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte erkundige Dich wegen des Forschungsauftrages,<lb/>
damit wir mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> dann darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_16">Vor der Klausurtagung gab es ein Präsidium der Partei und ich wurde<lb/>
wegen der weiteren Vorgangsweise Kernkraftwerk Tullnerfeld dazu ge<lb break="no"/>beten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagte gleich einleitend, er würde vorschlagen, dass der<lb/>
Parteivorstand den Entwurf des Regierungsberichtes gründlich diskutieren<lb/>
sollte. Da kaum anzunehmen ist, dass dies in so kurzer Zeit, die mehr oder<lb/>
minder zur Verfügung steht, möglich sein wird, schlägt er jetzt gleich<lb/>
vor, man sollte im Herbst dann die Diskussion darüber fortsetzen.<lb/>
In der Öffentlichkeit müsste deswegen noch nicht der Eindruck ent<lb break="no"/>stehen, dass die Partei oder der Parteivorstand nicht einig in der wei<lb break="no"/>teren Vorgangsweise sei. Aus dieser Einleitung konnte ich bereits entneh<lb break="no"/>men, dass nicht zu erwarten ist, dass mein Bericht über die Regierung noch<lb/>
<pb n="37-0748" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-06-21_0748.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zeitgerecht im Parlament eintrifft. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> gesprochen<lb/>
und dieser hätte ihm auch angedeutet, es sei nicht beabsichtigt,<lb/>
im Juli und August über den Bericht zu verhandeln. Eine Permanent<lb break="no"/>erklärung des Ausschusses, der sich damit beschäftigen wird, kommt<lb/>
deshalb auch nicht in Frage. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> stand auf dem Standpunkt, alle<lb/>
Abgeordneten sollen jetzt den Bericht inoffiziell bekommen und<lb/>
ihn sich anschauen können. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> wieder meinte, wenn man im Sommer<lb/>
sowieso nicht darüber diskutiert, dann sollte man ruhig zuwarten und<lb/>
erst im Herbst die ganze offizielle Diskussion im Parlament durchführen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragte mich zwischendurch wie es mit meiner Zeiteinteilung<lb/>
steht. Ich habe dargelegt, dass wenn das Parlament länger und gründ<lb break="no"/>licher zumindestens die Möglichkeit hätte, den Bericht zu diskutieren,<lb/>
die Opposition sich nicht unter Zeitdruck fühlen könnte. Eine Ent<lb break="no"/>scheidung müsste Ende des Jahres fallen, denn zu diesem Zeitpunkt wird<lb/>
der Nulleistungskontrollbetrieb aufgenommen werden müssen. Bis jetzt<lb/>
sind die Bauverzögerungen ausschliesslich auf das Konto der Bauunterneh<lb break="no"/>mungen zurückzuführen. Wenn einmal aber die Bauformen, d.h. die KWU<lb/>
sagen könnte, jetzt müsste ein weiterer Bewilligungsbescheid gegeben<lb/>
werden und die Behörde verzögert, dann ist das Argument weg, dass<lb/>
bis jetzt alles aus Sicherheitsgründen von der Behörde schärfer<lb/>
verordnet wurde, aber die Bauverzögerung letzten Endes auf die<lb/>
Firmen zurückzuführen ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, wenn es bis Jahresende<lb/>
Zeit hat, dann müsste es auch ohne weiteres noch im Herbst im<lb/>
Parlament möglich sein, über die Bühne zu bringen. Insbesondere er<lb break="no"/>innerte er neuerdings, dass die Lagerfrage noch immer nicht gelöst<lb/>
ist und wie ich mir diese vorstelle. Ich erwiderte, dass auf Grund der<lb/>
jetzigen Untersuchungsergebnisse, daß die Firma wahrscheinlich den<lb/>
Truppenübungsplatz Allentsteig vorschlagen wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte ver<lb break="no"/>ärgert, das Waldviertel wird radikalisiert von rechten Schülern und<lb/>
Intellektuellen und da er sich überrumpelt fühlte, meinte er, das<lb/>
wirst Du mir nicht machen. Genauso scharf antwortete ich, dass ich<lb/>
prinzipiell überhaupt niemanden hineinlege sondern dass die politische<lb/>
Entscheidung fallen muss, wo in Österreich gelagert wird und es wird<lb/>
überall Schwierigkeiten geben. Wieder dann das leidige Argument<lb/>
wir werden 1979 die Wahl verlieren, wenn wir hier hastig entscheiden<lb/>
und Zeit dürfe keine Rolle spielen. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> unterstützt durch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
wollte seinen alten Plan, man müsse durch Begleitmassnahmen entspre<lb break="no"/>chenden Meinungsumschwung in den Lagergebiet bekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ent<lb break="no"/>wickelte dann, obwohl er zuerst meinte, man sollte sich Zeit lassen,<lb/>
doch einen grossen Sanierungsplan für das Waldviertel. Der Bund und<lb/>
die E-Wirtschaft sollten 1 Mia. S aufbringen. Ähnlich wie in Aichfeld-<lb/>
<pb n="37-0749" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band37/37_1977-06-21_0749.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Murboden nur im Waldviertel für 150.000 Bevölkerung sollte ein<lb/>
grosses Sanierungsprojekt den Bürgermeistern bei der nächsten<lb/>
Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> vorgeschlagen werden. Durch das<lb/>
Zelulose-Projekt, welches <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gleich bei dieser Gelegenheit<lb/>
mit beschliessen möchte, sollte eine Waldaufschliessung des Wald<lb break="no"/>viertels erfolgen. In Krems soll eine neue Fertigung scheinbar von<lb/>
der VÖEST errichtet werden. Das Land NÖ solle man nicht heranziehen<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> vorgeschlagen hat, denn damit wäre man vom Wohlwollen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112031">Maurers</rs> abhängig. Ein Drittel die Elektrizitätswirtschaft, ein Drittel<lb/>
der Bund und ein Drittel wären Mittel, die sowieso auch für das Wald<lb break="no"/>viertel zur Verfügung gestellt werden müssten. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> ist mit dieser<lb/>
Vorgangsweise sehr einverstanden, denn er hat jetzt über den Betrieb,<lb/>
wo er Betriebsratsobmann ist oder war, Edelstahlwerke Ternitz festge<lb break="no"/>stellt, dass viele verstaatlichte Industriebetrieb jetzt durch<lb/>
Komponentenlieferungen zu Kernkraftwerken, die allerdings fast alle<lb/>
exportiert werden, einen grossen Teil ihrer Beschäftigung darstellt.<lb/>
Der Beschluss des Präsidiums lautete dann, dass morgen über den Regierungs<lb break="no"/>bericht die Diskussion eröffnet wird und wenn es länger dauert, resp.<lb/>
ich bin davon überzeugt auch wenn sie nur kurz ist, im Herbst<lb/>
fortgesetzt werden soll. Wie ich anschliessend dann <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs><lb/>
sagte, kann mir auch diese Vorgangsweise recht sein, in einer<lb/>
parlamentarischen Anfrage habe ich versprochen, bis in den Sommer<lb/>
einen Bericht vorzulegen, dies ist indirekt jetzt insoferne erfüllt,<lb/>
als ja alle Klubs jetzt einen solchen Entwurf haben. Was mich bei dieser<lb/>
ganzen Angelegenheit nur nach wie vor stört, ist, dass ich immer als<lb/>
der drängende dargestellt werde, der eigentlich für etwas, für das<lb/>
ich gar nicht kompetent bin, mehr oder minder Verantwortung tragen<lb/>
muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band37_1977-06-21_17">Die Diskussion über das Parteiprogramm begann über die Arbeitsunter<lb break="no"/>lagen Kommission und humane Umwelt, wo <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> berichtete. Für mich<lb/>
interessant war nur Seite 5 die Hinweise auf die Anwendung neuer<lb/>
Technologie, gemeint ist die Kernkraftwerksproblematik, ohne dies<lb/>
expressis verbis zu sagen, Kurz- und Langzeitwirkungen auf Mensch und<lb/>
Natur zu berücksichtigen sind. Verlangt wird eine ausreichend sichere<lb/>
<choice><choice><sic>um</sic><corr>und</corr></choice></choice> umweltfreundliche Energieversorgung. Ausbau von Alternativen und<lb/>
sich erneuernden Energiequellen. An diesem Beispiel war mir schon<lb/>
klar, dass auf der einen Seite keine konkreten Forderungen und sehr<lb/>
konkrete Aussagen aufgestellt werden sollen, auf der anderen Seite<lb/>
es aber nicht zu den sogenannten Leerformeln gehen soll. Hier den<lb/>
Mittelweg zu halten, ist wahrlich schwierig. Dies ist auch mit<lb/>
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erwärmen kann. Noch typischer wurde diese Diskussion dann bei<lb/>
der zweiten Arbeitsunterlage: demokratisierte Gesellschaft, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> referierte. Kopiert von der Helsinki-Konferenz gibt es dort<lb/>
drei Körbe: Korb 1 – Demokratie und Mensch, Korb 2 – demokra<lb break="no"/>tische Gesellschaft, Korb 3 – demokratische Rechtsordnung. Im Korb 2<lb/>
ist die <choice><choice><sic>Selbverwältigung</sic><corr>?</corr></choice></choice> des Alltags und seiner Bewältigung in Zu<lb break="no"/>sammenarbeit mit den öffentlichen Einrichtungen und eventuell<lb/>
Reformen hingewiesen. Eine Verteilung von Arbeitszeit und Öffnungs<lb break="no"/>zeiten als Beispiel wurden Abendstunden in Ämtern angeführt, führte<lb/>
dann unmittelbar zu einer Ladenschlussdiskussion. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte,<lb/>
erkennend, welche Gefahr hier droht, dass es übergeordnete Prinzi<lb break="no"/>pien geben muss und hier sind die Organisation der Privatangestell<lb break="no"/>ten auf dem Standpunkt, es dürfe sich nichts ändern, er selbst<lb/>
bekenne sich jetzt dazu und möchte unter gar keinen Umständen,<lb/>
dass aus dem Parteiprogramm entnommen werden könne, dass man<lb/>
hier etwas ändern wollte. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wies darauf hin, dass er jetzt<lb/>
mit den Lohnsteuerämtern verhandelt, dass diese sich bereit<lb/>
finden, während des grössten <choice><choice><sic>Antrages</sic><corr>Andranges?</corr></choice></choice> auch abends die Ämter offen<lb/>
zu haben. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> erwiderte dann, so etwas gibt es bei den<lb/>
Privatangestellten, wenn man am Samstag Verkauf vor Weihnachten<lb/>
denkt, schon lange. <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> berichtete über seine Erfahrungen als<lb/>
er glaubte, als er den Stadtrat-Posten übernahm, einen entsprechenden<lb/>
Kompromissvorschlag machen zu können. Ich selbst erklärte nur, dafür<lb/>
sei ich seit 1970 zuständig, was sofort allgemeine Heiterkeit<lb/>
auslöste. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte, das sei das erste Mal, dass ich eine<lb/>
Zuständigkeit zugebe, denn bis jetzt – er spielte da sicherlich<lb/>
auf die Energiesituation an – hätte ich immer und überall erklärt,<lb/>
ich sei eigentlich gar nicht dafür zuständig. Was bekanntlich auch<lb/>
stimmt. Ich verwies auf die Meinungsumfragen, die jetzt laufen<lb/>
und dass dieses emotionelle Thema niemals so gelöst werden kann,<lb/>
dass man erwarten dürfe, die Privatangestellten würden abweichen<lb/>
Die linken Vertreter, junge Leute, die am Programm mitgearbeitet<lb/>
haben, sind ja zur Parteivorstandssitzung eingeladen worden, ins<lb break="no"/>besondere auch <rs type="person" ref="#per__115683">Matzner</rs> meinten im Parteiprogramm müsste man doch für<lb/>
die nächsten 20 Jahre darüber etwas sagen können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entschied<lb/>
aber mit einem, wie ich glaube, wirklich guten politischen Finger<lb break="no"/>spitzengefühl, dass auch nicht einmal andeutungsweise etwas darüber<lb/>
im Parteiprogramm stehen sollte. Überhaupt musste ich feststellen,<lb/>
dass in der Analyse aber auch in den Forderungen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine sehr<lb/>
geschickte Haltung und in meinen Augen verhältnismässig linke<lb/>
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einem kleinen <choice><choice><sic>Kreisksind</sic><corr>Kreis?</corr></choice></choice> im September, wie er sagte, auf<lb/>
eine Woche zurückziehen wird, um die Formulierungen für den<lb/>
Entwurf für den Parteitag endgültig zu machen, glaube ich,<lb/>
dass letzten Endes dann doch ein verhältnismässig einheitlicher<lb/>
Entwurf oder wenn man so sagen will ein Vorschlag aus einem Guss<lb/>
kommen wird. Was beim letzten Parteiprogramm <rs type="person" ref="#per__123124">Kautsky</rs> machte,<lb/>
wird diesmal halt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst machen müssen. Ich bin auch<lb/>
überzeugt, dass er dies unbedingt will. Beneiden tu ich um<lb/>
diese Arbeit aber keinen. Manche haben in den Pausen mir ein<lb/>
wenig enttäuscht geklagt über die Art der Programmerstellung.<lb/>
Da es von mir nicht das erste ist, sondern ich eigentlich seit 1975<lb/>
das miterlebt habe, ist es für mich nichts Neues. Ich selbst<lb/>
bin nicht frustriert, da ich mich ja seit 1945 niemals um die<lb/>
Parteiprogramm-Arbeit in keiner Weise angenommen habe. Jedwede<lb/>
Mitarbeit war für mich immer lästige Pflicht und keinesfalls<lb/>
freudiges Ereignis. Ich sehe vollkommen ein, dass eine Partei<lb/>
im Wandel der Zeit auch ihre Parteiprogramme ändern muss und<lb/>
meistens geschieht dies dann auch beim Wechsel von Parteiführungen.<lb/>
Die unmittelbare Politik beeinflusst ein Parteiprogramm und dies<lb/>
habe ich seit meiner Kindheit verfolgt und erlebt, nur sehr wenig.<lb/>
In vielen Fällen dient es ausschliesslich dazu, wenn irgendeine<lb/>
konkrete Entscheidung dann zu fallen hat, dass sich der eine<lb/>
oder andere auf ein Parteiprogramm beruft, um seinen Standpunkt<lb/>
durchzudrücken. Da das Parteiprogramm aber niemals sehr<lb/>
konkret ist, kann man viele Standpunkte damit vertreten. Dies<lb/>
dürfe der tiefere Grund bei mir sein, warum ich mich für die<lb/>
Parteiprogramm-Arbeit seit eh und je so wenig interessiere.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 79. Ministerratssitzung, 21.6.1977</head>
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               <persName type="label">Scheiner, Otto</persName>
               <persName><surname>Scheiner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Obmann Sektion FV BHK</occupation>
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               <persName type="label">Zolles, Helmut</persName>
               <persName><surname>Zolles</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
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               <persName type="label">Maurer, Andreas</persName>
               <persName><surname>Maurer</surname><forename>Andreas</forename></persName>
               <occupation>nö. LH (ÖVP), AR-Vors. DoKW</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Oppitz, Werner</persName>
               <persName><surname>Oppitz</surname><forename>Werner</forename></persName>
               <occupation>Fremdensverkehrsdirektor Sbg.</occupation>
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