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            <title type="main">Donnerstag, der 28. April 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band36_1977-04-28</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_01">Donnerstag, 28. April 1977<lb/>
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vereinbart, dass er von den 100 Mill. S ERP-Kredit für die E-<lb/>
Wirtschaft wieder zum 3. oder 4. Mal 10 Mill. S bekommt. <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs><lb/>
behauptet, dies war immer für die Länder reserviert. In den<lb/>
letzten Jahren ist es ihm geglückt, im Hinblick auf die Land<lb break="no"/>tagswahlen im Burgenland diese 10 Mill. immer für sich zu<lb/>
bekommen. Ich erkläre ihm, dass dies aber nicht so fortgesetzt<lb/>
werden kann, sondern wirklich diesmal letztmalig sein müsste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107937">FRANK</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mir mitteilen, wer dann<lb/>
das nächste Mal drankommen muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_04">Die soz. Direktoren möchten eine neuerliche Strompreiserhöhung<lb/>
mit 1.1.1978, da sie im Wahljahr 1979 nicht erwarten, eine<lb/>
Stromnachziehung zu bekommen. Die Löhne und Preise seien um<lb/>
6 % gestiegen, weshalb sie für diese Kostensteigerungen eine<lb/>
4 % Strompreiserhöhung erwarten. Ich erklärte sofort, dass dies<lb/>
vollkommen unmöglich sei. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe<lb/>
und die ich bereit bin mit der AK und ÖGB zu verhandeln ist<lb/>
]eine allgemeine Strompreiserhöhung sondern nur für progressiven<lb/>
Stromverbrauch einen Mehrverbrauchzuschlag. Ich werfe <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs><lb/>
vor, dass die BEWAG <choice><choice><sic>ihren</sic><corr>in ihrem,</corr></choice></choice> Tarif noch immer die Bestimmung hat,<lb/>
dass wenn nicht ein gewisser Mindestverbrauch festgestellt wird,<lb/>
die Grundgebühr sich für den Betreffenden verdoppelt. Eine<lb/>
ähnliche Regelung soll es auch im Salzburger Tarif geben. <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs><lb/>
erklärt sich sofort bereit, diese Tarifbestimmung zu streichen,<lb/>
gegebenenfalls möchte er dafür für die Garagen eine eigene Tarif<lb break="no"/>einheit.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> soll versuchen, Verhandlungen, die<lb/>
seit 1974 gehen, zum Abschluss zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_06">Die Burgenländer haben eine burgenländische Hotelbau- und Betriebs<lb/>
GesmbH gegründet. Das Land und die Gemeinden sind dabei, <rs type="person" ref="#per__113083">Sino<lb break="no"/>watz</rs>, das Unterrichtsministerium soll sich ebenfalls mit einem<lb/>
Drittel an der Gesellschaft beteiligen, da das Kongress-Zentrum<lb/>
welches 40 Mill. S kostet, auch für kulturelle Veranstaltungen<lb/>
verwendet werden kann und soll. Dazu soll ein Hotel mit 200<lb/>
bis 250 Betten für 80 – 100 Mill. S in Eisenstadt gebaut werden.<lb/>
Kommanditisten sollen die Gewerbetreibenden werden, die durch<lb/>
Arbeitsleistung sich an dem Kongresszentrum resp. dem Hotel<lb break="no"/><pb n="36-0483" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band36/36_1977-04-28_0483.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bau beteiligen. Dann wird die GesmbH und eine GesmbH und Co. KG<lb/>
umgewandelt. Geschäftsführer ist ein "Nullblutgruppler" Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__146537">Tschank</rs>, Vorsitzender des Beirates <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs>. Die Burgenländer er<lb break="no"/>warten, dass wir ihnen für den Hotelneubau einen Fremden<lb break="no"/>verkehrs-ERP-Kredit geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte das Projekt vordring<lb break="no"/>lich behandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_08">Die BEWAG hat eine 110-KV-Leitung vor Monaten ausgeschrieben<lb/>
und den Zuschlag Isar-Amperwerke mit 9 Mill. gegeben. Siemens<lb/>
verlangte zuerst 18, ist dann auf 15 zurückgegangen und andere<lb/>
österreichische Firmen verlangten noch höhere Preise bis<lb/>
Elin 20 Mill. S. Die Maste werden von der AEG beigestellt,<lb/>
die ebenfalls ein wesentlich teureres Offert legte. Jetzt<lb/>
hat die BEWAG einen Anschlussauftrag gegeben und die österr.<lb/>
Firmen laufen dagegen Sturm. Die deutsche Firma Isar-Amper<lb/>
hat in Eisenstadt eine eigene Firma gegründet, wie ich gleich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> vorwerfe sicherlich eine Scheinfirma, um eben die<lb/>
Aufträge zu bekommen. Mir ist vollkommen unerklärlich, wie<lb/>
bei einer im Grunde genommen nur Montage-Arbeit so grosse<lb/>
Differenzen sein können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Unterlagen zwischen Sektion<lb/>
IV und V genau prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_10">Dr. <rs type="person" ref="#per__123818">Scheich</rs>, Botschafter Österreichs in Algerien, berichtet<lb/>
mir, dass <rs type="person" ref="#per__140841">Yaker</rs>, der Handelsminister, den er Gott sei Dank<lb/>
noch bevor er jetzt zur Nationalversammlung gewählt wurde und<lb/>
damit in meinen Augen eigentlich einen gewissen Abstieg hin<lb break="no"/>nehmen musste, nach Österreich als Aussenhandelsminister einge<lb break="no"/>laden hat. <rs type="person" ref="#per__140841">Yaker</rs> wäre sehr gerne gekommen, dürfte aber eben<lb/>
schon Schwierigkeiten gehabt haben. <rs type="person" ref="#per__123818">Scheich</rs> beabsichtigt,<lb/>
ihn dann als Vizepräsident der Nationalversammlung als Parla<lb break="no"/>mentarier also einzuladen. Ich erkläre ihm sofort, da muss<lb/>
er sich mit dem Parlament ins Einvernehmen setzen, ich bin<lb/>
dafür nicht mehr zuständig. <rs type="person" ref="#per__123818">Scheich</rs> bestätigt mir, dass man<lb/>
den neuen Aussenhandelsminister keinesfalls einladen sollte,<lb/>
solange man ihn nicht genauer kennt. Der diesbezügliche Vor<lb break="no"/>schlag, der aktenmässig mir vorgelegt wurde und wo ich sofort<lb/>
erklärte zuzuwarten, war vom Geschäftsträger ohne sein Wissen<lb/>
jetzt während seines Österreich-Aufenthaltes von Algerien<lb/>
herübergekabelt worden. Dr. <rs type="person" ref="#per__123818">Scheich</rs> ist nach wie vor<lb/>
<pb n="36-0484" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band36/36_1977-04-28_0484.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der Meinung, dass das Algerien-Gas für Österreich interessant sein<lb/>
müsste. Er bemüht sich sehr um Lösungen. Die Austro-Ferngas,<lb/>
insbesondere Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> von der NEWAG, der dieses Projekt<lb/>
seinerzeit besonders förderte, hat in der letzten Zeit auch nichts<lb/>
mehr von sich hören lassen. Ich informiere <rs type="person" ref="#per__123818">Scheich</rs>, dass <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs><lb/>
mit bei der Tel-Wolle-Staatswappen-Überreichnung neuerdings sein<lb/>
besonderes Interesse für Algerien-Gas bekundet hat. Ich habe dagegen<lb/>
nicht nur nichts einzuwenden sondern wäre glücklich, wenn wir tat<lb break="no"/>sächlich Algerien-Gas einigermassen preiswert beziehen könnten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123818">Scheich</rs> wird sich mit <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> in Verbindung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_11">Die Sonarem, für Bergbau zuständig, hat grosses Interesse mit west<lb break="no"/>lichen Gesellschaften insbesondere auch Österreich in Kontakt zu<lb/>
kommen. Sie braucht das Know-how und wahrscheinlich auch Aus<lb break="no"/>rüstungen. Ich verweise <rs type="person" ref="#per__123818">Scheich</rs> sofort auf Austro-Mineral und<lb/>
stelle die Telefonverbindung zwischen ihm und dieser Gesellschaft<lb/>
her. An der Finanzierung wäre angeblich <rs type="person" ref="#per__98018">Uher</rs> von der CA auch sehr<lb/>
interessiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte lass Dir darüber berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_13">Der Besuch vom chinesischen Aussenhandelsminister beim Bundesprä<lb break="no"/>sidenten war für mich insoferne sehr interessant, als dort ganz<lb/>
gross und hochoffiziell die Erklärung gegeben wurde, die Vierer<lb break="no"/>bande sei an allem schuld. <rs type="person" ref="#per__146550">Zhang Chunqiao</rs>, das Haupt dieser<lb/>
Bande sei sogar ein Komintern-Agent gewesen. Unser Aussenhandels<lb break="no"/>delegierter <rs type="person" ref="#per__140160">Jehly</rs>, der dort war, flüsterte mir zu, dass noch<lb/>
immer 40 % seiner Schätzung nach die Idee der Viererbande vertreten.<lb/>
D.h. eine andere Wirtschafts- und ganz besonders Aussenpolitik<lb/>
machen wollen. Die Opposition ist deshalb noch keinesfalls be<lb break="no"/>siegt. Jetzt versucht das Regime auch schon schön langsam vorzu<lb break="no"/>bereiten, dass die Kulturrevolution – seinerzeit das Werk der<lb/>
Viererbande gewesen ist. <rs type="person" ref="#per__127108">Mao</rs> soll sich gegen die Kulturrevo<lb break="no"/>lution damals ausgesprochen haben. Daraus kombiniere ich, dass<lb/>
sie Angst haben, dass ähnlich wie damals wieder eine solche Massen<lb break="no"/>bewegung entstehen könnte. Diese hat nicht nur das Wirtschafts<lb break="no"/>leben stark beeinflusst, man muss sich nur vorstellen, wenn<lb/>
Hunderttausende Menschen über ein Land dahinmarschieren statt<lb/>
zu arbeiten und zu studieren, welche wirtschaftliche Nachteile<lb/>
und Rückschläge dies bedeuten muss. <rs type="person" ref="#per__140160">Jehly</rs> sagt nur, die Regierung<lb/>
resp. Partei, die jetzt an der Führung ist, übertreibt nur die An<lb break="no"/>griffe gegen die Viererbande und gegen die Opposition, so dass<lb/>
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ist – soweit ich mir das erklären kann, obwohl ich keinesfalls<lb/>
behaupten möchte, ein China-Fachmann zu sein, eher das Gegen<lb break="no"/>teil – nur massenpsychologisch zu erklären. So wie auch seiner<lb break="no"/>zeit bei uns im NS-Regime die Juden an allem schuld waren<lb/>
und auch diese Beschuldigung in das Extrem übertrieben wurde<lb/>
und doch von einer grossen Masse geglaubt wurde, so ähnlich oder<lb/>
noch viel stärker ist es mit den Dogmen in China. Wenn ich mir<lb/>
vorstelle, wie diese doch bedeutenderen Mitglieder der chinesi<lb break="no"/>schen Oberschicht, der Aussenhandelsminister ist immerhin<lb/>
Kandidat zum Zentralkomitee, mit Leidenschaft die Thesen ver<lb break="no"/>treten und wie <rs type="person" ref="#per__140160">Jehly</rs> sagt, dieselben Wort gebraucht wie dies<lb/>
der jetzige Zentralsekretär und Parteivorsitzende der Kommuni<lb break="no"/>stischen Partei Chinas tut, so kann ich mir gut vorstellen, wie<lb/>
dies bis zum letzten Proleten immer wieder geschieht. Die Parolen<lb/>
werden ständig eingetrichtert, sodass massenpsychologisch dann<lb/>
ein Grossteil daran wirklich glaubt. Die Pekingologen, die an<lb break="no"/>geblich vermuten, dass als Fünfter zu dieser Vierer-Bande<lb/>
dann auch noch <rs type="person" ref="#per__127108">Mao</rs> später kommen könnte, dürften nur dann<lb/>
recht haben, wenn die herrschende Schichte eine Oppositions<lb break="no"/>gruppe damit ausschalten kann, die ihr gefährlich ist oder<lb/>
werden könnte. Ähnlich war es in meinen Augen ja auch, als<lb/>
man in der Sowjetunion unter <rs type="person" ref="#per__112983">Chruschtschow</rs> <rs type="person" ref="#per__112987">Stalin</rs> und seine<lb/>
Methoden enthüllte. Der tote <rs type="person" ref="#per__112987">Stalin</rs> hat niemandem mehr etwas<lb/>
getan und der tote <rs type="person" ref="#per__127108">Mao</rs> auch nicht. Wenn man ein solche Idol<lb/>
dann stürzt, muss es schwere innerpolitische Gründe dafür<lb/>
geben. Der normale politische Menschenverstand würde einem<lb/>
nämlich sonst sagen, ein solches Idol, das sich Jahrzehnte<lb/>
selbst errichtet hat und das doch mehr oder minder von der brei<lb break="no"/>ten Masse akzeptiert wurde, lässt man auf seinem Platz, wenn<lb/>
man nicht unbedingt dazu gezwungen ist, durch den Sturz eine<lb/>
innenpolitische Gruppe auszuschalten. Zwischen der Methode,<lb/>
in einem kleinen Kreis über Verfehlungen des Periode Auswüchse<lb/>
der Diktatur zu sprechen und das offizielle Bild zu stören, ist<lb/>
ein riesengrosser Unterschied.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_14">Gestern nachts vor 12 Uhr hat mich <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> aus Salzburg, TKW-<lb/>
Fraktionssitzung angerufen und mitgeteilt, dass die ÖVP sich<lb/>
noch nicht erklärt hat, wer eigentlich jetzt aus dem Aufsichtsrat<lb/>
ausscheiden soll. Ich habe ihn ermächtigt, gegebenenfalls<lb/>
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ÖVP keine anderen Vorschläge macht. Heute teilte mir <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs><lb/>
mit, dass sie mit der ÖVP jetzt vereinbart haben, <rs type="person" ref="#per__145666">Stadlbauer</rs><lb/>
wird mit Ende des Jahres ausscheiden, eine diesbezügliche<lb/>
Erklärung wird er abgeben. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs>, der Tiroler Vertreter,<lb/>
beabsichtigt in April 1978 seinen Vertrag zurückzulegen, sollte<lb/>
dies nicht der Fall sein, so wird jetzt bereits verbindlich<lb/>
festgelegt, dass dann <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> ausscheiden muss. Eigentlich<lb/>
muss ich mir gestehen, wäre ich viel mehr interessiert, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> ausscheidet als <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> als Landesrat von Tirol, der<lb/>
gleichzeitig sicherlich auch das Vertrauen von <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> in<lb/>
dieser Funktion hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mich bei der Innsbrucker Messe<lb/>
wegen einer Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> daran erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_16"><rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> teilt mir mit, dass jetzt auch geglückt ist, die<lb/>
Verbunddirektoren in eine Präsidiumsfunktion bei der TKW<lb/>
und auch bei der DoKW zu bekommen. Ich mache auch <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs><lb/>
darauf aufmerksam, dass ich mit dieser Lösung nicht einver<lb break="no"/>standen bin, wenn dadurch zusätzliche Kosten erwachsen.<lb/>
Präsidiumsmitglieder bekommen um 25 % eine höhere Aufsichtsrats<lb break="no"/>entschädigung. Ich sehe gar nicht ein, dass im Zuge dieser<lb/>
Reorganisation dann doch wieder neue Kostenbelastungen der<lb/>
Gesellschaft entstehen. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> wird mir diesbezügliche<lb/>
Vorschläge noch unterbreiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107937">FRANK</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte besprecht dieses Problem<lb/>
ich bin nicht bereit, von meiner Linie abzuweichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_18">Bei der Arbeitsbesprechung mit den Aussenhandelsstellenleitern<lb/>
von Lateinamerika versucht <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> jetzt ein besseres Informations<lb break="no"/>system aufzubauen. Er möchte, dass nicht nur über die allgemeinen<lb/>
Zahlen referiert wird, weil wir diese im Grunde genommen sowieso<lb/>
kennen. Er hätte grosses Interesse daran, von den Handelsdelegierten<lb/>
zu erfahren, wie man österreichischen Firmen helfen könnte,<lb/>
um grössere Geschäftsabschlüsse dort zu tätigen. Der Aussenhandel<lb/>
mit Lateinamerika hat sich zwar in den letzten Jahren wesentlich<lb/>
verbessert, oft verdoppelt, doch ist die Basis sehr gering.<lb/>
Grosse Geschäfte sind selten, wie z.B. mit Venezuela eine<lb/>
Pelletieranlage für 3,5 Mia. S oder für Kuba eine 5-Mill.-Jato-<lb/>
Rumfabrik von Vogelbusch. Einige grössere Projekte könnten<lb/>
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Dollar, sei es in Argentinien oder anderen lateinamerikanischen<lb/>
Staaten. In einzelnen Ländern kommt dann noch die politische<lb/>
Schwierigkeit wie Kuba, Verhaftung eines österr. Vertreters oder<lb/>
Chile und andere Staaten mit sogenannten lateinamerikanischen<lb/>
Demokratien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Ministereinladungen von diesem Gebiet<lb/>
nur auf besonderen Wunsch von Firmen resp. Handelskammer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_20">Beim zweiten Arbeitsgespräch mit den Chinesen versuchte ich<lb/>
verzweifelt, konkrete Geschäfte zur Sprache zu bringen. Beim Mittag<lb break="no"/>essen mit der Bundeshandelskammer hatte ich mich bei den dort an<lb break="no"/>wesenden Firmenvertretern genau anschliessend informiert, was<lb/>
sie eigentlich in der nächsten Zeit beabsichtigen. Zellwolle<lb/>
Lenzing hätte 2.000 t reserviert, verlangt aber mindestens<lb/>
92 Cents. Die Chinesen bieten 81,75. Beim Arbeitsgespräch<lb/>
sagte ich, da sieht man, wie knapp und genau sie kalkulieren.<lb/>
Da die Finnen aber 1 $ verlangen, die Jugoslawen 93 und auch<lb/>
Unizell<add>[?]</add> eine internationale Organisation 92, müssten sie mit<lb/>
dem Preis hinaufgehen. Die Antwort von <rs type="person" ref="#per__126855">Yao Yi-Lin</rs> war nur,<lb/>
beim Kaufen ist immer der Verkäufer zu teuer und der Käufer<lb/>
möchte eben einen billigen Preis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band36_1977-04-28_21">Die Vereinigten Edelstahlwerke haben jetzt in Bonn mit 2.000 t<lb/>
und 100 Mill. S einen Schnellstahl-Vertrag unterschrieben.<lb/>
Die Firma hat sich bereiterklärt, eventuell noch weitere<lb/>
100-Mill.-Tranche zu übernehmen, Voraussetzung dafür ist,<lb/>
dass der Preis sich doch ein wenig erhöht. Ich versuchte,<lb/>
den Chinesen klarzumachen, dass es zweckmässig ist, sich mit<lb/>
der Bonner Einkaufsdelegation in Verbindung zu setzen. <rs type="person" ref="#per__126855">Yao Yi-Lin</rs><lb/>
war so ehrlich, ich hätte dies sicherlich nicht getan und meinte,<lb/>
man wird in Peking über dieses Problem verhandeln. Anstelle dass<lb/>
er wie ich erwartet habe, sich von Wien mit Bonn telefonisch<lb/>
in Verbindung setzt, beabsichtigt er den üblichen Weg einzu<lb break="no"/>halten, also über Peking, wenn überhaupt, etwas zu unternehmen.<lb/>
Dies bedeutet, dass natürlich die Delegation längst aus Bonn<lb/>
abgereist ist. Die Vereinigten Edelstahlwerke hätten grosses Inter<lb break="no"/>esse daran, mit Vogelbusch, gärungstechnische Anlagen für Backhefe,<lb/>
Futterhefe, Alkohol usw. zu errichten. Die Chinesen haben dies<lb/>
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Ende des Jahres zwei Drehbänke ganz unerwartet vor Weihnachten<lb/>
noch verkaufen können. am 23. Dezember hat man aus Bonn<lb/>
angerufen, sofort eine Kommission resp. Verkäufer verlangt und<lb/>
noch am selben Tag abgeschlossen. Haid hätte nun grosses<lb/>
Interesse Maschinen für Turbinenerzeugung für die Flugzeug<lb break="no"/>werke zu liefern. Angeblich werden 20 Stück gebraucht, jedes<lb/>
zu 6 Mill. Ebenso könnte eine Saatgutaufbereitungsmaschine<lb/>
geliefert werden. Elin und SGP haben Elektrolokomotiven offeriert<lb/>
doch alle diese Wünsche wurden von den Chinesen nur zur Kenntnis<lb/>
genommen. Sehr erfreut waren sie, dass die Handelskammer ihnen<lb/>
ganze Berge von Firmenangeboten in Form von Prospekten über<lb break="no"/>mittelte. Wir stellten bei dieser Aussprache dann fest, dass es<lb/>
noch zweckmässig wäre, gemeinsame Messe-Kontakte, in Peking<lb/>
hauptsächlich Fachausstellungen organisiert werden sollten.<lb/>
China kann sich nicht jedes Jahr wegen der Kosten an der<lb/>
Wiener Messe beteiligen. An einem Kooperationsabkommen sind<lb/>
die Chinesen nicht interessiert, weil sie angeblich noch gar<lb/>
keines mit Europa abgeschlossen haben. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> behauptet zwar mit<lb/>
Frankreich existiert eines. Da die Chinesen kein besonderes<lb/>
Interesse zeigten, habe ich den Entwurf, den seinerzeit <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs><lb/>
der sich noch in China ein besonderes Verdienst erwerben wollte,<lb/>
gar nicht erwähnt. Eine einzige grosse Differenz hat es ge<lb break="no"/>geben, dass nämlich <rs type="person" ref="#per__126855">Yao Yi-Lin</rs> feststellte, dass Österreich<lb/>
mit sozialistischen Staaten auf Drittmärkten gemeinsame<lb/>
Projekte anbietet und Gott sie Dank auch manche davon zustande<lb/>
kommen. China lehnt dies ganz entschieden ab, sie helfen den<lb/>
Entwicklungsländern direkt und allein. Ich erklärte sofort, dass<lb/>
diese Kooperationen auf Drittmärkten nicht nur mit sozialisti<lb break="no"/>schen Staaten sondern in noch viel stärkerem Masse mit westlichen<lb/>
Staaten durchgeführt werden und nur auf Wunsch der Drittländer.<lb/>
China wird eine solche Politik niemals machen. Da ich aber erlebt<lb/>
habe, bei meinem letzten Besuch hat <rs type="person" ref="#per__115699">Tschu En Lai</rs> mir dezidiert<lb/>
erklärt, es wird niemals China auf Kredit ankaufen, jetzt aber<lb/>
auch diese Linie aufgeweicht ist, bin ich gar nicht so<lb/>
sicher ob nicht auch hier ein neuer Kurs zustande kommt. Das<lb/>
Hauptproblem für mich ist und ich habe dies neuerdings bestätigt<lb/>
gefunden, dass es für uns äusserst schwierig ist, die chinesische<lb/>
Mentalität und Entwicklung zur begreifen. Die Informationen<lb/>
sind vollkommen unzulänglich und die Chinesen erscheinen mir als<lb/>
ein immer lächelndes aber sehr ernst arbeitendes Volk, das<lb/>
ich gar nicht unterscheiden geschweige denn qualifizieren kann.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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