<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19770402.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19770401.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19770403.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Samstag, der  2. April 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Matthias Trinkaus</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band35_1977-04-02</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1977-04-02">Samstag, 2. April 1977</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2019-02-28">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="35-0387" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-04-02_0387.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-04-02_01">Samstag, 2. April 1977<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-04-02_02">Bei der Jahreskonferenz der Bezirksorganisation Baden kam<lb/>
in der Diskussion selbstverständlich die kritische Situation<lb/>
dieses Bezirkes zur Sprache. Einige Betriebe, Wöllersdorf,<lb/>
Ebreichsdorf und Berndorf usw., sind äusserst kritisch. Die<lb/>
heftigste Kritik kam vom Betriebsrat des Metallwerke <choice><choice><sic>Leskowitz</sic><corr>?</corr></choice></choice>.<lb/>
Ständig wird dieser Betrieb in den Zeitungen verrissen und nichts<lb/>
geschieht um wirklich die Arbeitsplätze zu sichern. Die Fraktion<lb/>
christlicher Gewerkschafter wird meiner Meinung nach in diesem Be<lb break="no"/>trieb stärker werden durch die falsche Politik, die personalmässig<lb/>
auch gemacht wird. Jetzt sagte man, müssten die Vorstände reduziert<lb/>
werden und man beabsichtigte von 6 Vorstandsmitgliedern 2 zu ent<lb break="no"/>fernen. Nun stellt sich heraus, dass deren Vertrag bis 1978 noch<lb/>
läuft und daher die hunderttausende Schilling weiter bezahlt werden<lb/>
müssen. Darüber hinaus wurde jetzt ein Blutgruppe Null-Mann zum<lb/>
Generaldirektor bestellt und die ÖVP verlangt jetzt neuerdings<lb/>
ein weiteres Mitglied, sodass dann in Hinkunft 8 Vorstandsmit<lb break="no"/>glieder, allerdings 2 die nur mehr Bezüge haben und nichts mehr zu<lb/>
reden haben werden. Die Reorganisation von oben ist also daher<lb/>
gründlich gescheitert.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-04-02_03"><rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> und den Wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs> wurde von Steyr-<lb/>
Daimler-Puch am UNO-City Gelände sowohl der Pinzgauer als auch<lb/>
der neue Prototyp des H2, Werksbezeichnung für diesen Landrover<lb/>
vorgeführt. Hassan ist selbst gefahren und war wirklich davon begeistert<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs> erklärte mir allerdings und auch gegenüber <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> hat<lb/>
er dies klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Preise<lb/>
der österreichischen Produkte, LKW, Bus usw. doppelt so teuer sind<lb/>
als die Deutschen sie ihnen anbieten. Die Jordanier legten Wert<lb/>
darauf, dass sie nicht Kraftfahrzeuge kaufen, sondern womöglich<lb/>
in Assembling als ersten Schritt im eigenen Land produzieren. Ich<lb/>
konnte auf Nigeria verweisen, wo ebenfalls jetzt eine grosse<lb/>
Lastwagenfabrik entstehen wird, die zuerst in Assembling und dann<lb/>
Schritt für Schritt immer mehr Teilprodukte im eigenen Land produ<lb break="no"/>zieren werden. Der grosse Unterschied besteht meiner Meinung nach<lb/>
nur darin, dass Nigeria aus dem Ölexport genug Geld hat, während<lb/>
Jordanien doch mehr oder minder alles von den arabischen Fonds,<lb/>
Kuwait, Abu Dhabi oder von den einzelnen arabischen Ölexportländern<lb/>
bekommen muss. <rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs> sagte mir dezidiert, sie wissen dass diese<lb/>
<pb n="35-0388" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-04-02_0388.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Unterstützung nicht ewig andauern wird, weshalb sie sich irgendwie<lb/>
auf eigene Beine stellen möchten. Dazu wäre es notwendig, dass<lb/>
Österreicher sich um die Exporte aus Jordanien bemühen müssten.<lb/>
Nur wenn Jordanien z.B. grössere Mengen Phosphate verkaufen kann,<lb/>
kann es auch irgendwelche Waren dann aus Österreich beziehen. Das<lb/>
Handelsbilanzungleichgewicht wird deshalb in der nächsten Zeit<lb/>
grössere Geschäfte mit Jordanien zukunftsträchtig fürchte ich,<lb/>
leider verhindern.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-04-02_04"/>
         </div>
      <div type="back"><pb n="35_0386_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-04-02_0386-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 2.4.1977</head>
         </div>
         <pb n="35_0386_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-04-02_0386-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__113381">
               <persName type="label">Talal, Hassan ibn</persName>
               <persName><surname>Talal</surname><forename>Hassan ibn</forename></persName>
               <occupation>jordan. Kronprinz</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113379">
               <persName type="label">Dajani, Najmuddin</persName>
               <persName><surname>Dajani</surname><forename>Najmuddin</forename></persName>
               <occupation>jordan. Handelsminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111400">
               <persName type="label">Malzacher, Hans Michael</persName>
               <persName><surname>Malzacher</surname><forename>Hans Michael</forename></persName>
               <occupation>GD Steyr-Daimler-Puch</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>