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            <title type="main">Dienstag, der 29. März 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band35_1977-03-29</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_01">Dienstag, 29. März 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_02">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97449">Freibauer</rs>, Universale, ersuchte um neuerliche Intervention<lb/>
bei <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs> wegen des Schlachthofbauzuschlages. <rs type="person" ref="#per__97449">Freibauer</rs> vermutet,<lb/>
dass der Brief gar nicht zu <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs> gekommen ist. Dies halte ich für<lb/>
unmöglich, doch werde ich neuerdings intervenieren. <rs type="person" ref="#per__97449">Freibauer</rs> kam<lb/>
dann – und ich bin mir nicht ganz sicher – ob er nicht deshalb nur<lb/>
gekommen ist, auf die Ausschreibung des neuen Zentralgebäudes mit<lb/>
Lastverteiler der Verbundgesellschaft zu sprechen. Derzeit stehen<lb/>
zwei Projekte zur Diskussion wie mir der Vorstand der Verbund<lb/>
mitteilte. Entweder das Universale Projekt beim Nordwestbahnhof,<lb/>
oder auf dem Landstrasser Gürtel von der Porr. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97449">Freibauer</rs>,<lb/>
dass ich mich gegen beide Projekte ausgesprochen habe, weil ich sage,<lb/>
die Verbund hat nicht so viel Geld um hundert Millionen Schilling<lb/>
für ein neues zentrales Verwaltungsgebäude auszugeben. Wichtig ist,<lb/>
dass ein neuer Lastverteiler gebaut werden muss, dieser kann aber<lb/>
ohne weiteres im Umspannwerk in Oberlaa errichtet werden. Gegebenen<lb break="no"/>falls kann man dort auf die grüne Wiese auch zentrales Verwaltungs<lb break="no"/>gebäude setzen. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97449">Freibauer</rs> ganz dezidiert, dass für diese<lb/>
Entscheidung der Verbundvorstand resp. der Aufsichtsrat zuständig ist.<lb/>
Ich werde nur, wenn ich gefragt werde, in beiden Fällen diese Meinung<lb/>
vertreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_03">Das iranische Fernsehen interviewte mich wegen der Handelspolitik<lb/>
des neutralen Österreichs. Ich war sehr überrascht dabei, keine<lb/>
einzige Frage bezogen auf Iran bekommen. Der Grund dafür ist, dass<lb/>
das iranische Fernsehen eine Story über Österreich filmte und gar<lb/>
nicht dabei auf die besonderen iranisch-österreichischen Beziehungen<lb/>
eingehen wollte, Es ist für mich unerklärlich, da selbst der österr.<lb/>
Rundfunk in diesem Fall sicherlich die österreichischen Beziehungen<lb/>
von den Hersteller verlangt hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_04">Bei der Vorsprache vom bulg. Aussenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__113028">Christow</rs> bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97629">Kirchschläger</rs> hat dieser über die Vorstellungen Bulgariens und die<lb/>
Verhandlungen der VIII.Gemischten Kommission berichtet. Insbesondere<lb/>
meinte er, dass aus Drittländern Iran, Irak, Nigeria, Bulgarien<lb/>
gute Möglichkeiten für Kooperationen mit Österreich hätte. Dann kam<lb/>
angedeutet die Beschwerde wegen der Zolldiskriminierung von Bulgarien<lb/>
und die zu geringen Maschineneinfuhren und die Wünsche Bulgariens, ihren<lb/>
Strassentransport ihrer eigens dafür aufgebauten Transportflotte durch<lb/>
<pb n="35-0366" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-03-29_0366.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Österreich. Bulgarien hat dieses Transportgeschäft von Europa<lb/>
nach den nahen Osten ganz gross in Angriff genommen. Das Ver<lb break="no"/>kehrsministerium hat sich im letzten Moment bereiterklärt, über<lb/>
dieses Problem mit den Bulgarien jetzt bei der Gemischten<lb/>
Kommission zu verhandeln. Die Abgaben die die Türkei jetzt ver<lb break="no"/>langt – ich ergänzte sofort, auch die Jugoslawen – kosten den Bulgaren<lb/>
eine schöne Stange Geld.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_05">Im Ministerrat berichtete <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, dass der bulg. Verkehrsminister zu<lb/>
ihm kommt. <rs type="person" ref="#per__114061">Broda</rs>, <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> und <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> verbringen ihren Oster<lb break="no"/>urlaub im Ausland, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zur Bemerkung veranlasste "und man<lb/>
propagiert, die Österreicher sollen in Österreich bleiben". Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> eine Bemerkung zu mir machte, als ob diese Idee von mir<lb/>
stammt, erklärte ich sofort, ich hätte dies niemals verlangt, worauf<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sofort antwortete, er hätte auch nicht gesagt, dass ich<lb/>
dies propagiere. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verlangte neuerdings die Kennzeichnung<lb/>
der Dienstautos der Minister, da er weitere Angriffe von der ÖVP<lb/>
wegen Gesetzesverletzung in diesem Punkt erwartet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gab<lb/>
allerdings zu, dass die Chauffeure von allen Ministern dieses<lb/>
Dienstwagenzeichen nicht sehr gerne auf den Autos haben, weil sie<lb/>
dadurch doch angestänkert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_06">Bei dem Tagesordnungspunkt der Patentgesetznovelle machte das Finanzmi<lb break="no"/>nisterium über <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> die Bemerkung, dass der zukünftige Perso<lb break="no"/>nalaufwand dafür nur durch internen Ausgleich des Handelsministeriums<lb/>
selbst erfolgen müsse und der Sachaufwand im jetzigen Budget ihre<lb/>
Deckung finden muss. Beim Markenschutzgesetznovelle gab es wieder<lb/>
Wünsche, sodass mit der Massgabe beschlossen wurde, darüber im Par<lb break="no"/>lament noch gewisse Wünsche zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Wieso wurden wir vorher nicht darüber infor<lb break="no"/>miert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_08">Zur Delegationsentsendung zur Diplomatenkonferenz über internationale<lb/>
Anerkennung Hinterlegung von Mikroorganismen im Patenterteilungs<lb break="no"/>verfahren haben wir zwei Dienstreiseanträge von <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> und <rs type="person" ref="#per__113625">Fichte</rs><lb/>
gestellt nach Budapest, die nach Meinung <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr's</rs> gar nicht notwendig<lb/>
gewesen wären, da er in seinen Bericht, wo er sich dafür Verhand<lb break="no"/>lungsvollmachten geben liess, diese Dienstreisen gedeckt gewesen<lb/>
wären. Ich sehe nicht ein, dass wir so ungeschickt agieren, Dienst<lb break="no"/>reiseanträge im Ministerrat beschliessen zu lassen, die sowieso<lb/>
<pb n="35-0367" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-03-29_0367.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ein anderer Minister beantragt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Das Patentamt soll hier besser auf<lb break="no"/>passen und entsprechend abstimmen. <add>Ich habe d. Akt damals korrigiert! Wais</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_10">Die Überprüfung der Überstundenleistungen des Bundes ergab, dass<lb/>
die erste Zusammenstellung bereits zeigte, dass für 3 Mia. Schilling<lb/>
sogenannte Überstunden abgegolten werden. Jedermann weiss, dass<lb/>
nicht annähernd dafür Überstunden geleistet werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat<lb/>
deshalb die Idee, den einzelnen Ressorts die Ersparnis, die aus<lb/>
Überstunden kommt zu belassen um eventuell Sachausgaben dafür<lb/>
bei den Ressorts decken zu können. Ich glaube dass diese Idee<lb/>
überhaupt nicht zu verwirklichen ist, weil sie glatt unseren<lb/>
Budgetgrundsätzen widerspricht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_11">Dir. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> kam wegen der Margarinepreise. Jetzt sei er bereit wenn<lb/>
er eine Zusicherung bekommt, dass dann noch weiter verhandelt wird,<lb/>
als erste Etappe die seinerzeitige Preissenkung der Margarinepreise<lb/>
durch Rohstoffpreisverbilligung jetzt durch die Rohstoffpreisver<lb break="no"/>teuerung wieder aufzuheben. Vor etlichen Wochen hatte er diese Idee<lb/>
von mir kategorisch abgelehnt. Ich erklärte ihm darüber mit den<lb/>
Arbeiterkammer und Gewerkschaftsleuten zu sprechen. Beim Jour-fixe<lb/>
haben diese dann, dieser Idee zugestimmt. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> berichtete mir auch<lb/>
dass er für die Ölmühle einen Aussenschutz braucht und mit der Land<lb break="no"/>wirtschaft jetzt über Anbaumöglichkeiten Verhandlungen führen wird.<lb/>
Als Standorte kommen Wien, Aschach wegen eventuell vorhandener Silos,<lb/>
und Krems in Frage. <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> berichtet, dass die Industriesektion<lb/>
jetzt mit der Handelssektion über Aussenschutz Besprechungen führen<lb/>
wird. Beim Jour-fixe stelle ich fest, dass die Arbeiterkammer<lb/>
und der Gewerkschaftsbund sich ganz entschieden gegen einen Öl<lb break="no"/>wirtschaftsfonds ausspricht. Auch ich habe kein Interesse den ehemali<lb break="no"/>gen Fettwirtschaftsfonds womöglich wieder zu aktivieren. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> wird<lb/>
ein Modell mit <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> besprechen, welches den höchstmöglichen<lb/>
Schutz beinhalten soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_12">Bei der Eröffnung des Verbandstages der E-Werke hatte <rs type="person" ref="#per__137372">Klimesch</rs><lb/>
nicht nur begrüsst, sondern gleich seine ganze Konzeption und Kritik<lb/>
über die Energiepolitik dargelegt. Dabei hat er allerdings immer<lb/>
wieder erwähnt, dass das Handelsministerium und ganz besonders ich<lb/>
mich um die Elektrizitätswirtschaft sehr verdient gemacht habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_13">Natürlich erklärte ich dann als nächster Redner, dass ich<lb/>
jetzt nicht eine Grussbotschaft bringe, sondern auf die ganzen<lb/>
Forderungen resp. Kritiken eingehen werde. Ich setzte den etlichen<lb/>
hundert Leuten, alles Elektrizitätsvertretern, aber auch der an<lb break="no"/>wesenden Presse, den Handelskammervertreter klar und deutlich<lb/>
meine Energiepolitik in Frage der Preise, der Reorganisation der<lb/>
Energiewirtschaft insbesondere im Vergleich zur ÖVP klar und deut<lb break="no"/>lich auseinander. Bezüglich der Atomenergie verwies ich darauf,<lb/>
dass Deutschland, wie <rs type="person" ref="#per__97457">Friderichs</rs> Samstag erklärte, den weiteren<lb/>
Ausbau verlangt und <rs type="person" ref="#per__97375">Brugger</rs> ganz besonders auf die Unmöglichkeit<lb/>
der Sonnenenergie – 10 % würden die ganzen Alpen mit Spiegeln be<lb break="no"/>decken – hinwies. Letzteres tat ich nicht zuletzt deshalb weil<lb/>
der Abg. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs>, ein Sonnenenergiefanatiker, der selbst ein Haus<lb/>
mit Sonnenenergie ausstattet, anwesend war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_14">In der ÖGB-Bundesfraktion berichtete <rs type="person" ref="#per__133326">Krämer</rs>, der Statistiker der<lb/>
Arbeiterkammer – über den neuen Lebenshaltungskostenindex. Ich<lb/>
diskutierte dann nachher mit ihm über das Verkettungsproblem. Die<lb/>
Argumente, dass jetzt der alte Index durch die Verkettung höher<lb/>
liegt als der neue und dass insbesondere gegenüber Dezember der<lb/>
Jännerindex um 1.7 % höher liegt, ist nicht überraschend. Auch bei<lb/>
der Umstellung auf den Index 1966 war genau dieselbe Situation. Ja<lb/>
selbst der genaue Prozentsatz von Dezember auf Jänner. Im Laufe des<lb/>
Jahres wird sich dies alles ändern, wenn das erste diesbezügliche<lb/>
Ergebnis vorliegt. <rs type="person" ref="#per__133326">Krämer</rs> nimmt an im August dann vereinbarte ich<lb/>
mit ihm wird er sofort in ein Pressefrühstück zu mir eingeladen<lb/>
um dies dann der Presse neuerdings klarzumachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__133326">Krämer</rs> besprechen und vormerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_16">Beim Jour-fixe vereinbarten wir, dass für ein Zuckermodell von der<lb/>
Arbeiterkammer mit der Zuckerindustrie verhandelt wird. Als Grund<lb break="no"/>lage kann das <rs type="person" ref="#per__137165">Jonasch</rs>-Kalkulationsschema dienen, doch müssten die<lb/>
Fixkosten auch auf den Export anteilsmässig verteilt werden, wenn<lb/>
der Weltmarktpreis dies ermöglicht. Derzeit ist aber aus dem<lb/>
laufenden Zuckermodell nur ein Verlust <choice><choice><sic>der</sic><corr>für die</corr></choice></choice> Zuckerindustrie zu erwarten<lb/>
Die Überkapazität der Zuckerindustrie könnte nach Meinung der Ar<lb break="no"/>beiterkammer nur durch eine Stillegung einer Zuckerfabrik beseitigt<lb/>
werden. Ich wies ganz besonders darauf hin, dass wenn wir das<lb/>
Zuckermodell nicht finden, die Bauern nicht bereit sein werden über<lb/>
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Überproduktion einigermassen eingedämmt wird resp. der Staat da<lb break="no"/>durch belastet wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_17">Bezüglich der Einweg-und Mehrwegflaschen müssen wir eine gesetz<lb break="no"/>liche Grundlage finden, dass mit Ausnahme von Essig und Öl<lb/>
diese verboten werden können. Mit Hilfe einer Pfandlösung müsste<lb/>
es gelingen, dass nur verrottbare Einweggebinde mehr auf den Markt<lb/>
auch für Importe zugelassen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_18">Über das Altölgesetz wird es kaum möglich sein mit dem Gesundheits<lb break="no"/>ministerium, das ein Sondermüllbeseitigungsgesetz welches all<lb break="no"/>umfassend sein soll anstrebt zu erreichen. Da im Ausschuss des Par<lb break="no"/>laments ein Initiativantrag der FPÖ liegt, werden jetzt alle Vor<lb break="no"/>arbeiten geleistet und dort entsprechende Abänderungsanträge zu<lb/>
stellen. Dadurch könnten wir ein Begutachtungsverfahren neuerdings<lb/>
umgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_19">Bezüglich der Abgabe von Vitaminpräparaten Humanis<add>[?]</add> über den Lebens<lb break="no"/>mittelhandel wird versucht werden, ob die Gewerbeordnung dafür aus<lb break="no"/>reicht</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_20">Die Margarinepreisregelung, d.h. mein Vorschlag auf Aufhebung der<lb/>
seinerzeitigen Preissenkung wird mehr oder minder murrend zur Kennt<lb break="no"/>nis genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_21">Bezüglich der Autopreise und Ersatzteile wird im nächsten Wett<lb break="no"/>bewerbsausschuss am 15.4. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> wegen des abgestimmten Verhaltens der<lb/>
Importeure und der Vermutung, dass es sich vielleicht im Einzelfall<lb/>
um ein Wirkungskartell handeln könnte, vielleicht auch eine Netto<lb break="no"/>preisverordnung erlassen werden, sollte <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> dies dort zur Sprache<lb/>
bringen. Sollte, was anzunehmen ist, die Handelskammer nicht bereit<lb/>
sein hier mitzugehen, wird <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> mit dem Büro des Finanzministers<lb/>
vorher darüber sprechen, dass die Finanzprokuratur diesbezügliche<lb/>
Anträge beim Kartellverfahren stellt. Ich sehe nämlich nicht ein, dass<lb/>
der Finanzminister grosszügig ankündigt, jetzt muss etwas gegen die<lb/>
Autoimporte geschehen und ich letzten Endes dann alles allein aus<lb break="no"/>löffeln sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_22">Bei den Ölmühlenbericht, Besuch in Mannheim, kommt für mich klar<lb/>
<pb n="35-0370" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-03-29_0370.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und deutlich zum Ausdruck, dass die Arbeiterkammer und der Ge<lb break="no"/>werkschaftsbund sehr reserviert gegen dieses Projekt nach wie vor<lb/>
sind. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> fragt an, ob sich die Genossenschaft jetzt an diesen<lb/>
Projekten beteiligen sollte. Ich selbst bin ein absoluter Anhänger,<lb/>
dass die Genossenschaft auf alle Fälle daran mitwirken soll. Ob und<lb/>
inwieweit dann Unilever oder das Projekt der Landwirtschaftlichen<lb/>
Genossenschaft mit Eisenstein verwirklicht wird, ist mir persönlich<lb/>
ganz egal. Wichtig erscheint mir nur, dass Anbaumöglichkeiten auf<lb/>
Ölsaat in Österreich untersucht und womöglich forciert wird. 50.000 ha<lb/>
für die österr. Landwirtschaft muss eine entsprechende Entlastung<lb/>
auf dem Getreidesektor dann bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-29_23">Bei der Bezirkskonferenz in Favoriten, wo der Saal übervoll war, berich<lb break="no"/>tete ich über die wirtschaftliche Situation. Diskussion gab es keine.<lb/>
Die Konferenz war aber sicherlich nicht wegen meinen Referat so gut<lb/>
besucht, sondern weil <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> nach Jahrzehnten seine Funktion als<lb/>
Bezirksobmann zurücklegte und wegen der Nachfolge eine richtige<lb/>
Kampfabstimmung zu erwarten war. Hier glaube ich doch mit ruhigen<lb/>
Gewissen sagen zu können, dass meine Nachfolgeprobleme von mir aus<lb/>
gesehen besser vorbereitet sind. Überall wo ich bis jetzt gewirkt<lb/>
habe, habe ich mich sofort um einen entsprechenden Stellvertreter<lb/>
umgesehen, der jederzeit meine Funktion übernehmen kann. Mir erscheint<lb/>
nämlich die kontinuierliche Fortsetzung einer Arbeit ohne riesige<lb/>
Nachfolgekämpfe und womöglich noch daraus resultierende Streitig<lb break="no"/>keiten die lange nachwirken, als ein Greuel. Nicht nur dass dadurch<lb/>
die Arbeit stark leidet, bleiben aus solchen Streitereien dann<lb/>
furchtbare <choice><choice><sic>Resortimente</sic><corr>Ressentiments?</corr></choice></choice> zurück. Wenn es überhaupt dann eine Bereinigung<lb/>
dieser gibt, so dauern sie nicht nur sehr lange Zeit, in den meisten<lb/>
Fällen sind sie überhaupt irreparabel. In vielen Beispielen müsste<lb/>
ich dies schon feststellen und waren für mich persönlich immer ein<lb/>
unliebsames Erlebnis. Scheinbar geht es in der Politik aber nicht<lb/>
anders. In diesem Fall möchte ich fast sagen, leider.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Jonasch, A</persName>
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               <occupation>Wirtschaftsprüfer, Verb. der Zuckerindustrie [als solcher Nachfolger des
                  (1969 verst.) Prof. Bouffier; der Name in einer Zeitschrift Zucker 1977 genannt,
                  aber dort kein Vorname; es gäbe einen Wirtschaftstreuhänder Franz Jonasch, ev.
                  der?]</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
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               <occupation>Physiker/Chemiker, Bruder von Christian Broda</occupation>
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