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            <title type="main">Montag, der  7. März 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_01">Montag, 7. März 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_02">Beim Jour fixe beschwerte sich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> bei mir, dass <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs><lb/>
gegenüber dem Konsul <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs>, Österr. Konsul für Jordanien, wegen<lb/>
des Besuchs des Kronprinzen <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> die Handelskammer als unterge<lb break="no"/>ordnete Dienststelle bezeichnet hat. Hassan sollte ursprünglich<lb/>
von mir eingeladen werden, jetzt hat aber der Bundeskanzler die Einla<lb break="no"/>dung ausgesprochen. Das Protokoll des BKA wollte sogar die Handels<lb break="no"/>kammer, die bis jetzt immer mit den Unternehmern die Wirtschaftsge<lb break="no"/>spräche organisiert hat, ausschalten und dem Handelsministerium<lb/>
übertragen. Dagegen hat sich die Handelskammer erfolgreich gewehrt.<lb/>
Jetzt noch diese angebliche Bemerkung von <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> betrachtet sie<lb/>
als einen weiteren Angriff gegen ihre Stellung. Ich versprach, mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> darüber zu sprechen und den Fall aufzuklären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Lass Dir von <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, ohne ihm den Angriff zu<lb/>
schildern, die Unterredung mit <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs> erklären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_04">Die Auseinandersetzung über die Genossenschaftliche Zentralbank<lb/>
war eine weitere Beschwerde von der Handelskammer insbesondere <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
wegen der Stellung des Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>. Dieser dürfe nicht jede Woche<lb/>
ein Kommentar abgeben und jetzt noch die Mauer für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Behaup<lb break="no"/>tung machen. Die ÖNB selbst hat Milliardenbeträge ebenfalls im<lb/>
Ausland veranlagt und dabei handelt es sich ebenfalls um Währungs<lb break="no"/>reserven. Dass Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__127907">Klauhs</rs> auf eine Abwertung spekuliert hat, hält<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> für unwahrscheinlich, ganz entschieden wehrt er sich aber<lb/>
dagegen, dass man behauptet, <rs type="person" ref="#per__127907">Klauhs</rs> hätte die Nationalbank mit<lb/>
seiner Devisenpolitik zu einer Abwertung zwingen wollen. Wenn sie<lb/>
mit den Banken die Währungssituation besprechen, ist <rs type="person" ref="#per__127907">Klauhs</rs> niemals<lb/>
für eine Abwertung eingetreten. Der einzige offizielle Vertreter<lb/>
der Handelskammer, Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> hat einmal etwas in der<lb/>
Öffentlichkeit von einer 3,5 %-igen Abwertung für den Fremdenverkehr<lb/>
und damit natürlich automatisch auch für die Industrie gesprochen.<lb/>
Was die Handelskammer erwartet, ist bei der nächsten DM-Aufwertung<lb/>
dass Österreich nicht voll mitmacht. <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs> fragte mich beim<lb/>
Abendessen für den norwegischen Ministerpräsidenten, welches Konzept<lb/>
wir gegen die arge Währungsreservenabflüsse hätten. Da wir Steuer<lb break="no"/>erhöhungen für Autos und sonstige Luxusimportgüter von Seiten des<lb/>
Finanzministeriums nicht in Erwägung ziehen, demonstrative Handels<lb break="no"/>hemmnisse ebenfalls nicht erwägen, bleibt kurzfristig nur eine Abwer<lb break="no"/>tung.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_05">Zumindestens nach dem theoretischen Modell und den klassischen<lb/>
Lehrbüchern der Nationalökonomie. Ich persönlich glaube allerdings,<lb/>
dass sich unsere Handelsbilanzsituation aber insbesondere der Zahlungs<lb break="no"/>bilanzsituation verbessern wird, weshalb es sich auch hier, wie ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> erklärte, nur um eine theoretische Überlegung handeln kann.<lb/>
Einzelmassnahmen, die allerdings als kleine Schritte betrachtet<lb/>
werden können, versuche ich jetzt die Interessenvertreter und auch<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> im Handelsministerium bei uns zusammenzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte trachte so bald wie möglich diese Zusammen<lb break="no"/>stellung zu erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_07"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, der als Waldviertler Abgeordneter natürlich wegen der<lb/>
Atommüllagerung sehr besorgt ist und immer erklärt, er wird sich an<lb/>
die Spitze einer Waldviertler Volksbewegung gegen die Mülldeponie<lb/>
stellen, ist jetzt wegen der Volksabstimmungsidee gar nicht glücklich.<lb/>
Dies bemerkte ich dadurch, dass er mir einreden wollte, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hätte<lb/>
die Volksabstimmung verlangt, obwohl er genau weiss, dass <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> in<lb/>
der Fernsehdiskussion diesen Vorschlag gemacht hat und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nur<lb/>
meinte, auch das müsse man sich überlegen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> will in Wirklich<lb break="no"/>keit eine Bürgermeisterbesprechung und ganz besonders <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> dafür ge<lb break="no"/>winnen, dass er letzten Endes doch für diese Mülldeponie zustimmt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> behauptet, eine Volksabstimmung sei überhaupt nicht möglich,<lb/>
diese nur für Gesetz gilt, die verfassungsähnlichen d.h. also<lb/>
grundsätzliche Materie behandelt. Wenn dies stimmt, dann war <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs><lb/>
sehr schlecht vorbereitet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte kläre die Rechtslage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_09"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte unbedingt, dass wir unsere Bemühungen über Jugoslawien<lb/>
im Rahmen der EFTA aufgeben. Er meinte, die Schutzprotektoratsfunktion,<lb/>
die Österreich hat, wäre abzulehnen. Ich erwiderte, dass dies ja<lb/>
keine offizielle Funktion ist sondern dass man eben von Österreich<lb/>
als Nachbar erwartet, dass er mit Jugoslawien nicht nur gute Beziehungen<lb/>
hat, sondern eben so wie die Schweiz für Spanien wir uns für die jug.<lb/>
Verhältnisse besonders interessieren. Ich verwies darauf, dass EFTA<lb/>
als Diskussionsforum auch für die Zollforderungen der Oststaaten sich<lb/>
besser eignet, als wenn wir hier immer so bilateral bei den einzelnen<lb/>
Oststaaten deren Wünsche ablehnen müssen oder so wie bei dem Autozoll<lb/>
gegenüber der SU hinhaltende Taktik praktizieren müssen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war<lb/>
mit der Sprachregelung, die das Aussenministerium durch Ministerrats<lb break="no"/><pb n="35-0281" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-03-07_0281.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>beschluss jetzt fixiert hat, einverstanden. Trotzdem haben wir<lb/>
wahrscheinlich in der konkreten Arbeit in der nächsten Zeit mit den<lb/>
Staatshandelsländern aber auch mit der Handelskammer in diesem Punkt<lb/>
noch grosse Schwierigkeiten. In Wirklichkeit muss ich einen Abwehr<lb break="no"/>kampf gegen zwei Seiten führen. Nach aussen mit den Staatshandelsländern<lb/>
und nach innen mit der Handelskammer. Ich bin sehr gespannt, wie<lb/>
dieser Kampf gelingt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_10"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ersuchte die endgültige Vorlage an den Ministerrat wegen der<lb/>
Ausschreibung zu verschieben, damit noch die Handelskammer am 9. März<lb/>
ihre koordinierende Besprechung durchführen kann. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> befürchtet,<lb/>
dass wenn die Vergabe der einzelnen Dienststellen und Ministerien<lb/>
uns über eine Informationsstelle gehen sollen, dass dies ein erster<lb/>
Schritt zu einer Lenkungsstelle wird. Die Vergabe dann nicht nach dem<lb/>
billigsten resp. preiswertesten Offert sondern doch dirigiert zu den<lb/>
offenen Kapazitäten oder zumindestens beeinflusst, dass sie dort hinkommt,<lb/>
ist für <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ein Grauen, da er darin die Ausschaltung des Preis<lb break="no"/>mechanismus erkennt oder zumindestens glaubt die Gefahr zu erkennen.<lb/>
Auf der einen Seite verlangen seine Firmen und er selbst auch, dass<lb/>
<choice><choice><sic>dam</sic><corr>man?</corr></choice></choice> dafür sorgt, dass die österreichischen Unternehmer beschäftigt<lb/>
werden, auf der anderen Seite aber will er sich überhaupt nicht fest<lb break="no"/>legen. Hier wird er Farbe bekennen müssen. Bezüglich seiner Besorg<lb break="no"/>nis, dass ich damit eine Lenkungsstelle errichten möchte, konnte<lb/>
ich ihn auf meine 7-jährige Praxis jetzt hinweisen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> findet,<lb/>
dass die Bestimmung, wonach ein Beamter, wenn er einen Zuschlag einer<lb/>
ausländischen Firma gibt, dies in einem speziellen Fall begründen<lb/>
muss, sehr richtig ist. Soweit ginge er mit, die Vergabe der ÖBB<lb/>
anfangs der Siebzigerjahre für <choice><choice><sic>Tourista-Lok</sic><corr>Thyristor-Lok</corr></choice></choice> nach Schweden bezeichnete<lb/>
er als falsch, ebenso, daß jetzt in Persien für eine Schule, die Öster<lb break="no"/>reich unterhält eine belgische Drehbank angeschafft wurde. In der Praxis<lb/>
will er also, dass selbstverständlich die österreichischen Firmen<lb/>
zum Zuge kommen, ohne sich allerdings auch nur im entferntesten<lb/>
von einem theoretischen Gebilde der freie Markt, der Preis soll allein<lb/>
entscheiden, trennen zu wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> noch einmal die End<lb break="no"/>fassung besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_12">Beim Journalistenfrühstück ging es um die Bedeutung des Wintersportes<lb/>
für die österr. Wirtschaft und ganz besonders für die Zahlungsbilanz.<lb/>
Die Nächtigungen machen nur 30 % aus, während die Devisenerlöse 40 %<lb/>
ausmachen. Der Wintergast gibt eben wesentlich mehr Geld im Fremdenverkehr<lb/>
<pb n="35-0282" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-03-07_0282.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>aus und natürlich insbesondere auch für den Ankauf von Ausrüstung wie<lb/>
Ski usw. Diskussion gab es zu diesem Punkt keine, auch die Bürges-<lb/>
Referate von <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> und <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs> lösten kein besonderes Interesse<lb/>
aus, obwohl die Herabsetzung des Höchstzinssatzes von 9 auf 8,5 %<lb/>
wie ich den Journalisten mitteilte, ein harte Kampf war, hat die<lb/>
Kreditsektion 8,75 und womöglich eine Gleitklausel verlangt.<lb/>
Ich bin sehr gespannt, was in den Medien kommen wird. Auf alle Fäl<lb break="no"/>le war die Diskussion diesmal so kurz, dass wir bereits nach 40 Minuten<lb/>
die Frühstücksrunde schliessen konnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_13">Dr. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs>, Unilever, beschwerte sich bei mir, dass die Arbeit<lb break="no"/>nehmerseite ihren Margarinepreisantrag nicht behandelt. Die Rohstoffe<lb/>
sind so stark gestiegen, dass sie 14 – 16 % Preiserhöhung bräuchten,<lb/>
und einen Antrag auf 12 % gestellt haben. Unberücksichtigt dabei sind<lb/>
die Milchpreiserhöhung, die Prachterhöhung, die Kollektivertrags-<lb/>
und die Lohnerhöhungen. Am 1.1. 1976 hat die Unilever als die<lb/>
Rohstoffpreise sanken, eine Preissenkung um 20 – 70 Groschen durch<lb break="no"/>geführt. Mein Vorschlag war, diese Preissenkung sofort wieder rück<lb break="no"/>gängig zu machen, damit, sagt <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs>, hat er nicht sein Auslangen.<lb/>
Er fragte, ob er mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> Kontakt aufnehmen sollte, was ich<lb/>
ihm sofort empfahl. Beim Mittagessen für den norwegischen Minister<lb break="no"/>präsidenten traf ich <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und informierte ihn über diesen Wunsch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113084">Büttners</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> sofort verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_15">Neben <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> wird jetzt auch <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> die Besichtigung der Mannheimer<lb/>
Ölmühle mitmachen. Wie ich <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> aber erklärte auf Kosten des<lb/>
Ministeriums und nicht auf Einladung der Unilever. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> meint,<lb/>
dass wenn das Projekt erst später zum Tragen kommen, nach seiner<lb/>
Information 20.000 t Ölmühlenkapazität in kleinen Betrieben in der<lb/>
Schweiz frei sind, wo man im Lohn die entsprechenden Raps- oder<lb/>
Sonnenblumenkernesaaten verarbeiten lassen kann. Österreich pro<lb break="no"/>duziert zwar derzeit nur 2.000 t pro Jahr, doch müsste eine ent<lb break="no"/>sprechende Ausdehnung der Anbaufläche jetzt schön langsam in<lb/>
Angriff genommen werden. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> wollte auch von mir wissen, wie<lb/>
weit das zweite Projekt von uns unterstützt wird und wie sich die<lb/>
Landwirtschaft entscheiden wird. Diese ist allerdings derzeit mit<lb/>
dem anderen Projekt über die Gmündner Agrarindustrie noch sehr stark<lb/>
verbandelt. Hier wird es mehr oder minder darauf ankommen, wer den<lb/>
ersten Schritt konkret setzt, um die Fronten zu klären. Eine Be<lb break="no"/><pb n="35-0283" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-03-07_0283.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sichtigungstour ist sicherlich ein guter optischer Effekt, aber<lb/>
natürlich noch keine konkrete Massnahme. Dies würde wahrscheinlich<lb/>
beim Grundankauf resp. Baurechtsabschluss mit der Gemeinde Wien<lb/>
durch Unilever ein deutlich sichtbares Zeichen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Für die Besichtigung brauchen wir glaube ich<lb/>
einen Ministerratsvortrag.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_17">Vor dem Wiener Vorstand teilte mir <rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs> als Vorsitzenderstell<lb break="no"/>vertreter des Aufsichtsrates der DokW mit, dass die Betriebsräte jetzt<lb/>
einverstanden sind, dass die Aufsichtsräte von 8 : 7 auf 6 : 5 redu<lb break="no"/>ziert werden. Für sie soz. Fraktion ergibt sich die Notwendigkeit<lb/>
einen Niederösterreicher und einen Oberösterreicher aus dem Aufsichts<lb break="no"/>rat herauszunehmen, dies sei ohne weiteres möglich, weil Oberöster<lb break="no"/>reich ganz besonders durch den Betriebsrat <rs type="person" ref="#per__112931">Köck</rs> und durch den Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> reichlichst vertreten sind. Für die ÖVP würde wahrscheinlich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97907">Schaumayer</rs> und <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> ausscheiden. Das Ganze soll aber erst mit<lb/>
1.1.1978 auf Wunsch der Betriebsräte resp. der Fraktion in Kraft<lb/>
treten. Damit bin ich selbstverständlich einverstanden, denn auf<lb/>
die Terminfrage kommt es mir nicht so sehr an. Wichtig erscheint mir<lb/>
nur, dass beim nächsten Aufsichtsrat ein solcher Beschluss schon<lb/>
gefällt wird und nicht erst knapp vor dem 1.1.1978, also vor dem<lb/>
übernächsten Aufsichtsrat. Ein Problem stellt der stellvertretende<lb/>
Vorsitz im Aufsichtsrat dar, da der Betriebsrat unbedingt den Arbeit<lb break="no"/>nehmervertreter in diese Position bringen möchte. <rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs> würde ge<lb break="no"/>gebenenfalls darauf verzichten, nur meint die Fraktion jetzt, dass er<lb/>
auf alle Fälle als Gegengewicht gegen <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> bleiben sollte. In diesem<lb/>
Fall müsste <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> von der Verbund seinen Wunsch, Vorsitzenderstell<lb break="no"/>vertreter zu werden, zurückstellen. Ich versprach, diesbezüglich mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> zu sprechen. Die Betriebsräte verlangen jetzt, dass die<lb/>
DokW ein Urlauberheim baut. Der Vorstand hat diesbezüglich einen<lb/>
Antrag an den Aufsichtsrat gestellt. Ich selbst erklärte <rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs>,<lb/>
dass ich bei der jetzigen Belastung des Sozialbudgets aber ganz beson<lb break="no"/>ders auch der steigenden Lohn- und Gehaltstangente einem solchen<lb/>
Vorhaben nicht zustimmen könnte, allerdings musste ich zugestehen, dass<lb/>
ich dafür auch gar nicht verantwortlich sei, sondern dies in den<lb/>
entsprechenden Organen zu beschliessen ist. <rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs> meinte, die<lb/>
Belegschaftsvertreter hätten auf andere Sozialleistungen dafür ver<lb break="no"/>zichtet. Ich erklärte ihm sofort, dass ich dies erstens nicht glaube<lb/>
und zweitens, wenn sie es machen in der Durchführung dann immer wieder<lb/>
entsprechend verwässert wird. Das Urlaubsheim würde eine ständige<lb/>
weitere Belastung nicht nur für die Errichtung sondern auch für den<lb/>
Betrieb der DoKW sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Aussprache mit unserer Fraktion insbesondere<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> bei mir organisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_19">Im Wiener Vorstand gab es eine Diskussion über die Austritte, die<lb/>
sich im Jänner mit 1.315 fortsetzten. Der Stand beträgt jetzt<lb/>
248.042 Mitglieder. <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs> war erschüttert, dass <rs type="person" ref="#per__146240">Fuhrmann</rs> vom Profil<lb/>
bestens informiert ist. Die Vermutung liegt nahe, dass er Informationen<lb/>
über den Ausschuss bekommt. <rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs> meinte, man müsste die Berichter<lb break="no"/>stattung halt so machen, dass man annimmt, dass alles in die Öffent<lb break="no"/>lichkeit geht. Mit Recht sagt <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs>, dann brauchen wir keine<lb/>
Information unserer Spitzenfunktionäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_20">Anstelle des verstorbenen Bundesrates <rs type="person" ref="#per__140157">Schweiger</rs> von der Postgewerkschaft<lb/>
kommt jetzt <rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs>, der Bundessekretär der Kinderfreunde. Dieser<lb/>
hat am schulpolitischen Programm regsten Anteil genommen und wurde<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> vorgeschlagen, der nur erwähnte, dass die JG <rs type="person" ref="#per__114541">Konecny</rs><lb/>
drinnen haben möchte. Die ÖGB-Fraktion, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, haben<lb/>
jetzt auf dieses Mandat verzichtet, obwohl Anmeldungen von der<lb/>
Post, vom HTV und von der Chemiegewerkschaft vorlagen. <rs type="person" ref="#per__114129">Oblasser</rs>, der<lb/>
Vertreter der JG im Wiener Vorstand meinte, die ÖVP sei im Parlament<lb/>
durch <rs type="person" ref="#per__111719">Höchtl</rs>, in der Gemeinde durch <rs type="person" ref="#per__146238">Prochaska</rs> vertreten und in der<lb/>
engeren Wahl in Zukunft müsste man auch die JG mehr berücksichtigen.<lb/>
Sowohl die Gewerkschaftsfraktion als auch die JG hat es also <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
ermöglicht, dass jetzt die Kinderfreunde zum Zuge kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_21"><rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> schnitt das Problem der Wiener Regionalfraktion des Parlamentes<lb/>
die von <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> geführt werden soll, an. Die Bundesländer-Parla<lb break="no"/>mentarier treten nämlich in jedem Fall immer für ihre regionalen<lb/>
Interessen ein, unabhängig, ob dies der Gesamtpartei nützt oder<lb/>
schadet. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> verwies mit Recht darauf, dass es sich hier um ein<lb/>
Loyalitätsproblem gegenüber der Regierung handelt. Eine Aussprache<lb/>
des Wiener Präsidiums mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> soll all diese Fragen klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_22">Eine lange Debatte nahm wieder einmal die Bezirksblätter ein. Ausser<lb/>
Leopoldstadt und Fünfhaus, sprich <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> und <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs>, haben sich's alle<lb/>
anderen Bezirke mit dem Bezirksjournal insbesondere der neuen Gruppe,<lb/>
die dies jetzt herausgibt, gerichtet. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> und <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> meinen mit<lb/>
eigenen Bezirkszeitungen seien wir besser dran. <rs type="person" ref="#per__114121">Fucik</rs> für den 10. Bez.<lb/>
aber auch andere bezweifeln dies und meinen, die Inseratenaufkommen<lb/>
könnten nur diese unabhängigen Bezirksjournale bekommen. Niemals würden<lb/>
die Unternehmer in SPÖ-Bezirkszeitungen so stark inserieren.<lb/>
Die Bezirkszeitungen sollen jetzt umgestaltet werden und ein Seminar<lb/>
<pb n="35-0285" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band35/35_1977-03-07_0285.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ist in drei unabhängigen Gruppen zu demselben Ergebnis gekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_23">Die Aussprache mit dem norwegischen Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__113378">Nordli</rs><lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dazu benützt, um seine Gipfelkonferenz der EFTA-Staaten<lb/>
schon vorzubereiten. Österreich ist der grösste Profiteur der EFTA,<lb/>
obwohl man früher, als die EFTA gegründet wurde, in Österreich grosse<lb/>
Bedenken hatte, ob ein so auseinandergezogenen Gebilde wie Norwegen –<lb/>
Portugal – Österreich überhaupt funktionieren könne. 1958 hat <rs type="person" ref="#per__137202">Hallstein</rs><lb/>
noch erklärt, eine Freihandelszone geht technisch nicht. Jetzt hätte<lb/>
man selbst mit der Europäischen Gemeinschaft eine solche.<lb/>
Aufgabe sei es nun, die EFTA-Strategie gegenüber der EG abzustimmen,<lb/>
allerdings ohne Frontstellung. Eine bessere Zusammenarbeit innerhalb<lb/>
der EFTA und der EG sei dringend notwendig, insbesondere auch die<lb/>
Zwischenlösungen mit den neuen Mitgliedstaaten Griechenland, Portugal,<lb/>
Spanien und letzten Endes auf die Türkei, die ja die EG nicht <choice><choice><sic>herauslassen</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
könne. Jugoslawien fühlt sich jetzt vom Westen im Stich gelassen, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123209">Tito</rs> im Herbst 1976 <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gegenüber erklärte. Die West-Ost-Bezie<lb break="no"/>hungen und der Nord-Süd-Dialog, wo jetzt <rs type="person" ref="#per__114110">Willy Brandt</rs> als Vermittler<lb/>
auf Vorschlag <rs type="person" ref="#per__126427">McNamaras</rs> auftreten soll, müsste man noch besprechen.<lb/>
Bilateral hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> den Norwegern einen Ölerfahrungsaustausch<lb/>
als eine Kooperation zwischen ÖMV und norwegischen Firmen konkret<lb/>
vorgeschlagen. <rs type="person" ref="#per__113378">Nordli</rs> ging zuerst auf wie er sagte wichtigste Frage<lb/>
der Vollbeschäftigung ein. In Norwegen gibt es nur 1 - 2 % Arbeitslose,<lb/>
ca. 30.000, aber hunderttausende sind unterbeschäftigt in den Fabriken.<lb/>
Dies könne man 1, 2 vielleicht 3 Jahre fortsetzen, aber dann müsste<lb/>
die ökonomische Balance, wie er es bezeichnete, wieder kommen. Die<lb/>
Ölproduktion macht nur 10 %, ihre Bruttonationalproduktes aus und erst<lb/>
2 % sind aufgeschlossene Territorien. Mit den skandinavischen Staaten<lb/>
aber auch mit Deutschland bespricht jetzt Norwegen Kooperationen aber<lb/>
nicht nur auf Öl. Norwegen fürchtet, dass wenn der Nord-Süd-Dialog<lb/>
ein Fehlschlag wird, es sehr schlimm enden würde. Deshalb tritt<lb/>
Norwegen und die Niederlande für den von den Entwicklungsländern ge<lb break="no"/>wünschten Fonds ein. Im August 1977 wird in Kopenhagen eine Tagung<lb/>
auf Initiative der Skandinavier erfolgen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte dort mit, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> daran teilnehmen wird, die kleinen Ländern sollten einen Vor<lb break="no"/>schlag vorbereiten und letzten Endes machen und weniger bescheiden sein.<lb/>
Er könne sich z.B. sehr gut vorstellen, dass man für die afrikanischen<lb/>
Entwicklungsländer ein Eisenbahnsystem ausarbeitet, das dieselbe<lb/>
Bedeutung hat wie im 19. Jahrhundert für Europa. Diesen Plänen stehen<lb/>
die Autofirmen gegenüber, die ja insbesondere der Grosstaaten ihre<lb/>
LKW nach Afrika und die Entwicklungsländer verkaufen wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_24">Die Bevölkerung kann dort aber nicht die Autos entsprechend warten,<lb/>
hat daher irrsinnige Ausfälle und Reparaturen, wenn man ein Land<lb/>
besucht, sieht man immer wieder Leute unter den Autos liegen und<lb/>
zu pfuschen, ein wirklich sinnvolles Transportmittel ist halt<lb/>
nur die Bahn. Die Chinesen haben in Afrika den Fehler gemacht,<lb/>
dass sie die Eisenbahn selbst gebaut haben und sogar dann noch be<lb break="no"/>trieben haben. Falsch wäre es auch, wenn man Plasser &amp; Theurer, also<lb/>
d.h. hochentwickelte Baumethoden in die Entwicklungsländer bringen<lb/>
wollte. Dort sollte man die heimische Bevölkerung mit dem Bahnbau<lb/>
beschäftigen, wie seinerzeit in Amerika, als man die Kolonisation<lb/>
fortsetzte. Die Entwicklungsländer allerdings wollen genau das<lb/>
Gegenteil, was dort nicht zur Sprache kam, aber in meinen Augen deut<lb break="no"/>lich zeigt, dass dieser Plan <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> daher nicht aufgehen wird.<lb/>
Ob er wirklich die optimale Wirtschafts- und Transportlösung ist,<lb/>
möchte ich auch nicht untersuchen, da ich annehme, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
dies ohne konkrete Unterlagen, mehr auf Grund seiner gefühlsmässigen<lb/>
Einstellung dort vortrug. Ebenso hat er neuerdings die Öl- und Petro<lb break="no"/>chemie-Kooperation, die Österreich und Norwegen auch auf Entwick<lb break="no"/>lungsländern gemeinsam durchführen könnten, verlangt, ohne sicherlich<lb/>
mit der ÖMV oder mit der Linz- Chemie gesprochen zu haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Erkundige Dich bitte, was die ÖMV mit Norwegen<lb/>
beabsichtigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_26">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ganz besonders herausge<lb break="no"/>strichen, dass im Feber die Arbeitslosenziffer von 87.000 auf<lb/>
80.000 zurückgegangen ist, um 14.000 weniger als im Vorjahr, bei<lb/>
der Beschäftigung um 59.000 mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_27">Am ÖVP-Parteitag wird jetzt das Ziel der Massenmedien sein, einen<lb/>
neuen <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> zu präsentieren. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> glaubt, dass dies kaum gelingen<lb/>
wird, da keine Substanz dahintersteckt. Nach wie vor muss jetzt<lb/>
die ÖVP in jeder Beziehung attackiert werden, weniger das sittliche<lb/>
und zivile Verhalten <rs type="person" ref="#per__113832">Bergers</rs>, ist entscheidend, sondern dass er<lb/>
ein politischer Funktionär war. Ebenso hat Profil jetzt bei der<lb/>
nächsten Ausgabe jetzt die Grundstückstransaktionen von <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs><lb/>
aufgezeigt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wundert sich, dass unsere Zeitungen davon nie<lb/>
etwas wissen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_28">Lt. Strahlenschutzgesetz sei richtig, dass <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> für die Betriebs<lb break="no"/>genehmigung des Müllagers zuständig sei. Durch Verordnung hätte<lb/>
aber das Gesundheitsministerium diese Kompetenz wieder weitgehend<lb/>
an sich gezogen. Eine Stellungnahme des Verfassungsdienstes,<lb/>
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Frage durch eine Strahlenschutzverordnung nicht eindeutig defi<lb break="no"/>niert war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_29"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> teilte mit, dass jetzt die ÖVP beabsichtigt, eine Gesetzes<lb break="no"/>initiative des Bundesrates an den Nationalrat wegen des Forderungs<lb break="no"/>programmes der Länder zu schicken. Jetzt bewährte sich, dass die<lb/>
stv. Vorsitzenden eines Parteiobmannes also <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> in<lb/>
Hinkunft an diesen Gesprächen teilnehmen werden. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> wollte<lb/>
nämlich wissen, ob die soz. Bundesräte diesem Verlangen zustimmen<lb/>
sollen. Die ÖVP kann dies mit ihrer Mehrheit ab 1.7. beschliessen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> meinte, er wird imstande sein, die Länder dazu zu bringen,<lb/>
dass zuerst Verhandlungen mit der Bundesregierung durchgeführt werden<lb/>
müssen, da das Forderungsprogramm ja gar nicht aus gesetzestext<lb break="no"/>mässig formuliert ist. <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs>, ist <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> überzeugt, wird seine<lb/>
Meinung teilen.<lb/>
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in Friaul, die Regierung wird verdoppeln, was die Bevölkerung sammelt.<lb/>
Auch in Rumänien soll es sich nur um Sachlieferungen handeln, keines<lb break="no"/>falls aber Geld gegeben werden. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat mit dem Botschafter ver<lb break="no"/>einbart, sofort jetzt für 1 Mill. S dringende Medikamente mit dem<lb/>
Flugzeug nach Bukarest zu schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_31">Im Landesverteidigungsrat, wo <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> Vorsitzender ist, wird die<lb/>
Frage der Flugzeuge und der Panzer zur Sprache kommen. <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs><lb/>
hat mir nachher gesagt, er versteht die Haltung der Steyr-Werke<lb/>
nicht, die jetzt die Schweizer wegen der Panzerlieferung sehr verärgert<lb/>
haben, obwohl diese die grössten Abnehmer für ihre LKW, Pinzgauer usw.<lb/>
sind. <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> wollte auch von mir wissen, ob ich bei Flugzeugen<lb/>
wegen der Kompensation Frankreich oder Italien bevorzuge. Ich habe<lb/>
ihm einmal mehr dezidiert erklärt, die Entscheidung, welches<lb/>
Flugzeug er kauft, liegt ausschliesslich bei ihm und er soll wegen<lb/>
der Kompensation sich in keiner Weise beeinflussen lassen. Ich<lb/>
bin überzeugt, dass wir sowohl nach Frankreich als auch nach<lb/>
Italien unsere Kompensationslieferungen durchsetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_32">Die Abteilung <rs type="person" ref="#per__146246">Johan</rs> für Wirtschaftliche Koordination wurde ausge<lb break="no"/>schrieben und die Ausschreibungskommission hat alle Ansuchen als<lb/>
ungeeignet abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird jetzt provisorisch diese<lb/>
Abteilung mit Prof. <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs>, der keine Partei angehört, besetzen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> verwies nur darauf, dass seinerzeit von der ÖVP<lb/>
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wurde. Derzeit gehört <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> keiner Partei an, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
sagte ihm auch, er wird ihn keinesfalls für eine Partei werben,<lb/>
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diese Abteilung führen. Damit wird <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> automatisch Geschäfts<lb break="no"/>führer wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagte der Industriekommission beim BKA.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte versucht, die anderen Bewerber<lb/>
die ungeeignet waren, zu erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band35_1977-03-07_34">Nach der Ministerratssitzung ist <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> wegen der Versammlung in<lb/>
Traun am Freitag zu mir gekommen. Er hat mir eine interne Mitteilung<lb/>
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um diese Versammlung zu retten. Obwohl ich volles Verständnis<lb/>
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einhalten muss, habe ich diese Vorgangsweise komisch gefunden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97879">Otto Rösch</rs>, der auf <rs type="person" ref="#per__145327">Cselko</rs> ebenfalls schlecht zu sprechen ist, wäre<lb/>
für mich eingesprungen. Da ich aber überhaupt nicht nach Graz<lb/>
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bei dieser Spatenstichfeier nicht teilnehmen und mich so wie alle<lb/>
anderen Minister, die auch zuerst hätten kommen sollen entschuldigt.<lb/>
Dadurch habe ich die Möglichkeit, ein Jour fixe AK - ÖGB abzuhalten<lb/>
und wenn notwendig sogar auch noch die Messe zu besuchen.<lb/>
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