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            <title type="main">Dienstag, der  1. Februar 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_01">Dienstag, 1. Feber 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_02">Der ghanesische Planungs- und Handelsminister <rs type="person" ref="#per__145909">Gardiner</rs> hat<lb/>
grosses Interesse an Kooperation und insbesondere Knowhow für<lb/>
Aluminiumdosen, Holz, Salzverarbeitung und Lebendvieh, insbesondere<lb/>
auch Zuchtviehfarmen. Er kam so wie viele andere Entwicklungsländer<lb/>
Afrikas und Asiens zur OPEC Kreditverträge unterzeichnen, wodurch<lb/>
ich Gelegenheit habe mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Dies ist eine<lb/>
der vielen Vorteile, dass der Sitz der OPEC in Wien ist. Dadurch<lb/>
ergibt sich die Möglichkeit ohne viel Spesen, d.h. eigentlich gar<lb/>
keine Spesen, denn den Kaffee kann man wahrlich nicht rechnen –<lb/>
und ich gebe den Ministern nicht einmal ein Mittagessen – zur Auf<lb break="no"/>nahme von Beziehungen. Dr. <rs type="person" ref="#per__113001">Leupold</rs>, bei die bei <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> für die afri<lb break="no"/>kanischen Länder zuständig ist, hat dadurch auch einmalige Möglich<lb break="no"/>keit mit den Begleitern der Minister in Kontakt zu kommen. Ich würde<lb/>
es sehr begrüssen, wenn schön langsam auch in der Aussenhandels<lb break="no"/>sektion die Sachbearbeiter <rs type="person" ref="#per__114601">Sachs</rs>, <rs type="person" ref="#per__113001">Leupold</rs> nach aussen in Erscheinung<lb/>
treten würden. Es gelte eine Lösung zu finden, dass nicht der<lb/>
Minister, der Sektionschef, der Abteilungsleiter oder einer dieser<lb/>
ins Ausland fährt, sondern wirklich auch der Sachbearbeiter zu<lb break="no"/>mindestens gelegentlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_03">Vor dem Ministerrat sprach ich neuerdings mit <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> über die<lb/>
schweizerischen Panzerverträge. Der schweizerische Rüstungschef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145910">Grossenbacher</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__108224">Lü</rs> vor unserem Arbeitsessen in der Botschaft<lb/>
eine Aussprache. Er wird auch dort auf die 100-%ige Kompensation<lb/>
bestehen. Ich gab meiner Verwunderung Ausdruck, dass der schweize<lb break="no"/>rische Botschafter <rs type="person" ref="#per__145908">Keller</rs> nur mich als Minister zu dem Arbeitsessen<lb/>
eingeladen hat und nicht <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Hast Du eine Ahnung, was der Grund dafür war?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_05">Beim Arbeitsessen an dem nicht nur <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> sondern auch<lb/>
einige Herren des Verteidigungsministeriums teilnahmen, die gerade<lb/>
von der Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> kamen, war ich überrascht, dass<lb/>
nicht nur der Rüstungschef, sondern von der Handelsabteilung Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__125287">Sommaruga</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> ebenfalls mitgekommen ist. Dieser erzählte mir beim Essen,<lb/>
dass er in Jugoslawien einen Besuch gemacht hat, um Probleme bila<lb break="no"/>teral, aber auch bezüglich der EFTA zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__125287">Sommaruga</rs> steht<lb/>
<pb n="34-0106" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band34/34_1977-02-01_0106.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auf dem Standpunkt und hat es <rs type="person" ref="#per__114527">Ludviger</rs> klar und deutlich gesagt,<lb/>
dass eine wirkliche Annäherung Jugoslawiens an die EFTA in<lb/>
Form eines ähnlichen Beitrittes wie Finnland nicht möglich ist.<lb/>
Er bot ihnen an, ein Exportförderungsseminar der EFTA für Jugos<lb break="no"/>lawien oder gegebenenfalls der Schweiz, technische Handelshemmnis<lb break="no"/>beseitigung, EFTA-Studie über Tourismus insbesondere für Süd-<lb/>
Jugoslawien und die EFTA könnte ein Katalysator sein für die<lb/>
Autobahnfinanzierung d.h. EFTA-Länder sollten sich in einem Kon<lb break="no"/>sortium vereinigen um das nötige Geld aufzubringen. Ich diskutierte<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__125287">Sommaruga</rs> dieses Problem beim Mittagessen und meinte, dass dies<lb/>
nicht zulänglich sei. Ich könnte mir persönlich sehr gut vor<lb break="no"/>stellen, dass man sehr wohl die Jugoslawen, wenn sie ihre Wirt<lb break="no"/>schaft noch ein klein wenig marktwirtschaftlich orientieren einen<lb/>
ähnlichen Status geben sollte, wie Finnland. Ich verwies auch<lb/>
dann ganz besonders darauf, dass wir alle Zollprobleme mit den Ost<lb break="no"/>staaten im Rahmen der EFTA besprechen sollten. Gegen eine solche<lb/>
Vorgangsweise der Diskussion hat <rs type="person" ref="#per__125287">Sommaruga</rs> glaube ich nichts ein<lb break="no"/>zuwenden. Derzeit ist die Schweiz nur sehr interessiert, dass das<lb/>
spanische Problem gelöst wird. Hier erklärte ich <rs type="person" ref="#per__125287">Sommaruga</rs>, dass auch<lb/>
wir daran grosses Interesse haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_06">Beim Kaffee hat dann <rs type="person" ref="#per__145910">Grossenbacher</rs> auseinandergesetzt, warum er die<lb/>
bisherigen österreichischen Vorschläge nicht akzeptieren kann.<lb/>
Wegen Wahrung der Rechtsstaatlichkeit der Schweiz ist es ihnen nicht<lb/>
möglich einen Kompensationsvertrag, der ähnlich einem Kaufvertrag<lb/>
wäre, mit Pönale und Schiedsgericht regierungsmässig zu akzeptieren.<lb/>
Weiters sei die Zusätzlichkeit über 400 Mio. sfrs. und die Nachweisbar<lb break="no"/>keit nicht möglich. Mit dem Vertrag, den die Schweiz mit Amerika<lb/>
mit entsprechender Kompensation beschlossen hat, war dies leichter,<lb/>
weil dort Handelshemmnisse wie <choice><choice><sic>pay of american act</sic><corr>Buy American Act?</corr></choice></choice> vorlagen, die zwischen<lb/>
den Freihandelszonenland Schweiz und Österreich nicht existieren. Auch<lb/>
die Industrie kann keine Rahmenverträge mit Abnahmeverpflichtungen für<lb/>
8 Jahre vorsehen. Die Schweiz ist aber an der Panzerlieferung brennendst<lb/>
interessiert und würde eine Regierungsabsichtserklärung abgeben. Die Ver<lb break="no"/>fügung würden sie auch <choice><choice><sic>weitesgehendst</sic><corr>weitestgehend; weitgehendst</corr></choice></choice>, wenn auch nicht rechtlich veran<lb break="no"/>kert, garantieren. In der Schweiz <choice><choice><sic>haben</sic><corr>stellen?</corr></choice></choice> ihre Produktionsfirmen – 70 %<lb/>
stellen private Firmen Anteil, 30 % die Staatswerkstätten – eine Orga<lb break="no"/>nisationseinheit dar. Er schlägt vor, dass auch österreichische<lb/>
Firmen sich zusammenschliessen und dann mit den Schweizer Firmen<lb/>
sofort Verhandlungen aufnahmen, um weitestgehende Sicherung der<lb/>
<pb n="34-0107" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band34/34_1977-02-01_0107.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Abnahme und Lieferverpflichtungen festzulegen. In der Schweiz<lb/>
kommen dafür die Firmen Sulzer, SEG<add>[?]</add>, Georg Fischer, die 6 Militär<lb break="no"/>werkstätten und sogar, wenn man will, die Bedürfnisse der gesamten<lb/>
Armee in Frage. Wir erwiderten dass wir an dieser Panzerlieferung<lb/>
nur dann interessiert sind und die Möglichkeit besteht, wenn eine<lb/>
100-%ige Kompensation gewährleistet ist. Dies wurde von Schweizer<lb/>
Seite auch zugesagt. Über die technische Abwicklung hat <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> der<lb/>
Schweizer Seite Indikativlisten mit Rüstungsmaterial oder Material<lb/>
welches seine Affinität zu der Rüstung hat, vorgelegt. Die Schweizer<lb/>
sagen, dass mit gewisser Wahrscheinlichkeit die Abnahme garantiert<lb/>
ist, die österreichische Industrie braucht eine gewisse Sicherheit,<lb/>
unter Wahrung der gleichen Rechtskraft der Verpflichtung Abnahme<lb/>
auf der einen Seite, Lieferung auf der anderen Seite. Bezahlung der<lb/>
Panzer auf der einen Seite, Bezahlung der Zulieferung auf der anderen<lb/>
Seite, wenn auch beides zeitlich verschoben ist. Wir kamen überein<lb/>
dass jetzt unverzüglich die Firmen Gespräche aufnehmen sollen und<lb/>
die Gespräche beschleunigt fortgesetzt werden müssen, damit mit<lb/>
1.7. die ganze Frage abgeschlossen werden kann. Ich informierte<lb/>
beim Abendempfang des Parlamentspräsidenten Aussenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_07">Bei diesem Empfang kam auch der ehemalige Verteidigungsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97450">Freihsler</rs> zu mir und stellte mir Herrn Konsul <rs type="person" ref="#per__114052">Drescher</rs> vor. Dieser<lb/>
ist der Importeur von Kriegsgeräten, in dem Fall Hubschrauber. Er<lb/>
zeigte mir zu meiner grossen Überraschung einer Kopie eines Fern<lb break="no"/>schreibens des Aussenamtes an das Verteidigungsministeriums wo<lb/>
unser Botschafter aus Rom die Geschäftsabwicklung ankündigte resp.<lb/>
über den Besuch des Grafen <rs type="person" ref="#per__114053">Agusta</rs>, der auch zu mir kommen will.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__114052">Drescher</rs> nur zugesagt, dass ich bereit bin diesen zu<lb/>
empfangen. Voraussetzung für ein Waffengeschäft ist aber bei mir<lb/>
100-%ige Kompensation. <rs type="person" ref="#per__114052">Drescher</rs> meinte, dafür konnte Holz geliefert<lb/>
werden. Ich machte darauf aufmerksam, dass es sich um zusätzliche<lb/>
Lieferungen handeln müsse. In dem Schreiben stand nämlich, dass die<lb/>
Italiener anstelle von rumänischem Holz österreichisches kaufen<lb/>
würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte vom Landwirtschafts- resp.<lb/>
Aussenministerium die rumänisch-österreichische Holztransaktion<lb/>
erklären lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_09"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> haben wegen des Mehlpreises und insbe<lb break="no"/>sondere der Zusage wegen einer Semmelpreiserhöhung im September<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> gesprochen. Dieser hat wie ich erwartete ganz kategorisch<lb/>
abgelehnt, jetzt bereits eine Zusage zu machen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat mich<lb/>
aber gleichzeitig dann angerufen und vorgeschlagen, ich sollte nicht<lb/>
zuletzt auch wegen Einhaltung der Müllervereinbarung, die haben<lb/>
ja den Lohnvertrag unterschrieben, den Mehlpreis unverzüglich in<lb/>
Kraft setzen. Ich verwies <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> auf Schwierigkeiten, die man dann<lb/>
bei der Brotpreisfestsetzung mit den Bäckern bekommen würde. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, mit den ich dann neuerdings sprach, haben sich allerdings<lb/>
verpflichtet ihre ganze Kraft einzusetzen, damit auch diese Verhand<lb break="no"/>lung ohne Kampfmassnahmen abgeschlossen werden kann. Ich informierte<lb/>
unseren Sekretär <rs type="person" ref="#per__116458">Höllersberger</rs> von der Lebensmittelgewerkschaft,<lb/>
der sich mit den beiden wichtigsten Betriebsfunktionären, <rs type="person" ref="#per__111702">Deutsch</rs>,<lb/>
Ankerbrot, <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs>, Konsum, ins Einvernehmen setzte. Da der Kurier<lb/>
bereits in grosser Aufmachung von Semmel und Brot schrieb und dort<lb/>
meinte, die Bäckergewerkschaft hätte mich in der Preispolitik im<lb/>
Stich gelassen, waren die Erklärungen von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
für unsere Organisation nicht sehr befriedigend. Wieder einmal mehr<lb/>
zeigte sich, dass die Handelskammer auch nicht imstande ist ihre<lb/>
Mitglieder, ja nicht einmal ihre Organisation wie eben z.B. die Bäcker<lb break="no"/>innung zu einer vernünftigen Lösung zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_10">Im Klub hat mich <rs type="person" ref="#per__97803">Pansi</rs> aufgefordert, ich soll über die Benzinpreis<lb/>
und Brot-und Mehlpreissituation berichten, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erst später<lb/>
kam. Dort fragte in de Diskussion dann <rs type="person" ref="#per__118187">Gradenegger</rs> was ich gegen<lb/>
die Erhöhung der Telefongebühren bei den Hotels und Gaststätten<lb/>
zu unternehmen gedenke. Die Handelskammer Salzburg hat ein diesbe<lb break="no"/>zügliches Rundschreiben herausgegeben. Ich versprach ihm, dies genau<lb/>
zu prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>-Ministerium Einvernehmen herstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_12">Eine Diskussion ergab sich, weil <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, <rs type="person" ref="#per__126223">Tull</rs>, letzterer insbe<lb break="no"/>sondere den ARBÖ angriff, weil <rs type="person" ref="#per__97558">Hobl</rs> vorgeschlagen hat die amt<lb break="no"/>liche Preisregelung aufzuheben. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hatte mir bereits vorher gesagt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97558">Hobl</rs> sei nur der Briefträger gewesen und ich sei für die Aufhebung<lb/>
der amtlichen Benzinpreise. Ich erklärte sofort, dass ich eine solche<lb/>
nur dann machen würde, wenn die Interessensvertretungen zustimmen.<lb/>
Einen solchen Wunsch hat aber weder die Handelskammer, geschweige denn<lb/>
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Preissituation könne deshalb von mir nur verfügt werden, dass ich<lb/>
nicht daran denke den Heizöl-Extraleichtpreis zu erhöhen, dass<lb/>
andererseits aber der Superbenzinpreis von mir nicht amtlich ge<lb break="no"/>senkt wird, sondern dies die einzelnen Ölgesellschaften selbst<lb/>
machen werden um den Marktgegebenheiten Rechnung zu tragen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs><lb/>
erklärte auch, dass es sich nicht um eine offizielle Forderung<lb/>
des ARBÖ handelt. Ich wiederholte, dass ich volles Verständnis<lb/>
für den ARBÖ und deren Wünsche bezüglich des Benzinpreises habe,<lb/>
weil der ARBÖ gerade in der letzten Zeit sehr viele unangenehme<lb/>
Massnahmen gegen die Autofahrer zustimmen oder zumindestens still<lb break="no"/>schweigend erdulden musste. Ich hatte auch im Klub keine andere<lb/>
Stellung abgegeben, als ich bereits bei der Arbeitsvorstandssitzung<lb/>
am Samstag klar und deutlich gesagt hatte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_13">Beim Empfang des Nationalratspräsidenten hat <rs type="person" ref="#per__114975">Oberhammer</rs> mich wegen<lb/>
unserer Forderung Gebührenermässigung der Befreiung für Hotels und<lb/>
Pensionen, die in den einzelnen Zimmern Fernsehapparate aufstellen<lb/>
angesprochen. Seine Leute sind zur Überzeugung gekommen, dass dies<lb/>
nur bei einer gesetzlichen Änderung des Rundfunkgesetzes möglich<lb/>
ist. Er persönlich lehnt aber eine solche Ermässigung auf das ent<lb break="no"/>schiedenste ab, weil dadurch dann auch andere Institutionen wie<lb/>
Altersheime und sonstige Sozialeinrichtungen kommen würden. Seiner<lb/>
Erhebung nach würden auch dann nicht grosse zusätzliche Käufe an<lb/>
Fernsehgeräten getätigt werden, wie die Industrie vermutet, sondern<lb/>
höchsten 3.000 Stück in ganz Österreich. Ich kann mir sehr gut vor<lb break="no"/>stellen dass tatsächlich die Industrie jetzt glaubt ein Riesenge<lb break="no"/>schäft dann zu machen, weil die Gastwirte und Hoteliers immer wieder<lb/>
erklären, nur dies sei Schuld, dass sie nicht schon in jedem Zimmer einen<lb/>
eigenen Fernsehapparat haben. In Wirklichkeit werden diese Fernsehap<lb break="no"/>parate in der Bedienung so schlecht behandelt, dass sie wahrscheinlich<lb/>
viel früher kaputt werden als man allgemein annimmt. Vielleicht gibt<lb/>
es, wenn auch die Post keinerlei Gebührenermässigung geben kann, mit<lb/>
der Industrie eine Möglichkeit einfache Geräte, ähnlich wie dies<lb/>
beim Radio geschieht, auch für das Fernsehen für Hotelier und Gast<lb break="no"/>stättenzimmer zu entwickeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-02-01_15">Professor <rs type="person" ref="#per__140824">Ronner</rs> von der Geologischen Bundesanstalt hat die<lb/>
Teilnehmer eines internationalen Seminars bei ihm eingeladen<lb/>
und mich ersucht, ich solle einen Sprung vorüberkommen. Zu<lb/>
meiner grossen Freude traf ich dort auch neben wirklich vielen<lb/>
Ausländern SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>. Mit <rs type="person" ref="#per__140824">Ronner</rs> besprachen wir<lb/>
bei dieser Gelegenheit gleich ein gemeinsames Aufschliessungsprogramm<lb/>
und unser Rohstoffbasisversorgungsprogramm. <rs type="person" ref="#per__140824">Ronner</rs> bekommt jetzt<lb/>
vom Wissenschaftsministerium ständig Einschränkungen wegen Über<lb break="no"/>stundenleistungen seiner Mitarbeiter usw. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat deshalb die<lb/>
Absicht mit der Anstalt eine Kooperation zu versuchen und im Detail<lb/>
festzulegen. Dazu benötigt er doch entsprechende Budgetmittel, die<lb/>
er, wie er überzeugt ist, ohne weiteres vom Finanzministerium<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> bekommen wird. Im Prinzip war ich damit einverstanden, wenn<lb/>
es gelingt unsere Wirtschaftliche Landesverteidigung und sonstige<lb/>
Energiesicherungs- und Rohstoffsicherungskonzeption auf eine breite<lb/>
Basis zu stellen. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> wird entsprechende Vorschläge mit <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs><lb/>
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mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> besprechen, obwohl <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> glaubt, es sich mit dem Fi<lb break="no"/>nanzministerium richten zu können.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 60. Ministerratssitzung, 1.2.1977</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Sommaruga, Cornelio</persName>
               <persName><surname>Sommaruga</surname><forename>Cornelio</forename></persName>
               <occupation>Schweizer Diplomat; evtl. ident mit Sommaruga, A</occupation>
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               <persName type="label">Pahr, Willibald</persName>
               <persName><surname>Pahr</surname><forename>Willibald</forename></persName>
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               <persName type="label">Höllersberger, A</persName>
               <persName><surname>Höllersberger</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Gewerkschaft</occupation>
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               <persName type="label">Pansi, Herbert</persName>
               <persName><surname>Pansi</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Marhold, Helmut</persName>
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               <persName type="label">Freihsler, Johann</persName>
               <persName><surname>Freihsler</surname><forename>Johann</forename></persName>
               <occupation>Verteidigungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Sachs, Johann</persName>
               <persName><surname>Sachs</surname><forename>Johann</forename></persName>
               <occupation>Beamter (Leiter Beamtenkomitee)</occupation>
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               <persName type="label">Oberhammer, Otto</persName>
               <persName><surname>Oberhammer</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>ORF-Generalintendant</occupation>
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               <persName type="label">Leupold, Arlette</persName>
               <persName><surname>Leupold</surname><forename>Arlette</forename></persName>
               <occupation>Beamtin HM/BKA</occupation>
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               <persName type="label">Lütgendorf, Karl</persName>
               <persName><surname>Lütgendorf</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">Sterk, Georg</persName>
               <persName><surname>Sterk</surname><forename>Georg</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Kaber, Walter</persName>
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               <occupation>Ministerialrat Finanzministerium</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
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               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
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               <persName type="label">Ludviger, Emil</persName>
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               <occupation>jug. Außenhandelsminister</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <occupation>BV Wien-Favoriten, Wr. SPÖ-GR-Abg., stv. LUGA-Vors., BRO
                  Ankerbrot</occupation>
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