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            <title type="main">Samstag, der 29. Jänner 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band34_1977-01-29</idno>
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            <date when="1977-01-29">Samstag, 29. Januar 1977</date>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-01-29_01">Samstag, 29. Jänner 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-01-29_02">Bei der Gesamtvorstandssitzung des ARBÖ unter Vorsitz<add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>,<lb/>
bei Anwesenheit des NÖ ARBÖ-Präsidiumsmitglied <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> erörterte<lb/>
ich unsere Kraftfahr- oder Autopolitik, Benzinpreisfrage, die<lb/>
Handelsbilanz, die Defizitsituation durch Auto- und Ölimporte wurde<lb/>
diskutiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-01-29_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>?? <add><rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs></add>: Bitte die exakten Einfuhrziffern und mengen<lb break="no"/>mässig Auto betreffend feststellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-01-29_04">Eine lange und breite Diskussion nahm natürlich unser Vorschlag<lb/>
bezüglich der Dienststellen ein. Der ARBÖ rechnet doch, dass ihm<lb/>
die Arbeiterkammer der einzelnen Länder in diese delegiert, wenn es<lb/>
nicht die Kraftfahrverbände bei den Ländern automatisch einzuschleusen<lb/>
Ich werde zweckmässigerweise jetzt an alle Landeshauptleute einen<lb/>
Brief schreiben, weil diese Schlichtungsstellen ja nicht im luftleeren<lb/>
Raum agieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-01-29_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit der Handelskammer ein diesbezügliches<lb/>
Schreiben besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-01-29_06">Der interessanteste Vorschlag war von <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs>, der anregte, man<lb/>
sollte die Benzinpreisregelung amtlich überhaupt aufgeben und der<lb/>
Paritätischen Kommission übertragen. Nichts würde ich lieber tun, als<lb/>
dies, weshalb ich den anwesenden Arbeiterkammerfunktionären empfahl,<lb/>
sie sollten auf ihrer Institutionsebene diesen Vorschlag im Arbeiter<lb break="no"/>kammertag durchbringen. Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht, dass<lb/>
dies in absehbarer Zeit geschehen wird. Zum Schluss in meinem Referat<lb/>
und dann auch im Schlusswort verwies ich auf die schwierige Situation,<lb/>
die der ARBÖ jetzt als Interessensvertretung der Autofahrer hat. Auf<lb/>
der einen Seite muss er die Regierung und die verschiedensten Be<lb break="no"/>lastungen des Autos direkt und indirekt z.B. mit den Strassen, Mineralöl<lb break="no"/>steuererhöhungen usw. mitvertreten, auf der anderen Seite obwohl er<lb/>
und dies womöglich optisch, den einzelnen Autofahrer tatsächlich ver<lb break="no"/>treten. Ich habe ihm für diese, wie ich glaube sehr geschickt geführte<lb/>
Politik den Dank ausgesprochen und bereit erklärt in jeder Beziehung<lb/>
zu unterstützen. Ich hätte auch volles Verständnis dafür, wenn er ge<lb break="no"/>legentlich z.B. mich attackieren würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band34_1977-01-29_07">Bei der Landeskonferenz der Lebensmittelarbeiter von NÖ und Burgen<lb break="no"/>land berichtete ich nicht über die Wirtschaftslage, sondern was diese<lb/>
<pb n="34-0097" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band34/34_1977-01-29_0097.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Kollegen und Kolleginnen am meisten interessierte, über ihre einzelnen<lb/>
Branchenprobleme. Nur die christliche Fraktion der Molkereiarbeiter<lb/>
war über den letzten Abschluss nicht ganz zufrieden, die anderen<lb/>
Kollegen und Kolleginnen haben in der Diskussion andere Wünsche ge<lb break="no"/>äussert. Verständlicher Weise z.B. hat der Vertreter der Konserven<lb break="no"/>industrie von Felix in Mattersburg grosse Angst, dass grössere Mengen<lb/>
von Gemüse und Obstkonserven von den Oststaaten importiert werden.<lb/>
Die Fleischer wieder möchten, dass wir sehr zurückhaltend Gastarbeiter<lb/>
in unsere Branche hereinlassen. Das von mir vor Jahren schon eingeführte<lb/>
Prinzip der individuellen Genehmigung und nicht des Aushandelns von<lb/>
Gastarbeiterkontingenten hat sich hier aber glaube ich sehr gut<lb/>
bewährt. Die Betriebsräte und ganz besonders die Sekretäre sind weitest<lb break="no"/>gehend eingeschaltet und sehen ein, dass wir doch sehr viel Gastarbeiter<lb/>
brauchen, weil hier nicht genug inländische Arbeitskräfte zumindestens<lb/>
regional zur Verfügung stehen. Die Müller-Vertreter wieder fürchten,<lb/>
dass wenn es nicht sehr bald zu einer Mehl- und Brotpreisregelung kommt,<lb/>
ihre Unternehmer sich reingelegt fühlen. Sie haben den Kollektivver<lb break="no"/>trag schon unterzeichnet und nehmen an, dass mit 1.2. die Mehlpreise<lb/>
endgültig festgelegt werden. Hier musste ich auf die Solidarität ver<lb break="no"/>weisen, weil wir die schwache Bäckergewerbegruppe nicht im Stich lassen<lb/>
dürfen. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass im Laufe dieser<lb/>
Woche eine endgültige Regelung gefunden wird. Die Müller, selbst im<lb/>
Gewerbe, haben längst schon die Kollektivvertragsbestimmungen, die die<lb/>
Bäcker erst seit Jahren vergeblich anstreben. Mit NÖ gab es nur vor der<lb/>
Konferenz ein kleines Problem. Die Zuckerarbeiter wollten nicht den<lb/>
Vertreter der christlichen Zuckerarbeiter, Betriebsratsobmann der Tullner<lb/>
Zuckerfabrik ins Präsidium der Gewerkschaft, weil ihr Obmann der Be<lb break="no"/>triebsratsobmann von Leopoldsdorf und gleichzeitig Gruppenobmann, nicht<lb/>
in den Zentralvorstand gewählt werden kann, weil sonst zwei Zucker<lb break="no"/>arbeiter wieder die Süsswarengruppe majorisieren würden. Vor etlichen<lb/>
<choice><choice><sic>Waren</sic><corr>Jahren?</corr></choice></choice> waren noch zwei Süsswarenarbeiter im Zentralvorstand, weshalb<lb/>
sich wieder die Zuckerarbeiter benachteiligt fühlten. Die gefundene<lb/>
Lösung kann nur die sein, dass <rs type="person" ref="#per__145929">Siegi</rs> in den Zentralvorstand und ins<lb/>
Präsidium kommt und <rs type="person" ref="#per__145930">Ferdl</rs> als Kontrollobmann eingesetzt wird und<lb/>
damit auch im Zentralvorstand eine wichtige Funktion hat. Das sind<lb/>
so meine kleinen Zores, die aber um eine hohe und insbesondere um eine<lb/>
politische gemeinsame Arbeit in der Gewerkschaft zu erreichen, drin<lb break="no"/>gendst notwendig sind zu lösen. Die Kollegen kenne ich so gut, dass ich<lb/>
glaube, dass wir hier eine richtige Politik machen. Das beste Zeichen<lb/>
davon ist, dass ich nicht einmal ihren Familiennamen kenne.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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