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            <title type="main">Dienstag, der 21. Dezember 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band33_1976-12-21</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_02">In der Sitzung der BÜRGES konnte der Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs>, der<lb/>
seit letzter Zeit immer berichtet, auf ein ausgesprochen gutes Jahr<lb/>
1976 hinweisen. Die Bürges hat in allen Aktionen einen bedeutenden<lb/>
Aufschwung genommen, wenn es nach den Kleingewerbebetrieben geht,<lb/>
so müssten wir nächstes Jahr einen richtiggehenden Boom haben.<lb/>
Noch niemals hat es so viele Anmeldungen in allen Aktionen gegeben.<lb/>
Ich machte mir grosse Sorgen, wie wir die finanzielle Bedeckung<lb/>
finden können. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat mir anschliessend erklärt, er sieht derzeit<lb/>
keine Gefahr, weil etliche Millionen aus der Papierförderung zur<lb/>
Verfügung stehen werden. Sollte wider Erwarten dieses Geld dort gebraucht<lb/>
werden, so hat er mit Min.Rat <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> vom Finanzministerium schon be<lb break="no"/>sprochen, dass in einem BUG die notwendigen Mittel zur Verfügung ge<lb break="no"/>stellt werden. <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> verwies darauf, dass die Bürges jetzt organisato<lb break="no"/>rische Änderungen vornehmen muss, weil es insbesondere zu einer<lb/>
Trennung der Kompetenzen der beiden Geschäftsführer kommen müsste.<lb/>
Nur so sei die zusätzliche Arbeit und durch weitere Rationalisierung<lb/>
zu bewältigen. Da Steuer jetzt schön langsam die Bürges in die Hand<lb/>
bekommt, habe ich gegen eine solche Entwicklung gar nichts einzu<lb break="no"/>wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_03">In der Gewerkschaft berichtet mir <rs type="person" ref="#per__114535">Staudinger</rs>, dass <choice><choice><sic>die</sic><corr>sie?</corr></choice></choice> im 3 Uhr früh<lb/>
mit den Molkereiarbeitern den Lohn abgeschlossen haben. Statt 1.000 S<lb/>
800 S als Sockelbetrag und der eigentliche Abschluss 12 %. Gewogen<lb/>
ergibt dies eine Lohnerhöhung von 15,1 %, ein sehr schöner Erfolg.<lb/>
300.– S Abschlagszahlung für Dezember, da der Vertrag erst mit<lb/>
1. Jänner in Kraft tritt. Die Dienstalterszulage, die jetzt mit<lb/>
3 Jahren 100 S beginnt und mit 24 Jahren 800 S endet, wird um 50.– S<lb/>
aufgestockt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_04">Der Milchpreis konnte deshalb von der Preiskommission am Nachmittag<lb/>
endgültig festgelegt werden. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> hat mir dies triumphierend be<lb break="no"/>richtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_05">Da das Ministerium durch Bombenalarm geschlossen war, habe ich einige<lb/>
Zeit vor dem Haustor mit vielen Beamten gewartet. In der Polizei<lb break="no"/>wachstube erfuhr ich dann, dass ein Mann im Aufzug mit irgendeinem<lb/>
tickenden Paket gefahren ist, von einer Bediensteten des Ministeriums<lb/>
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Ausgänge sperrte. Der Wachhabende wollte mich im Hintertürl<lb/>
hineinlassen, was ich aber ablehnte, damit es nicht heisst, der<lb/>
Minister kann sich alles richten. Nebenbei bemerkt erfuhr ich,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> dann beim grossen Hintertor, das eine Zeitlang zu<lb break="no"/>mindestens offen war, ohne weiteres hineinkonnte. Der Verdächtige,<lb/>
stellte sich dann heraus, war ein Monteur von der Datenverarbei<lb break="no"/>tung, der im Keller entsprechende Reparaturen vorgenommen hat.<lb/>
Um die Zeit zu nützen, fuhr ich in die Energiesektion am Schwarzen<lb break="no"/>bergplatz. Dort besprach ich mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> die weitere<lb/>
Vorgangsweise nach Festsetzung des neuen Strompreises. Ein neues<lb/>
System muss ausgearbeitet werden. Mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__137372">Klimesch</rs> liess<lb/>
ich mich von <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> verbinden, um ihm auseinanderzusetzen, dass<lb/>
mit der OKA-Strompreiserhöhung auch die Kohle für die WTK und SAKOG<lb/>
von 106 von mir aus in Etappen auf 120 S, wie ihn die Verbundgesell<lb break="no"/>schaft jetzt schon der GKB bezahlt, angehoben werden muss. <rs type="person" ref="#per__137372">Klimesch</rs><lb/>
versprach, die Verhandlungen beschleunigt zu führen. Die WTK hat aber<lb/>
nur 112 verlangt. Der Strompreis wurde nachmittags dann in der<lb/>
Preiskommission ebenfalls beschlossen, nachdem <rs type="person" ref="#per__117640">Kurzel</rs> und <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs><lb/>
die Sitzung unterbrochen hatten, um mir zu berichten, dass die<lb/>
Arbeiterkammer wegen Tirol und die Handelskammer wegen der grossen<lb/>
Belastung vom Gewerbe protestieren. Da aber die Präsidien mich er<lb break="no"/>mächtigt hatten, abzuschliessen, wurde dieser Protest nur zu<lb/>
Protokoll genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_06">Vor dem Ministerrat vereinbarte ich mit Aussenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
dass er jetzt bereits einen Brief, der von <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> an <rs type="person" ref="#per__124048">Kissinger</rs><lb/>
jetzt von ihm an den neuen Aussenminister wegen der Edelstahl<lb break="no"/>kontingente geschrieben wird. Wenn der neue Aussenminister im<lb/>
Amt ist, soll unser Botschafter in Washington sofort entsprechende<lb/>
Demarche unternehmen. Bezüglich der Wünsche der Oststaaten auf<lb/>
Zollsenkung einigten wir uns, dass nicht offiziell aber offiziös<lb/>
im Gespräch mit allen Oststaaten wir auf die EFTA verweisen. Die<lb/>
EFTA ist ein offener Klub und man soll Zollforderungen nicht nur<lb/>
an Österreich richten sondern mit EFTA-Genf Verhandlungen führen.<lb/>
Ich bin zwar überzeugt, dass es über <choice><choice><sic>Explorate prox</sic><corr>?</corr></choice></choice>, d.h. Aufklä<lb break="no"/>rungsgespräche nicht hinausgehen wird. Da genau dieselben unüber<lb break="no"/>windlichen Schwierigkeiten entstehen werden, wie dem Bestreben der<lb/>
COMECON bei der EG, zu einem Arrangement zu kommen. Dieses wurde<lb/>
abgelehnt und ähnlich wird es bei der EFTA sein. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> hat aber<lb/>
sofort erkannt, dass wir dadurch dem Druck der Staatshandels<lb break="no"/><pb n="33-1460" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band33/33_1976-12-21_1460.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>länder zumindestens teilweise entgehen können. Ich habe diesen<lb/>
Vorschlag bei der Sektionsleiterbesprechung <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> mitgeteilt.<lb/>
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Aufsichtsrat von der ÖVP delegiert wurde, wegen seiner Nichtinfor<lb break="no"/>mation seines Ministers gesprochen. <rs type="person" ref="#per__126406">Grabmayr</rs> hat ihm zugesichert,<lb/>
dass zwar bis jetzt kein Minister von ihm einen Bericht verlangt<lb/>
hat, aber er in Hinkunft selbstverständlich alles mit ihm besprechen<lb/>
wird.<lb/>
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über Ölpreis usw. im nächsten Jahr in Wien abgehalten wird. Dieses<lb/>
kostet 62.000 UNDB<add>[?]</add>, die ÖMV wird einen Kostenbeitrag leisten, 900.000 S<lb/>
Schilling aber verbleiben noch dem Bund. Das Bundesministerium für<lb/>
Handel und Verkehr ist auch bereit, etwas dazuzuzahlen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte zu mir hinüber, <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> hätte ihn diesbezüglich informiert.<lb/>
Natürlich machte ich so, wie wenn ich davon etwas wüsste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_09">ANMERKUNG AN ALLE: Wer hat in dieser Sache verhandelt?<lb/>
Bitte um Bericht<lb/>
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der UNO-City Wien. Auch Belgien und Frankreich haben sich, wahrschein<lb break="no"/>lich durch die Schweiz oder zumindestens durch die Genfer aufgefordert<lb/>
– sich gegen eine Besiedelung ausgesprochen. Iran und Algerien haben<lb/>
im österreichischen Interesse, ohne allerdings von uns offiziell auf<lb break="no"/>gefordert zu sein, entsprechende Gegenvorschläge gebracht. Die Belgier<lb/>
und Franzosen haben dann in der letzten Phase, nachdem sie gesehen<lb/>
haben, alles richtet sich gegen sie, weil letzten Endes die UNO<lb/>
seinerzeit viel grössere Anzahl von Räumen verlangt hat, auf den Vor<lb break="no"/>schlag der Iraner eingeschwenkt. Die Schweiz ist damit umgefallen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97482">Graber</rs>, mit dem <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst sprach, hat zwar immer erklärt, er<lb/>
hält sich an die Vereinbarung, die er mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> getroffen hat.<lb/>
Seine Bürokratie dürfte aber anders entschieden haben. Insbesondere<lb/>
soll <rs type="person" ref="#per__118681">Jolles</rs> hier mehr die Genfer Interessen vertreten haben als<lb/>
die des Bundesrates.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_11">Die Junge ÖVP-Vorarlberg hat eine Steuerblockade insbesondere der<lb/>
KFZ-Steuer und der Gebühren angekündigt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> er<lb break="no"/>sucht, man soll jetzt die Länder verständigen, dass in diesem Fall<lb/>
die Anweisungen des Bundes von den Erträgen dieser Steuer zurück<lb break="no"/><pb n="33-1461" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band33/33_1976-12-21_1461.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gehalten werden muss. Dieser Brief an die Länder wurde in der<lb/>
offiziellen Ministerratssitzung besprochen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat dann<lb/>
seine neuen Sektionschefs und Präsidenten der Finanzdirektion<lb/>
vorgestellt. Ich würde eine solche Politik nie machen, denn<lb/>
es kann nur dazu führen, dass die Sektionschefs sich besonderes<lb/>
einbilden, andererseits gerade im Finanzministerium nur schön langsam<lb/>
Leute von uns in diese Position kommen. Da setze ich lieber<lb/>
unsere Politik still und leise weiter fort.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_12">Den ganzen Nachmittag hatte ich grösste Probleme und Sitzungen<lb/>
wegen unserer Personalpolitik. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> und <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> kamen, um mir zu<lb/>
berichten, dass sie mit der Fraktionsarbeit von <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> ausgesprochen<lb/>
zufrieden sind und keine wie immer geartete Änderung wünschen.<lb/>
Beide hatten in der Dienststellen-Ausschuss-Sitzung aber auch im<lb/>
Zentralausschuss festgestellt, dass die ÖVP-Fraktion jetzt in einer<lb/>
furchtbar schlechten Situation sich befindet. Noch während dieser<lb/>
Besprechung hat <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> ersucht um eine Aussprache im nächsten<lb/>
Jahr. Ich habe sofort erklärt, er soll unmittelbar kommen, er und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> beklagten sich wieder bei mir, dass mit <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> nicht mehr<lb/>
eine Vertrauensbasis haben. Sie wollten allen Ernstes von mit<lb/>
die Zusage, dass sie mit mir in Hinkunft alle Personalprobleme<lb/>
besprechen. Dies lehnte ich kategorisch ab. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> meinte,<lb/>
natürlich ist das jetzige System für mich am günstigsten, denn<lb/>
alle Angriffe gehen jetzt gegen <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs>, ich ersuchte die beiden,<lb/>
man sollte <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> jetzt beiziehen, um die offenen Probleme zu<lb/>
besprechen. Natürlich kamen wir sofort auf die Broschüre von <rs type="person" ref="#per__112947">Engel<lb break="no"/>mayer</rs> und auf seine nicht ganz zutreffenden Behauptungen. Zwischen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> und ihm entwickelte sich dann wegen des Profil-Artikels<lb/>
auf der einen Seite und auf der anderen Seite <choice><choice><sic>auf das</sic><corr>wegen des</corr></choice></choice> "Argument"-<lb/>
Artikel<add>[-s]</add> eine heftige Diskussion. <rs type="person" ref="#per__145755">Hoska</rs>, der Profil-Artikel-Schreiber,<lb/>
wurde von <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> an <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> verwiesen, umgekehrt glaube ich war<lb/>
es mit dem Artikel-Schreiber für ARGUMENT <rs type="person" ref="#per__145756">Wolfgang Meier</rs>. Nach<lb/>
längerer Debatte kamen wir überein, dass es unzweckmässig ist,<lb/>
über die Zeitungen oder Magazine Informationen zu geben und damit<lb/>
gegenseitig sich zu bekriegen. In Hinkunft wird man Vereinbarungen<lb/>
einhalten und ich erklärte rundweg, dass <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> natürlich über<lb/>
die Personalangelegenheiten die Fraktion informieren muss und wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> ersuchte ich, mehr zu kooperieren, damit schön langsam doch<lb/>
die Widerstände gegen ihn nachlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_13">Um Personalschwierigkeiten in Hinkunft mit den Sektionschefs<lb/>
gemeinsam zu besprechen, habe ich erstmalig nur die Sektionschefs<lb/>
mit dem Büro unter Zuziehung von <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> eingeladen. In diesem<lb/>
Gremium sollten wir in Hinkunft die grundsätzliche Politik des<lb/>
Ministeriums und alle heiklen Personalfragen besprechen. Alle<lb/>
sind damit einverstanden. Ich hoffe, dass sich dadurch auf der einen<lb/>
Seite die Personalwünsche der Sektionen in ein vernünftiges Mass<lb/>
zurückschrauben kann und auf der anderen Seite aber <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> ent<lb break="no"/>laste. Ich erklärte aber neuerdings auch der ÖVP-Personalvertretung,<lb/>
gegenüber, dass <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> mein volles Vertrauen hat, da seine fraktionelle<lb/>
Arbeit von allen anerkannt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_14">Die Air <choice><choice><sic>spezial</sic><corr>speciale?</corr></choice></choice> will 12 Stück Hubschrauber an Österreich verkaufen.<lb/>
Zu diesem Zweck hat <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs>, so wie bei den Italienern, die sich<lb/>
ebenfalls dafür interessieren, durchgesetzt, dass wir 100 %-ige<lb/>
Kompensation dafür liefern können. Die erste Aussprache<lb/>
mit Gen. <rs type="person" ref="#per__145757">Mitterrand</rs> und einem zweiten General sowie dem österr.<lb/>
Vertretern ergab, dass diese 8,5 Mill. ffrs., das<add>[sind]</add> 30 Mill. S pro<lb/>
Jahr durch 6 Jahre, also 180 Mill. S Kompensation nehmen würden.<lb/>
1/3 würde Teilefertigung für Hubschrauber in Österreich sein,<lb/>
1/3 Werkzeugmaschinen und das letzte Drittel sonstige Güter. Für<lb/>
die restliche Kompensation hat die französische Luftfahrtindustrie<lb/>
eine eigene Gesellschaft Office General de l'Air gegründet, die<lb/>
Artikel, die nicht für den Luftfahrtbedarf notwendig sind, importie<lb break="no"/>ren wird. Diese Firma arbeitet aber nicht als Generalunternehmer<lb/>
sondern nur als Koordinierungsstelle. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und auch <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> sowie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> legen den grössten Wert darauf, dass es sich hier nicht um<lb/>
die normalen Exporte aus Frankreich handelt, sondern um zusätzliche<lb/>
Importe. Da die 12 Hubschrauber mehr als das Doppelte des Import<lb break="no"/>bedarfes der 180 Mill. S ausmacht, müssten noch viele andere Pro<lb break="no"/>dukte erst festgelegt werden. Die wichtigste Voraussetzung erklärte<lb/>
ich aber sei, dass man von militärischer Seite die Hubschrauber<lb/>
braucht und in das Programm passt. Dies hat allein <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> zu<lb/>
entscheiden. Ich verständigte daher auch <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> unmittelbar<lb/>
nach dieser Sitzung über unser Gespräch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_15">Bei der offiziellen Sektionsleitersitzung wurde über das zu erfüllende<lb/>
Regierungsprogramm, soweit es das Handelsministerium betrifft, ge<lb break="no"/>sprochen. Insbesondere wurde festgehalten, dass wir in der Re<lb break="no"/>gierungsklausur im Jänner die Schwerpunkte Berufsausbildungsgesetz<lb/>
Förderung der Klein- und Mittelbetriebe usw. konkrete Unterlagen<lb/>
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ein sehr interessantes Material, das wir auf Grund des Ministerien<lb break="no"/>gesetzes dann immer auch dem BKA übermitteln. Ich bin sehr gespannt,<lb/>
ob auch ein anderes Ministerium dies macht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte frage <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> darüber.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_17"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> rief mich noch während der Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> an und<lb/>
fragte, wie es eigentlich jetzt mit <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> steht. Ich erklärte<lb/>
ihm, dass die Aufsichtsräte der soz. Fraktion einstimmig beschlossen<lb/>
haben, <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> nicht zu verlängern, sondern ihn vorsorglich gekündigt<lb/>
haben. Der Grund sei die schlechte Politik, die er im Interesse des<lb/>
Unternehmens insbesondere auch auf dem Personalsektor machte. <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs><lb/>
sei ein ausgesprochener Negativist gewesen. Eine Verlängerung, fürch<lb break="no"/>ten die Betriebsräte, würde die Arbeit des Verbundvorstandes fast<lb/>
stillegen, vor allem aber sicherlich sehr erschweren. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> beruft<lb/>
sich nun auf meine Vereinbarung mit <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> und ihm, dass wir ge<lb break="no"/>gebenenfalls <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> auf ein Jahr verlängern. Mit dieser Verwen<lb break="no"/>dungszusage bin ich nicht durchgekommen, wie ich ja auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
davon berichtete. Wenn <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> auf einer Parität besteht, bin ich gerne<lb/>
bereit, in Aussicht zu nehmen, den nächst auslaufenden soz. Vor<lb break="no"/>standsdirektor <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> dann ebenfalls nicht mehr zu besetzen.<lb/>
Meiner Meinung nach kann ein Zweier-Vorstand ohne weiteres die<lb/>
Verbund führen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mir deutlich zu erkennen gegeben, dass<lb/>
eine weitere Verhandlung stattfinden soll, weil scheinbar von ihm<lb/>
jetzt gewisse Zusagen noch während des Gespräches erfolgt. Ich ver<lb break="no"/>wies <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> darauf, dass die Betriebsräte gegenteiliger Meinung<lb/>
sind. Dieses Gespräch hat zufälligerweise <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> und <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> sowie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> mitgehört. Ich bin überzeugt, dass wir in dieser Frage<lb/>
noch grosse Schwierigkeiten haben werden. Meine Linie ist klar:<lb/>
ich wollte ein Kompromiss, aber im Hinblick auf die sture Haltung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> war dies in der Fraktion nicht möglich zu erzielen. Ziel<lb/>
ist aber auf jeden Fall eine Reduktion des Vorstandes, um Kosten zu<lb/>
ersparen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-21_18">Bei der Weihnachtsfeier mit den Funktionäre auf der Landstrasse<lb/>
gibt es bei jedem Bericht von mir, auch wenn er noch so positiv ist,<lb/>
immer sofort die Diskussion wegen des ORF. Die Genossen hätten<lb/>
am liebsten wenn sie beim Fernsehen immer mich und andere soz.<lb/>
Funktionäre sehen würden, die nur das Postitive berichten. Die harte<lb/>
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bin darüber sehr froh, wie ich selbst erklärte, ich habe sie ja<lb/>
letzten Endes auf der Landstrasse eingeführt, möchten sie eben<lb/>
nur intern. Zum Glück habe ich seit Jahren schon, als die ORF-Reform<lb/>
zur Debatte stand, ja als sie sogar nur angedeutet wurde, darauf<lb/>
hingewiesen, dass nach dieser Reform niemand damit zufrieden sein<lb/>
wird, sondern ganz im Gegenteil. Ähnlich übrigens bin ich überzeugt<lb/>
wird es uns mit dem Ombudsmann ergehen. In beiden Fällen aber wird<lb/>
das Phänomen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wirken. Niemand wird ihn wegen dieser zwei<lb/>
Massnahmen, die er letzten Endes eingeleitet und durchgesetzt hat,<lb/>
einen Vorwurf machen, die Unzulänglichkeit wird auf alle Fälle<lb/>
anderen angerechnet. Dies ist nicht nur die Meinung unserer Genossen,<lb/>
sondern auch die Meinung der grossen Masse der Bevölkerung. Solange<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gesund und Bundeskanzler ist, wird dies für uns wahrschein<lb break="no"/>lich positive Wahlergebnisse bringen. Anderenfalls sehe ich im<lb/>
wahrsten Sinne des Wortes schwarz.<lb/>
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