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            <title type="main">Dienstag, der 14. Dezember 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-14_02">Meine Auseinandersetzung mit der Fraktion des Aufsichtsrates<lb/>
in der Verbundgesellschaft war sehr hart aber nicht erfolgreich.<lb/>
Die Genossen hatten am Vortag einstimmig beschlossen, die Kündigung<lb/>
des Vorstandsdirektors <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> in der Aufsichtsratssitzung auszu<lb break="no"/>sprechen. Dies hatten sie und damit war ich am meisten überrascht<lb/>
schriftlich festgelegt und mit Unterschrift von jedem einzelnen<lb/>
bestätigen lassen. Ausgelöst wurde dieser harte Standpunkt, wie<lb/>
sie alle behaupteten durch die Tatsache, dass bis 1/2 5 Uhr<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> immer erklärt, eineinhalb Jahre müsste die Ver<lb break="no"/>längerung von <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> vereinbart werden, da er keine andere Er<lb break="no"/>mächtigung seiner Fraktion habe. Erst als <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> bemerkte, dass<lb/>
die sozialistische Fraktion ihrerseits gar nicht bereit war,<lb/>
überhaupt über eine Verlängerung zu sprechen, da diese von der<lb/>
ÖVP wieder die Zustimmung zum Dreier-Vorstand als Voraussetzung<lb/>
anerkannt haben wollte, schwenkte er dann auf die besprochene<lb/>
einjährige Verlängerung ein. Dann war es allerdings bereits zu spät.<lb/>
Die Meinung der Betriebsräte wurde in dieser Aussprache ganz<lb/>
besonders von der Tatsache geprägt, dass man der ÖVP als solches<lb/>
überhaupt nicht mehr entgegenkommen sollte. Radikal durchziehen –<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> nicht überbewerten, <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> antworten, dass die SPÖ nicht mehr<lb/>
zögert sondern eben entscheidet, <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> würde im Nationalrat von unserem<lb/>
Genossen <rs type="person" ref="#per__112931">Köck</rs> in der Diskussion schon niedergesetzt werden, da<lb/>
ihre optimistische und harte Kampflinie. Aber auch die Kapitalver<lb break="no"/>treter waren im Grunde genau derselben Meinung. Für mich eigent<lb break="no"/>lich vollkommen erklärlich, denn die schriftlich vorliegende Be<lb break="no"/>stätigung vom gestrigen Beschluss band alle. <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> fragte nur,<lb/>
wie es jetzt weitergehen soll und <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> machte den Vorschlag,<lb/>
man sollte von einer vorsorglichen Kündigung <rs type="person" ref="#per__112012">Artholds</rs> sprechen,<lb/>
da ja eben die Reduzierung auf einen Dreier-Vorstand bei der nächsten<lb/>
Hauptversammlung beschlossen werden sollte und daher der Kapital<lb break="no"/>eigner und Vertreter in dem Fall mein Beamter in der Hauptversammlung<lb/>
freie Hand haben müsse. Ausserdem könne man ja noch bis Juli ent<lb break="no"/>sprechende Verhandlungen führen, bis die Kündigung wirksam wird.<lb/>
Das Ganze sei ja nicht zuletzt deshalb notwendig, weil meine Argu<lb break="no"/>mentation, dass die Lohn- und Gehaltstangente von 14 auf 28 %<lb/>
seit 1960 gestiegen sei, wirklich unerträglich sei. Interessanter<lb break="no"/>weise rief gleichzeitig <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> als Vorsitzender des ÖDK-Aufsichts<lb break="no"/>rates an und wollte von mir die Entscheidung haben wegen der Malta-<lb/>
Prämie, die nicht nur bei den am Bau Beteiligten, sondern an alle<lb/>
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allen dort Anwesenden, dass ich nicht daran denke, mich in<lb/>
Einzelgeschäfte des Vorstandes oder gar des Aufsichtsrates ein<lb break="no"/>zumischen. Der ehemalige Generaldirektor von der Verbund – <rs type="person" ref="#per__97555">Hinter<lb break="no"/>mayer</rs> – jetzt im Aufsichtsrat, wollte mir sozusagen als Ezzes<lb/>
sagen, man müsse die ganze Aktion ja als Ersparungsmassnahme<lb/>
tarnen. Alle waren vielleicht ein wenig erstaunt, als ich ihnen<lb/>
aber ganz deutlich sagte, dies sei keine Tarnung sondern von mir<lb/>
aus gesehen das erklärte Ziel und ich werde dies auch mit allen<lb/>
mir zur Verfügung stehenden Mitteln durchziehen. Der Vorsitzenden-<lb/>
Stellvertreter des Aufsichtsrates <rs type="person" ref="#per__114386">Glück</rs> ging dann in d. Arbeits<lb break="no"/>ausschuss, der noch immer tagte, um zu erfahren, wie die ÖVP<lb/>
letzten Endes entscheiden würde. Bei der Aufsichtsratssitzung<lb/>
wurde mir nachher mitgeteilt, hat es zwar eine stundenlange<lb/>
Diskussion gegeben, wobei <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> immer wieder erklärte, alles<lb/>
sei mit mir abgesprochen, er möchte deshalb für ein Jahr Ver<lb break="no"/>längerung plädieren und über alles andere könne er weder reden,<lb/>
noch geschweige denn Zusagen machen. Als sein Antrag abgelehnt<lb/>
wurde und dann mit Stimmen der SPÖ der Kündigungsbeschluss ge<lb break="no"/>fasst wurde, verliess die ÖVP die Aufsichtsratssitzung. Am Abend<lb/>
sind dann <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, der sich um Lösungen immer sehr bemüht,<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs> als BRO der Verbund und <rs type="person" ref="#per__114385">Kasamas</rs>, der Fraktionsführer,<lb/>
gekommen und haben mir berichtet. Zwischenzeitig hat <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs><lb/>
informiert und sein Büro bei uns im Handelsministerium ange<lb break="no"/>rufen, und erklärt, <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> und <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> wünschten eine Aussprache<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und mir. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> kam dann ganz spät abends im Parlament<lb/>
zu mir und ersuchte mich, ich sollte mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wegen dieser<lb/>
Aussprache reden. Selbstverständlich bin ich zu <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der im<lb/>
Sitzungssaal gerade bei der Abstimmung anwesend war, gegangen<lb/>
und dieser erklärte mir zu meiner grössten Verwunderung, dafür<lb/>
bist Du zuständig und solange sich die ÖVP nicht wegen der<lb/>
Watergate-Vorwürfe entschuldigt, habe er nichts mit <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs><lb/>
zu reden. Ich sollte dies sofort <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> sagen. Dies tat ich natürlich<lb/>
wortwörtlich, was diesen nur zu einem "Ach so wird das jetzt ge<lb break="no"/>spielt" veranlasste und da eben gerade die Abstimmung war, sofort<lb/>
wieder im Sitzungssaal verschwand. Vorher hatte <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> schon<lb/>
Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> interpelliert. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> selbst macht sich wegen<lb/>
mir grosse Sorgen, da er meint, eine Verwendungszusage von <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
hält. Meine Verwendungszusage sei also wertloser. Dies stimmt<lb/>
vollkommen und ich werde auch – und dies habe ich ganz deutlich<lb/>
der Fraktion des Aufsichtsrates gesagt – Konsequenzen ziehen,<lb/>
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stundenlange und monatelange Gespräche vorher mit der Fraktion,<lb/>
mit den Betriebsräten, mit den Direktoren die Taktik, die Vorgangs<lb break="no"/>weise und letzten Endes das vorgesehene Kompromiss besprochen.<lb/>
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zu beantworten sind, von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> beantworten lassen, kein Jour fixe<lb/>
mehr mit der Verbund.<lb/>
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Österreicher in der UNO und dass er noch 6700 Freiwillige gemeldet<lb/>
hat und damit jeder Anforderung Rechnung tragen kann. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte, in der flauen Zeit müssten jetzt durch entsprechende<lb/>
Mitteilungen über die Leistungen des Bundesheeres bei der UNO<lb/>
bei den Schneefällen jetzt usw. kurze Mitteilungen und Stories<lb/>
"feature" wie er sich ausdrückte, vorbereitet werden. Überhaupt<lb/>
stellt er fest, dass die Journalisten viel zu wenig Details<lb/>
kennen, weshalb jetzt die Ministerien unter Koordinierung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114464">Kunz</rs> für die flaue Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr entspre<lb break="no"/>chende Informationen vorbereiten sollen. Die Zeitungen bekommen<lb/>
jetzt von der Regierung Geld, er meinte damit sicherlich die<lb/>
Zeitungsförderung, und wären deshalb auch verpflichtet, reine<lb/>
Sachinformationen der Ministerien zu übernehmen.<lb/>
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mit Deutschland über die Wirtschaftssituation. Die Deutschen rech<lb break="no"/>nen mit 4 % BNP, die Schweiz mit 1 %, beide aber mit wesentlich<lb/>
geringeren Steigerungsraten der Lebenshaltungskosten. In Deutschland<lb/>
eine Arbeitslosigkeit sicher über 1 Mill. und in der Schweiz<lb/>
um 300.000 Arbeitsplätze weniger, die sich allerdings im Rück<lb break="no"/>senden der Gastarbeiter auswirken.<lb/>
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für touristische Zwecke Empfänge gibt, wie z.B. für den grossen<lb/>
amerikanischen Young-President-Kongress, der 1.200 Teilnehmer<lb/>
nach Wien bringt, sich die Empfänge in Schönbrunn, die zwischen<lb/>
300.000 und 500.000 S betragen von diesen Organisationen resp.<lb/>
von allen in Hinkunft bezahlen lassen soll. Nur wenn ein<lb/>
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Empfänge aus dem Repräsentationsgeld bezahlen. Sekt.Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs>, ein lieber Kerl, der nur gar nichts zu reden hat,<lb/>
und das kann ich verstehen, meinte, man könne ja verlautbaren,<lb/>
dass die Regierung einen Empfang gibt und ihr daraus keine<lb/>
Kosten erwachsen. Dieser Vorschlag wurde natürlich von allen<lb/>
abgelehnt. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97601">Jiresch</rs> wieder meinte, das ginge alles<lb/>
gar nicht, denn die Verfügungsberechtigung über Schönbrunn liege<lb/>
beim Bundespräsidenten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> klärte ihn sofort auf, dass<lb/>
der Bundespräsident überhaupt keine Exekutiventscheidungen<lb/>
treffen könne und die Verfügungsgewalt bei der Bundes<lb break="no"/>regierung liegt und in Wirklichkeit von der Burghauptmannschaft<lb/>
administriert wird. Ich kann mir lebhaftest vorstellen, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit seinen Sektionschef, ganz egal welcher Couleur<lb/>
die manchmal die absurdesten Gedanken haben, Schwierigkeiten<lb/>
hätte, weshalb er sie, wie man so schön sagt, links liegen<lb/>
lässt. In Wirklichkeit kann ein Minister sich ja nur in einem<lb/>
Ministerium durchsetzen, wenn er sich einen entsprechenden Stab<lb/>
eben die Ministerbüros sofort aufbaut. Hier glaube ich ist das<lb/>
amerikanische System wirklich besser, wo nicht nur der Präsident<lb/>
wechselt sondern auch die oberste Administrationsschicht. Eine<lb/>
gewisse Beweglichkeit in den leitenden Organen wäre glaube ich<lb/>
wirklich auch in Österreich nötig. Dies geht allerdings nicht wegen<lb/>
unserem gesetzlichen Schutz jedes einzelnen Beamten, der weder<lb/>
versetzt werden kann, noch neue Aufgaben übertragen bekommen<lb/>
kann, wenn er nicht mehr oder minder zustimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-14_08"><rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> hatte alle beteiligten Minister zur Umweltschutzbe<lb break="no"/>sprechung im Namen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> eingeladen. Alle kamen, gingen<lb/>
allerdings dann wieder frühzeitig oder erledigten zwischendurch<lb/>
Angelegenheiten. Die Frage, die es zu klären galt, wie kann<lb/>
das Umweltschutzministerium tatsächlich ihre Umweltschutz<lb break="no"/>anliegen verwirklichen. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> wollte einleitend auf die<lb/>
grosse Umweltschutzpolitik zu sprechen kommen, ich schlug<lb/>
vor, man sollte Tacheles reden und deshalb das Dilemma klären,<lb/>
wie wir kompetenzmässig zwischen GUSCH und den Ministerien<lb/>
eine Abgrenzung vornehmen. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, noch als seinerzeitiger Leiter<lb/>
des Verfassungsdienstes mit dieser Frage eingehend beschäftigt,<lb/>
schlug, wie er dies bezeichnet, die konkurrenzierende Kompetenz vor.<lb/>
Bei jedem Ministerium bleibt die Sachkompetenz, ich erklärte,<lb/>
niemand anderer könnte doch die gewerberechtlichen Genehmigungen<lb/>
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Die Koordinierung allein genügt nicht. Im Bewilligungsverfahren<lb/>
der Unterbehörde wäre daher so wie heute bei der Gewerbeberech<lb break="no"/>tigung auch die sozialrechtlichen Belange von den Beamten der<lb/>
Bezirkshauptmannschaft wahrzunehmen sind, in Hinkunft auch die Umwelt<lb break="no"/>schutzauflagen. Die Hauptschwierigkeit wird nach wie vor die<lb/>
Koordinierung mit den Ländern sein. Prof. <rs type="person" ref="#per__113110">Adamovich</rs>, der neue Leiter<lb/>
des Verfassungsdienstes, wurde von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann beauftragt,<lb/>
diese konkurrierende Kompetenz mit den einzelnen Ministerien<lb/>
festzulegen und einen diesbezüglichen Entwurf vorzubereiten.<lb/>
Wenn wir uns im Bund einig sind, sollten dann mit den Ländern<lb/>
die Verhandlungen beginnen. Als Kompensation stellt sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
vor die Spitalsfinanzierung und insbesondere das Forderungspro<lb break="no"/>gramm der Länder für weitere Kompetenzausweitung. Hier gibt es<lb/>
nur mehr geringe Möglichkeiten, denn schon jetzt hat der Tiroler<lb/>
oder der Kärntner das Gefühl, alles Positive macht das Land und<lb/>
der Bund ist nur mehr der Steuereintreiber. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte Zug um Zug<lb/>
es daher mit den Ländern besprechen und abtauschen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-14_09">Bezüglich des Abfallwirtschaftsgesetzes wurde die Recycling-Politik<lb/>
besonders erwähnt und von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zugesagt, man müsste hier<lb/>
wesentlich mehr ERP-Mittel einsetzen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet, dass im<lb/>
nächsten Jahr nicht genug Ansuchen wegen ERP von Seiten der<lb/>
Industrie kommen werden. Ganz entschieden lehnte er aber meinen<lb/>
Hinweis, dass Wien jetzt für das Textilzentrum, also für Handels<lb break="no"/>betriebe, ERP-Mittel möchte, dahingehend ab, dass der Handel niemals<lb/>
eine ERP-Unterstützung bekommen hat und auch in Hinkunft bekommen<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> hafte ihm sozusagen persönlich dafür, dass<lb/>
diese klare Linie eingehalten wird.<lb/>
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Lösung sehr zufrieden, weil er auch als Jurist nur eine konkurrie<lb break="no"/>rende Kompetenz sich Vorstelen kann. Die Schwierigkeit bei der<lb/>
Durchführung mit den Ländern konnte ich am praktischen Beispiel<lb/>
der an und für sich sehr freundschaftlichen Aussprache mit den<lb/>
Juristen und Techniker der Landesverwaltung wegen regelmässigen<lb/>
Überprüfungen der Betriebsanlagen feststellen. Natürlich dominiert<lb/>
bei diesen Besprechungen <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, der ja auch der Landesverwaltung Wie<lb/>
kommt, alle genau kennt und vor allem ein überragender Fach<lb break="no"/>mann ist, von allen anerkannt wird. Aus seiner Wiener Zeit wusste er,<lb/>
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machen sollen, damit uns nicht einmal dann, ähnlich wie bei<lb/>
der Reichsbrücke der Vorwurf trifft, die Oberste Behörde hätte<lb/>
sich nicht um die Sicherheit gekümmert. Bei dieser Gelegenheit<lb/>
erfuhr ich einiges über die Schwierigkeiten, die Tankstellen<lb/>
zu überprüfen und was hier nicht alles durch Auslaufen passieren<lb/>
kann und wie wenig man so etwas wirklich gleich feststellt. Auch<lb/>
die Länder wünschen entsprechende klare Weisungen, andererseits<lb/>
aber wollen sie bei allem mitreden und womöglich eigene Kompetenzen<lb/>
bekommen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> steuert hier gerade den richtigen Mittelweg und<lb/>
macht dies im engsten Einvernehmen. Eine Politik, die mir<lb/>
absolut entspricht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-14_11">Der Fachverbandssekretär Dr. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> (Bergwerke) kam mit dem<lb/>
Vertreter Bergrat <rs type="person" ref="#per__132462">Juvancic</rs> und einem Vertreter der Veitscher<lb/>
Magnesit wegen der neuen Organisationsformen der OB. Ich über<lb break="no"/>zeugte sie alle, dass die OB weiter bestehen bleiben wird,<lb/>
gleichzeitig aber mit der Zusammenfassung in die Energiesektion<lb/>
in Hinkunft viel besser die Bergwerksinteressen vertreten sein<lb/>
werden als bei der jetzigen Form. Die schlechte personelle<lb/>
Führung kommt mir jetzt zugute, weil alle sagen, es muss etwas<lb/>
geschehen. Der Magnesitvertreter anerkannte, dass ich mich um<lb/>
den Bergbau immer sehr gekümmert habe und erinnerte mich daran,<lb/>
dass ich ihnen als Magnesitindustrie im neuen Berggesetz überhaupt<lb/>
erst durch eine Formulierung, die sie gar nicht gehofft haben. durch<lb break="no"/>zusetzen, die Existenzgrundlage gesichert habe. Sie befürchten<lb/>
nun alle, dass der direkte Kontakt mit mir verlorengeht, wenn<lb/>
sie einen Sektionschef noch vorgesetzt haben. Ich versicherte<lb/>
ihnen, dass ich jederzeit zu ihrer Verfügung wäre. Der einzige<lb/>
Wunsch, der von dieser Aussprache dann bliebt, war, dass wir die<lb/>
Energiesektion in Hinkunft dann nicht mehr als Energiesektion,<lb/>
sondern als Energie- und Rohstoffsektion oder so ähnlich betiteln<lb/>
sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-14_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>, <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>, <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>, <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte diesem Wunsch auf<lb/>
alle Fälle in irgendeiner Weise durch Umbenennung entsprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-14_13">In der Bezirksausschussitzung auf der Landstrasse wurde über<lb/>
die Belastungswelle eine harte Kritik geführt. Am meisten<lb/>
aber hat man sich über die Gold-Affäre aufgeregt. Alle sind<lb/>
der Meinung, den Kleinen hätte man hinausgeschmissen, der<lb/>
dies zur Anzeige gebracht hat und die Hofräte und Sektionschefs<lb/>
da oben, die schützt man. Eine lange Diskussion entwickelte sich<lb/>
dann über die Disziplinär-Rechte der Beamten. Auch wegen meines<lb/>
1.000-S-Altwagenwegräumvorschlages wurde ich hart kritisiert.<lb/>
Dies muss ich zugestehen zu recht, denn die ÖVP wird jetzt<lb/>
immer wieder mich als neuen Belaster hinstellen. Während es mir<lb/>
geglückt ist, seitdem ich die gesamte Preiskompetenz habe, mich<lb/>
dieses Vorwurfes erfolgreich zu erwehren und sich jetzt heraus<lb break="no"/>stellt, dass durch die Delegierung von Butter und Käse ich mir<lb/>
weitere Luft verschaffen konnte, bin ich bezüglich der 1.000 S<lb/>
auf ganz anderem Gebiet jetzt gebrandmarkt. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> meinte mir<lb/>
gegenüber dann, ich sollte zweckmässig daher und wahrheitsgetreu<lb/>
den Sachverhalt bei einem nächsten Pressegespräch aufklären.<lb/>
Dies halte ich nicht für zweckmässig, denn dann wird die ÖVP<lb/>
nur sagen, dank ihrer Information habe ich davon Abstand ge<lb break="no"/>nommen und jedermann wird sagen, das kennen wir schon, die Be<lb break="no"/>lastung wird ja früher oder später doch kommen. Hier kann nur die<lb/>
Zeit die Wunde heilen und mein absolutes Desinteresse auf<lb/>
diesem Gebiet mit diesem Weg zu einer Lösung zu kommen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 14.12.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 55. Ministerratssitzung, 14.12.1976</head>
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            <head>hs. Notizen</head>
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