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            <title type="main">Montag, der  6. Dezember 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_01">Montag, 6. Dezember 1976<lb/>
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zu sich gebeten und auch auf die diversen Repräsentation der<lb/>
Aussenhandelsstellen und Aussenhandelsorganisationen hin<lb break="no"/>gewiesen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erwiderte sofort, er sei über diese Dis<lb break="no"/>kussion sehr unglücklich, da er zu den Repräsentationen steht.<lb/>
Er fürchtet, dass wir uns immer mehr auseinanderleben. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
hat noch nicht erkannt, dass es <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht nur um das Problem<lb/>
der Repräsentationen sehr ernst ist, sondern bereit ist, wenn diese<lb/>
Diskussion weitergeht, die härtesten Gegenmassnahmen auch gegenüber<lb/>
der Handelskammer zu reagieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_03">Bezüglich der Verhandlungen über das Berufsausbildungsgesetz über<lb break="no"/>gebe ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> eine neue Kurzfassung der differenten Auf<lb break="no"/>fassungen und eine Punktation. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> selbst ist der Meinung,<lb/>
es müsste jetzt ein Gipfelgespräch stattfinden und er hätte<lb/>
diesbezüglich bereits mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> gesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und mir versuchen<lb/>
einen Termin vor Weihnachten noch zu vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_05">Frau <rs type="person" ref="#per__145787">Uhereck</rs> soll einen Kommerzialratstitel bekommen, ist aber<lb/>
erst 47 1/2 Jahre alt. Ich verspreche bei der Präsidentschafts<lb break="no"/>kanzlei, gegebenenfalls beim Bundespräsidenten selbst zu inter<lb break="no"/>venieren, damit vor dem 50. Lebensjahr eine Ausnahme gemacht wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> und <rs type="person" ref="#per__145788">Weis</rs> sollen Auszeichnungen bekommen,<lb/>
die dem Grad, wie ihn ihre Vorgänger auch bekommen haben, ent<lb break="no"/>sprechen und wo es derzeit Schwierigkeiten angeblich geben soll.<lb/>
Für die Staatswappenverleihung der Fa. EKOS solle die AK<lb/>
Schwierigkeiten machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte leite die Fragen weiter und über<lb break="no"/>prüfe die ganzen Wünsche.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_07">Bezüglich der Aufwandsübernahme für ausländische Ministerbesuche<lb/>
VERZICHTET <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> auf die derzeitige vorgeschlagene Formu<lb break="no"/>lierung, dass die Reziprozität berücksichtigt werden muss und<lb/>
ist für eine Soll-Bestimmung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_08">Ich berichte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> über meine Aussprache vergangene Woche<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> im Nationalrat über die Bemerkungen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussils</rs> in<lb/>
seinem Budgetdebattenbeitrag. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meint, dass die Atom<lb break="no"/>müllager selbstverständlich gelöst werden muss und auch die Frage<lb/>
der Plastikflaschen-Verbote meine Stellungnahme wichtig ist.<lb/>
Nur bezüglich des 1000-S-Kautionsbetrages für Autos meint er,<lb/>
dies hätten wir vorher bei unserem Jour fixe besprechen sollen,<lb/>
wenn einzelne Organisationen der Handelskammer hier auch meinen<lb/>
Standpunkt einnehmen ja sogar diese Idee bei mir anregten, so<lb/>
gilt dies nicht für die Bundeshandelskammer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_09">Betreffend der Lagerstätten für den Atommüll hatte ich dann abends<lb/>
nach der Regierungsvorbesprechung eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs>.<lb/>
Dieser teilt mir mit, dass er mit allen vier Standorten, die in<lb/>
Allentsteig in Frage kommen, einverstanden ist. Die Entscheidung<lb/>
liegt jetzt ausschliesslich bei der Elektrizitätswirtschaft,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>. Wenn die Elektrizitätswirtschaft zur Kühlung grössere<lb/>
Wassermengen braucht wäre allerdings ein südlicher Standort<lb/>
in der Nähe des Kamps notwendig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_11">Beim Journalistenfrühstück berichtet <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über seine Verhandlun<lb break="no"/>gen mit den Ministern der EG und in Brüssel selbst betreffend die<lb/>
Landwirtschaftsfrage. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> über die Gemischte Kommission. Bei<lb/>
keinem anderen Punkt gibt es Anfragen oder eine Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_12">Ich informiere <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über den Stand der Besprechungen Ungarn we<lb break="no"/>gen der Ausbeute der Kohlenvorkommen an der burgenländisch-unga<lb break="no"/>rischen Grenze. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, dass der Nord-Süd-Dialog viel<lb/>
weniger Ergebnisse in Bezug auf Energie-ausbeute und gemeinsames<lb/>
Vorgehen bringt als die Möglichkeiten des Ost-West-Bezuges.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> bei der offiziellen Sitzung diesen Punkt sofort zur<lb/>
Sprache. Ich informiere <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch vorher über die neuerdings<lb/>
aufgetretenen Schwierigkeiten wegen der Durchleitung von polni<lb break="no"/>schem Strom über die CSSR nach Österreich. Insbesondere dass die<lb/>
Verbund jetzt ein weiteres Wärmekraftwerk 300 MW als Korneuburg III<lb/>
plant, falls die polnischen Lieferungen ausbleiben sollten.<lb/>
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Verbundgesellschaft 4. Vorstandsabberufung an. Ich erkläre<lb/>
ihm die Situation und dass es sich ausschliesslich um Sparmass<lb break="no"/>nahmen handelt, die Kompetenzen von <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> soll, wenn es<lb/>
nur mehr 3 Vorstände gibt weitestgehend auf <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> übergeleitet<lb/>
werden, sodass niemand sagen kann, der Einfluss der ÖVP soll gekürzt<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_15">Bei der offiziellen Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> verweist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zuerst<lb/>
auf die gemeinsamen Projekte in Drittländern. Libyen, Indien, Irak.<lb/>
Als zweites beginnt er sofort mit der Energiefrage und meint,<lb/>
das Ziel müsste ein gemeinsames Dampfkraftwerk an der burgen<lb break="no"/>ländisch-ungarischen Grenze sein. Er erwähnt, dass wir in Polen<lb/>
diesen Weg bereits beschritten haben, Energiebezug anstelle von<lb/>
<choice><choice><sic>Zahlungsstatt</sic><corr>?</corr></choice></choice> für Kredite und dass es derzeit noch Schwierig<lb break="no"/>keiten gibt. Der dritte Punkt ist der Rhein-Main-Donaukanal.<lb/>
der für die Ungarn von grossem Interesse ist und der noch durch<lb/>
den Donau-Oder-Kanal ergänzt werden wird. <rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> erwidert sofort,<lb/>
dass konkrete Abschlüsse bei dieser Aussprache nicht herauskom<lb break="no"/>men werden, aber die zuständigen Stellen und Minister die ent<lb break="no"/>sprechenden Richtlinie für ihre Arbeit bekommen sollten. Als<lb/>
erstes erscheint ihm die Zollfrage dringendst zu untersuchen,<lb/>
da die ungarischen Waren in Österreich von 7–8 % durch<lb/>
den Zoll verteuert werden. Beim Abendessen beim Bundespräsidenten<lb/>
erhalte ich mit <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs> eine stundenlange Aussprache, zu der ich<lb/>
auch Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__114980">Reitbauer</rs> zuziehe. Dort erklärt mir <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs>,<lb/>
dass sie mit Juni nächsten Jahres ihre Importe aus Österreich<lb/>
wesentlich reduzieren werden, weil sie durch die Zolldiskriminierung<lb/>
nicht imstande sind, ihre Waren in Österreich zu verkaufen.<lb/>
Die Zolldifferenz des gemeinsamen Aussenzolles der EG und des<lb/>
österr. Hochschutzzolles ist so gross, dass die ungarischen<lb/>
Aussenhandelsstellen ihre Waren lieber in Deutschland verkaufen,<lb/>
weshalb ihm österreichische Schillingerlöse fehlen. Auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
setzt sich nachher an unseren Tisch und ich informiere ihn eben<lb break="no"/>falls über dieses Problem. Mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> vereinbare ich dann nachher,<lb/>
dass wir mit dem Finanzminister eine Lösung anstreben sollten,<lb/>
wonach der österr. Zoll sich gegebenenfalls sich an den deutschen,<lb/>
d.h. EG-Aussenzoll angleichen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte diese Überlegung prüfen und<lb/>
mit Finanzministeriumsbürokratie besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_17"><rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> verweist darauf, dass das Aide memoire von den seiner<lb break="no"/>zeitigen Premierminister-Besuch <rs type="person" ref="#per__110938">Lazars</rs> im Frühjahr in Österreich<lb/>
als weitere Grundlage der Verhandlungen für die Fachminister<lb/>
dienen soll. Unser Handelsdelegierter in Ungarn, <rs type="person" ref="#per__134208">Kuzmich</rs>, hat<lb/>
seinerzeit mitgeteilt, dass die ungarischen Aussenhandelsstellen<lb/>
die dort besprochenen Liefermöglichkeiten gar nicht sehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> ist an einer Zusammenarbeit auf dem Energiesektor sehr<lb/>
interessiert. <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs> teilte mir mit, dass die SU Rinder und andere<lb/>
Landwirtschaftliche Produkte bekommt und dafür 7 Mill. t Öl<lb/>
im Jahr als Kompensation liefert.Die Gaslieferung, berichtet<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs>, von Ungarn nach Österreich käme nur dann in Frage,<lb/>
wenn dafür Elektrizität von Österreich nach Ungarn exportiert<lb/>
werden könnte. Dieser Vorschlag ist derzeit für uns nicht inter<lb break="no"/>essant, da wir keine Elektrizitätsmengen frei haben. <rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs><lb/>
bietet neuerdings für die Adria-Pipeline, die von Jugoslawien<lb/>
über Ungarn in die CSSR geht, freie Kapazitäten an. Die ÖMV<lb/>
hat daran überhaupt kein Interesse, weil kein Bedarf dafür<lb/>
vorhanden ist. <rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> verweist darauf, dass mit Drittländern<lb/>
Handels- und technische Kooperationen gesucht werden sollen.<lb/>
Nach Deutschland liegt Österreich an der zweiten Stelle bzgl.<lb/>
der Kooperationen. Diese könnten rasch realisiert werden, ins<lb break="no"/>besondere mit der verstaatlichten Industrie. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
bringt dann das Gespräch auf die Belgrad-Konferenz und meint,<lb/>
dass gerade Vorfragen in der Zusammenarbeit auf dem Energie<lb break="no"/>sektor geklärt werden könnten und dadurch die Entspannungs<lb break="no"/>politik fortgesetzt. Bezüglich des Arguments der Ostabhängigkeit<lb/>
verweist er darauf, dass die Verbundnetze in der Elektrizität<lb/>
bei Gas und Öl ausgebaut werden sollen und wir die Energie brauchen,<lb/>
der Osten aber das Geld aus diesen Energielieferungen. Westeuropa<lb/>
ist übrigens auch von den arabischen Öllieferungen abhängig.<lb/>
Durch die internationale Energieagentur und deren Lagerver<lb break="no"/>pflichtungen kann die Energieabhängigkeit einigermassen ge<lb break="no"/>drosselt werden. Im Korb III sieht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen europäischen<lb/>
Kodex für das Verhalten Ost und West. <rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> verweist darauf,<lb/>
dass sich mit den Vorfragen zur Belgrader Konferenz insbesondere<lb/>
Energie, Transport und Umweltschutz das ZK Ungarns aber auch<lb/>
alle Ostblockstaaten beim Warschauer Treffen unterhalten haben.<lb/>
Es gibt eben Gegner der Entspannungspolitik. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und<lb/>
Österreich treten aber entschieden dafür ein, was lobend anerkannt<lb/>
wird. Die Belgrader Konferenz dürfte nicht eine Klagemauer sein<lb/>
sondern müsste ein positives Programm erstellen. Die Zeit des<lb/>
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dass der Tiger vor der Tür steht. Ungarn hat durch die Ereignisse<lb/>
1956 einen schlechten Ruf im Westen.Nachdem sich die Lage konso<lb break="no"/>lidiert hat, haben die Ungarn aber ihre Grenzen geöffnet.<lb/>
Bei 10 Mill. Einwohnern sind 10 Mill. Touristen gekommen. Auch<lb/>
die Ungarn sind 5 Mill. ins Ausland gefahren, 4 nach Oststaaten,<lb/>
1 Mill. nach dem Westen. Durch die Liberalisierung sind nicht<lb/>
mehr Flüchtlinge jetzt als früher unter dem Draht durchgeschlüpft.<lb/>
Die Ungarn sehen im Westen, dass es auch dort Probleme gibt.<lb/>
Die Kommunisten hatten früher argumentieren können, in Zukunft<lb/>
werden sie dies wieder lernen müssen. Die Argumente, auf die kommt<lb/>
es an und nicht auf die Lösungen. Wir würden sagen Parolen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnte zum Schluss, nachdem immer wieder die verstaatlich<lb break="no"/>te Industrie angesprochen wurde, dass bei uns die private und<lb/>
verstaatlichte Industrie gleich behandelt wird, und alle Vorschläge<lb/>
geprüft. Nach den stundenlangen Diskussionen, die ich mit <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs><lb/>
führte und den Äusserungen <rs type="person" ref="#per__114115">Kadars</rs> spitzt sich unser Problem<lb/>
mit Ungarn ausschliesslich jetzt momentan auf die Zollfrage zu.<lb/>
Sicherlich wird nicht die ungarische Seite den Import nächstes<lb/>
Jahr so stark drosseln, dass wir oder besser gesagt bis wir<lb/>
einen Handelsbilanzdefizitausgleich haben. Die Entwicklung<lb/>
zeigt aber bereits heuer, dass wir grössere Importe tätigen<lb/>
mussten, ohne dass unsere Exporte entsprechend stark gestiegen<lb/>
sind, obwohl einige grössere Projekte insbesondere von der<lb/>
VÖEST-Alpine, Voith, SGP verwirklicht werden könnten und sollten.<lb/>
Ich vereinbarte mit <rs type="person" ref="#per__134208">Kuzmich</rs>, unserem Handelsdelegierten, dass<lb/>
wir eine vollkommen am letzten Stand befindliche Liste unserer<lb/>
Lieferwünsche und Kooperationsmöglichkeiten <rs type="person" ref="#per__110971">Biro</rs> morgen über<lb break="no"/>geben sollen und werden.<lb/>
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Meinung zu der Atommüllagerung, wie ihn die USA jetzt sieht,<lb/>
wissen. Ich war sehr erstaunt von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> zu erfahren, dass er<lb/>
eine diesbezügliche Anfrage an den zuständigen Referenten<lb/>
des Handelsministeriums gerichtet hat, dieser antwortete ihm,<lb/>
dass die Frage noch bearbeitet wird.<lb/>
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bearbeitet und Unterlagen sofort an mich richten lassen.<lb/>
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das Atommüllproblem neuerdings besprechen, hat dann aber<lb/>
sich ausschliesslich mit der schlechten Meinung<lb/>
und insbesondere auch der Parteifunktionäre zur der Belastungs<lb break="no"/>welle gewendet. Auf Grund von Aussprachen mit Funktionären<lb/>
von Betriebsräten, von Telefonanrufen, die er bekommt, erkennt<lb/>
er, dass wir in der Frage der Belastung sehr schlecht liegen.<lb/>
Alles kann man den Leuten erklären, aber wichtiger ist es, dass<lb/>
wir an die Leute herankommen. Die Begründung der Belastungswelle<lb/>
mit der Arbeitsbeschaffungssicherung kann nicht auf die Dauer<lb/>
aufrechterhalten werden. Derzeit wird die Arbeitsbeschaffungspoli<lb break="no"/>tik durch die Koppelung mit der Belastung stark abgewertet.<lb/>
Es besteht die Gefahr, dass eine negative Grundeinstellung<lb/>
entsteht gegen die Regierung und dies kann eine Wende in der<lb/>
bisherigen guten Aufnahme der Regierungspolitik bringen. Dazu<lb/>
kommen dann noch einzelne in der Öffentlichkeit schrecklich<lb/>
ankommende Korruptionsfälle. Er hat den Leiter der Staats<lb break="no"/>druckerei sofort ausser Dienst gestellt, ähnlich müsste es auch ge<lb break="no"/>gen den Goldschmuggelvorwurf des Hauptmünzamtes geschehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> behauptet, er sei drei Wochen früher schon informiert<lb/>
worden über diesen Skandal. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist leider nicht anwesend<lb/>
und daher bleibt die ganze Frage offen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_21">Bezüglich der Aussenhandelsgebühren und deren Verwendung wird<lb/>
neuerdings von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mitgeteilt, dass sie genau kontrolliert<lb/>
werden sollen und zwar durch den Rechnungshof, wie ihm sein<lb/>
Verfassungsdienst jetzt ebenfalls berichtete. Für mich war<lb/>
dies alles nichts Neues, denn im Gesetz steht ausdrücklich drinnen<lb/>
dass der Verfassungsdienst zur Krontrolle zuständig sei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819"><del>WAIS</del><corr>P</corr></rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> die Aufgliederung<lb/>
für den neuen Ministerratsvortrag abstimmen.<lb/>
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die Substanz für die nächste Tagesordnung seiner Meinung nach<lb/>
zu gering ist. Ich verwies darauf, dass wir über die Ergänzung<lb/>
der Industriestudie durch den Sozial- und Wirtschaftsbeirat<lb/>
Vorsitzenden einen Bericht bekommen würden. Ebenso würde<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111734">Andrae</rs> über seine Frage Vermögensbildung referieren und ich<lb/>
einen Zwischenbericht über die Papierindustrie geben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
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Sulfatprojektes beschlossen werden. Er sagt und dies sogar<lb/>
zu Recht, dass man die Präsidenten nicht immer zusammenrufen<lb/>
kann, um ihnen nur Zwischenberichte zu geben. Für einen<lb/>
endgültigen Beschlussbericht aber werde ich aber im Jän<lb break="no"/>ner keine wie immer geartete Chance haben, erklärte ich.<lb/>
Die Projektanten des Sulfatprojektes haben keine finan<lb break="no"/>zielle Basis und können auch keine entsprechenden Vorschläge<lb/>
machen. Ausserdem gibt es fraktionell bei uns selbst noch<lb/>
grosse differente Auffassungen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ist der Meinung, dass der<lb/>
Holzbericht bereits als Grundlage dienen kann, um zu einer<lb/>
Entscheidung zu kommen. Ich verwies auf die Gefahren der<lb/>
Holzpreissteigerung, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, die müsse man in Kauf<lb/>
nehmen, wenn dadurch das Waldviertel endlich gewisse Holzauf<lb break="no"/>bringung durchführen kann. <rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs> will das US-Know-how,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> das schwedische. Die Papierfabriken sind natürlich gegen<lb/>
das neue Projekt incl. Steyrermühl. Ich berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über<lb/>
meinen Besuch in Steyrermühl und dass dort nicht nur die<lb/>
Direktoren sondern auch die Belegschaftsvertreter sehr gegen<lb/>
dieses neue Sulfatprojekt sind. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sieht aber in dem neuen<lb/>
Sulfatprojekt die einzige Chance, damit sich die VÖEST rehabili<lb break="no"/>tiert. Im <choice><choice><sic>Kopplent-Verfahren</sic><corr>?</corr></choice></choice> bei Steyrermühl hat sie total ver<lb break="no"/>sagt. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> informiert, dass er mit <rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__134507">Landegger</rs> gemeinsam eine Finanzierung finden könnte. wenn<lb/>
dieselbe Unterstützung vom Staat erfolge wie die bei Leykam.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-06_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Ich habe <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vorgeschlagen, eine<lb/>
fraktionelle Sitzung einzuberufen. Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> besprechen.<lb/>
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demonstrieren, wie in der Schweiz die Weltmarktpreise zuerst<lb/>
durchgeschlagen haben und dadurch der Index über dem österrei<lb break="no"/>chischen lag und jetzt eine entsprechende Wendung vorgenommen hat.<lb/>
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Schema besprechen.<lb/>
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