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            <title type="main">Mittwoch, der  1. Dezember 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band33_1976-12-01</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_01">Mittwoch, 1. Dezember 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_02">Der Besitzer von Schrack mit Direktor und Zentralbetriebsratsobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145807">Kratochwill</rs> von Wien und den Betriebsrat von Waidhofen intervenieren<lb/>
wegen der Beschäftigungslage. Ihr Problem ist nicht dass die Post<lb/>
mehr Aufträge hingibt, ganz im Gegenteil, von dort sind sie bestens<lb/>
bedient, obwohl natürlich noch wesentlich mehr Aufträge sie gerne<lb/>
hätten. Eine Intervention bei der Post lehnen sie sogar kategorisch<lb/>
ab, weil sie befürchten, dass die Vergabestelle der Post dieses<lb/>
Verhalten missverstehen würden. Ihre Beschwerde richtet sich danach,<lb/>
dass auf den Sicherungsautomaten 60 % importiert werden und bei den<lb/>
Schaltern im Bau insbesondere 40 %. Sie sind befriedigt zu hören.<lb/>
dass wir die Ö-Norm 2050 insofern ändern wollen, als die zuschlagende<lb/>
Stelle nicht mehr nach den preiswertesten Offert vorgehen muss, sondern<lb/>
den österreichischen Anbieter eine gewisse Präferenz eingeräumt<lb/>
werden soll. In Deutschland z.B. kommen sie überhaupt nicht zum Zug<lb/>
weil eben die ausschreibenden Stellen ganz einfach sie unberücksich<lb break="no"/>tigt lassen. Am ärgsten ist es aber in Frankreich und Italien. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs>, mit den ich nachher über dieses Problem noch eingehend<lb/>
spreche, hoffen dass jetzt auch die Arbeiterkammer einer solchen Lö<lb break="no"/>sung zustimmen wird. In Waidhofen entlässt die Firma Eisert, Feuerzeug<lb break="no"/>fabrik, mindestens 150 Leute und wenn sich die Auftragslage verbessert<lb/>
sonst aber schwer, wird die Firma Schrack 50 einstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_03">Dir.Heller von der Sakog berichtet mir, dass sie jetzt für die nächsten<lb/>
5 Jahre wahrscheinlich einigermassen über den Berg sind. Die Stahl<lb break="no"/>streben-Investitionen 30 Mio., die Doppelwalze 7 Mio. und insbesondere<lb/>
der Schrägschart? mit 22 Mio., der jetzt in Angriff genommen wird und<lb/>
nächstes Jahr von mir eröffnet werden soll, wird die Kosten wesentlich<lb/>
senken, weil sie 30.000 To mehr fördern werden. Die ÖBB hat neuer<lb break="no"/>dings wieder 30.000 To zusätzlich abgeschlossen und den Preis von<lb/>
380.– Schilling die Tonne auf 410.– Schilling erhöht. <rs type="person" ref="#per__123366">Heller</rs> wünscht<lb/>
dass ich bei <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> interveniere, damit die Bahn nicht sich auf Öl<lb break="no"/>öfen umstellt. Jetzt sollen 30 angeschafft werden. Die Kohlenleute<lb/>
sind also wirklich dahinter um jede Absatzverdrängung nicht nur zu<lb/>
wissen, sondern auch zu bekämpfen. Ich gebe mich allerdings keiner<lb/>
Illusion hin, dass <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> hier etwas machen kann. Die Eisenbahner wer<lb break="no"/>den es verständlicher Weise ablehnen umständliche Kohlenöfen noch<lb/>
zu bedienen und eben verlangen, dass wenn schon keine Zentral<lb break="no"/>heizung ist, die Einzelöfen mit Öl befeuert werden. Auch dem Fern<lb break="no"/><pb n="33-1369" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band33/33_1976-12-01_1369.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>heizwerk Salzburg ist es gelungen, die Preise zu erhöhen und<lb/>
mit 133.– Schilling 10^6 ist dies ein befriedigender Preis. Nur die<lb/>
OKA ist nach wie vor bereit, 106.– Schilling 10^6 zu zahlen. <rs type="person" ref="#per__123366">Heller</rs><lb/>
hätte am liebsten dass die Strompreisverhandlungen jetzt dazu be<lb break="no"/>nützt werden, um einen einheitlichen Strompreis mit Abschöpfung in<lb/>
Vorarlberg und Tirol sowie Zuschuss der östlichen Stromgesellschaften<lb/>
durchzusetzen. In diesem Fall würde die OKA wie er gehört hat, bereit<lb/>
sein 120.– Schilling gegebenenfalls zu bezahlen. Dieses Abschöpfungs<lb break="no"/>system bespreche ich anschliessend mit SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, obwohl ich auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123366">Heller</rs> klar und deutlich sage, dass ich politisch eine solche Ab<lb break="no"/>schöpfung unter gar keinen Umständen durchsetzen könnte. Die Vor<lb break="no"/>arlberger und Tiroler würden in so einem Fall von der Arbeiterkammer<lb/>
bis zur Landesregierung uns den Krieg erklären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_04">Mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> bespreche ich die weitere Vorgangsweise bei den Kernkraftwerk<lb/>
und verlange unverzüglich einen mündlichen Ministerratsvortag über<lb/>
den Stand der derzeitigen Verhandlungen wegen der Endlagerung. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
teilt mir mit, dass man jetzt auch mit den englischen Kulturattache<lb/>
der aus der Wissenschaftszeit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> bekannt ist, Gespräche geführt<lb/>
hat, ob nicht doch in Grossbritannien, Windscale, die Wiederaufbereitung<lb/>
durchgeführt werden könnte. Der Seibersdorfer, Leiter <rs type="person" ref="#per__145745">Grün</rs>, hat auch<lb/>
an <rs type="person" ref="#per__97500">Gwischiani</rs> einen Brief geschrieben, ob nicht die UdSSR die Wieder<lb break="no"/>aufbereitung übernehmen könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_05">Ein BAWAG-Vertreter hat <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> und mir mitgeteilt, dass bei der Handels<lb break="no"/>kammer ein offizieller Handelsdelegierter der UdSSR vorgesprochen hat<lb/>
und erklärte, die UdSSR hätte an Atomkraftwerken insbesondere auch<lb/>
Reprocessing und eventuell sogar Endlagerung für Atommüll ein grosses<lb/>
Interesse. Diese vertrauliche Information hat die Handelskammer in<lb/>
eine peinliche Situation gebracht, da der Referent nicht weiss, wie<lb/>
er sich verhalten soll. Mir ist unerklärlich, wieso der offizielle Han<lb break="no"/>delsdelegierte der UdSSR nicht mit dem Handelsministerium, Energie<lb break="no"/>sektion, Kontakt aufgenommen hat. Wir haben sofort den Mann zu <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
geschickt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040"><del>PLESCH</del><corr>Wais</corr></rs> UND <rs type="person" ref="#per__107937">FRANK</rs>: Ohne dass Handelskammer dies erfährt,<lb/>
vorsichtige Recherchen anstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_07">Die Firma <choice><choice><sic>Zölestin</sic><corr>?</corr></choice></choice> Graz hat Holz nach Ägypten verspätet geliefert<lb/>
weshalb die Bank in Kairo jetzt von der Sparkasse in Graz die Bietgarantie<lb/>
<pb n="33-1370" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band33/33_1976-12-01_1370.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von 1 Mio. Schilling einkassieren will. Das Verschulden für die<lb/>
Verspätung liegt aber bei den Ägyptern, die kein Akkreditiv zeitge<lb break="no"/>recht erstellten usw. <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs>, der nicht anwesend war, hat der Firma<lb/>
<choice><choice><sic>Zölestin</sic><corr>?</corr></choice></choice> empfohlen mit mir zu reden, weil wie er sich ausdrückte,<lb/>
und mir dann auch abends tatsächlich bestätigte, der Meinung ist, der<lb/>
Handelsdelegierte <rs type="person" ref="#per__123175">Kernthaler</rs> in Ägypten könnte hier kaum etwas aus<lb break="no"/>richten. <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel's</rs> Methode ist, alle anderen scheinbar runterzumachen,<lb/>
nur er würde, wenn er nach Ägypten fahren könnte, dann alles regeln.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und ich haben der Firma empfohlen, sie sollen uns eine Sach<lb break="no"/>verhaltsdarstellung schicken, die ich dann nach Ägypten an unseren<lb/>
Handelsdelegierten und Botschafter weiterleiten werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_08">Die Betriebsräte der Verbund und Vorsitzenden-Stellvertreter des<lb/>
Aufsichtsrates <rs type="person" ref="#per__114386">Glück</rs> besprachen die weitere Vorgangsweise wegen der<lb/>
Verlängerung des Vertrages <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs>. Die Betriebsräte sind maximal<lb/>
bereit, 1/2 Jahr Verlängerung zuzustimmen. <rs type="person" ref="#per__114386">Glück</rs> hat mit Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs><lb/>
bereits Verhandlungen geführt, der nach wie vor hofft, die Betriebs<lb break="no"/>räte überzeugen zu können, dass sie 1 1/2 Jahren zustimmen. Ich<lb/>
plädierte für 1 Jahr Verlängerung, wenn die Betriebsräte sich auch<lb/>
davon überzeugen lassen. Wichtig erscheint mir, dass wie <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs><lb/>
besonders erwähnte, Vorsorge getroffen werden muss, dass <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs>,<lb/>
wenn immer er verlängert wird, dann nicht durch ständige Sabotage<lb/>
und Boykott die Arbeit im Vorstand lähmt. Die Betriebsräte sind auch<lb/>
der Meinung, dass wenn dann <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> ausscheidet, sofort jetzt die neue<lb/>
Geschäftseinteilung zwischen den drei Vorstandsmitgliedern geregelt<lb/>
werden soll.. Sie beabsichtigen den ÖVP Vorstandsmitglied <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> nicht<lb/>
ein verhältnismässig geringes Gebiet – wie er jetzt hat – zu belassen,<lb/>
sondern tatsächlich den grössten Teil der Kompetenzen von <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs><lb/>
ihm zu übertragen. Mit dieser Regelung wird glaube ich auch die ÖVP<lb/>
der Abberufung <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold's</rs> leichter zustimmen können. Die ganze Frage<lb/>
soll am 14. Dezember in der Aufsichtsratssitzung endgültig beschlossen<lb/>
werden. Bezüglich des Vorschlages von <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs>, die Aufsichtsräte in der<lb/>
Verbund ebenfalls wesentlich zu reduzieren, haben die Betriebsräte<lb/>
grösste Bedenken. In der Verbundgesellschaft haben sie im Aufsichtsrat<lb/>
nicht dieselben Rechte, wie z.B. in der Eisen- und Stahlindustrie,<lb/>
VÖEST-Alpine oder in der ÖIAG. Dort können sie ohne weiteres auch die<lb/>
Bestellung von Vorstandsmitgliedern mitbeschliessen. Die arbeitsrechtliche<lb/>
Lösung für alle anderen Betriebe hat dieses Recht den Betriebsräten<lb/>
nicht gegeben. Für die Verbundgesellschaft musste zwar eine Spezial<lb break="no"/>regelung getroffen werden, doch hat <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und auch alle anderen Partei<lb break="no"/><pb n="33-1371" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band33/33_1976-12-01_1371.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>funktionäre diese Wünsche der Verbund-Betriebsräte abgelehnt.<lb/>
Durch Reduzierung der Länder von 9 auf 4 wurde daher eine politische<lb/>
Pattstellung für 24 Jahre entstehen. Nur bei 3 Jahren wo sozialistische<lb/>
...... Vertreter in der Relation?? die 1:3 sonst ändern würden,<lb/>
wäre eine sozialistische Mehrheit im Aufsichtsrat. Ich bin neugierig<lb/>
ob die ÖVP auf den Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> wirklich zurückkommen wird<lb/>
oder nicht doch auch die Schwierigkeiten, dass die Länder<lb break="no"/>vertreter jetzt von 9 auf 4 reduziert werden sollen, kapitulieren wird.<lb/>
Die Verbundbetriebsräte verlangen namens aller Betriebsräte der EVUs,<lb/>
dass jetzt endlich die Aufsichtsratsreduzierung in den Sondergesell<lb break="no"/>schaften abgeschlossen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_09">Dir. <rs type="person" ref="#per__135906">Steflitsch</rs>, VÖEST-Alpine, teilt mir mit, dass im Schrottverband<lb/>
jetzt eine Regelung angestrebt wird, wonach die VÖEST 23.5 % vom<lb/>
Schrottzuteilungsschlüssel bekommen soll. Wenn es zu keiner einver<lb break="no"/>nehmlichen Regelung kommt, werden die Privaten, dies sind Giessereien,<lb/>
Felten &amp; Guilleaume usw., sich an die Bundeshandelskammer wenden.<lb/>
In diesem Fall erhofft die VÖEST dass ich dann als Aufsichtsbehörde<lb/>
und auf Grund meiner Machtbefugnisse Anordnungen zu erlassen die<lb/>
VÖEST dann entsprechend unterstützen werde. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>, die bei<lb/>
der Aussprache anwesend waren, sagten dies genauso wie ich zu. Da<lb/>
der Aufteilungsschlüssel mit 23.5 % absolut berechtigt und begründet<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_10"><rs type="person" ref="#per__135906">Steflitsch</rs> hat jetzt den Sozialplan mit den Betriebsräten in Fohns<lb break="no"/>dorf fertig und mit 1.3.77 kann die Stillegung beginnen. Nach seiner<lb/>
Information kann tatsächlich für die Bergarbeiter entsprechende Be<lb break="no"/>schäftigung gefunden werden. Abends hat im Parlament dann der ÖVP-<lb/>
Abgeordnete <rs type="person" ref="#per__118315">Burger</rs> in demagogischer Weise das Fohnsdorfer-Problem<lb/>
zur Sprache gebracht. Er hat Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> angegriffen<lb/>
und dabei Behauptungen aufgestellt, die meiner Meinung nach nicht<lb/>
stimmen können. Die Polen würden Kohle um 1.200 Schilling die<lb/>
Tonne liefern, während Fohnsdorf nicht einmal 500 Schilling von der<lb/>
ÖDK bekommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_12">Präs. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> rief mich an und erklärte, dass wegen der Strumpfhosenim<lb break="no"/>porte aus Rumänien er mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gesprochen hat. Die<lb/>
Handelskammer wird kein negatives Votum jetzt gegen die Veredlung<lb/>
abgeben, sondern neuerdings untersuchen. Die Textilkonzentration<lb/>
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1 Schilling pro Stück an die Vöslauer abgeführt werden kann. Die<lb/>
Zollbelastung aber der Ostländer ist eine Versteuerung um 1.50<lb/>
Schilling gegenüber den Importen aus den westeuropäischen Ländern,<lb/>
insbesondere Italien. Wenn die Österreicher die Strumpfhosen nicht<lb/>
abnehmen, müssen sie eine Millionenkaution an Rumänien bezahlen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> ersucht mich, ich möchte intervenieren, damit Schöps, Hr. <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs>,<lb/>
sich in diese Importe einschaltet. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> nur an Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> ver<lb break="no"/>wiesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_13"><rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> erklärt mir auf meine Anfrage dezidiert – und er wird dies<lb/>
auch schriftlich tun – dass die Industriellenvereinigung wegen des<lb/>
Verbots der Plastikflaschen absolut meine Meinung teilt. Ja diese dies<lb/>
sogar immer verlangt hat, ein diesbezügliches Schreiben werde ich<lb/>
unverzüglich bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__116098">Kapral</rs> Gespräche fortsetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_15"><rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> berichtet über die Ergebnisse der Gemischten Kommission mit<lb/>
der EG in Brüssel. In Wirklichkeit ist überhaupt nichts heraus<lb break="no"/>gekommen, ausser dass eine Delegation unter Führung des Gen.Dir.für<lb/>
die Landwirtschaft nach Wien kommen wird. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wird trotzdem beim<lb/>
Pressefrühstück Montag darüber berichten. Ich habe zu diesen Presse<lb break="no"/>frühstück auch auf Wunsch von <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
eingeladen, der freudig zugestimmt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte die Presse davon auch zeitgerecht ver<lb break="no"/>ständigen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_17"><add>[Die]</add> IFES-Vertreter <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__145808">Kissinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__145809">Dantine</rs>, der das Marketing<lb/>
bei der IFES macht, sind mit einer Mindestsumme von 600.000 Schilling<lb/>
für die Ladenschlusserhebung einverstanden. Da sie für die Ange<lb break="no"/>stelltengewerkschaft jetzt eine Erhebung von 300.000 Schilling sowieso<lb/>
machen, werden sie davon 100.000 Schilling für spezifische Handels<lb break="no"/>angestellte dafür verwenden können. Das Fessel-Institut, Dr. <rs type="person" ref="#per__145810">Bretschneider</rs>,<lb/>
den ich dann anschliessend sprach, wäre ebenfalls bereit von der<lb/>
Handelskammer zu versuchen einen grösseren Betrag für spezifische<lb/>
Handelsunternehmererhebungen zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__145810">Bretschneider</rs> lehnt ins<lb break="no"/>besondere ab eine Gefälligkeitserhebung zu machen, die ich gar nicht<lb/>
von ihm verlangte, aber auch keine Empfehlung wie seinerzeit beim<lb/>
Spitalschilling zu geben. Auch dies ist von mir nicht geplant, da<lb/>
<pb n="33-1373" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band33/33_1976-12-01_1373.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> mir vorgeschlagen hat, eine wissenschaftliche Arbeit<lb/>
in Form eines Gutachtens dann zusätzlich zu den Erhebungen noch zu<lb/>
liefern. Diesbezügliche Bezahlung dafür würde das Handelsministerium<lb/>
übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_18">Das Österr. Institut für Berufsforschung hat jetzt die Absicht mit IFES<lb/>
gemeinsam eine Berufsbeschreibung und Erhebung über Lehrlinge durchzu<lb break="no"/>führen. 200.000 Schilling pro Beruf wären dafür erforderlich. Das<lb/>
Sozialministerium, <rs type="person" ref="#per__114573">Lenert</rs>, wäre bereit hier ebenfalls eine Finan<lb break="no"/>zierung vorzunehmen. Die diesbezüglichen Verhandlungen sollen zwischen<lb/>
ÖIBF und IFES aufgenommen werden und dem Handelsministerium, insbe<lb break="no"/>sondere Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> diesbezügliche Vorschläge vorgelegt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_19">Die IFES hat festgestellt, dass für eine Fremdenverkehrserhebung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> GALLUP wegen des billigen Preises herangezogen hat. Die Unter<lb break="no"/>lage soll aber vollkommen unbrauchbar sein. Am Fremdenverkehrstag<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> mit diesen unzulänglichen Ergebnissen operieren müssen.<lb/>
Mir ist es vollkommen unerklärlich, dass <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, ohne dass wir davon<lb/>
etwas wussten, geschweige denn dem zugestimmt haben, diesen Zuschlag er<lb break="no"/>teilen konnte. <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> wird sich dieser Sache jetzt annehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte Resultate kritisch betrachten und mir<lb/>
dann vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_21">Der Bürgermeister und die Betriebsräte der Brau AG Wieselburg waren<lb/>
bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, weil sie sich gegen die Verlegung der Verwaltung von<lb/>
Wieselburg nach Liesing mit allen Mitteln wehren. Ich versuchte<lb/>
während der Aussprache und nachdem <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann weggehen musste,<lb/>
mit ihnen gemeinsam die Situation zu klären. Die Liesinger Brauerei<lb/>
hat alle ihre Brauaktivitäten an Wieselburg abtreten müssen.<lb/>
Der Gen.Dir.Beierle möchte nun eine Verwaltungskonzentration in<lb/>
Liesing durchführen. Die 17 Angestellten die jetzt von Wieselburg<lb/>
nach Wien übersiedeln müssen, wehren sich natürlich mit Händen und<lb/>
Füssen. Der Betriebsrat der Angestellten vertritt natürlich deren Mei<lb break="no"/>nung. Die Gewerkschaft soll sogar bereit sein, gegebenenfalls einen<lb/>
Streik zu unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band33_1976-12-01_22">Die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, <rs type="person" ref="#per__112979">Verzetnitsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__145811">Maly</rs>, <rs type="person" ref="#per__145812">Hoider</rs> vom Gewerk<lb break="no"/>schaftsbund, <rs type="person" ref="#per__140946">Cerny</rs> von der Arbeiterkammer und <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und mir wegen<lb/>
des Berufsausbildungsgesetzes, war insofern erfolgreich, als wir<lb/>
einen Kompromiss erreichten. In der Organisation sollen zwar die<lb/>
<pb n="33-1374" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band33/33_1976-12-01_1374.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Lehrlingsstellen in der Handelskammer bleiben, doch entscheiden<lb/>
soll ein Gremium bestehend aus den vorsitzenden Beamten plus Paritä<lb break="no"/>tischen Beisitzern der Arbeiterkammer und der Handelskammer. Als Be<lb break="no"/>rufungsinstanz soll im Ministerium ein Beirat errichtet werden.<lb/>
Bezüglich der 2-%igen Umlage soll ein Lastenausgleich nicht generell<lb/>
sondern nur für spezifische Zwecke und daher wesentlich weniger als<lb/>
dieser Milliardenbetrag eingeführt werden. Die Abgabe wäre mit<lb/>
der Handelskammerbeiträgen einzuheben. Die Aufwendungen für Lehr<lb break="no"/>lingsausbildungsstätten, Schulen usw. würde noch die Arbeitsmarkt<lb break="no"/>förderung und die Länder mit zu unterstützen haben. Für die Lehrlings<lb break="no"/>berechtigung soll keine generelle Klausel, wie sie die Gewerkschaft<lb/>
verlangt hat eingeführt werden, sondern taxativ die Versicherungen,<lb/>
Banken, öffentliche Hand zur Lehrlingshaltung ermächtigt werden.<lb/>
Diese Hauptprobleme müsste ich jetzt versuchen mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
zu lösen. Dabei kann ich natürlich das Kompromiss, welches wir jetzt<lb/>
erarbeitet haben, gar nicht gleich ausspielen, denn sonst würden<lb/>
wir dieses niemals erreichen. Bezüglich der weiteren Verhandlungen<lb/>
sehe ich sehr schwarz und gar nicht optimistisch. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> auch<lb/>
über den Kompromiss informiert, der damit sehr einverstanden wäre,<lb/>
allerdings auch grosse Schwierigkeiten bei der Handelskammer sieht.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 1.12.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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