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            <title type="main">Mittwoch, der  6. Oktober 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band32_1976-10-06</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_01">Mittwoch, 6. Oktober 1976<lb/>
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der Altölverwertungs-Ges. beschweren sich, daß die Firma Shell<lb/>
ihnen nicht die Naphthensäure liefert. Die ÖMV läßt die Naphthen<lb break="no"/>lauge bei Lofer-Chemie zu Rohöl-Naphthensäure verarbeiten und<lb/>
verkauft um 5 Schilling 20 an Shell. Die ÖMV hat einen 3-Jahres<lb break="no"/>vertrag. Shell hat früher diese Rohöl-Naphthensäure an Industrie-<lb/>
Chemie verkauft, die <rs type="person" ref="#per__145621">Maschek</rs> betrieben hat, früher um ca. 5.50.<lb/>
Jetzt möchte die neugegründete Firma diese um S 7.50 kaufen,<lb/>
Shell, <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs>, ist aber nicht dazu bereit, sondern verkauft sie<lb/>
um 6.50 nach Deutschland zu Borches<add>?</add> oder <choice><choice><sic>Naidimport</sic><corr>?</corr></choice></choice>, diese<lb/>
destillieren und verkaufen die Produkte dann im Ausland. <rs type="person" ref="#per__145621">Maschek</rs><lb/>
hat aber ca. 1.500 Tonnen von Rumänien um 10.80 gekauft und<lb/>
brauchte 1.200 Tonnen die im Inland anfallen, um einen Mischpreis<lb/>
zu machen, nur so kann er konkurrenzfähig sein. Unerklärlich<lb/>
für die Firma ist, daß Shell angeblich jetzt in Deutschland weniger<lb/>
erlöst als sie in Österreich erlösen könnte. Die Unterlagen gebe<lb/>
ich sofort an <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> weiter, der MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> informieren<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> hat seinerzeit sich für die Verarbeitung im Inland<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_03">Der Stadtrat <rs type="person" ref="#per__140886">Hanselitsch</rs> von Salzburg ruft an und ersucht mich, ich<lb/>
soll bei der Verbundgesellschaft mich einsetzen, daß der Strom<lb break="no"/>liefervertrag zwischen den Stadtwerken Salzburg und den deutschen<lb/>
EVUs, Reichenhall, weiterhin genehmigt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_04">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte kläre ob diese Vertragsgenehmigung<lb/>
schon bei uns liegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_05">Der sowjetische Geschäftsträger <rs type="person" ref="#per__133762">Boronin</rs> kommt um bei mir wegen<lb/>
der Technisch-wissenschaftl. Woche die nächsten Montag beginnt,<lb/>
zu intervenieren. Angeblich hat die Handelskammer keinerlei Vor<lb break="no"/>bereitungen getroffen. Die sowjetische Delegation wird von<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__145567">Rudnew</rs> geleitet, kommt am Sonntag an und er möchte<lb/>
wissen, wer sie abholt. Da ich größten Wert darauf lege, daß<lb/>
die Sowjets nicht verärgert sind, erkläre ich mich sofort dazu<lb/>
bereit. An der Pressekonferenz soll nach Wunsch von <rs type="person" ref="#per__133762">Boronin</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> teilnehmen. Die Eröffnung der Ausstellung am Montag<lb/>
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bereit vorzunehmen, allerdings müßte dann Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs><lb/>
seine Besprechung ein klein wenig mit mir verschieben. Die<lb/>
Sowjets behaupten, daß wir alle Unterlagen bekommen hätten,<lb/>
in Wirklichkeit stellt sich dann heraus, daß gar nichts anderes,<lb/>
ohne Begleitbrief, nur das Programm bei uns im Büro abgegeben<lb/>
wurde. Ich bespreche diese ganze Angelegenheit anschliessend<lb/>
mit dem Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und Generalsekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, auch dort<lb/>
beschwert man sich bitter, daß die Sowjets erst vor ein paar<lb/>
Tage überhaupt das Programm mitgeteilt haben und man noch immer<lb/>
keine Details kennt. Die ganze Organisation müßte vom WIFI resp.<lb/>
der Bundeshandelskammer gestellt werden. Das Handelsministerium<lb/>
war in den vergangenen Jahren damit nie beschäftigt. Trotzdem<lb/>
erscheint es mir notwendig, in Hinkunft sich auch in diesen<lb/>
Fragen mehr oder minder zu engagieren, denn diese Staaten wenden<lb/>
sich primär, wenn etwas nicht funktioniert, wenn es auch in ihrer<lb/>
Schuld liegt, an das Handelsministerium. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, der bei der Be<lb break="no"/>sprechung anwesend war, hat – und das glaube ich ihm ohneweiters –<lb/>
überhaupt nichts gewußt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_06">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte sorge, daß es das nächste Mal die<lb/>
Handelskammer uns zeitgerecht verständigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_07">Über die Repräsentationsausgaben 1975, die jetzt im Detail auf<lb break="no"/>gegliedert vorliegt und wo wir wieder 47.000 Schilling über<lb break="no"/>schritten haben, ärgere ich mich sehr. Bei Durchsicht muß ich<lb/>
feststellen, daß viele Ausgaben vom Handelsministerium ausbezahlt<lb/>
wurden, die eindeutig von der Handelskammer hätte übernommen<lb/>
werden müssen. 1975 bestand eine Vereinbarung, daß selbstver<lb break="no"/>ständlich die Essen von der Handelskammer bezahlt werden.<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> dürfte aber vereinzelt Schwierigkeiten gehabt haben,<lb/>
was ihn veranlaßte, ganz einfach die Rechnungen dann zu bezahlen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> hat ihn deshalb gefragt und er meinte, er hätte<lb/>
sowieso wenn die Handelskammer abgelehnt hat, dies dem Gesandten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> mitgeteilt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs><lb/>
wirklich die Dutzende Essen, die die Handelskammer wahrscheinlich<lb/>
nicht bezahlt hat, dann von uns übernommen hat. <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs><lb/>
wird sich den Akt im einzelnen anschauen. Mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
habe ich dann eine ganz harte Auseinandersetzung gehabt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_08"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> war so erschüttert, obwohl ich natürlich weder<lb/>
geschrien noch sonst was habe, aber sehr verärgert gespielt,<lb/>
daß er sofort seinem Sekretär mit allen Unterlagen aufforderte,<lb/>
ins Parlament zu kommen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat dann nachgewiesen, daß<lb/>
sie 1975 515.888 Schilling 54 Groschen ausgegeben haben. Zu<lb/>
unseren 455.000 ergibt dies insgesamt 970.000 Schilling, die<lb/>
wir für die Repräsentation, Unterbringung wie Hotels, Essen,<lb/>
Geschenke usw. aufgewendet haben. Da aus dem Handverlag zu<lb/>
meinen 455.000 noch 92.000 dazukommen habe ich mit 47.700 Schilling<lb/>
die Repräsentationskosten im Vorjahr wieder überschritten. 1971<lb/>
und 1972 hat es schon eine solche Überschreitung gegeben, 1973<lb/>
hatten wir 249.000, 1974 364.000, in beiden Jahren blieben wir<lb/>
also unter die 500.000. Jetzt wo es gerade so kritisch wird,<lb/>
werden wir die Repräsentationskosten mit 47.000 überschreiten,<lb/>
was mich eigentlich sehr geärgert hat. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat, als ich<lb/>
ihm die einzelnen Posten sagte, die er zu übernehmen gehabt hätte,<lb/>
sofort gemeint, sie hätten gar nichts abgelehnt und sind selbst<lb break="no"/>verständlich bereit, diese zu übernehmen. Problem wird nur, daß<lb/>
im Vorjahr bereits alle Buchhaltungen abgeschlossen sind und wir<lb/>
daher kaum mehr eine Verrechnung durchführen können, trotzdem<lb/>
habe ich vereinbart, daß jetzt MR <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> und <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs><lb/>
mit der Handelskammer die Posten durchgehen und feststellen, was<lb/>
sie eigentlich hätten übernehmen sollen, bzw. ob sie tatsächlich<lb/>
abgelehnt haben, dies müßte nämlich auf den Akten entsprechend<lb/>
schriftlich vermerkt sein. Mir erscheint diese Arbeit, die jetzt<lb/>
gemacht wird, aus einem anderen Grund wichtig. Die Handelskammer<lb/>
besteht darauf und dafür habe ich Verständnis, daß wir jetzt<lb/>
endlich die endgültige Vereinbarung treffen, ihr Vorschlag aber,<lb/>
den sie mir schriftlich erstattet hat, kann meiner Meinung nach<lb/>
nicht die Grundlage dieser Vereinbarung sein, dort wird z.B.<lb/>
nur bestimmt, daß nur für den Minister, nicht einmal für seine<lb/>
engere Begleitung, die Nächtigung und Ausgaben übernommen werden.<lb/>
Genau das ist aber unmöglich. Ich muß darauf bestehen, daß ein<lb/>
Kreis, den man in irgendeiner Weise abgrenzen soll, der aber<lb/>
dann trotzdem im Einzelfall noch bestimmt werden muß, von der<lb/>
Handelskammer übernommen wird. Auf Grund der durchgehenden Fälle<lb/>
im 1975 aber dann vor allem auch über die offenen oder schon ge<lb break="no"/>nehmigten Fälle im Jahr 1976 aus der Praxis heraus nur eine dies<lb break="no"/>bezügliche Entscheidung und Richtlinie fallen. Die Handelskammer<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_09">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte versuche bis dahin die ganzen<lb/>
Fälle mit <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> in der Handelskammer durchzugehen und li<lb break="no"/>stenmäßig zu erfassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_10">Von der Perlmooser kommt der zukünftige Direktor, <rs type="person" ref="#per__114724">Hollweger</rs>,<lb/>
der Nachfolger von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs>, der ja schon in Pension ist,<lb/>
dort aber scheinbar noch immer die Geschäfte weitestgehend<lb/>
führt. Aus der CSSR sollen 30.000 Tonnen Zement gesackt um<lb/>
610 Schilling Inlandspreis der Perlmooser 680 die Tonne und<lb/>
20.000 Tonnen lose 560 Schilling gegen 660 Schilling Inlands<lb break="no"/>preis importiert werden. Die Lieferfirma und Zementfabrik ist<lb/>
eine ganz moderne in Mokra nahe der österreichischen Grenze.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114724">Hollweger</rs> erwartet, daß wir durch das Vidieren diesen Billigst<lb break="no"/>preis, wie er sich ausdrückt, ablehnen. Wahrscheinlich gibt es<lb/>
tatsächlich eine solche Möglichkeit, weil man hier von einer<lb/>
gewissen Dumping Sprechen kann. Die Mannerdorfer Zementfabrik<lb/>
mit 540 Beschäftigten, die sonst 1,3 Mio. Tonnen erzeugen kann<lb/>
ist nur auf 900.000 Tonnen jetzt ausgelastet. In Rodaun, wo das<lb/>
zweite große Werk mit einer 1 Mio. Tonnen steht und nur 700.000<lb/>
ausgelastet ist, wird sich der Import weniger auswirken. Die<lb/>
Mannersdorfer Belegschaft will eine Delegation zu mir schicken<lb/>
und die Bauarbeiter haben auch schon heftigst dagegen protestiert.<lb/>
Die Zementindustrie hat jetzt eine leichte Aufwärtsentwicklung<lb/>
mit 2–3 % Umsatzsteigerung zu verzeichnen. Insgesamt wird die<lb/>
Perlmooser 1,6 Mio. Tonnen heuer verkaufen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_11">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs><add>SR Fischer</add>: Bitte laß den Fall sofort vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_12">Der NÖ Arbeiterkammer-Präsident <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> erzählt mir und ersucht<lb/>
um Intervention beim Sozialminister, daß die Firma Eisert, die<lb/>
zu 98 % die Feuerzeuge exportiert, einige Aufträge jetzt verloren<lb/>
hat und man gewisse Abbaumaßnahmen im Waldviertel dadurch erwägt,<lb/>
dies wäre für die dortige Beschäftigungslage katastrophal. Ich<lb/>
verspreche ihm, sofort mit Soz.Min. <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> über dieses<lb/>
Problem zu sprechen. <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> teilt mir dann unter vier Augen<lb/>
mit, daß er sich jetzt ein Bild machen muß, die Mittel sind<lb/>
angeblich weitestgehend erschöpft, er möchte die AFM-Mittel dafür<lb/>
verwenden um tatsächlich die Förderung bei den Arbeitern durchzu<lb break="no"/>führen und nicht eine Unternehmerförderung, wie er sich ausdrückt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_13">Ich erkläre ihm sofort, daß er von dieser Definition wahr<lb break="no"/>scheinlich das ganze Problem falsch beurteilen wird. Die<lb/>
Unternehmerförderung besteht ja darin, daß wenn der Unter<lb break="no"/>nehmer sich um AFM-Mitteln bewirbt, er diese benötigt, damit<lb/>
nicht die Arbeiter entlassen werden. Wenn wir die entsprechen<lb break="no"/>den Mittel in Hinkunft nicht mehr zur Verfügung haben, dann<lb/>
besteht die große Gefahr, daß die Unternehmen zumindestens<lb/>
einen Teil der Arbeitskräfte freisetzt, die sie sonst mit AFM-<lb/>
Mitteln vielleicht gehalten hätten. <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> versprach, wenn<lb/>
er die notwendigen Überblicke und vor allem einmal die ziffern<lb break="no"/>mäßige Situation genau kennt, sofort mit mir Kontakt aufzunehmen.<lb/>
Für die Firma Eisert wird er sich jetzt ein Spezifisches Gutachten,<lb/>
resp. Information geben lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_14">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte mit dem Sektionschef <rs type="person" ref="#per__114573">Franz Lenert</rs><lb/>
im Sozialministerium Kontakt wegen Eisert aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_15">Die Paritätische Kommission, deren Ehre ich habe, diesmal einmal<lb/>
wieder zu leiten, ist in fünf Minuten zu Ende. Die 5 Tages<lb break="no"/>ordnungspunkte werden von mir immer in Windeseile durchberaten<lb/>
und entschieden. Dies ist deshalb so leicht möglich, weil ja in<lb/>
Wirklichkeit die Präsidentenbesprechung der Interessensvertretungen<lb/>
vorher jeden einzelnen Fall ja bereits bearbeitet und auch be<lb break="no"/>schlossen haben, was geschehen soll. Dadurch ergibt sich in den<lb/>
seltensten Fällen nur eine Diskussion. Die Sitzung war früher aus,<lb/>
bevor noch Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> kam, der sogar das Wasser für<lb/>
die Sitzungsteilnehmer<add>[brachte?]</add>. Anschließend an die Par. Kommission hat<lb/>
mich der Präs. der Wr. Arbeiterkammer, <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs>, mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> gefragt,<lb/>
ob ich nicht doch wieder zur<add>Einladg.</add> Fraktionssitzung der Arbeiterkammer<lb break="no"/>vorstandes kommen möchte. Ich habe sofort erklärt, daß ich dazu<lb/>
jederzeit bereit bin, man mir nur die Sitzungstermine mitteilen<lb/>
sollte. Seinerzeit hat mich ja, wie <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> selbst wußte und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> zugab, der damalige Präsident <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> sehr höflich<lb/>
ausgeladen. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> befürchtete, daß ich deswegen vielleicht böse<lb/>
sei und gar nicht mehr kommen würde, da hat er aber mich wirklich<lb/>
gründlich unterschätzt. Ich habe, und das ist sogar Tagebuch<lb break="no"/>mäßig festgehalten, vor Jahren schon für <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> als den Nach<lb break="no"/>folger des <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschkas</rs> eingesetzt, als die Diskussion noch in<lb/>
gewissen Kreisen noch dahinging, daß evtl. ich Kammerpräsident<lb/>
werden sollte. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> hat ja damals auch gewollt, daß evtl.<lb/>
wenn ich kommen möchte er mit mir nicht einen Streit haben<lb/>
möchte. Ich habe aber immer klipp und klar erklärt, daß ich<lb/>
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dort nicht mehr zurückkehren werde, gerne aber bin ich<lb/>
bereit an der Fraktionssitzung des Arbeiterkammervorstandes<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_16">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Die Termine werden Sie zeitgerecht<lb/>
bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-10-06_17">Die Abrechnung der ÖVP mit den neuen Regierungsmitgliedern,<lb/>
d.h. eigentlich mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> war wie erwartet<lb/>
eigentlich eine matte Sache. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> hat als erster Redner insbes.<lb/>
die Abwesenheit <rs type="person" ref="#per__97311">Androschs</rs> angegriffen. Dann hat er als zweiten<lb/>
Punkt die Reformbremsen der FPÖ kritisiert, er zitierte <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>,<lb/>
der die Reform sozusagen bei den roten Markierungen noch als die<lb/>
wichtigste Arbeit darstellte, dann <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs>, der meinte, die<lb/>
Reform sei jetzt ins Stocken geraten und zum Schluß kam noch<lb/>
mein guter Freund <rs type="person" ref="#per__98060">Weissel</rs> ebenfalls mit einem Zitat zur Ehre in<lb/>
den Protokollen des Nationalrates vermerkt zu sein. <rs type="person" ref="#per__97444">Heinzi Fischer</rs><lb/>
hat darauf richtig reagiert und meinte, man hat <rs type="person" ref="#per__98060">Weissel</rs> jahrelang<lb/>
von der Universität abgehalten, jetzt ist er sogar zitatreif<lb/>
für die ÖVP. Dann hat <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> nur noch über die ÖIAG gesprochen<lb/>
wo er meinte, dort hätte er sich immer mit Herz engagiert und<lb/>
sei daher auch jetzt noch dieser besonders zugeneigt und kritisierte<lb/>
ganz besonders das ÖBB-Defizit, welches 1970 4,6 Mia. u. nachdem man<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140642">Kalz</rs>, den Generaldirektor, in die Pension geschickt hat, ein ÖVP-<lb/>
Mann, würden jetzt die neuen Leute 1975 13 Mia. Defizit erwirt<lb break="no"/>schaftet haben. Der wirkliche Aufreißer für die ÖVP war letzten<lb/>
Endes <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, der hat in wirklich geschickter, teilweiser zynischer<lb/>
aber sehr treffender Art manche Schwächen Österreichs und der SPÖ<lb/>
ganz besonders dargestellt. Sein bester Gag.war als es darum ging<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs> vorher über die Regierungsumbildungen der ÖVP,<lb/>
die ja immer sehr im Streit endeten, zitierte, dann auf die<lb/>
Änderung in Linz der Sozialistischen Spitze hingewiesen. Er meinte<lb/>
diese sei auch nicht unter dem Schlachtruf "Freundschaft" abge<lb break="no"/>wickelt worden. Nach dieser stundenlangen Diskussion kam der<lb/>
wirtschaftliche Integrationsbericht zu Debatte, <rs type="person" ref="#per__112149">Gorton</rs> und <rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs><lb/>
kritisierten die geringe weitere Entwicklung und die Schwierigkeit<lb/>
die wir im Mittelmeerraum haben. <rs type="person" ref="#per__97369">Brandstätter</rs> ging selbstver<lb break="no"/>ständlich auf die Landwirtschaftsprobleme ein. <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> hielt ein<lb/>
Wald- und Wiesen-Referat. Zum Schluß konnte ich wegen der fortge<lb break="no"/>schrittenen Zeit und weil ich auch gar nicht die Absicht hatte<lb/>
länger zu reden nur darauf hinweisen, daß wir uns sehr wohl über<lb/>
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bilaterale Lösungen zu finden, daß aber Griechenland jetzt<lb/>
überhaupt kein Interesse mehr zeigt und Spanien erst in den<lb/>
letzten Monaten wieder eine Näherung an die EFTA wünscht.<lb/>
Diesbezüglich wurden jetzt mit dem GS der EFTA <rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs> Be<lb break="no"/>sprechungen geführt. Das ganze Problem der Verdichtung der<lb/>
Integration wird bei der Gipfelkonferenz, die ich jetzt dem<lb/>
Parlament offiziell mitteilte, der Ministerpräsidenten und durch<lb/>
Bundeskanzler im nächsten Jahr in Wien besprochen werden. Das Abschluß<lb break="no"/>essen beim Bundespräsidenten im Hinblick auf seinen Staats<lb break="no"/>besuch in Bulgarien, war insofern interessant, als der Botschafter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140661">Ganowski</rs> gar nicht sehr stark interessiert war, wie jetzt die<lb/>
wirtschaftlichen Geschäft und insbes. die Entwicklung weiter<lb break="no"/>gehen soll. Ich habe befürchtet, daß er dort in Anwesenheit des<lb/>
Bundespräsidenten ständig wird malträtieren, welche Geschäft wir<lb/>
denn jetzt endlich machen können. Ich hatte vorher schon <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> schon informiert, daß wir in diesem Punkt nicht allzu<lb/>
schnell weiterkommen werden. Der Kredit steht jetzt den Bulgaren<lb/>
zur Verfügung, wenn sie auf Grund dieses Kredites kaufen, wird<lb/>
das eine oder andere größere Projekt geben, dann aber wird das<lb/>
selbe Problem nämlich, welche Waren wir von Bulgarien beziehen<lb/>
können, Spruchreif. In Bulgarien haben wir nicht einmal die Mög<lb break="no"/>lichkeit Energie zu kaufen, allerdings wird diese Möglichkeit<lb/>
jetzt mit Polen auch sehr schwierig werden, weil sie eine Strom<lb break="no"/>knappheit haben. Ich bin trotzdem überzeugt, daß die Polen liefern<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> teilte mir mit, er hätte irgendjemand getroffen,<lb/>
den ich nicht kenne und der hätte ihm wieder gesagt, daß die<lb/>
Polen sehr glücklich sind, daß die Tschechen Schwierigkeiten mit<lb/>
der Transportleitung polnischen Strom über die Tschechoslowakei<lb/>
über Österreich machen. Da die Polen heute und auch in Zukunft<lb/>
selbst einen großen Energiebedarf haben, werden sie den Vertrag<lb/>
nicht erfüllen, sie stehen auf dem Standpunkt, es handelt sich<lb/>
hier um einen Vorvertrag und wenn die Leitungsrechte nicht zu<lb break="no"/>stande kommen, dann müßten sie nicht den Vorvertrag effektuieren.<lb/>
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Polen tatsächlich eine<lb/>
solche Politik machen, denn dies hieße, daß ihre Schulden ja<lb/>
nicht zurückzahlen könnten. Trotzdem müssen wir dieser Mitteilung<lb/>
nachgehen.<lb/>
Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs> und <rs type="person" ref="#per__107937">FRANK</rs>: Bitte sofort Verbund verständigen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>wirtsch.wiss. Abt. AK Wien, VWL-Doz. AK-Sozialakad., Doz. f. Sozialpol.
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