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            <title type="main">Montag, der 27. September 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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Obmann von<add>[der]</add> Sektion Handel, mit ihm und seinen Gross- und Klein<lb break="no"/>händlervertretern bei mir vorsprechen will. Wahrscheinlich geht<lb/>
es ihnen jetzt um das Problem der Nahversorgung.<lb/>
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wird, wo die beiden freiheitlichen Initiativanträge Altölgesetz<lb/>
und Ladenschlussregelung auf der Tagesordnung sind. Ich war sehr<lb/>
erstaunt, dass niemand bei uns wusste, dass überhaupt ein Handels<lb break="no"/>ausschuss stattfindet. Hätte mich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nicht aufmerksam gemacht,<lb/>
ich wäre wahrscheinlich überhaupt nicht dort erschienen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
möchte unbedingt, dass wir beide Initiativanträge nicht genehmigen.<lb/>
Für Altöl habe ich jetzt einen Gesetzentwurf in Begutachtung geschickt<lb/>
und wir hoffen, dass es gelingt, die FPÖ davon zu überzeugen, beide<lb/>
gemeinsam in einem Unterausschuss des Handelsausschusses zu behandeln.<lb/>
Bezüglich des Ladenschlusses gibt es für uns eine einzige Chance, die<lb/>
ganze Materie in unseren Nahversorgungsausschuss zu verlegen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
wollte, wenn es irgendwie geht, überhaupt dass wir beide Initiativen<lb/>
der FPÖ sofort ablehnen. Diese Taktik entspricht aber nicht meiner<lb/>
Politik. Ich habe auch ÖVP-Initiativen, die mir nichts ins Konzept<lb/>
passten sofort abgelehnt sondern wie z.B. Ladenschluss-Änderung so<lb/>
lange verhandelt, bis selbst die Handelskammer auf dem Standpunkt ge<lb break="no"/>standen ist, der jetzige Zustand soll unverändert bleiben. Ich bin<lb/>
sehr neugierig, ob mir diese Politik auch bei der FPÖ gelingt.<lb/>
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wieder Andeutungen gemacht, dass eine Zollregelung für Ungarn uner<lb break="no"/>lässlich ist. Ich habe zwar mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über dieses Problem nicht<lb/>
gesprochen, doch hat er bei der Verabschiedung von <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
Staatsbesuch Bulgarien, diesem eine diesbezügliche negative Ant<lb break="no"/>wort gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_06">Die Bundeshandelskammer vermutet auf meine Frage, warum die Indu<lb break="no"/>striellenvereinigung <rs type="person" ref="#per__138739">Halusa</rs> als neuen Generalsekretär bestellt, dass<lb/>
dieser entweder seine Auslandsverbindungen dazu nützen wird, die<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Zollfreizonen-Vorschläge diskutiert und würde<lb/>
sich jetzt bereits mit einem Fachmann wappnen. Wenn <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> diese<lb/>
Politik aber verfolgt, dann meinen <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, würde er<lb/>
kaum eine zweite Legislaturperiode überstehen. Nach dem neuen<lb/>
Statut der Industriellenvereinigung kann ein Präsident übrigens nur<lb/>
zweimal gewählt werden und dies war bei <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> jetzt der Fall.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_07"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint in der Regierungsvorbesprechung, die Industriellen<lb break="no"/>vereinigung hätte keine guten Kräfte, weshalb man auf den pensionier<lb break="no"/>ten <rs type="person" ref="#per__138739">Halusa</rs> zurückgreifen musste. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> wollte, wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140074">Fürstenberg</rs>, doch sei er damit bei den anderen Präsidiumsmitgliedern<lb/>
nicht durchgedrungen. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> bestätigte mir am Abend, dass er <rs type="person" ref="#per__138739">Halusa</rs><lb/>
als eine Übergangslösung betrachtet. Wenn das Statut tatsächlich<lb/>
nur eine zweimalige Wahl vorsieht, dann war diese Statutenänderung in<lb/>
meinen Augen nicht sehr glücklich. Der Handelskammerpräsident ist<lb/>
kontinuierlich, wenn er nicht einen grossen Schnitzer macht und<lb/>
wenn nicht ein tüchtigerer ihn verdrängt, während wenn der Industriel<lb break="no"/>lenpräsident jede zweite Amtsperiode wechseln muss, schwächt sich<lb/>
die Industriellenvereinigung, wenn sie einmal einen tüchtigen<lb/>
Präsidenten hat. Allerdings vermute ich, werde sie dann ebenfalls<lb/>
wieder das Statut ändern, so wie sie dies ja auch nach <rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs><lb/>
gemacht haben, als sie scheinbar diese Beschränkung auf zwei Amtsperioden<lb/>
eingeschränkt hat.<lb/>
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man ihn wegen des Fremdenverkehrsabkommens interpelliert. Da in<lb/>
dem Abkommen aber nach iranischem Vorschlag nur eine Gemischte<lb/>
Kommission verankert werden soll, sehe ich keinen Grund, ein<lb/>
solches zu schliessen. Ich glaube, dass wir überhaupt jetzt schön<lb/>
langsam mit den vielen Gemischten Kommissionen aufhören müssen.<lb/>
Wenn die Regierung Sparmassnahmen beschliesst, Reiseeinschränkungen<lb/>
usw., dann können wir nicht ständig neue Gemischte Kommissionen<lb/>
schaffen.<lb/>
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Dilemma herauszukommen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_10">Ich beschwerte mich bei <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, dass immer wieder<lb/>
Schwierigkeiten sind bei der Bezahlung der Handelskammer für<lb/>
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EFTA-Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs> von der Handelskammer bezahlt wird. Für<lb/>
mich ist dies selbstverständlich. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte, wir müssten<lb/>
uns einmal zusammensetzen, um endgültig abzuklären, was zu bezahlen<lb/>
ist. <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> hat die Handelskammer z.B. verständigt, dass bei den Ungarn<lb/>
16 Personen kommen. Jetzt wird für wirtschaftspolitische Kontakt<lb break="no"/>gespräche <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> in Stuttgart eine Vorschussleistung von 13.000 S<lb/>
verlangt. Ich habe unverzüglich mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> nach meiner Rückkehr ge<lb break="no"/>sprochen und dieser sagte, niemals hätte er einen Vorschuss verlangt,<lb/>
denn wenn das Essen in Stuttgart zustandekommt, dann bezahlt dies auto<lb break="no"/>matisch der österr. Handelsdelegierte. Wir vereinbarten, dass <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs><lb/>
eine Aussprache einladen soll, wo <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs>, <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> daran teil<lb break="no"/>nehmen werden. Die Repräsentationsfrage entwickelt sich schön langsam<lb/>
zu einem Dilemma für die Regierung. Ich selbst war eigentlich auch<lb/>
sehr erstaunt, dass entgegen meiner Weisung unter allen Umständen<lb/>
mit den 500.000 S Budgetansatz auszukommen, in manchen Jahren Über<lb break="no"/>schreitungen bis fast 200.000 S, in manchen Jahren knapp mehr als<lb/>
die Hälfte verbraucht werden. Ich habe jetzt neuerdings <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> darauf aufmerksam gemacht, dass eine weitere Überschreitung<lb/>
von mir nicht akzeptiert, d.h. gedeckt wird. Wenn ich dies erfahren<lb/>
sollte, dass diese Weisung, die ich ganz selten gebe, nicht eingehalten<lb/>
wird, gibt es einen ernsten Krach.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte mache bei jeder Gelegenheit auf diese<lb/>
Weisung aufmerksam.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__145640">Buchacher</rs>, Hermagor, erledigt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_14">Da ich den rumänischen Aussenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> vom Schwechat<lb/>
abholen wollte, kam ich zu spät zum Pressefrühstück. Es war gerade<lb/>
die Diskussion über die Donauschiffahrtsrinne im Gange. Da ich nicht<lb/>
genau wusste, wie der Vertreter des Schiffahrtsamtes auf die harten<lb/>
Fragen der Journalisten, wieviel kostet es, was geschieht, wenn es<lb/>
nicht funktioniert, nur sehr zögernd zu antworten begann, hatte ich<lb/>
mich eingemischt. Ich weiss nicht, ob ihm dies recht an, ich nehme<lb/>
aber <choice><choice><sic>hon</sic><corr>schon?</corr></choice></choice> an, dass er als Beamter sich nicht so exponieren wollte. Für<lb/>
den Bericht über die Polenverhandlungen stand gar kein Beamter<lb/>
zur Verfügung, weshalb ich die erläuternden Bemerkungen machte.<lb/>
In Wirklichkeit ist dies natürlich ein kalter Kaffee, da in der Vorwoche<lb/>
alles abgeschlossen und wahrscheinlich auch in den Redaktionen schon<lb/>
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Vielleicht die Volksstimme. Interessanterweise hat dann in der<lb/>
Diskussion darüber ein einziges Problem Interesse gefunden, nämlich<lb/>
der Stromliefervertrag der Polen nach Österreich. Damit im Zusammen<lb break="no"/>hang wurde das Problem erörtert, wieweit das zweite Kernkraftwerk durch<lb/>
diese zusätzlichen Strommengen noch hinausgeschoben werden kann.<lb/>
Hätten wir den Polenvertrag und das Kohlekraftwerk Voitsberg III<lb/>
nicht in Aussicht, wüsste ich wirklich nicht, wie man eine Genehmigung<lb/>
des 2. KKW hinausschieben könnte. Andererseits wieder glaube ich,<lb/>
dass die Hoffnung, dass Redakteure bei einem Pressefrühstück<lb/>
rege diskutieren und selbst irgendwelche Fragen und Kritiken vor<lb break="no"/>bringen, sich immer mehr als Wunschziel entpuppt. Die Oppositions<lb break="no"/>zeitungen sind entweder gar nicht oder nur sehr schwach vertreten,<lb/>
greifen auch nicht an, die Neutralen ragen nur, was in ihre<lb/>
Redaktionskonzeption passt und die eigenen registrieren. Die Idee,<lb/>
mit unserem Pressefrühstück eine wöchentliche Diskussion mit den<lb/>
Massenmedien zu haben, kann ich glaube ich auch begraben. Für<lb/>
mich stellt sich die Frage, ob wir jetzt nicht Woche für Woche<lb/>
neben den Berichten, die halt zufällig anfallen, ein Leitthema<lb/>
stellen sollten. Gegebenenfalls könnten wir, wenn es sich um ein<lb/>
bedeutendes Problem handelt, wie z.B. die Kernkraftwerksproblematik<lb/>
ein solches Leitthema auch vielleicht über 2 oder 3 Wochen hin<lb break="no"/>ziehen. Die Frage ist nur, wie man das dafür notwendige Material<lb/>
der Presse zur Verfügung stellt, wer soll dieses Material be<lb break="no"/>schaffen, wie soll es präsentiert werden und wie wird es von den<lb/>
Redaktionen aufgenommen und verarbeitet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Gibt es eine andere Chance, das Pressefrühstück<lb/>
nicht in Routine erstarren zu lassen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_16">Die Gespräche mit dem Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verliefen im<lb/>
üblichen Rahmen, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte nur einleitend gleich, er könne aus<lb/>
verfassungsrechtlichen Gründen nicht alle Abkommen selbst unter<lb break="no"/>zeichnen, er werde assistieren, aber das Wissenschaftsabkommen würde<lb/>
Frau Minister <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> betr. die Kooperation usw. unterfertigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> berichtete dann gleich, dass neben diesen generellen Abkommen<lb/>
jetzt bereits ein Abkommen über Energieforschung und -entwicklung, d.h.<lb/>
ein konkreter Arbeitsauftrag vorliegt, und dass auch auf dem Sektor<lb/>
de Atomforschung die Zusammenarbeit beabsichtigt sei. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schnitt<lb/>
dann die Wirtschaftsfragen an, stellte fest, dass sich im letzten Jahr<lb/>
die Entwicklung nicht sehr positiv darstellt. <rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> in seiner<lb/>
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gestiegen, 1976 wird es unter dem Niveau 1975 liegen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ging<lb/>
sofort auf die Kreditwünsche ein und meinte, bei uns gäbe es keine<lb/>
Staatskredite, ausgenommen Portugal, er meinte, damit den EFTA-Rahmen<lb/>
von 100 Mill. $, wohl aber Kredithaftungen. Er könne sich vorstellen,<lb/>
dass die Kontrollbank einen Rahmenkredit von 2 Mia. S gibt, wie Polen auch<lb/>
einen für 3 Mia. bekommen hat. Für keinen Staat gibt es besonderes<lb/>
Kreditkonditionen sondern dies sei ein normaler Exportförderungskredit.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> war mit dieser Auskunft nicht sehr zufrieden, denn er meint,<lb/>
es müsse der Zinssatz für Rumänien so hoch sein wie für die Ent<lb break="no"/>wicklungsländer und 15 bis 20 Jahre gewährt werden. Die Rückzahlung<lb/>
sollte bei Produktionsbeginn starten. Ausserdem erwartet Rumänien,<lb/>
dass es mit den österreichischen Krediten auch in andere Länder<lb/>
Ergänzungskäufe tätigen kann, wenn sie bei österreichischen Maschinen<lb/>
oder Anlagen solche Ergänzungen bräuchten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragte <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs>, ob<lb/>
ein solcher Entwicklungsländerkreditsatz tatsächlich existiert, was<lb/>
dieser verneinte. In der Regierungsvorbesprechung habe ich dann, da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> anwesend war, dieses Problem neuerdings zur Sprache gebracht,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> erinnerte sich, dass sehr wohl für Entwicklungsländer ein spezi<lb break="no"/>fischer Kreditsatz gegeben wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> solle eine Zusammenstellung<lb/>
der Kreditmöglichkeiten und Auslastungen in Tabellenform erstellen.<lb/>
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selbst die Verhandlungen zu führen, weshalb er sofort erklärte, der<lb/>
Handelsminister wird jetzt die Details referieren. Zum Glück hatte<lb/>
ich vom Handelsdelegierten <rs type="person" ref="#per__139677">Orisich</rs> eine schöne Zusammenstellung, welche<lb/>
Anlagen die österreichische Firmen in den letzten Jahren offeriert<lb/>
hatten und von der rumänischen Seit abgelehnt wurden. Ich zählte des<lb break="no"/>halb die wichtigsten auf um zu demonstrieren, dass sich Österreich<lb/>
sehr bemühte, aber nicht zum Zuge kam. Dann erwähnte ich die Be<lb break="no"/>sprechungen, die ich mit <rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> resp. mit <rs type="person" ref="#per__133248">Stanciu</rs> bereits vorige<lb/>
Woche geführt hatte. Die gemeinsamen Projekte, die dann <rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs><lb/>
auch erwähnte, sehen eine ungeheure Aktivität Österreichs in<lb/>
Rumänien vor, ohne dass allerdings das Problem der Finanzierung<lb/>
auch nur annähernd geregelt war. <rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> möchte vor allem auch,<lb/>
dass Österreich mehr maschinelle Anlagen kauft.Derzeit ist es nach<lb/>
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35:100 bei Maschinen und Anlagenimporten nach Rumänien. Mit Hilfe<lb/>
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mehr österreichische Waren zu beziehen. Das Prinzip wäre, dass<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann spezifisch erörterte, Rumänien Anteil von österr.<lb/>
Aufträgen übernimmt und dadurch seine Zahlungsbilanz verbessert.<lb/>
Andererseits all Österreich in Drittgeschäfte der Rumänen einsteigen,<lb/>
wo dann die Rumänen, da Österreich als Zulieferer auftritt, die<lb/>
Anlage erstellen kann und dann einen Grossteil des Erlöses dem österr.<lb/>
Clearing überträgt. Den Rumänen schwebt ebenfalls eine Verdoppe<lb break="no"/>lung des Aussenhandelsvolumens innerhalb eines 5-Jahresplanes vor.<lb/>
Die Rumänen haben mit einigen Firmen insbesondere mit Steyr-Daimler-<lb/>
Puch konkretere Gespräche geführt. So zumindestens behaupteten<lb/>
sie und legten auch ein Memorandum vor, wo einige Punkte erwähnt<lb/>
wurden. Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs>, den ich abends dann beim Essen traf,<lb/>
meinte, sie hätten erst zwei unverbindliche Gespräche geführt,<lb/>
würden diese aber jetzt in Steyr fortsetzen. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> ist daran sehr<lb/>
interessiert, ähnlich wie mit Polen, einen solchen Kooperationsvertrag<lb/>
zustandezubringen. Jetzt werden Lastwagen von den entsprechenden<lb/>
Ländern übernommen, später dann allerdings in hundertprozentiger<lb/>
Kompensation wieder zurückbezahlt. Was <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> dann mit diesen<lb/>
Lieferungen anfangen wird, kann ich mir nicht sehr gut vorstellen.<lb/>
Momentan allerdings kriegt er eine Entlastung seiner überhöhten<lb/>
Lager. Die Oststaaten können nämlich sehr wohl jede Menge von<lb/>
Lastwagen brauchen, besonders dann, wenn sie sie nicht sofort bezahlen<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_19">In die Ministerratsvorbesprechung kam ich wegen der Rumänien-<lb/>
Verhandlungen mit <rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> zu spät. Es war von der ganzen Repräsenta<lb break="no"/>tionsdiskussion nur mehr die Frage der Pokale im Gespräch. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, der<lb/>
auch nicht mehr besonders aufmerksam mehr scheinbar zuhörte und den<lb/>
ich fragte, meinte nur, man hätte beschlossen, in Repräsentations<lb break="no"/>fragen jetzt in Angriff überzugehen und insbesondere die Aufwendungen<lb/>
der Landeshauptleute herauszustreichen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat von seinen<lb/>
Bürgerversammlungen in der Steiermark wieder eine ganze Reihe von<lb/>
Problemen gehört und zur Sprache gebracht, die ärztliche Versorgung<lb/>
ist dort katastrophal und auch die zahnärztliche ist sehr im<lb/>
Argen. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> erwiderte, dass 300 als Praktiker jetzt ausgebildet<lb/>
werden soll, auch bei den Zahnärzten 130 in<lb/>
Ausbildung sind und 60 hinzukommen. Wenn man bedenkt, dass dieses<lb/>
Problem vor Jahrzehnten beschlossen wurde und sich jetzt auszuwirken<lb/>
<pb n="32-1053" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band32/32_1976-09-27_1053.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>beginnt, so sieht man, wie vorsichtig man bei Massnahmen vorgehen<lb/>
sollte. Die Ärzte haben ihre Wünsche durchgesetzt, die Regierung hat<lb/>
akzeptiert, weil man sich das Image eine hochentwickelten durch<lb/>
Ärzte und nicht Dentisten versorgtes Land geben möchte und in der<lb/>
Übergangsphase leidet die Bevölkerung. Überhaupt komme ich immer<lb/>
mehr drauf, dass die Details viel zu wenige beachtet werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> z.B berichtete über die geheime Sprachenerhebung. Der Verfassungs<lb break="no"/>dienst sagte, das ist eine Angelegenheit der Gemeinden. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> repli<lb break="no"/>ziert, dann gibt es 21 verschiedene Gemeindewahlordnungen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs><lb/>
berichtete, dass die Industriellenvereinigung wieder eine Versicherung<lb/>
die das Sozialministerium für Lohnausfall vorsieht, nicht machen kann,<lb/>
weil es nicht in das Justizressort fällt und daher auch er weder<lb/>
dafür noch dagegen sein möchte. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> hat jetzt von allen europä<lb break="no"/>ischen Staaten Jugenduntersuchungen und festgestellt, dass Jugendliche<lb/>
zum grössten Teil konservativ wählen. Warum wir dann das<lb/>
Wahlalter von 19 auf 18 Jahre herabsetzen, was uns nach <rs type="person" ref="#per__97356">Blechas</rs> Meinung<lb/>
mindestens 1 Mandat kostet, ist mir unerklärlich. In Europa gibt<lb/>
es nur 3 oder 4 Länder, darunter Schweden, die bereits das Wahlalter auf<lb/>
18 Jahre gesenkt haben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, man müsste sich mehr um die<lb/>
Jugend annehmen. Das Zentralsekretariat muss entsprechende Vorschläge<lb/>
machen. Wenn bei der nächsten Wahl aber statt vier Jahrgänge der Jugendli<lb break="no"/>chen zur Wahl gehen, die mehrheitlich gegen uns sind, wir dann noch einen<lb/>
5. Jahrgang dazunehmen, wird dies nicht gerade sehr zielführend sein.<lb/>
Trotz der grössten Aufklärungen und Bemühungen, die Jugend zu gewinnen.<lb/>
Kritisch wird die Situation auch durch einige Negativ-Massnahmen<lb/>
gegen die Jugend. Die Gemeinde Wien erwartet, dass die Polizei gegebenen<lb break="no"/>falls die Arena räumt, Dies wird auch einen schlechten Eindruck auf die<lb/>
Masse der Jugendlichen machen und wahrscheinlich auch gar nicht möglich sei.<lb/>
Wenn die Polizei auf Aufforderung der Gemeinde Wien einschreiten müsste<lb/>
wird vorher mir <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu verhandeln sein. Bei alle diesen Diskussionen<lb/>
bin ich glücklich, dass ich doch verhältnismässig wenig Exekutivarbeit<lb/>
zu leisten habe. Wenn man von der Elektrizitätswirtschaft absieht,<lb/>
ist eigentlich sonst kaum in meinem Ressort irgendeine kritische Stelle<lb/>
solange die Wirtschaft normal läuft, d.h. nicht eine Krisensituation<lb/>
im spezifischen auftritt. Allerdings muss ich auch festhalten, dass<lb/>
bei dieser Vielzahl der Kompetenzen eine Exekution auf mehreren Ge<lb break="no"/>bieten gar nicht möglich wäre. In diesem Falle wäre es eben so wie<lb/>
es früher im Handels- und Bautenministerium gemeinsam gewesen ist, der<lb/>
Minister kann sich beim besten Willen nicht auch nur annähernd um<lb/>
die ganzen Fragen kümmern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-27_20">Die zwei Essen, mittags Bundespräsident, abends Bundeskanzler,<lb/>
haben mich in der Auffassung verstärkt, dass wir hier eine<lb/>
Änderung wirklich vornehmen sollten und könnten. Jetzt im Zuge<lb/>
der Repräsentationsersparnisse und der Diskussion in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit wäre die Gelegenheit, diese sinnlosen Essen einzuschränken.<lb/>
Alle stöhnen darunter, niemand will sie angeblich und das Proto<lb break="no"/>koll schleppt sie weiter fort, als wenn nichts geschehen wäre<lb/>
oder nichts geschieht. Der Schah hat beim Staatsbesuch in Iran<lb/>
sogar schon einen Anfang gemacht. Das Conterdinner – wie es so<lb/>
schön heisst – ist entfallen. Meiner Meinung nach könnte man inso<lb break="no"/>fern noch weiter gehen, als man bei jedem Staatsbesuch ein<lb/>
einziges Essen des höchsten Repräsentanten gibt, kein Gegenessen<lb/>
und damit alle zufrieden wären. Wer wird dies aber durchsetzen?<lb/>
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früher oder später die Frage des Atommülls bei ihm landen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> ist aber der Meinung, dass der Truppenübungsplatz<lb/>
Allentsteig unter gar keinen Umständen in Frage kommt. Dort hätte<lb/>
er – wie er sich ausdrückte – oft hunderttausende Soldaten im<lb/>
Einsatz- Seiner Meinung nach sollte man das Lizum – ein Artillerie<lb break="no"/>übungsplatz im Gebirge – dafür heranziehen. Wir einigten uns darauf,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> jetzt einen Mann seines Vertrauens zu Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
schicken wird, damit dieses Problem abgeklärt wird.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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