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            <title type="main">Mittwoch, der  8. September 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_01">Mittwoch, 8. September 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_02">SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> berichtet mir, dass Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> von der Verbundgesell<lb break="no"/>schaft und Sprecher der ÖVP, im Prinzip einsieht dass die Aufsichts<lb break="no"/>ratsverteilung 6 SPÖ und 5 ÖVP sein soll. Dort, wo aber die SPÖ den<lb/>
Vorsitz führt und damit das Dirimierungsrecht hat, sollte die Ver<lb break="no"/>teilung 6:6 bleiben. Dies bezieht sich primär auf die Tauern<lb break="no"/>kraftwerke. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> erklärt, er wird mir davon berichten,<lb/>
und keinerlei Zusagen gemacht. Ich selbst kann mir gut vorstellen,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> irgendwelche Teilerfolge haben muss und deshalb nicht unse<lb break="no"/>ren ursprünglichen Vorschlag, überall die Majorität im Aufsichtsrat<lb/>
den Parlamentsverhältnissen entsprechend zu haben, akzeptieren kann.<lb/>
Zur Frage der Kündigung von <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> meinte <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs>, dann würde auch seine<lb/>
Position gefährdet sein. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> angeblich gesagt, dass <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs><lb/>
als Generaldirektorstellvertreter der Verbund eine totale Niete ist,<lb/>
was dieser auch gar nicht bestritt. Ich glaube kaum, dass tatsächlich<lb/>
die ÖVP den Fehler machen wird und <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> in die Wüste schickt. Ich<lb/>
habe <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und allen immer wieder erklärt, dass ich mit dem Nachfolger,<lb/>
wer immer es sein würde, obwohl es sicherlich NR <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> sein wird und<lb/>
mit dem schon gar nicht ich eine gute Zusammenarbeit von vornherein<lb/>
in Aussicht stelle. <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> soll vorbeugend laut Vertragsnotwendig<lb break="no"/>keit gekündigt werden, damit nicht dasselbe passiert wie bei der seiner<lb break="no"/>zeitigen Ablöse von Dir. <rs type="person" ref="#per__145659">Weissel</rs>. Dieser musste den ÖVP jetzt noch im<lb/>
Amt befindlichen Dir. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> weichen und hat, da er nicht zeitgerecht<lb/>
gekündigt wurde jahrelang Bezüge gehabt, ohne zu arbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Soll auf der nächsten Vorstandsfraktion Verbund be<lb break="no"/>sprochen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_04">Die ÖMV hat nun die Unterlagen für die <choice><choice><sic>WAG</sic><corr>RAG?</corr></choice></choice> über Dozent <rs type="person" ref="#per__140493">Romig</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> endlich<lb/>
geliefert. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> weiss ganz genau, dass er nur bei solchen Konzessions<lb break="no"/>ansuchen oder bei Preiswünschen die Möglichkeit hat, seine Position<lb/>
gegenüber den Firmen zu stärken, indem er ihnen spüren lässt, sie müssen<lb/>
sich nicht nur mit ihm ins Einvernehmen setzen, sondern auch seine<lb/>
Wünsche bezüglich Information erfüllen. Für diese Vorgangsweise habe<lb/>
volles Verständnis. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> kann ruhig bis zum äussersten gehen, darf es<lb/>
aber niemals zum Bruch kommen lassen oder gar zu einem offenen Krieg.<lb/>
Hier muss – und dies macht er sehr geschickt – <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> vermittelnd eingrei<lb break="no"/>fen. Mit ist diese Situation, die ich <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> nicht aufgezwungen habe<lb/>
und auch ihm gar nicht vorgeschlagen habe, angenehmer, dass er sozusagen<lb/>
<pb n="32-0972" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band32/32_1976-09-08_0972.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der böse Mann ist und ich vermittelnd eingreifen kann. Meistens<lb/>
ist es ja, insbesondere glaube ich ja in anderen Ministerien umge<lb break="no"/>kehrt. Dort wird vom Beamten immer die weiche Tour gefahren, weil<lb/>
sie sich ja gar nicht besonders exponieren wollen und der Minister<lb/>
kann dann immer der harte und ablehnende sein. Schön langsam werden<lb/>
sich die Firmen doch daran gewöhnen, dass im Handelsministerium ins<lb break="no"/>besondere auch bei der Elektrizitätssektion andere Leute sitzen und<lb/>
ein anderer Wind weht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_05">Bezüglich der Urangewinnung hat <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> jetzt die Absicht mit Prisok<add>[?]</add>,<lb/>
den deutschen Exponenten, und der ÖMV, die in dieses Geschäft jetzt ein<lb break="no"/>steigt<add>[?]</add>, über die ÖIAG doch eine verträgliche Vereinbarung zwischen den<lb/>
beiden Gruppen anzustreben. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat leider nicht – ein grosser Koordi<lb break="no"/>nationsmangel von uns – die sehr wichtige Information vom Geologen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111747">Holzer</rs> gehabt, der gute Beziehungen zu den Deutschen besitzt. Dort<lb/>
ist man über das negative Verhandeln der ÖMV sehr verärgert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Nach Durchführung der Information und Aussprachen<lb/>
sollten wir im Handelsministerium im kleinen Kreis eine Aussprache über<lb/>
die weitere Vorgangsweise machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_07">Bezüglich der Endlagerung von Atommüll meint <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, die besten Lösung<lb/>
wäre Döllersheim im Allensteiner Truppenübungsplatz. Dort wäre keine<lb/>
Gemeinde zu befragen weil kein Bürgermeister mehr existiert. Ausser<lb break="no"/>dem sage ich wäre ja dort automatisch eine gute Bewachung durch die<lb/>
ständig anwesenden Soldaten des Truppenübungsplatzes. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> wird<lb/>
diesbezüglich mit den Militärs inoffizielle Gespräche im kleinsten Kreis<lb/>
beginnen. Ich habe nicht gewusst, dass dieses Problem wie ich später er<lb break="no"/>fuhr von <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> von der Kernkraftwerksgesellschaft Tullnerfeld dis<lb break="no"/>kutiert wurde und auch LH <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> damit konfrontiert. Mir gegenüber<lb/>
war er bei der Presseeröffnung, wo ich zufällig neben ihm im Autobus<lb/>
zu sitzen kam und diesbezüglich ansprach zuerst sehr negativ. Er meinte<lb/>
da gibt es einen Aufstand und das Land wird sich dagegen aussprechen.<lb/>
Er war glaube ich aber sehr verwundert von mir zu hören, dann würde ich<lb/>
es nicht machen und wenn keine Endlagerung zustande kommt, hat be<lb break="no"/>reits Minister <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> erklärt wird sie keine Betriebsgenehmigung<lb/>
erteilen. Die prinzipielle Lösung muss bei Beginn der Kernkraftwerks<lb break="no"/>produktion bereits klar sein und mehr oder minder vereinbart. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs><lb/>
war hier so überrascht, dass er dann sofort zurückgezogen hat und<lb/>
nur meinte, da müssten wir uns aber alle gemeinsam anstrengen damit<lb/>
<pb n="32-0973" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band32/32_1976-09-08_0973.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>es möglich ist, dieses Milliardenprojekt dann doch im Waldviertel<lb/>
zu verwirklichen. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> ist sich vollkommen klar, dass für das<lb/>
Waldviertel der Bau einer solchen Endlagerstelle sehr ein grosser<lb/>
Aufschwung wäre. Vom Standpunkt des Militärs kann ich mir wieder<lb/>
vorstellen, dass die gleich entsprechende Wünsche ebenfalls unter<lb break="no"/>bringen. Ich habe <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> sofort über diese Aussprache informiert<lb/>
und mit ihr vereinbart dass sie als Aufsichtsbehörde selbstverständlich<lb/>
ein Recht hat solche Wünsche zu äussern, ja sie sogar durchzusetzen.<lb/>
Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> von der DDSG ruft mich an und ersucht mich ihm zu<lb/>
helfen. Die Schiffahrtsrinne bei der Reichsbrücke wird jetzt doch in<lb/>
einigen Wochen passierbar werden. Da hunderte Schiffe durchgeschleust<lb/>
werden müssen, müssen weil die Strömung dort sehr stark sein wird<lb/>
Bergepanzer und ich weiss nicht was noch alles eingesetzt werden.<lb/>
Dadurch können höchsten 12 Schiffe pro Tag durchfahren. Die Schiff<lb break="no"/>fahrtslinien haben sich nun zusammengesetzt und Vorschläge erarbeitet<lb/>
wie diese Passagen optimal geführt werden können. Sie erwarten und<lb/>
haben diesbezügliche Verhandlungen im Verkehrsministerium im Schiff<lb break="no"/>fahrtsamt begonnen, dass dort die Priorität der Ladungen festgelegt<lb/>
wird und damit auch die Reihe der Durchfahrten. Nach einigen Tagen<lb/>
Verhandlungen hat <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> angeblich <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> über die Beamten mitteilen<lb/>
lassen, dass er nicht daran denkt, die Priorität festzulegen, weil<lb/>
er dadurch in der Öffentlichkeit stark kritisiert werden könnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> ist nun verzweifelt, weil die Schiffahrtslinien unterein<lb break="no"/>ander sich kaum einigen werden. Wenn die DDSG, d.h. er den Vorsitz dort<lb/>
führt und übernehmen muss, dann kann er keinesfalls die Interessen<lb/>
der DDSG vertreten. Er ersuchte mich deshalb ob ich resp. das Handels<lb break="no"/>ministerium hier nicht die Entscheidung über die Durchfahrt der Güter<lb/>
nach Wichtigkeit für die österreichische Wirtschaft treffen kann.<lb/>
Ich wollte meinen Freund aus der Arbeiterkammer nicht in dieser<lb/>
<choice><choice><sic>Pretul</sic><corr>Bredouille</corr></choice></choice> lassen und habe ihm deshalb sofort zugesagt, wenn <rs type="person" ref="#per__110923">Lane</rs> oder<lb/>
das Schiffahrtsamt einen solchen Wunsch an das Handelsministerium<lb/>
heranträgt, wir selbstverständlich diese, wenn auch unangenehme Arbeit<lb/>
machen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte sich mit <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> ins Ein<lb break="no"/>vernehmen setzen.<add>9.9. 8 Uhr 30 [g]eschehen</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_09">Der Finanzminister hat mich ersucht, wir sollen in Hinkunft seine Budget<lb break="no"/>post 5 Mio. Schilling für die ÖPZ-Finanzierung übernehmen. Er ver<lb break="no"/>pflichtete sich, diesen Betrag durch Jahre hindurch garantiert uns zu<lb break="no"/><pb n="32-0974" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band32/32_1976-09-08_0974.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sätzlich zur Verfügung zu stellen. Er war sogar bereit auf<lb/>
5.5 Mio. aufzustocken. Ich habe nach vorhergehender Rücksprache<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>, der meint, wenn wir den Betrag zusätzlich bekommen<lb/>
wäre es sehr gut diese Budgetpost zu übernehmen, zugestimmt.<lb/>
Das Finanzministerium hat hauptsächlich diese Arbeit los werden wollen<lb/>
weil er keine wie immer gearteten Aufträge die zweckmässig für ihm<lb/>
und von Nutzen sein können, an des ÖPZ geben kann. Das Finanzministerium<lb/>
hat sich auch mit den dortigen Leiter, Ing. <rs type="person" ref="#per__139645">Reischitz</rs>, schlecht ge<lb break="no"/>sprochen. Da aber die Interessensvertretungen dieses Instituts mehr<lb/>
oder minder indirekt führen, so wollte er auch andererseits auch nicht<lb/>
die Subvention dorthin einstellen. Da wir jetzt diese Arbeit übernehmen<lb/>
erscheint es dringendst notwendig, sofort einen entsprechenden Plan<lb/>
über die Arbeiten und die Leistungen des Instituts für das Handels<lb break="no"/>ministerium auszuarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte sofort die Verhandlungen beginnen<lb/>
und dann eine Besprechung bei mir festlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_11">Bei der Eröffnung der Wiener Messe hatte ich es diesmal wirklich<lb/>
leicht. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> war optimistisch, <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> der sich nicht nach einem<lb/>
Konzept hielt, das ihm seine Beamten immer vorlegen und von dem er<lb/>
mir immer wieder versichert, damit kann man nichts anfangen, hat auch<lb/>
in seinen Gedankengängen und Reden die gute Lage herausgestrichen,<lb/>
ganz besonders, dass es Wien gelingt, die Jugendlichen alle unterzubrin<lb break="no"/>gen und sogar noch freie Arbeitsplätze für Zuwanderer zur Verfügung<lb/>
zu stellen. Der Bundespräsident stellte dann ebenfalls die positive Ent<lb break="no"/>wicklung heraus und hat extemporiert sogar festgestellt, dass eine<lb/>
Konkordanz zwischen <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und mir besteht. Neben der Eröffnung der<lb/>
Internationalen Messe gab es dann auch noch die Eröffnung der Gewerbe<lb break="no"/>ausstellung und das Landwirtschaftspavillons durch <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>. Für <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs><lb/>
war es seine letzte Messerede und er hat sehr dezent auf seine Leistun<lb break="no"/>gen hingewiesen, die er in die 6 Jahre erbracht hat. Präs. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs><lb/>
der die Begrüssungsansprache hielt, kam auch nicht umhin <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> für seinen<lb/>
Einsatz für die Landwirtschaft zu danken. Da es aber in seiner Rede, die<lb/>
er ja immer herunterliest, keinen Bezug hatte, er rechnete scheinbar<lb/>
nicht mit einer solchen Dankadresse, hat er einleitend sehr geschickt<lb/>
extemporiert und erklärt, er bedanke sich vielmals für diese anerkennen<lb break="no"/>den Worte. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> hat angekündigt, dass die Präsidentenkonferenz sich<lb/>
jetzt doch entschlossen hat, ein Getreidekonzept das auf meiner Linie<lb/>
liegt anzustreben. 120.000 ha Qualitätsweizen sollen angebaut werden,<lb/>
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Ausserdem hat nun die Landwirtschaft den Wunsch in 3 Klassen wo<lb/>
Hektar bewirtschafteter Fläche für die Bergbauernklasse<lb/>
3 1.000 Schilling, für die Zweier 500.– und für die Einser 250.–<lb/>
Schilling zu verlangen. Nach der Paritätischen Kommission habe ich<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> und <rs type="person" ref="#per__97369">Brandstätter</rs> ganz kurz über diese Vorschläge ge<lb break="no"/>sprochen. Die Bergbauern Finanzierung ist nicht mein Kaffee und ich<lb/>
sagte sofort, das interessiert mich auch nicht. Die neue Getreide<lb break="no"/>konzeption aber muss jetzt unverzüglich im Konkreten ausgearbeitet<lb/>
werden. Ähnlich wie bei Zucker könnte ich mir vorstellen, dass wir<lb/>
eine solche Vereinbarung schliessen. <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs> erwiderte mit<lb/>
Recht, dass man Zucker nicht unmittelbar vergleichen kann, weil dort<lb/>
die Rübe nur an industrielle Verwertung und zwar nur die 7 Zucker<lb break="no"/>fabriken abgegeben wird. Bei Getreide sei dies ganz anders. Hier gebe<lb/>
es Aufkäufer, Landwirtschaftliche Genossenschaften und Private, Mühlen<lb/>
Exporteure usw. Natürlich ist es mir vollkommen klar, dass ein wesentli<lb break="no"/>cher Unterschied zum Zucker existiert. Im Prinzip aber erklärte ich<lb/>
müssten wir zu dem System der flexiblen Exporte mit garantierter<lb/>
Inlandsversorgung kommen und gleichzeitig auch für den Nicht-Qualitäts<lb break="no"/>weizen entsprechende freie Preisbildung erreichen. In weiterer Folge<lb/>
beabsichtige ich auch die Verbraucherpreisregelung anders zu gestalten<lb/>
als bisher. Im Getreidewirtschaftsfond wird je jetzt auch Gott sei<lb/>
Dank der Direktor Schnabel endlich in Pension gehen. <rs type="person" ref="#per__140390">Gludowatz</rs> als<lb/>
sein Nachfolger wird dann wesentlich beweglicher sein damit wir von<lb/>
dort nicht immer diesen Widerstand haben wie in der Vergangenheit.<lb/>
Dieser Getreidefond hat um seine Existenz sich gesorgt und deshalb wo<lb break="no"/>möglich überhaupt keinerlei Änderungen gewünscht. Der Getreidefond<lb/>
wird nach wie vor eine Existenzberechtigung haben, doch muss er seine<lb/>
Funktion wesentlich ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte wie besprochen die Getreidepreis-und Ex<lb break="no"/>portregelung unbedingt mit allen Mitteln weiterbetreiben und auf näch<lb break="no"/>stes Jour-fixe setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-08_13"><rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> hat <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> angerufen, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Information der<lb/>
Zeitung "Die Presse", wonach <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> dieser erklärt haben soll, Fohns<lb break="no"/>dorf muss schnell geschlossen werden, sehr verzweifelt angerufen. Ich<lb/>
habe mit <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> vor der Paritätischen Kommission Kontakt aufgenommen<lb/>
und ihm auseinandergesetzt, was tatsächlich im Energieplan 76 steht.<lb/>
Er hat zugegeben, dass dies kein Mensch gelesen hätte und die Aussagen<lb/>
auch sehr vorsichtig und keinesfalls alarmierend sind. Nur durch die<lb/>
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Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__145278">Rauscher</rs> hat bereits bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> angerufen und<lb/>
angekündigt, man werde jetzt in der Betriebsratssitzung entsprechende<lb/>
Maßnahmen beschliessen. Die Fohnsdorfer Sache muss entschieden werden.<lb/>
wird entschieden werden und wird uns sehr grosse Schwierigkeiten be<lb break="no"/>reiten. Aus der ganzen Entwicklung bis jetzt kann ich nur sagen<lb/>
habe ich eines gelernt, man kann nicht genug vorsichtig vorgehen.<lb/>
<choice><choice><sic>Das</sic><corr>Warum?</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mir nichts sagte, ist mir nicht ganz klar. Es gibt dafür<lb/>
zwei Erklärungen, entweder wollte er nicht das Klima mit mir verschlech<lb break="no"/>tern und ging deshalb darüber hinweg, oder er ist so verärgert, dass<lb/>
er mit mir gar nicht darüber sprechen will.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 8.9.1976</head>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <persName type="label">Tieber, Herbert</persName>
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               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Gehart, Raimund</persName>
               <persName><surname>Gehart</surname><forename>Raimund</forename></persName>
               <occupation>Staatssekr. a.D., Vorstandsvors. Perlmooser Zementwerke AG</occupation>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Sallinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName><surname>Maurer</surname><forename>Andreas</forename></persName>
               <occupation>nö. LH (ÖVP), AR-Vors. DoKW</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName type="label">Weiß, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Weiß</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Verkehrsminister, Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Reischitz, A</persName>
               <persName><surname>Reischitz</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>[unklar; 1972 Schriftführer der Arbeitsgemeinschaft für
                  Managementausbildung bzw. AG Managementinstitute; vorerst nicht
                  gefunden]</occupation>
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               <persName type="label">Arthold, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Arthold</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>stv. GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Brandstätter, Jakob</persName>
               <persName><surname>Brandstätter</surname><forename>Jakob</forename></persName>
               <occupation>ÖVP NR</occupation>
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               <persName type="label">Holzer, Herwig F.</persName>
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               <occupation>Geologe, Leoben</occupation>
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               <occupation>GS Präs.konf. LWK AR Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
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               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
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               <occupation>nö. ÖVP-LR, Präs. LWK NÖ</occupation>
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               <occupation>Vorstand Verbund</occupation>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <occupation>Techn. GF KKW Tullnerfeld GmbH</occupation>
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               <occupation>Präs. LWK</occupation>
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               <persName type="label">Luczensky, Othmar</persName>
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               <occupation>AK, GD DDSG</occupation>
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