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            <title type="main">Dienstag, der  7. September 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_02">Beim Jour fixe in der Handelskammer gratulierte ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
zu seinem 60. Geburtstag. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hatte ich seinerzeit als Gag<lb/>
zu seinem 60er, soviel ich mich erinnern kann, ein kleines<lb/>
Florett als Brieföffner geschenkt, sozusagen als Kampfwaffe<lb/>
gegen mich. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, der ein fanatischer Autofahrer ist, jetzt<lb/>
hat er sich einen BMW zugelegt, der 220 km/h fahren kann, eine<lb/>
Uhr mit <rs type="person" ref="#per__127144">Niki-Lauda</rs>-Helm. Ich sagte ihm gleich freimütig, ich hoffe<lb/>
dass er ihm immer wieder daran erinnert, kein Rennfahrer zu sein<lb/>
damit nicht seine Zeit abläuft. Bei dieser Gelegenheit kamen wir<lb/>
auf den gemeinen Artikel vom Profil wegen des Kaufes eines Pelz<lb break="no"/>mantels von Frau <rs type="person" ref="#per__145677">Lanc</rs> in Bulgarien zu sprechen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sagten, dieser Angriff sei eine ungeheure Gemeinheit und<lb/>
ihre Leute hätten damit überhaupt nichts zu tun. Die Zeitung Profil<lb/>
wird ja von der Kuriergesellschaft herausgegeben und die hat eigentlich<lb/>
seinerzeit <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> organisiert. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> allerdings sagte er hat auch keinen<lb/>
Einfluss auf die Schreibweise dieser Zeitungen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
befürchten nun, dass sich das Verhältnis zwischen der Handelskammer<lb/>
und dem Verkehrsministerium noch verschlechtern wird. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> hat sich<lb/>
nämlich schon vor einiger Zeit über diese Methode mit Recht bei<lb/>
ihnen beschwert. Meine Frau, der ich ausnahmsweise als abschrecken<lb break="no"/>des Beispiel diese Angelegenheit erzählte, vermutet, dass doch die<lb/>
Frau des Handelsdelegierten damit zu tun hätte. Ich bin sehr gespannt<lb/>
was ich beim Staatsbesuch in Bulgarien darüber hören werde.<lb/>
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die Staatswappenführung zuerkennen und die Arbeiterkammer dem zu<lb break="no"/>stimmt. Ein neuer Fall ist <rs type="person" ref="#per__145678">Adil Besim</rs>, ein Teppichhändler, wo an<lb break="no"/>geblich auch abgelehnt wird, weil er keinen Betriebsrat hat. Ich er<lb break="no"/>klärte sofort, dass dies nicht der Grund sei, konnte allerdings keinen<lb/>
anderen angeben, weil ich den Fall nicht kenne. Wenn aber die Arbei<lb break="no"/>terkammer oder Gewerkschaften ablehnen, dann dürfen sie sich wirklich<lb/>
nicht dieses Argument suchen.<lb/>
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Gewerbescheines. Die Landesregierung hat abgelehnt und die Handels<lb break="no"/>kammer ersucht mich, der Erweiterung zuzustimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_07"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beschwert sich bitter, dass in seinem Wahlkreis – er war jetzt<lb/>
wieder im Waldviertel – die Unternehmer die Bekleidungs- und Textil<lb break="no"/>industrie und Gewerbe sich wegen der Niedrigpreisimporte bei ihm bitter<lb/>
beschweren. Die besten müssen jetzt schon zusperren wie RESPO und<lb/>
andere. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, er hätte sich immer gegen die zu schwachen<lb/>
Schutzklauseln ausgesprochen und verlangt, dass alle unternommen wird,<lb/>
damit wir diese Niedrigpreise unterbinden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, d.h. die Handels<lb break="no"/>kammer wäre bereit, soweit zu gehen, dass wir selbst GATT oder EWG<lb/>
oder sogar EFTA-Verträge verletzen, wie dies auch andere Staaten,<lb/>
z.B.die Schweiz, Deutschland usw. tun. Ich verlange von ihm konkrete<lb/>
Anträge, resp. Unterlagen über die Importe. Anhand der Strumpfhosen<lb break="no"/>importe weise ich ihm nach, dass wir alles getan haben, was die Handels<lb break="no"/>kammer wünschte. Trotzdem ist jetzt über Italien und sogar über Deutsch<lb break="no"/>land ein noch stärkerer Import von Strumpfhosen festzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte die besprochenen Verhandlungen für ver<lb break="no"/>besserte Massnahmen beschleunigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_09">MR <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs>, der jetzt nach einer halbjährigen Verlängerung in Pension<lb/>
geht, wird von der Handelskammer als Konsulent, mindestens auf 1/2<lb/>
Jahr, wahrscheinlich aber länger für das Multifaserabkommen angestellt.<lb/>
Die Handelskammer ersucht mich, dass wir dann <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> als den Österreich-<lb/>
Vertreter im Multifaserabkommen lassen. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hat mich schon vorher<lb/>
auf diesen Wunsch der Textilindustrie aufmerksam gemacht und meint<lb/>
dagegen sei gar nichts einzuwenden. Ich sage deshalb <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sofort zu<lb/>
dass ich mit dieser Vorgangsweise sofort einverstanden bin, weil wir<lb/>
derzeit im Ministerium gar keinen besseren Vertreter hätten. <rs type="person" ref="#per__114085">Grumbeck</rs><lb/>
sein Nachfolger, muss sich hier erst stärker einarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_10">Die Firma Kovac hat 80 Tonnen Schienen exportiert und der Schrott<lb break="no"/>verband beschwert sich nun bitter bei der Handelskammer. Weitere 100<lb/>
Tonnen sollen jetzt noch vom Handelsministerium genehmigt werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, hier hätte ein Beamter des Handelsministeriums nachge<lb break="no"/>geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Fall prüfen und vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_12"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte, dass wir für die Preisregelung der Pharmazeutika das<lb/>
System aufrechterhalten, wo ein Beamter im Gesundheitsministerium<lb/>
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ohne irgend jemand anderen zu fragen. Das Finanzministerium, Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium und auch <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> sagte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, hätten dieser Vor<lb break="no"/>gangsweise zugestimmt. Nur wir verlangen jetzt dass alle 1/4 Jahr<lb/>
eine Liste von genehmigten Preisen der Preiskommission vorgelegt wird,<lb/>
damit diese sie sanktioniert. Ich erkläre sofort, dies wird wahr<lb break="no"/>scheinlich die rechtlich einwandfreiste Lösung sein, auf Grund der<lb/>
Vorschriften des Preisgesetzes. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ersucht mich, dass man mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> und den betroffenen Gruppen über dieses Problem im<lb/>
Handelsministerium verhandeln soll. Dies sage ich zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508"><del>WAIS</del><corr>Tieber</corr></rs>: Bitte diesbezügliche Verhandlungen einleiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_14"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat eine Mitteilung, dass doch jetzt vom Handelsministerium<lb/>
der UdSSR entsprechende Zollzugeständnisse gemacht werden sollen. Ich<lb/>
bekräftige neuerdings, dass wir Verhandlungen mit der UdSSR führen<lb/>
müssen, wenn sie solche verlangt, dass aber Zollzugeständnisse, wie<lb/>
wir dies auch bei den PKW mit den Bodenabstand, oder bei nichter<lb break="no"/>zeugender oder nicht bedarfsdeckender Erzeugung so machen werden,<lb/>
dass die Massnahmen GATT- und sonstige vertragskonform sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte klären, was hier die Handelskammer<lb/>
wieder für Bedenken neuerdings geltend macht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_16">Die Patentanwälte sprechen sich jetzt immer mehr gegen den Europa<lb break="no"/>patentvertrag aus. <rs type="person" ref="#per__116922">Collin</rs> soll jetzt interveniert haben bei der<lb/>
Handelskammer, damit man mit der Ratifizierung abwartet, womöglich<lb/>
überhaupt gar nicht ratifiziert. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> geben zu, dass<lb/>
dies beim besten Willen nicht möglich ist. Ich hatte seinerzeit bei<lb/>
den Verhandlungen die Patentanwälte eingeladen, sie sogar in die De<lb break="no"/>legation gleichberechtigt auch nach München geschickt und sie haben,<lb/>
als sie zurückgekommen sind, mir mitgeteilt, dass die optimalste Lösung<lb/>
erreicht werden konnte. Jetzt dürfte eine andere Gruppe sich dagegen<lb/>
aussprechen. Es erscheint mir dringendst notwendig, dass wir mit den<lb/>
Gegner des Europapatentes, aber auch natürlich mit den Befürwortern<lb/>
unter den Patentanwälten entsprechende klärende Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97688">LEBERL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte diesbezügliche Verhandlungen<lb/>
sofort aufnehmen.<lb/>
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einwirken. Da die Brauereien nicht mehr als 7 % bezahlen können.<lb/>
Ich kontere sofort, dass ich dies ersten nicht könnte und zweites<lb/>
gar nicht wollte, denn die Verhandlungen laufen, wie ich glaube<lb/>
sowieso in einem vernünftigen Ausmass. Es wird wie der Gewerk<lb break="no"/>schaftsbund auch verlangt und anerkennt, keine zweistellige Lohn<lb break="no"/>erhöhung herauskommen. 7 % wie <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, sind allerdings wesentlich<lb/>
zu wenig. Da ich Lohnverhandlungen im Prinzip nie führe, und mich<lb/>
auch erst wenn es schief gehen sollte in der letzten Phase einschalte,<lb/>
habe ich jetzt gar keinen Grund, mich ihm gegenüber schon in irgend<lb break="no"/>einer Weise zu äussern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_19">Die Konsumgenossenschaft NÖ möchte das Staatswappen. Die Handels<lb break="no"/>kammer ist der Meinung, man sollte das Staatswappen der Zentrale, d.h.<lb/>
dem Konsumverband oder der Zentralgenossenschaft oder sonst irgend<lb/>
jemand geben, dann können es auch die anderen jederzeit führen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> macht mich neuerdings aufmerksam, dass viele Firmen noch<lb/>
immer die Staatswappen nicht nur auf den Briefköpfen, wie erlaubt,<lb/>
sondern auf Autos, ja sogar einzelne auf Produkte draufgeben. Da dies<lb/>
verboten ist, ersucht er mich, wir sollten jetzt eine strengere<lb/>
Kontrolle durchführen. Er wird von der Handelskammer die Firmen<lb/>
darauf aufmerksam machen und hofft nur, dass wenn sie sich nicht<lb/>
danach halten, dann vom Handelsministerium gegebenenfalls die Führung<lb/>
entzogen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_21">Im Ministerrat gab es nichts besonderes, ausser dass wir gestern auf<lb/>
der Schallaburg besprochen haben, die Besuche einzuschränken und dann<lb/>
der bulgarische Handelsminister nach Wien kommt, der ungarische<lb/>
Landwirtschaftsminister, ich nach Ungarn und Bulgarien fahre, der<lb/>
Aussenminister nach Bulgarien und Dänemark, der türkische Erziehungs<lb break="no"/>minister, der rumänische Verteidigungsminister kommt, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf<lb/>
den Plattensee zu einer inoffiziellen Samstag-Sonntag-Besprechung mit<lb/>
dem ungarischen Präsidenten fährt und dann der inoffizielle polnische<lb/>
Besuch von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fortgesetzt wird. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> fährt nach Deutschland<lb/>
und dann in die UdSSR und <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> empfängt den Vizeministerpräsidenten<lb/>
aus Polen in Vertretung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>. In der Praxis lässt sich eben<lb/>
gar nichts anderes machen als wenn entsprechende Einladungen von<lb/>
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diese durchführen muss. Ähnlich ist es sicher bei anderen österreichi<lb break="no"/>schen Ministern, auch wenn sie Einladungen von ihren Amtskollegen<lb/>
bekommen. Ich selbst bin überhaupt in einer ganz kritischen Situation.<lb/>
Ich habe mich seit eh und je gewehrt, allen Einladungen nachzukommen.<lb/>
Wenn ich die angenommen hätte, wäre ich wahrscheinlich überhaupt fast<lb/>
nie in Österreich. Zum Glück drängen dann immer Aussenstellen wie Firmen<lb/>
Private und Verstaatlichte und Organisationen wie Handelskammer und<lb/>
sonstige, dass ich Minister einlade, resp. ich selbst ins Ausland<lb/>
fahren soll und letzten Endes muss. Ausserdem gibt es noch die un<lb break="no"/>glückseligen Verträge mit Gemischten Kommission unter Ministervorsitz,<lb/>
die sich alle Jahre treffen, die ich wirklich jetzt abstellen möchte<lb/>
und auch muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__140871">WAIS</rs>: Bitte im Hinblick auf die Beschlüsse der<lb/>
Schallaburg diesbezügliche Überlegungen sofort anstellen und entsprechende<lb/>
Lösungsvorschläge versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_23">Beim Journalistenfrühstück berichtete <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> über die Fremdenver<lb break="no"/>kehrssituation und insbesondere über die Kreditgewährung. Grosso modo<lb/>
haben wir eine Verdopplung gegenüber dem ersten Halbjahr 1975. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit erinnere ich nur daran, dass jetzt bei der Hotel<lb break="no"/>treuhand 1 Mia. Schilling neue Anträge vorliegen und dass vor etlichen<lb/>
Monaten mein Vorschlag 200 Mio. ERP zusätzliche Aktion dem Fremden<lb break="no"/>verkehr sichern konnte nur 25 Mio. wegen der angeblich im 1 % höheren<lb/>
Zinsen und der kurzen Laufzeit von 5 Jahre nicht genützt wurde. Ich<lb/>
mache die Presse deshalb besonders darauf aufmerksam, damit wenn es<lb/>
einmal zu einer Kritik diesbezüglich kommen sollte, ich darauf ver<lb break="no"/>weisen kann, dass die Fremdenverkehrswirtschaft selbst Kreditmög<lb break="no"/>lichkeiten nicht nützte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_24"><rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> berichtet über den Energieplan und es entwickelt sich dann na<lb break="no"/>türlich dann eine Diskussion über das Kernkraftwerk und die Aufklä<lb break="no"/>rungskampagne. Die Zeitungen meinen, jetzt wird eine Aufklärungskam<lb break="no"/>pagne begonnen obwohl feststeht, dass wir das Fernkraftwerk Tullner<lb break="no"/>feld in Betrieb nehmen werden. Zum Glück wird die technische Fertig<lb break="no"/>stellung nur vor Ende 1977, wahrscheinlich sogar erst im Jahre 1978<lb/>
erfolgen. Bis dahin kann tatsächlich die Aufklärungskampagne durchgeführt<lb/>
sein und auch das Parlament dann einen diesbezüglichen Bericht schon<lb/>
diskutiert haben. Man fragte allen Ernstes, ob ich hier im Parlament<lb/>
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würde, dass das Kernkraftwerk nicht im Betrieb genommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_25">Anschliessend an das Journalistenfrühstück waren 2 Journalisten die<lb/>
auch beim Frühstück anwesend waren und von dieser Art wie sie mir<lb/>
sagten sehr begeistert sind, von der Kongresszeitschrift in Deutsch<lb break="no"/>land interessiert meine Stellungnahme zu den Kongresszentren und<lb/>
insbesondere der Kongressreise zu erfahren. Dies war ein ganz leichtes<lb/>
Interview, ausser die Frage, ob ich dafür eintreten werde, dass die<lb/>
alte Kongressgesellschaft Dir. <rs type="person" ref="#per__113081">Stock</rs>, mit den neuen, die das Kongress<lb break="no"/>zentrum bei der UNO-City dann betreiben wird zusammenarbeitet oder<lb/>
vielleicht gar eine Gesellschaft gemacht wird. Ich bin dafür kompetenz<lb break="no"/>mässig nicht zuständig und habe daher eine diesbezügliche Stellungnahme<lb/>
abgelehnt. Ich bin überzeugt, es wird wenn das Kongresszentrum UNO-<lb/>
City fertig ist, nicht nur ein harter Konkurrenzkampf werden, sondern<lb/>
ich bin auch überzeugt, dass dann der Staat sich auch wieder das<lb/>
Kongresszentrum Hofburg nehmen wird. Der Redakteur <rs type="person" ref="#per__145679">Freise</rs> war auch<lb/>
ein PR-Mann aus Hamburg und sagte, dass wir die Aufklärungskampagne<lb/>
wie er aus dem Pressefrühstück erfahren konnte, besser anlegen als<lb/>
dies seinerzeit in der BRD geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_26">Bulgarische Journalisten der drei grössten Zeitungen kamen zu einem<lb/>
Interview bevor der <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>-Besuch in Bulgarien stattfindet.<lb/>
Ich schenkte ihnen reinen Wein ein und informierte sie über die<lb/>
leider zurückgehenden Aussenhandelsziffern zwischen unseren beiden<lb/>
Ländern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_27">Die Budgetverhandlungen im Finanzministerium verliefen ganz ohne<lb/>
Schwierigkeiten. <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> und <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> sind zwei geschickte Beamte, die<lb/>
vorher schon alles absprechen und die Intentionen der Minister<lb/>
weitestgehend sofort, teils sogar erraten und Lösungen suchen. Wir<lb/>
bekommen die 12 Mio. Schilling die wir zusätzlich für die Österr.<lb/>
Fremdenverkehrswerbung brauchen und auch 3 x 10 Mio. Schilling für<lb/>
eine neue Aktion zur Existenzgründung von Gewerbebetrieben. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
sicherte auch ganz offiziell zu, dass wenn diese Aktion einschlagen soll<lb/>
und wir mit den Prämien, die wir zahlen werden nicht auskommen können,<lb/>
so wird er diese Mittel entsprechend aufstocken. Ein Schliessen irgend<lb break="no"/>einer Aktion gibt es bei dieser Regierung nicht hat er mir und auch<lb/>
offiziell versichert. Für das Jahr 1976 wird jetzt im ersten BÜG für<lb/>
die Kohle und Buntmetall und andere Ausgaben die wir dringend machen<lb/>
müssen, die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. Teilweise aller<lb break="no"/><pb n="32-0969" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band32/32_1976-09-07_0969.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dings können wir eine Umschichtung an unserem Budget selbst<lb/>
vornehmen. Die ursprünglich beabsichtigte Aufhebung der 5 %-igen<lb/>
Bindung auf ein Dutzend von Ansätzen kann er aus optischen Gründen<lb/>
und wahrscheinlich auch um anderen Ministern nicht nachgehen zu müssen,<lb/>
nicht durchführen. Er erklärte sich nur bereit bei 4 Positionen, die<lb/>
uns besonders wichtig sind, diese Bindung aufzuheben. <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> ver<lb break="no"/>sicherte mir, dass wir leicht mit den Mitteln die uns zur Ver<lb break="no"/>fügung stehen auskommen können. Ich bin ja überhaupt überzeugt, dass<lb/>
in den einzelnen Budgets, in jedem Ressort noch Reserven sind. Wenn<lb/>
man ernstlich sparen wollte und müsste, könnte man hier sicherlich<lb/>
noch etliche hunderte Millionen zusammenkratzen. Da es aber nicht meine<lb/>
Sorge ist als Musterkind dazustehen, lasse ich <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> mit <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> alle<lb/>
Einzelheiten besprechen und letzten Endes auch dann von den beiden<lb/>
Ministern beschliessen. Ich habe nur ganz offiziell bei der Sitzung<lb/>
erklärt, ich freue mich, dass es immer so schnell gelingt über<lb/>
das Handelsbudget eine Einigung zu erzielen, was ganz besonders auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> herausstrich, verweise aber dann immer wieder darauf, dass<lb/>
wir seit 1970 keine wie immer geartete Forderung an das Finanzministerium<lb/>
gestellt haben. <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> meinte dann, dies sei nur insoferne richtig,<lb/>
als ja immer wieder neue Vorschläge von den Beamten kommen die ent<lb break="no"/>sprechend vernünftig sind und deshalb schon ohne dass die Minister<lb/>
damit beschäftigt werden, zu einem positiven Ergebnis führen. Ich<lb/>
ersuchte <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> beim Nachhausegehen, er solle sofort die ent<lb break="no"/>sprechenden Unterlagen mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> und <rs type="person" ref="#per__116967">Düringer</rs> ausarbeiten und<lb/>
dann in einer Sektionsleitersitzung über die Dienstposten und Budget<lb break="no"/>verhandlungen berichten. <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> war über diesen Vorschlag sehr er<lb break="no"/>freut, meinte nur dies würde <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> tun und man solle dies nicht jetzt<lb/>
sofort, sondern erst nach Rückkehr von Bulgarien machen, damit nicht<lb/>
doch noch immer streng vertrauliche Ziffern in die Öffentlichkeit kämen<lb/>
bevor sie im Parlament vorliegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte Sektionsleiterbesprechung jetzt schon<lb/>
fixieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_29">Die Konsumgenossenschaft Wien hat in Vösendorf einen Teil von nieder<lb break="no"/>ländischen Lebensmitteln im Verkaufsprogramm als holländische Wochen<lb/>
vom 6. - 18.9. aufgenommen. Für mich war es klar, dass es sich hier<lb/>
nicht um eine Eröffnung handeln kann, obwohl <rs type="person" ref="#per__145670">Wiesinger</rs> glaubte, dass<lb/>
dies dann offiziell dort jetzt geschehen wird. In Wirklichkeit war nur<lb/>
ein Vertreter des holländischen Landwirtschaftsministerium dort, optisch<lb/>
haben sie nur eine sehr schöne grosse Drehorgel am Eingang hingestellt<lb/>
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einzige Käseverkäuferin war als Holländerin verkleidet. Im Verhältnis<lb/>
zu den ungarischen oder polnischen Wochen in den Kaufhäusern auf der<lb/>
Mariahilferstrasse ist dies wirklich ein jämmerliches Spektakel.<lb/>
Mir persönlich ist es aber ganz egal, ich machte dort einen 10-Minuten-<lb/>
Besuch, habe mich für die Preise interessiert, denn ob man der Konsumge<lb break="no"/>nossenschaft <rs type="person" ref="#per__113061">Kadits</rs> wegen der manch hohen Preise kritisiert obwohl<lb/>
er immer wieder alle Kunden dort fragte, na wie sind sie mit dem Konsum<lb/>
zufrieden. Als diese bejahten meinte er, da sehen sie, unser Minister<lb/>
ist viel strenger zu uns als sie selbst. Von solchen Durchgängen halte<lb/>
ich nicht allzuviel, doch bin ich gerne bereit wenn ich Zeit habe dies<lb/>
auch zu tun. Bei dieser Gelegenheit konnte ich nämlich feststellen,<lb/>
dass die Kassen nach wie vor der Flaschenhals in der ganzen Abwicklung<lb/>
sind. Ich drängte deshalb die Konsumgenossenschaft darauf, jetzt end<lb break="no"/>lich mit Sichtpreiskassen zu arbeiten. In diesem Fall hat die Kassierin<lb/>
den Betrag nicht einzutippen, sondern lässt das Paket mit dem ange<lb break="no"/>pickten Preis optisch durchgleiten und das schreibt sich automatisch<lb/>
im Kassenstreifen. Zuerst behauptete die KGW, dies sei noch nicht so<lb/>
weit. Der Vertreter des holländischen Landwirtschaftsministerium sagte<lb/>
aber, er selbst hat in Amerika schon gesehen, wie das dort hervorragend<lb/>
funktioniert. Dann erklärte <rs type="person" ref="#per__113061">Kadits</rs>, die österreichische Industrie wehrt<lb/>
sich dagegen solche Produkte herzustellen. In diesem Fall sagte ich<lb/>
ihm zu, ich wäre bereit mich dann für die Industrie einzusetzen. In<lb/>
Wirklichkeit ist dies ein Investitionsproblem der Grossmärkte und<lb/>
wenn erst einmal die KGW z.B. den Anfang macht, müssten auch alle anderen<lb/>
folgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band32_1976-09-07_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte klärt einmal wie dies jetzt in<lb/>
diesem Punkt weitergeht.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 41. Ministerratssitzung, 7.9.1976</head>
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