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            <title type="main">Montag, der 12. Juli 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_01">Montag, 12. Juli 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_02">Die Vorarlberger Nachrichten haben meine Aussprache in Lustenau zi<lb break="no"/>tiert und geschrieben, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> stimme auch einer zentralen Lehr<lb break="no"/>lingsorganisation zu. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> schrieb sofort einen Brief an den<lb/>
Chefredakteur <rs type="person" ref="#per__112618">Ortner</rs>, stellte richtig, dass dies niemals von ihm<lb/>
akzeptiert wurde. Bei dieser Gelegenheit erzählte mir <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, dass<lb/>
sie seinerzeit bei dem Berufsausbildungsgesetzbesprechungen beab<lb break="no"/>sichtigt hatten den Beirat einen Behördencharakter zu geben. Dies<lb/>
waren sozusagen seine einzigen zentralistischen Sünden. Verfassungs<lb break="no"/>rechtlich geht es aber bekanntlicherweise nicht, dass ein Beirat die<lb/>
Ministerverantwortung übernimmt und als Behörde entscheidet. Auch<lb/>
jetzt wieder die Organisationsform am heftigsten umstritten ist<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> eine Ländervertretung und die Kammeramtsdirektoren<lb/>
deswegen präjudizieren, aus diesem Grund spricht er sich schon allein<lb/>
gegen die zentralistische Regelung aus, auch die Umlage lehnt er ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_03"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beantragt, daß bei den Verhandlungen zum Zuckerabkommen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> und <rs type="person" ref="#per__130462">Leyerer</rs> die Vertreter der Zuckerindustrie delegiert werden<lb/>
sollen, dies ist mir sehr angenehmen, da ich selbst diese Frage zur<lb/>
Sprache bringen wollte, weil die Arbeiterkammer auch einen Delegations<lb break="no"/>mitglied entsenden möchte. Die Handelskammer hat dann die Reisekosten<lb/>
zu übernehmen, sie ist eine Übernahme und meint, dies müsse die<lb/>
Arbeiterkammer selbst bezahlen. Dr. <rs type="person" ref="#per__116015">Ertl</rs>, der zugezogen wird, soll<lb/>
aber mit der Arbeiterkammer die notwendigste Delegation besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_04">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> und <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs>: Bitte nach Zustimmung von <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs><lb/>
– ein Brief wird kommen – Delegation vereinbaren.<lb/>
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Stahl eingereiht haben und nicht ein Sonderkontingent wie anderen<lb/>
Ländern gegeben haben, weil wir die Kraftfahrzeugsteuer für die<lb/>
amerikanischen Auto erhöht haben. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat den Einwand der<lb/>
Amerikaner, aber auch die Bedenken der Handelskammer seinerzeit nicht<lb/>
berücksichtigt. Jetzt, bei der nächsten Gelegenheit, die die Amerikaner<lb/>
gehabt haben, behandeln sie Österreich wesentlich schlechter als die<lb/>
EG, Japan und andere europäische Staaten, die alle eine eigenes<lb/>
Kontingent erhalten haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_06">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> und <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte recherchieren, wie weit dieser<lb/>
Verdacht begründet ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_07">Der sowjetische Handelsrat, <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> hat bei der Handels<lb break="no"/>kammer dezidiert erklärt, daß nur sie gegen eine Zollreduzierung<lb/>
für optische Geräte und spanabhebende Maschinen ist. Darüber ist<lb/>
die Handelskammer sehr betrübt, weil er diese Information vom<lb/>
Finanzministerium erhalten hat. Wir einigen uns darauf, daß bei<lb/>
der Gemischten Kommission, wenn dies zur Sprache kommt, von mir<lb/>
erklärt wird, alle wünschen eine Regelung, die aber nur weltweit<lb/>
sein kann, eine spezifische Zollsenkung nur für die Sowjetunion<lb/>
kann auf Grund des GATT-Vertrages unmöglich genehmigt werden.<lb/>
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in Weitra und Gerungs. <rs type="person" ref="#per__116015">Ertl</rs> wird beauftragt, Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__145214">Zierhut</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs> und <rs type="person" ref="#per__145216">Hausmann</rs>, Fachverband Bekleidung, eine Lösung zu suchen.<lb/>
Angeblich werden in Deutschland jetzt Hemden um 70 Pfennig und<lb/>
Anzüge um 10 DM verkauft. Die Billigstländer überschwemmen jetzt<lb/>
alle europäischen Staaten. <rs type="person" ref="#per__145214">Zierhut</rs>, mit dem ich am Nachmittag und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> eine Aussprache hatte, ist sehr beunruhigt, er würde seine<lb/>
Fabrik im Waldviertel sofort verkaufen, wenn er einen Käufer finden<lb/>
würde, er gibt zu, sich übernommen zu haben, weil bis jetzt die<lb/>
Geschäfte so gut gelaufen sind, jetzt ist es schlagartig abgerissen,<lb/>
er bleibt auf seiner Produktion sitzen, mit der Gewerkschaft hat er<lb/>
bereits die Reduktion seines Beschäftigungsstandes vereinbart.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_09">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte eine Sitzung – Arbeiterkammer, Gewerk<lb break="no"/>schaft und Handelskammer – so bald als möglich vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_10">Wie üblich, erfahre ich vertraulich, hat SCS auf 1.000 qm Travertin<lb/>
die er aus Italien eingeführt wird, zum verlegen erhalten. Er will<lb/>
dafür ebenfalls Italiener beschäftigen obwohl österreichische<lb/>
Steinmetze nichts zu tun haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_11">Anmerkung für ..... : Bitte mich mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97449">Freibauer</rs> – Universale<lb/>
verbinden<lb/>
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Am 27. Feber soll wegen Sleepy – Herr <rs type="person" ref="#per__141414">Steinegger</rs> – ihm geschrieben<lb/>
worden sein. Am 14.4.74 wegen Schoeller &amp; Co von Kremsmünster. Dort<lb/>
hat die Gewerkschaft Betriebsräte mit Zustimmung des Einigungsamtes<lb/>
entlassen wurden, eine Auszeichnung abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verweist darauf,<lb/>
daß auch jetzt wieder die Gewerkschaft der Persönlichen Dienst<lb break="no"/>leistungen verlangt, daß Gastarbeiter, wenn sie herein kommen, von<lb/>
den Unternehmern sofort zu organisieren seien, dies wurde sogar<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ganz entschieden gegen diese Vorgangsweise.<lb/>
Sehr geschickt benehmen sich da die Gewerkschaften wirklich nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_13">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte die Fälle vorlegen lassen und Schreiben<lb/>
der Gewerkschaft verschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_14">Das Journalistenfrühstück war urlaubsbedingt schlechter besucht, vor<lb/>
allem gab es weder Anfragen noch eine Diskussion, solange ich an<lb break="no"/>wesend war. Nur der Redakteur <rs type="person" ref="#per__111697">Horn</rs> von der Volksstimme wollte die<lb/>
weiteren Verhandlungen wegen der Kohlenvorkommen und gemeinsamen<lb/>
Ausbeute an der ungarischen Grenze wissen, genau hier wollte und<lb/>
konnte ich ihm aber keine Informationen geben, weil wir wegen der<lb/>
Freischürfe im Laufe des Jahres noch schwere Auseinandersetzungen<lb/>
zu erwarten haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_15">Die Verhandlungen über die Agrarpreise nahmen den erwartenden<lb/>
Verlauf. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat selbstverständlich, da er keine Konfrontation<lb/>
mit den Bauern will, entsprechende Zusagen sofort gemacht, er bot<lb/>
für den Normalweizen 5 Groschen, Qualitätsweizen 15 und Durum-Weizen<lb/>
20 Groschen. Bei der Milch sagte er, 1 Schilling, Verbraucherpreis<lb break="no"/>erhöhung sei möglich, gleichzeitig aber müßten die Stützungen mind.<lb/>
um 1/2 Milliarde abgebaut werden. Da ich mich immer gegen die Kalku<lb break="no"/>lationen ausspreche und natürlich eine sture Haltung bezüglich z.B.<lb/>
der Normalweizenpreiserhöhung einnehme, erscheine ich bei den Bauern<lb break="no"/>vertretern als der "wilde Mann". <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann, meiner Meinung nach<lb/>
als Fehler, die Sitzung abgebrochen bevor die Bauern einen Gegen<lb break="no"/>vorschlag gemacht haben. Nachmittags sind dann <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145222">Kuener</rs>, Landwirtschaftskammer Steiermark, und einige Beamten, aber<lb/>
jetzt dann auch ergänzt durch <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> erschienen.<lb/>
Sie machten einen Vorschlag, 15 Groschen Normalweizen, 20 Groschen<lb/>
Qualität und 25 Groschen Durumweizen, für Milch erklärten sie, sei<lb/>
1 Schilling Verbraucherpreiserhöhung vollkommen unzulänglich, sie<lb/>
machten aber überhaupt keinen Gegenvorschlag. Der Getreidepreis<lb/>
soll sofort erhöht werden, die Verbraucherpreise mit 1. Jänner. Der<lb/>
Milchpreis allerdings überhaupt erst mit 1. Jänner. Für Getreide<lb/>
könnte Lager herangezogen werden, hier gibt es große Differenzen<lb/>
zwischen <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>. Normalweizen sei laut <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> 90.000, laut<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> 70.000 Tonnen vorhanden, Qualitätsweizen, <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> 115.000,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> 140.000, nun aus diesen Ziffern sehe ich, daß die vorhandenen<lb/>
Lager verschieden qualifiziert werden, für die Überbrückung ist dies<lb/>
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den Anschluß bis 1. Jänner aufkommen muß und dafür wird er 8 Mio.<lb/>
zuschießen wird müssen. Die Bauern verlangen auch eine Erhöhung<lb/>
des Roggenbrotes um den ärmeren Waldviertler und Mühlviertler Bauern<lb/>
zu helfen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> will die Stützung für Getreide nicht verkürzen,<lb/>
weil er 1972 15 Groschen Getreidepreis vereinbart hat und dann der<lb/>
Finanzminister 5 Groschen einhalten mußte, man hat ihm damals von<lb break="no"/>seiten der Bauern vorgeworfen, er bricht seine Zusagen, deshalb will<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf alle Fälle die 5 Groschen Weizenpreisstützung belassen.<lb/>
Für mich interessant hat auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dieses Standpunkt akzeptiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> möchte nur unbedingt jetzt anstelle der Erzeugermilchpreis<lb break="no"/>stützungsabbau den Milchwirtschaftsfond jedwede Stützung nehmen<lb/>
und gleich vereinbaren, für alle Zeiten keine mehr zu geben. Die<lb/>
22 Groschen Erzeugerpreisstützungs............. 466.4 Mio. gekostet,<lb/>
dem Milchwirtschaftsfond zahlt er heuer 458 Mio. Die Bauern waren<lb/>
interessanterweise mit diesem Vorschlag einverstanden, strittig ist<lb/>
natürlich noch die Erhöhung der Verbraucherpreise, weil davon hängt<lb/>
es ab, wieviel der Bauer bekommen kann. Ich schlug vor, man müsse<lb/>
entsprechende Durchrechnungen machen, zuerst wollten die Bauern<lb/>
darauf eingehen, dann aber wurde beschlossen, die Sitzung bis Mittwoch<lb/>
zu unterbrechen und keinerlei Detailgespräche zu führen. Der Finanz<lb break="no"/>minister ist bereit, bei der Mehrwertsteuer ebenfalls eine Korrektur<lb/>
von 6 auf 8 % für die Pauschalierten zu akzeptieren, weshalb <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
eine Paketlösung wünscht. Für diesen Vorgang habe ich volles Ver<lb break="no"/>ständnis, denn, nachdem er jetzt schon nachgibt, möchte er sich mit<lb/>
dem Paket die Zustimmung er Bauern erkaufen, er will eine Konfron<lb break="no"/>tation unter allen Umständen vermeiden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hofft noch immer,<lb/>
daß es möglich sein wird, von dem 1 Schilling Milchpreiserhöhung<lb/>
den größten Teil zum Subventionsabbau zu verwenden. Seinerzeit, 1967,<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> den Verbraucherpreis von 3.40 auf 4.40 erhöht und der<lb/>
Bund soll 91 Groschen bekommen haben, der Rest von 9 Groschen diente<lb/>
zur Spannenerhöhung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_16">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte laß sofort prüfen, wie dies damals tat<lb break="no"/>sächlich gewesen ist – Lohnerhöhungen, Spannenerhöhungen – bitte ge<lb break="no"/>nau ausweisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_17">In der Ministerratsvorbesprechung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> von den<lb/>
Bauernaussprachen, meinte der Milchpreis wird 1 S bis 1.20 für den<lb/>
Verbraucher erhöht werden. Auf keinen Fall dürfe der Milchwirtschafts<lb break="no"/>fonds zur Preisbehörde werden. Meine Idee war, den Milchwirtschafts<lb break="no"/><pb n="31-0843" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band31/31_1976-07-12_0843.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>fonds zu überantworten, die Maiserhöhungen, weil er ja letzten<lb/>
Endes durch den Stützungsabbau seine Ausgleichsfunktion nur durch<lb/>
eine Preiserhöhung weiter aufrecht erhalten kann. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint<lb/>
nun auch schon bei den Vorbesprechungen zum Bauerngespräch und<lb/>
jetzt neuerdings bei der Ministerratsvorbesprechung, daß diese<lb/>
Selbstverantwortungskörperschaften nicht die Regierung präjudizieren<lb/>
dürfen. Vor allem aber wird die Regierung nicht die Vereinbarung<lb/>
der Interessensvertretungen dort akzeptieren oder gar bezahlen. Hier<lb/>
will <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder typisch gegebenenfalls auf Kollisionskurs gehen<lb/>
bevor er einvernehmliche Regelungen, die allerdings meistens auf<lb/>
Kosten des Finanzministers gehen, akzeptieren.<lb/>
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wollen, sollten sich vielmehr um die Anordnungen der Regierung<lb/>
kümmern, er wird jetzt die einzelnen Ministerien analysieren, da<lb/>
er mit der Einsparung in der Öffentlichkeit entsprechende Folge<lb/>
erzielen möchte. Ich habe das Gefühl, da es ihm nicht gelingt bei<lb/>
den Finanzen, entsprechende Einsparungen zu tätigen, will er dies<lb/>
wenigstens beim Energieverbrauch erreichen.<lb/>
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Ministerien von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> verlangen.<lb/>
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UNO-Polizisten und Beamte, die im Ausland arbeiten, z.B. auf den<lb/>
Botschaften, einführen. Dort sollen überall Wahllokale errichtet<lb/>
werden und keine Briefwahl durchgeführt werden, wie es die ÖVP<lb/>
verlangt hat. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> macht mit Recht darauf aufmerksam, daß<lb/>
auch andere Arbeiter wie z.B. Monteure von Firmen im Ausland sich<lb/>
aufhalten können, die Burgenländer haben für ihre Bauarbeiter in<lb/>
Deutschland versucht sie organisatorisch nach Österreich zurück<lb break="no"/>zubringen, dies war sehr schwierig und kostspielig. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stimmte<lb/>
ihm zu und verlangt von <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, daß alle im Ausland befindlichen<lb/>
Österreicher gegebenenfalls wahlberechtigt und Wahlmöglichkeit<lb/>
bekommen soll. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spricht sich auch für die ÖVP-Forderung<lb/>
Herabsetzung des Wahlalters auf 18 Jahre aus, er meint, wir müßten<lb/>
uns eben um die jungen Leute mehr kümmern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_21">Im Energiebeirat ist es mir dann nach langwieriger Verhandlung<lb/>
doch geglückt eine einstimmige Formulierung für alle Frage zu<lb/>
erreichen, harte Auseinandersetzungen gab es, weil <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> im<lb/>
Entwurf bereits die Stellungnahme der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
aufgenommen hat, daß eine Konzentration nicht zielführend sei.<lb/>
Natürlich hat die Arbeiterkammer und jetzt auch der Gewerkschafts<lb break="no"/>bund gegen diese Formulierung sofort heftigst polemisiert. Dort<lb/>
versucht man, die Konzentration als das Allheilmittel hinzustellen.<lb/>
Ich selbst habe einige Male schon erklärt und dies auch bei der<lb/>
Sitzung wiederholt, daß ich einer Konzentration in Form einer<lb/>
zentralen Elektrizitätsgesellschaft nicht das Wort spreche, eine<lb/>
solche Erklärung kann ich umso leichter abgeben, als ich ja über<lb break="no"/>haupt keine Chance sehe, eine solche Zentralisierung zu verwirklichen.<lb/>
Hier haben <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs>, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> und ich weiß nicht mehr wer noch aller<lb/>
ihre Funktionäre falsch informiert. Nicht nur, daß die sozialistisch<lb/>
geführten Länder ihre Landesgesellschaften behalten wollen, ist es<lb/>
auch verfassungsrechtlich vollkommen unmöglich einen Akkord im<lb/>
Parlament zu erreichen. Wichtig erschien mir aber, daß wir so wie<lb/>
den Energieplan im Vorjahr auch heuer die Änderungen des Energie<lb break="no"/>planes einstimmig beschließen. Letzten Endes ist das dann tatsächlich<lb/>
geglückt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-12_22">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Im nächsten Jahr bitte die Änderungen vorher<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 35. Ministerratssitzung, 12.7.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>nö. ÖVP-LR, Präs. LWK NÖ</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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