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            <title type="main">Montag, der  5. Juli 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_01">Montag, 5. Juli 1976<lb/>
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mich bei seiner Zentralleitung ein Referat über die wirtschaft<lb break="no"/>liche Situation zu halten. Die Eisenbahner sind eine wesentliche<lb/>
Stütze der Regierung, da sie eigentlich die Regierungspolitik <choice><choice><sic>weites<lb break="no"/>gehendst</sic><corr>weitestgehend; weitgehendst</corr></choice></choice> unterstützen. Dadurch dass jetzt ihre Triennien in Biennien<lb/>
umgewandelt wurden, d.h. sie wie alle anderen öffentlichen Bediensteten<lb/>
alle zwei Jahre vorrücken, sind sie selbst mit der Gehaltspolitik<lb/>
einverstanden. Ich erklärte ihnen dann ganz besonders, dass wenn sich<lb/>
die allgemeine wirtschaftliche Lage in Österreich verbessert, dann<lb/>
eigentlich für die Eisenbahner indirekt eine schlechtere Zeit<lb/>
beginnt. In der Rezession ist der Finanzminister bereit und willens<lb/>
grosse Mittel für Investitionen zur Verfügung zu stellen. Dies macht<lb/>
er nicht nur allein um die Verkehrsverhältnisse zu verbessern, sondern<lb/>
primär eigentlich um die Beschäftigungslage bei der Waggonindustrie<lb/>
der Lok-, Elektroindustrie usw. aufrecht zu erhalten. Bessert sich<lb/>
die Wirtschaftslage dann muss er budgetären Gründen mit den In<lb break="no"/>vestitionsausgaben wieder sehr<add>[zu-]</add> rückhaltend sein. Die Diskussion war<lb/>
zwar sehr kurz, fast so kurz wie meine überraschende Zusage, als mich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97842">Prechtl</rs> Ende der vergangenen Woche fragte ob ich zu ihnen kommen<lb/>
würde, Es ist jetzt schon jahrelang her, dass ich bei der Eisenbahner<lb break="no"/>gewerkschaft referierte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: In Gewerkschaftskreisen fühle ich mich am wohl<lb break="no"/>sten. Wenn jemand Interesse für Vorstandsreferate zeigt, bitte so<lb break="no"/>fort zusagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_04">Beim Jour-fixe mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> schnitt ich neuerdings die Frage des<lb/>
Getreidepreises an. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hätte am liebsten, wenn eine ähnliche<lb/>
Lösung wie in den vergangenen Jahren gefunden werden könnte. Er weiss<lb/>
genau, dass wir grösste Schwierigkeiten haben, diesmal eine Überbrückung<lb/>
zu finden. Andererseits ist er überzeugt, dass man den Bauern auch für<lb/>
den Normalweizen eine Preiserhöhung zugestehen muss. Ich erzählte ihm.<lb/>
dass ich beim Wieselburger Volksfest am Sonntag Gelegenheit hatte, dem<lb/>
Bundesinnungsmeister der Bäcker in dieser Angelegenheit zu sprechen.<lb/>
Die Bäckerinnung hat von den ganzen Verhandlungen überhaupt nichts<lb/>
gewusst. Ich fürchte, dass wir bis 15.7. tatsächlich unter Zugzwang<lb/>
kommen werden. <rs type="person" ref="#per__114075">Erich Schmidt</rs> vom Gewerkschaftsbund hat mich dann auch<lb/>
im Laufe des nachmittags, dass die Preisvorprüfungskommission die<lb/>
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hat. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> hat den Einwänden der Arbeiterkammer nicht Rechnung ge<lb break="no"/>tragen. Als rein formalistischer Beamter, wie er dies ist, wollte<lb/>
er zeitgerecht vor dem 15.7. mit seiner Vorprüfung fertig sein. Er<lb/>
hat deshalb ein Protokoll abgefasst, wo alle Einwände der Arbeiter<lb break="no"/>kammer notiert sind, er aber prompt erklärt, die Verhandlungen seien<lb/>
mit der Landwirtschaftskammer beendet. Er wollte mich dann auch im<lb/>
Laufe des Tages unbedingt sprechen und von mir eine Weisung haben,<lb/>
wie es jetzt weitergehen soll. Ich erklärte ihm, es war beabsichtigt<lb/>
die landwirtschaftliche Buchführungsgesellschaft sowie in den ver<lb break="no"/>gangenen Jahren um eine Aufgliederung zu ersuchen. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> meinte,<lb/>
dies hätte zwar <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>, den er einmal ganz kurz zugezogen hatte, gefor<lb break="no"/>dert, doch sei nach Auskunft der Buchführungsgesellschaft mindestens<lb/>
3 Wochen Zeit notwendig, um diese Arbeit zu liefern. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> meinte<lb/>
dazu wäre nicht genug Zeit, denn bis dahin sei alles schon entschieden.<lb/>
Ich erklärte ihm, er müsse aber damit rechnen, dass man eventuell<lb/>
auch in drei Wochen noch die Aufgliederung brauchen könnte und ersuchte<lb/>
ihm, entsprechendes zu veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Wie immer die Verhandlungen gehen, veranlasse<lb/>
dass er die Unterlagen auf alle Fälle verlangt.<lb/>
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er den kranken Präsidenten der Vergangenheit meistens vertrat, der<lb/>
wirkliche Handelskammerpräsident, soll zum 15.10. zu seinem 65. Ge<lb break="no"/>burtstag einen entsprechenden Orden bekommen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> möchte, dass<lb/>
er eine höhere Auszeichnung erhält, als ihm als Vizepräsident zustehen<lb/>
würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte Ordenseinleitung sofort vornehmen und<lb/>
höchstmöglichen Grad geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_08">Der Präsident der Philips-Gesellschaft von Eindhoven, <rs type="person" ref="#per__145308">Jonkheer H.A.C. van<lb/>
Riemsdijk</rs>, soll ebenfalls eine entsprechende Auszeichnung erhalten.<lb/>
Auch hier interveniert <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, obwohl ich ihm erkläre, dass die<lb/>
entsprechenden Anträge so viel mir bekannt ist, schon laufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_10">Die Handelskammer weiss noch immer nicht, wen sie als Nachfolger von<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> noch das ganze Jahr Dienst machen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ersucht mich, ich<lb/>
solle wegen der Zollwünsche der Sowjets <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> gleich reden. Als<lb/>
dieser eintritt, rede ich ihm mit Generalsekretär an. Keine beab<lb break="no"/>sichtigte, ja nicht einmal eine freudsche Fehlleistung, sondern wahr<lb break="no"/>scheinlich nur bedingt durch die Tatsache, dass wir vorher gerade<lb/>
über dieses Problem sprechen. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs>, glaube ich, hat aber wenig<lb/>
Aussicht, obwohl er dies natürlich anstrebt. Die Sowjets waren für<lb/>
die Gemischte Kommission einverstanden, dass in einem Protokoll<lb/>
steht, sie nehmen unsere Erklärung zur Kenntnis und danken für die<lb/>
Bemühungen. Jetzt soll der sowjetische Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs><lb/>
erklärt haben, im Finanzministerium hat er gehört, dass gegen etwaige<lb/>
Zollermässigungen nur die Handelskammer Bedenken erhebt. MR <rs type="person" ref="#per__131025">Egger</rs><lb/>
vom Finanzministerium soll eine diesbezügliche Bemerkung zu eventuel<lb break="no"/>len individuellen Anwendung des § 6 Zollsenkung für bestimmte Produkte<lb/>
die nicht weltweit sein müsste und daher nicht GATT-konform wäre, abgege<lb break="no"/>ben haben. Die Sowjets haben Interesse an Elektromotoren und an Dreh<lb break="no"/>bänke.<lb/>
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vom Bundesgremium sein wird, weshalb wir, wenn dieses Problem in<lb/>
der Gemischten Kommission zur Sprache kommt, empfehlen werden, das<lb/>
Kammerkontaktkomitee zu beschäftigen, wenn es nicht gelingt eine Lö<lb break="no"/>sung schon bei der Gemischten Kommission zu finden. Ich erkläre<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> neuerdings, dass ich den Wunsch der Handelskammer, von dem<lb/>
sich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> immer ein bisschen distanziert, nämlich <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> in die<lb/>
Delegation aufzunehmen, Rechnung getragen habe.<lb/>
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wir eine Dienststelle für Kraftfahrzeugkauf und Reparatur errichten,<lb/>
findet allgemeines Interesse. Nach langer Zeit kommt sogar das Fern<lb break="no"/>sehen und macht sogar Aufnahmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Nicht die grossen Probleme interessieren, sondern<lb/>
die, die die Leute unmittelbar betreffen.<lb/>
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Stahlimporte nach Amerika passiert ist. Zum Glück hat mich der Handels<lb break="no"/>attache der amerikanischen Botschaft am Sonntag Abend bei der 200-Jahr-<lb/>
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Akt ist erst sehr spät ins Büro gekommen. Trotzdem ist es notwendig,<lb/>
dass in Hinkunft viel schneller die Unterlagen vorgelegt werden, resp.<lb/>
es noch wichtiger ist, dass in solchen Fragen der Referent unmittelbar<lb/>
entweder dem Büro, oder noch besser mich sofort informiert. Es ist<lb/>
wirklich nur meinem taktischen Geschick gelungen, ohne dass ich mich<lb/>
besonders erwähnen möchte, über diese zwei peinlichen Situationen<lb/>
hinwegzukommen. In beiden Fällen, machte ich natürlich den Eindruck<lb/>
zumindestens als ob ich informiert wäre. Aus der weiteren Diskussion<lb/>
zog ich mich so heraus, dass ich sagte, ein eigenes Kontingent sei<lb/>
natürlich wie die Schweden, EG und Japan u.a.Länder erhielten, von<lb/>
grossem Interesse. Wenn man aber eine starke Exportmacht darstellt,<lb/>
dann kann man auch mit einer allgemeinen Quote, also nicht spezifisch<lb/>
für Österreich, so glauben zumindestens manche Leute, auch ganz gut<lb/>
abschneiden. Dies war eine glatte Ausrede, weil selbstverständlich<lb/>
unsere Stahlindustrie eine eigene Quote wünscht, wie ich dann aus<lb/>
dem Akt entnehmen konnte. Die Stahlindustrie hat sich bei <rs type="person" ref="#per__132606">Romé</rs>, wie<lb/>
er mir nachher unter vier Augen sagte, beschwert, dass die Verhand<lb break="no"/>lungen ganz falsch und zu langsam geführt wurden. Aus dem Akt konnte<lb/>
ich entnehmen, dass unsere Beamten sich auf das Aussenamt ausreden,<lb/>
weil alles natürlich bei uns über das Aussenamt gehen muss. Dieser<lb/>
Fall muss für uns jetzt als Anlass dienen, im Büro dafür zu sorgen,<lb/>
dass wir zeitgerecht informiert werden. Das Büro andererseits muss<lb/>
die Unterlagen stets mir an denselben Tag geben, oder zumindestens<lb/>
kurz referieren. Wenn dies nicht geschieht, wird sehr bald die andere<lb/>
Seite draufkommen, dass wir nicht annähernd mehr so effizient arbeiten<lb/>
als bisher. In so konkreten Fällen kann ich kaum, wie man so schön<lb/>
sagt, Schmäh führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_16">ANMERKUNG AN ALLE: Bitte im Urlaub nachdenken, wie wir unser Büro<lb/>
effizienter und vor allem die Information aus den Sektionen besser<lb/>
organisieren können.<lb/>
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im vergangenen Jahr fast für ein Kreditvolumen von 1,6 Mia. Schilling<lb/>
ERP-Mittel zur Verfügung gestellt haben. Er stellte alles sehr positiv<lb/>
dar. Wogegen ich gar nichts einzuwenden hatte. Ich nützte nur die<lb/>
Gelegenheit, sofort darauf hinzuweisen, dass wir 200 Mio. Schilling<lb/>
für die zusätzliche Konjunkturförderung und die Wünsche des Fremden<lb break="no"/>verkehrs im Programm durchgesetzt haben und die Fremdenverkehrs<lb break="no"/>wirtschaft nur für 25 Mio. Schilling diese Möglichkeit in Anspruch<lb/>
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heftigste Kritik. Das brauche ich unbedingt, weil andererseits jetzt<lb/>
schon wieder bei der Hotel-Treuhand Ansuchen von über 1 Mia. Schilling<lb/>
liegen. Der Fremdenverkehr hat den grössten Fehler gemacht, nicht die<lb/>
200 Mio voll auszunützen, in der Hoffnung er bekommt bessere Kondi<lb break="no"/>tionen bei anderen Aktionen. Wenn in Hinkunft mich jemand angreift,<lb/>
dass ich zu wenig für den Fremdenverkehr infolge der kritischen<lb/>
Budgetsituation im nächsten Jahr tun werde, dann kann ich – und dies<lb/>
ist mir sehr wertvoll – dagegen mit Hinweis auf diese Situation<lb/>
replizieren.<lb/>
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halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_19">Der israelische Botschafter in Österreich hat mich am Sonntag bei den<lb/>
200 Jahre Amerikaempfang angesprochen, was eigentlich bei der EFTA-<lb/>
Tagung wegen des Mittelmeerraumes herausgekommen ist. Ich war sehr<lb/>
erstaunt von ihm zu hören. dass er überhaupt keine Information er<lb break="no"/>halten hat. Noch in Genf hatten <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> und ich, Dr. <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> er<lb break="no"/>sucht, er soll sofort den israelischen Botschafter oder Handelsrat<lb/>
über unsere Intervention für Israel informieren. Natürlich habe ich<lb/>
mich sonntags ausgeredet, dass wahrscheinlich der Beamte wartet, bis<lb/>
er die schriftlichen Protokollunterlagen bekommt. MR <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs>, den<lb/>
ich sofort jetzt fragte, wieso dies passieren konnte, hat dafür<lb/>
auch keine Erklärung. Er erinnert sich ganz genau, dass wir in Genf<lb/>
die Vorgangsweise besprachen. <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> ist momentan auf Urlaub und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs>, der ihn vertritt, nicht zu erreichen.<lb/>
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dieser eindeutige Beschluss nicht durchgeführt wurde.<lb/>
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Rahmen. Leider habe ich viel zu wenig Zeit, um mich mit den Einzel<lb break="no"/>heiten zu beschäftigen. Ausserdem hat es in der Feierstunde nicht<lb/>
eine allzu grosse Wirkung. Ich habe schon einmal im Büro vorgeschlagen,<lb/>
wir sollten uns überlegen, diese Auszeichnung bei grösseren Betrieben,<lb/>
wenn sie insbesondere in Wien, oder in der Nähe sind, in diese Betriebe<lb/>
selbst zu verlegen. Natürlich muss man dafür die Geschäftsleitung mo<lb break="no"/>tivieren. Dies wird <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> garantiert nicht machen. Der ist froh,<lb/>
wenn er die ganze Angelegenheit aktenmässig erledigt. Wir müssten uns<lb/>
von ihm eine Aufstellung geben lassen, wer und welche Auszeichnungen,<lb/>
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müsste man Kontakt mit dem Betrieb aufnehmen, ob er nicht Interesse<lb/>
hat, dass er die Auszeichnung bei sich im Betrieb überreicht be<lb break="no"/>kommt. Ich bin überzeugt davon, dass der grösste Teil daran bren<lb break="no"/>nendst interessiert ist. Die Wirkung ist politisch wesentlich<lb/>
grösser, wenn wir, soweit es meine Zeit erlaubt, ein solches System<lb/>
wirklich einführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs><add>Bitte Rü [?] Toni</add>: Bitte diese Aufstellung machen<lb/>
lassen und überlege, wie wir dies im Zeitplan einbauen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_23">Prof. <rs type="person" ref="#per__145313">Mark</rs>, der 30 Jahre Konsulent der grossen amerikanischen Zell<lb break="no"/>stoff- und Papierindustrie Rayonier ist, die der ITT gehört, hat<lb/>
einen Vortrag in Wien über Industrialisierung in Land- und Forstwirt<lb break="no"/>schaft. <rs type="person" ref="#per__145313">Mark</rs> hatte ich Gelegenheit beim Symposium über die Rohstoff<lb break="no"/>fragen beim letzten Staatsfeiertag kennenzulernen. <rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> beschäf<lb break="no"/>tigt ihn jetzt, weil er von ihm eine Unterstützung für amerikanische<lb/>
oder schwedische Firmen, Stora Kopparberg, wünscht um die richtige<lb/>
Technologie zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> ist fest davon überzeugt, dass er mit<lb/>
der Holzaufbringung keine Schwierigkeiten hat und auch die Finan<lb break="no"/>zierung zustande bringt. Jetzt muss er nur wissen, welche dieser<lb/>
beiden Firmen sich an seinem Projekt beteiligt. Schweden hat er<lb/>
zugegeben, scheidet wahrscheinlich aus, weil sie keine Mittel der<lb break="no"/>zeit freimachen können. Wenn die Amerikaner tatsächlich bei den<lb/>
Sulfatprojekt mit <rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> einsteigen, dann hat <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> nachher richtig<lb/>
zu mir bemerkt, dann ist alles schon entschieden. Ich bin auch der<lb/>
Meinung, dass wenn ein so mächtiger Konzern wie ITT sich in Österreich<lb/>
beteiligt, dass dann selbstverständlich auch die finanzielle, technische<lb/>
und Managementfrage klar und deutlich gelöst ist. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> will deshalb<lb/>
mit allen anderen Projekten soweit wir sie jetzt nicht schon mit Zin<lb break="no"/>senzuschüssen entschieden haben zuwarten. Prof. <rs type="person" ref="#per__145313">Mark</rs> meinte, es wird<lb/>
garantiert im Herbst die Entscheidung fallen. <rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> ist hier ein<lb/>
wenig zurückhaltender. Da wir in Österreich 100.000 Tonnen Sulfat<lb break="no"/>zellstoff importieren und <rs type="person" ref="#per__145313">Mark</rs> meint, niemand wird so gute Qualität<lb/>
von langfaserigen, gebleichten Sulfatzellstoff liefern, als wie in<lb/>
einer neuen Fabrik erzeugt werden kann, bin ich ehrlich gestanden der<lb/>
Meinung, wenn die Amerikaner tatsächlich einsteigen, ist dies eine<lb/>
beschlossene Angelegenheit. In diesem Fall kann nicht einmal der Obmann<lb/>
der Papiervereinigung <rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs>, der eine Sulfatzellstoffanlage in Öster<lb break="no"/>reich betreibt, sich mehr dagegen querlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte von allen Seiten die Meinung<lb/>
über dieses Projekt einholen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_25">Im Klub berichtet Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> über die letzten zwei Tage<lb/>
Nationalratssitzung Sowohl für das Wohnbauproblem, als vor allem<lb/>
über die Rechnungshofberichtsanierung, als vor allem über die Volks<lb break="no"/>zählung wird es eine lange Diskussion geben. Genau so bin ich<lb/>
überzeugt, dass über die Sozialgesetze von <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> furchtbar lang wird<lb/>
diskutiert werden. Erst war beabsichtigt am Mittwoch einen Heurigen<lb break="no"/>abend zu machen Zum Glück hat man dieses Ereignis auf Oktober ver<lb break="no"/>schoben, weil garantiert nicht um 7 oder 8 Uhr Mittwoch die Sitzung<lb/>
zu Ende gehen wird. Im Oktober können dann auch die Abgeordneten mit<lb/>
der neuen Ministergarde Kontakt haben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beabsichtigt jetzt<lb/>
glaube ich doch, nicht nur die drei schon bekannten Minister auszuwech<lb break="no"/>seln, sondern eine grössere Regierungsumbildung zu machen. Alle Anzeichen,<lb/>
Informationen der Presse usw. sprechen dafür. Ich glaube ein ganz kleiner<lb/>
Kreis weiss auch bereits einige Namen. Offiziell ist allerdings noch<lb/>
nichts bekannt und inoffiziell wird viel geredet, aber wirklich exaktes<lb/>
Wissen glaube ich nur ein oder zwei Leute, wenn nicht überhaupt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> allein. Für die, die jetzt dann noch dazukommen, sei es<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> oder mit grösster Wahrscheinlichkeit auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs>, muss dies eine sehr unangenehme Situation sein. Wenn ich<lb/>
mir vorstelle, dass es mir auch einmal so gehen sollte, bin ich fast<lb/>
der Meinung, man macht selbst Schluss, wenn die Zeit gekommen ist<lb/>
und wartet nicht bis man hier so im Gespräch und im Gerücht und in<lb/>
den Zeitungen und ich weiss Gott nicht, wo überall schön langsam<lb/>
abgeschossen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_26">ANMERKUNG AN ALLE: Bitte mich dann entsprechend daran zu erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_27">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> von Steyr-Daimler-Puch ersucht mich, sowie der<lb/>
Aussenminister auch, ich möchte unbedingt nach Lagos fahren, um<lb/>
einen Brief gleichzeitig mit der Vertragsunterzeichnung Assembling<lb/>
Werk in Nigeria mit den nigerianischen Minister zu unterfertigen.<lb/>
Der Österreichische Botschafter in Nigeria hat ein diesbezügliches<lb/>
Kabel an das Aussenamt und auch an mich gerichtet, dass bis 15.7. das<lb/>
Vertragswerk unterfertigt werden müsste. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> erzählt mir, dass<lb/>
die Konkurrenz jetzt sehr stark in Nigeria operiert und wenn es<lb/>
nicht jetzt zu einem Abschluss kommt, die Verhandlungen dann niemals<lb/>
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hinunter zu fliegen. In Wirklichkeit sage ich <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> dann am Telefon,<lb/>
wird es immer unmöglicher. Bis jetzt war es üblich, dass monatelang<lb/>
vorbereitete Gemischte Kommissionen gegebenenfalls zusammentreten.<lb/>
Jetzt muss oft über Nacht entschieden werden, ob und inwieweit ich<lb/>
als Handelsminister bei Vertragsunterzeichnungen anwesend sein<lb/>
muss resp. letter of understanding gleichzeitig zu unterschreiben<lb/>
habe. Wenn dies so weitergeht, werde ich in Hinkunft überhaupt<lb/>
nur mehr ständig auf Reisen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-07-05_28">Auf Wunsch von <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> informierte ich auch <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, dass mit<lb/>
den griechischen Aussenminister wegen Steyr-Hellas sehr vor<lb break="no"/>sichtig vorgehen muss. Die Griechen sind bereit, die Verträge,<lb/>
die Steyr seinerzeit mit der Militärdiktatur geschlossen hat, anzu<lb break="no"/>erkennen. Allerdings wollen sie den Status quo aufrecht erhalten.<lb/>
Dies würde bedeuten, dass Steyr sofort 100 Mio. Schilling in Er<lb break="no"/>füllung des Vertragstextes investieren müsste. Andererseits hat<lb/>
Steyr heute nicht mehr bei der Traktoreinfuhr die Exklusivität.<lb/>
Es war seinerzeit vereinbar, dass nur die Bauern einen Kredit von<lb/>
der Agrarbank bekommen, wenn sie Steyr-Traktoren sich anschaffen.<lb/>
Jetzt ist es der Konkurrenz gelungen, dass auch andere Traktoren<lb/>
finanziert werden. Ich ersuchte deshalb <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> zu den Verhandlungen,<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__123732">Schober</rs> jetzt mit den Wirtschaftsmann des griechischen Aussen<lb break="no"/>ministers führt, vorerst <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> zuzuziehen. Dies ist dann auch<lb/>
geschehen. Neue Garnitur bei Steyr-Daimler-Puch, <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__123322">Feichtinger</rs><lb/>
usw. bekommen wirklich die grösstmögliche Unterstützung von dieser<lb/>
Regierung. Ich glaube aber auch, dass sie es sich verdienen. Die<lb/>
haben wirklich ein ganz neues Tempo, aber auch andere Ideen als der<lb/>
seinerzeitige Vorstand zur Rettung des Werkes eingeleitet. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs><lb/>
anerkennt, wie niemand anderer, wie viel ihm diese Regierung unter<lb break="no"/>stützt. Unter anderem ist es ihm jetzt geglückt endlich und end<lb break="no"/>gültig die Tunesienfrage vertraglich zu fixieren.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Gedächtnisnotiz Gr. öst.-sowj. Kommission betr. Zölle, 14.6.1976</head>
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