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            <title type="main">Mittwoch, der 30. Juni 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_01">Mittwoch, 30. Juni 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_02">Der Fachverband der Bergwerke, Vorsitzender <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs>, Stv.<lb/>
Gen.Dir. a.D. <rs type="person" ref="#per__136430">Wick</rs>, Sekr. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> und sogar Prof. <rs type="person" ref="#per__137207">Fettweis</rs> von<lb/>
der Montanistischen Hochschule intervenierten bei mir wegen<lb/>
der beabsichtigten Unterstellung der OB unter die Energie<lb break="no"/>sektion. Einleitend meinte <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs>, er hätte nur gerüchteweise davon<lb/>
gehört und es sei bei den Unternehmungen aber auch bei den Berg<lb break="no"/>werken selbst dadurch eine Unruhe entstanden. Übereinstimmend sagte<lb/>
sie, ist es ein personelles Problem, denn die derzeitige Füh<lb break="no"/>rung der OB und die Zusammenarbeit in dieser Organisation sei die<lb/>
denkbar schlechteste. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> schlug indirekt den Leobner<lb/>
Berghauptmann als neuen obersten Chef der Bergbehörde vor.<lb/>
Die anderen äusserten keine personellen Wünschen sondern<lb/>
im Gegenteil meinten, dies sei eine Angelegenheit des Ministers.<lb/>
Ich verwies darauf, dass der Rechnungshof heftige Kritik an der<lb/>
OB führt und die bisherigen Reorganisationsmassnahmen als unzulänglich<lb/>
betrachtet. Früher war die Bergbehörde sogar eine Organisation,<lb/>
die ihr eigenes Personal und Budgetabteilung und Gebarung durch<lb break="no"/>führte. Die OB erklärte ich würde ja keineswegs verschwinden,<lb/>
sondern nirgends zeigt man für die so wichtigen Berg- und<lb/>
Rohstoffprobleme Interesse. Typisches letztes Beispiel sei<lb/>
das Rohstofflenkungsgesetz, wo die Opposition nicht einmal bereit<lb/>
war, für den Krisenfall Vorsorge zu treffen. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> berichtet, dass<lb/>
er innerhalb der Handelskammer deshalb grösste Schwierigkeiten<lb/>
hat, weil er sich natürlich für die Interessen seiner Betriebe<lb/>
ausschliesslich einsetzt und nicht eine politische Linie verfolgt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> verglich die Stellung der OB mit der Obersten Wasserbehörde<lb/>
im Landwirtschaftsministerium, die auch keine eigene Sektion ist,<lb/>
sondern einer Sektion unterstellt ist. Selbstverständlich prote<lb break="no"/>stierten alle sofort gegen einen solchen Vergleich. In meinen<lb/>
Augen ist dieser Vergleich aber sehr zutreffend. Ich machte<lb/>
keinerlei Zusagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_03">Anschliessend erklärte ich <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> unter vier Augen unseren<lb/>
Grund der Unterstellung der OB unter die Energiesektion, da<lb/>
die CV-er jetzt schon festlegen, wer dort neuer Leiter sein<lb/>
soll und wie sie dieses Bollwerk für sich auf alle Fälle<lb/>
beanspruchen und halten wollen. Ich informierte <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> auch<lb/>
über die Aussprache mit Dir. <rs type="person" ref="#per__145320">Mayer</rs> von den Treibacher Chemischen<lb/>
Werken und dessen Absicht, die Ferrochrom-Anlage womöglich<lb/>
allein unter Ausschaltung der VÖEST zu errichten. <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> hat<lb/>
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Lösung, um Hüttenberg, das jetzt schon sehr teures Erz<lb/>
liefert in einigen Jahren schliessen zu können, einen Ersatz<lb/>
in dieser Gegend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_04">Die Arbeitsgruppe Energie der ökonomischen Konferenz tagte<lb/>
in der Löwelstrasse. Der unmittelbare Anlass und ich wies<lb/>
darauf einleitend hin, war unsere Revision des Energieplanes.<lb/>
Der grösste Teil hatte ihn sicherlich gar nicht gelesen<lb/>
und so ersuchte ich <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, die wichtigsten Bestimmungen zu<lb/>
referieren. Er machte dies verhältnismässig oberflächlich<lb/>
wofür ich volles Verständnis hatte. In kürzester Zeit entwickelte<lb/>
sich dann nämlich – wie ich erwartet hatte – eine Atomenergie-<lb/>
Debatte. <rs type="person" ref="#per__97354">Paul Blau</rs>, ein engagierter Vertreter und Gegner der<lb/>
Atomenergie, prallte selbstverständlich am Widerstand<lb/>
der Elektrizitätsvertreter mit seinen Forderungen und Bedenken<lb/>
glattweg ab. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> wieder erörterte den Grund, warum er als Vorsit<lb break="no"/>zender der Diskussionsrunde im Herbst ein objektives Verfahren<lb/>
gewährleisten muss. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ist sich nämlich genauso klar wie<lb/>
ich, dass die Atomenergie die einzig mögliche derzeitige Lösung<lb/>
des Energieproblems darstellt. Natürlich dürfen wir aber nicht<lb/>
vor vornherein die ganze Aufklärungs- und Diskussionskampagne als<lb/>
eine Farce hinstellen lassen. Ich erklärte dezidiert, wenn<lb/>
nicht das Parlament einen ausdrücklichen Beschluss fasst, dass<lb/>
die Atomenergie-Verwendung in Österreich verboten wird, dann<lb/>
wird Tullnerfeld nächstes Jahr in Betrieb gehen. Voraussetzung dafür<lb/>
ist selbstverständlich, dass alle Sicherheitsbestimmungen einge<lb break="no"/>halten werden. Über die Textierung der Änderungsvorschläge des<lb/>
Energieplanes konnten wir uns bis auf einen einzigen mit allen<lb/>
Beteiligten, ob Kohle, Öl, Elektrizität oder Gas ein Einvernehmen<lb/>
erzielen. In der Frage der Konzentration oder Dezentralisation<lb/>
wünschte <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs> von der Arbeiterkammer, unterstützt durch<lb/>
NR <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> teilweise auch <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, dass die Formulierung die Konzen<lb break="no"/>tration ist in Österreich kaum möglich und vor allem einmal<lb/>
wesentlich teurer, das Streichen von zwei Absätzen. Ich muss<lb/>
zugeben, es wäre zweckmässiger gewesen, diese wären nicht<lb/>
im Entwurf drinnengestanden. Jetzt aber hat die ÖVP, d.h. alle<lb/>
Beiratsmitglieder für die nächste Sitzung schon diesen Formu<lb break="no"/>lierungsentwurf bekommen. Wenn wir jetzt diese Punkte<lb/>
streichen, dann wird sofort eine Diskussion dort entflammt und<lb/>
die ÖVP wird behauptet, wir wollten doch die Zentralisierung der<lb/>
<pb n="31-0785" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band31/31_1976-06-30_0785.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Elektrizitätswirtschaft einleiten. In diesem Fall würden<lb/>
nicht einmal unsere sozialistischen Direktoren oder Betriebs<lb break="no"/>räte der Elektrizitätswirtschaft auf unserer Seite sein, sondern<lb/>
sich sicherlich mit den ÖVP-lern verbinden. Deshalb schlug ich<lb/>
vor, ich werde mich bemühen, in der Beiratssitzung, wenn die<lb/>
ÖVP zustimmt, diese beiden Absätze zu streichen. Der Arbeiterkammer<lb/>
schlug ich aber vor, sie soll eine Gegenformulierung bringen<lb/>
wo die konkreten positiven Aspekte der Zentralisierung dargelegt<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs> erklärt frei weg, dass dies nicht möglich ist,<lb/>
weil weder die AK noch der ÖGB imstande sind, positive Bestim<lb break="no"/>mungen jetzt konkrete vorzuschlagen und sie vor allem auch dann<lb/>
in der Diskussion zu beweisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Problem auf Jour fixe mit AK und<lb/>
ÖGB nächste Tagesordnung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_06">Ich informierte <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs> als Betriebsratsobmann und<lb/>
Ing. <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> als kommender Personalreferent, die vor einigen Tagen<lb/>
wegen der Verbundgesellschaft mit mir eine Aussprache gehabt<lb/>
haben über die Information, die mir <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> in der Früh mitteilte,<lb/>
Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> hat bei <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> angerufen und gefragt, ob es wahr<lb/>
sein kann, dass angeblich ich angeordnet habe, dass <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs><lb/>
gekündigt werden soll. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> hätte entweder <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> oder<lb/>
auf alle Fälle Leuten der ÖVP mitgeteilt, dass auf Weisung des<lb/>
Ministers dies zu geschehen habe, damit ein Blutgruppe-Null-Mann<lb/>
dorthin kommt. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> war klug genug zu sagen, er weiss<lb/>
über die Idee nichts, kann sich nicht vorstellen, dass der Minister<lb/>
solche Weisungen gibt und liess das Ganze offen. Ich selbst war über<lb/>
diese Mitteilung sehr erschüttert, weil man so wirklich nicht<lb/>
Personalpolitik machen kann. <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs>, die, ohne dass<lb/>
ich davon wusste, <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> über unsere Aussprache informierten,<lb/>
waren ebenfalls wie man so schön sagt: von den Socken. Sie<lb/>
glaubten und das halte ich ihnen zugute, als Loyalität gegenüber<lb/>
dem Generaldirektor ihn über die Aussprache, die sie von mir<lb/>
verlangten, informieren zu müssen. Ich erklärte ihnen, dass ich<lb/>
natürlich jetzt meine gesamte Information und Diskussionspolitik<lb/>
mit allen in der Elektrizitätswirtschaft Tätigen wesentlich<lb/>
ändern muss. In Hinkunft werde nicht ich irgendwelche Veran<lb break="no"/>staltungen leiten oder gar Vorschläge machen, sondern werde mich<lb/>
ausschliesslich auf die letzte Entscheidung, wenn es zu keinen<lb/>
Einigungen in den unteren Gremien kommt, zurückziehen. Für<lb/>
<pb n="31-0786" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band31/31_1976-06-30_0786.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mich wird und, das weiss ich, wird in der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
nicht goutiert, aber ich habe gar keine andere Möglichkeit,<lb/>
auf allen Gebieten Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> stärker als bisher noch<lb/>
in Erscheinung treten. Als Verbindungsmann wird Dr. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> von<lb/>
meinem Büro die Koordinierung und Befriedung, wenn es was sicher<lb/>
anzunehmen ist Streit gibt, vornehmen.Rein optisch muss ich<lb/>
mich jetzt wesentlich stärker als bisher von der Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaftsproblemen zurückziehen und vor allem vom Streit<lb/>
heraushalten. Teilweise, das sagte ich nicht aber ich dachte es<lb/>
mir, ist es meine Schuld, dass ich in dieses Schlamassel ge<lb break="no"/>kommen bin. Bereits bei der Bestellung von <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> hat die Verbund<lb/>
so ungeschickt agiert, dass es mich wundert, dass es nicht<lb/>
einen grösseren Krach gegeben hat. Zuerst hat man den Vorgänger<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs>, den er in kürzester Zeit ablöst, eine Pensionierung<lb/>
mit einem Titel angeboten, ohne zu recherchieren, ob er überhaupt<lb/>
annimmt. Zum Glück konnte man mir nicht vorwerfen, dass ich<lb/>
diese Strategie entwickelt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte betrachte Deine Aufgabe in obigem<lb/>
Sinne und führe mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> entsprechende Aussprachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_08">Die Beförderung und Dekretüberreichung ist, wenn man das einige<lb/>
Jahre macht, ein ausgesprochener Krampf. Für die Einleitung fällt<lb/>
mit kaum mehr etwas Neues ein und immer das Alte zu wiederholen,<lb/>
ist furchtbar fad. Den Beamten zu sagen, dass er treu dient<lb/>
und deshalb weil er allen Anforderungen entspricht befördert wird<lb/>
geht mir schon auf die Nerven. Noch dazu trifft objektiv<lb/>
in den seltensten Fällen wirklich die Beförderung auf Grund von<lb/>
guten Leistungen zu. Ich darf allerdings nicht ungerecht sein,<lb/>
vielleicht setze ich einen zu hohen Leistungsmassstab. Das einzig<lb/>
Amüsante war, dass bei einigen Kolleginnen und Kollegen<lb/>
so lustige Bemerkungen waren, dass wenn man sie ein bisschen<lb/>
geschickt präsentierte diese zwar nicht beleidigt sein konnten<lb/>
die anderen aber wirklich Grund zum Lachen hatten. Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139463">Schmidt</rs> von der Energiesektion, der krankheitshalber pensioniert<lb/>
wurde, so stand es zumindestens in dem Vermerk, und dem ich natür<lb break="no"/>lich auch dankte, meinte, alles stimmt, nur nicht das krankheits<lb break="no"/>halber, er will nur nicht mehr ein drittes Mal hinausgeschmissen<lb/>
werden. Mit dieser Bemerkung konnte ich gar nichts anfangen,<lb/>
ich kann mir aber nicht vorstellen, dass jemand wirklich schon<lb/>
zweimal aus dem Staatsdienst entfernt wurde.<lb/>
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persönliche, allerdings nicht beleidigende oder kränkende Infor<lb break="no"/>mationen über die Auszuzeichnenden sammeln lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_10">Die Arbeitsgruppe Preise aus der Fraktion der Länder unter Vor<lb break="no"/>sitz von LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> war diesmal ein glatter Misserfolg.<lb/>
Ausser dem Vorsitzenden kamen nur Beamte, mit Ausnahme von NÖ,<lb/>
wo der Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__132707">Kaiser</rs> von Semperit Wimpassing<lb/>
kam, der scheinbar von irgendjemandem delegiert wurde. <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs><lb/>
meinte mir gegenüber, es seien nicht einmal alle Fraktionsange<lb break="no"/>hörige. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs>, <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> und ich berichteten über aktuelle Preis<lb break="no"/>probleme und es entwickelte sich teilweise allerdings sehr<lb/>
uninteressante Diskussionen. Wirklich lebhaft wurde es nur,<lb/>
als zum Schluss die Beamten vorschlugen, man solle die Preis<lb break="no"/>kontrollore schulen. Dies erweckt den Eindruck, die Beamten<lb/>
hätten selbst ein riesiges Interesse daran, weiterzukommen.<lb/>
Der Hauptgrund ist aber der, dass sie sich immer mit den<lb/>
Lebensmittelkontrolloren vergleichen. Diese haben ein umfang<lb break="no"/>reicheres und diffizileres Gebiet zu bearbeiten. Aus diesem<lb/>
Grund sind sie teilweise in die Dienstklasse B eingereiht.<lb/>
Die Preiskontrolle hoffen nun, wenn sie entsprechende Schulung<lb/>
nachweisen können. ebenfalls für sich die Klasse B rekla<lb break="no"/>mieren zu können. Der Vorschlag hat sich zuerst auf die Kenn<lb break="no"/>zeichnungsverordnungen bezogen. Hier konnte ich mit Recht<lb/>
sagen, wie soll man jemanden schulen, damit er erkennt, wenn<lb/>
auf der Schuhsohle "echt Leder" draufgestempelt ist. In weiterer<lb/>
Folge haben dann die Beamten gemeint, sie hätte eine Schulung<lb/>
um überhaupt die Kalkulationen prüfen zu können, die Ausstattung<lb/>
der Gasthäuser den Richtlinien entsprechend vergleichen zu<lb/>
können usw. Die ganze Sitzung war wenig erfreulich und er<lb break="no"/>folgreich. Ich habe den Beamten nur zugesichert, dieses Problem<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-30_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte lass prüfen, was die heute leisten,<lb/>
wie man sie schulen kann und ob <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> überhaupt bereit ist, so<lb/>
etwas in Angriff zu nehmen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
               <persName><surname>König</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Koller, Herbert</persName>
               <persName><surname>Koller</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
               <persName><surname>Wais</surname><forename>Anton</forename></persName>
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               <persName type="label">Nischkauer, A</persName>
               <persName><surname>Nischkauer</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>BRO Verbund; evtl. Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Steinocher, Karl</persName>
               <persName><surname>Steinocher</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>LH-Stv. Sbg., SPÖ</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Arthold, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Arthold</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>stv. GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Blau, Paul</persName>
               <persName><surname>Blau</surname><forename>Paul</forename></persName>
               <occupation>Chefredakteur AZ, ÖGB-Bildungsreferent</occupation>
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               <persName type="label">Erbacher, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Erbacher</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Teschl, Alfred</persName>
               <persName><surname>Teschl</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Obmann Chemiearbeitergewerkschaft</occupation>
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               <persName type="label">Denk, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Denk</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GF Fachverband Bergwerke; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Hruby, Roman</persName>
               <persName><surname>Hruby</surname><forename>Roman</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Rösch, Otto</persName>
               <persName><surname>Rösch</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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