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            <title type="main">Donnerstag, der 24. Juni 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_01">Donnerstag, 24. Juni 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_02">Die Vorprüfungskommission für die Preisanträge Getreide und Milch<lb/>
wurde von <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> für Getreide kurzfristig einberufen. Ich wollte<lb/>
zuerst nur eine kurze Einleitung halten und sofort verschwinden,<lb/>
weil ich im Industriezentrum einen Besuch angesagt hatte, blieb<lb/>
dann aber viel länger, um mir die einzelnen Erklärungen der Inter<lb break="no"/>essensvertretungen anzuhören. Ich ließ bei meinem Statement keinen<lb/>
Zweifel, dass diesmal die Getreidepreisregelung nicht mehr so er<lb break="no"/>folgen kann, wie wir sie die letzten Jahren durchführten. Ähnlich<lb/>
wie bei Zucker soll ein Exportmodell entwickelt werden. Exportieren<lb/>
können wir nur den Qualitätsweizen. Die Füllweizenproduktion ist<lb/>
womöglich einzuschränken. Da wir keine Lenkung vornehmen, ist<lb/>
dies nur über den Preis möglich. Es muss eine starke Preisdiffe<lb break="no"/>renzierung zwischen Qualitätsweizen. Durum-Weizen und Füllweizen<lb/>
erfolgen. Die Regierung und auch die Paritätische Kommission<lb/>
wünscht, dass im Prinzip nur einmal im Jahr ein Preis erhöht<lb/>
wird. Die Verbraucherpreiserhöhung erfolgte im Feber 1976.<lb/>
Wenn es zu einer einvernehmlichen Regelung kommt, können natür<lb break="no"/>lich Ausnahmen gemacht werden. Bei jeder Preiserhöhung muss man auch<lb/>
mit den entsprechenden Lohnerhöhungen rechnen. Die Lohnerhöhung für<lb/>
die Müller und Bäcker wird aber erst dann erfolgen, bis wirklich<lb/>
eine Preiserhöhung beschlossen wird. Von Seiten der Löhne ist<lb/>
ein Stillhalten möglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_03">Ing. <rs type="person" ref="#per__113077">Altmann</rs> für die LWK erklärte, dass jetzt sofort über die<lb/>
Kalkulation verhandelt werden sollte. Nach Abschluss der Preis<lb break="no"/>bestimmung werden sie einverstanden, ein Exportmodell zu besprechen.<lb/>
In den Kalkulationen seien die Kosten der Strohbergung und der<lb/>
Gründüngung als Zwischenfrucht nicht berücksichtigt. Die so kal<lb break="no"/>kulierte Preiserhöhung beträgt 29,13 Groschen. Der Arbeitsbauern<lb break="no"/>bund erwähnte, er hat 20 Groschen, die freiheitlichen Bauern 84<lb/>
Groschen und der Allgemeine Bauernverband 90,81 Groschen. <rs type="person" ref="#per__113077">Altmann</rs><lb/>
wollte damit beweisen, dass sie was die Höhe betrifft, im guten<lb/>
Mittelfeld liegen. Der Vertreter der Arbeiterkammer <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs><lb/>
erklärte sofort, eine Füllweizenpreiserhöhung unter gar keinen<lb/>
Umständen zustimmen zu können. Die Qualitätsweizenproduktion gehört<lb/>
ausgeweitet und zwar nicht nur wie vorgesehen von 70.000 ha auf<lb/>
85.000 ha sondern womöglich auf die gesamte mögliche Anbau<lb break="no"/>fläche, das sind 120.000 ha. Der Vertreter der Handelskammer<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs>, Mühlenindustrie, sprach sich gegen eine solche Idee<lb/>
<pb n="31-0754" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band31/31_1976-06-24_0754.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>insofern aus, als dadurch die Qualität des Mehls leidet. Die<lb/>
Mühlen kaufen heute in NÖ Qualitätsweizen, der nicht Kontrakt<lb break="no"/>weizen ist, zu normalem Füllweizenpreis. Diesen mischen sie selbst<lb break="no"/>verständlich zu dem Füllweizen, haben dadurch eine günstigere<lb/>
Kostensituation und die Mehlqualität steigt. Die Handelskammer<lb/>
verlangt für jede vorgesehene Erzeugerpreiserhöhung sofort die<lb/>
Durchrechnung für eine entsprechende Verbraucherpreiserhöhung<lb/>
und gleichzeitige Inkraftsetzung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_04">Min.Rat <rs type="person" ref="#per__114941">Stühlinger</rs>, der im Landwirtschaftsministerium für die<lb/>
Getreidefrage zuständig ist, erklärte auch dezidiert, dass nur eine<lb/>
Qualitätsweizenanbauvermehrung die Exportfrage befriedigend lösen<lb/>
kann. Sowohl er als auch <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> erklärten mir übereinstimmend,<lb/>
dass ihrer Meinung nach eine Erhöhung des Füllweizenpreises<lb/>
aber auch des Roggenpreises überhaupt nicht in Frage kommt.<lb/>
Andererseits ist er ein grosser Formalist. Er lasst das Preisver<lb break="no"/>fahren so ablaufen, wie wenn er nächste Woche schon den Erzeuger<lb break="no"/>preis festsetzen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_05"><rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs> von der Arbeiterkammer hat mir anschliessend seine Bedenken<lb/>
über diese Vorgangsweise mitgeteilt. Ich habe es ihm und dann auch<lb/>
seinem Onkel, dem Landwirtschaftsminister, selbst gesagt, dass<lb/>
wir in dem System durch den seinerzeitigen Beschluss der Preis<lb break="no"/>kommission gefangen sind. Ich habe das Schema nie anerkannt und<lb/>
werde es auch nicht anerkennen. Der Landwirtschaftsminister steht<lb/>
auf dem Standpunkt und hat mir dies neuerdings bekräftigt. Er hat<lb/>
sich darum niemals gekümmert. Er liess die Preiskommission be<lb break="no"/>rechnen und agieren und hat dann ganze einfach besprochen, mit an<lb break="no"/>deren Worten abgehandelt und dann festgesetzt. Das Ergebnis war<lb/>
allerdings, dass die Bauern immer wieder erklären konnten, der<lb/>
Getreidepreis sei ganz unbefriedigend, die Kalkulation zeige<lb/>
eine viel höhere notwendige Preisfestsetzung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte die vorbesprochene Prüfungs<lb break="no"/>ergänzung sofort einleiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_07">Im ARGE-Industriezentrum in Liesing hat man unglückseligerweise<lb/>
viel länger auf meine Ankunft gewartet, ich ersuchte, mich<lb/>
telefonisch für die Verspätung zu entschuldigen und man hätte so<lb/>
war ausdrücklich mein Wunsch sofort beginnen sollen. Leider<lb/>
dürfte hier beim Telefon ein Missverständnis entstanden sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_08">Ich sprach deshalb sofort nach dem Bezirksvorsteher, wünsche<lb/>
dem 15 Jahre bestehenden Industriezentrum weiterhin alles Gute<lb/>
und fuhr sofort wieder weg. Dr. <rs type="person" ref="#per__145324">Kohmaier</rs>, Kettenproduzent, und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145325">Schneider</rs>, Plastiktaschen, die Organisatoren hatten dafür<lb/>
Verständnis, aber trotzdem war es glaube ich bei den anwesenden<lb/>
sonstigen Firmenvertretern und Repräsentanten ein schlechter<lb/>
Eindruck.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_09">Bei der nächsten Veranstaltung, 100.000-ste Marke an <rs type="person" ref="#per__145326">Mautner Markhof</rs>,<lb/>
der Feier des Patentamtes, kam ich dadurch wieder pünktlich, wie<lb/>
es meine Gewohnheit ist. Ich hatte allerdings angenommen, dass bei<lb/>
dieser Feier ein grösserer Kreis von Wirtschaftern sein wird. In<lb/>
Wirklichkeit musste ich feststellen, dass ausser Mautner nur Ange<lb break="no"/>hörige des Patentamtes anwesend waren. Hätte ich dies früher ge<lb break="no"/>wusst, wäre ich lieber im Industriezentrum geblieben. Zwischen<lb break="no"/>zeitig hätten die Patentamts-Angehörigen das vorbereitete Buffet<lb/>
abräumen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mir bei der Programmübergabe am Vor<lb break="no"/>tag immer die Veranstaltungen ein bisschen schildern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_11"><rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> hat bei seiner Schlussbemerkung beim Festakt darauf verwie<lb break="no"/>sen, dass diese Regierung viel für das Patentamt gemacht hat aber<lb/>
es jetzt darauf ankommt, dass das Patentamt das internationale<lb/>
Recherchen-Niveau hält. Ohne dass er es sagte, heisst dies in<lb/>
Klarschrift, er will die 20 zusätzlichen Dienstposten, um die<lb/>
notwendige internationale vorgesehene Anzahl von 200 Beschäftigten<lb/>
zu halten. Ich habe mit <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> darüber gesprochen und dieser<lb/>
meint, Heuer wird es grosse Schwierigkeiten geben. Wahrscheinlich<lb/>
könnte man auch im Patentamt viele Agenden vereinfachen oder über<lb break="no"/>haupt abgeben. Erst in der zweiten Republik haben wir das Marken<lb break="no"/>register ins Patentamt übernommen. früher dürfte dies eine<lb/>
Agende der Bundeskammer gewesen sein. Der Versuch allerdings,<lb/>
auf privatwirtschaftlicher Basis Agenden loszuwerden, ist ja<lb/>
durch die defizitäre Gebarung vom <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs>-Institut kläglich ge<lb break="no"/>scheitert. Die internationale Patentdokumentationsorganisation<lb/>
kostet Dutzende Millionen und bringt nichts. Da kann man<lb/>
wirklich sagen, dies hätte man im Rahmen des Patentamtes auch<lb/>
nicht schlechter machen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_12">ANMERKUNG MIT <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Besprich mit <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, wie wir aus diesem<lb/>
Problem herauskommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_13">In der Parteivorstandsitzung hat <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> zuerst über die organisa<lb break="no"/>torischen Fragen berichtet. Die SJ will einen zweiten Verbands<lb break="no"/>sekretär, das Problem wurde zurückgestellt. <rs type="person" ref="#per__135638">Fischerlehner</rs><lb/>
wird Geschäftsführer der Sozialbau und <rs type="person" ref="#per__126939">Rosenberger</rs> wird daher<lb/>
das Protokoll des Parteitages führen und ein gewisser <rs type="person" ref="#per__145327">Tschelko</rs><lb/>
wird als Sekretär anstelle <rs type="person" ref="#per__135638">Fischerlehners</rs> angestellt. In den<lb/>
RUEFA-Aufsichtsrat kommt statt <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> <rs type="person" ref="#per__110984">Eder</rs>, im SGP-Aufsichts<lb break="no"/>rat statt <rs type="person" ref="#per__137307">Holzer</rs> <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> und auch in die Tabakregie statt <rs type="person" ref="#per__97890">Sag<lb break="no"/>meister</rs> ebenfalls <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>. Überhaupt sollen über 70-jährige aus<lb break="no"/>scheiden, weshalb im Aufsichtsrat der ÖIAG anstelle <rs type="person" ref="#per__126587">Kölliker</rs><lb/>
<rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs>, anstelle <rs type="person" ref="#per__134310">Franc</rs> <rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs> und anstelle<add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__137308">Walch</rs> Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145328">Leschaus</rs> aus Graz kommt. Im Aufsichtsrat der AUA wird <rs type="person" ref="#per__118662">Klenner</rs><lb/>
durch <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> ersetzt. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtet dann über Bildungstätigkeit<lb/>
und Änderungen. Die Elternvertretung wird in Hinkunft eindeutig<lb/>
bei den Kinderfreunden liegen. Die Schülervertretung wird nicht<lb/>
mehr von dem VSM oder VSStÖ durchgeführt sondern es wird eine<lb/>
Service-Stelle der Zentrale in der Löwelstr. errichtet, wo man<lb/>
alle Unterlagen und Informationen bekommt. Überhaupt geht dann<lb/>
aus dem Referat von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hervor, dass die Beziehungen zu den<lb/>
Organisationen stillgelegt bleiben. Der VSM ist davon kaum berührt<lb/>
denn er hat sich ja seinerzeit selbst abgespalten und hat durch<lb/>
den Bundesjugendringzuschuss finanziell eine gute Basis. Anders<lb/>
sieht es bei den Soz. Studenten aus, die ja von der Subvention<lb/>
der Partei abhängen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> referiert über die unglückliche<lb/>
Entwicklung unserer Organisationen wie Studenten, JG und deren<lb/>
Kooperation mit Kommunisten, die für nachmittags angesagte<lb/>
Demonstration der Studenten wegen der angeblichen Aufnahmesperre<lb/>
für Lehrer, an der auch die Soz. Studenten teilnehmen, ärgert<lb/>
ihn scheinbar sehr. Er betrachtet dies als einen Angriff nicht nur<lb/>
auf die Regierung sondern auch auf die soz. Minister, sprich eigent<lb break="no"/>lich auf ihn persönlich. Er wirft unseren Organisationen vor,<lb/>
dass sie sich überhaupt um nichts kümmern und sich vor allem nicht<lb/>
einmal informieren. Dies gilt auch bezüglich der Slowenenfrage.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114541">Konecny</rs> allerdings repliziert, dass er sehr wohl und die JG<lb/>
sich informiert haben. <rs type="person" ref="#per__113055">Killian</rs> meint, in der Slowenenfrage hätte<lb/>
er jetzt in internationalen europäischen Organen darauf hinge<lb break="no"/>wiesen, dass ein kommunistischer Staat, nämlich Jugoslawien,<lb/>
wo es gar keine Freiheit gibt, Österreich anklagt, dass hier die<lb/>
Slowenen, die alle Freiheit haben, unterdrückt werden. Dies<lb/>
ist nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> das schlechteste Argument, denn hier handelt es<lb/>
sich um die Erfüllung eines Vertrages. Im Herbst erwartet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
eine grosse Aktion der ÖVP, weshalb auch die Sozialisten propa<lb break="no"/><pb n="31-0757" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band31/31_1976-06-24_0757.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gandistisch sehr aktiv werden sollen. Zeit Leitlinien, SPÖ<lb/>
hält Wort und die Parteireform. Objektiv ist die Lage für<lb/>
die Sozialisten schlecht. Durch den Konjunkturaufschwung in<lb/>
Europa wird jetzt überall einen stärkere Aufwärtsbewegung zu<lb/>
verzeichnen sein als in Österreich, da die Kapazitäten zu gross<lb/>
sind, wird unsere Industrie sich sehr schwer tun. Die Arbeitslosen<lb break="no"/>ziffern in der Welt sinken nicht wesentlich <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> sagte, die<lb/>
letzte aus Deutschland 950.000, das sind 4,2 %. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint,<lb/>
in der relativ kurzen Aufschwungphase, die wir jetzt erleben<lb/>
werden, muss für die nächste Rezession ein finanzieller Spiel<lb break="no"/>raum geschaffen werden, das Defizit sei zu stabilisieren und<lb/>
durch die Gebührenerhöhung und Vermögenssteuer seien Einnahmen<lb/>
zu schaffen. Die Vermögenssteuer trifft auch die verstaatlichte<lb/>
Industrie mit mindestens 250 Mill. S. Man muss sich daher das<lb/>
Ausmass sehr genau überlegen. Die Milchpreisstützung ist abzubauen<lb/>
er hätte volle Zustimmung bei der Freiluftdiskussion im zweiten<lb/>
Bezirk bei einer Gemeindebauhof-Aussprache mit den dortigen Be<lb break="no"/>wohnern gefunden. Immer wieder wundert sich, wie durch Einzel<lb break="no"/>eindrücke, sei es der Chauffeur von ihm, sei es gelegentliche<lb/>
Begegnungen, sei es von Versammlungen er sich in seiner Politik<lb/>
bestätigt fühlt. Ich persönlich hätte grösste Bedenken, aus<lb/>
solchen Einzelerlebnissen allgemeine Schlüsse zu ziehen. Er<lb/>
hat entweder das Glück oder doch das richtige Gspür, dass<lb/>
diese Einzelinformationen repräsentativeren Charakter haben.<lb/>
Andererseits ist mir vollkommen klar, dass dadurch, dass er<lb/>
dann eine Politik macht, auch der.Ausfluss dieser Politik dann<lb/>
wenn sie positiv verläuft die Bestätigung der Richtigkeit seiner<lb/>
These war. Wenn es schief geht, wie in Einzelfragen auch schon vor<lb/>
gekommen ist, dann wird es entweder kompensiert oder man vergisst<lb/>
seinen damaligen Standpunkt. Typisches Beispiel dafür war sein Vor<lb break="no"/>schlag, die Rationierung bei Benzin einzuführen. Leider konnte<lb/>
ich die Diskussion, die noch etliche Stunden dauerte, nicht<lb/>
mit anhören, weil ich zur 50-Jahr-Feier d. Fa. Hofman &amp; Maculan<lb/>
fahren musste. Auch dort war <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> angekündigt, er ist aber<lb/>
durch die Länge des Parteivorstandes nicht gekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_14">Die Fa. Hofman &amp; Maculan ist vor 50 Jahren aus einer kleinen<lb/>
Baufirma hervorgegangen. Sicherlich war der tüchtige Mann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145329">Maculan</rs>, dessen Sohn, nachdem er mit dem Privatflugzeug tödlich<lb/>
verunglückt war, heute die Firma führt. Der neue Bauhof, der<lb/>
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schon bei seiner Begrüssungsansprache hat er dies erklärt,<lb/>
sehr freut. In einer Multimedia-Schau und vielen Rednern<lb/>
hat auch <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> das Wort ergriffen. Er meinte, ein Offizier<lb/>
hätte einmal zu seinen Leuten gesagt, sie sollen über die<lb/>
Mitbestimmung diskutieren und dann kam nichts heraus, als<lb/>
ein Palaver, in dem man letzten Endes dann den Hauptmann selbst wie<lb break="no"/>der wegschickte. Letzten Endes musste sich aber dann sie<lb/>
Soldaten wieder einen neuen Hauptmann suchen. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> sagte zwar<lb/>
sofort, hier handelt es sich nicht um ein österreichisches<lb/>
Problem, sondern so etwas ähnliches gibt es jetzt in den umlie<lb break="no"/>genden Ländern, wobei er sich auf die Wirtschaft, ohne es zu<lb/>
sagen, bezog. Für mich war dies eine gute Gelegenheit, um sofort<lb/>
zu replizieren, dass wir in Österreich andere Zustände haben<lb/>
und diese Bundesregierung auch weiterhin dafür sorgen wird.<lb/>
Als einziger erhielt ich bei dieser Gelegenheit Beifall, was<lb/>
bei der sozialistischen Zusammensetzung der Bauarbeiter auch nichts<lb/>
besonderes ist. Anschliessend nach der Staatswappenüberreichung<lb/>
hatte ich zuerst ein Wettfahren mit <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, Bulldozer zu<lb/>
absolvieren und dann eine Urkunde mit ihm einzumauern. Natürlich<lb/>
liessen wir beiden den Schmäh rollen. Er meinte, als er eine<lb/>
rote Nelke beim Auslosen gewann, die er ansteckte, jetzt müsse noch<lb/>
der 1. Mai sein, dann wäre er total fertig, ich fragte die<lb/>
Fotografen, ob sie einen Farbfilm eingespannt haben, er mauerte<lb/>
schlechter als ich, worauf ich ihm sagte, er pfusche eben nicht<lb/>
und dabei gleich den guten Spruch anbrachte: schwarz arbeiten,<lb/>
rot wählen. Der bestellte Conferencier, der das Ganze einbeglei<lb break="no"/>ten sollte, meinte, solange wir solche Politiker haben, kann<lb/>
man Österreich nur beneiden, da kann nichts passieren. Typisch<lb/>
für mich war, dass <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs> <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> in diese Position hievte,<lb/>
um gegen das sozialistische Übergewicht, das natürlich heute<lb/>
bei solchen Festveranstaltungen immer wieder existiert, einiger<lb break="no"/>massen zu kompensieren. Da ich der Sieger beim Bulldozer-Fahren<lb/>
war, meinte <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs>, ich könne, wenn einmal mein Dienstauto<lb/>
gestohlen wird, ein deutlicher Hinweis auf <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, würde<lb/>
er mir einen Bulldozer zur Verfügung stellen. Ich replizierte<lb/>
sofort, ich bitte mir aus, dass er heuer und nächstes Jahr mehr<lb/>
Lehrlinge einstellt. <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs> hat dies dann auch tatsächlich ver<lb break="no"/>sprachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-24_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit dem Betriebsrat sofort Kontakt auf<lb break="no"/>nehmen, damit diese auch tatsächlich erfüllt wird.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 24.6.1976</head>
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               <persName type="label">Klenner, Fritz</persName>
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               <persName><surname>Weihs</surname><forename>A</forename></persName>
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               <persName type="label">Igler, Hans</persName>
               <persName><surname>Igler</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>IV, GD Wr. Schwachstromwerke (WSW)</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Franc, Milos</persName>
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               <occupation>Präs. SPÖ-Arbeitsbauernbund</occupation>
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               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
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               <persName><surname>Holzer</surname><forename>Johann</forename></persName>
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               <persName><surname>Maculan</surname><forename>Alexander</forename></persName>
               <occupation>Bauunternehmer</occupation>
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               <persName type="label">Kurzel-Runtscheiner, Oswald</persName>
               <persName><surname>Kurzel-Runtscheiner</surname><forename>Oswald</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Walch, A</persName>
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               <occupation>Dir. Vorwärts-Verlag</occupation>
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               <persName type="label">Rosenberger, Franz</persName>
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               <persName type="label">Altmann, Ingobert</persName>
               <persName><surname>Altmann</surname><forename>Ingobert</forename></persName>
               <occupation>Leiter Referat Marktpolitik LWK</occupation>
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               <occupation>Präs. Patentamt</occupation>
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               <occupation>Büro des Bundesministers (Sekretärin)</occupation>
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               <persName type="label">Kölliker, Karl</persName>
               <persName><surname>Kölliker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>stv. AR-Präs. ÖIAG, ehem. Vorstand Verbund; evtl. ident mit Kölliker,
                  A</occupation>
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               <persName type="label">Fischerlehner, A</persName>
               <persName><surname>Fischerlehner</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>[unklar, beruft 1971 eine Ökonomsiche Versammlung in der Partei ein; es
                  gäbe einen Franz Fischerlehner, aber unsicher, ob er gemeint sein könnte; Name hs.
                  mit Fragezeichen markiert]</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
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               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Fabricius, Otto(kar)</persName>
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               <occupation>GD Alpine, GD-Stv. VÖEST, Bergrat</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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