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            <title type="main">Dienstag, der 22. Juni 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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etliche Fragen, die nach Meinung der ÖMV überhaupt nicht zu beant<lb break="no"/>worten sind, gestellt. Zuerst dachten die ÖMV-ler, ich würde ent<lb break="no"/>scheiden, dass die Pipeline notwendig und wünschenswert sei und<lb/>
damit schon alle Voraussetzungen gegeben, um die Konzession zu<lb/>
erteilen. Sie waren sehr verwundert, dass ich den Standpunkt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Franks</rs> und ganz besonders <rs type="person" ref="#per__108609">Sterks</rs> teile. Natürlich Fragen, die<lb/>
nicht unmittelbar mit der Konzession und dem Gesetz über den<lb/>
Pipeline-Bau gedeckt und zusammenhängen, werden wir nicht durch<lb break="no"/>setzen können. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> will – und da hat er meine Unterstützung –<lb/>
seine Stellung als Energiesektion entsprechend untermauern. Dies<lb/>
kann aber nicht bedeuten, dass letzten Endes die ÖMV ständig mit ihm<lb/>
im Krieg liegt. Selbstverständlich habe ich diese Meinung der<lb/>
ÖMV nicht erkennen lassen. Bei der Ministerratsvorbesprechung<lb/>
hat mich <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> diesbezüglich auch angesprochen. Er liess mir eine<lb/>
Aktennotiz seines Ressortleiters lesen, wo diese ausdrücklich<lb/>
auf den harten Standpunkt von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hinweist und meint, es würde<lb/>
letzten Endes die Pipeline verzögert werden oder gar die ÖMV<lb/>
oder ein ausländischer Partner zurücktreten. Die diesbezügliche<lb/>
Aktennotiz habe ich mir kopieren lassen und werde mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
sehr eingehend darüber reden. Das Verkehrsministerium ist der<lb/>
Meinung, man solle zu einer Lösung kommen, da es auf alle Fälle<lb/>
die Konzession geben wird. Die Streitfrage, ob das Energie<lb break="no"/>wirtschaftsgesetz gilt, sollte ausgeklammert werden. Ich selbst<lb/>
habe gegenüber der ÖMV keinen Zweifel gelassen, dass solange der<lb/>
Verfassungsgerichtshof das Gesetz nicht aufgehoben hat, es für uns<lb/>
gilt. Extreme Auslegungen halte ich aber nicht für sehr sinnvoll.<lb/>
Ich ersuchte die ÖMV-Vertreter, sie mögen die gestellten Fragen nach<lb/>
bestem Wissen und Gewissen beantworten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-22_03">Betreffend die Rabattgewährung bei Heizöl, extraleicht, erklärt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, dass es unmöglich sei, jetzt die Internationalen dafür<lb/>
zu gewinnen. Sie schleudern zwar alle, aber eine freiwillige<lb/>
Rabattaktion wird nicht zustandekommen. Die Internationalen und<lb/>
auch die ÖMV haben Donnerstag ein Gespräch mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
und werden dort diese Frage auch zur Sprache bringen.<lb/>
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ob er zustimmen soll und muss, dass <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> jetzt die Allein<lb break="no"/>vertretung bei Zuckerexporten bekommt. Die Zuckerindustrie möchte<lb/>
einen solchen Vertrag mit <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> schliessen. Vorher schon hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97789">Ockermüller</rs> von der Länderbank eine diesbezügliche Anfrage an<lb/>
mich gerichtet. Meine Stellungnahme in beiden Fällen war, dass<lb/>
dies letzten Endes eine unternehmerische Entscheidung sei, in die<lb/>
ich mich nicht einmischen kann und will. Die Zuckerindustrie und<lb/>
jede einzelne Firma muss genau wissen, ob eine solche Einhand-<lb/>
Organisation gegenüber den Staatshandelsländern zweckmässig ist<lb/>
oder nicht. Sicher ist, dass natürlich Ungarn und die anderen<lb/>
Oststaaten Einhandgesellschaften besitzen und wahrscheinlich<lb/>
sehr froh wären, wenn sie in Österreich mehrere Unternehmer gegen<lb break="no"/>einander ausspielen könnten. Wie weit es gegenüber westlichen<lb/>
Staaten bei Zuckerexporten zweckmässig ist, solche Einhandgesell<lb break="no"/>schaft zu haben, bleibt noch zu untersuchen und wahrscheinlich<lb/>
auch dahingestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-22_05">Im Haus reissen Zustände ein, die meiner Meinung nach verheerend<lb/>
sind. So komme ich immer mehr drauf, dass Briefe überhaupt nicht<lb/>
oder wenn, dann äusserst spät beantwortet werden. Da typischste<lb/>
Beispiel sind die Pokale, die wir verleihen. Ich habe bereits<lb/>
einmal urgiert, dass man nachsehen muss, wann die Pokale gebraucht<lb/>
werden, u. <add>[man?]</add> zeitgerecht den Brief absendet. Jetzt konnte ich fest<lb break="no"/>stellen, dass bei einem Schub von Briefbeantwortungen mehr als<lb/>
die Hälfte schon von mir zu einem Zeitpunkt unterschrieben werden,<lb/>
wo das Fest oder die Pokalverleihung schon vorüber ist. Der Brief<lb break="no"/>empfänger muss sich über das Handelsministerium schöne Gedanken<lb/>
machen. <rs type="person" ref="#per__131199">Kristinus</rs>, der dies bearbeitet und den ich zur Rede stelle,<lb/>
verwies darauf, dass er zwar sehr knapp, aber doch noch zeitgerecht<lb/>
in den meisten Fällen den Brief vorgelegt hat. Durch die sinnlose<lb/>
Bestätigung durch <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> und <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, es fehle noch, dass auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> unterschreiben muss, verzögert sich die Abfertigung so lange.<lb/>
Wenn es sich um Routineantworten handelt, wie dies bei diesen<lb/>
blöden Pokalen der Fall ist, kann doch ohne weiters ein anderer<lb/>
Weg gesucht und gefunden werden.<lb/>
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mit Jugoslawien von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> die grössten Bedenken<lb/>
geäussert. Es besteht kein Zweifel, dass Jugoslawien mit dem Vorwurf<lb/>
der Nichterfüllung des Staatsvertrags vollkommen im Recht ist.<lb/>
Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass auch der Westen<lb/>
auf eine gute Zusammenarbeit mit Jugoslawien einen grösseren Wert<lb/>
legt, nicht zuletzt wegen der Militärmacht, die sie repräsentiert,<lb/>
als mit Österreich, welches übrigens noch völkerrechtlich Unrecht<lb/>
setzt. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> meinte mir gegenüber, er könne jetzt bereits wieder<lb/>
feststellen, dass die jug. Zentralstelle grösste Zurückhaltung<lb/>
zeigt. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> ist sehr froh, dass ich mit <rs type="person" ref="#per__97966">Snuderl</rs> das Treffen verein<lb break="no"/>bart habe, glaubte nur, es war ursprünglich in Belgrad beabsichtigt<lb/>
und ist jetzt nach Kroatien verlegt worden. Er ist sehr froh<lb/>
zu erfahren, dass ursprünglich schon beabsichtigt war, da <rs type="person" ref="#per__97966">Snuderl</rs><lb/>
jetzt nicht mehr in der Zentralverwaltung arbeitet, dieses Gespräch<lb/>
nach Istrien zu verlegen.<lb/>
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über den Änderungsvorschlag Vorarlbergs über die Abstimmung in der<lb/>
ÖROK. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beabsichtigt die Minister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>, Justiz, <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, Aussen,<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, Inneres, in die ÖROK aufzunehmen. Vorarlberg sieht darin<lb/>
eine Gefahr, überstimmt zu werden oder ein Übergewicht der Bundes<lb break="no"/>stellen in der ÖROK, weshalb die Abstimmungsmodalitäten geändert<lb/>
werden sollen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vermutete dahinter grösste Schwierigkeiten<lb/>
und schlug deshalb sofort vor, man solle diesen Punkt zurück<lb break="no"/>stellen. Alle drei Minister waren todfroh, dass sie nicht an der<lb/>
ÖROK teilnehmen müssen.<lb/>
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und er die Grüsse an die Bundesregierung ausrichtet. Darüber<lb/>
hinaus aber hat er besonders darauf verwiesen, dass Rumänien mit<lb/>
österr. Firmen noch mehr kooperieren will und dies ganz besonders<lb/>
für die VÖEST gilt. Diesbezügliche Anbote werden kommen. Ich habe<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> darauf aufmerksam gemacht, dass die VÖEST mit Recht sehr<lb/>
verärgert ist, weil Rumänien zuerst bei Drittmärkten aussticht und<lb/>
dann die VÖEST als Unterlieferant Rumänien zur Erfüllung der Projekte<lb/>
entsprechend beliefern soll. Der rumänische Verteidigungsminister<lb/>
ist gleichzeitig auch Verkehrsminister und hat erklärt, TAROM<lb/>
und die AUA werden jetzt sehr bald zu einem besseren Verhältnis<lb/>
kommen. Hier meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, die Kompetenz liege doch bei <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>,<lb/>
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auf Kompetenzabgrenzungen nicht allzu grossen Wert gelegt. Wenn<lb/>
z.B. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sehr wohl in andere Kompetenzen verständlicherweise<lb/>
hineinregierte. Eine gewisse Kompetenz gibt es allerdings für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> immer, weil finanzielle oder zolltechnische oder sonstige<lb/>
Gegebenheiten, wie jetzt z.B. bei der OECD-Tagung in Paris, wo er<lb/>
noch immer daran teilnimmt, hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst legt zwar formell<lb/>
immer wieder grössten Wert darauf, zu begründen, wenn er sich wo<lb/>
einschaltet, dass er die Koordinierung aller Fragen letzten Endes<lb/>
hat. Bei der ÖROK-Sitzung ergab sich z.B. ein typischer Fall.<lb/>
Oberösterreich und Niederösterreich wollten beim Bericht über den<lb/>
Donauausbau einen entsprechenden Beschluss. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> weiss, dass<lb/>
es hier grösste Bedenken von Seiten des Finanzministers gibt. Er<lb/>
hat deshalb, ohne dies zu sagen, vorgeschlagen, es ist zweckmässig,<lb/>
die Minister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> und die beiden Landeshauptleute zu<lb/>
ihm zu bitten, um dieses Problem zu besprechen und einen Beschluss<lb/>
herbeizuführen. <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> meinte wegen der Wasserrechtsgenehmigung<lb/>
sei auch der Landwirtschaftsminister notwendig und erwähnte auch<lb/>
den Handelsminister. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, dann würde der Kreis zu<lb/>
gross, er würde die Koordination schon durchführen und stimmte<lb/>
letzten Endes nur zu, dass der Landwirtschaftsminister wegen der<lb/>
Wasserrechtsfrage zugezogen wird, Nicht, dass ich mich um diese<lb/>
Arbeit reisse, ganz im Gegenteil, ich wäre froh, wenn ich ausgeklam<lb break="no"/>mert werde, denn für mich ist die ganze Frage wirklich nur zweitrangig.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> glaubt und ist davon überzeugt, was auch stimmen wird, dass<lb/>
nach dem Rhein-Main-Donau-Kanal-Ausbau die österr. Wirtschaft<lb/>
einen wesentlich grösseren Aufschwung nehmen wird. insbesondere<lb/>
verweist er immer wieder darauf, wieviele Millionen Schilling<lb/>
Transportkosten sich dann die VÖEST ersparen wird. Insgesamt meint<lb/>
er, würden hunderte Millionen der österr. Wirtschaft erspart bleiben.<lb/>
allerdings darf er nicht vergessen, dass ein Grossteil davon dann<lb/>
die österr. Bundesbahn-Frachtverluste haben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-22_10">Bei dem Bericht über die Grenzgebiete hat <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> ergänzt, auch<lb/>
Tirol sei jetzt ein Problemgebiet, weil mit Italien die Wirt<lb break="no"/>schaftsbeziehungen sich verschlechtern. <rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs> wieder meinte, ausser<lb/>
den Grenzgebieten gibt es Problemgebiete wie Murau, Liezen und<lb/>
Weiz, die man auch berücksichtigen müsste. Beschluss wurde darüber<lb/>
natürlich keiner gefasst. Bei den Bergbauerngebieten wieder hat <rs type="person" ref="#per__114571">Wej<lb break="no"/>woda</rs> von der Präsidentenkonferenz darauf hingewiesen, dass im<lb/>
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stärkere Zuschüsse den Bauern geben können und insbesondere die<lb/>
Gemeinden den Wegebau nicht selbst finanzieren müssen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
fragte <rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs>, der ihm einen Zettel zusteckte, was alles auf<lb/>
dem Viehsektor geschieht. Insbesondere verwies er darauf, dass<lb/>
18.000 Stück Schlachtrinder nach Libyen mit 81. Mill. S 7.50 S pro kg<lb/>
bei 650 kg durchschnittliches Stückgewicht mit Subvention exportiert<lb/>
werden müssen. Auch nach Malta können wir 600 Stück mit 2.7 Mio. S<lb/>
Subvention jetzt exportieren.<lb/>
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Landwirtschaftsministerium bekommen.<lb/>
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1 Mia. sfrs. direkt bezahlen, auch Tirol und Vorarlberg leistet<lb/>
seinen Teil wie mir <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> nachher erklärte durch Flächenzuschüsse.<lb/>
Demgegenüber leistet der Bund viel mehr, indem er dem Bergbauern<lb/>
3.000 S gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-22_14">Das Budget der ÖROK wurde wieder mit 7.6 Mill. S festgelegt. Jeweils<lb/>
der Bund und die Länder zahlen 3,648 Mio. und der Städtebund und der<lb/>
Länderbund je 152.000 S. Für Personal sind 2,1 Mill., für Sachauf<lb break="no"/>wand 950.000 S vorgesehen. Für Unterausschüsse werden 4,3 Mill. S<lb/>
ausgewiesen. Ein ganz erkleckliches Budget, das sich auch in den<lb/>
sehr schön aufgemachten Publikationen widerspiegelt. Ich glaube,<lb/>
ich bin der einzige Minister, der auch bei Ausstattung von Berichten<lb/>
äusserst sparsam ist. Ich kenne kein Ministerium, keine Institution<lb/>
die so billig oft wirklich gute Erkenntnisse abzieht oder maximal<lb/>
billigst druckt. Oft denke ich, ob dadurch nicht rein optisch die<lb/>
Qualität unserer Arbeit unterbewertet wird. Wenn ich mir anderer<lb break="no"/>seits vorstelle, wie sinnlos solche Publikationen verwendet<lb/>
werden, dann betrachte ich es wirklich als hinausgeschmissen. Die<lb/>
Raumordnungskonferenz hat eine Broschüre mit 10.000 Stück auf<lb break="no"/>gelegt. Natürlich ist sie schon vergriffen. Dass die Schulen<lb/>
darauf greifen und ein Unterrichtsmaterial damit erhalten, ist<lb/>
mir selbstverständlich. Die Dienststellen, die es zugeschickt be<lb break="no"/>kommen, schubladieren es garantiert nur. Kein Mensch wird sich dieses<lb/>
Material ernstlich ansehen. Hier könnte zweifelsohne sehr gespart<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-22_15">Mit LH <rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> besprach ich die Erdrutsch-Bezahlung<lb/>
in St. Anton. <rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs> wird sich, so hat er mir versprochen,<lb/>
bemühen und einsetzen, dass für die bis jetzt geleistete Arbeit<lb/>
jeder 500.000 S gibt, alle drei kamen wir überein, dass letzten<lb/>
Endes <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mit der Wildbachverbauung die endgültige Sanierung<lb/>
dieses ganzen Gebietes, was in die Dutzende Millionen gehen wird,<lb/>
durchführen muss. Ich bin sehr gespannt, ob sich <rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs> inner<lb break="no"/>halb der Regierung durchsetzt. Die Kompetenz darüber bin ich mir<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> vollkommen klar, liegt nämlich auf alle Fälle ausschliess<lb break="no"/>lich beim Bund.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-22_17">Bei der Staatswappenverleihung an die Fa. METO, die ein Teil des<lb/>
grossen internationalen DIMO-Konzernes<add>[?]</add> ist, hatte ich Gelegenheit<lb/>
mit dem Vizepräsidenten aus Amerika über unsere Wirtschafts<lb break="no"/>situation zu sprechen. Alle sind sehr erstaunt, dass Österreich<lb/>
so gut abgeschnitten hat und noch immer so gut liegt. Ich ver<lb break="no"/>suchte, nicht zuletzt weil diese Gesellschaft jetzt von Österreich<lb/>
momentan begeistert ist und Österreich als einen Stützpunkt betrach<lb break="no"/>tet, um mit dem Osten in ein besseres Geschäft zu kommen, zuzüglich<lb/>
Investitionen nach Österreich zu bringen. Ich hoffe, dass die<lb/>
Geschäftsleitung, die bei diesem multinationalen Konzern in<lb/>
Österreich aus Österreichern besteht und sogar den Europa-Chef,<lb/>
der in der Schweiz ist, aus Österreich genommen hat, dass sie mit<lb/>
unserer Unterstützung die Amerikaner davon überzeugen können,<lb/>
nach Österreich eine Produktionsstätte zu verlegen. Momentan<lb/>
besteht nur ein kleines Werk vom ursprünglichen Gründer dieser<lb/>
Gesellschaft in Hirschwang.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band31_1976-06-22_18">Bei der Bezirksmandatare-Besprechung wurde diesmal Gott sei Dank<lb/>
mehr über Bezirksprobleme diskutiert. Ich halte die Dominanz der<lb/>
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wenn ich dort bin, nicht für sehr glücklich. Sicherlich sind die<lb/>
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Fernsehen lesen, hören oder sehen können. Ich gebe deshalb selbstver<lb break="no"/>ständlich immer entsprechende Berichte. Wichtiger aber erscheint<lb/>
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sich mit örtlichen Problemen eingehender zu beschäftigen. Unsere<lb/>
Mitglieder und letzten Endes die gesamte Landstrasser Bevölkerung<lb/>
interessiert sehr wenig weltpolitisch, auch wenn es Wirt<lb break="no"/><pb n="31-0745" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band31/31_1976-06-22_0745.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schaftsprobleme sind. Dies all man nicht vergessen und deshalb<lb/>
auch unseren Funktionäre die Möglichkeit geben, über örtliche<lb/>
Probleme zu diskutieren. Interessant für mich war, dass als<lb/>
ich über die Preissituation referierte und über die Schwierig<lb break="no"/>keiten, die wir jetzt bei den Preisverhandlungen wegen der<lb/>
Getreidepreise bekommen werden, dass in der Diskussion <rs type="person" ref="#per__97309">Adel<lb break="no"/>poller</rs> sofort fragte, ob wir hier nicht entsprechende Getreide<lb break="no"/>mengen importieren können. Die Reaktion unserer Funktionäre<lb/>
ist nach wie vor, wenn es Schwierigkeiten gibt, dann sofort<lb/>
den Bauern mit aller Gewalt zeigen, dass wir von ihnen nicht<lb/>
abhängig sind. Genau die gegenteilige Politik möchte ich aber<lb/>
versuchen. Dem Bauern muss man eine Chance geben, seine Produkte<lb/>
in Österreich oder wenn dort ein Absatz nicht mehr möglich ist,<lb/>
im Ausland zu verkaufen. Wenn der Bauer seine Produkte nicht mehr<lb/>
verkaufen kann, dann wird er genau so wütend, wie wenn der Arbeiter<lb/>
keine Arbeitsmöglichkeit hat.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 22.6.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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