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            <title type="main">Donnerstag, der 25. März 1976 bis Montag, der 29. März 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_01">Donnerstag, 25. März bis 29. März 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_02">Bei der Bürges haben sich die Anträge gegenüber dem Vorjahr<lb/>
in den ersten drei Monaten verdoppelt. Schon im Vorjahr waren<lb/>
aber statt 1 1/2 Milliarden 2,3 Milliarden Kreditsumme vergeben<lb/>
worden. <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs>, der Geschäftsführer, meinte, man hätte noch<lb/>
Zeit aber im Laufe des Jahres müßte man an Restriktionen denken.<lb/>
Ohne daß ich in die Verhandlung eingreifen wollte, habe ich den<lb/>
Vorschlag der Arbeitnehmervertreter, der allerdings sehr schüchtern<lb/>
gemacht wurde, die Normalfälle jetzt nicht mehr zu bedienen, aufge<lb break="no"/>nommen indem ich erklärte, ich mache die Geschäftsführung verant<lb break="no"/>wortlich, wenn vielleicht im Laufe des Jahres sich herausstellt,<lb/>
daß nicht genug Mittel zur Verfügung stehen um Richtlinien gemäß<lb/>
d.h. unter Berücksichtigung der Schwerpunkte die Bürges abzuwickeln.<lb/>
Man beschloß dann sofort die Normalfälle einzustellen, d.h.keine<lb/>
neuen mehr zu berücksichtigen. Heuer bekommt nämlich der<lb/>
Fonds noch an Stelle der 187 Mio. Schilling 217 Mio. Schilling aus<lb/>
dem erhöhten Gewerbesteuerertrag 74. In den nächsten Jahren fürchte<lb/>
ich, wird die Gewerbesteuer zurückgehen und daher auch die Mittel<lb/>
vom Gewerbestrukturverbesserungsgesetz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_03">Ein weiters wichtiger Punkt war, daß die Höchstgrenze für Kredite<lb/>
von 9 3/4 jetzt so schnell als möglich auf 9 % gesenkt werden muß.<lb/>
Die Handelskammer möchte noch immer im kammerinternen Begutachten<lb/>
vorerst ein Einvernehmen mit den Banken erzielen. Ich erklärte<lb/>
dort, daß <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> vor Monaten schon erklärt hat, es muß jetzt end<lb break="no"/>lich der Kreditzinssatz gesenkt werden, wenn die Handelskammer nicht<lb/>
in kürzester Zeit zu einer einvernehmlichen Lösung kommt, werde ich<lb/>
als Handelsminister die entsprechenden Kreditkostenobergrenze senken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_04">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs>: <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> soll spätestens Anfang April diesbezügliche<lb/>
endgültige Verhandlungen führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_05">Zur Eröffnung des Konsum-Marktes auf der Landstraße bin ich nur als<lb/>
Bezirksobmann der SPÖ gegangen, trotzdem muß ich dann natürlich<lb/>
ein paar Worte bei der Eröffnung sagen, die Genossenschafter, selbst<lb/>
der Obmann <rs type="person" ref="#per__113061">Kadits</rs> legten größten Wert darauf, daß ich sogar eröffne.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_06">Der Handelsdelegierte in Moskau <rs type="person" ref="#per__114589">Canisius</rs> hat mit dem Handelsrat<lb/>
in Wien eine Aussprache gehabt wegen der nächsten Projekte. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs><lb/>
möchte gerne wissen, ob wir mehr Öl beziehen. Ich rief GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> an um<lb/>
von ihm einen entsprechenden Verhandlungsrahmen zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
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wesentliche Erhöhung der Rohölbezüge aus der Sowjetunion zu ver<lb break="no"/>handeln. Ich schlug ihm vor, daß das Handelsministerium jetzt<lb/>
anstelle von 1,2 Mio. Tonnen von einer Verdoppelung reden wird<lb/>
und dies auch den Russen mitteilt. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> ist damit einverstanden<lb/>
und meint, es wird sogar noch mehr werden. <rs type="person" ref="#per__114589">Canisius</rs> wird jetzt in<lb/>
Moskau die entsprechenden Vorgespräche führen. Ich hielt mit <rs type="person" ref="#per__114589">Canisius</rs><lb/>
auch neuerdings fest, daß wir die 1 Mia. Kilowattstunden unbedingt<lb/>
beziehen müssen. Nur durch die Mehrbezüge von Energie können wir<lb/>
gegenüber dem Osten überhaupt unsere Exportmöglichkeit aufrecht er<lb break="no"/>halten. Ich sehe sonst keinen Ausgleich, da wir früher landwirtschaft<lb break="no"/>liche Produkte aus den Oststaaten bezogen haben, jetzt aber land<lb break="no"/>wirtschaftliche Produkte dorthin liefern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_07"><rs type="person" ref="#per__114589">Canisius</rs> schilderte mir die Verhandlungen über die Hotelbau-Angebote<lb/>
in Moskau. Es war für mich nichts Neues aber nach wie vor er<lb break="no"/>schütternd. Kammerpräsident von Wien <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> hat bevor er diese<lb/>
Funktion übernahm den Russen große Hoffnungen gemacht, als er einmal<lb/>
Moskau besuchte. Die dann durchgeführten Besprechungen haben klar<lb/>
und deutlich gezeigt, daß niemand um 30.000 Rubel pro Bett ein Hotel<lb/>
mit 1.000 Betten errichten kann und will. Anstelle sofort abzusagen<lb/>
wurde viel herum geredet und letzten Endes 52.000 Rubel je Bett ver<lb break="no"/>langt. Natürlich lehnten die Russen dieses überhöhten Preis ab,<lb/>
möchten aber weiter verhandeln und verlangen einen Generalvertreter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_08">In Innsbruck habe ich bei der 125-Jahr-Feier mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
auf der einen Seite dann aber auch mit <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> und Kammeramtsdirektor<lb/>
von Wien <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> diesbezüglich gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> schlug mir vor,<lb/>
wir sollten in der nächsten Woche eine Aussprache mit ihm, der Bau<lb break="no"/>industrie, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und mir durchführen. Präsident <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> dagegen<lb/>
meinte bei einer anderen Besprechung mit mir, daß sie jetzt einen<lb/>
Generalbevollmächtigten nennen werden. Die Handelskammer dürfte hier<lb/>
nicht gut genug kooperieren. Zwischen <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> ist<lb/>
jetzt überhaupt eine irrsinnige Spannung entstanden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
machte mich darauf aufmerksam, was übrigens dann auch in den<lb/>
Zeitungen stand, daß er jetzt seine Wirtschaftsbundleute vergattert<lb/>
um klarzustellen, er sei noch gesund und denke nicht daran, in die<lb/>
80er-Jahre nicht mehr zu kandidieren. Ich glaube, daß auch die<lb/>
jetzt von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> herausgestrichene Härte des Wirtschaftsbundes<lb/>
nicht nur ein Bekenntnis zur neuen Linie der Gesamtpartei ist,<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs>. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> möchte jetzt dies so darstellen, als wäre<lb/>
er von allem Anfang immer für <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> gewesen. In Wirklichkeit<lb/>
versuchte er natürlich zuerst den ungefährlichen <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> in die<lb/>
Wiener Position zu bringen und dann dort auch noch zu verteidigen<lb/>
als dieser gar nicht mehr zu halten war. Der personelle Kampf<lb/>
innerhalb der ÖVP zwischen den Bünden und um den Parteiobmann hat<lb/>
sich jetzt leider in den Wirtschaftsbund verlagert. Ich bin überzeugt,<lb/>
dort wird er in der nächsten Zeit mit genau derselben Brutalität<lb/>
und Härte ausgetragen werden wie dies bis jetzt um die ÖVP-Obmann<lb break="no"/>schaft der Fall war. In einer solchen kritischen Phase kann es<lb/>
leicht möglich sein, daß die Sozialpartnerschaft wirklich flöten<lb/>
geht. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> auf der einen Seite exponiert sich sehr stark bei der<lb/>
Marktordnungsverlängerung, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> auf der anderen Seite muß jetzt<lb/>
im Personalkampf innerhalb des Wirtschaftsbundes bestehen. Ich setzte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auch besonders hart zu weil die Bundeskammer er und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
haben den Brief unterschrieben mir im Zusammenhang der Japan-GATT-<lb/>
XXXV-Artikel-Kündigung androhten, sie werden in die Öffentlichkeit<lb/>
gehen. Ich schrieb einen ganz scharfen Antwortbrief, den ich persönlich<lb/>
überreichte, darin drohte ich, daß mit dem Schreiben der Handels<lb break="no"/>kammer, das <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> unterschrieben hatten, soll schein<lb break="no"/>bar ein neuer Weg in der Aussenhandelspolitik gegangen werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> lenkte sofort ein, meinte, er hätte das Handelskammer<lb break="no"/>schreiben zwar unterschrieben aber niemals gelesen, was ich sicher<lb/>
glaubte. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wieder sagte, er sei von <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> so informiert<lb/>
gewesen, die heftige Reaktion von mir war sicherlich für die beiden<lb/>
ungewöhnlich und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte ununterbrochen, ob ich beleidigt<lb/>
sei. Er kennt noch nicht meine Einstellung, daß ich dann beleidigt<lb/>
bin, wenn ich beleidigt sein will. In diesem Fall spielte ich<lb/>
glaube ich sehr gut hart obwohl ich gerade hier wahrscheinlich<lb/>
keinen allzu großen Grund von der Sache her habe. Ich glaube nur,<lb/>
man darf erst diesen Ton gar nicht einreißen lassen. Wenn die<lb/>
Handelskammer auf Kooperation Wert legt, dann darf sie nicht an<lb break="no"/>drohen, daß sie in die Öffentlichkeit gehen wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sagt mir<lb/>
zwar bei jeder Gelegenheit unter anderem auch wegen der Besetzung<lb/>
der Industriesektion, dies wird im Parlament und in der Öffentlich<lb break="no"/>keit ein Nachspiel haben ohne daß es bis jetzt bei vielen anderen<lb/>
Fällen getan hat. Möglich, daß er es einmal macht, vorher aber hat<lb/>
er mich zumindest entsprechend gewarnt. Schriftlich hat er diese<lb/>
Drohung niemals noch angekündigt, sondern eigentlich alles runter<lb break="no"/><pb n="30-0411" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band30/30_1976-03-25_1976-03-29_0411.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>geschluckt. Der von ihm und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> unterschriebene Brief<lb/>
weicht von dieser Methode ab, weshalb ich gleich mit allen<lb/>
Rohren zurückschoß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_09">Die Diskussion der Jungen Generation über Energieprobleme, wo<lb/>
anstelle des FPÖ-Abg. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> der Landtagsabgeordnete <rs type="person" ref="#per__144875">Eigentler</rs><lb/>
teilnahm, von der ÖVP war der Industriellenvereinigungssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> gleichzeitig Geschäftsführer der Tiroler Gasgesellschaft<lb/>
von uns hat <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> den Tiroler SPÖ Abg. <rs type="person" ref="#per__112988">Sepp Wille</rs> nach Innsbruck<lb/>
geschleppt. Ich mußte ja sowieso zur 125-Jahr-Feier von der Handels<lb break="no"/>kammer. <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> hatte nachher größte Gewissensbisse weil die Junge<lb/>
Generation und die Partei sage und schreibe 20 Leute für dieses<lb/>
sehr interessante Thema und für diese große Besetzung nur aufge<lb break="no"/>bracht hat. Insbes. ärgerte sich <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> weil er ja <rs type="person" ref="#per__112988">Sepp Wille</rs> nach<lb/>
Innsbruck schleppte. <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> wollte dort demagogisch erklären,<lb/>
daß Tirol benachteiligt wird, er hätte z.B. mit 2 deutschen Firmen<lb/>
verhandelt und könnte jederzeit Gas für Tirol importieren. Ich<lb/>
erklärte ihm sofort, er hat von mir aus die Zustimmung, die er<lb/>
übrigens gar nicht braucht. <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> meinte, damit sei er sehr<lb/>
zufrieden. <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> hatte überhaupt die ganze Diskussion so angelegt,<lb/>
auf die Vorteile Tirols des billigen Stroms nach der Methode, Tirol<lb/>
den Tirolern. NR <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, obwohl Tiroler Abgeordneter, versuchte immer<lb/>
wieder die öst. gesamtwirtschaftliche Situation darzustellen. Seine<lb/>
Argumente, Tirol hat paar hunderttausend, sei ein Land und wolle eine<lb/>
eigene Politik machen, Bayern sei auch ein Land, hätte aber mit<lb/>
11 Mio. mehr als die ganze Republik Österreich. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> ist ein viel<lb/>
zu seriöser Diskussionsteilnehmer gegenüber solchen demagogischen<lb/>
und gefühlsmässigen Aussagen wie <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> dies dort startete. Ich<lb/>
hätte da an seiner Stelle ganz anders reagiert. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> meinte aller<lb break="no"/>dings nachher zu mir er hofft doch immer noch, daß die Vernunft und<lb/>
der gesunde Menschenverstand auch bei den Wirtschaftsfragen in Tirol<lb/>
zu tragen kommt. Diese Meinung teile ich eigentlich nicht. Die<lb/>
Tiroler entwickeln genau wie die Vorarlberger aber auch andere<lb/>
Bundesländervertreter ganz systematisch ihre Nationalinteressen<lb/>
getarnt durch völkische Eigenständigkeit. Wenn dann der Eindruck<lb/>
entsteht, die Wiener Zentralstellen wollen sie in ihrem Lebens<lb break="no"/>standard in ihren Vorteilen beschneiden, dann bin ich überzeugt,<lb/>
richten sich einheitlich auch SPÖ-ler gegen Wien. Wer dies demagogisch<lb/>
nützt und das macht die ÖVP in allen diesen Ländern kann nur, so<lb/>
handhabe ich es zumind., mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_10">Wenn <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> erklärt, er kann billiges Gas bekommen, darf<lb/>
man sich nicht auseinandersetzen, daß dies nicht geht und das<lb/>
es auch gar nicht zweckmäßig ist, sondern muß ganz einfach sagen,<lb/>
dann importieren Sie.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_11">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Den Sachverhalt durch die Energiesektion und<lb/>
Bergbehörde genau klären lassen und dann in Tirol publizistisch<lb/>
verwerten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_12">Der Vortrag und die Aussprache mit den Post-Gewerkschaften auf<lb/>
der Hungerburg war für mich sehr interessant. Ich referierte ver<lb break="no"/>hältnismäßig kurz und ging nur auf den Angriff der Tiroler Tages<lb break="no"/>zeitung, daß ich nur ein Erfüllungsgehilfe des Gewerkschafts<lb break="no"/>bundes bin ein. Die Tiroler Gewerkschafter der Postbediensteten<lb/>
meistens ÖVP-ler haben es sehr schwer mich jetzt wegen des Benzin<lb break="no"/>preises wo ich in den Gewerkschaftsintentionen und auch ihren eigenen<lb/>
gefolgt bin, nämlich so tief wie möglich ihn festzusetzen, auf der<lb/>
einen Seite und auf der anderen Seite als ÖVP-ler die die Regierung<lb/>
ständig angreifen, unterstützt jetzt noch sogar durch die Tiroler<lb/>
Tageszeitung entscheiden. Die Diskussion war deshalb auch und das<lb/>
bedaure ich wieder, sehr lahm. An Hand von anderen Beispielen, Zucker,<lb/>
Erdäpfeln usw. habe ich ihnen die Schwierigkeiten der Preisentwicklung<lb/>
und der Preisbildung erörtert. Ich komme immer mehr zur Überzeugung,<lb/>
daß weniger die allgemein theoretischen und makroökonomischen Zusam<lb break="no"/>menhänge die man noch so einfach erklären kann, die Leute besonders<lb/>
interessiert. Was glaube ich wirklich auf Interesse stößt, ist an<lb/>
Hand von einzelnen Beispielen von Erlebnisberichten von Verhandlungs<lb break="no"/>informationen die nicht in den Zeitungen standen, das Interesse der<lb/>
Zuhörer zu wecken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_13">Auch bei der Bezirkskonferenz in Zell am See wendete ich dieses<lb/>
System mit Erfolg an. Wenn dann noch ein paar gute Bonmots mir ein<lb break="no"/>fallen, manche wiederhole ich wenn sie gut sind dann bei jeder Ge<lb break="no"/>legenheit, was Vorträge, Konferenzen usw. sehr auflockert. Mich<lb/>
stört es schon teilweise immer wieder dieselben Gags wie Pickerl-Joe,<lb/>
Etiketten-Josef usw. zu bringen, in diesem Fall komme ich mir vor<lb/>
wie ein Schauspieler mit einer eingelernten Rolle. Andererseits<lb/>
aber wieder sind nicht nur die Zuhörer dafür sehr dankbar sondern<lb/>
die Veranstalter versichern mir, daß dies die einzige Möglichkeit<lb/>
ist auch komplizierte Probleme einfach darzustellen und gleichzeitig<lb/>
die Leute zu überzeugen, daß sie nicht umsonst gekommen sind. Der<lb/>
Bezirksobmann NR <rs type="person" ref="#per__114960">Maier</rs> hat eine so phantastische Bezirkskonferenz<lb/>
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Art des Sprechens, das die Leute fast schon erwarten, zurückzu<lb break="no"/>führen. Die selbe Erfahrung konnte ich dann bei einem Diskussions<lb break="no"/>abend der bis nach 11 dauerte, in Uttendorf feststellen. Aus<lb/>
solchen Veranstaltungen ziehe ich immer den einzigen Schluß, ob<lb/>
er richtig ist, weiß ich nicht, daß ich mich nicht ändern soll<lb/>
und daß ich mich nicht ändern werde. Ob ich bei einer Festver<lb break="no"/>anstaltung spreche, bei einer Konferenz oder bei einer Versammlung,<lb/>
immer den selben Dialekt, immer eine Materie die ich beherrsche und<lb/>
immer zwar eine verbindliche aber dann doch angreifende Art ist<lb/>
für mich die einzig Richtige. Alle Versuche, mich bei hochgeistigen<lb/>
Diskussionen, Festvorträgen, durch auch noch so gescheite Unterlagen<lb/>
auf Minister mich zu trimmen, scheiterten, müssen scheitern und will<lb/>
ich auch gar nicht. Wohl übernehme ich sehr gerne neue Ideen, muß sie<lb/>
aber vorher selbst verstanden haben, damit ich sie watscheneinfach<lb/>
meinem Publikum darlegen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_14">Besuche in den Ländern haben einen Vorteil, man wird mit der Wirk<lb break="no"/>lichkeit konfrontiert und wird mit Einzelwünschen, fast würde ich<lb/>
sagen, überschüttet. In stundenlangen Aussprachen mit Bürgermeistern<lb/>
und Unternehmern aber auch natürlich Parteifunktionären kann ich<lb/>
befriedigende Informationen geben, leider nicht sofort die ent<lb break="no"/>sprechenden konkreten Wünsche erfüllen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_15">Die Firma Arnsteiner wünscht, daß ich wegen der Exportwechselbürg<lb break="no"/>schaft mit der Öst. Kontrollbank, <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs>, verhandle. Ich habe<lb/>
ihnen sehr geholfen, weshalb sie hoffen, daß auch diese Schwierig<lb break="no"/>keit beseitigt wird und sie anstelle der 19 Mio. mindestens 25 Mio.<lb/>
bekommen, was sie schon einmal 1973 hatten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_16">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_17">Gastwirt <rs type="person" ref="#per__144921">Obermoser</rs>, Paß-Thurn möchte einen ERP-Kredit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_18">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Dr. <rs type="person" ref="#per__124066">Mück</rs>, Hotel-Treuhand verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_19">Gastwirt <rs type="person" ref="#per__144925">Kogler</rs>, Mittersill, hat ein Hallenbad gebaut, mit 16 Mio.<lb/>
Schilling, die Gemeinde ist dort gut herausgestiegen, sie haben<lb/>
nur 1,5 Mio. Schilling dazu bezahlt und jetzt ein öffentlich zu<lb break="no"/>gängiges Hallenbad. Der Betrieb braucht nur dringend 80 – 100 Betten<lb/>
und entweder ERP- oder Zinsenzuschüsse.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_20">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_21">Die Mittersiller, Ing. <rs type="person" ref="#per__145162">Langer</rs>, möchten einen Lift auf die<lb/>
Lach-Alm, der mindestens 70 Mio. Schilling kostet. Meiner<lb/>
Meinung nach kaum zu finanzieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_22">Die Neunkirchner am Großvenediger wollen ihren bestehenden Lift<lb/>
verbessern, da man eine halbe Stunde auf Sessellift zum Gipfel<lb/>
befördert wird. Bei Schlechtwetter, wie es auch wir hatten, friert<lb/>
der Gast furchtbar. Hier soll eine neue Anlage gebaut werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_23">Die Maut auf die Gerlos-Platte, d.h. die neue Gerlos-Straße, stößt<lb/>
auf Widerstand des gesamten Pinzgaus. Die Frage ist nur, wie kann<lb/>
man wenn die Maut entfallen soll, die Rückzahlung finanzieren.<lb/>
Angeblich hat <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> erklärt, er wäre bereit, 80 Mio. Schilling<lb/>
der Gerlos-Straßenverwaltung, die ebenfalls von der Großglockner-<lb/>
Hochalpenstraße betrieben wird, als Ablöse zu bezahlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_24">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte klär dies im Bautenministerium.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_25">Die Mittersiller möchten gerne, ja der ganze Pinzgau, eine Unter<lb break="no"/>stützung durch die Öst. Fremdenverkehrswerbung. Ing. <rs type="person" ref="#per__145162">Langer</rs> soll<lb/>
über Möglichkeiten verständigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_27">Der Innungsmeister der Gerber, <rs type="person" ref="#per__145163">Hritsch</rs> aus Mittersill beschwert<lb/>
sich bitter, daß bei den Häuteauktionen zwar <rs type="person" ref="#per__114472">Giglinger</rs> von uns<lb/>
vertreten ist, dort aber niemals für einigermaßen preisstabile<lb/>
Auktionen eintritt. Er äußert sich wahrscheinlich überhaupt nicht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145163">Hritsch</rs> möchte nicht offiziell in Erscheinung treten, da er<lb/>
Repressalien erwartet. Ich verspreche ihm, an den Verband der<lb/>
öst. Häuteverwertung heranzutreten und einen Brief an diese Organi<lb break="no"/>sation zu schreiben. Die Rohware hat in der letzten Zeit sich von<lb/>
6.90 auf 11.90 erhöht, Kuhhautpreis pro kg. <rs type="person" ref="#per__145163">Hritsch</rs> befürchtet<lb/>
eine Verknappung. Ich werde einen Brief an Ing. <rs type="person" ref="#per__145164">Matyk</rs>, Gumpolds<lb break="no"/>kirchner Lederfbk., der gleichzeitig der Fachverbandsredner und Vor<lb break="no"/>steher der Industrie ist, schreiben, wo ich ihn auffordere, mit<lb/>
dem Handelsministerium gemeinsam eine Besprechung über die Ver<lb break="no"/>sorgungssituation zu veranstalten. Ebenso soll dazu die Innung<lb/>
eingeladen werden. Die Exporte, die insbes. eine Firma Stöger<lb/>
in Eggelsberg bei Mattighofen, derzeit durchführt, gefährden die<lb/>
Versorgung der öst. Gerber.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_28">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte die beiden Briefe und eine interne<lb/>
Aussprache mit Wanke-Industriesektion und uns.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_29">Der Betriebsratsobmann und Bürgermeister von Lend, <rs type="person" ref="#per__145165">Primig</rs><lb/>
hat mit dem Direktor der Aluminiumwerke Lend, <rs type="person" ref="#per__145166">Moser</rs>, schwere<lb/>
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wenn der Stromvertrag genehmigt wird, Investitionen durchführen.<lb/>
Bis jetzt ist dies nicht geschehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_30">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte Schreiben an <rs type="person" ref="#per__145166">Moser</rs> mit Durchschrift<lb/>
dann an <rs type="person" ref="#per__145165">Primig</rs>, wo ich die seinerzeitige Vereinbarung in Erinne<lb break="no"/>rung bringe. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> kennt das Problem.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_31">Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__145167">Schmitterer</rs> von der Firma Steiner, Tischlerei<lb/>
in Lofer, will von mir wissen, ob das Nationaltheater in Damaskus<add>[Satz bricht hier ab, Anm.]</add><lb/>
<rs type="person" ref="#per__145167">Schmitter</rs> will seinem Chef zeigen, daß er sich eingesetzt hat<lb/>
und wäre glücklich, wenn wir von der Universale eine diesbezügliche<lb/>
Mitteilung, daß sie ins Geschäft kommen können, zeigen könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_32">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Universale bitte anrufen und Brief verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_33">Bezüglich der vielen anderen vorgebrachten Wünsche und Anregungen,<lb/>
die allerdings nicht so konkret waren als die oben angeführten,<lb/>
vereinbare ich mit Abg. <rs type="person" ref="#per__114960">Maier</rs>, entweder <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> oder <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> zu ihm<lb/>
zu schicken, damit er an Ort und Stelle die konkreten Probleme<lb/>
und Wünsche hört und bespricht. <rs type="person" ref="#per__114960">Maier</rs> möchte lieber, daß <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs><lb/>
kommt, da er mit <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, wie er sich ausdrückt, eine schlechte Er<lb break="no"/>fahrung hat. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat ihn monatelang immer versprochen, in diesen<lb/>
und jenen Fällen zu helfen, dann aber nichts getan. An <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> ge<lb break="no"/>wendet hat er die Erledigung verhältnismäßig sehr bald bekommen.<lb/>
Da ich mich in die interne Arbeitsteilung im Haus nicht einmischen<lb/>
möchte, werde ich es natürlich <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> überlassen, ob er bereit ist,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> dorthin zu schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_34">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte das Problem mit <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> und dann mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_35">Nach solchen, eigentlich für mich geruhsamen Tagen, frage ich mich<lb/>
ob nicht wirklich zweckmäßigerweise ich solche Touren öfters machen<lb/>
soll. Die Bürgermeister, auch die nicht fraktionellen Funktionäre,<lb/>
sind über solche Aussprachen immer sehr glücklich. Die Unternehmer<lb/>
wieder sind sehr stolz, w.z.B. der Fahnen-Produzent <rs type="person" ref="#per__145168">Gärtner</rs> oder<lb/>
der Skifabrikant <rs type="person" ref="#per__121813">Arnsteiner</rs> oder der leitende Ing. und Betriebs<lb break="no"/>leiter in Hinkunft der Scheelit-Aufbereitungsanlage in den Felber-Tauern<lb/>
sind sehr stolz und froh, daß ich sie besichtige. Mich persönlich<lb/>
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zweckmäßiger anstelle der Detailverhandlungen und Arbeiten im Büro<lb/>
über das Wochenende, wo sowieso ja wenig Büroarbeit anfällt, und<lb/>
vor allem in der flauen Zeit, in den Urlaubsmonaten, solche Be<lb break="no"/>sichtigungen, nicht nur auf die Elektrizitätswirtschaft, sondern<lb/>
auch auf Betriebe auszudehnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_36">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Überleg Dir und wie wir das entsprechend<lb/>
organisieren sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_37">In Wald gibt es eine deutsche Siedlung Königsleiten. Dort hatte ich<lb/>
Gelegenheit durch reinen Zufall mit einem der vier Gesellschafter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145169">Pik</rs> aus Bundesrepublik zu reden. Die Merkur-Bau ist dort mit<lb/>
Appartementhäuser vertreten. Das vierte Appartementhaus ist nun<lb/>
fertig zu stellen, steht aber auf einem von der Grundverkehrs<lb break="no"/>kommission zuerst genehmigten und jetzt vom Raumordnungsvertreter<lb/>
Hofrat Fuchsjäger abgelehnten Gebiet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_38">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__145170">Fuchsjäger</rs>, Hofrat in der<lb/>
Salzburger Landesregierung verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_39">Gemeindesekr. <rs type="person" ref="#per__145171">Hölzl</rs> aus Wald erklärt, daß <rs type="person" ref="#per__130193">Prodinger</rs> versprochen<lb/>
hat, einen Lift mit 16 Mio. durch Zinsenzuschüsse zu unterstützen,<lb/>
der schon gebaut ist. Angeblich soll er so einen Fond, wenn das<lb/>
Projekt der Steiermark ausfällt, Geld dafür vorhanden sein. Ich<lb/>
kenne diesen nicht.<lb/>
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60 Mio bauen, dieser wird an eine Gastronomie mit 600 Sitzplätzen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_42">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll Unterlagen rausschicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_43">Hotel Pinzgauerhof in Zell am See hat einen ERP-Kredit wegen Um<lb break="no"/>schuldung eingereicht. Angeblich waren alle dafür, nur <rs type="person" ref="#per__137484">Schütz</rs> vom<lb/>
ERP-Büro dagegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_44">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte sofort klären ob bei der letzten Zuschlag<lb/>
Hotel Pinzgauerhof genehmigt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_45">Gastwirt <rs type="person" ref="#per__145173">Bachmann</rs> in Hinterglemm hat seinerzeit auf Vorschlag<lb/>
seines Beraters Dr. <rs type="person" ref="#per__114961">Prodinger</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, ein wirklich guter Fachmann für<lb/>
Fremdenverkehrsunternehmungen, einen Restaurant-Betrieb einge<lb break="no"/>richtet. Dadurch hat er seine Bettenanzahl von 40 auf 22 re<lb break="no"/>duziert. Jetzt soll er keinen ERP-Kredit bekommen, wo er auf<lb/>
50 bis 60 Betten zusätzlich aufstocken möchte, weil die Richt<lb break="no"/>linien versehen, er muß mindestens 30 Betten jetzt schon be<lb break="no"/>treiben. Dies erscheint mir als ein Härtefall.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_46">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte konkreten Fall bei Hotel-Treuhand<lb/>
resp. im Handelsministerium erheben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_47">Montag. 29. März 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_48">Beim Jour fixe teilte ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> mit, daß selbstverständlich<lb/>
auch er als Vertreter <rs type="person" ref="#per__97893">Sallingers</rs> bei der Industriekommission<lb/>
eingeladen sei. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> studierte den Einladungsbrief ganz<lb/>
.genau und war eigentlich erst dann beruhigt, nachdem aus diesem<lb/>
Schreiben wirklich nicht hervorging, ob noch außer dem Präsi<lb break="no"/>denten wer anderer eingeladen ist als ich. <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> <choice><choice><sic>anrief</sic><corr>rief an,</corr></choice></choice> um<lb/>
mit ihm abzusprechen, daß er selbstverständlich auch in Begleitung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> kommen würde. Man sieht, wie <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> doch größten Wert<lb/>
darauf legt, bei diesen Besprechungen dabei zu sein und nicht ab<lb break="no"/>gehängt zu werden, dafür habe ich volles Verständnis, weil furcht<lb break="no"/>bar leicht man aus einem Geschehen rausgedrängt ist. Bei der Re<lb break="no"/>gierungsvorbesprechung habe ich dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ganz besonders auf die<lb/>
Zweifel ob Stellvertreter mitgenommen werden, aufmerksam gemacht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> wird alle Institutionen anrufen und feststellen, daß ständig<lb/>
die Stellvertreter bei allen Sitzungen beiwohnen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_49">Bezüglich Japan GATT-Liberalisierung hat <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> versucht, daß<lb/>
Schreiben wo sie die Öffentlichkeitsinformation ankündigen, zu<lb/>
verteidigen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> selbst hat aber sofort eingesehen, daß meine<lb/>
harte Reaktion von mir in jeder Beziehung weiter vertreten wird.<lb/>
Er hat deshalb sofort eingeschwenkt und eine modifizierte Zustimmung<lb/>
nachdem <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> Verhandlungen mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> führen soll und wir<lb/>
zwei wieder allein waren zugesagt. Vor der Ministerratsvorbesprechung<lb/>
habe ich <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> darüber im Detail informiert und er verlangt nach<lb/>
wie vor, daß dieses Problem so schnell als möglich im Sinne der Voll<lb break="no"/>liberalisierung für Japan gelöst wird. Vom außenpolitischen Stand<lb break="no"/>punkt ist es unakzeptabel, daß wir nur noch mit Südafrika und paar<lb/>
Entwicklungsländern diese Liberalisierung Japan verweigern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_50">Selbstverständlich kam wieder die Römer-Nachfolge zur Sprache. Die<lb/>
Handelskammer möchte mir unbedingt jetzt einreden, daß sie immer<lb/>
schon für <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> eingetreten ist und niemals <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> ihr Kandidat<lb/>
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vorschlägt und ich mich an den Kommissionsvorschlag halten werde,<lb/>
daß ich doch nicht innerhalb fünf Jahren das Ministerium einfärben<lb/>
könnte, da, wie ich sagte, gegen die Bestellungen nichts eingewendet<lb/>
werden könnte, ich hatte sie meistens auch Vorschläge selbst von<lb/>
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reden ob sie nicht dem ÖAAB beitreten, damit dann die Argumen<lb break="no"/>tation wegen des Einfärbens scheinbar dann nicht mehr gilt.<lb/>
Ich habe stets Fachleute gesucht, die Handelskammer konnte mir<lb/>
in keinem Fall welche schicken. Ich habe ständig entsprechende<lb/>
Kommissionen oder Gruppen eingesetzt, die mir Vorschläge aus<lb break="no"/>arbeiteten und glaube und bin überzeugt, daß wir die richtigen<lb/>
Leute gefunden haben. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> konnte auch sachlich gegen niemand<lb/>
etwas einwenden, wollte nur wissen, wer den eigentlich jetzt<lb/>
noch in der nächsten Zeit zur Besetzung kommt. Ich verwies auf<lb/>
die so wichtige Präsidialsektion, die wie er gleich richtig sagte,<lb/>
auch für das Bautenministerium zuständig ist und auch die Oberste<lb/>
Bergbehörde. Dort erklärte ich, sei der beste Mann MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>. Wir<lb/>
diskutierten lang über die Personalproblematik und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> mußte<lb/>
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Personalpolitik gemacht wurde. Auf meinen Vorhalt, daß man den<lb/>
so starken und guten MR <rs type="person" ref="#per__140261">Lobmeyr</rs>, der Hoffnung hat die Industrie<lb break="no"/>sektion zu übernehmen, gehen ließ, weil man von CV unbedingt den<lb/>
Wolferl, heißt <rs type="person" ref="#per__107939">Wolfgang Römer</rs>, als Budgetisten ihm vorsetzte, kann<lb/>
er sich auch nicht richtig erklären. Der beste Mann war, wie er<lb/>
meinte, Botschafter <rs type="person" ref="#per__137933">Marquet</rs>, hier konnte ich auch sofort erwidern,<lb/>
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Außenamt ziehen ließ, weil man ihm damals als schon deutlich er<lb break="no"/>kennbar <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> vorzog. Ich erklärte, daß wenn die ÖVP eine Per<lb break="no"/>sonaldiskussion im Parlament über das Handelsministerium, sei es<lb/>
durch dringliche Anfrage oder sonstwie, zur Sprache bringt, ist<lb/>
mir dies nur sehr recht. Ich möchte sowieso jetzt <choice><choice><sic>geren</sic><corr>gern?</corr></choice></choice> auf die<lb/>
vor längerer Zeit vorgetragenen Angriffe von Abg. <rs type="person" ref="#per__133372">Bauer</rs> wegen der<lb/>
Benachteiligung von <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> replizieren. Wenn es noch dazu zu<lb/>
keiner Einigung kommt, wird nach Ausscheiden MR <rs type="person" ref="#per__136790">Wagner</rs>, des jetzigen<lb/>
Stellvertreters der Industriesektion MR <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> automatisch nach<lb/>
der Anciennitätsforderung der Personalvertretung Stellvertreter.<lb/>
Dann hat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> aber bereits <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> erklärt, er geht auf<lb/>
die Universität. Ich bin gerne bereit um <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> zu halten, ihn gegen<lb/>
das Prinzip der Personalvertretung zum Stellvertreter zu machen. Hier<lb/>
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Zusagen gebunden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_51"><rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat mir bei der Wiener-Ausschuß-Sitzung mitgeteilt,<lb/>
daß Ing. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> mit ihm eine lange Aussprache gehabt<lb/>
hat über die Personalprobleme. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> würde zustimmen,<lb/>
wenn zumind. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> Stellvertreter und MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> die Grund<lb break="no"/>satzgruppe bekommen würde. Die Personalvertretung würde dann<lb/>
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Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, daß die Gefahr besteht, wenn die Grund<lb break="no"/>satzgruppe ausgeschrieben werden muß und sich dann ein profilierter<lb/>
Wirtschaftsmann meldet, <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> als Jurist, der eine wirtschafts<lb break="no"/>politische Aktivität nachweisen kann, kaum bestellt werden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_52">Von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verlangte ich dann noch den sofortigen Beschluß und<lb/>
Koordination der Handelskammer von Senken der Kreditobergrenze<lb/>
9 3/4 % in der Bürges auf 9 %. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verständigte darüber <rs type="person" ref="#per__125298">Kopecky</rs><lb/>
und hofft, sehr bald zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Er<lb/>
stimmte mir auch zu, daß alle Anträge zuerst in der Bürges erledigt<lb/>
werden müssen bevor die Wifis entsprechende Zuschüsse bekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97895">Salzbrunn</rs> möchte jetzt nämlich am liebsten für Projekte der Landes-<lb/>
Wifi lieber abzweigen und die Zustimmung von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dafür bekommen,<lb/>
nach wie vor bleibt Priorität zuerst alle Ansuchen der Betriebe zu<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_53">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_54">Im Journalistenfrühstück hat die Ankündigung und Bericht über die<lb/>
Preisauszeichnung glaube ich deshalb weniger Interesse gefunden<lb/>
weil die Auswertung noch nicht vorlag. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> hat zwar sehr richtig<lb/>
im Detail informiert aber noch keine Auswertung vorlegen können.<lb/>
Dies interessiert aber wahrscheinlich die Presseleute mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_55">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Nach Vorliegen der Auswertung sofort neues<lb/>
Pressefrühstück.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_56">Da <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> leider noch beim Arzt aufgehalten war, hat <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> über die<lb/>
ERP-Kommission berichtet. Nicht, daß ich ihm dies nicht gönne,<lb/>
erscheint <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> aber sicherlich allzu oft beim Pressefrühstück.<lb/>
Ich muß nämlich auch auf die hausinternen Spannung Rücksicht nehmen.<lb/>
Allzu einseitig und zuviel Präsentation eines Mannes bei der Presse<lb/>
muß andere verärgern. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat auch so farblos verhältnismäßig<lb/>
referiert, daß sich auch hier niemand zu Wort meldete. Mir blieb<lb/>
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und Salzburger-Besuche zu berichten um herauszustreichen, wie<lb/>
überall jetzt eine entsprechende Investitionslust entsteht. Ich<lb/>
verwies insbes. auf das Allround-Angebot, Schifahren und Tennis<lb/>
im Winter, Baden und Schifahren im Sommer, daß man jetzt in<lb/>
Österreich erwartet. Ganz besonders kündigte ich aber den neuen<lb/>
Fremdenverkehrstag im Herbst im Burgenland an. Der 1. war in<lb/>
Baden, der 2. in Innsbruck 74 und 76 wird auf alle Fälle im Burgen<lb break="no"/>land der Fremdenverkehrstag stattfinden. In der Parteivorstands<lb break="no"/>sitzung verständigte ich dann noch <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> von dieser Veröffentlichung,<lb/>
der sehr damit einverstanden ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_57">Um die Zeit zu füllen, berichtete ich noch über die Durchführung<lb/>
der Energiesicherung auf Grund des Außenhandelsgesetzes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_58">Redakteur <rs type="person" ref="#per__145174">Sterk</rs> vom Stern wollte ein Interview. Zu meiner größten<lb/>
Verwunderung gibt es Redakteure, die nicht stenographieren können<lb/>
und auch kein Tonband mithaben. Sie machen sich Aufzeichnungen in<lb/>
Form von Stichworten, wodurch ein solches Interview wesentlich<lb/>
länger dauert und meiner Meinung nach kaum die wirkliche Aussage<lb/>
dann wiedergibt. Scheinbar hat der Redakteur, da er sich seine<lb/>
Fragen detailliert aufgeschrieben<add>[hat,]</add> von vornherein die Absicht seine<lb/>
Antwort entsprechend zu formulieren, die er mit Stichworten fest<lb break="no"/>hält. Da es sich um kein verfängliches Thema handelt, habe ich<lb/>
gegen eine solche Vorgangsweise auch nichts einzuwenden. In Hinkunft<lb/>
müßte man nur bei kritischen Interviews vielleicht unsererseits ein<lb/>
Tonband mitlaufen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_59">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Ist das der Sohn vom alten <rs type="person" ref="#per__145175">Sterk</rs>?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_60">In der Parteivorstandsitzung berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über seine Eindrücke<lb/>
der Bad-Gasteiner-Tagung. Das Personalproblem <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> ist nicht gelöst,<lb/>
die ÖVP wird politisch vergattert. Zu bekämpfen ist dort wo sie<lb/>
am stärksten ist, nämlich in den Bünden. Jeden Angriff der ÖVP<lb/>
muß sofort ein Gegenangriff kommen. Als man <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wegen der<lb/>
Repräsentation angreifen wollte hat er begonnen vorher nachzuweisen,<lb/>
daß die Landeshauptleute viel mehr ausgeben und schon ist es ruhig.<lb/>
Wenn FM <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wegen des Autos attackiert wird, muß man nachweisen,<lb/>
daß die Landeshauptleute zwei Autos haben und die Handelskammern<lb/>
ebenfalls mit Mercedes fahren. In der Regierungsvorbesprechung hat<lb/>
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fragte. ob er denselben Wagen sich kaufen sollte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies<lb/>
darauf, dass er als er in der Zeitung diesen Angriff las, sofort den<lb/>
Mercedes-Vertreter mitteilte, dass er keinen Mercedes jetzt kaufen<lb/>
wird. Ich erklärte, dass ich lange, bevor der <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>-Wagen gestohlen<lb/>
wurde, von meinen Chauffeuren aus das viel bessere Auto Peugeot<lb/>
hingewiesen wurde. Auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird jetzt auf Volvo umsteigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> teilte mir mit, er möchte auch eine Peugeot kaufen. Vom<lb/>
Standpunkt des Handelsministeriums erklärte ich, ist eine Streuung<lb/>
auf verschiedene Autos und damit Befriedigung verschiedener Import<lb break="no"/>firmen nur richtig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_61">Die Wirtschaftsituation betrachtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> immer noch als äusserst<lb/>
kritisch, weil ja nur Lagervorräte jetzt abgebaut sind, weshalb die<lb/>
Produktion anläuft. Die Verhandlungen mit dem öffentlichen Dienst<lb/>
sind äusserst kritisch und es wird bis hart an den Rand eines Konflikte<lb/>
zu verhandeln sein. Trotzdem muss die Regierung sehr vorsichtig sein,<lb/>
denn weniger wegen der Beamten wohl aber wegen der Bahn und Postler u.<lb/>
sonstiger Dienstleistungen muss es zu einer Einigung kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_62">Für die Marktordnungsgesetz meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> müsste eine Fristsetzung<lb/>
erfolgen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> meldete sich dann und hat ganz besonders herausge<lb break="no"/>strichen, dass die Verhandlungen sei es im Parlament, sei es irgend<lb/>
wo anders nur auf Grundlage der Regierungsentwürfe erfolgen dürfe.<lb/>
Die Ansprache zwischen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs>,<lb/>
hat – wie <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> mir berichtet – noch überhaupt nichts gebracht,<lb/>
ausser dass sie sich wieder treffen. Bei den Marktordnungsgesetzen<lb/>
wird nun der lustige Zustand entstehen, dass an vielen Stellen herum<lb break="no"/>geredet wird, aber nirgends konkret wirklich verhandelt. Letzten Endes<lb/>
muss es nämlich im Parlament beim Unterausschuss zu den Ergebnissen<lb/>
kommen. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> hat die Terminisierung begrüsst und nur verlangt, dass<lb/>
selbstverständlich auch das Preisgesetz terminisiert wird, weil ohne<lb/>
dieses kann er sein ganzes System nicht aufrechterhalten. Über<lb/>
das Preisgesetz – hat mir <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> wieder gesagt – hat er bei der<lb/>
Sozialpartneraussprache sofort einige Wünsche angemeldet. Aller<lb break="no"/>dings beziehen sich diese auf das jetzt bestehende Gesetz. Daraus<lb/>
muss dort der Eindruck entstehen, dass sehr wohl man nicht nur auf<lb/>
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Gesetze Verhandlungen führen kann und will. Eine klare Linie fehlt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_63">Im aussenpolitischen Teil wiederholte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> seine bekannten<lb/>
Thesen beginnend vom Parteitag bis zu seiner jetzigen dritten<lb/>
Erkundungsreise. Zwischen ihm und <rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs>, teilweise auch <rs type="person" ref="#per__97845">Otto<lb/>
Probst</rs> entwickelte sich dann eine lange Diskussion wegen Anerkennung<lb/>
resp. Informationszentrumssitz in Wien der PLO. <rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs> und teil<lb break="no"/>weise auch <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> wünschen dass die PLO zuerst Israel anerkennt.<lb/>
oder zumindestens Zug und Zug erfolgen soll. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder sagt,<lb/>
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den Sozialpartnern diskutieren möchte. Hart kritisierte er den Rech<lb break="no"/>nungshof, weil dort letzten Endes die Bürokratie die Arbeit der<lb/>
ÖVP macht.<lb/>
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Parlament eingelangt sind und der Unterausschuss des Landwirtschafts<lb break="no"/>ausschusses erst am 6. April nach Mitteilung der ÖVP-Zeit hat, um<lb/>
die Besprechungen zu beginnen. Die Energiesicherung kann nun ohne<lb/>
Terminisierung gemacht werden, weil für den April ein Handelsausschuss<lb/>
vereinbart wurde, sodass am 6. Mai eine endgültige einfachgesetzliche<lb/>
Beschlussfassung erfolgen kann. <rs type="person" ref="#per__113055">Tillian</rs> vom Arbeitsbauernbund, meinte,<lb/>
man solle an den Marktordnungsgesetzen einige Retuschen anbringen z.B.<lb/>
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sondern es genügen in den Fonds 9 wie derzeit beim Viehverkehrsfonds.<lb/>
Die Arbeitsbauernbündler rechnen also scheinbar ganz fest, dass die<lb/>
jetzige Fonds sowieso bleiben.<lb/>
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öffentlich Bediensteten 9,5 Mia. S ausmachen würden, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat nur<lb/>
von 8 Mia. gesprochen. Der Gegenvorschlag der Regierung ist mit<lb/>
1.10.1976 1,250 Mia. zur Verfügung zu stellen, das bedeutet 5 Mia. pro<lb/>
Jahr oder durchschnittlich 7 %. Die Staffelung sollte ursprünglich<lb/>
so erfolgen, dass die unteren Einkommen 11 % und die oberen 4,5 %<lb/>
bekommen. Sofort mussten sie nach der ersten Aussprache auf den zweiten<lb/>
Vorschlag, untere 10 %, obere 5 % nachgehen. Die Gewerkschaft steht<lb/>
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Spartenfragen, die auch 2,5 Mia. S kosten würden. Verwaltungsdienst<lb break="no"/><pb n="30-0424" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band30/30_1976-03-29_0424.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zulagen für die Pensionisten 800 Mill., die Dienstzulagen für die<lb/>
ÖBB und die Vorrückung von 3 Jahren auf 2 Jahre wie bei den anderen<lb/>
öffentlich Bediensteten. Dies ist insbesondere eine zukünftige Be<lb break="no"/>lastung. Beispielfolgen würden sich daraus sofort auch für die Richter<lb/>
und Lehrer und sonstige ergeben, die immer wieder ihren relativen<lb/>
Vorsprung halten wollen. Sobald eine Gruppe etwas bekommt, wünschen<lb/>
sie dann sofort auch ihre ursprünglichen Forderungen erfüllt. Die Spar<lb break="no"/>ten würden allein 2,5 Mia. S zusätzlich dann auch noch ausmachen.<lb/>
Trotzdem muss jetzt ernstlich verhandelt erden, weil ansonsten<lb/>
wirklich Kampfmassnahmen oder eine grössere Beunruhigung der Beamten<lb/>
erwartet werden muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_67"><rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> möchte, um den Zahnärztebedarf wenigstens einigermassen be<lb break="no"/>friedigen zu können, nachdem die neuen Zahnärzte erst langsam von<lb/>
den Hochschulen kommen, Ägypter und sonstige Ausländer zulassen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war erschüttert zu hören, dass es überhaupt diesen Zahnärzte<lb break="no"/>mangel gibt und meinte, hier müsse die Regierung entsprechende Mass<lb break="no"/>nahmen sofort setzen. Die meisten Ländervertreter im Parteivorstand waren<lb/>
dafür, dass man die Dentisten wieder zulässt- Allerdings würde die<lb/>
Ausbildung der Dentisten jetzt auch wieder Jahre dauern. Hier war<lb/>
wirklich eine Fehlplanung erfolgt. Die auslaufenden Dentisten machen<lb/>
das Geschäft ihres Lebens, weil es zu wenig Zahnärzte gibt. Die Zahn<lb break="no"/>ärzte wieder sind so überlaufen, dass sie phantastisch verdienen, lei<lb break="no"/>den muss der Konsument, weil er kaum in gewissen Gebieten zu einem<lb/>
Zahnarzt oder Dentisten kommt. Hier möchte <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, wie sie mir nach<lb/>
her sagte, mindestens 50 Ärzte einsetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_68">Im Wiener Ausschuss war ich überrascht zu hören, dass <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> auch<lb/>
nichts anderes berichten konnte als die Aussprache im Parteivorstand.<lb/>
Zwar nur die Marktordnungsgesetze-Terminisierung. Alles andere hat er<lb/>
nicht referiert. Ich bin nicht überzeugt, dass die dort Anwesenden<lb/>
überhaupt die Zusammenhänge kennen, geschweige denn den Inhalt dieser<lb/>
Entwürfe. <rs type="person" ref="#per__114547">Gawlik</rs> meinte daher, dies sei dasselbe wie in der ersten<lb/>
Republik: damals wurden die Bauern von den Grossgrundbesitzern aus<lb break="no"/>gebeutet und jetzt von den Organisationen. Keine weitere Diskussion,<lb/>
keine Fragen und in Wirklichkeit auch keine Information. <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> be<lb break="no"/>richtete dann über den Solidaritätsfonds für Spanien und Portugal,<lb/>
über den 1. Mai, über einen Beflaggungsversuch in der Grossfeld<lb break="no"/>siedlung und am Gaudenzdorfer Gürtel, wo die Bewohner Fähnchen und<lb/>
Fahnenstangen und Montagehalter bekommen sollen, die sie aber mit einem<lb/>
Erlagschein (25 S) begleichen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_69">Leider oder zum Glück musste ich dann in die Ministerratsvorbespre<lb break="no"/>chung gehen, sodass ich über diese Organisationsfragen die Diskussion<lb/>
nicht mehr hörte. Hier war sicherlich eine lebhaftere als über die Wirt<lb break="no"/>schaftsprobleme, allerdings soll dies nicht als Kritik verstanden<lb/>
werden, obwohl es natürlich eine solche ist, denn in den vergangenen<lb/>
30 Jahren, wo ich in Organisationen tätig war, hat sich seit meiner<lb/>
Vorstandsmitgliedschaft 1945 im Wiener Vorstand auch nichts geändert.<lb/>
Damals wurde auch von gewissen Leuten die Politik gemacht und in den<lb/>
Beschlussgremien über die Zuteilung von Glas für Fensterscheiben,<lb/>
die damals ja alle zerschlagen waren, oder von Lebensmittelzuteilungen<lb/>
diskutiert. Für mich eigentlich schon verständlich, denn dies war<lb/>
in Wirklichkeit das Leben, das der einzelne spürte, dies waren<lb/>
die Probleme mit denen die Funktionäre konfrontiert waren, dies war<lb/>
daher auch der allgemeine Gesichtskreis. Grosse Politik, grosse Wirt<lb break="no"/>schaftsprobleme interessierten damals niemanden und wahrscheinlich ach<lb/>
weitestgehend heute nicht.<lb/>
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Rhein-Main-Donau-Kanal ein Ministerkomitee – Verkehrsminister,<lb/>
Finanzminister, Bundeskanzleramt und Handelsministerium – gründen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-25_71">Staatsbürgerschaft von <rs type="person" ref="#per__145176">Alexander Kasser</rs>, der über die Tiroler Landes<lb break="no"/>regierung empfohlen wurde, wurde neuerdings diskutiert und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
gab zu, dass niemand wissen konnte, wie dieser <rs type="person" ref="#per__145176">Kasser</rs> in Kanada<lb/>
agierte. Die Empfehlungen konnte ich berichten, waren auch von den<lb/>
ausländischen Stellen z.B. Aussenhandelsstelle sehr positiv.<lb/>
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wie vereinbart vorzulegen.<lb/>
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geben, stellte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fest, <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> hat nämlich alle offenen Punkte,<lb/>
wie dies seine Art ist, auf einem Zettel fein säuberlich zusammengestellt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder dagegen kann sich scheinbar an dieses neue System<lb/>
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in bilateralen Gesprächen zu erledigen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst meidet seit 6<lb/>
Jahren irgendwelche Konfrontation in der Ministerratsvorbesprechung.<lb/>
Sein System ist, offene Fragen bilateral mit dem Minister zu klären,<lb/>
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und vereinzelt, soweit er es für zweckmässig findet, Informations<lb break="no"/>abende, z.B. berichtet er jetzt neuerdings über die Frage der OPEC-<lb/>
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Ausser <rs type="person" ref="#per__140795">Amusegar</rs> von Persien und eventuell <rs type="person" ref="#per__108323">Jamani</rs> von Saudi-Arabien<lb/>
sind alle dafür, dass die OPEC in Wien bleibt. Die Schweiz macht nur<lb/>
jetzt eine methodische Arbeit, eine Anti-Wien-Stimmung zu erzielen,<lb/>
damit womöglich keine internationalen Organe nach Wien kommen. <rs type="person" ref="#per__97482">Graber</rs>,<lb/>
berichtet <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, hätte ihm allerdings erklärt, das sei nicht von der<lb/>
Schweiz aus geschehen sondern vom Kanton Genf, um die Entwicklungs<lb break="no"/>länder aber für Pro-Wien zu gewinnen, wird <rs type="person" ref="#per__97587">Jankowitsch</rs> jetzt aufge<lb break="no"/>fordert, eine Aktion in der dritten Welt mit Afrikanern und Asiaten<lb/>
zu starten. Die selbständige UNIDO wird dann die Sitzfrage neuer<lb break="no"/>dings erörtern. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> meint, offen sei noch immer die Anerkennung,<lb/>
dass die internationalen Beamten nicht die Mehrwertsteuer bezahlen<lb/>
müssen. Dies sei aber an einen Unterausschuss verwiesen worden. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
erklärt. man hätte dies deshalb gemacht, weil ansonsten beim Abgaben<lb break="no"/>änderungsgesetz die österreichischen Bevölkerung die Steuererhöhungen<lb/>
akzeptieren hätte müssen, während die Ausländer, soweit sie inter<lb break="no"/>nationale Beamte sind, auch jetzt in Österreich die Mehrwertsteuer<lb/>
vergütet bekommen.<lb/>
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dem Druck dann, der von den einzelnen Interessanten kommt wird kaum<lb/>
standhalten können. Die Wiener und die Welser und die Kronen-Zeitung<lb/>
und der Kurier, alle wollen jetzt Kabelfernsehen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> meint, bei der<lb/>
TV-Diskussion in Linz hätte es sich gezeigt, dass auch urheberrecht<lb break="no"/>liche Fragen damit betroffen sind. Ein Ministerkomitee, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, soll sich jetzt mit diesem Problem besonders be<lb break="no"/>schäftigen. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> dürfte aber rein aus technischen Gründen schon dieses<lb/>
Kabelfernseh-Gesetz dringend brauchen.<lb/>
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bearbeitet, er 320 Mill. S in sechs Jahren aufwenden muss und jährliche<lb/>
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die Freigabe für FV-Mittel und LW-Mittel beschliesst. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> lässt<lb/>
einen Beamten kommen, der erklärt, dass der Basisvertrag zwischen Finanz<lb break="no"/>prokuratur, OeNB-Rechtsbüro und ERP-Büro jetzt endgültig abgeschlossen<lb/>
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Kompetenz des anderen einmischen darf, geschweige denn in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit Ankündigung macht oder Probleme bespricht, von denen der<lb/>
Ressortminister nichts weiss. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> ist allerdings in Afrika und<lb/>
hört diese Kritik nicht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilt aber mit, dass er ihn darüber<lb/>
in seiner, wie er selbst sagt, unfreundlichen Art aufmerksam gemacht<lb/>
hat. Strassenproblem ist wirklich fast unlösbar. Jeder redet, jeder<lb/>
fuhrwerkt dort herum, die Autobahn Süd wird in Grimmenstein in der<lb/>
Landschaft versickern. Im Burgenland ist das 4-km-Trumm 6-bahnige<lb/>
Autobahnen. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> hat scheinbar vorgeschlagen, billige Trassenführung<lb/>
über das Burgenland. Irgendwann einmal werden natürlich die Trümmer zu<lb break="no"/>sammengefügt. Wieviel Zeit wird aber vergehen und was werden wir<lb/>
da noch alles mitmachen. Ein Stück <rs type="person" ref="#per__97547">Herzmanovsky-Orlando</rs>'sche Ge<lb break="no"/>schichte.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Jankowitsch, Peter</persName>
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               <persName type="label">Sinowatz, Fred</persName>
               <persName><surname>Sinowatz</surname><forename>Fred</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
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               <persName type="label">Dittrich, Karl</persName>
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               <occupation>Präs. Wr. HK</occupation>
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               <persName type="label">Marquet, Alois</persName>
               <persName><surname>Marquet</surname><forename>Alois</forename></persName>
               <occupation>Botschafter, Onkel v. Louis Marquet; evtl.
                  Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Probst, Otto</persName>
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               <persName type="label">Brandstätter, Ernst</persName>
               <persName><surname>Brandstätter</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>GS Präs.konf. LWK AR Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
               <persName><surname>Leodolter</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
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               <persName type="label">Salzbrunn, Herbert</persName>
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               <occupation>Justizminister</occupation>
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               <occupation>Hoteltreuhand</occupation>
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               <persName type="label">Kehrer, Karl</persName>
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               <occupation>HK-Kammeramtsdir./Gen.Sekr.</occupation>
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               <persName type="label">Prodinger, Walter</persName>
               <persName><surname>Prodinger</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Bauer, Holger</persName>
               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Holger</forename></persName>
               <occupation>FPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Maier, Kurt</persName>
               <persName><surname>Maier</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., Bgm. Uttendorf (Sbg.)</occupation>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Kadits, Manfred</persName>
               <persName><surname>Kadits</surname><forename>Manfred</forename></persName>
               <occupation>GD Konsum</occupation>
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               <persName type="label">Nikolaenko, Boris S.</persName>
               <persName><surname>Nikolaenko</surname><forename>Boris S.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Handelsrat</occupation>
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               <persName type="label">Schütz, B</persName>
               <persName><surname>Schütz</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>Beamter [Amtsdirektor HM; 1971 von JS als B-Beamter bezeichnet, der das
                  Budget im Einzelnen ausarbeitet und im Detail kennt]</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
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               <persName type="label">Castellez, Paul</persName>
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               <occupation>Direktor Kontrollbank</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
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               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName><surname>Giglinger</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Referent Schuhbranche HM</occupation>
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               <persName type="label">Schwarz, Walter</persName>
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               <occupation>Sekt.R HM</occupation>
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               <persName type="label">Mitterer, Otto</persName>
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               <occupation>Handelsminister, ÖVP, Präs. HK Wien</occupation>
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               <occupation>bgld. LH</occupation>
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               <occupation>MR HM [1971 zuständig für das Messwesen; gemeinsam mit Pellech genannt;
                  evtl. Falschidentifikation]</occupation>
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               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM</occupation>
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               <occupation>GF BÜRGES, ÖVP-nahe</occupation>
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