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            <title type="main">Montag, der 22. März 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band30_1976-03-22</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_01">Montag, 22. März 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_02">Beim Jour fixe diesmal mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> allein schlug ich ihm vor, <rs type="person" ref="#per__112567">Christian</rs><lb/>
für die Arbeitsgruppe Nahversorgung als Vorsitzenden zu wählen.<lb/>
Von den beiden Anträgen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auf der einen Seite und <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs><lb/>
auf der anderen, die in einem Unterausschuss behandelt werden, hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, wie ich feststellen konnte, eine irrsinnige Angst, z.B.<lb/>
dass beide genehmigt werden. Sie schlagen ja in ihrem Entwurf vor,<lb/>
dass niemand unter dem Einstandspreis verkaufen darf und dass dies<lb/>
durch das UWG analog geregelt werden soll. Ich hätte damit nach<lb/>
Auffassung <rs type="person" ref="#per__97769">Mussils</rs> überhaupt nichts zu tun. In Wirklichkeit müsste<lb/>
ich aber auf alle Fälle die Erlässe, die zur Durchführung des Gesetzes<lb/>
notwendig sind, herausgeben. Schon das gibt mir einen ganz grossen<lb/>
Einfluss, wenn auch nicht auf Einzelfälle, die von den Gerichten<lb/>
abzuhandeln wären. Im <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>-Entwurf hätte ich dagegen<lb/>
grossen Einfluss durch den Kontrahierungszwang, der auch für die<lb/>
Bauern gelten soll, was natürlich die Handelskammer ganz besonders<lb/>
stört. Dann durch den Sortimentzwang, einen Umsatz von über 200.000 S<lb/>
und einen Ausstattungszwang bei 70 m². Wirklich eine Macht wie ich<lb/>
sie mir nicht nur nicht erträume sondern gar nicht will. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ist<lb/>
daher sehr wohl bereit, dass wir im Rahmen der Handelskammer und auf<lb/>
Sozialpartnerebene diese Gesetzentwürfe verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte prüfen, welchen konkreten Ein<lb break="no"/>fluss ich doch auch bei dem <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>-Entwurf habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_04">Neuerdings wurde die Benzinpreisregelung angeschnitten. Ich versuchte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zu beweisen, dass ich sehr wohl mit 80 Groschen ein Kompromiss<lb/>
gemacht habe, die Preiskommission hat 70 Groschen für möglich ge<lb break="no"/>halten. Bei der Durchrechnung am nächsten Tag hat der Vertreter<lb/>
der Handelskammer <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> sich nicht mehr bereit erklärt, an der<lb/>
Sitzung teilzunehmen und wurde auf Intervention von <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> bei<lb/>
seinem Vorgesetzten Dr. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> dann durch <rs type="person" ref="#per__140659">Dorfwirth</rs> ersetzt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
versuchte dies dann so darzustellen, dass <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> im Klub der ÖVP re<lb break="no"/>ferieren musste. Was allerdings erst in einem späteren Zeitpunkt<lb/>
geschehen ist. Für mich ist es gar keine Frage, dass die Handelskammer<lb/>
sich absentieren wollte. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war sehr überrascht von mir zu er<lb break="no"/>fahren, dass bei den Durchrechnungen, an der auch Dir. <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs>, ÖMV,<lb/>
und von den Internationalen zwei Herren darunter auch Vorstands<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__133687">Kandler</rs> von ESSO teilnahmen, die 5 Groschen Tankstellenan<lb break="no"/>teil berücksichtigt wurden und trotzdem wenn ich den genehmigten<lb/>
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komme. Mit diesem Dollarpreis müsste es möglich sein, das Auslangen<lb/>
zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_05">Bezüglich der Wirtschaftsgesetze steht <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nach wie vor auf dem<lb/>
Standpunkt, dass der einfache Preisgesetz verfassungsmässig nicht<lb/>
zu halten ist. Der Bezug auf die Abdecker und Rauchfangkehrer in der<lb/>
alten Gewerbeordnung, die auf Grund der Erstarrungstheorie herange<lb break="no"/>zogen wird, ist falsch. Die Preise und Tarife konnten deshalb dort<lb/>
angewendet werden, weil es sich um Ausnahmen aus der Gewerbefreiheit<lb/>
handelt. Absatz 3 bestimmt übrigens dort, dass die politische Landes<lb break="no"/>behörde und für das Gebiet der Gemeinde nur die Preis- und Tariffest<lb break="no"/>setzung Geltung haben kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte zu klären, was die Verfassungs<lb break="no"/>rechtler zu dieser Theorie sagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_07"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nimmt an, dass jetzt im Preisgesetz und Marktordnungsgesetz<lb/>
sofort Verhandlungen beginnen, ja nach Meinung der ÖVP jetzt sofort<lb/>
einige Parteiverhandlungen beginnen müssten. Allen Ernstes glaubt er,<lb/>
dass dann vielleicht die Sozialpartner von der Partei beauftragt werden<lb/>
in Unterausschüssen die entsprechenden Sachfragen zu lösen. Trotzdem<lb/>
traut er mir selbst streng vertraulich nicht mir zu sagen wie es wirk<lb break="no"/>lich weitergehen soll. Auch Lösungsvorschläge getraut er sich kaum<lb/>
zu denken. In der ÖVP geht es scheinbar jetzt darum, sich abzusichern,<lb/>
wer dann schuldig ist, wenn doch die Verhandlungen nicht zu dem ge<lb break="no"/>wünschten Ergebnis für die Bauern führt. Auf der einen Seite versucht<lb/>
die ÖVP nach aussen hin jetzt in dieser Frage geschlossen und stark<lb/>
aufzutreten, nach innen ist sie in einem Masse unbeweglich, wie ich<lb/>
das noch niemals bemerkt habe. Mein Hinweis, dass der Viehverkehrsfonds<lb/>
kaum zu halten ist, weil er nicht einmal Weisungen, die er vom Landwirt<lb break="no"/>schaftsminister bekommen hat, befolgte, hat <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> keinen anderen Vor<lb break="no"/>schlag als wenn der Fonds 6 Wochen nicht entscheidet, dann soll das<lb/>
Recht an den Landwirtschaftsminister übergehen. Auch dies teilt er<lb/>
mir strengst vertraulich mit und ersucht, dass ich ja niemanden davon er<lb break="no"/>zähle. Interessant ist auch sein neues Legalitätsprinzip. Nach<lb/>
diesem kann der Staat nur machen, was das Gesetz erlaubt. D.h. ihm<lb/>
die Ermächtigung gibt. Der Private aber kann im Legalitätsprinzip<lb/>
bei ihm alles machen ausser was der Gesetz ausdrücklich verbietet.<lb/>
Dabei geht er noch so weit, den Staat selbst in der Auslegung<lb/>
der Gesetze das extremst engste Korsett anzulegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte diese Auffassung mit <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> und mir<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_09">Aus gegebenem Anlass, da <rs type="person" ref="#per__144474">Quant</rs> im Ministerrat jetzt die österr.<lb/>
Staatsbürgerschaft bekommen soll, diskutieren wir auch diese Frage.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gibt zu, dass die Handelskammer so wie ich auf dem Standpunkt<lb/>
steht, man kann nicht genug Ausländer, die Staatsbürger werden wollen<lb/>
bekommen. Dabei darf es sich nicht nur um Kapital d.h. Investitions<lb break="no"/>interessierte Ausländer sondern genauso auch um Arbeiter, die Fachar<lb break="no"/>beiter sein können, usw. handeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_10">Beim Journalistenfrühstück habe ich nach einem Bericht von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
wonach auch im Feber wieder um 10 % die Übernachtungen zugenommen<lb/>
haben, gleich die Theorie bekämpft, dass jetzt durch die Benzinpreis<lb break="no"/>erhöhung der Fremdenverkehr leiden wird. Im April wird nämlich automa<lb break="no"/>tisch der Fremdenverkehr zurückgehen und ich muss daher schon vorbeuge<lb/>
dass es nicht heisst, das sei die Folge der Benzinpreiserhöhung. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit wurde ich auch über die Kalkulationen uns<lb/>
insbesondere die 5 Groschen Tankstellenanteil gefragt und habe<lb/>
doch die Grössenordnungen dargelegt. Insbesondere auch die 85 $ Roh<lb break="no"/>öl-CIF-Preis Triest. Wieder einmal hat sich bewährt, dass ich bei<lb/>
der Preiskommission doch auch Stunden lang herumgesessen bin und<lb/>
mir vor allem einmal die Detailziffern selbst erarbeitet habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_11">Dr. <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> referierte über die letzten statistischen Zusammenstel<lb break="no"/>lungen Aussenhandel, Bruttonationalprodukt usw. Beim Bruttonational<lb break="no"/>produkt hat er das Pro-Kopf-Einkommen mit dem Verbraucherpreis<lb break="no"/>index deflationiert. <rs type="person" ref="#per__114967">Grömansperg</rs>, die das nicht versteht, hat<lb/>
eine ganz andere Frage gerichtet, die wieder <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> nicht verstanden<lb/>
hat, so dass ich mich bei dieser Gelegenheit einschalten konnte und<lb/>
kritisierte, dass <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> diese Berechnungen mit dem Lebenshaltungs<lb break="no"/>kostenindex angestellt hat. Sein Hinweis, dass er den Deflator des<lb/>
Bruttonationalproduktes erst Monate später bekommt, ist meiner Mei<lb break="no"/>nung nach nicht stichhaltig. Dann hätte er am besten diese Berech<lb break="no"/>nung überhaupt nicht durchgeführt. Ich glaube, dass man sehr<lb/>
vorsichtig in Hinkunft sein muss, dass nicht eines schönen Tages<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> aus statischer Spielerei irgendwelche Ziffern produziert,<lb/>
die dann von den Gegnern aufgegriffen gegen uns verwendet werden<lb/>
können. Es hat mich schon persönlich sehr gestört, dass am Montag<lb/>
früh bereits in der Presse die Unterlagen, die wir erst im Presse<lb break="no"/>frühstück präsentieren, mit einem ganz spezifischen Hinweis, dass<lb/>
dies vom Handelsministerium stammt, schon zu lesen war. Wir müssen<lb/>
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bevorzugt das Material in die Hand bekommen und zweitens, dass nicht<lb/>
aus statistischen Analysen Ergebnisse kommen, die man dann propagandi<lb break="no"/>tisch gegen uns verwendet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte entsprechende Vorkehrung<lb/>
treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_13">L.Sekr. <rs type="person" ref="#per__137049">Winder</rs> von Vorarlberg ist bei einer Sekretärsbesprechung in der<lb/>
Partei anwesend und ich erzähle ihm Details über die Verhandlungen<lb/>
Roylon. <rs type="person" ref="#per__137049">Winder</rs> ersucht, damit wir in Algerien intervenieren, da<lb/>
eine Vorarlberger Textilfabrik eine ganze Textilanlage mit 2.6 Mia. S<lb/>
in Verbindung mit deutschen Textilmaschinenproduzenten in Algerien<lb/>
errichten möchte. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat angeblich den Firmenvertretern<lb/>
sehr negativ Auskunft gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> die Angelegenheit und entspre<lb break="no"/>chenden Brief an Aussenhandelsstelle besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_15">Ein Ing. <rs type="person" ref="#per__144475">Maresch</rs>, geschickt von <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs>, hat Finanzierungs<lb break="no"/>schwierigkeiten. Die Volksbank ist nicht mehr bereit, 3 Mill. S<lb/>
zum Fertigbau einer Halle in Altlengbach zu bezahlen. Die Volksbank<lb/>
hat bereits 7 Mill. S Kredit gegeben. Die Firma Steingassner, <rs type="person" ref="#per__144475">Maresch</rs><lb/>
ist dort nur Geschäftsführer, bietet angeblich in Attersee 11,5 Mill.,<lb/>
in Altlengbach 7,8 Mill. und in Wien den Grund mit 10,5 Mill. S<lb/>
Deckung an. In Wien sind 35 Beschäftigte, also wahrlich ein kleiner<lb/>
Betrieb. Doch für die Zahnräderproduktion gar nicht wieder so klein.<lb/>
Ich rufe Herr <rs type="person" ref="#per__126952">Tröthann</rs> von der BAWAG an und empfehle ihm, dass er<lb/>
sich nur den Fall ansieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_16">Ein Dr. <rs type="person" ref="#per__144476">Schulheim</rs> teilt uns mit, dass es um die Gründung eines<lb/>
Gesundheitszentrums in Hartberg geht. Bei der Vorsprache stellt sich<lb/>
dann heraus, dass Herr <rs type="person" ref="#per__144477">Wilfinger</rs> für 4 – 5 Mill. S einen Kredit braucht<lb/>
um ein Kneipp-Zentrum in seinem Motel bei Hartberg zu errichten.<lb/>
Weitblickend sieht er bereits die Autobahn fertig und sein Motel,<lb/>
das auch jetzt nur mit 30 % ausgelastet ist, überhaupt nicht mehr<lb/>
konkurrenzfähig. Er schlägt deshalb vor, 20 Einbett-Zimmer mit<lb/>
Bad und WC, ein Hallenbad und eben ein Kneipp-Zentrum zu errichten.<lb/>
Interessanterweise hat er für den fertigen Bau von uns schon einmal<lb/>
1 Mill. S Zinsenzuschuss bekommen. Da er jetzt eine grosse Zinsen<lb break="no"/>belastung auf die 9 Mill. die das Motel bis jetzt gekostet hat, auf<lb break="no"/>wenden muss, hofft er noch auf weitere Zuschüsse. Ich erkläre ihm<lb/>
sofort, dass wir nicht einmal die 1 Mill. hätten nach strengen Richt<lb break="no"/><pb n="30-0390" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band30/30_1976-03-22_0390.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>linien hätten geben dürfen, weil es sich dort um ein bereits<lb/>
fertiges Projekt gehandelt hat. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird den ganzen Fall nicht<lb/>
nur bearbeiten, sondern eben auch für das Kneipp-Zentrum entsprechende<lb/>
ERP-Mittel bereitstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_17">Der sowjetische Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> war jetzt in Moskau und teilt<lb/>
mir mit, dass die Gemischte Kommission nach Vorschlag von uns auch von<lb/>
den Sowjets mit 14. Juli zugestimmt wird. Neuerdings beschwert<lb/>
er sich, dass bezüglich der Hotelbauten noch immer kein Konsortium<lb/>
von der Handelskammer aufgestellt wurde. Ich musste ihm in dieser Be<lb break="no"/>ziehung zustimmen, dass die sowjetische Seite einen wirklich echten<lb/>
Vertragspartner, der mit ihr verhandelt, braucht. Die Bundeskammer sagt<lb/>
allerdings, dass dies eine Angelegenheit der Kammer Wien ist, die ja<lb/>
die Verhandlungen eingeleitet hat. Der neue Präsident <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> ist<lb/>
hier in eine fatalen Situation. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> selbst hat sich von diesem<lb/>
Geschäft immer herausgehalten. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> teilt mir anschliessend mit,<lb/>
dass die Kammer gar nicht diese Baugeschäfte will, da sie in Wirklichkeit<lb/>
zu riskant sind. Das weiss ich ganz genau, nur glaube ich müsste man<lb/>
auch von der Handelskammerseite her den Sowjets reinen Wein ein<lb break="no"/>schenken.<lb/>
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daran hat, 1 Mia. kWh zu beziehen. Ich erkläre nachdrücklichst, dass<lb/>
wir sehr wohl im Rahmen unserer Importpläne allerdings für einen<lb/>
wesentlich späteren Zeitraum an dieser Stromlieferung interessiert<lb/>
wären. <rs type="person" ref="#per__144478">Malini</rs>, der Botschaftsrat von <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs>, meint, er hat<lb/>
mit der Verbund Gespräche geführt. Er zeigt mir auch einen Brief,<lb/>
wo die Verbund ablehnt, dass die Sowjets jetzt in den ungarisch-österrr.<lb/>
Vertrag einsteigen. Dies ist, wie mir <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> nachher mitteilte,<lb/>
auch wirklich eine Zumutung und ich habe deshalb auch sofort eine<lb/>
solche Möglichkeit abgelehnt. Die sowjetische Seite muss jetzt mit<lb/>
ihren Technikern die begonnenen Gespräche weiterführen und dann muss<lb/>
man die kommerzielle Seite in Angriff nehmen. Ich erwähne den seinerzeit<lb/>
genanten Preis von einer halben Kopeke pro kWh, dies wäre eine gigan<lb break="no"/>tische Basis, nämlich ca. 15 Groschen pro kWh. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> äussert<lb/>
sich dazu nicht mehr sondern stimmt nur zu, dass jetzt die Techniker<lb/>
die Gespräche fortsetzen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_19">Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, ÖFVW, und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> sind sehr verbittert, dass<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> in der letzten Direktoriumssitzung erklärt hat,<lb/>
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Vorher erklärt mir <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, dass bei einer Direktoriumssitzung<lb/>
niemand dagegen gesprochen hat, sondern im Gegenteil, er beauftragt<lb/>
wurde die Verhandlungen positiv abzuschliessen. Ich rufe sofort<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, der mir ja unter vier Augen sagte, er hätte auch grösste<lb/>
Bedenken gegen die Miethöhe. Anstelle der jetzt in der Hohenstaufen<lb break="no"/>gasse für 660.000 S müsste dann ein jährlicher Mietpreis von<lb/>
2,3 Mill. bezahlt werden, noch dazu wertgesichert. Bei einem<lb/>
zehnjährigen Mietvertrag bedeutet dies, dass es 4,6 Mill. dann<lb/>
ausmachen wird. Ich versuche <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> davon zu überzeugen, dass selbst<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, ein guter Freund von ihm, sich jetzt auch immer wieder<lb/>
gegen die Wertsicherungen wehrt. Die bringen nämlich tatsächlich alle<lb/>
Unternehmungen früher oder später in eine furchtbare finanzielle<lb/>
Situation. Ich teile diese Meinung von <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und spreche mich<lb/>
daher ganz besonders gegen die Wertsicherung aus. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird<lb/>
ausserdem versuchen, ob nicht doch noch über die Bundesgebäude<lb break="no"/>verwaltung oder ÖIAG ein anderes <choice><choice><sic>Projekt</sic><corr>Objekt?</corr></choice></choice> zu bekommen ist. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
steht jetzt allerdings auf dem Standpunkt, er müsste es repräsen<lb break="no"/>tatives, in zentraler Lage gelegenes Gebäude haben. Dies verlangt<lb/>
angeblich insbesondere die Bundeshandelskammer und die Länder<lb break="no"/>vertreter. Bezüglich die Bundeshandelskammer kann ich sofort er<lb break="no"/>widern, dass <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> als Präsident sogar in die Wienerberg-Gründe<lb/>
ausweichen wollte. Wenn aber die anderen Stellen unbedingt ein teures<lb/>
Gebäude haben wollen, dann sollen sie auch mehr dazu beitragen, indem<lb/>
man den 20 %-igen Anteil der Länder und der Handelskammer ent<lb break="no"/>sprechend erhöht. Ich fürchte, dass früher oder später der Bund<lb/>
nicht mehr bereit ist, der ÖFVW jährlich zusätzliche Millionen<lb/>
zu bezahlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Machen wir noch einmal einen Versuch mit der<lb/>
Bundesgebäudeverwaltung und der ÖIAG!<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_21">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> möchte für die Hoteltreuhand den Generalsekretär<lb/>
und Prokuristen des Verkehrsbüros <rs type="person" ref="#per__144479">Rost</rs>. Ich erkläre ihm sofort,<lb/>
dass entgegen seiner Behauptung bis jetzt <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> immer alle<lb/>
Personalentscheidungen, die letzten Endes auch in seiner Kompetenz<lb/>
liegen, ohne mit mir zu sprechen gefällt hat. Wenn er diesmal<lb/>
von diesem System abgehen will, so kann es sich hier nur um eine<lb/>
Alibifunktion für den Rost handeln. Sollte er dann nämlich doch<lb/>
nicht entsprechen, würde <rs type="person" ref="#per__97311">Andrsoch</rs> sicherlich sagen, ich habe ihm<lb/>
den Mann empfohlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_23"><rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> glaubt, dass aus unserem Haus dem Herrn <rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs> infor<lb break="no"/>miert wurde, dass am Dienstag der Benzinpreis erhöht wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs> hat nämlich vorsorglich bei der Fa. Comos Tage vorher<lb/>
1,5 Mill. Liter Benzin eingelagert. Natürlich zum alten Preis.<lb/>
Ich glaube kaum, dass jemand den genauen Zeitpunkt der Benzinpreis<lb break="no"/>erhöhung <rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs> sagen konnte, weil es niemand wirklich auf den<lb/>
Tag genau wusste, nicht einmal ich. <rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs> dürfte hier nur richtig<lb/>
spekuliert haben, dass in dieser Woche eben der Benzinpreis erhöht<lb/>
wird und er deshalb entsprechend einlagerte. <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> teilt mir<lb/>
mit, dass er gute Beziehungen zum Finanzminister hat, denn der hat ihm<lb/>
in kürzester Zeit für den Ankauf der Schiffahrtsfirma 32,7 Mill. S<lb/>
gegeben. Damit hat <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs> sicherlich einen grossen Erfolg, weil<lb/>
er einen Konkurrenten aufgekauft hat, wieweit allerdings die DDSG<lb/>
deswegen aktiver wird, traue ich mir nicht zu behaupten. Auch hier<lb/>
bin ich froh, dass ich damit nichts zu tun habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_24">Die Fraktion – Direktoren und Betriebsräte – der EVUs ist wegen Reorga<lb break="no"/>nisation von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> zu mir gebeten worden. Es geht dabei um die Mög<lb break="no"/>lichkeit der Aufsichtsratseinsparungen. Wahrscheinlich ist die Idee<lb/>
die Aufsichtsräte drastisch zu reduzieren, da ja jetzt auch ein<lb/>
Drittel Arbeitnehmer drinnen sind, und manche Aufsichtsräte, wie die<lb/>
der Verbund gar keinen Saal mehr in ihrem Haus haben, wo sie die Auf<lb break="no"/>sichtsratssitzung abführen können, nur schwer durchzuführen. Wenn<lb/>
wir die Reduzierung vornehmen könnte das jetzt bestehende politische<lb/>
Gleichgewicht wesentlich verändert werden. Hier müsste man dies<lb/>
natürlich in jedem einzelnen Fall bei jeder einzelnen Gesellschaft<lb/>
individuell sich ansehen. Da ich aber sowieso die Absicht hatte,<lb/>
diese Reorganisation schrittweise durchzuführen. gibt es ohneweiters<lb/>
die Möglichkeit, jede einzelne Sondergesellschaft einzeln zu<lb/>
behandeln. Trotzdem bin ich überzeugt, werden sich hier noch grössere<lb/>
Schwierigkeiten ergeben. Aus Einsparungsgründen kündige ich daher<lb/>
gleich an, dass ich eine Erhöhung der Aufsichtsratsgebühren nicht<lb/>
zustimmen werde. Die wirkliche Begründung liegt aber darin, dass<lb/>
ich fürchte, die verschiedene Behandlung der Kapitaleigner-Vertreter<lb/>
und der Arbeitnehmervertreter. Letztere bekommen keine Aufwandsent<lb break="no"/>schädigung, obwohl sie dieselbe Verantwortung tragen wie die Kapital<lb break="no"/>eigner. Es ist sogar manchmal möglich, dass einzelne Aufsichtsräte<lb/>
von Arbeitnehmern als Kapitaleignervertreter in demselben Aufsichts<lb break="no"/>rat sitzen, wo sie etwas bekommen, während ihre Kollegen nichts<lb/>
kriegen. Aus diesem Grund habe ich das letzte Mal schon entschieden,<lb/>
wird höchstens die Erhöhung der Sitzungsgelder vorgenommen. Die bekom<lb break="no"/>men nämlich alle.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_25">Eine breite Diskussion nahm dann die Reorganisation der Kernkraft<lb break="no"/>werksgesellschaften ein. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> meinte, dass der Brief des<lb/>
Verbandes der Elektrizitätsunternehmungen an <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> im Prinzip<lb/>
mit ihm abgesprochen war und auch der Inhalt weitestgehend der Ab<lb break="no"/>sprache entspricht. Nur die Formulierung sei unglücklich gewesen.<lb/>
Wir analysierten den Brief und ich erklärte rundweg, dass ich diese<lb/>
Auffassung nicht teile. Die Konzentration bei den Atomkraftwerken<lb/>
muss wesentlich stärker sein als im Brief angedeutet. Auch bezüglich<lb/>
der Energieplanung, Ausbauprogramm usw. muss viel dezidierter festge<lb break="no"/>legt werden, wer sich an Voitsberg III beteiligt und wie und wann es<lb/>
kommen soll. Vor allem aber möchte ich, dass Reorganisationsmassnahmen<lb/>
deutlich sichtbar Einsparungen bringen. Nur unter diesen Umständen<lb/>
bin ich bereit, für die zweite Strompreisetappe mich einzusetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_26">Am meisten überrascht war ich bei dieser Aussprache als mir der Vor<lb break="no"/>standsdirektor der Donau <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> mitteilte, dass er sich ganz ent<lb break="no"/>schieden gegen eine Verlängerung des Vertrages für <rs type="person" ref="#per__114462">Fenz</rs>, auch wenn<lb/>
es nur ein halbes Jahr ist, ausspricht. Er sieht darin nicht nur eine<lb/>
unbegründete Bevorzugung von <rs type="person" ref="#per__114462">Fenz</rs> sondern auch eine grosse Gefahr<lb/>
wegen der Geschäftsordnungsaufteilung nach Ausscheiden von <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs><lb/>
Ich erklärte rundweg, dass ich auf die Empfehlung aller angenommen habe,<lb/>
dass die Verlängerung von <rs type="person" ref="#per__114462">Fenz</rs> überhaupt keine Schwierigkeit bereiten<lb/>
wird, was die Aufteilung der Geschäfte betrifft, so sollte man, wie<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ersuchte, sofort jetzt die Geschäftsordnung in Angriff<lb/>
nehmen. <rs type="person" ref="#per__114462">Fenz</rs> wird in einem solchen Fall sicherlich bereit sein,<lb/>
nicht nur positiv mitzuarbeiten, sondern auch hier nach seinem<lb/>
Ausscheiden einer entsprechenden Geschäftsordnungsaufteilung jetzt<lb/>
schon seine Zustimmung zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-22_27">Die Ausschreibungskommission berichtet mir, dass jetzt die Sektions<lb break="no"/>leiterausschreibung abgeschlossen ist. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> hofft noch immer,<lb/>
dass er mit der Personalvertretung, die ich ja jetzt ausserdem<lb/>
noch zu hören habe, die Chance hat, die Bestellung <rs type="person" ref="#per__98053">Wankes</rs> zu verhindern.<lb/>
Er verweist darauf, dass jetzt der Dienststellenausschuss, dann der<lb/>
Zentralausschuss und dann von ihnen auch nicht die im BKA installierte<lb/>
Kommission angerufen wird. Darüber hinaus deutet er an, wird es<lb/>
ein Politikum. Ich gebe mich sehr überrascht, weil ich ihm<lb/>
sofort sage, die Handelskammer hat aus politischen Gründen stets<lb/>
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Ich habe immer erklärt, ich werde mich an die Vorschläge der Kom<lb break="no"/>mission stützen. Diese schlägt nun allerdings dirimiert durch<lb/>
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in Erwägung gezogen, <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> mir ebenfalls vorzuschlagen, sondern<lb/>
nur <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> in zweiter Linie. Wenn <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> daraus ein Politikum<lb/>
machen will, weil er erklärt, das sei dasselbe wie bei <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs><lb/>
sage ich sofort ich begrüsse eine solche Aussprache im Parlament<lb/>
und fürchte sie keinesfalls. Ich habe bei dem politischen An<lb break="no"/>griff von seinem Chef <rs type="person" ref="#per__134290">Gasperschitz</rs> bei <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> ihm schon einen<lb/>
Brief geschrieben, wo ich mich dagegen verwahrte. Auf diesen<lb/>
Brief habe ich bis heute noch immer keine Antwort und erwarte<lb/>
auch keine. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> war sichtbar überrascht, eine solche Reak<lb break="no"/>tion von mir zu hören. Ich glaube aber, dass man gar nicht anders<lb/>
handeln kann. Wenn die ÖVP sagt, das wird eine parlamentarische<lb/>
Anfrage oder da wird es einen politischen Stunk geben, dann soll<lb/>
man nicht sagen, wie kann man das verhindern, sondern ganz einfach<lb/>
erklären, ich freue mich darauf, dass ich endlich in der Öffentlich<lb break="no"/>keit die Personalpolitik oder wie im Falle der Energie – Elektrizi<lb break="no"/>tätsunternehmungen Verbundgesellschaft ganz besonders meine<lb/>
Kooperationsbereitschaft darlegen kann, wenn man eine Auseinander<lb break="no"/>setzung geschickt vorbereitet und dies ist in unserer Personal<lb break="no"/>politik immer geschehen, dann braucht man sich vor einer Ausein<lb break="no"/>andersetzung in der Öffentlichkeit auch gar nicht zu fürchten.<lb/>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Tieber, Herbert</persName>
               <persName><surname>Tieber</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, Tiroler SPÖ-Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Baumgartner, Kurt</persName>
               <persName><surname>Baumgartner</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>Ennskraftwerke</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Mühlbacher, Kurt</persName>
               <persName><surname>Mühlbacher</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <persName type="label">Kreutler, Horst</persName>
               <persName><surname>Kreutler</surname><forename>Horst</forename></persName>
               <occupation>ÖMV, Dir. Fa. Semperit</occupation>
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               <persName type="label">Gröbmannsberg, A</persName>
               <persName><surname>Gröbmannsberg</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Journalistin Kurier</occupation>
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               <persName type="label">Pruscha, Johann</persName>
               <persName><surname>Pruscha</surname><forename>Johann</forename></persName>
               <occupation>Österr. Werkstätten, Fa. Küfferle, + 1980, [ab 1969 Besitzer Fa. Gerstner
                  (in einem Buch zur Geschichte von Hoflieferanten als Hans Pruscha genannt); diese
                  1971 von Fa. Goldix gekauft; ev./vmtl. ident mit Pruscha, A (sog. Garagenkönig,
                  Avanti-Tankstellen)?]</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Dittrich, Karl</persName>
               <persName><surname>Dittrich</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Präs. Wr. HK</occupation>
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               <persName type="label">Engelmayer, Günther</persName>
               <persName><surname>Engelmayer</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM, Christgewerkschafter,
                  ÖVP-Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Gasperschitz, Alfred</persName>
               <persName><surname>Gasperschitz</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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