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            <title type="main">Freitag, der  5. März 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_01">Freitag, 5. März 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_02">Chefredakteur <rs type="person" ref="#per__134222">Riedler</rs> interveniert damit Moden Müller eine<lb/>
Subvention oder einen Kredit für ein Lager, das er bauen will,<lb/>
nicht in Graz sondern an einem Ausweichort, bekommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte in der Abteilung prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_04">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs>, Brau AG, schickt mir ein Telegramm, wo er fest<lb break="no"/>stellt, dass er Investitionen für 140 Mill. S für Flaschenwasch<lb break="no"/>anlage in Wieselburg machen will und der Betriebsrat in Liesing<lb/>
sich dagegen ausgesprochen hat. Ich verweise darauf, dass <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs><lb/>
immer wieder erklärt, maximal 40 der Arbeiter ihren Arbeitsplatz<lb/>
in Liesing verlieren, während der Betriebsrat gestern in der<lb/>
LUGA-Vorstandssitzung erklärt hat, er rechnet mit 200. <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs><lb/>
möchte verhindern, dass die staatliche Wirtschaftskommission<lb/>
sich jetzt schon mit der Angelegenheit beschäftigt und schlägt<lb/>
vor, unter meinem Vorsitz eine entsprechende Aussprache zu<lb/>
führen. Sekr. <rs type="person" ref="#per__126872">Macho</rs> von der Lebensmittelarbeitergewerkschaft und<lb/>
der Zentralbetriebsratsobmann stimmen dem zu. Für mich ist inter<lb break="no"/>essant, dass obwohl die staatliche Wirtschaftskommission keinerlei<lb/>
exekutive Beschlüsse fassen kann, die Unternehmer scheinbar<lb/>
doch die Optik verhindern möchten, dass sie sich mit dem Betriebs<lb break="no"/>rat vor einer staatlichen Kommission über die Politik ihres Unter<lb break="no"/>nehmens streiten müssen. Ich informiere <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs>, dass Herr Stör<lb/>
Besitzer der Brauerei Eggenberg in Oberösterreich, bei mir wegen<lb/>
der weiteren Politik auf dem Gersten- und Malzsektor sich be<lb break="no"/>schwert hat. Dieser fürchtet, dass über die Importe die österr.<lb/>
Malzproduktion zerstört wird. <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs> fürchtet andererseits, dass<lb/>
der Gerstenzoll 62 gr pro kg mit mindestens 4.- S pro hl, wenn<lb/>
man es ganz umrechnet sogar 8 – 10 S pro hl das Bier verteuern<lb/>
würde. Wenn der Finanzminister bereit ist, den Gerste-Zoll zu<lb/>
senken, dann besteht auch für die österr. Malzproduktion wenn<lb/>
nicht genug inländische Gerste aufgebracht wird, keine Gefahr.<lb/>
Die Billigstimporte von Malz waren nur solange möglich, als die<lb/>
Deutschen für die Erstattung Jahresbeginn voraus fixiert wesentlich<lb/>
höhere Subventionen bezahlt haben als unser beweglicher Zollanteil<lb/>
in der Abschöpfung ausgemacht hat. Mit 1.2. wurde dieser bewegliche<lb/>
Zollanteil wesentlich erhöht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Was wissen wir von dieser Politik?<lb/>
Wie weit sind wir eingeschaltet?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_06">Bei der Werkseröffnung der Fa. Worthington konnte LH <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs><lb/>
die Firmenleitung beglückwünschen, dass sie jetzt von Wien nach<lb/>
NÖ gegangen ist, weil sie in Brunn am Gebirge eine bessere und<lb/>
grössere Fabrik errichten konnte. Anschliessend hat er die an<lb break="no"/>wesenden Arbeiter begrüsst und meinte, jetzt werden sie in NÖ<lb/>
eine Arbeitsstätte haben und er freut sich als Landes-Hauptmann<lb/>
sie auch in dieser Beziehung als Arbeitnehmer herzlichst will<lb break="no"/>kommen zu heissen. Natürlich replizierte ich sehr vorsichtig, da<lb/>
ich ja für ganz Österreich zuständig bin, dass der Bund die Länder<lb/>
ganz besonders aber NÖ auch in ihren Bestrebungen, Arbeitsplätze<lb/>
zu schaffen, unterstützt. Immer wieder kann ich feststellen, dass<lb/>
die Wiener viel zu wenig für ihre Industriepolitik scheinbar<lb/>
machen, denn immer mehr Betriebe wandern in das Umland NÖ ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_07">Bei der Sitzung über Grenzlandförderung mit LH <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs>, <rs type="person" ref="#per__114936">Hartl</rs>, <rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__143531">Diwold</rs>, dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer, wollte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> die Grenzlandförderung nicht nur auf das Mühlviertel csl.<lb/>
Grenze, sondern auch weiter über die deutsche Grenze erstrecken.<lb/>
Mit Recht sagte dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, es würden alle Länder irgendwelche<lb/>
Grenzen haben ausser Wien, und deshalb alle die entsprechende<lb/>
Förderung wünschen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> streicht bei diesen Gesprächen immer<lb/>
die Besprechungen, die das Handelsministerium mit den einzelnen<lb/>
Firmen führt, ganz besonders heraus. In Wirklichkeit machen wir<lb/>
über Anschriften an Betriebe über 20 Beschäftigte und wenn der<lb/>
Unternehmer es wünscht, wird er entsprechend von uns über die<lb/>
Kreditmöglichkeiten beraten. Neue Aktionen sind in den seltensten<lb/>
Fällen bis jetzt noch gestartet worden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> versteht es wirk<lb break="no"/>lich einmalig. immer wieder bestehende Unterstützungen neu zu ver<lb break="no"/>kaufen. Beim Sektor Fremdenverkehr kann ich mit ruhigem Gewissen<lb/>
immer versichern, dass wir die entsprechenden Ansuchen sofort er<lb break="no"/>ledigen werden, durch die ERP-Ersatzaktionen und jetzt insbesondere<lb/>
durch die zusätzlichen hunderte Millionen, die wir bekommen haben,<lb/>
kann ich tatsächlich alle die einigermassen tragbaren Projekte<lb/>
finanzieren. Dadurch kommt auf das unmittelbare Grenzgebiet<lb/>
kaum ein grösseres Projekt. Ähnlich verhält es sich bei den Ge<lb break="no"/>werbebetrieben. Auch dort könnten wir in der Gewerbestruktur<lb/>
die notwendigen Unterstützungen gewähren, aber es sind meistens<lb/>
kleine Projekte hier, die Unternehmer sind nicht bereit, dort<lb/>
viel zu investieren. Ein typisches Beispiel ist die Mühlviertler<lb/>
Weberei. Da gab es eine Genossenschaft mit 120 Mitgliedern<lb/>
<pb n="30-0299" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band30/30_1976-03-05_0299.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzt sind nur mehr ein Dutzend übrig und auch diese werden<lb/>
zugrunde gehen. Daneben gibt es aber noch 2 Dutzend von Betrieben<lb/>
zwei sogar grösser mit über 100 Beschäftigten, die nur bei einer<lb/>
Bereinigung ihrer Sortimente und bei entsprechender Umstellung<lb/>
auf neue Maschinen leben können. <rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs> wollte deshalb eine<lb/>
Zusicherung, dass wir 70 Mill. S gemeinsam aufbringen. Ich habe<lb/>
sofort erklärt, dass ich dafür keine Mittel habe. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte,<lb/>
man soll dies weiter untersuchen und er wird schauen, wie man<lb/>
dann aus diesem Problem herauskommt. Zum Unterschied von Textil-Ost<lb/>
wo wir ja nur Kredite gewähren müssen und der E+E-Fonds entspre<lb break="no"/>chende Haftungen übernehmen musste, müssen wir hier effektiv<lb/>
Mittel aufbringen <choice><choice><sic>un enfant</sic><corr>?</corr></choice></choice> perdu, d.h. ohne sie jemals wieder<lb break="no"/>zusehen, einsetzen. Ähnliche Zusage machte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch bezüglich<lb/>
der Errichtung von Stauseen für die Landschaftserhaltung und<lb/>
gleichzeitig als Badeessen, die meiner Meinung nach viel Geld kosten<lb/>
und überhaupt keine fremdenverkehrspolitische Badezwecke erfüllen<lb/>
können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sieht immer die grossen Projekte und vielleicht<lb/>
auch die landschaftlich und landwirtschaftlich und vor allem einmal<lb/>
landschaftsschützerischen Gesichtspunkte. Die finanziellen Mitteln<lb/>
interessieren ihn erst sekundär. Der Finanzminister wird dann die<lb/>
entsprechenden Beträge schon zur Verfügung stellen, denkt er<lb/>
scheinbar. Ein abschreckendes Beispiel ist für mich immer noch<lb/>
die Erfahrung aus dem Rauris-Tal. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verweist bei diesen<lb/>
Besprechungen immer auf die Erfahrungen mit anderen Bundesländern<lb/>
so erwähnte er, dass man für NÖ 80 Mill. S aus ERP bereits ge<lb break="no"/>stellt hätte. Natürlich hat <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> sofort geglaubt, es hat sich um<lb/>
zusätzliche 80 Mill. S gehandelt. In Wirklichkeit waren die normalen<lb/>
ERP-Projekte im Rahmen der 200 Mill. Grenzlandförderung, die im<lb/>
Vorjahr zur Verfügung gestellt wurden. Bei diesen Aussprachen<lb/>
bin ich immer sehr froh, dass ich nicht Finanzminister bin, ja<lb/>
nicht einmal die finanziellen Mittel bereitstellen müsste, die<lb/>
sich die andere Seite immer wieder erhofft und teilweise auf<lb/>
falsche Auslegung von Andeutungen auch berechtigt glaubt fordern<lb/>
zu können. Die Schwierigkeiten liegen alle im Detail.<lb/>
Diese, wünscht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sollen dann die Zustimmung der Minister<lb/>
ohne grösseren finanziellen Zuschuss, wenn die entsprechenden<lb/>
Mittel fehlen, wie z.B. in<add>[das folgende Wort fehlt, Platz freigelassen, Anm.]</add> dann wird das ganze<lb/>
Projekt eben auf Sparflamme behandelt. Für mich unerklärlich ist<lb/>
es nur, dass die Opposition diesen Vorgang akzeptiert, und nicht<lb/>
ständig die Erklärungen, Andeutungen, Teilversprechungen anprangert<lb/>
<pb n="30-0300" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band30/30_1976-03-05_0300.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Wahrscheinlich ist aber doch die aktive positive Politik stärker<lb/>
und so beeindruckend, dass die Öffentlichkeit eben selbst wenn<lb/>
sie auf diese Schwächen unserer Politik hingewiesen wird, kaum<lb/>
von einer solchen Kritik beeindruckt wird. Dann sagt sie dann<lb/>
wirklich, die können wirklich auch nichts anderes als immer nur<lb/>
nörgeln und kritisiert, wo doch so viel geschieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_08">Die Jahreshauptversammlung der BAWAG ist eine Grossveranstaltung<lb/>
der Gewerkschafts- und Genossenschaftsfunktionäre, der Sozial<lb break="no"/>versicherungsträger. Die BAWAG ist heute ein bedeutendes Bankinsti<lb break="no"/>tut und eine bedeutende wirtschaftliche Potenz. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> als der Reprä<lb break="no"/>sentant des ÖGB kann natürlich durch die BAWAG viele seiner wirt<lb break="no"/>schaftspolitischen Ideen verwirklichen. Wahrscheinlich wäre es nicht<lb/>
zur Anhebung der Habenzinsfüsse auf 5 % mindestens gekommen, wenn<lb/>
er nicht über die BAWAG gewusst hätte, dass dies möglich ist und<lb/>
vor allem die anderen Kreditinstitute nicht gefürchtet hätten, dass<lb/>
die BAWAG dies eventuell allein macht. Erst nachdem die Soll-Zinsen<lb/>
schön langsam abbröckeln besteht die Gefahr, dass jetzt auch die<lb/>
Banken verlangen, dass die Habenzinsen wieder gesenkt werden. Schein<lb break="no"/>bar ist es nicht möglich, die Zinsen wirklich auf ein erträgliches<lb/>
Mass herabzudrücken oder ganz zum Verschwinden zu bringen. Hier<lb/>
zeigt sich, dass der Konkurrenzkampf und der Markt vor allem der<lb/>
Wunsch, mehr Krediteinlagen und Spareinlagen zu bekommen, der<lb/>
bewusst auftritt und der sich entsprechend rührt, die Marktsitua<lb break="no"/>tion gut nützen kann. Ich selbst habe mich rein persönlich auch<lb/>
um dieses Problem viel zu wenig gekümmert. Jetzt nachdem mir mein<lb/>
Sohn diese finanziellen Transaktionen macht, stelle ich fest, das<lb/>
man wirklich mehr herausholen kann als man allgemein annimmt.<lb/>
Auf dem Geld- und Kreditsektor ist für mich die Erkenntnis nicht<lb/>
neu, aber es ist bestätigt worden, dass noch so eine straffe Regle<lb break="no"/>mentierung keine gerechte und allgemein gültige Lösung bringt.<lb/>
Die BAWAG hat scheinbar durch verhältnismässig wenig Filialen<lb/>
ein verhältnismässig günstiges Kostenbild. Andererseits sagt sie,<lb/>
braucht sie unbedingt die Sparer und möchte deshalb ihr Filialen<lb break="no"/>netz vergrössern, in der Hoffnung, dass sie damit mehr Direktsparer<lb/>
ansprechen kann. Ich glaube, nicht, dass dies zutrifft. Besser wäre<lb/>
es, durch besonderes Konditionen die Betriebsräte heranzuziehen.<lb/>
So wie bei den Personalkrediten, die über die Betriebsräte genehmigt<lb/>
werden, müsste auch ein System gefunden werden, um Spareinlagen<lb/>
<pb n="30-0301" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band30/30_1976-03-05_0301.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von den Arbeitern zu mobilisieren resp. zur BAWAG zu transferieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wie weit könnte man hier Anregungen von unserem<lb/>
Haus resp. von Fachleuten bekommen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_10">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB wurde auch über die Kreditvermittlung<lb/>
und deren Auswüchse in Österreich eingehend gesprochen. Da nicht zu<lb/>
erwarten ist, dass ein Kreditwesensgesetz, wenn überhaupt, vor dem<lb/>
Jahre 1978 zustande kommt, soll jetzt doch im Handelsministerium ver<lb break="no"/>sucht werden, eine gesetzliche Regelung auf der Basis der Gewerbe<lb break="no"/>ordnung zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> soll mit Justizministerium sofort<lb/>
neuen Entwurf besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_12">Produktdeklaration Energieverbrauch, die <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> jetzt bearbeitet,<lb/>
soll sich nicht nur allein auf den Wirkungsgrad beschränken sondern<lb/>
tatsächlich den Konsumenten mehr Information über das Elektrogerät<lb/>
geben. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hat diesbezüglich bei uns urgiert. Die Produktdeklara<lb break="no"/>tion wird aber von allen, wenn sie umfassend ist, begrüsst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> soll mit dem VKI Kontakt auf<lb break="no"/>nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_14"><rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> muss zugeben, dass mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> im Parlament und <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> scheinbar<lb/>
vereinbart wurde, am 23. Juni erst die Marktordnung zu beschliessen.<lb/>
Dieser Zeitplan bedeutet, dass sicherlich nicht die neuen Marktord<lb break="no"/>nungen einfachgesetzlich in Kraft gesetzt werden können. Für mich<lb/>
ist dies eine neuerliche Bestätigung, dass weder die einfachgesetz<lb break="no"/>liche Preisregelung noch die einfachgesetzlichen Marktordnungen wirklich<lb/>
kommen. Bei konkreten Verhandlungen wird letzten Endes dann ein Kom<lb break="no"/>promiss auf der jetzigen Basis gefunden werden. Ich sehe schon als<lb/>
einziges eventuell den Viehverkehrsfonds auslaufen. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> vom<lb/>
ÖGB ersucht deshalb auch, wir sollten für die jetzt bestellte preis<lb break="no"/>gesetzliche Regelung eine Verbesserung vorschlagen oder zumindestens<lb/>
vorsehen. Mir erscheint als einzige Möglichkeit § 3 b) Rohstoff<lb break="no"/>senkungen ebenfalls aufzunehmen. Derzeit ist es nur möglich, bei<lb/>
Preiserhöhungen einzuschreiten. Viel brächte diese Abänderung nicht,<lb/>
wohl aber eine leichte Verbesserung, die wir allein schon aus opti<lb break="no"/>schen Gründen brauchen. Mit Recht wird die Öffentlichkeit dann sagen,<lb/>
viel Lärm um nichts, und die Marktordnungen haben die ganzen Wirt<lb break="no"/>schaftsgesetze. Ich kann nicht verstehen, warum sich <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> jetzt<lb/>
immer noch so stark macht, und erklärt, es käme nicht in Frage,<lb/>
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es sein, dass er durch einen Zeitdruck und eine besonderes Konstella<lb break="no"/>tion wirklich alles abläuft. Die Wahrscheinlichkeit wird aber immer<lb/>
wesentlich kleiner.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_15">Die AK und der ÖGB nehmen zur Kenntnis, dass jetzt Weizen exportiert<lb/>
wird. 50.000 t nach Polen, 20.000 t nach Ungarn. 550.- S/t Stützung<lb/>
ergibt 38,5 Mill. S Budgetmittel aufgerundet. Das Finanzministerium<lb/>
hat allerdings berechnet, wie <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> versichert, dass die Lagerung<lb/>
1.000 S/t wenn es das ganze Jahr hindurch erfolgt, kostet. Da diese<lb/>
Überschussmengen heuer nicht weggebracht werden können. müsste man<lb/>
dann tatsächlich mit fast dem doppelten Aufwand an Lagerkosten<lb/>
rechnen. Es wäre höchste Zeit, wenn nun tatsächlich das ganze Weizen<lb break="no"/>system auf eine bessere Lösung umsteigt. Vielleicht gelingt es beim<lb/>
Durum-Weizen ein erster Schritt zu gehen. Ich habe nur schön lang<lb break="no"/>sam grosse Bedenken, wenn es nicht möglich ist, eine endgültige Lösung<lb/>
zu vereinbaren. Zum Glück ist uns derzeit die Witterung wieder zugute<lb/>
gekommen, da durch den gefrorenen Boden der Durum-Anbau noch nicht<lb/>
vorgenommen werden kann. Wir haben für die Lösung noch 8 Tage Zeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_16"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> erklärt mir nach der Jour-fixe-Sitzung, dass er jetzt vereinbart<lb/>
hat, die Betriebskennziffern, die die Österreichische Nationalbank<lb/>
errechnet und mit den deutschen und englischen vergleicht, sowohl<lb/>
mit der Bundeskammer, den Banken als auch dem Handelsministerium zu<lb/>
geben. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> hat auch die Absicht die Industriellenvereinigung zu<lb/>
informieren, ich schlage ihm sofort vor, damit er nicht Schwierig<lb break="no"/>keiten mit der Bundeskammer kriegt, dies besser dem Generalrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97661">Kottulinsky</rs> zu geben, der als ehemaliger Generalsekretär der Indu<lb break="no"/>striellenvereinigung dieser sicherlich das Material zustellen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war angeblich einverstanden, dass auch das Handelsministerium<lb/>
diese Kennziffern bekommt, wenn sie nicht als Grundlage für die<lb/>
Preispolitik oder besser gesagt für die Kontrolle der Preisanträge<lb/>
verwendet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-05_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte diese Kennziffern-Aufarbeitung mir dann<lb/>
sofort zu sagen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 5.3.1976</head>
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               <persName type="label">Macho, Erwin</persName>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
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               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
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