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            <title type="main">Dienstag, der  2. März 1976 bis Mittwoch, der  3. März 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_01">Dienstag, 2. und Mittwoch 3. März 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_02">In der Fraktion zum Unterausschuss Energiesicherungsgesetz versuchten<lb/>
wir die Taktik festzulegen. Ich hatte mit <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> und auch er mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> sowie ich mit <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> festgelegt, wie vorgegangen werden<lb/>
sollte. Einvernehmlich festgelegt, Textierung über die Lagerung,<lb/>
Meldung und Lenkung von Öl und Derivate sollte gemeinsam beschlos<lb break="no"/>sen werden. Über die Lenkung der anderen Energieträger und vor allem<lb/>
auch der anderen Punkte des internationalen Vertrages sollte weiter<lb/>
verhandelt werden, da die ÖVP mit den Marktordnungsgesetzen koppelte.<lb/>
Genaue Abgrenzung zwischen dem Gesetz, was beschlossen wird, und was<lb/>
offen bleibt, war nicht vorgenommen worden. Zur grössten Verwunderung<lb/>
ist vor der Ausschussitzung nicht möglich gewesen, von <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs><lb/>
eine dezidierte Erklärung zu bekommen. Er bemühte sich zwar, inner<lb break="no"/>halb seines Klubs zu einer Lösung zu kommen, ist scheinbar aber dann<lb/>
doch an der Koppelungspolitik der ÖVP resp. Landwirtschaft geschei<lb break="no"/>tert. In der Sitzung stellte sich sehr bald heraus, dass der einver<lb break="no"/>nehmlich vorgelegte Text zwar die Zustimmung aller findet, die<lb/>
wichtigste Bestimmung aber, dieses Gesetz unbefristet gelten soll,<lb/>
resp. welcher Geltungstermin in dem Gesetz verankert werden soll,<lb/>
keine Einigung möglich war. Es gelang dann mühsam, eine Formulierung<lb/>
zu finden, wo festgehalten wurde, dass über den Text Einigung herrscht<lb/>
über die Geltungsdauer aber der Handelsausschuss entscheiden soll.<lb/>
Die ÖVP, insbesondere Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, wollte unter gar keinen Umständen<lb/>
die Geltungsdauer des Gesetzes sagen. Ich hatte nämlich als Ein<lb break="no"/>leitung sofort behauptet, dass die ÖVP, wenn sie koppelt, dieses<lb/>
Gesetz nur bis zum 30.6. d.J. beschliessen würde. Damit hätte sieh<lb/>
die ÖVP natürlich lächerlich gemacht. Die Taktik der ÖVP war deshalb,<lb/>
zu erklären, im Handelsausschuss müsste dann die endgültige Fassung<lb/>
beschlossen werden. Am Freitag hat sie Parteivorstand und in diesen<lb/>
Gremien wird über die weitere Vorgangsweise beschlossen. Jetzt<lb/>
machte sie aber den taktisch grossen Fehler zu erklären, dass der<lb/>
Unterausschuss seine Arbeit abschliessen sollte. Damit hatte der<lb/>
Unterausschuss seinen Gesetzentwurf verabschiedet, der keine Termini<lb break="no"/>sierung enthielt. Natürlich konnte ihr rein gesetzestechnisch nichts<lb/>
passieren, weil sie im Handelsausschuss, resp. sogar noch im Plenum<lb/>
zustimmen muss, bevor das Gesetz in Kraft treten kann. Die Verfassungs<lb break="no"/>bestimmungen geben ihr die Garantie, dass mit 2/3-Mehrheit beschlos<lb break="no"/>sen werden muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_03">Über die Lenkungsmassnahmen wollte sie nicht eine Zusammenfassung<lb/>
des Rohstofflenkungsgesetzes und Lastverteiler- und Treibstoffsi<lb break="no"/>cherungsgesetzes, das schon abgelaufen ist, in ein eigenes Kapitel<lb/>
oder gar eigenes Gesetz sondern nur eine einzige Bestimmung ins<lb/>
Rohstofflenkungsgesetz. Dort sollte festgelegt werden, dass Verord<lb break="no"/>nungen gegen die internationale Krise auch möglich wären. Das<lb/>
Rohstofflenkungsgesetz handelt nämlich nur vom nationalen Notstand.<lb/>
Ich polemisierte mit aller Deutlichkeit, dass ich seinerzeit als<lb/>
1973 die sogenannte Energiekrise ausbrach, ich von den Oppositions<lb break="no"/>parteien ganz hart attackiert wurde, weil ich nicht rechtzeitig voraus<lb/>
schauend gesetzliche Bestimmungen mir im Parlament habe geben lassen.<lb/>
Damals nannte man mich einen Kasperl, fussmarod und weiss Gott was<lb/>
noch alles. Jetzt erklärte ich, nur einmal bekommt man für etwas<lb/>
Ohrfeigen, dann, wenn man sie ungerechtfertigt bekommen hat, jetzt<lb/>
werde ich verlangen, dass für alle Fälle vorgesorgt wird. Wenn die<lb/>
ÖVP dies ablehnt, dann trifft sie die Verantwortung. Damals hatte<lb/>
ich sogar noch die Einführung des "Pickerls" und alle Massnahmen<lb/>
mit den Interessensvertretungen ja sogar mit dem ARBÖ und ÖAMTC<lb/>
gemeinsam besprochen und einstimmig zustimmend entsprechende<lb/>
Vorschläge gemacht. Diese Konsenspolitik damals hat mir nichts genützt<lb/>
sondern die ÖVP witterte eine gute Gelegenheit, mich dann entsprechend<lb/>
zu attackieren wegen Unzulänglichkeiten, für die ich wahrlich<lb/>
nichts dafür konnte. Ich erklärte deshalb dezidiert, ich werde<lb/>
alles daransetzen, um gegebenenfalls mit den jetzt vorhandenen ge<lb break="no"/>setzlichen Möglichkeiten, das ist das Aussenhandelsgesetz entsprechen<lb break="no"/>de Verordnungen für Anlage von Lagern heranzuziehen. <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> war<lb/>
die ganze Sache sehr unangenehm, da er als Obmann des Ausschusses<lb/>
doch zu einem positiven Ergebnis kommen möchte. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wieder dekla<lb break="no"/>rierte sich sehr bald, dass eben die ÖVP die Koppelung durchführt,<lb/>
die Vertreter der internationalen Ölgesellschaften waren am unglück<lb break="no"/>lichsten, weil sie vermuteten, dass ich auf alle Fälle mit der ÖMV<lb/>
die Lagerhaltung durchführen werde müssen. Sie ersuchten mich,<lb/>
meinen ganzen Einfluss geltend zu machen, dass die Vereinbarung zwi<lb break="no"/>schen ihnen und der ÖMV von der letzteren eingehalten wird und sie<lb/>
zur Lagergesellschaftsbildung herangezogen werden. Ich kann mir<lb/>
lebhaft vorstellen, wie die Unternehmer, die mit den Marktordnungs<lb break="no"/>gesetzen überhaupt, nichts zu tun haben und daran gar nicht inter<lb break="no"/>essiert sind, diese Koppelungstaktik sich benachteiligt fühlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_04">Ich berichtete <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, der krank zu Hause war, die Vorgangs<lb break="no"/>weise und er ersuchte mich nur, dass wir auf alle Fälle die Koppe<lb break="no"/>lung ablehnen sollten. Durch eine Presseaussendung wurde dies be<lb break="no"/>stätigt. Er hat grosses Interesse daran, dass diese Politik fort<lb break="no"/>gesetzt wird, weil er sich auch schon in einem Pressegespräch<lb/>
in diese Richtung geäussert hatte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_05">Vor dem Ministerrat teilte mir <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> mit, dass er 70.000 t Getreide,<lb/>
50.000 nach Rumänien, 20.000 nach Polen exportieren könnte. Dazu<lb/>
braucht er die Zustimmung des Finanzministers, weil 550.- S/t<lb/>
Stützung erforderlich sind. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat sie ihm, wie er mir dann<lb/>
mitteilte, gegeben, weil die 38,5 Mill. S Stützung noch billiger<lb/>
sind als die 1.000 S/t Lagerzins, die er sonst für dieses Getreide<lb/>
aufbringen müsste. <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs>, den ich informierte, meinte – und dies<lb/>
wahrscheinlich mit Recht – dass hier die besseren Qualitäten hinaus<lb break="no"/>gehen werden und für uns nur die schlechteren Futtermittelqualitäten<lb/>
Weizen dann bleiben werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte verfolge, ob Deine Befürchtung<lb/>
ziffernmässig nachweisbar ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_07">Nach der Ministerratssitzung haben die davon betroffenen Minister<lb/>
über die Finanzierung von Oberdorf/Köflach Aufschliessungskohle<lb/>
verhandeln. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtete, dass der Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__143065">Glantschnig</rs><lb/>
tatsächlich mit einer grossen Delegation aufmarschieren würde. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs><lb/>
hat zugestanden, dass 250 Mill. S aus dem ERP-Fonds zusätzlich<lb/>
zur Energiequote von 100 Mill. freigemacht wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollte<lb/>
diese 50 Mill., die sofort beschlossen werden sollen, aus der<lb/>
Bergbauquote für Ersatzarbeitsplätze vorgesehen. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> erklärte<lb/>
ihm umständlich, dass dies nicht geht, weil es sich hier nicht<lb/>
um Ersatzarbeitsplätze handelt, sondern um schon bestehende Arbeiter<lb/>
die gesichert werden und weil vor allem aus der ÖNB-Block eine<lb/>
solche Finanzierung nicht möglich sei. Ich erklärte dezidiert und<lb/>
dies wurde auch beschlossen, dass ich von den 100 Mill. S Energiequote<lb/>
weder heuer, wo der Beschluss der Aufteilung 25 BEWAG 75 DoKW schon<lb/>
gefasst ist, aber auch in Hinkunft keinen Anteil dafür abzweigen<lb/>
kann. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> verwies darauf, dass für die 450 Mill. S, die dann<lb/>
wahrscheinlich noch fehlen aus der Bergbauförderung Zinsenzuschuss<lb/>
zu leisten sein wird. Die jetzt beschlossenen 50 Mill. aus ERP werden<lb/>
1 % resp. dann mit 5 % verzinst werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_08"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies darauf, dass Fohnsdorf jetzt in Angriff genommen<lb/>
werden muss. Bei der Besprechung mit den Steirern über ihre Grenzland<lb break="no"/>förderung hat er – und ich war ja anwesend – <rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs> erklärt, es<lb/>
müsste die Stillegung - damals sprach man nur vom Problem Bergbau<lb/>
Fohnsdorf – neutral verhandelt werden. Wenn die Steirer und ganz beson<lb break="no"/>ders die ÖVP dort durch entsprechende Aktionen die Regierungspolitik<lb/>
konterkarieren wollen, dann wird man ihnen – so jetzt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> –<lb/>
keine Grenzlandförderung geben sondern erklären, das ganze Geld muss<lb/>
eben für Fohnsdorf aufgewendet werden. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> berichtet, dass<lb/>
Bauknecht zu den 1.000 Beschäftigten jetzt noch 200 dazu nimmt und in<lb/>
weiterer Zukunft noch 500 Arbeiter braucht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wünscht, dass jetzt<lb/>
endlich die Aichfeld-Murboden-Story geschrieben wird. Man braucht<lb/>
einen guten Journalisten, womöglich ähnlich den Kronen-Zeitungs-<lb/>
Schreibern, die die Öffentlichkeit mit der Leistung auf diesem<lb/>
Gebiet vertraut machen. Seinerzeit, als <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Aichfeld-Murboden-<lb/>
Aktion startete, meinte er nur mir gegenüber, dies würde das Tenne<lb break="no"/>ssee der Österr. Republik. Wohnungen, Schulen, Infrastruktur und Be<lb break="no"/>triebe wurden dort geschaffen, Jetzt möchte er es, dass propagandi<lb break="no"/>stisch entsprechend dies ausgenützt wird. Was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> immer wieder<lb/>
feststellt, ist, dass seine Ideen in seinem Bundeskanzleramt<lb/>
aber auch von den anderen Ministern nicht entsprechend durchge<lb break="no"/>führt werden. Allerdings dies ist seine Art, will er von Details<lb/>
nichts wissen, resp. möchte Schwierigkeiten, die bei der Detail<lb break="no"/>arbeit entstehen nicht zur Kenntnis nehmen. Dass der grösste Teil<lb/>
seiner Ideen verwirklicht wurde, verdankt er dem Finanzminister,<lb/>
der letzten Endes doch die Finanzierung übernimmt. Durch Zurverfügung<lb break="no"/>stellung von grossen Geldmitteln bei allen seinen Projekten und<lb/>
Ideen gelingt es doch grösstenteils zumindestens die Ansätze zu<lb/>
verwirklichen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ärgert sich dann natürlich masslos, wenn<lb/>
dies in der Öffentlichkeit nicht entsprechend gewürdigt wird. Als<lb/>
Propagandist für sich selbst, der er einmal ist, weiss er, dass dies<lb/>
meistens daran scheitert, weil niemand diese Leistungen propagandistisch<lb/>
auswertet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_09">Der israelische Botschafter <rs type="person" ref="#per__143066">Dagan</rs> berichtet mir, dass jetzt die Israelis<lb/>
jetzt mit der EG ein Freihandelsabkommen getroffen haben. Danach wird<lb/>
mit <choice><choice><sic>1.1.1977</sic><corr>?</corr></choice></choice> Israel ausser landwirtschaftl. Produkten wohl aber Zitrus<lb break="no"/>früchte ohne Zölle nach EG exportieren können. Mit 1.1.1981 werden<lb/>
60 % der Importe aus der EG nach Israel zollfrei sein und mit<lb/>
1.1.1985 der gesamte Warenverkehr. Dadurch würden die österr. Exporte<lb/>
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für diesen Zeitpunkt ein Freihandelsabkommen mit Österreich zu<lb/>
schliessen. Israel hat auch an Schweden, Schweiz und Norwegen<lb/>
ein solches Angebot gestellt. <rs type="person" ref="#per__143066">Dagan</rs> möchte und ich bin auch dieser<lb/>
Meinung, dass wir sehr schnell womöglich als EFTA-Staaten gemeinsam<lb/>
dieses Problem in Angriff nehmen. Israel möchte seine bisherigen<lb/>
Handelsströme beibehalten. Wenn die österr. und Schweizer und letzten<lb/>
Endes schwedischen und alle anderen EFTA-Staaten Waren in Israel<lb/>
so stark diskriminiert werden, muss es zu einer Verlagerung der<lb/>
Handelsströme kommen. Ich verspreche, dieses Problem bei der EFTA<lb/>
zur Sprache zu bringen. Die Schweiz nämlich wehrt sich bis jetzt ganz<lb/>
entschieden dagegen, dass wir eine generelle EFTA-mässige Regelung<lb/>
alle gemeinsam anstreben. Die EFTA soll nach Auffassung der Schweiz<lb/>
und wahrscheinlich auch noch anderer Mitglieder nicht gemeinsames<lb/>
Organ bei Freihandelszonenverhandlungen auftreten. Meine Vorstellung<lb/>
ist, dass wir es ja gemeinsam verhandeln können, auch dann wenn<lb/>
wir es einzelstaatlich natürlich beschliessen müssen, weil EFTA<lb/>
keine Verhandlungshoheit in diesem Sinne wie die EG-Kommission be<lb break="no"/>sitzt. <rs type="person" ref="#per__143066">Dagan</rs> lädt mich neuerdings zu einem Israel-Besuch ein. Ich<lb/>
erkläre ihm, dass vor Herbst oder Frühjahr nächsten Jahres dafür leider<lb/>
Zeit ist. Ich beabsichtige auf alle Fälle erst dann nach Israel<lb/>
zu fahren, wenn ich über diese Freihandelszonenregelung ein wenig<lb/>
konkret schon verhandeln kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> war anwesend und wird die EFTA informieren<lb/>
Unterlagen verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_11">In Wels habe ich mit dem Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97975">Spitzer</rs> und den Mitgliedern<lb/>
des Messe-Komitees insbesondere auch LR <rs type="person" ref="#per__115673">Neuhauser</rs>, Messedirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141699">Pummer</rs> die Frage der Anerkennung der Welser Messe als internationale<lb/>
Messe besprochen. Die Wiener – Dir. <rs type="person" ref="#per__115005">Hintschig</rs> – von der Messe AG<lb/>
hat mit vor längerer Zeit zugesagt, dass sie keinen Einspruch mehr<lb/>
in Paris gegen den Wunsch der Welser erheben werden. Bei der letzten<lb/>
Sitzung haben nun die Welser taktisch vollkommen falsch für drei<lb/>
Messen angesucht um internationale Anerkennung. Jetzt haben die Wie<lb break="no"/>ner die Ausrede, es war nur vereinbart, dass eine Messe angesucht<lb/>
und genehmigt wird. Aus diesem Grund haben sie das Ganze zwei<lb/>
Jahre wieder zurückgestellt. <rs type="person" ref="#per__115005">Hintschig</rs> hätte sollen mit mir zu<lb/>
dieser Aussprache nach Wels mitfahren, hat im letzten Moment aber<lb/>
abgesagt und mir nur einen Brief geschrieben, wo er sie recht<lb/>
herzlich grüssen lässt und weitere Verhandlungen nach der Wiener<lb/>
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Vereinbarung, die mit mir und auch mit der Welser Messe geschlos<lb break="no"/>sen wurde, von den Wiener eingehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Min.Rat <rs type="person" ref="#per__136790">Wagner</rs> soll entsprechende Vorbe<lb break="no"/>reitungen treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_13">Bei der Eröffnung von Austro-Shop hat dann der Bürgermeister ganz<lb/>
besonders auf die Wünsche Wels' – besondere internationale Aner<lb break="no"/>kennung hingewiesen. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass sie<lb/>
jetzt eine neue Halle um 11 Mill. S bauen werden. Ich stellte<lb/>
richtig bei meiner Ansprache, dass ich mich zwar einsetze, um<lb/>
die internationale Anerkennung für Wels zu bekommen, dafür aber<lb/>
nicht zuständig bin und der Bürgermeister als auch alle anwesenden<lb/>
selbst die schwarzen Landesräte und der schwarze Präsident der<lb/>
Messe geben zu, dass sie noch niemals eine so starke Unterstützung<lb/>
vom Ministerium in jeder Beziehung gehabt haben. Zum Glück habe ich<lb/>
auch auf die Planungskosten 307.000 S, die wir übernommen haben,<lb/>
verweisen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_14">Die Fa. Assmann, Hersteller von Sprengmittel, Patronen, Minen usw.<lb/>
ist auch ganz gross ins Ladengeschäft eingestiegen. Der Besitzer<lb/>
hat mich dann unter vier Augen gebeten, ich möchte dafür sorgen, dass<lb/>
jetzt nicht zwischen Hirtenberg und ihm ein wirklich scharfer Krieg<lb/>
ausbricht. Er erzeugt Plastikpatronen, die Hirtenberger scharfe<lb/>
Munition. Nun haben die Hirtenberger, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__114514">Hadwiger</rs>, bei <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgen<lb break="no"/>dorf</rs> interveniert, dass sie auch Platzpatronen erzeugen werden.<lb/>
Wenn <rs type="person" ref="#per__117013">Mandl</rs> diese Drohung wahrmacht, dann sagt <rs type="person" ref="#per__113833">Assmann</rs>, er wird ins<lb/>
scharfe Munitionsgeschäft einsteigen. Für beide ist aber sicherlich<lb/>
kein Platz. Die Angrenzung erscheint mir auch sehr notwendig. Ich<lb/>
versprach diesbezüglich mit <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> bei nächster Gelegenheit<lb/>
zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte von <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs>, resp. Fachreferat entspre<lb break="no"/>chende Unterlagen verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_16">Der zweite grosse Ladenproduzent <rs type="person" ref="#per__143067">Umdasch</rs> hat mich ebenfalls unter<lb/>
vier Augen gebeten, ihm Unterlagen für eine Podiumsdiskussion<lb/>
die er in der Schweiz führen wird, zusammenzustellen. Er hat über<lb/>
Probleme des Exportes dort zu referieren. Ich versprach ihm unver<lb break="no"/>züglich entsprechendes Material – Exportziffern unsere Exportoffensive<lb/>
zuzusenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte stelle mir dies sofort zusammen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_18">Bei der Besichtigung von Gablonzer Betrieben, die Ennser Organi<lb break="no"/>sation hat dies von mir wieder einmal verlangt, wurde mir mitgeteilt,<lb/>
dass die Österr. Kontrollbank einen 2-Mill.-S-Exportkredit mit<lb/>
30. April zurückbezahlt haben will. Die Gablonzer Genossenschaft<lb/>
hat nun ihren Export um 20 % gesteigert von 25 Mill. ist sie<lb/>
jetzt auf 32 Mill. gekommen, sieht aber keine Möglichkeit, diese<lb/>
2 Mill. so schnell zurückzuzahlen. Ich verspreche ihnen, mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs>, Österr. Kontrollbank diesbezüglich zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_20">Die Ennser Firma Eisenbeiss, wo ich ebenfalls auf Wunsch<lb/>
der Bezirksorganisation einen Betriebsbesuch abstatte, hat als<lb/>
Giesserei und ganz besonders mechanische Werkstätte Zahnräder<lb/>
derzeit eine grössere Auftragslücke. Sie hat zwar Polenaufträge<lb/>
für 13 Mill. in Ausarbeitung, bräuchte aber entsprechende Anschluss<lb break="no"/>aufträge. Diesbezügliches Polen-Geschäft ist in Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll sich sofort mit Eisenbeiss<lb/>
in Verbindung setzen, damit ich intervenieren kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_22">In der Staatsoper war nicht nur eine riesige holländische Delegation<lb/>
die mit den Wiener Spielbanken eine Kooperation resp. Lizenzvertrag<lb/>
abschliesst sondern durch Zufall auch der Bundespräsident. Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> war begeistert als es mir gelangt, im Teesalon auch den<lb/>
Herrn Bundespräsidenten zu bringen und ihn seinen Kontrahenten aus<lb/>
den Niederlanden vorzustellen. Die Aufführung von Boris Godunow war<lb/>
wirklich eine grosse Leistung. Schade, dass man mir nicht gesagt<lb/>
hat, dass es bereits um 6 Uhr beginnt und ich daher viel zu spät<lb/>
kam.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band30_1976-03-02_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: 4 Uhr letzter Betriebsbesuch in Enns und<lb/>
um 6 Uhr Opernbeginn kann sich beim besten Willen nicht ausgehen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 2./3.3.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 17. Ministerratssitzung, 2.3.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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                  evtl. Falschidentifikation]</occupation>
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