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            <title type="main">Dienstag, der 17. Februar 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_02">In der Fraktion des Unterausschusses für das Energiesicherungs<lb break="no"/>gesetz einigten wir uns verhältnismässig schnell über die taktische<lb/>
Vorgangsweise. Unser Bestreben wird sein, die ÖVP dazu zu zwingen,<lb/>
da sie den Lenkungsmassnahmen für die Energiesicherung keinesfalls<lb/>
im Lagergesetz zustimmen will und wird, dass wir dieses Lager<lb break="no"/>gesetz als ersten Schritt herauslösen aus der ganzen Materie und<lb/>
eigens beschliessen. Beim Kompromiss, das <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> ausgearbeitet<lb/>
hat, kamen Bedenken von seitens der ÖMV. Dadurch hat verständlicher<lb/>
Weise NR <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>, Obmann der Chemiearbeiter, gemeint, man solle die<lb/>
Bedenken der ÖMV auf alle Fälle berücksichtigen. Bei der Ausschuss<lb break="no"/>sitzung und dann ganz besonders aber nachher haben die Internationalen<lb/>
bei mir sich mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> bitter beschwert, dass sie be<lb break="no"/>fürchten, die ÖMV möchte ihre Lagerpolitik sowie in der Vergangenheit<lb/>
allein betreiben und die zu gründende Gesellschaft bleibt eine reine<lb/>
Papiergesellschaft. Die Internationalen wollen dass nach der autori<lb break="no"/>sierten Gesellschaft, wo sie mit- und das ist ihnen jetzt schon<lb/>
klar – nur 49 % maximal beteiligt sind, diese Gesellschaft aber die<lb/>
alleinigen Lager in Hinkunft in Österreich bauen sollen. Die ÖMV<lb/>
ist höchstens bereit zuzustimmen, dass diese neue Gesellschaft die<lb/>
Hälfte der zukünftigen Lager bauen soll, die andere Hälfte möchte<lb/>
die ÖMV unbedingt in Eigenregie bauen. Sie möchte sich die Lager<lb break="no"/>politik nicht aus der Hand nehmen lassen, die sie bis jetzt sogar<lb/>
fast ausschliesslich allein betrieben hat. Ich drängt auf ein<lb/>
Kompromiss zwischen diesen beiden, erklärte aber auch dezidiert<lb/>
wenn es zu keiner Einigung kommt, dann wird die ÖMV als autori<lb break="no"/>sierte Gesellschaft allein die gesamte Lagerpolitik machen. Die<lb/>
ÖMV ist nämlich bereit auch ohne gesetzlicher Regelung diese inter<lb break="no"/>nationale Verpflichtung zu erfüllen. Die anderen offenen Fragen die<lb/>
im Ausschuss selbst dann nicht gelöst werden konnten, sollen durch<lb/>
Expertengespräche so wie nach der letzten Ausschußsitzung im<lb/>
Ministerium bereinigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_03">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> berichtet, dass<lb/>
die Lagergemeinschaft Mauthausen einen Film über die Weihestätte<lb/>
drehen will, 400.000 Schlling sollen durch das Sozialministerium,<lb/>
Justizministerium, Unterrichtsminister, Wissenschaftsministerium,<lb/>
Inneres und Landesverteidigung zu je 80.000 Schilling aufge<lb break="no"/>bracht werden. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> fragte mit Recht, wo die zweite Hälfte der<lb/>
400.000 herkommen sollen. <rs type="person" ref="#per__136650">Soswinsky</rs>, der Leiter dieser Lagerge<lb break="no"/>meinschaft,<lb/>
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Unterstützung bekam. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> möchte, dass dies koordiniert wird<lb/>
bevor der Film oder die einzelnen Minister Zusagen geben.<lb/>
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Abgabenänderungsgesetz, wenn es beschlossen wird, notwendig ist,<lb/>
eine Pressekonferenz – <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> - <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> - <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> – auf die positiven<lb/>
Bestimmungen (Arbeitsbeschaffung und vor allem einmal Strassenbau)<lb/>
hingewiesen werden sollte. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> verwies darauf, dass durch die<lb/>
Haftung der Tauern-Autobahn, die mit 1977 700 Mill. S fällig<lb/>
werden wird und wenn 50 Groschen, 20 und in Hinkunft sogar dann<lb/>
30 Groschen weil bis 900 Mill. S die Fälligkeit zum Tragen kommen<lb/>
kann, durch die Bundeshaftung von den 50 Groschen Mineralölsteuer<lb/>
verlorengeht. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sagte, das sei halb so schlimm, denn<lb/>
mit 40 Groschen verbleiben noch 500 Mill., die er zum Umschulden<lb/>
verwenden kann. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gab mir volles Pouvoir bei den Verhandlungen<lb/>
über die Preise auch über die Mineralölsteuer zu reden. Ich verlangte<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, dass man die Bevorratungsfrage durch steuerliches<lb/>
Neutralstellen und eine Bundeshaftung, die im Abgabegesetz aufzu<lb break="no"/>nehmen wären, die Verhandlungen wesentlich erleichtert. Mit dem von<lb/>
mir jetzt vorgeschlagenen System wird die Bevorratung begonnen,<lb/>
ohne dass der Finanzminister tatsächlich Zuschüsse in irgendeiner<lb/>
Form leisten muss. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist über diese Lösung sehr glücklich.<lb/>
Da er wie ich weiss, für die Bevorratung doch mit einem grösseren<lb/>
Zuschussbetrag gerechnet hat. Ich bin überzeugt, dass ich auf<lb/>
lange Sicht gesehen dann jährlich immer grosse Schwierigkeiten<lb/>
gehabt hätte, auch nur Teilbeträge für eine Lagerhaltung oder<lb/>
Vorratshaltung zu bekommen. Die Budgetsituation muss sich nämlich<lb/>
konstant verschlechtern und nicht verbessern.<lb/>
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2 Mia. S Kreditaufnahme über die Postsparkasse bei der Österr. Kontroll<lb break="no"/>bank mit eventuelle Refinanzierung der Nationalbank hart kritisiert<lb/>
wird. Er musste aber damals, um am 20. Jänner die Rechnungen dann<lb/>
endlich zu bezahlen, diese Transaktionen machen, von denen der Rech<lb break="no"/>nungshofsbeamte behauptet, es sei eine Finanzschuld gewesen. Nach<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> kann es sich nur dann um eine Finanzschuld handeln, wenn<lb/>
es eine längere ist und nicht so kurzfristige Zahlungen ermöglicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_06">Wenn der Rechnungshofbericht jetzt mit dieser Kritik genehmigt<lb/>
wird, wie es bis jetzt der Fall war, dann würde man den Finanz<lb break="no"/>minister schuldig werden lassen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> bemerkte, in der ersten Re<lb break="no"/>publik aber auch bis jetzt in der zweiten wurde der Rechnungshof<lb break="no"/>bericht immer unverändert bestätigt. Jetzt müssen wir eine Abänderung<lb/>
machen, weil wir die Auffassung des Finanzministers im Ausschuss<lb break="no"/>bericht verankern müssen. Ich wollte mich nicht verschweigen und<lb/>
erklärte, dass ich seinerzeit an Stelle von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> versucht hätte,<lb/>
die Handelskammer, die ja grössten Wert darauf legt, dass die<lb/>
Rechnungen bezahlt werden, einzubinden. In der Sache aber stimme ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> 100 %-ig zu, dass man eben jetzt im Parlament mit seiner<lb/>
Auffassung ihn hundertprozentig unterstützen muss. Wenn er nämlich<lb/>
diese Transaktionen nicht machen darf, dann kann er Ende des Jahres<lb/>
nicht mehr den Jänner als Zurechnungsmonat heranziehen und auch<lb/>
Finanzierungen wie die ÖBB über Firmen in Form von Vorfinanzierung<lb/>
tätigt, nicht mehr genehmigen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte nur, er hätte damals<lb/>
eine solche Möglichkeit der Kooperation mit der Handelskammer gar<lb/>
nicht gehabt, weil die ÖVP von ihm einen Offenbarungseid sonst über<lb/>
die Budgetsituation vor der Wahl verlangt hätte.<lb/>
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über die Information der Öffentlichkeit, bevor das ganze Projekt<lb/>
im Parlament mit der Entgegnung der Minister verhandelt wird, wird<lb/>
notwendig sein, einmal eine eingehende Diskussion zu führen. Bei der<lb/>
IAKW der Budgetfinanzierung, jetzt bei den Bundestheatern werden<lb/>
immer andere Minister in der Öffentlichkeit und von der ÖVP schon<lb/>
attackiert, bevor noch eine Möglichkeit besteht, sich verteidigen<lb/>
zu können, indem man die vorgesehene Antwort auf die Rechnungshof<lb break="no"/>kritik vorlegen kann.<lb/>
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besonders der Exekutive und dem Bundesheer und die Regierung schbss<lb/>
sich diesem Dank an. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> berichtete, dass wir Guatemala 1 Mill. S<lb/>
von der Regierung gespendet haben. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, dass der ungarische<lb/>
Verkehrsminister nach Neufeld kommt, um dort die Konzessionsver<lb break="no"/>längerung der Raab-Ödenburger Eisenbahn bis 2007 zu feiern. Die<lb/>
Bahn gehört mehrheitlich den Ungarn und es werden dort 200 Mill. S<lb/>
zur Aufrechterhaltung investiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_09">Eine kurze Besprechung zwischen <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und mir nach der<lb/>
Ministerratssitzung zeigte, dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit Recht verlangte, die<lb/>
ERP-Aufstockung 1,5 Mia. S, und die 500 Mill. für die österr. Investi<lb break="no"/>tionskredit AG müsse so erfolgen, wie sie bei der Wirtschaftskonferenz<lb/>
im Redoutensaal angekündigt wurde. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> möchte nämlich von den<lb/>
1,5 Mia. die 700 Mill. Kohlenbergbauförderung und einen noch grösseren<lb/>
Betrag womöglich für die Entwicklungshilfe abzweigen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dagegen<lb/>
schlug dann auch bei der Sitzung vor, die Industrie müsste 800 Mill.<lb/>
kriegen, 200 Mill. soll die Landwirtschaft bekommen und 500 Mill.<lb/>
der Fremdenverkehr. Da die Investitionskredit AG die 500 Mill. Auf<lb break="no"/>stockung durch entsprechende Schuldverschreibungen erhält,<lb/>
musste man auch dann der Kommunalkredit, die einen Antrag auf Er<lb break="no"/>höhung der 20 Mill. auf 120 Mill. stellte, etwas geben. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
schlug zuerst vor, es sollte zuerst der ERP-Fonds so wie immer einen<lb/>
Anteil seines normalen Budgets z.B. 50 Mill. S mehr geben. Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> sich ausserstande erklärte, meinte <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, dann wird<lb/>
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abzweigen. Wie es endgültig wird, wird sich ja zeigen, wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
zurückkommt. Die Besprechung im Finanzministerium über diese Finan<lb break="no"/>zierungsart fand mit einer <choice><choice><sic>Coronna</sic><corr>?</corr></choice></choice> von allen Bankenvertretungen,<lb/>
auch die ÖVP-Vertreter Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> von der CA und <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> vom<lb/>
Raiffeisenverband, stimmten dieser Lösung dann zu. <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> von der<lb/>
ÖNB erklärte nämlich, sie werden jetzt 10 Jahre je Schuldver<lb break="no"/>schreibungen vorsehen. Diese 2-Mia.-S-Papiere werden wahrscheinlich<lb/>
bei den Kreditinstituten verbleiben. Die ÖNB ist bereit, sie zu<lb/>
rediskontieren. Die vom ERP-Fonds gegebenen Kredite müssen aber<lb/>
deckungsfähig sein. Da der ERP-Fonds keine Haftungsgrundlage hat,<lb/>
um die Bonität der Kredite zu prüfen und eine gewisses Risiko für<lb/>
geringe schlechtere Krediten wenn sie umfallen dann doch abzudecken,<lb/>
wird 1/2 % Haftungsrücklage genommen. Diese bringt 7,5 Mill. S im<lb/>
ersten Jahr. Die ÖNB wird bei Rediskont auf ihre 3/8 % verzichten.<lb/>
Der Kreditapparat wird sich überlegen, ob er mit seinen 3/8 %<lb/>
nicht auch eine gewisse Senkung vornehmen kann. Ausserdem muss<lb/>
der Kreditapparat für die Komplementär-Kredite auch besondere Kondi<lb break="no"/>tionen geben. Der Finanzminister aber auch ich appellierte in dieser<lb/>
Beziehung an die Banken. Die Schuldverschreibungen werden 5 %<lb/>
Zinsen kosten, <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> wendete nur ein, er kann sich nicht vorstellen,<lb/>
dass sie noch, da der ERP-Fonds ja nicht haftet, im amtlichen Börsen<lb break="no"/>handel zugelassen werden. <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> sagte sofort, das ist schon einige Male<lb/>
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Börsenhandel zugelassen wurden. In diesem Fall steckt nämlich als<lb/>
Deckung ja die Emittierung bei der ÖNB dahinter. Für den Fremdenverkehr<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__115176">Grenz</rs> von der Hoteltreuhand mitgeteilt, dass 70 % aller Ansuchen<lb/>
immer durch entsprechende Landesbürgschaften oder sonstwie abgedeckt<lb/>
sind. <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs>, <rs type="person" ref="#per__115176">Grenz</rs> und <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> ersuchten mich, man sollte mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> jetzt sofort die Verhandlungen beginnen, damit die Fremden<lb break="no"/>verkehrskredite unverzüglich genehmigt und nach Ende de Winter<lb break="no"/>saison die Bauarbeiten begonnen werden können. Da dies in unserem<lb/>
Interesse liegt, habe ich <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> sofort nachher verständigt und beauf<lb break="no"/>tragt, so schnell als möglich, alle Projekte vorzulegen und in der<lb/>
ERP-Kommission zu beschliessen.<lb/>
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sorgen, dass in die ERP-Kommission auch ein Gewerkschaftsvertreter<lb/>
kommt. Im Fremdenverkehr sind 3 Genossen, LR <rs type="person" ref="#per__118218">Reichl</rs> von OÖ kann<lb/>
nicht ausgewechselt werden, <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> und Gen.Dir. von der Ruefa<lb/>
<rs type="person" ref="#per__136644">Figdor</rs>. Letzterer ist nach allgemeiner Meinung der am wenigsten aktivste<lb/>
und ist habe mit <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, ÖGB vereinbart, dass wir gemeinsam mit<lb/>
ihm reden wollen, ob er seine Stelle zur Verfügung stellt.<lb/>
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sind, wenn wir eventuell die Kommission auf 4 : 4 erhöhen und ohne<lb/>
die Personaländerung in unserer Fraktion jemandem zu sagen. <rs type="person" ref="#per__136644">Figdor</rs><lb/>
soll einstweilen noch nichts davon wissen.<lb/>
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hat, dass die Arbeitspreise für Haushaltsstrom, aber auch die Sonder<lb break="no"/>vereinbarungen um 8 Groschen erhöht werden sollen, dadurch gibt es<lb/>
für die Gemeinde Wien ganz besonders bei dem 65 Groschen-Tarif<lb/>
8 Groschen Erhöhung einen grösseren Erlös als die 10 %, die für die<lb/>
Grund- und Leistungspreise in Anrechnung kommen sollten. Ausserdem<lb/>
wird für Aufrundung über 0,5 % noch auf einen runden Prozentsatz<lb/>
und gleichzeitig bei Abrundung unter 0,5 % wieder auf einen runden<lb/>
Prozentsatz von 10 % eine gewisse Entlastung den Wienern und<lb/>
anderen, die es dringend nötig haben, gewährt. Für die TIWAG<lb/>
und VKW sind nur 6 Groschen in Aussicht genommen. Die Verbundgesell<lb break="no"/>schaft erhält ebenfalls 10 %, wobei für die stromintensiven der KELAG<lb/>
und der SAFE die Rabattlösung aufrecht bleibt. Da besonders die TIWAG<lb/>
diese Erhöhung gar nicht braucht, werde ich versuchen, mit LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs><lb/>
zu vereinbaren, dass sich diese Landesgesellschaft ganz besonders<lb/>
an dem Kraftwerk Voitsberg III beteiligt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte die Details von der Verbund vorberei<lb break="no"/>ten lassen, damit wir Samstag mit <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> darüber sprechen kön<lb break="no"/>nen. Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_14">Dr. <rs type="person" ref="#per__119808">Swoboda</rs>, der Vertreter der Fa. Eisenberg kam um diverse Projekte<lb/>
zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> möchte unbedingt in Österreich grössere<lb/>
Projekte entrieren. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> hat ihm empfohlen, er soll ein Wein<lb break="no"/>handelsgeschäft aufmachen. Er hat Gott sei Dank eine Studie mit<lb/>
10.000 Dollar angestellt und sich dadurch, wie <rs type="person" ref="#per__119808">Swoboda</rs> aus<lb break="no"/>drückte grössere Verluste erspart. Dass eine aussenstehende Firma<lb/>
im Weinhandelexport nicht reüssieren kann, hätte ich <rs type="person" ref="#per__119808">Swoboda</rs> auch<lb/>
ohne Studie gesagt. Wieso <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> auf eine solche Idee kommt, ist<lb/>
mir unerklärlich.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__98034">Veselskys</rs> und besprich sie mit dem Staatssekretariat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_16">Ich verwies <rs type="person" ref="#per__119808">Swoboda</rs> darauf, dass in unserer Investorenwerbung eine<lb/>
ganze Anzahl von Projekten liegen, an der er sich beteiligen kann,<lb/>
oder die er erwerben kann. Dies gilt für Junior-Werke, Merino,<lb/>
und viele andere Gesellschaften die jetzt entweder schon in<lb/>
Konkurs sind oder einer Sanierung dringend bedürfen. <rs type="person" ref="#per__119808">Swoboda</rs><lb/>
meinte, <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> möchte für grössere Investitionen dafür die<lb/>
Staatsbürgerschaft seiner zwei Schwiegersöhne. Dies macht, wenn<lb/>
er sich tatsächlich an Investitionen in Österreich beteiligt,<lb/>
überhaupt keine Schwierigkeiten. Ich bin gespannt was dabei heraus<lb break="no"/>kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_17">Über den Gesellschaftsvertrag zur Gründung einer Ölmühle teilte<lb/>
er mit, dass 1/3 der Konsumverband, 1/3 die landwirtschaftlichen<lb/>
Organisationen und 1/3 <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> mit einer Kapitalbeteiligung<lb/>
von 10 Millionen Dollar in Aussicht genommen ist. Wenn der Vertrag<lb/>
abgeschlossen, werden sie dann neuerdings wegen des Projektes Öl<lb break="no"/>mühle bei mir versprechen. Ich bin sehr gespannt ob etwas daraus<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_18">Durch Zufall hat anschliessend daran Hr. <rs type="person" ref="#per__143005">Maljers</rs> von der Unilever-<lb/>
Muttergesellschaft mit Dir. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> mit mir über eine Ölmühle der<lb/>
Unilever in Österreich gesprochen. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> redete sich darauf aus,<lb/>
<pb n="29-0217" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band29/29_1976-02-17_0217.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dass er zuerst die entsprechenden Rohstoffe, mindestens 100.000<lb/>
Tonnen im Inland bräuchte. Dazu müsse der Raps- und Sonnenblumenanteil<lb/>
wesentlich verstärkt werden. Von einem 1.200 kg ha-Ertrag derzeit<lb/>
müsste man auf 2.000 pro ha kommen, weil ansonsten die Ertragslage<lb/>
für die Bauern uninteressant ist. In Wirklichkeit habe ich dann<lb/>
sehr bald bemerkt, dass es der Unilever nur ankommt solange das<lb/>
Projekt noch hinauszuschieben, bis der Rhein-Main-Donaukanal im<lb/>
Fertigwerden ist und sie dann sofort an der Donau ein entsprechendes<lb/>
Grundstück erwerben werden um die Ölmühle zu errichten. Die Wasser<lb break="no"/>fracht ist entscheidend. Ich verwies darauf, dass die Unilever<lb/>
jetzt einmal vorübergehend kalkulieren soll, wie es mit der Wasser<lb break="no"/>fracht ist, wenn man die billigen Tarife insbesondere der Oststaaten<lb/>
an der Donau nützt, um über das Schwarze Meer die entsprechenden<lb/>
Ölsaaten nach Österreich zu transportieren. Unilever hat dies<lb/>
zugesagt. Derzeit planen sie in Rotterdam eine Ölmühle für 1,250.000<lb/>
Tonnen Saat zu errichten. Die in der Schweiz abgelehnte Ölmühle<lb/>
wird daher als erste Phase in Rotterdam scheinbar mitgebaut.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_19">Kollege <rs type="person" ref="#per__143016">Pirker</rs>, Freier Wirtschaftsverband und Obmannstellver<lb break="no"/>treter <rs type="person" ref="#per__143025">Hechtberger</rs> intervenierten wegen einer ERP-Kreditaktion für<lb/>
das Hotel in Enns. Dort hat die Sparkasse einen ERP-<lb/>
Antrag gestellt, aber nachher verschlampt. Das Hotel ist jetzt<lb/>
bereits fertig und ausfinanziert und soll nun umgeschuldet werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird prüfen, ob es eine solche Möglichkeit gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_20">Der Leiter des Verbandes Ländlicher Genossenschaften <rs type="person" ref="#per__117174">Lunacek</rs><lb/>
und ein Prok. <rs type="person" ref="#per__143031">Tanzer</rs> kam mit dem Vertreter des Marktbüros <rs type="person" ref="#per__127587">Führing</rs><lb/>
um mit mir die Kartoffelsituation zu besprechen. Es gibt kaum mehr<lb/>
grössere Reserven. Die 1.000 Tonnen die bei den Brennereien liegen<lb/>
werden bereits vom Verband erfasst und soweit sie einigermassen<lb/>
gebrauchsfähig noch sind, dem Konsum zugeführt. Die Sitzung wurde<lb/>
dann noch durch <rs type="person" ref="#per__143034">Mittermayer</rs>, GÖC, und <rs type="person" ref="#per__143040">Kittel</rs> einem Importeur<lb/>
und Grosshändler ergänzt. Diese erklärten, wenn noch 6 Wochen<lb/>
einigermassen vom Inland Kartoffel angeliefert werden, dann gibt<lb/>
es keine Schwierigkeiten. Niemand kann mir aber diese Garantie geben.<lb/>
Ich versprach nach Prüfung des Sachverhaltes eine Presseaussendung<lb/>
zu machen, wo mitgeteilt werden soll, dass Österreich besser ver<lb break="no"/>sorgt ist als die umliegenden Länder. Wenn die Konsumenten nicht<lb/>
Hamsterkäufe tätigen, wobei die Kartoffel nicht lagerfähig sind,<lb/>
und daher bald kaputt werden, müsste es möglich sein, allerdings<lb/>
<pb n="29-0218" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band29/29_1976-02-17_0218.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bei sehr stark steigenden Preisen den Anschluss an die neue Ernte<lb/>
zu finden. Insbesondere Substitutionsprodukte wie Teigwaren, aber<lb/>
ganz besonders Reis werden billigst angeboten. Reis wird unter<lb/>
7 Schilling mit Aktionen, wie <rs type="person" ref="#per__143034">Mittermayer</rs> mir mitteilte sinken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Ich glaube wir sollten dieses Problem bei<lb/>
dem nächsten Pressefrühstück besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_22">In der Vorstandssitzung auf der Landstrasse haben wir unser Bil<lb break="no"/>dungsprogramm besprochen. Nach jahrelanger immer schwächer werdender<lb/>
Tätigkeit hat sich jetzt ein Architekt <rs type="person" ref="#per__142432">Reichl</rs> bereitgefunden eine<lb/>
Bildungsorganisation zu errichten. Er hat noch grosse Ideale und<lb/>
hofft dass er im Bezirk genug Mitarbeiter findet. Richtig ist,<lb/>
wie er feststellte, dass wenn neue Mitglieder in die Sektionen<lb/>
kommen, sie von dem Sektionsleben grösstenteils fast abgestossen<lb/>
werden. Diese möchte er nun organisieren und mit Bildungsarbeit<lb/>
und spezifischen Aufträgen zur Mitarbeit gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-17_23">In der Sektionsleitersitzung ging die wirtschaftliche und politische<lb/>
Diskussion unter, da sich alles auf die Beitragserhöhung von<lb/>
15 auf 20 Schilling, resp. für die E-Marken von 10 auf wahrscheinlich<lb/>
15 Schilling stürzte. Teilweise konnten die Genossen nicht glauben,<lb/>
dass noch über dieses Problem innerhalb der Organisation diskutiert<lb/>
werden soll und kann. Sie sind fest davon überzeugt, dass alles schon<lb/>
beschlossene Sache ist. Ganz unrecht haben sie nicht, denn feststeht<lb/>
dass wir diese Erhöhung machen müssen. Genauso feststeht dass aber<lb/>
wirklich noch kein formeller Beschluss erfolgt ist. Selbst ver<lb break="no"/>lässlichste Genossen und treue Mitarbeiter und Sektionsleiter<lb/>
waren über diese Erhöhung sehr empört. Dieses Unbehagen das hier<lb/>
durchgebrochen ist, liegt glaube ich weniger an den Schillingbeträgen,<lb/>
als dass sie das Gefühl haben, dass mit dem Geld nicht sparsam<lb/>
umgegangen wird. Wenn man sich den Wulst der Publikationen und<lb/>
Informationen vorstellt, die ein jeder Vertrauensmann, ja heute sogar<lb/>
schon jedes Mitglied und vielleicht noch vielmehr auch Nicht-Mitglieder<lb/>
nicht nur in Wahlzeiten bekommen, kann man den Genossen nur Recht<lb/>
geben. Ich habe selbst auch immer das Gefühl dass es sich hier um Nachweis<lb/>
einer Aktivität in den Zentralen handelt, die letzten Endes sehr viel<lb/>
Geld kosten. Wieweit sie von Erfolg begleitet kann ich nicht feststel<lb break="no"/>len. Niemand hat jemals eine Cost-Benefit-Rechnung angestellt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 15. Ministerratssitzung, 17.2.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag TO 15. Ministerratssitzung, 17.2.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Maurer, Ernst</persName>
               <persName><surname>Maurer</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Swoboda, A</persName>
               <persName><surname>Swoboda</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Vertr. Eisenberg</occupation>
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               <persName type="label">Reichl, Hermann</persName>
               <persName><surname>Reichl</surname><forename>Hermann</forename></persName>
               <occupation>oö. SPÖ-LR, AR-Vors. Ennskraftwerke</occupation>
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               <persName type="label">Millwisch, Leopold</persName>
               <persName><surname>Millwisch</surname><forename>Leopold</forename></persName>
               <occupation>Generaldir. Österr. Verkehrsbüro [?]</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName><surname>Büttner</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Dir. Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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