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            <title type="main">Dienstag, der 10. Februar 1976</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band29_1976-02-10</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_01">Dienstag, 10. Feber 1976<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_02">Präsident <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> von der ÖDK Aufsichtsrat wollte noch eine<lb/>
Legislaturperiode dies Funktion ausüben. Er meinte, dies sei ein<lb/>
Bundesmandat und Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> hätte ihm gesagt, dies<lb/>
liegt ausschliesslich bei mir. Ich stellte sofort klar, dass auch<lb/>
das letzte Mal ich wegen des guten Einvernehmens mit den Kärntnern<lb/>
erklärt hatte, ich würde den Kärntner Vorschlag akzeptieren. Damals<lb/>
hat man nach längerem hin und her <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> als politischen Mandatar<lb/>
bezeichnet und ihm mit der Präsidentenstelle beauftragt. Jetzt gibt<lb/>
es grossen Widerstand insbesondere von Belegschaftsvertreter den<lb/>
Obmann <rs type="person" ref="#per__114714">Inthal</rs>. Ich erklärte klipp und klar, dass ich weder etwas<lb/>
gegen <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> habe, noch etwas für ihn habe, sondern dass ich aus<lb break="no"/>schliesslich den Bedürfnissen der Kärntner Partei entsprechen werde.<lb/>
Ich bin informiert, auch das sagte ich ganz offen, dass Landeshaupt<lb break="no"/>mannstellvertreter <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> dieses Mandat bekommen soll. <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs><lb/>
war schwer enttäuscht und wird mit Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> noch einmal<lb/>
sprechen, ob er nicht doch noch dieses Mandat bekommen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_03">Ich hatte dann auch noch eine Aussprache mit Dir. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs>, der mir<lb/>
bestätigte, dass die Kärntner jetzt endgültig entscheiden werden,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> dieses Mandat bekommen wird. Ich rief auch noch<lb/>
Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> an, der mir verschiedene Gründe mitteilte,<lb/>
warum <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> nicht verlängert werden kann. Einer der wichtigsten ist,<lb/>
dass auch von der KELAG der 68-jährige <rs type="person" ref="#per__139680">Pacheiner</rs> jetzt in den Ruhe<lb break="no"/>stand versetzt wird und deshalb, fast könnte man sagen der Gegenpart<lb/>
in Kärnten, nämlich <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> bei der Drau nicht noch weiter das Mandat<lb/>
bekommen kann.<lb/>
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früher in Betrieb gehen soll als 1983, wie die Verbund jetzt in ihrem<lb/>
Ausbauplan und Stromverbrauchsplan vorsieht. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> fürchtet<lb/>
so wie ich, dass das Kernkraftwerk mit seinen 840 MW und 6000 Stunden<lb/>
pro Jahr nicht reibungslos funktionieren wird und deshalb jedes<lb/>
Kraftwerk, das früher fertig ist noch dringend gebraucht werden wird.<lb/>
Für die Verbund ergibt sich nur die Schwierigkeit der Finanzierung<lb/>
und der Zinsenbelastung, wenn dann tatsächlich der Strom nicht ge<lb break="no"/>braucht wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_05">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs> und <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Die Energieplanung muss jetzt<lb/>
endgültig, insbesondere auch die Reservehaltung klar und deut<lb break="no"/>lich festlegen, damit wir nicht dann letzten Endes bei Ausfall<lb/>
eines Kraftwerkes und Stromschwierigkeiten schuldig sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_06">S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> berichten mir über die Verhandlungen des<lb/>
Energiesicherungsgesetzes. Ich bin mit der Trennung zwischen einem<lb/>
Gesetz das die Lagerhaltung und Information in ein Energiegesetz<lb/>
und die Novelle des Rohstofflenkungsgesetzes resp. Zusammenfassung<lb/>
mit dem Lastverteilergesetz und Treibstoffsicherungsgesetz in ein<lb/>
zweites Lenkungsgesetz einverstanden. In das Bevorratungs- und<lb/>
Lagergesetz wünsche ich mir nicht eine so detaillierte Bestimmung<lb/>
wie die Lagerkosten zu berechnen sind. Hier wünscht die andere<lb/>
Seite eine genaue Definition, die ich ganz entschieden ablehne.<lb/>
Auch dann wenn die Ölgesellschaften genau wissen dass letzten<lb/>
Endes wie immer der Benzinpreis sein wird, ich behaupten werde<lb/>
die Lagerkosten sind voll gedeckt, sehe ich in der Aufzählung der<lb/>
einzelnen Kalkulationsposten eine grosse Gefahr. Wir kommen da<lb break="no"/>durch in die LSÖ-Preisbestimmung der Nazizeit. Da gleichzeitig<lb/>
diese Kalkulationsposten dann die Grundlage für die Tarife der<lb/>
<choice><choice><sic>Lagergesellschaft</sic><corr>?</corr></choice></choice> sein sollen, kann auch die Handelskammer nicht ein<lb/>
so starkes Interesse daran haben, da ja die kleinen Betriebe dann<lb/>
irrsinnige Tarife bezahlen müssten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_07">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte alle Argumente vom preisbe<lb break="no"/>hördlichen Standpunkt gegen diese Forderung der Ölgesellschaften<lb/>
zusammentragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_08">In der Ministerratsvorbesprechung machte mich <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> neuerdings<lb/>
auf den Export von 10 Waggon Sprengstoff aufmerksam und zeigte mit<lb/>
auch ein Schreiben, dass das Aussenministerium auf dessen Wunsch<lb/>
von Dr. <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs>, Aussenstelle, bekommen hat. Ich rief sofort den<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__114662">Bodenstein</rs> an, nachdem weder <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> noch ich jemals irgendeine<lb/>
Information über diese Geschäfte bekommen habe. <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> ist leider<lb/>
auf Urlaub und <rs type="person" ref="#per__114662">Bodenstein</rs> hat dann mühsam alle Unterlagen zusammen<lb break="no"/>gesucht und mir nach einer Wartefrist von 2 Tagen endlich die Unter<lb break="no"/>lagen geschickt. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> versuchte zwar die Aussenstelle zu decken und<lb/>
den Vorgang zu erklären, musste aber dann letzten Endes auch zugeben,<lb/>
dass es unerklärlich ist, dass wir keine Information bekommen hatten.<lb/>
Rechtlich war vielleicht die Vorgangsweise einwandfrei, politisch<lb/>
war sie ein grosser Fehler. Jemand der mit so bedeutenden Spreng<lb break="no"/><pb n="29-0169" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band29/29_1976-02-10_0169.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stoffen handelt und wie Hr. <rs type="person" ref="#per__142456">Weichselbaumer</rs> so wie insbesondere<lb/>
die französische Firma einen schlechten Ruf hat, muss Veranlassung<lb/>
für den Beamten sein, darüber <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> oder mich sofort zu verständigen.<lb/>
Das wir durch einen Zollbeamten durch Zufall auf diese Transaktionen<lb/>
aufmerksam gemacht werden, ist gelinde gesagt ein Skandal. Ich ver<lb break="no"/>einbarte am Abend beim Empfang vom tunesischen Aussenminister<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, dass ich gegebenenfalls eine gesetzliche Änderung der<lb/>
Aussenhandelspolitik herbeiführen werde, wenn unsere Neutralität<lb/>
durch Waffen oder Sprengstoff-Lieferungen in ein falsches Licht ge<lb break="no"/>rät.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_09">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte die entsprechende Veranlassung treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_10"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtete in der Vorbesprechung, dass die Journalisten<lb/>
sich bitter über die Olympischen Spiele und deren Organisation be<lb break="no"/>klagen. Ein Drittel sind sehr schlecht untergebracht; Klo für 30<lb/>
Personen und Waschgelegenheit am Gang, Militärspind und dafür<lb/>
550 Schilling pro Tag. Ausserdem nur ein Teil akkreditiert. Der<lb/>
Pressereferent <rs type="person" ref="#per__142459">Neumann</rs> soll vollkommen versagt haben. Die Eröffnungs<lb break="no"/>zeremonie wo ebenfalls hunderte, obwohl sie bezahlte Eintritts<lb break="no"/>karten hatten, nicht mehr hineingelassen wurden oder werden konnten<lb/>
weil sie zu spät gekommen sind, war auch gelinde gesagt ein Skandal.<lb/>
Man hätte die Leute auf die schlechte Anfahrmöglichkeit und lange<lb/>
Anmarschzeit aufmerksam machen müssen. Österreich hat dadurch im<lb/>
Ausland eine schlechte Presse.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_11">Der linke und sicherlich teilweise sehr exzentrische Universitäts<lb break="no"/>professor <rs type="person" ref="#per__142460">Altvater</rs>, den man wegen Gefahr der Störung der Olympischen<lb/>
Spiele inhaftierte und dann wie er behauptete schlug, hat ebenfalls<lb/>
mit dazu beigetragen, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über diese Entwicklung in Innsbruck<lb/>
nicht sehr glücklich ist. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> behauptet er wurde nicht geschlagen,<lb/>
zumindestens lautet so der Polizeibericht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagt mit Recht,<lb/>
im Zweifelsfall ist immer anzunehmen, dass tatsächlich die Polizei<lb/>
schlägt. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> weist allerdings und das glaube ich mit Recht darauf,<lb/>
dass in einem so einem Fall immer sofort die Anzeige bei Gericht<lb/>
erstattet wird.<lb/>
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die Sicherheitsmassnahmen in Zukunft wesentlich verbessert werden.<lb/>
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Die Gefahr die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sieht ist dass wenn einige Sitzungen der<lb/>
OPEC nicht in Wien mehr stattfinden, dann tatsächlich die OPEC<lb/>
weggehen wird auch dann wenn sie jetzt scheinbar sich in Ver<lb break="no"/>handlungen mit der Wiener Städtischen befindet, um ein neues<lb/>
Gebäude für sich zu mieten.<lb/>
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ihm und mir über die steir. Grenzlandförderung. Den Steirern<lb/>
kommt es darauf an, gebundene Bundesmittel jetzt frei zu bekommen,<lb/>
ihm kommt es darauf an, nüchtern über Fohnsdorf mit den Steirern<lb/>
zu reden. Scheinbar will <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt tatsächlich die Fohnsdorfer<lb/>
Problematik ernstlich angehen.<lb/>
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Städten verlangt wird und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dazu sehr skeptisch sich äußert.<lb/>
Wenn die Verländerungstendenzen anhalten, dann wird der Bund bald<lb/>
keinerlei Kompetenzen mehr haben. Das Kabelfernsehen muß man außer<lb break="no"/>dem vom medienpolitischen Standpunkt betrachten. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> soll deshalb<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> diesbezügliche Informationen dem Parteivorstand geben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, daß ein Bundesverfassungsgesetz jetzt vom Parlament<lb/>
einstimmig seinerzeit beschlossen, die Möglichkeit ihm gibt, Durch<lb break="no"/>führungsgesetz einzubringen und er hätte mit <rs type="person" ref="#per__97913">Schieder</rs> diesbezügliche<lb/>
Besprechungen schon für Wien geführt. Hier wird es noch, glaube ich,<lb/>
zu großen Differenzen innerhalb der auch sozialistisch geführten<lb/>
Länder und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommen. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> tut mir in dieser Frage sehr leid,<lb/>
da er nicht einvernehmliche Regelungen so leicht wird erzielen<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_16"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, daß die Steiermark neuerdings die Bevorratung<lb/>
urgiert hat. Ich melde mich sofort und erkläre, daß ich vom Finanz<lb break="no"/>minister, der leider nicht anwesend ist, keinerlei größere finanzielle<lb/>
Unterstützung für die Bevorratungspolitik erwarten kann. Deshalb<lb/>
habe ich über das System der Mineralölbevorratung versucht eine<lb/>
Lösung zu finden, die nicht dem Finanzminister sehr viel kostet,<lb/>
außer steuerliche Freistellung und Bundeskredithaftung wird er<lb/>
keinerlei Leistungen zu erbringen haben. Auf Grund dieses Modell<lb break="no"/>falles werde ich dann die anderen Produkte in Angriff nehmen. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit verweise ich neuerdings darauf, daß die Mineral<lb break="no"/>ölsteuer mit 50 Groschen in den Preis nicht untergebracht werden<lb/>
kann ohne daß die ÖMV große Produktionsverluste an die Internationalen<lb/>
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man von den 50 Groschen weiter reden, bezieht dies aber nicht<lb/>
auf den Liter sondern auf kg, dadurch würden der Verbraucher<lb/>
mit 38 Groschen pro Liter zuzüglich der Mehrwertsteuer belastet<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, wir sollten dies mit dem Finanzminister<lb/>
wenn er zurückkommt, besprechen, er wird sich gegebenenfalls ein<lb break="no"/>schalten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist über die Methode der Preis- u. Tarifankündigung<lb/>
nicht glücklich. Die ÖVP nützt alles um uns jetzt monatelang als<lb/>
die Verteuerer hinzustellen. Allerdings hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vor Monaten<lb/>
selbst gesagt, man muß die Bevölkerung über die verschiedensten<lb/>
Notwendigkeiten aufklären und Kampagnen für entsprechende Maßnahmen<lb/>
setzen. Er sprach damals selbst von dem Wasserschilling, was der<lb/>
Bevölkerung das reine Wasser wert ist, müßte man durch Umfragen<lb/>
und Aufklärungen usw. ergründen. Jetzt aber hat die ÖVP die Ge<lb break="no"/>legenheit genützt und spricht vom Beamtenschilling und ich weiß<lb/>
Gott nicht was alles, dadurch entsteht, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagt, durch<lb/>
die Ankündigung ein halbes Jahr bis ein Jahr vorher schon das<lb/>
Image, die Regierung verteuert alles, dann wird der Gesetzbeschluß<lb/>
gefaßt, ein neuerlicher Höhepunkt und dann bis er endgültig der<lb/>
Konsument dies in der dritten Phase bemerkt, neuerdings von der ÖVP<lb/>
die selbe Belastung neuerdings hochgespielt. Jetzt ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
dafür, daß man so schnell als möglich die ganze Angelegenheit<lb/>
erledigen soll und nicht vorher lange Ankündigungen machen sollte.<lb/>
Ich bin neugierig, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dies mit der Mineralölsteuer dann<lb/>
lösen wird. Ich persönlich habe gar keine andere Möglichkeit, wenn<lb/>
ich gefragt werde, darauf hinzuweisen, welche Preiserhöhungen und<lb/>
wann die Preiserhöhungen, die andere meistens ankündigen, dann<lb/>
eintreten werden. Die richtige oder zumind. weitgehendst wahrheits<lb break="no"/>getreue Angabe zu machen. Ich werde diese Politik weiter fortsetzen<lb/>
und keinesfalls erklären, das oder jenes wird nicht teurer und dann<lb/>
über Nacht doch eine Verteuerung herbeizuführen. Ich bin nicht sicher<lb/>
ob er allerdings mich gemeint hat, ich glaube eher, daß er sich<lb/>
gegen die diversen Schillinge, Wasser, Beamten usw. jetzt ausge<lb break="no"/>sprochen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_17">Der ÖGB hat ihm einen Brief geschrieben über die steigenden Preise<lb/>
für Fleisch und ich erkläre sofort, daß die Kompetenz jetzt bei<lb/>
den Landeshauptleuten liegt, wofür er sehr dankbar ist, denn er<lb/>
meint, die Landeshauptleute müßten jetzt eben auch für Preiser<lb break="no"/>höhungen schuldig bekannt werden. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> wieder erklärt, daß die<lb/>
Exporte auf Libyen beschränkt bleiben und alle anderen Exporte<lb/>
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erteilt hat, die bis Feber mit 700 Tonnen erfüllt sind. In der<lb/>
Fraktion der Soz. Gewerkschafter kritisiert <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> das Verhalten<lb/>
des Landwirtschaftsministers und ganz besonders Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs><lb/>
kritisiert, daß mit <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> vereinbart wurde, daß keine Exporte<lb/>
erfolgen sollen außer Libyen und trotzdem in andere Länder ex<lb break="no"/>portiert wird. <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> berichtet vom Viehverkehrsfond, daß die<lb/>
Landwirtschaft jetzt aus Angst, daß der Viehverkehrsfond aufge<lb break="no"/>löst wird zwar alle Importe genehmigt, derzeit aber kein preis<lb break="no"/>wertes Fleisch zu bekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_18">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs>: Wir müssen uns ein System der Information<lb/>
und der Zusammenstellung von Ex- u. Importen aufbauen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_19">Kärnten erwartet für die 1.000-Jahr-Feier ein Geschenk der Bundes<lb break="no"/>regierung. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist scheinbar über die Länder und vielleicht<lb/>
Kärnten jetzt ganz besonders verärgert und meint, sie bekämen die<lb/>
Volkszählung besonderer Art die etliche hunderte Millionen Schillinge<lb/>
kostet. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, daß dies wirklich ein so<lb/>
teures Projekt ist, weiß aber ganz genau, daß für die Volkszählung<lb/>
die Kärntner nichts besonderes übrig haben und deshalb sicherlich<lb/>
dies nicht als Geschenk betrachten würden. Die Bemerkung war von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wahrscheinlich auch nur ironisch gemeint, genauso meint<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, man könnte ihnen das Schloß Viktring schenken, das be<lb break="no"/>kanntlicherweise niemand will. Bei der Regierungsbesprechung<lb/>
bemerke ich jetzt schon den neuen Stil vom Kabinettchef <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> besitzt jetzt nicht mehr die Postmappe direkt in der er<lb/>
blätter, sondern hat eine Liste all der Punkte zusammengestellt,<lb/>
die er eben in der Ministerratssitzung meistens bilateral mit den<lb/>
Ministern besprechen will. Am System selbst hat sich nichts geändert<lb/>
es wird nur jetzt systematischer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_20">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> den Wunsch, die Zuckerregelung von mir<lb/>
in einem Punkt zurückzustellen, nämlich wo das Finanzministerium<lb/>
erklärt, im vorhinein auf Zölle und Abgaben zu verzichten, wenn<lb/>
Importe notwendig sein sollten. Dieser Berichtstext wurde zwar mit<lb/>
den Finanzministeriumsbeamten abgesprochen, dürfte jetzt aber im<lb/>
Finanzministerium nicht halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_21">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte sofort mit Finanzministeriumsbüro<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_22"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet von seiner Reise nach Prag wo er 18 Journalisten<lb/>
mitnimmt. Eine Nacht wird im Zug verbracht, die eine Nacht in Prag<lb/>
und die nächste wieder im Zug. Bezüglich der Begleitung von <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs><lb/>
steht er auf dem Standpunkt, er kann sich den Klubobmann nicht<lb/>
aussuchen und die CSSR nimmt denselben Standpunkt ein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_23">Zum selben Zeitpunkt ist ein neuer Querschuss in der FPÖ fest<lb break="no"/>zustellen. Der NÖ Obmann <rs type="person" ref="#per__142461">Rotter le Beau</rs> fordert unbedingt eine<lb/>
rasche Klärung ob <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> bleiben will, soll oder ob man nicht<lb/>
einen anderen nominieren sollte. Sicherlich war zu dieser Kritik<lb/>
auch die Tatsache maßgebend, daß die liberale Weltunion mit <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs><lb/>
nichts zu tun haben wollte, ja nicht einmal bereit war nach Wien<lb/>
zu kommen, wenn er in Erscheinung tritt. Wenn jetzt noch bei einer<lb/>
Auslandsreise ebenfalls etwas passieren sollte, ist dies wahrschein<lb break="no"/>lich das frühzeitige Ende von <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wundert sich, daß<lb/>
18 Journalisten mitfahren, da ja die Reise gar nicht so interessant<lb/>
ist, nach seiner Meinung. Für mich ist es ganz klar, daß der Groß<lb break="no"/>teil dieser Journalisten nur deshalb mitfährt um zu sehen, was ge<lb break="no"/>schieht mit <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>, wie wird das dort abgewickelt usw.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_24">LR <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> für Fremdenverkehr zuständig und Hofrat <rs type="person" ref="#per__115027">Hlous</rs> inter<lb break="no"/>venieren wegen Deutsch-Altenburg und Bad- Schönau. In Deutsch-Altenburg<lb/>
ist ein Bau mit 100 Betten im Gange, der 92 Mio. Schilling inkl.<lb/>
eines Hallenbades kostet. 2 x 5 Mio. haben sie aus ERP schon be<lb break="no"/>kommen, möchten aber jetzt noch 10 Mio. dazu. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird dies planen.<lb/>
Die Gemeinde hat ausserdem 820.000 Zinsenzuschuß für einen Giro-<lb/>
Kredit von 10 Mio. bekommen. Die private Hotel- u. Kuranstalt Gräfin<lb/>
<rs type="person" ref="#per__142462">Ludwigstorff</rs> hat in der Vergangenheit über Konsul <rs type="person" ref="#per__142463">Rhomberg</rs> ihren<lb/>
Schwiegersohn gegen jede Aktivität in Deutsch-Altenburg heftigst<lb/>
polemisiert. Jetzt hat das Land ihr einen Park um 7 Mio. Schilling<lb/>
abgekauft, der wie <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> sagt, im Sommer wegen der Gelsen gar<lb/>
nicht zu benützen ist. Ausserdem hat sie 7 Mio. Schilling zu 3 %<lb/>
Zinsen bekommen. Im Moorbad ist durch die Gesundheitsbehörde fest<lb break="no"/>gestellt worden, daß der Urin vom vorherigen Patienten noch vor<lb break="no"/>handen war. Bad Schönau ist wie Tatzmannsdorf und soll ein Kur<lb break="no"/>mittel-Hotel für 106 Mio. Schilling bekommen. 20 Mio. hat das Land<lb/>
zugeschossen. Man braucht einen ERP-Kredit von 20 Mio. Schilling<lb/>
für die 172 Betten. Einer deutschen Gemeinnützigen Altersversorgungs-<lb/>
Organisation Kollegium Augustinum wurde ein Vertrag gemacht. Diese<lb/>
Gesellschaft beteiligt sich mit 18 %, 80 % hat das Land, 1 % die<lb/>
Gemeinde, 1 % das Landesreisebüro. Bad Schönau in der Wertigkeit<lb/>
<pb n="29-0174" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band29/29_1976-02-10_0174.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wie Tatzmannsdorf soll ein richtiggehendes Kurzentrum werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_25"><rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> möchte auch für die Skilifte etwas bekommen, insbe<lb break="no"/>sondere für Lunz am See, wo jetzt wie er sagt ein sozialistischer<lb/>
Bürgermeister ist. Ich habe keine Möglichkeit da die Kompetenz<lb/>
Gott sei Dank jetzt bei <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> liegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_26">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte über die ganze Besprechung Landes<lb break="no"/>hauptmannstellvertreter <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> sofort verständigen, da ich ihn<lb/>
nicht mehr erreichte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_27">In der ÖGB-Fraktion wurde die Preissituation diskutiert. <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__111702">Deutsch</rs> verwiesen dann auch ganz besonders auf das unfaire<lb/>
Verhalten des Bundesinnungsmeisters <rs type="person" ref="#per__126568">Maureder</rs>, der jetzt den<lb/>
Vertrag nicht unterschreiben will, solange er nicht einen Semmel<lb break="no"/>preis bekommen hat. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> meinte die Gewerkschaft müsste Kampf<lb break="no"/>mittel einsetzen, gegebenenfalls streiken. Genau dies wollen wir<lb/>
aber nicht, denn wir würden dadurch nur die Industrie schädigen,<lb/>
die ja bereit ist den Vertrag zu erfüllen. Bei den Gewerbebetrieben<lb/>
haben wir keine starke gewerkschaftliche Organisation und würden<lb/>
deshalb nicht die Richtigen treffen. Ich stehe noch immer intern<lb/>
bei uns auf dem Standpunkt, man soll versuchen die grössten<lb/>
Rädelsführer der Innung durch Klagen zur Erfüllung, d.h. Zuhaltung<lb/>
des mündlich vereinbarten Vertrages halten. Die Arbeiterkammer<lb break="no"/>spezialisten sind der Meinung, dass aber erst der Vertrag unter<lb break="no"/>schrieben hätte sein müssen, bis man ihn einklagen kann. Das<lb/>
wissen wir auch, nur hilft uns dies überhaupt nicht weiter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte kläre mit dem Sozialministerium die<lb/>
rechtliche Situation eines mündlich zugesagten Kollektivvertra<lb break="no"/>ges der nicht eingehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_29"><rs type="person" ref="#per__136623">Hedrich</rs> fragte wegen einer Bestimmung in der Resolution des<lb/>
ÖGB-Vorstandes betreffend die Konzentration der Elektrizitätswerke.<lb/>
Ich meldete mich sofort und erklärte die Formulierung sei ungefähr<lb break="no"/>lich, denn wir würden zwar nicht eine Zusammenführung der Elektrizi<lb break="no"/>tätswerke erreichen können, da es sich um eine Verfassungsbestimmung<lb/>
im zweiten Verstaatlichungsgesetz handelt, die die ÖVP nicht ändern<lb/>
wird. Ich sehe aber eine grosse Möglichkeit bei Preisverhandlungen<lb/>
schrittweise Organisationsänderungen herbeizuführen. Bei der ersten<lb/>
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Enns zur Donau durchgesetzt, bei der jetzigen werde ich eine<lb/>
Konzentration der Atomkraftwerke versuchen. Die Privatangestellten<lb/>
fragen dann warum ich sie so hart attackiere, wo sie ja nur eine<lb/>
Aufklärung wollten. In Wirklichkeit ist vielleicht meine Aus<lb break="no"/>führung wirklich zu heftig ausgefallen, richtete sich aber, wie<lb/>
ich den Privatangestelltenvertreter nachher sagte nicht gegen sie,<lb/>
sondern gegen die Ideen mancher Kollegen im Gewerkschaftsbund und<lb/>
der Arbeiterkammer die eben eine Konzentration durch Zusammen<lb break="no"/>führung aller Gesellschaften wünschen. Da ich fürchtete <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> würde<lb/>
diese Meinung vertreten, habe ich sofort den Mittelweg aufgezeigt<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat in seinem Schlusswort mir 100 %-ig recht gegeben. Was<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> verlangt ist eine Konzentration im Vorstandsbereich um Kosten<lb/>
zu sparen. Genau dieselbe Linie vertrete ich auch, ohne Änderung des<lb/>
Gesetzes, weil es ja ganz unmöglich ist eine Gesetzesänderung bei der<lb/>
ÖVP ja selbst bei unseren Landesvertretern durchzusetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_30"><rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> berichtete über den Parteitag und dass bezüglich der<lb/>
Mehrfachbeschäftigung die Formulierung gefunden werden soll, dass<lb/>
ein Funktionär ausser seinem Beruf nicht mehr als zwei bezahlte<lb/>
Funktionen bekommen soll. Da natürlich überall Ausnahmebestimmungen<lb/>
vorgesehen sind, gibt es viele Leute die meinen dies sei nur eine<lb/>
Augenauswischerei. Ich selbst glaube dies nicht, denn es wird sehr<lb/>
wohl durch diese Bestimmung eine gewisse Ämterkumulierung schwieriger<lb/>
werden. Vor allem wird aber <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder einmal eine gewisse<lb/>
Transparenz erreichen, die eine gewisse Rückhaltspolitik der<lb/>
Einzelnen erforderlich machen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_31">Für 1000 Jahre Österreich wird der Gewerkschaftsbund eine Aktion<lb/>
aktiv für Österreich starten. Hier sollen Fotos, Malereien usw.<lb/>
der einzelnen Aktivisten der Bevölkerung ausgestellt werden, resp.<lb/>
gegebenenfalls prämiert werden. Ich halte diese Idee für ganz hervorragend<lb/>
da sie doch etwas aktives ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_32">Ein gewisser <rs type="person" ref="#per__142464">Hillinger</rs>, seinerzeit im Konsum beschäftigt, kommt<lb/>
um mir mitzuteilen, dass er in der Konsumgenossenschaft bei seiner<lb/>
Kündigung schlecht behandelt wurde. Der Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs><lb/>
hätte sich seiner Sache nicht angenommen, sondern sei, da er immer<lb/>
gegen <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> aufgetreten ist, bei der ersten Gelegenheit dafür gewe<lb break="no"/>sen, dass er gekündigt wird. Andere wurden aber bei<lb/>
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er wegen Trunkenheit drei mal verwarnt, einmal schriftlich, dann<lb/>
trotzdem aber einen Führerscheinentzug hatte und deshalb mit<lb/>
42.000 Schilling Abfertigung gekündigt wurde. Er hätte damals<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> angerufen, ein Tonband mitlaufen lassen und <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> hätte ihm<lb/>
gesagt, wenn der Betriebsrat der Kündigung zustimmt, ohne zu wissen,<lb/>
dass er sogar wegen Trunkenheit entlassen wurde, dann könnte die<lb/>
Gewerkschaft nichts mehr tun. <rs type="person" ref="#per__142464">Hillinger</rs> will nun die ganze Frage<lb/>
in eigener Sache mit <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> anhängig machen. Ich habe ihm gesagt,<lb/>
dann geht er die Gefahr ein, dass natürlich auch die Konsumgenos<lb break="no"/>senschaft den Tatbestand <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> mitteilt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band29_1976-02-10_33">Im Bezirksausschuss berichtete ich über die politische und<lb/>
natürlich auch wirtschaftspolitische Lage. Ich setze <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> vorher<lb/>
auseinander, dass es gar nicht so leicht ist, dies alle Wochen zu<lb/>
tun. ohne sich immer wieder zu wiederholen. Zum Glück gab es eine<lb/>
lebhafte Diskussion.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 10.2.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 14. Ministerratssitzung, 10.2.1976</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Serini</surname><forename>Alois</forename></persName>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
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               <persName type="label">Rösch, Otto</persName>
               <persName><surname>Rösch</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Hautzenberg, Hans</persName>
               <persName><surname>Hautzenberg</surname><forename>Hans</forename></persName>
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               <persName type="label">Hlous, Franz</persName>
               <persName><surname>Hlous</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Hofrat, nö. Fremdenverkehrsdir.</occupation>
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               <persName type="label">Bielka, Erich</persName>
               <persName><surname>Bielka</surname><forename>Erich</forename></persName>
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               <persName><surname>Tieber</surname><forename>Herbert</forename></persName>
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               <persName type="label">Czettel, Adolf</persName>
               <persName><surname>Czettel</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>Präsident AK</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Deutsch, Josef</persName>
               <persName><surname>Deutsch</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>BV Wien-Favoriten, Wr. SPÖ-GR-Abg., stv. LUGA-Vors., BRO
                  Ankerbrot</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, C</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>C</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM (Rochusplatz), ehem. Sekr. Bock, Mitterer</occupation>
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               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName><surname>Pacheiner</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Dir. KELAG</occupation>
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               <occupation>Bundesinnungsmeister Bäcker</occupation>
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               <occupation>BRO ÖDK</occupation>
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               <persName><surname>Hedrich</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekr. Sekt Ind. GPA, AR ÖIAG</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
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               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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