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            <title type="main">Sonntag, der 21. Dezember 1975 bis Dienstag, der 23. Dezember 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band28_1975-12-21</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_01">Montag, 22. Dezember 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_02">Beim Jour fixe war zuerst nur <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> anwesend. Seine erste Be<lb break="no"/>merkung war, daß ein Österreicher hätte mit den Geiseln mit<lb break="no"/>fliegen sollen. Er war sehr überrascht zu hören, daß die Terroristen<lb/>
überhaupt nicht mit Österreichern direkt verhandelten, ja nicht<lb/>
einmal mit dem Arzt wegen ihres verwundeten Kollegen sprachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_03"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> intervenierte wegen des eingestellten Möbelpreises auf<lb/>
der Kölner Messe. Ich erklärte ihm, daß eine neue Kombination mit<lb/>
den österreichischen Möbelpreis und vor allem die Auszeichnung<lb/>
in Österreich selbst wünschen und nicht auf einer ausländischen<lb/>
Messe in Köln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_04">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte auch mit <rs type="person" ref="#per__97602">Jodlbauer</rs> Kontakt<add>Bitte Rückspr. [?] Toni</add> aufnehmen,<lb/>
um neue Form zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_05">Neuerdings beschwerte er sich und intervenierte wegen Dr. <rs type="person" ref="#per__140510">Keller</rs><lb/>
eines Artikel im Kurier über die Konsumentenpolitik resp. Konsumenten<lb break="no"/>schutzgesetz. Ihm kommt es weniger auf den Inhalt an, als auf die<lb/>
Tatsache, daß <rs type="person" ref="#per__140510">Keller</rs> bevor noch Besprechungen begonnen haben schon<lb/>
seine ganze neue Politik in einem Kurierinterview der anderen Seite<lb/>
präsentiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_06">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte mich gelegentlich bei Treffen<add>[mit]</add> <rs type="person" ref="#per__140510">Keller</rs><lb/>
daran erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_07">Die SPÖ-Frauen haben eine Umfrage gestartet, um Konsumenten die<lb/>
getäuscht wurden zu erfassen und aufzufordern, sich bei den SPÖ-<lb/>
Frauen zu beschweren. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> protestiert gegen diese Verleumdung,<lb/>
wie er sich ausdrückt, und meint wenn eine Popularklage möglich<lb/>
wäre, wie es die Handelskammer immer gefordert hat, würde er diese<lb/>
jetzt durchführen. Er verlangt von mir, daß ich sofort bei den<lb/>
SPÖ Frauen interveniere. Ich erkläre mich maximal bereit der SPÖ<lb/>
vorzuschlagen die Unterlagen und insbesondere Beschwerden der Handels<lb break="no"/>kammer zur Kenntnis zu bringen, damit sie so schnell als möglich<lb/>
berechtigte Mitteilungen abstellt.<lb/>
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Direktbeschwerdeweg mit <rs type="person" ref="#per__137885">Demuth</rs> und mir besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_09"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und anschließend dann, als <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> dazukommt, beschwert<lb/>
sich, daß angeblich eine Sekretärin von <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> bei einer Sekretärin<lb/>
in der Handelskammer angerufen hat, um für Minister entsprechende<lb/>
Geschenke zu bekommen. Ich kontere sofort, daß dies nur darauf<lb/>
zurückzuführen sei, weil bis jetzt noch immer keine Vereinbarung<lb/>
zwischen <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> zustandegekommen ist, ja nicht einmal<lb/>
noch die Verhandlungen begonnen wurden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und dann auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> bestätigen, daß im Jänner sofort dieses Problem in<lb/>
Angriff genommen werden muß. Neuerdings nehmen sie zur Kenntnis,<lb/>
daß ich keinerlei Geldzuwendungen wünsche, womöglich auch keine<lb/>
Rechnungen bezahle, vorstrecke, oder auch nur Einfluß nehmen will,<lb/>
was und wie geschenkt wird. Wenn eine notwendige Einladung eines<lb/>
Ministers erfolgt, dann müßte sich automatisch ergeben, wie der<lb/>
Besuch abzuwickeln ist resp. die Handelskammer mir ein ent<lb break="no"/>sprechendes Präsent zur Verfügung stellen. Sie hätten über den<lb/>
Handelsdelegierten viel mehr die Möglichkeit den richtigen Wunsch<lb/>
zu erraten und die Bedeutung des Geschenkes dem Gast anzupassen.<lb/>
Ich will damit nichts zu tun haben. Bei uns im Handelsministerium<lb/>
wird es <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> nur genau registrieren, damit wir einen Überblick<lb/>
über alle Präsente so wie in der Vergangenheit genau führen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
meint, sie müßten unbedingt vorher noch mit <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> sprechen,<lb/>
da dieser jetzt hart attackiert wird, befürchtet er große Schwie<lb break="no"/>rigkeiten mit ihm.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_10">Beim nachfolgenden Pressegespräch wird nur <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> teilnehmen<lb/>
und nicht der Fachverband, Sekretär <rs type="person" ref="#per__140404">Kraus</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, mit dem selbst die<lb/>
Bundeskammer größere Schwierigkeiten hat. Ich erkläre sofort wir<lb/>
haben nur die Handelskammer eingeladen und die kann bestimmen, wer<lb/>
kommt.<lb/>
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er sich jetzt in die Verhandlungen der Internationalen mit der ÖMV<lb/>
und der Privaten einschalten muß, damit endlich dieses Problem<lb/>
geklärt werden kann. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> macht jetzt so, wie wenn er seit eh<lb/>
und je für eine friedliche Lösung gewesen wäre, meint sogar, er<lb/>
hätte sich sehr eingesetzt, daß es nicht zu Versorgungsschwierig<lb break="no"/>keiten wegen des nicht erledigten Preisantrages 1.1. kommt. In<lb/>
Wirklichkeit bin ich überzeugt, hat er vielleicht nicht die Tank<lb break="no"/>stellen und deren Vertreter aufgefordert, Maßnahmen zu setzen,<lb/>
war aber sicherlich einverstanden, daß über eventuelle Ver<lb break="no"/><pb n="28-1519" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band28/28_1975-12-21_1975-12-23_1519.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sorgungsschwierigkeiten die man schaffen würde die Öffentlich<lb break="no"/>keit alarmiert würde, um mich unter Druck zu setzen. Daß dieser<lb/>
Plan jetzt zusammengebrochen ist, veranlaßt ihn, mehr den je<lb/>
zu sehen, daß es zu einem Kompromiß zwischen den Internationalen<lb/>
und der ÖMV kommt, weil er als gespaltene Meinung der Handelskammer<lb/>
bei den Verhandlungen dann nur noch schwächer wird. Er beschwert<lb/>
sich auch, daß <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> jetzt so viele Verhandlungstermine über<lb/>
das Energiesicherungsgesetz in so kurzen Abständen vereinbart hat.<lb/>
Seiner Meinung nach <choice><choice><sic>müsst</sic><corr>müsste?</corr></choice></choice>, wenn eine grundsätzlich Lösung bis<lb/>
20. Jänner in der Handelskammer gefunden ist, sofort bei der ersten<lb/>
Sitzung die Experten darüber berichten und dann bräuchte man einen<lb/>
größeren Abstand um eine gesetzliche Formulierung zu finden. Dies<lb/>
erwidere ich ist gegebenenfalls in Nachsitzungen zu bewerkstelligen.<lb/>
Irak unterbietet derzeit den internationalen Ölpreis und deshalb<lb/>
ist die ÖMV bevorzugt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, dies hätte bei der OPEC Sitzung<lb/>
bereinigt werden sollen, die ja jetzt so tragisch geendet hat und<lb/>
natürlich nichts abschloß. Weiters glaubt <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, daß wir mit der<lb/>
Außenhandelsgesetznovelle verfassungswidrig vorgegangen sind, da<lb/>
wir keine Importauflagen im Sinne der Lagerhaltung machen dürften.<lb/>
Spaßhalber wies er darauf hin, daß er mich neuerdings vereidigen<lb/>
lassen wird, damit ich endlich die Verfassung einhalte, da einmal<lb/>
scheinbar nicht genügte. Ich beruhigte ihm, daß ich bereits 5-mal<lb/>
als Minister und ein halbes Dutzend mal als Abgeordneter vereidigt<lb/>
wurde, und daß mir niemand mein verfassungsmäßiges Vorgehen<lb/>
in Erinnerung rufen muß. Ich glaube nur, daß wir sehr wohl diesen<lb/>
Schritt machen müssen, weil eben <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> alles verzögert und wir<lb/>
durch den internationalen Energieagenturvertrag international ver<lb break="no"/>pflichtet sind die Durchführungsgesetze zu erlassen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> unter<lb break="no"/>streicht neuerdings, daß er das Ganze in ein Paket mit den Wirt<lb break="no"/>schaftsgesetzen schnüren wird. Selbst ein Hinweis, daß <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> be<lb break="no"/>reits erklärt hat, es müßte ein unbefristetes Gesetz werden, läßt<lb/>
er nicht gelten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_12">Ich verlange von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sofort in den ersten Jänner<lb break="no"/>tagen ein Gespräch zwischen Gewerkschaftsbund und Handelskammer<lb/>
bei mir über das Berufsausbildungsgesetz. Beide stimmen zu, ersuchen<lb/>
nur, daß ich wegen des Arbeitsmarktförderungsgesetzes mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs><lb/>
spreche, damit auch er bereit ist auf Sozialpartnerebene dies zu<lb/>
verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_13">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> und anschließend mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> Verbindung herstellen, damit ich mit letzterem Termin ver<lb break="no"/>einbaren kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_14"><rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> wird zugezogen, um die Preisfragen zu besprechen. Bei Gas ist<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> einverstanden gewesen, daß die 7.7 %, die ja unter die 8 %<lb/>
von der Sozialpartnern in Aussicht genommenen liegen, einver<lb break="no"/>nehmlich beschlossen wurden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> stimmt mir zu, daß es zweck<lb break="no"/>mäßiger ist, durch langwierige Verhandlungen zu einer einvernehm<lb break="no"/>lichen Lösung zu kommen, als daß ich gegen die Interessensvertre<lb break="no"/>tungen einen Preis festsetze. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> weiß genau, daß ich in den<lb/>
meisten Fällen dann automatisch gegen die Handelskammer entscheiden<lb/>
würde und wenn er sich dies ruhig überlegt wünscht er es nicht.<lb/>
Manchmal natürlich, wenn er mit seinen Mitgliedern größere Schwierig<lb break="no"/>keiten bekommt, denkt er sicherlich daran, es wäre ihm lieber<lb/>
der Handelsminister würde gegen die Handelskammer einen tieferen<lb/>
Preis festsetzen, als letztens im Kompromiß herauskommt. Be<lb break="no"/>züglich des Elektrizitätspreises ist er einverstanden, daß mit<lb/>
1.3. ein Akonto und mit 1.1.77 dann der endgültig vereinbarte<lb/>
Preis jetzt schon verhandelt wird. Bei der fraktionellen Be<lb break="no"/>sprechung mit den Betriebsräten und Direktoren der Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft, hat <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> zuerst Bedenken, daß wir einen Preis der<lb/>
über die derzeitige Gesetzesdauer des Preisregelungsgesetzes, näm<lb break="no"/>lich 30. Juni hinausgeht, beschließen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> gibt allerdings zu, wenn<lb/>
es möglich ist die Interessensvertretungen zu dieser Vorgangsweise<lb/>
zu gewinnen, dann wird man auch einen Weg finden, der de facto<lb/>
über den 30. Juni hinaus diese Etappenlösung ermöglicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_15">Ich kündige der Handelskammer an, daß ich nicht bereit bin, da wir<lb/>
seit 1972–1975, 1.07 Schilling den Durumweizen erhöht haben, jetzt<lb/>
neuerdings um 57 Groschen zu erhöhen. Ich beabsichtige so wie bei<lb/>
Zucker und Gemüse, daß die 6 Nudelerzeuger mit den halben Dutzend<lb/>
Mühlen die Durum überhaupt vermahlen können und den landwirtschaft<lb break="no"/>lichen Genossenschaften, resp. Bauernvertretern, eine entsprechende<lb/>
Kontrahierungs- und Abnahmeverpflichtung eingehen sollen. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs><lb/>
meint sofort das sei nicht möglich, weil auf Grund des Markt<lb break="no"/>ordnungsgesetzes bei Importen die amtlichen Preise, bezüglich Zu<lb break="no"/>schüsse und Abgaben notwendig sind. Sofort erwidere ich, daß auch<lb/>
die Marktpreise auf Grund des Marktordnungsgesetzes herangezogen<lb/>
werden können, wie dies z.B. bei Vieh schon jahrzehntelang ge<lb break="no"/>schieht. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> wird auf Auftrag von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dieses Problem mit den<lb/>
Beteiligten in der Handelskammer besprechen.<lb/>
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beabsichtigt aus den Mehrerlösen einen Fond zu speisen, wogegen<lb/>
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mit der Zuckerindustrie und den Vertretern<add>[von]</add> Arbeiterkammer und<lb/>
Gewerkschaftsbund zu verhandeln, lege mich aber noch in keiner<lb/>
Weise über die Zuckerpreispolitik fest.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_17">Beim Journalistenfrühstück berichtet <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> über die Margarine<lb break="no"/>preissenkung und ich urgiere anschließend bei ihm unter vier<lb/>
Augen, daß ich von der Unilever in absehbarer Zeit wegen der<lb/>
Ölfabrik konkretere Verhandlungen wünsche. <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs> erklärt neuer<lb break="no"/>dings, nächstes Jahr wird von Rotterdam der wichtigste Mann kommen<lb/>
und ist sehr froh von mir zu erfahren, daß ich bereit mit ihm<lb/>
ein Gespräch zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_18">Die Kfz-Mechaniker-Stundenregelung interessiert sicherlich die Auto<lb break="no"/>fahrer mehr, als bei dem Pressefrühstück letzten Endes darüber<lb/>
gesprochen und diskutiert wird. <rs type="person" ref="#per__116949">Auer</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> von der Wochenpresse, der<lb/>
den Motorteil macht, zeigt reges Interesse. Der dritte Bericht<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> über unsere Untersuchungen über die Metallbranche<lb/>
stößt auf kaum größeren Widerhall. Bei den Pressefrühstücken<lb/>
weiß man wirklich nicht was man immer präsentieren soll und<lb/>
wie dann die einzelnen Themen ankommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_19">Den größten, aber wahrscheinlich auch extremst, durch die Sache<lb/>
bedingten Unterschied kann man dann bei der Pressekonferenz von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, an der ich als Außenminister-Vertreter teilnehme fest<lb break="no"/>stellen. Innerlich bin ich aber sehr froh, daß ich nur meine Art<lb/>
des Pressefrühstücks habe, weil es natürlich wesentlich weniger<lb/>
publicity hergibt, dafür aber auch unvergleichlich weniger an<lb break="no"/>strengend ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_20">Nach der Überreichung von Dekreten und insbesondere der Verabschie<lb break="no"/>dung der Pensionisten, fragt mich, als ich mit ihm rausgehe <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs>,<lb/>
ob ich ein Mißtrauen gegen ihn habe, weil ich ihn nicht in die<lb/>
Ausschreibungskommission entsandte, wie dies der Bautenminister tut.<lb/>
Ich erkläre ihm plausibel, daß er doch in 2 Jahren in Pension geht<lb/>
und die beiden Sektionschefs mit den neuen Mann jahrzehntelang<lb/>
zusammenarbeiten müssen und sich deshalb die Bewerber sehr genau<lb/>
anschauen sollten und entscheiden müssen. <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> ist sehr beruhigt<lb/>
zu erfahren, daß es sich nicht um ein Mißtrauen gegen ihn handelt,<lb/>
sondern um eine reine Zweckmäßigkeitsfrage. Ich erkläre ihm frei<lb break="no"/><pb n="28-1522" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band28/28_1975-12-21_1975-12-23_1522.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mütig, daß auch die Handelskammer immer einen entsprechenden<lb/>
Einfluß auf die Bestellung wünscht und mir sogar indirekt poli<lb break="no"/>tische Motive unterschiebt. Ich habe aber, so sage ich zu <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs>,<lb/>
mich <choice><choice><sic>weitesgehendst</sic><corr>weitestgehend; weitgehendst</corr></choice></choice> an die Vorschläge die mir unterbreitet wurden ge<lb break="no"/>halten und möchte dies auch in Hinkunft tun. Mit diesen Äußerungen<lb/>
muss er indirekt verstanden haben, den Grund warum ich die Kommis<lb break="no"/>sionszusammensetzung eigenhändig auf den Akt der Ausschreibung<lb/>
festgelegt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_21">Der Dienststellenausschuß des Patentamtes hat jetzt den Vorsitz<lb/>
gewechselt. Der alte Obmann meinte, sie kämen aus verschiedenen Lagern,<lb/>
der jüngere sei aber tüchtig genug, um jetzt die Arbeit fortzu<lb break="no"/>setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_22">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte in Hinkunft vor der Aussprache mich<lb/>
über die Zusammensetzung genauer informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_23">Den Zentralausschuß des Handelsministeriums kenne ich sehr genau<lb/>
und die Aussprache war sofort sehr konkret. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> meinte es<lb/>
gäbe jetzt ein Papier, daß sie in kürzester Zeit bekommen sollten<lb/>
über Änderung der Zusammenarbeit zwischen Personalvertretung und<lb/>
mir. Ich wußte nicht, um was es sich im konkreten handelt und was<lb/>
er im einzelnen will und wir kamen deshalb überein, da ich sowieso<lb/>
unter Zeitdruck stand, im nächsten Jahr eine ausführlichere Bespre<lb break="no"/>chung zu halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_24">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Handelt es sich hier um die erfolglosen<lb/>
Rationalisierungsvorschläge?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_25">Der Zentralausschuß wünscht auch weiterhin bei den Ausschreibungen<lb/>
zeitgerecht über den Text informiert zu werden und mit mir darüber<lb/>
Gespräche zu führen. Dies sagte ich zu, weil ich ja auch bevor<lb/>
das Ausschreibungsgesetz existierte bereits diesen Weg begangen<lb/>
habe. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> urgierte neuerdings, im Hinblick auf die Terror<lb break="no"/>anschläge, im Haus mehr für die Sicherheit zu tun. Ich erwiderte<lb/>
zwar dafür im Bautenministerium der verunglückte <rs type="person" ref="#per__141632">Seidler</rs> und bei<lb/>
uns <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> als Sicherheitsbeamte zuständig sind und dies mit<lb/>
der Bundespolizei auch ständig besprechen. Ich glaube aber, daß<lb/>
es wirklich notwendig ist, die <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>-Forderung, daß man da<lb break="no"/>rüber reden muß, zu erfüllen, weil wenn einmal etwas passiert,<lb/>
dann die ÖVP sofort sagen wird, <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> hat dies schon immer<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_26">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte beim nächsten Büro-Jour-fixe unter uns<lb/>
besprechen und dann schriftlich <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> von der Intervention <rs type="person" ref="#per__112947">Engel<lb break="no"/>mayer's</rs> berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_27">Engelmayer kritisiert, und dies mit Recht, wie ich sofort zugebe,<lb/>
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existierte. Dadurch wußte man im Haus nicht, an wen man sich wenden<lb/>
soll und wer für was zuständig ist. Ich versprach ihm, spätestens<lb/>
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Zeit gültige Geschäftseinteilung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_28">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte zeitgerecht dem Zentralausschuß speziell<lb/>
mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_29">Bei der Unterzeichnung zwischen der österr. Botschaft, <choice><choice><sic>der Japaner</sic><corr>den Japanern?</corr></choice></choice><lb/>
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ergab sich die Möglichkeit einer längeren Diskussion mit dem neuen<lb/>
Botschafter. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und ich versicherten, daß wir Verständnis dafür<lb/>
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die Diskriminierung durch Anwendung des Artikel 35 GATT wegfallen<lb/>
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für sie ist es ein prinzipielle Problem. Ich versuchte ihnen klar<lb/>
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Schutz zu bekommen. Die Wiener werden dies nach Tokio melden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_30">Im Kontaktkomitee Elektrizitätsdirektoren und Betriebsräte brachte<lb/>
ich im Hinblick auf die zu erwartende Strompreiserhöhung die zusätz<lb break="no"/>lichen Wünsche zur Sprache. Natürlich gab es dann ein stundenlanges<lb/>
Palaver. Konkret wurde in jedem Fall nur vereinbart, daß die be<lb break="no"/>gonnenen Kontakte zwischen den Landesgesellschaften und Verbunden<lb/>
z.B. in der Frage Errichtung von Voitsberg III, des Pools der<lb/>
Wärmekraftwerke usw. verschiedene Auffassungen gibt. Diese sind<lb/>
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oder ÖVP geführt und der Verbundgesellschaft. Ich erklärte mit<lb/>
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ein Baubeschluß gefaßt wird. Das gewisse Kohlenprobleme dabei<lb/>
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in Betrieb geht, wir einen kalten, oder besser gesagt einen<lb/>
kälteren Winter haben, dann zeigt sich deutlich, daß wir dringend<lb/>
diese Reserven brauchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_31">Bezüglich der Reorganisation der Kernkraftwerksgesellschaften<lb/>
sind wir uns alle einig, daß eine Konzentration erfolgen soll.<lb/>
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der Bund 51 % haben sollte, was zweckmäßig ist, aber kaum zu er<lb break="no"/>reichen ist, weil die Landesgesellschaften jetzt mit 50:50 natür<lb break="no"/>lich einen wesentlich besseren Einfluß haben. Auch die Kapitalform<lb/>
Ges.m.b.H. oder AG ist noch nicht ganz klar. Beide Maßnahmen, davon<lb/>
bin ich überzeugt, kann ich nur im Zusammenhang mit der Energie<lb break="no"/>preiserhöhung erreichen. In diesem Fall sind die Gesellschaften<lb/>
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Druck ausüben, den ich allerdings sofort erkläre, offiziell niemals<lb/>
zugeben würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_32">Die Betriebsräte beschweren sich bitter, daß es so wenig Kontakt<lb/>
zwischen den Direktionen und ihnen gibt. <rs type="person" ref="#per__112931">Köck</rs> erklärt mir nachher<lb/>
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müssen wir öfters die Arbeitsgruppe einberufen und wie seinerzeit<lb/>
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Arbeitsgemeinschaft. Dort handelt es sich allerdings nur um einen<lb/>
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sondern dort wird eben nur mehr berichtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_33">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte langfristig einen Termin festlegen<lb/>
und ein Programm, daß dann aktuell sein kann, erstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_34">Dienstag, 23. Dezember 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_35">Die Bundeskammer war nicht imstande den Mehrwertsteuererhöhungs<lb break="no"/>satz den Mittelhandelsfirmen, auch den grossen Internationalen<lb/>
oder ÖMV-Firmen Rückverrechnungsvereinbarung durchzusetzen. Des<lb break="no"/>halb habe ich die Ölfirmen und diesen Mittelhandel geladen. Für<lb/>
mich war schon faszinierend, dass diese Bezeichnung Mittelhandel<lb/>
von der Handelskammer resp. von den betroffenen Gremium gewählt<lb/>
wurde. Wir würden brutaler Weise Zwischenhandel sagen und ich<lb/>
habe dies auch angedeutet, wobei ich sofort erklärte, dass es sich<lb/>
doch nicht um eine im negativen Sinn sonst gebrauchten Zwischen<lb break="no"/>handelsbegriff handeln dürfte. Tatsächlich aber ist es dem privaten<lb/>
Handel gelungen, sich gegen die Internationalen und die ÖMV bis<lb/>
jetzt zu behaupten indem der grösste Teil von ihnen sogenannte<lb/>
Spot-Mengen, d.h. Gelegenheitsmengen zu ganz billigen Preisen<lb/>
entweder importiert, oder scheinbar ich im Inland zukaufen be<lb break="no"/>kommt. Dann beliefert er entweder auch seine eigenen Tankstellen,<lb/>
die unter dem offiziellen Preis verkaufen oder er gibt an Tank<lb break="no"/>stellen ab. Natürlich sind die Internationalen nicht bereit diesen<lb/>
Diskonter oder Preisschleuderer, wie sie wahrscheinlich in der<lb/>
Fachgruppe bezeichnet werden noch die Mehrwertsteuererhöhung zu<lb/>
vergüten. Nach kurzen Verhandlungen war es deshalb möglich für die<lb/>
langfristigen Vertragspartner, die entweder ihre eigenen Tankstellen<lb/>
beliefern und dafür nicht sowieso auf Agenturpreissystem vertrags<lb break="no"/>mässig abgesichert sind, zuzusichern, dass auch in jedem einzelnen<lb/>
Fall die Mineralölgesellschaften bereit sind, die Umsatzsteuer<lb break="no"/>erhöhung zu übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_36">Interessant war bei dieser Aussprache, dass <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> und auch der Ver<lb break="no"/>treter des Ölhandels <rs type="person" ref="#per__134959">Widhalm</rs>, aber auch der Funktionär Komm.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141634">Schmied</rs> nicht imstande waren, die Ölgesellschaften davon zu über<lb break="no"/>zeugen, dass der Vorschlag, den die Handelskammer bezüglich<lb/>
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ausschaltet. Die Ölgesellschaften arbeiten jetzt an einem Projekt<lb/>
wie man wir andeutete, welches auch der Mittelhandel akzeptieren<lb/>
kann, weil es vollkommen wettbewerbsneutral ist. Ich appellierte<lb/>
nochmals an die Handelskammer und an die einzelnen Gruppen sie sollte<lb/>
versuchen zu einem Akkord zu kommen, weil letzten Endes davon<lb/>
überhaupt die Benzinpreisregelung abhängt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_37">Ich setzte Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> klar und deutlich auseinander, dass ich nicht<lb/>
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Grund meiner gestrigen Aussprache sofort mit den Mühlenvertretern<lb/>
Kontakt aufgenommen und die lehnen eine Aufhebung der Preisregelung<lb/>
entschieden ab. Ich verständigte dann noch die Präsidentenkonferenz<lb/>
der Landwirtschaftskammer <rs type="person" ref="#per__141633">Lilge</rs> um ihm auseinanderzusetzen, ohne<lb/>
natürlich seine Zustimmung zu erwarten, dass er mit seinen Leuten<lb/>
über die Aufhebung der Preisregelung<add>[für]</add> Durum-Weizen sprechen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_38"><rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> und <rs type="person" ref="#per__141633">Lilge</rs> wurden von mir verständigt, dass die Elektrizitätspreis<lb break="no"/>erhöhung mit 1.3. akontiert und endgültiger Preis mit 1.1.77 im<lb/>
jetzigen Preisverfahren schon fixiert werden soll. Mit diesem Vor<lb break="no"/>schlag waren beide einverstanden und ich appellierte an sie, sie<lb/>
sollten sich ebenso wieder bemühen einen einvernehmlichen Antrag<lb/>
und Beschluss zustande zu bringen, wie dies auch beim Gaspreis der<lb/>
Fall gewesen ist. Beide stimmten mir zu, dass es zweckmässig ist<lb/>
zu Konsenslösungen zu kommen. Rückblickend muss ich zugestehen,<lb/>
dass ich selbst eigentlich nicht mehr so recht geglaubt habe, dass<lb/>
es beim Gaspreis gelingen wird. Ich habe deshalb auch bei der Unter<lb break="no"/>schrift von unbedeutenden Preisverordnungen heute neuerdings<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> für dieses gelungene Werk gratuliert und mich bedankt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_39">im Interview beim Fernsehen wurde ich für ZIB 1 wegen der Strom<lb break="no"/>preise und Benzinpreise gefragt. Man will unbedingt von mir jetzt<lb/>
schon entsprechende Preise resp. zumindestens Inkraftsetzungstermine<lb/>
wissen. Natürlich muss ich hier immer äusserst vorsichtig agieren<lb/>
und entsprechende Ausflüchte oder nur sehr vage Andeutungen ver<lb break="no"/>wenden. Dies ist an und für sich sehr unbefriedigend, sowohl für<lb/>
den Reporter als auch für mich. Trotzdem bleibe ich bei meinem<lb/>
Prinzip bei Ankündigungen sehr vorsichtig zu sein. Beim Interview<lb/>
verwende ich auch manchmal vollkommen falsche Ausdrücke und Satz<lb break="no"/>stellungen. Das tollste aber ist, auch Wortbildungen, die sicher<lb break="no"/>lich für einen Zuhörer ganz komisch wirken müssen. <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> hat<lb/>
mich danach ganz schüchtern darauf aufmerksam gemacht. Ich erklärte<lb/>
ihm sofort, dass ich ihm dafür sehr dankbar bin und dass er sehr<lb/>
wohl achten soll, wenn ich einen Blödsinn daherrede.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_40">Die Genossinnen auf der Landstrasse und auch in meinem Büro haben<lb/>
für zwei Weihnachtsfeiern viel Arbeit gehabt und sie sehr schon vor<lb break="no"/>bereitet. Früher einmal habe ich auch die Möglichkeit, bei solchen<lb/>
Feiern mich nicht nur gut zu unterhalten, sondern wie man so schön<lb/>
sagt, auch einen richtigen Beitrag durch Schmähführen zu leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_41">Jetzt bemerke ich, habe ich dazu gar keine Lust mehr. Vielleicht<lb/>
könnte ich es auch gar nicht mehr. Früher waren solche Feiern<lb/>
Gelegenheit, ohne dass ich Alkohol trank, sich köstlich zu unter<lb break="no"/>halten, ganz egal, ob es alte Bekannte waren oder vollkommen Fremde.<lb/>
Das meine Stellung dabei keine Rolle spielt, erinnere ich mich noch,<lb/>
als Kammeramtsdirektor in der Arbeiterkammer, wo es auch noch<lb/>
unbeschwerte Feiern gab. Jetzt tue ich mir mit dem sprechen schwer,<lb/>
vom Schmähführen gar keine Rede mehr, möchte bei dieser Gelegenheit<lb/>
die eine oder andere Sache noch erledigen und vor allem den Schreib<lb break="no"/>tisch leerräumen. Ein unleidiger Gesellschafter. Ich bin nur ge<lb break="no"/>spannt, ob, wenn ich einmal diese Haken, wie ich mich ausdrücke,<lb/>
vorüber sein wird, ich weiss schon mit entsprechender Berücksichti<lb break="no"/>gung, dass ich inzwischen älter wurde und müder, zu meinen alten Ge<lb break="no"/>wohnheiten zurückfinden werde. Ich glaube es kaum. Aber hoffen darf<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_42">21.–23.12.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_43">Sonntag, Montag und Dienstag den 23. Dezember 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_44">Ich hatte mir vorgenommen die Geiselaffaire besonders aufzuzeichnen.<lb/>
Erstens war es ein einmaliges Ereignis und zweitens zeigte es so<lb/>
typisch und charakteristisch die derzeitige Führungssituation.<lb/>
Die Terroristen waren mittags in die OPEC eingedrungen, es gab eine<lb/>
Schiesserei, man wusste nicht wie viel Tote, was die Terroristen<lb/>
wollten und wer sie sind. Ich mass der ganzen Angelegenheit überhaupt<lb/>
keine allzu grosse Bedeutung bei, was mich jetzt umso mehr wundert,<lb/>
an mir selbst konnte ich also feststellen, wie man gegen diese<lb/>
Überfälle usw., wo man nicht unmittelbar selbst betroffen ist, ab<lb break="no"/>stumpft, ja ich muss jetzt gestehen, ganz falsch reagiert. Anstelle<lb/>
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ich mich, ich könne ja doch dazu nichts beitragen und wartete<lb/>
prompt, bis mich die Polizei verständigte, dass um 4 Uhr ein<lb/>
Ministerrat stattfindet. Ich hatte sogar angenommen, dass es noch<lb/>
wesentlich später sein wird und war sehr verwundert, dass dies<lb/>
alles so schnell anlief. Für dieses Fehlverhalten gibt es viel<lb break="no"/>leicht Erklärungen, keine Entschuldigung. Als ich vor 4 Uhr am<lb/>
Ballhausplatz erschien waren einige Journalisten dort, ein Fern<lb break="no"/>seher stand im Vorraum. Die Journalisten hatten Radios in den<lb/>
Händen und wir hörten zusammen die Nachrichten. Als <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> später erschienen, verlangte ich von den Beamten,<lb/>
sie sollten doch einen Radioapparat in den Ministerratssaal stellen.<lb/>
Ich fand die Situation ein wenig komisch, dass sozusagen, die Re<lb break="no"/>gierung bei den Journalisten mithört was vergeht. Vizekanzler<lb/>
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Innenminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, die in der Herrengasse<lb/>
waren, kommen. Ich war nicht ganz überzeugt ob dies der Fall ist,<lb/>
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sofort, ich werde mich auf die Beine machen, um <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> in der Herren<lb break="no"/>gasse zu besuchen. Eine Zeitlang erwägen wir, ob es nicht über<lb break="no"/>haupt zweckmässig ist ins Innenministerium zu übersiedeln.<lb/>
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sein, wovon ich überzeugt bin und er hätte bereits die drei ver<lb break="no"/>ständigt, dass im Bundeskanzleramt ein Ministerrat stattfindet.<lb/>
Ausserdem meinte er noch hätte er für Verpflegung, Würstel, vor<lb break="no"/>gesorgt. Der Bundeskanzler sei bereits am Flug von Lech mit dem<lb/>
Hubschrauber bis Salzburg und von Salzburg dann mit einer Maschine<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_45">Nach 4 Uhr kamen <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> und es zeigte sich fol<lb break="no"/>gendes sehr interessantes Phänomen. Im Innenministerium waren na<lb break="no"/>türlich alle Meldungen von der Polizei zusammengelaufen. Die<lb/>
drei waren mit Entscheidungen und Problemen bereits konfrontiert.<lb/>
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wieder durchdiskutiert und sich deshalb eine entsprechende Meinung<lb/>
gebildet, oder zumindestens jeder von ihnen eine bestimmte Einstel<lb break="no"/>lung zu den Problemen. Die jetzt im Bundeskanzleramt zuerst mit<lb/>
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Minister, hatten überhaupt keine Detailinformationen und waren,<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, dies sei nicht sehr zweckmässig. Die Situation<lb/>
war folgendermassen, dass die Terroristen ihre Forderung in einem<lb/>
englisch geschriebenen Brief, unterschrieben "der Arm der arabischen<lb/>
Revolution" 21.12.1975, an die österreichische authority herausge<lb break="no"/>schickt hatten. Der Verbindungsmann war der irakische Geschäftsträger.<lb/>
Sie verlangten darin, dass ein 7 Seiten langes Communique in Franzö<lb break="no"/>sisch alle zwei Stunden durch Radio und Fernsehen übertragen wird, bin<lb break="no"/>nen 2 Stunden von jetzt. Jetzt war aber zu verstehen, als sie dieses<lb/>
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hinaufgeht, Entscheidungen der österreichischen authority mit<lb break="no"/>bringen und zwar wie er hofft, positive. Als erstes galt es zu<lb/>
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wievielen Kanälen das gesendet werden soll usw.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_47">Was mich verwunderte war, dass wir nur eine telefonische Verbindung<lb/>
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anderen Telefone waren zerstört. Alle Informationen kamen deshalb<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> oder <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> abhob. Dann berichtete der Einsatzleiter von irgend<lb/>
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kein Fachmann und vor allem geht es mich ja wirklich nichts an.<lb/>
Dass aber mit einem im Flugzeug befindlichen, wenn auch nur einer<lb/>
kleinen Cessna, Kanzler nicht wirklich eine ständige Verbindung<lb/>
aufrecht erhalten werden kann, dass es nicht eine Funkeinrichtung<lb/>
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Antwort, die dann von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kam, war natürlich, zuwarten bis er<lb/>
am Ballhausplatz erscheint, was in Kürze der Fall sein wird. Die<lb/>
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bewältigen. Jetzt ging es mir genau so, wie es wahrscheinlich <rs type="person" ref="#per__97311">An<lb break="no"/>drosch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> und <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> vorher gegangen ist. Man erwägt alle Für<lb/>
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mitgeteilt befindet sich ein ehemaliger freiwilliger Mitarbeiter des<lb/>
ORF, der französisch kann. Andererseits hatten wir, als sich heraus<lb break="no"/>stellte, dass gar niemand zur Verfügung stand und erfuhren, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> französisch sehr gut liest, diesen aufgefordert sich vor<lb break="no"/>zubereiten und den Text zu studieren. In der Zwischenzeit hatte<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_49">Wenn ich mir das ganze jetzt betrachte, so ein vollkommen unin<lb break="no"/>teressantes Detail, wie <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> mit Recht sagte und nur zeigt wie<lb/>
in so einer Situation ich zuletzt auch in Folge ungenügender<lb/>
Information über das Fortgeschehen im OPEC-Gebäude und Direkt<lb break="no"/>information durch die <choice><choice><sic>Informittler</sic><corr>?</corr></choice></choice> etwas in einer ganz unrichtigen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_51">In der Zwischenzeit hatten sich die Botschafter der OPEC-Minister<lb/>
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übersiedelt, versammelt, die natürlich auch nichts wussten und<lb/>
keinerlei Kontakt mit ihren Ministern hatten, ausser wie sich<lb/>
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irakischen Geschäftsträger bekamen. Bei der Gruppe waren auch<lb/>
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OPEC beschäftigt waren und die einen, nachdem er<lb/>
einen Verbandskasten für die Terroristen hat holen müssen, weg<lb break="no"/>geschickt wurde und der zweite auch, indem man glaubte er sei<lb/>
ein Übersetzer, zufälligerweise entlassen wurden.<lb/>
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Verhandlungsführung war dies nicht nur der einzig richtige Ent<lb break="no"/>schluss, sondern wie sich dann auch herausstellte, der beste.<lb/>
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wer vertritt den Aussenminister, der in Israel zu einem Staatsbe<lb break="no"/>such ist. Zum Glück hat man mir vorher mitgeteilt, dass ich aus<lb break="no"/>nahmsweise den Aussenminister vertrete, normalerweise war dies<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> oder <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> auf mich. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht mich daher<lb/>
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verlangen, dass die Terroristen unbewaffnet sind und dass das<lb/>
Destinationsland bekannt ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt sofort, dass die erste<lb/>
Bedingung unerfüllbar ist, denn die Terroristen würden niemals<lb/>
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begeben. Die Botschafter haben von ihren Ministern handschriftliche<lb/>
Briefe bekommen, wo diese feststellen, es soll alles getan werden,<lb/>
damit sie mit den Terroristen ausfliegen können. Insbesondere der<lb/>
iranische Botschafter <rs type="person" ref="#per__114913">Namdar</rs> verliest ein Schreiben und ist<lb/>
dann im Laufe der Nacht sehr nervös, weil die Terroristen zwischen<lb/>
den einzelnen arabischen Nationen unterscheiden. Iran und Saudi-Araber<lb/>
zählen zu den Feinden, Irak und Libyen zu den Freunden. Die<lb/>
anderen sind neutral und für sie auch vollkommen uninteressant.<lb/>
Der iranische Minister <rs type="person" ref="#per__140795">Amusegar</rs> hat mitgeteilt, zuerst erschiessen<lb/>
sie uns und dann sie Saudi-Araber. <rs type="person" ref="#per__141648">Amir</rs> erscheint in der Nacht<lb/>
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Gerücht, das angeblich im Radio auch verlautbart wurde, zustande<lb/>
kam. Wie leicht es ist, wenn man weit weg ist anders zu entscheiden,<lb/>
zeigt das Verhalten der iranischen Regierung. Dort wurde offiziell<lb/>
dem Botschafter <rs type="person" ref="#per__141648">Amir</rs> mitgeteilt, dass Österreich die volle Ver<lb break="no"/>antwortung trage und alles in unserer Hand liege. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat<lb/>
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abgeben würden. Die Terroristen haben aber <rs type="person" ref="#per__118679">Nettel</rs> überhaupt nie<lb/>
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gesucht, dann in Budapest. Gefunden haben wir ihn nicht, er ist aber<lb/>
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dann gebracht und von den Terroristen akzeptiert, dass alle Öster<lb break="no"/>reicher in der ersten Phase und dann überhaupt alle OPEC Angestellte<lb/>
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Kollege mitkommt. Lebend oder tot. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entschied, dies müssten<lb/>
die Ärzte entscheiden. Nach einer stundenlangen Operation lag<lb/>
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Terroristen verhandeln. Diese haben ihn natürlich genau so wenig<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-21_55">Welche komische Situationen es geben kann, zeigen zwei Bei<lb break="no"/>spiele. Die Terroristen erklären, als man ihnen die Briefe der<lb/>
Minister zeigen will, sie hätten kein Recht diese Briefe zu lesen,<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder macht sich Sorgen, ob man einen angeblich nicht<lb/>
transportfähigen Mann, ohne dass die Ärzte zustimmen, seinen eigenen<lb/>
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in das Flugzeug laden soll oder nicht. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> meint mir gegenüber<lb/>
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Die Terroristen sind nachher ungeheuer charmant, wie alle be<lb break="no"/>stätigen und zuvorkommend, wahren sogar das Postgeheimnis.<lb/>
Die österreichischen Ärzte bemühen sich um den Schwerverletzten<lb/>
und sind besorgt, dass er eventuell den Transport nicht übersteht<lb/>
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sitzt. Sie will scheinbar nicht denselben Fehler machen wie bei<lb/>
Schönau und macht einen neuen, indem sie sich mit den Krisenstab<lb/>
teilweise lächerlich macht. Bei einem erfolgreichen Kanzler mit<lb/>
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zuerst, wie er die Reposition informieren soll, er erwägt sogar<lb/>
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wobei <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> angeblich gesagt haben soll, also gibt man den Forderungen<lb/>
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Kontakt mit der Zentrale halten konnte. Wenn die zwei dringen<lb/>
sind, kann der dritte sich kaum mehr umdrehen. Da die telefonische<lb/>
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Einsatzleitung in der Portierloge, frage ich mich, wie so über<lb break="no"/>haupt dies möglich war. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und die anderen haben sich im<lb/>
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alles strengst vertraulich zu behandeln sei. Da ich jetzt unmittel<lb break="no"/>bar mit dem Rundfunk, der bei der OPEC aufgepflanzt ist, Kontakt<lb/>
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Überall Fernseh- und Rundfunkreporter, überall einsatzfähige Teams.<lb/>
Die Zeitungen sind natürlich genau so interessiert und belagern alle<lb/>
Besprechungen ununterbrochen. Wahrscheinlich ist das in einer De<lb break="no"/>mokratie nicht anders möglich. Ich neige aber jetzt auch immer mehr<lb/>
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würde wahrscheinlich sehr bald die Terrortätigkeit auf ein Minimum<lb/>
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Terroristen annehmen kann, haben sie diese ganze Aktion gestartet,<lb/>
um publicity zu erreichen. Dass dafür 3 Menschenleben geopfert wurden<lb/>
ist ein Wahnsinn. Wenn es gelänge die ganzen Bandenaktionen zu ver<lb break="no"/>schweigen, dann würden wahrscheinlich diese Terrorgruppen sehr<lb/>
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angeblich so wenig informationsfreundlich ist. Wie man es macht,<lb/>
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hat es nur wenige gegeben, die aus dem stundenlangen, ja tagelangen<lb/>
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Maschine und die Piloten wieder zurückschickt. Dann hätte wahr<lb break="no"/>scheinlich sofort jeder gesagt, das ist eine kluge Tat gewesen,<lb/>
dieses Ehrenwort mit dem Handschlag abzunehmen. So aber bleibt<lb/>
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Türlschnapper-Methode.<lb/>
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tun und lassen was man will, nach besten Wissen und Gewissen handeln<lb/>
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Betroffenen oder die mit dem Detailproblemen beschäftigten, denken<lb/>
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treffen kann und trifft. Wenn jemand für irgendetwas verantwort<lb break="no"/>lich ist, dann muss er letzten Endes entscheiden und womöglich diese<lb/>
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verlaufen, wie sie auch wirklich verlaufen ist. Andererseits aber habe<lb/>
ich miterlebt, wie zweifelsohne durch ganz unbedeutende Entscheidungen<lb/>
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Freund der Araber, die <choice><choice><sic>arabisch</sic><corr>von Arabern?</corr></choice></choice> getöteten Iraker und Libyer, aus<lb break="no"/>gesprochene Freunde und Förderer des arabischen "Befreiungskampfes".<lb/>
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            <head>Kommuniqué Bundesreg. OPEC-Geiselnahme, 22.12.1975</head>
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            <head>Kommuniqué Terroristen OPEC-Geiselnahme 1975 (dt. Übers. mit hs. Notizen)</head>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
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               <persName type="label">Firnberg, Hertha</persName>
               <persName><surname>Firnberg</surname><forename>Hertha</forename></persName>
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               <persName type="label">Nettel, Erik</persName>
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               <persName type="label">Farnleitner, Hannes</persName>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName type="label">Widhalm, Karl</persName>
               <persName><surname>Widhalm</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>BHK, Kohlehandel</occupation>
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               <persName type="label">Köck, Franz</persName>
               <persName><surname>Köck</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., BRO DoKW</occupation>
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               <persName type="label">Reiter, Alfred</persName>
               <persName><surname>Reiter</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Kabinettschef Kreisky [ident mit Reiter, C; 3.11.1971 Fredi Reiter
                  genannt]]</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Gröger, Adolf</persName>
               <persName><surname>Gröger</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Büttner, Hans</persName>
               <persName><surname>Büttner</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Dir. Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Schipper, Hans</persName>
               <persName><surname>Schipper</surname><forename>Hans</forename></persName>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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