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            <title type="main">Dienstag, der  9. Dezember 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_01">Dienstag, 9. Dezember 1975<lb/>
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Situation in Griechenland, wie sie der neue Vorstand sieht. Er<lb/>
kam gerade von unten, um mir mitzuteilen, dass für Hellas-Steyr<lb/>
in Saloniki die Sache sehr kritisch ist. <rs type="person" ref="#per__97854">Rabus</rs> der seinerzeitige<lb/>
Generaldirektor hat mir immer nur bruchstückartig berichtet<lb/>
und sehr optimistisch die Abschlüsse mit der Diktatur-Regierung<lb/>
dargestellt. Es existiert ein königlicher Brief, so <rs type="person" ref="#per__97854">Rabus</rs>, der<lb/>
alles deckt und der für alle Zeiten hält, war damals die Meinung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97854">Rabus</rs>. Jetzt stellt sich heraus und ich erfahre es das erste Mal<lb/>
dass der königliche Brief nur die Exklusivität der Produktion für<lb/>
LKW und Traktoren vorsieht. Alles andere, die Vereinbarung mit den<lb/>
Ministern mit der Finanzierung und so weiter war nur Zusagen der<lb/>
Junta, die jetzt neu verhandelt werden müssen. Bis jetzt wurden<lb/>
von Steyr 16 Mill. $ investiert und eine Fabrik mit 250 Beschäftig<lb break="no"/>ten geschaffen. Weitere 17 Mill. $ müssten jetzt noch investiert<lb/>
werden, damit die 2.500 Beschäftigten Arbeitsplätze finden. Die<lb/>
Fabrik ist auf 3.000 LKW angelegt, obwohl der Inlandsbedarf nur<lb/>
1.000 LKW beträgt. In diesem Inlandsbedarf müssen sich aber die<lb/>
verschiedensten Importfirmen und Steyr teilen. Steyr wird höch<lb break="no"/>stens 30 % Anteil davon bekommen. Derzeit erzeugt es 150 LKW und<lb/>
2.800 Traktoren. Sowohl die LKWs als auch die Traktoren werden<lb/>
aber nicht in Saloniki gefertigt, bei Traktoren nur die Luft in die<lb/>
Pneus gepumpt.Eine Hauptfrage ist auch, wie die 35 % Wertschöpfung<lb/>
zustandekommen. Hier hat es eine alte Formel gegeben, die die neue<lb/>
Regierung auch nicht anerkennt. Die einzige Lösung wäre eine<lb/>
Militärauftrag von 1.000 Stück Traktoren durch 13 Jahre. Steyr<lb/>
hat eine neue Verhandlung der Verträge angeboten mit einem Schlüs<lb break="no"/>sel, 1 LKW, wenn die Griechen abnehmen, wird ein LKW von<lb/>
Steyr-Hellas exportiert. Ich verspreche <rs type="person" ref="#per__125950">Leibenfrost</rs>, so wie bisher,<lb/>
Steyr jedwede Unterstützung zu geben. Ich bin sehr froh, dass ich<lb/>
seinerzeit dem Griechengeschäft sehr kritisch gegenübergestanden<lb/>
bin, damals allerdings aus politischen Gründen, jetzt aber ihn<lb/>
in jeder Beziehung unterstützen kann und werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_03"><rs type="person" ref="#per__125950">Leibenfrost</rs> interveniert neuerdings, dass Steyr bei der Moped-<lb/>
Produktion immer mehr an Anteil verliert, weil die Importmopeds<lb/>
mit einem Handgriff von den jungen Leuten auffrisiert werden können.<lb/>
Das Verkehrsministerium prüft nicht bei der Zulassung diese Mög<lb break="no"/>lichkeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte diese Import- und Zulassungsfrage<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und Branchenreferat besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_05">In der Ministerratsvorbesprechung macht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> neuerdings<lb/>
darauf aufmerksam, dass bei der Jänner-Klausurtagung konkrete<lb/>
Massnahmen der Regierung beschlossen werden müssen. Klubobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat einen Katalog aufgestellt, wo die Massnahmen, die<lb/>
sich aus der Regierungserklärung ergeben, zusammengefasst sind.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird diesen Katalog jedem Regierungsmitglied zur Ver<lb break="no"/>fügung stellen. Ich weiss nicht, was drinnensteht, für mich ist<lb/>
es klar, dass als konkreteste Massnahmen die Berufsausbildung<lb/>
Unterbringung der Lehrlinge nächste Jahr um 6.000 stärkerer<lb/>
Jahrgang und übernächstes Jahr dann um weitere 1.000 die wich<lb break="no"/>tigste Frage ist. Dann wird es kein Problem mehr sein, da<lb/>
die Geburtenjahrgänge abnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte in der Grundsatzgruppe eventuell be<lb break="no"/>sprechen, mir aber sofort alle konkreten sonstigen Massnahmen<lb/>
zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_07"><rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs> hat namens der steirischen Landesregierung darauf hinge<lb break="no"/>wiesen, dass 300.000 Arbeitsplätze fehlen. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> erklärt, dies<lb/>
könne sich nur aus dem Makrozensus 1980 ableiten, wo die Prog<lb break="no"/>nose 3 Mill. Unselbständige vorgesehen hat. Diese Ziffer in<lb/>
längst überholt, doch dürfte die Basis für diese Behauptung <rs type="person" ref="#per__113131">Nie<lb break="no"/>derls</rs> sein. Was die Lehrlingsstellen betrifft, sollten wir<lb/>
heuer 5.000 offene Stellen noch zur Verfügung gehabt haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt, dass dies die neue Politik der ÖVP ist, die<lb/>
Landesregierungen zur Kritik über Wünsche einzuschalten und<lb/>
nicht mehr den ÖVP-Landeshauptmann allein. Wir werden uns auch<lb/>
dagegen zur Wehr setzen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> und ich sollen dieses<lb/>
Problem der zu erwartenden Arbeitsplätze besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Die Grundsatzgruppe muss neue<lb/>
Arbeitsmarktdaten und Situation die Konsequenzen vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_09">Der ÖGB hat an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Brief geschrieben wegen der ERP-<lb/>
Fonds-Aufstockung. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat grosse Bedenken, da die 5 Mia.<lb/>
die dadurch mehr kämen, eine Überliquidität erzeugen könnten<lb/>
und grosse Schwierigkeiten bereiten werden. Die Amerikaner haben<lb/>
seinerzeit schon nicht zugestimmt, die 50 Mill. Zinsenzuschuss<lb/>
aus ERP-Mitteln zu bezahlen. Der ÖGB-Plan würde ausserdem die<lb/>
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äusserst schwierig machen. Gegen diesen Plan sei auch die National<lb break="no"/>bank. Ich hatte abends Gelegenheit mit <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> und <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> über<lb/>
dieses Problem zu sprechen. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> gibt zu, dass <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> wahrschein<lb break="no"/>lich als Präsident dagegen ist, doch sieht er gewisse Möglichkeiten.<lb/>
1971 betrug das ERP-Volumen 4,1 Mia. Wenn man diese Grösse im<lb/>
Verhältnis zum Kreditvolumen sieht, so könnten es jetzt 9 Mia. sein<lb/>
wenn man sie im Verhältnis zum Bruttonationalprodukt sieht, 7,5 Mia.<lb/>
Er ist für eine Aufstockung, obwohl sein Präsident sicher dagegen<lb/>
sein wird. Weitere Massnahmen, die <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> sieht, wären 1 Mia. für<lb/>
Entwicklungsländer zur Verfügung zustellen, die aber bilateral<lb/>
vergeben werden müssten, damit umso mehr Exportanteil von Öster<lb break="no"/>reich dabei sein könnte. Drittens glaubt er eine Senkung der Bankrate<add>[?]</add><lb/>
von 6 % auf 5 % sei dringendst notwendig, da 1967 bei einer Krise<lb/>
die Bankrate auf 4 1/4 % gesenkt wurde. Viertens möchte er für<lb/>
Export noch weitere Möglichkeiten schaffen, da die derzeitigen<lb/>
Exportwechsel mit 3 Mia. unbedingt Refinanzierungszusagen der OeNB<lb/>
vorliegen, die Banken aber so überliquid sind, dass sie nicht<lb/>
einen Schilling refinanziert haben. In der OeNB liegen derzeit<lb/>
nur 1 Mia. Wechsel, die die Banken verpflichten, hie der Vergabe<lb/>
die Refinanzierung sofort bei der OeNB durchzuführen. Diese 1 Mia.<lb/>
möchte <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> der Österr. Kontrollbank geben und gleichzeitig<lb/>
aufstocken. Aus der bilateralen Entwicklungshilfe und mit der<lb/>
Kreditpolitik ist <rs type="person" ref="#per__97627">Heinz Kienzl</rs> im Gegensatz zu <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> –<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte bekanntlicherweise einen Art Marshall-Plan für<lb/>
Entwicklungsländer. Er hat mir sogar bei einer Besprechung in An<lb break="no"/>wesenheit von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> mitgeteilt, er würde die Ent<lb break="no"/>wicklungshilfe mit der Schweiz und mit Schweden poolen. Gott sei<lb/>
Dank habe ich mit diesen Problemen nichts zu schaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_10">Der Landeshauptmann von Salzburg will mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine Aussprache<lb/>
wegen Mitterberg und er ersucht, dass ich auch daran teilnehme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte eine Kurzinformation nur über<lb/>
Ziffern des letzten Standes Mitterberg.<lb/>
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auf die Forderung des Gewerkschaftsbundes Zusammenlegung der Elek<lb break="no"/>trizitätswirtschaft die Aufsichtsräte zu verkleinern. Ich verweise<lb/>
auf meinen erfolglosen Kampf, den ich seit der Ausdehnung der Auf<lb break="no"/>sichtsräte um die Betriebsräte wegen einer Verkleinerung geführt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_13">Die Proporzverhältnisse, die Zusagen an die Länder usw. haben<lb/>
eine Verkleinerung bis jetzt unmöglich gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und mir neuerdings einen<lb/>
solchen Plan besprechen und ausarbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_15"><rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> und <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> möchte mit den Bünden jetzt <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, d.h. zuerst mit dem Bauernbund, mit der Regierung Besprechun<lb break="no"/>gen führen, ausserparlamentarische Aktivität entfalten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
möchte wissen, wie die einzelnen Minister zu diesem Problem stehen.<lb/>
Ich melde mich sofort und erkläre, dass für mich als Verhandlungs<lb break="no"/>partner immer nur die Kammern oder Interessensvertretungen in Frage<lb/>
kommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte wissen, wie der Wirtschaftsbund bei mir aktiv<lb/>
wird. Ich erkläre, noch nie in diesen fünfeinhalb Jahren, ich würde<lb/>
in so einem Fall dann sofort den Freien Wirtschaftsverband zu<lb break="no"/>ziehen. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> erklärt auch, dass für ihn nur die Interessensver<lb break="no"/>tretungen in Frage kommen. Erst unlängst wäre eine Bauerndele<lb break="no"/>gation dort gewesen, doch verhandeln würde er nur mit Interessens<lb break="no"/>vertretungen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, wir würden daher alle so vorgehen,<lb/>
dass Petitionen natürlich von allen entgegengenommen werden, ver<lb break="no"/>handelt wird aber nur im Rahmen der Sozial- oder Wirtschaftspartner<lb break="no"/>schaft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_16"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gibt mir ein Schreiben der Hoteltreuhand, wonach diese erklä<lb break="no"/>ren, dass die ERP-Fachkommission solange nicht tagt und deshalb<lb/>
Ansuchen 161 Tage liegen. Die reine Bearbeitung bei der Hoteltreu<lb break="no"/>hand beträgt 10 Tage. Solch ein Eindruck musste entstehen, weil<lb/>
unverantwortlich in den letzten Jahren vom Haus oder von unserem<lb/>
Büro keine Zwischenerledigungen erfolgten. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> sagt mit Recht,<lb/>
dass die ERP-Fachkommission nur dann tagt, wenn entsprechende Mittel<lb/>
vom Finanzministerium resp. vom ERP-Büro freigegeben sind. Wenn in<lb/>
einer Zwischenerledigung der Ansuchende erfährt, dass positiv alles<lb/>
abgeschlossen ist, die Hoteltreuhand ihn schon überprüft hat und<lb/>
er bei der nächsten ERP-Fachkommission drankommt, die am so und<lb/>
sovielten erfolgen wird, ist er sicherlich befriedigt. Jetzt erfährt<lb/>
er nichts und geht sich natürlich dann sofort zu allen möglichen<lb/>
Leuten beschweren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_17">ANMERKUNG FÜR ALLE: Das Büro muss darauf drängen, dass das Haus<lb/>
Zwischenerledigungen macht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_18"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wünscht dann mit mir eine besondere Besprechung, an der<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> und <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> teilnehmen. Zuerst wird das Tarif<lb break="no"/>problem mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> bereinigt. Die Tariferhöhungen bringen <choice><choice><sic>1,,760</sic><corr>1.760?</corr></choice></choice><lb/>
Inland, 400 Mill. Ausland. Die Zeitungsherausgeber beschweren sich<lb/>
jetzt bitter, dass sie 70 Mill. S mehr Zeitungsförderung bekommen<lb/>
und die Tarifbelastung 115 Mill. beträgt. Entscheidend ist der Kilo<lb break="no"/>tarif, der von 4,50 S auf 7.50 erhöht werden soll. Beamte des Ver<lb break="no"/>kehrsministeriums haben schon angedeutet, hier gibt es Möglichkeiten<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> gesteht deshalb zu, dass man auf 6.– S zurückgeht. Dadurch<lb/>
verliert er 40 Mill. S Einnahmen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> vor,<lb/>
die Zeitungsförderung um weitere 20 Mill. S aufzustocken. Dadurch<lb/>
würden gleichzeitig auch die politischen Akademien, d.h. die Parteien<lb/>
20 Mill. bekommen, weil diese Beträge immer gekoppelt sind. Der<lb/>
Samstag-Zuschlag, der 5 Mill. S bringt, soll bleiben.<lb/>
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sogar vor, er soll ihm den Orden überreichen, was dieser aber nicht<lb/>
will. Sein Büro hat in der Zwischenzeit mit <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> ausgemacht, dass<lb/>
ich bei der nächsten Vorbesprechung am Montag vorher den Orden über<lb break="no"/>gebe.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__114508">TIEBER</rs>: Bitte entsprechende Information über den Ausge<lb break="no"/>zeichneten sofort vorbereiten lassen.<lb/>
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wahrscheinlich auch zu sprechen, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt vor, dass ich hingehe.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> möchte aber gerne bei dieser Jahresversammlung, da er viele<lb/>
offene Fragen mit der Industriellenvereinigung hat, dieses Referat, das<lb/>
ich ihm gerne abtrete, halten, da ich schon einige Male bei der Jahres<lb break="no"/>versammlung gesprochen habe.<lb/>
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die einen Tag dauern soll. Teilnehmer sollen alle Mitglieder der Wirt<lb break="no"/>schaftspolitischen Aussprache plus der Ordinarien für Finanzen und<lb/>
Wirtschaft der Universitäten sein, das Ford-Institut und das Statisti<lb break="no"/>sche Zentralamt. Von der OECD wird einer über die Lage der Weltwirt<lb break="no"/>schaft, Prof. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> über die Lage der österr. Wirtschaft, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
über die Grundsätze der Wirtschaftspolitik, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> über die Finanz<lb break="no"/>fragen und ich dann über die allgemeinen Fragen vormittags referieren,<lb/>
nachmittags soll die Debatte sein. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war über meine Ankündigung<lb/>
<pb n="28-1448" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band28/28_1975-12-09_1448.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>einer Exportoffensive sehr einverstanden. Er teilt mir strengst vertrau<lb break="no"/>lich mit, dass er einen Brief an <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> geschrieben hat, wo er vor<lb break="no"/>schlägt, man soll eine österreichisch-arabische Handels- und Industrie<lb break="no"/>gesellschaft mit Sitz in Wien gründen. Ein Teil soll der öffentlichen<lb/>
Kurie, der zweite Teil der privaten Kurie und der dritte den Banken<lb/>
in dieser Gesellschaft eingeräumt werden. Derzeit haben nur 2 Staaten<lb/>
gute Verhältnisse zu den arabischen Ländern, Frankreich, weil es ihnen<lb/>
Waffen liefert und Österreich weil es sich politisch so geschickt<lb/>
verhalten hat. In Damaskus soll es von arabischer Seite eine Registrier<lb break="no"/>stelle geben, die durch reinen Zufall manchmal Geschäfte vermittelt.<lb/>
Er würde jetzt einmal, zuwarten, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf den Sadat-Brief für<lb/>
eine Antwort bekommt resp. wie diese Gesellschaft die ja letzten Endes<lb/>
vor allem einmal auch die Verstaatlichten umfassen muss, eventuell<lb/>
zustandekommt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hofft auch, dass es jetzt gelingen wird, bei<lb/>
dem Besuch der Malteser, die Delegationen am 14. Dezember kommen,<lb/>
und der Entwicklungshilfeminister <rs type="person" ref="#per__141650">Abela</rs> am 18. Dezember, möglich<lb/>
ist, grössere Geschäfte zu vereinbaren. Libyen hat sich <rs type="person" ref="#per__97746">Dom Mintoff</rs><lb/>
gegenüber bereiterklärt, ihnen Waren abzukaufen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, es<lb/>
könnten jetzt die Korneuburger kleinere Schiffe ohne weiteres gemein<lb break="no"/>sam mit dem Maltesern in Malta erzeugen. Ein gewisser Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141652">Krebs</rs> in Korneuburg sei der beste Vermittlungsmann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Frage mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_24"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und ich besprechen neuerdings die Schwierigkeiten wegen der<lb/>
Festsetzung der Preise für die Ölgesellschaften nach Erhöhung der<lb/>
Umsatzsteuer von 16 auf 18 %. Da eine Erhöhung des Verbraucher<lb break="no"/>preises mit 1. Jänner nicht in Frage kommt, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> aber ganz be<lb break="no"/>sonders der Vertreter der Tankstellen erklärt, dann wird es zu Ver<lb break="no"/>sorgungsschwierigkeiten kommen, veranlassen mich auch rechtliche<lb/>
Schritte vorzubereiten. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> sieht grosse Schwierigkeiten in<lb/>
reiner formeller Abwicklung. Dies bestätigt ihm dann auch der später<lb/>
zugezogene Dr. <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs>, der die Preisanordnungen machen muss.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> selbst erklärt, dass er die Preisanträge zeitgerecht uns<lb/>
übermittelte, da ich ihm vorwerfe, ich erfahre über die Anträge<lb/>
nur über die APA-Aussendungen. Diesmal hat aber die Bundeskammer<lb/>
sogar auch eine Aussendung mit Sperrfrist gemacht, dass die Anträge<lb/>
dem Handelsminister übergeben wurden. Im Parlament hat mir dann<lb/>
abends <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> tatsächlich die Durchschrift dieses Antrages übermittelt,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_25">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> versichern mir,<lb/>
dass keine Versorgungsschwierigkeiten entstehen könnten. Von den<lb/>
5.200 Tankstellen haben sie 1.500 und meistens auf Agentur-Ver<lb break="no"/>trag. Tankstellen von Martha, Elan und Aral kommen von der Gesell<lb break="no"/>schaft nur eine gewisse Litermenge von Treibstoffe, die sie dann in<lb/>
Agentur verkaufen. Für diese Gruppe spielt die Erhöhung der Mehrwert<lb break="no"/>steuer in der internen Verrechnung überhaupt keine Rolle. Von den<lb/>
5.200 Tankstellen sind nach Auffassung von <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> überhaupt ein<lb/>
Drittel auf Agenturprinzip. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> wird am morgigen Tag bei einer<lb/>
Fachverbandstagung in der ÖMV die anderen Ölgesellschaften mit<lb/>
meiner Forderung konfrontieren, dass sie die Versorgung mit<lb/>
1. Jänner aufrechterhalten müssen. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> befürchtet nämlich, dass<lb/>
wenn ich eine Preisanordnung erlasse, sie die ÖMV dann auch für<lb/>
die Internationalen die 2 %-igen Mehrwertsteuererhöhung schlucken<lb/>
müssen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wieder ist auf <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> sehr böse, weil dieser erklärt<lb/>
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Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> als Fachverbandsvorstand gezwungen, zu unterschreiben<lb/>
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hält. Für mich ergibt sich nur die Frage, wie wir dem Dilemma<lb/>
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die weitere Vorgangsweise des von der Handelskammer übermittelten<lb/>
Preisantrages. Interessanterweise hat <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gar nicht den Preis<lb break="no"/>antrag unterschrieben, sondern <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> in seinem Auftrag.<lb/>
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ob jemals bei Anträgen vorher auch <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> unterschrieben hat oder<lb/>
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die Ausschreibungsposten einen guten Mann von der Handelskammer<lb/>
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Dr. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs> vom Fachverband Nahrungs- und Genuss<lb break="no"/>mittelindustrie und möchte wissen wie die bezahlt werden. Ich er<lb break="no"/>kläre, dass die optimalste Einstufung wahrscheinlich ein Sektions<lb break="no"/>rat ist, der 15.000 S bekommen würde. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklärt sofort, da<lb/>
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möchte deshalb noch immer, dass wir <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> machen, wobei <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
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nur glaube, dass er nicht die optimale Lösung ist. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> charakteri<lb break="no"/>siert den neuen Sektionschef als einen Grandseigneur, der auch mit<lb/>
der Industrie so reden muss, dass er es ganz besonders mit den<lb/>
Generaldirektoren wie mit kleinen gewerblichen Unternehmern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_29">Nachdem <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> sowohl <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> auch mir gegenüber erklärt hat, er<lb/>
käme auch langfristig nicht für eine Kandidatur als Sektionsleiter<lb/>
in Frage, schlägt <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> vor, man soll den derzeitigen Botschafter<lb/>
in Jakarta <rs type="person" ref="#per__111004">Schmid</rs> fragen. <rs type="person" ref="#per__111004">Schmid</rs> war drei Jahre im Handelsmini<lb break="no"/>sterium, allerdings für Integrationsfragen damals mitarbeitend,<lb/>
gilt als äusserst tüchtig, ja arrogant, aber wahrscheinlich wirklich<lb/>
der Grandseigneur, der sich auch mit Generaldirektor der Industrie<lb/>
entsprechend herumschlagen könnte. Sprachgewandt, wirtschaftliche<lb/>
Erfahrungen, Auslandstätigkeit usw. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wird mit ihm Kontakt<lb/>
aufnehmen. Ich informiere davon strengst vertraulich <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, der<lb/>
über diese Wahl persönlich sehr unglücklich ist, weil er <rs type="person" ref="#per__111004">Schmid</rs><lb/>
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zurückrufen möchte, da er ihn dringend braucht. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> sieht aber<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_30">Im Ausschuss für Wirtschaftswerbung, Vorsitzender Prof. <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs>,<lb/>
stelle ich die neue Konsumentensekretärin Dr. <rs type="person" ref="#per__141703">Böhm</rs> vor und vor<lb/>
allem Dvw. <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> als den in meinem Büro für die Konsumentenpolitik<lb/>
Verantwortlichen. Eine Zeitlang höre ich dort zu und man diskutiert<lb/>
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Problem der Preisangaben. Die AK steht nach wie vor auf dem Stand<lb break="no"/>punkt, dass irgendwelche Preisangaben ausser unverbindlichen gegen das<lb/>
Kartellgesetz verstossen. Unverbindliche Preisangaben wieder verwende<lb/>
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irgendwelche Machenschaften vermutet. Ich schlage deshalb vor, viel<lb break="no"/>leicht könnte man anstelle der Preise den Wert der Ware oder sonst<lb/>
irgendwelche Ausdrücke definieren und in die Werbung einführen. Der<lb/>
Zustand, dass man auf der Messe und sonstwo über einen Preis nichts<lb/>
erfahren kann, ist gerade nicht sehr ideal.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte lass prüfen, ob wir nicht doch irgendwelche<lb/>
Auswege aus dem Dilemma finden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_32">Die Aussprache mit ÖGB, <rs type="person" ref="#per__131115">Schmidt</rs>, AK, <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, den 4 nach § 3 belangten<lb/>
Firmen VW, Peugeot, Renault und Opel, dem Fachverbandssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140404">Kraus</rs> und <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> gelingt es unter Vorsitz von <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114161">Salomon</rs> einen Druck hin doch eine Lösung zu finden. Die Auszeich<lb break="no"/>nung geht in Ordnung, die Ersatzteile mit durchschnittlich 50 %<lb/>
Handelsspannen werden von den 4 zumindest im grossen eingehalten<lb/>
und die Reparatur-Mechaniker-Stunde wird dann eine Lösung zwischen<lb/>
den 8.35, die die AK und der ÖGB theoretisch errechneten und<lb/>
zugestanden und den 9.25, die der Fachverband theoretisch<lb/>
errechnet und zugestanden haben will, ein Kompromiss nach stunden<lb break="no"/>langen Verhandlungen gefunden. Zu meiner Schande muss ich mir eingeste<lb break="no"/>hen, dass ich gar nicht mehr gewusst habe, wie diese Verhandlungen ins<lb/>
Rollen gekommen sind, dass sie nämlich 3b)-Anträge der AK und<lb/>
des ÖGB waren, die ich den LH delegiert habe. Dort hat Wien 9 Firmen<lb/>
angeschrieben und diese hatten sofort erklärt, sie sind bereit über<lb/>
eine Lösung zu verhandeln, nur damit der § 3b) nicht zur Anwendung<lb/>
kommt. Meine Ruten-Theorie hat sich also hier bestens bewährt. Ich<lb/>
hoffe, dass es mir möglich sein wird, auch wenn das Preisgesetz nicht<lb/>
verlängert werden sollte, mit der einfachgesetzlichen Preisregelung<lb/>
auch die Rutentheorie praktizieren zu können. Ich habe aber am<lb/>
Montag schon in einer längeren Aussprache den Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> aus<lb break="no"/>einandergesetzt, dass eine Aufhebung durch den Verwaltungsgerichtshof<lb/>
oder Verfassungsberichthof ohne weiters möglich ist. Ein einwand<lb break="no"/>freie gesetzliche Regelung habe ich derzeit leider nicht und werde<lb/>
sie wahrscheinlich auch in Hinkunft nie bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-12-09_33">Minister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> ersucht mich inständig, ihm auf ein halbes Jahr<lb/>
einen 9-er-Posten zu geben. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> dürfte ihm erzählt haben,<lb/>
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längst für diesen Sektionschefposten draussen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> braucht nun<lb/>
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bestätigt dies und ich erkläre nur, mir dieses Problem zu überlegen.<lb/>
Da ich vor einem Jahr auch einmal einen Jahresposten vom Aussenmini<lb break="no"/>sterium gebraucht habe, bin ich ja im Prinzip bereit, <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> hier<lb/>
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Absicherung erfolgt. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> meint, hier gäbe es einen grossen Unter<lb break="no"/>schied zu seinem Fall, da ja ein Sektionschef nämlich <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> in<lb/>
den Stand des Aussenministeriums übernommen wurde, der nach einem<lb/>
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ein Mann zu uns versetzt, sondern nur die Zusage gemacht, nach einem<lb/>
halben Jahr diesen Sektionschefposten tatsächlich vom Justiz<lb break="no"/>ministerium wieder ins Handelsministerium zu transferieren. <rs type="person" ref="#per__108223">Laus<lb break="no"/>ecker</rs> wollte zuerst noch am selben Tag eine Entscheidung, hat<lb/>
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dazu endgültig äussern könnte. Auf alle Fälle würde ich den 9-er-<lb/>
Posten nicht freiwillig aufgeben, sondern durch einen Beschluss<lb/>
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