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            <title type="main">Dienstag, der 18. November 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band28_1975-11-18</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_01">Dienstag, 18. November 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_02">NR <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sprechen damit wegen der Gewerbe<lb break="no"/>gesetze gemeinsam die Beratungen im Konsumentenforum geführt werden<lb/>
sollen. Damit unterstreicht <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, dass er an einer einvernehm<lb break="no"/>lichen Lösung sehr interessiert ist. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ex klärt ihm allerdings,<lb/>
dass er dies nicht mehr kann, da die ÖVP beschlossen hat, dass <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs><lb/>
einen Initiativantrag einbringt. Dieser wird dann tatsächlich in der<lb/>
alten Form dem Nationalrat zugeleitet. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> möchte aber bevor<lb/>
wir im Handelsministerium die Verhandlungen aufnehmen mit der Konsum<lb break="no"/>genossenschaft NR <rs type="person" ref="#per__97505">Haberl</rs> abklären, damit nicht wieder der Eindruck ent<lb break="no"/>steht, dass die Konsumgenossenschaft gegen eine sinnvolle Lösung ist.<lb/>
Da die ÖVP uns vor eine vollendete Tatsache stellt, wird es zwar<lb/>
schwer sein im Konsumentenbeirat zu einer vernünftigen Lösung zu kommen,<lb/>
trotzdem werden wir Besprechungen aufnehmen.<lb/>
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Stärkeabgabe von 220.– Schilling auf 390.– Schilling ein. Dies ent<lb break="no"/>spricht den seinerzeitigen Berechnungen, als der Kartoffelpreis von<lb/>
der Paritätischen Kommission um 6 Groschen verteuert wurde. Ich gebe<lb/>
die Unterlagen <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> zu prüfen. Bei dieser Gelegenheit schlägt er<lb/>
mir vor, dass für die Restbudgetpost er mit der Gmünder Vorschläge<lb/>
ausarbeiten würde, die man ohne Zustimmung des Finanzministeriums<lb/>
die Gelder verwenden könnte. <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> glaubt aus einer Bemerkung bei der<lb/>
letzten Beiratssitzung dass kein Geld übrig bleiben soll, dass dies meine<lb/>
Intention ist. Ich erkläre ihm sofort, dass ich nur Lösungen zustimme,<lb/>
die von MR <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> vom Finanzministerium ebenfalls akzeptiert werden.<lb/>
Wenn wir nämlich <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> verärgern, oder gar vielleicht einmal hinein<lb break="no"/>legen, wird sicherlich die gute Zusammenarbeit zwischen dem Handels<lb break="no"/>ministerium und ihm sehr darunter leiden. Ich bin deshalb nicht bereit<lb/>
wegen 4.5 Millionen, die wir maximal so noch ausgeben könnten, das<lb/>
Vertrauensverhältnis zu zerstören.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_04">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Beachte ebenfalls mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> darauf, dass hier<lb/>
nichts ohne Finanzministeriumszustimmung entschieden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_05">Nachdem ich mit dem Obmann der Konsumgenossenschaft Wien, <rs type="person" ref="#per__113061">Kadits</rs>,<lb/>
verhandelt habe, ruft mich der Prokurist ...... an und stimmt end<lb break="no"/>gültig zu, dass wir vor Samstag eine Presseaussendung machen können,<lb/>
da die Konsumgenossenschaft eine Preissenkung von 10 % für alle ihre<lb/>
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Handelsministerium zustande kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_06">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte alle Details besprechen und Aussendung<lb/>
machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_07">Im Klub berichtet <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> wegen der Postgebührerhöhung, die im Durch<lb break="no"/>schnitt 58 % beträgt. Auf eine Anfrage teilt er mit, dass eben seit<lb/>
8 Jahren, bei den Zeitungsgebühren sogar seit 12 Jahren keine<lb/>
Erhöhung mehr erfolgte. Die Belastung beträgt 0.2 im Index.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt dann in der Anfrage, dass es 0.11 % ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_08">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Wieso gibt es diese Differenzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_09">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> ersucht mich, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht zur Verfügung<lb/>
ist und <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> erst wesentlich später kommt, solange über mein<lb/>
Ressort zu berichten. Ich springe selbstverständlich ein und er<lb break="no"/>zähle im Klub über die Marktordnung und über die Preisgesetze und<lb/>
die Preissituation. <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> frägt an wie das mit dem ortsüblichen<lb/>
Preis und den volkswirtschaftlichen ist und ob wir auch die Handels<lb break="no"/>spannen regeln können, was ich natürlich verneinen muss. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
fragt wie weit es mit der Koppelung Energiesicherung mit den Wirt<lb break="no"/>schaftsgesetzen ist, die bekanntlicherweise der Untertaktierer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, so ist meine neue Bezeichnung für ihn, jetzt überall erzählt.<lb/>
Ich hoffe dass der Klub sich auf so etwas nicht einlässt, sondern<lb/>
die ÖVP zwingt zum Energiesicherungsgesetz in irgendeiner Form Stellung<lb/>
zu nehmen. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> befürchtet, dass die ÖVP die Verhandlungen wieder<lb/>
rauszögert und schlägt vor, dass wir einen Brief an alle Klubob<lb break="no"/>männer richten, wo wir die Dringlichkeit der Energiesicherungs<lb break="no"/>vorlage und deren sofortigen Verhandlungsbeginn verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_10"><rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> gesteht mir, dass vom Tagebuch, zu meiner grössten Über<lb break="no"/>raschung, Abzüge gemacht werden. Ich halte neuerdings fest, dass die<lb/>
seinerzeitige Vereinbarung gelautet hat, dass nur ein Original und<lb/>
keinerlei Kopien für niemand gemacht werden. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> zeichnet das<lb/>
Tagebuch aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_11">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte dafür zu sorgen, dass diese Vereinba<lb break="no"/>rungen auch eingehalten werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_12">Abg. <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs> kommt mit Vertretern der Jungbunzlauer, die wünschen,<lb/>
dass sie bei der Melasseeinfuhr von Süd-Zucker keinen Zollvor<lb break="no"/>merk mehr haben, da sie für die 25.000 – 30.000 Tonnen doch etliche<lb/>
100.000 Schilling zahlen müssen. Ich erkläre sofort, dass ich darauf<lb/>
keinen Einfluss habe und wahrscheinlich eine Änderung nur durch das<lb/>
Finanzministerium schwer zu erreichen sei. Ein weiterer Wunsch ist,<lb/>
dass sie von den eingeführten Mengen 2000 – 3000 Tonnen für die<lb/>
Inlands-Zitronensäureerzeugung brauchen, die sie zollfrei wünschen.<lb/>
Ausserdem haben sie einen ERP-Kredit angesucht, für 15.5 Millionen<lb/>
Schilling für die Rohstoffumstellung und hoffen auf unsere Unter<lb break="no"/>stützung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_13">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte die letzten beiden Punkte sofort im<lb/>
Haus zu veranlassen, da am Donnerstag schon die Sitzung ist. <add>Gröger gebeten [Paraphe Gehart]</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_14">Bei der letzten Margarinepreissenkung wurde vereinbart, dass im<lb/>
November neuerdings zu prüfen ist, wie weit eine weitere Senkung<lb/>
Platz greifen kann. Nach längeren Verhandlungen mit <rs type="person" ref="#per__113084">Büttner</rs>, <rs type="person" ref="#per__141676">Eibel</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141677">Meschka</rs>, dem Verkaufsmanager von Unilever, und <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB, <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs>, Arbeiterkammer, gelingt es ein Einvernehmen zu erzielen.<lb/>
Thea wird von 5.20 Schilling auf 5.– Schilling gesenkt. Eine weitere<lb/>
Senkung kommt nicht infrage, weil Ebhart &amp; Herout ansonsten ihre<lb/>
gewerbliche Margarineproduktion mit 40 % Anteil, 60 % Kunerol, nicht<lb/>
mehr verkaufen könnte. Unilever fürchtet einen stärkeren Konkurrenz<lb break="no"/>kampf <choice><choice><sic>Küchenmädl</sic><corr>?</corr></choice></choice>, eine deutsche Margarine von Rauch, die 1/2<lb/>
kg Becher mit 9.90 Schilling verkauft werden. Hier wird sich trotz<lb/>
des 18 % Zolls in Hinkunft ein harter Konkurrenzkampf ergeben.<lb/>
Unilever ist bereit seine Preise um 5 % nicht nur von den Fabriks<lb break="no"/>abgabepreisen, sondern auch Verbraucherpreise zu senken, wenn ich<lb/>
mich dafür einsetze, dass die Handelsspannen nicht in voller Höhe<lb/>
gerechnet werden, sondern den tatsächlich jetzt errechneten Handels<lb break="no"/>spannen entsprechen. Dazu erkläre ich mich bereit. Ich werde <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
beim nächsten Jour fixe einen Antrag machen, dass wir über die Marga<lb break="no"/>rinepreisverhandlungen bei mir im Ministerium eine Besprechung mit<lb/>
allen Beteiligten, damit auch dem Handel führen. Als Kompromiss<lb/>
einigen wir uns, soll ab 1.1.1976 Vita von 8.10 auf 7.80, Rama<lb/>
von 6.90 auf 6.50, feine Thea von 6.– auf 5.70 <choice><choice><sic>neben</sic><corr>?</corr></choice></choice> Thea von<lb/>
5.20 auf 5.– gesenkt werden. Zweimalige Verhandlungen in der Pari<lb break="no"/>tätischen Kommission haben bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_15">Unilever wird uns Erhebungen zur Verfügung stellen, die<lb/>
allerdings strengst vertraulich zu behandeln sind, wo bereits<lb/>
jetzt Handelsbetriebe und nicht nur Diskonter die Handelsspannen<lb/>
nicht ausnützen. Anstelle der vorgesehenen 14.1 % Kleinhandels<lb break="no"/>spanne werden 7 %, anstelle der einkalkulierten 5.2 % Grosshandels<lb break="no"/>spanne werden 3 % de facto verrechnet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_16">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte für nächsten Jour fixe die Unterlagen vor<lb break="no"/>bereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_17">Mit <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> und <rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs> bespreche ich auch die 25.000 Tonnen weite<lb break="no"/>re Exporte von Zucker nach Ungarn. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> und <rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs> sehen das vollkommen<lb/>
ein, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> hat nur Angst, dass <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> dagegen ist und meint sie<lb/>
könnten dem unmöglich zustimmen. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> erklärt deshalb, auch seinen<lb/>
Präsidenten wird er nicht fragen, da dieser dann garantiert auch<lb/>
dagegen ist. Alle drei erwarten, dass ich auf meine Kappe die Ex<lb break="no"/>porte nehme und gegen sie im Aussenhandelsbeirat entscheide. Dazu<lb/>
bin ich fest entschlossen und erkläre <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> am späten<lb/>
Abend die Situation die beide zur Kenntnis nehmen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat mich<lb/>
nämlich angesprochen weil er gehört hat, dass Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs><lb/>
erklärt haben soll, an einer Zuckerpreissenkung sei der Gewerk<lb break="no"/>schaftsbund nicht interessiert. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat nur gesagt, wir werden<lb/>
uns dies genau ansehen. Genau das beabsichtigte ich aber sowieso<lb/>
nach Abschluss der Kampagne, wenn die Kosten festgestellt werden<lb/>
können. Wenn es zu diesen günstigen Exporten, immerhin erlösen wir<lb/>
6.20 bis 6.70 Schilling <choice><choice><sic>auf</sic><corr>auch?</corr></choice></choice> bei dem dritten 25.000 Ungarnexport<lb/>
den ich jetzt beschliessen lassen werde, nicht kommt, dann wird<lb/>
bei späteren Exporten, wo wir keine so guten Preise erzielen werden,<lb/>
Erlösminderungen eintreten, die letzten Endes bei der Gesamtab<lb break="no"/>rechnung ein schlechteres Ergebnis bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_18">Mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> vereinbare ich, dass die Studie über die<lb/>
Lehrlingsstellen doch noch gemacht wird, mit entsprechender Be<lb break="no"/>teiligung von Arbeiterkammer und Handelskammer. Beide sagen mir<lb/>
mindestens 250.000 Schillinge zu. Damit kann allerdings das 3 Millio<lb break="no"/>nen Projekt nicht von mir genehmigt werden. Wir vereinbaren dass<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, <rs type="person" ref="#per__123791">Knapp</rs> und <rs type="person" ref="#per__140623">Kowalski</rs> vom Berufsforschungsinstitut, <rs type="person" ref="#per__98078">Winkler</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__113821">Piskaty</rs> von der Handelskammer eine Besprechung stattfindet, um<lb/>
das Programm und die Beteiligung endgültig festzulegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_19">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte eine Sitzung einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_20">S.Chef <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, mit dem ich eine freimütige Aussprache führe,<lb/>
meint, dass eine innere Stimme ihm sagt, er solle seine jetzige<lb/>
Position behalten. Dort hätte er sehr konkrete Geschäfte zu ver<lb break="no"/>handeln. Nach reiflicher Überlegung hätte er das Gefühl dort richtig<lb/>
am Platz zu sein, auch wenn er genau weiss, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihm niemals<lb/>
zusammengelegte Sektionen geben würde. In dem Moment kommt Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> vorüber und wir beide nehmen nach wirklich langer<lb/>
und gründlicher Aussprache diese Entscheidung zur Kenntnis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_21">Im fraktionellen Kontaktkomitee zwischen Verbundgesellschaftsvor<lb break="no"/>ständen und Betriebsräten wird das Wunschprogramm der Betriebsräte be<lb break="no"/>sprochen. Bei den Donaukraftwerken stellt sich heraus, dass oft<lb/>
monatelang keine Vorstandsitzung abgehalten wird. Hier erscheint<lb/>
deshalb eine Lösung im Aufsichtsrat, die eine Dirimierung im<lb/>
Vorstand vorsieht, dringendst notwendig. So wird es notwendig sein<lb/>
wo die sachliche Arbeit darunter leidet, echte Mehrheiten zu bil<lb break="no"/>den und einzusetzen, wenn eine gewisse Pattstellung in Gesell<lb break="no"/>schaften sich herausgebildet hat. Ein weiterer wichtiger Punkt wird bei<lb/>
den Preisverhandlungen nicht nur die Grundsätze über das neue<lb/>
Ausbauprogramm und damit auch für Voitsberg III Landesbeteili<lb break="no"/>gungen sein, sondern auch ein Schritt zur Konzentration durch ent<lb break="no"/>sprechende Reorganisation. Dies trifft besonders für die Kernkraft<lb break="no"/>werksgesellschaften zu. Ich hatte ja nie verstanden, wieso für jedes<lb/>
einzelne Kernkraftwerk eine eigene Gesellschaft gegründet wird. Bei<lb/>
der GKS wurde von seitens der ÖVP schon der Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__115015">Handl</rs><lb/>
mit 50.000 Schilling Gehalt bestellt, obwohl diese Gesellschaft<lb/>
schon bis jetzt kaum etwas zu tun gehabt hat und durch die Ver<lb break="no"/>schiebung des Baubeginns jetzt überhaupt eingefroren werden wird.<lb/>
Im Zuge der Preisverhandlungen werde ich versuchen eine Reorganisati<lb break="no"/>on auf diesem Sektor dahingehend zu erreichen, dass ausser der Kern<lb break="no"/>kraftwerks-Planungsgesellschaft, die jedes einzelne Kernkraftwerk zu<lb/>
planen und den Bau vorzubereiten hat, dann nach Fertigstellung nur<lb/>
mehr eine einzige Betriebsgesellschaft für die Kernkraftwerke ge<lb break="no"/>bildet werden soll. Die Betriebsräte verlangen ausserdem, dass<lb/>
ein Sozial- und Personalausschuss der paritätisch von ihnen zu<lb/>
besetzen ist, gebildet wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_22">Die Landes- und Stadtgesellschaften werden teilweise jetzt doch ihre<lb/>
Preisanträge einbringen. Nur für OÖ, Steiermark und der Stadt Graz<lb/>
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Bürgermeister vorhanden, dass sie sich als Präsidenten des Auf<lb break="no"/>sichtsrates mit den Preiserhöhungen einverstanden erklären und<lb/>
die Notwendigkeit bestätigen. Die Preisanträge sind exorbitant.<lb/>
Der Durchschnitt aller Landesgesellschaften beträgt 18 Groschen<lb/>
pro kWh. Die Bewag 25, Kärnten 19.3, NÖ 20, OÖ 19.4, Salzburg 12.2,<lb/>
Steiermark 15, Tirol 16, Wien 28, Vorarlberg 18, Graz 15, Linz 25,<lb/>
Innsbruck 14.8, Salzburg 14.2, Klagenfurt 14 Groschen pro durch<lb break="no"/>schnittlicher kWh. Mit der Koppelung auf den oben angeführten Punk<lb break="no"/>ten wird es sicherlich längere Zeit dauern bis wir zu einer einver<lb break="no"/>nehmlichen Lösung kommen könne, wenn es.überhaupt gelingt eine solche<lb/>
zu erzielen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_23">Mit Vorarlberg, so <choice><choice><sic>einen</sic><corr>einigen</corr></choice></choice> wir uns mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__113016">Peter</rs><lb/>
von den Illwerken, wird in der nächsten Zeit eine endgültige Ver<lb break="no"/>einbarung fertiggestellt. Rechtzeitig muss aber auch mit der Kelag<lb/>
eine endgültige Lösung gefunden werden. Im Verbund fand mit dem<lb/>
Vorstand und dem Kelag-Vorstand eine Aussprache statt, wo der Ver<lb break="no"/>bund der Kelag vorgeschlagen hat, für die 166 Millionen Schilling<lb/>
altes Kapital, welches sie in die ÖDK eingebracht haben, Schwabeck,<lb/>
Lavamünd und sonstiges, bekommen sie die Verzinsung der Energie<lb break="no"/>anleihe, derzeit 9 % garantiert. <rs type="person" ref="#per__139680">Pacheiner</rs> möchte nun eine Art<lb/>
Wertsicherung auch noch bekommen. Das hat die Verbundgesellschaft<lb/>
kategorisch abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__114714">Inthal</rs>, der Betriebsratsobmann von der ÖDK,<lb/>
gleichzeitig auch Kärntner, ist über die Verzögerungstaktik und<lb/>
sture Haltung von der Kelag jetzt schön langsam empört. Ich em<lb break="no"/>pfehle den Kärntnern, sie sollen Klagenfurt mit der Kelag und den da<lb break="no"/>für zuständigen Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> sowie <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, entsprechende<lb/>
Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_24">Bei einem Empfang im Hotel Imperial von der Firma Bakalowits für ihre<lb/>
130 Jahre Bestandsfeier, muss ich als einziger Redner, ohne irgend<lb break="no"/>eine Auszeichnung der Firma übergeben zu können, ich glaube eine<lb/>
ganz launige und mit allgemeinem Beifall aufgenommene Laudatio<lb/>
halten. Zum Glück hat <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> einige persönliche Informationen be<lb break="no"/>kommen. Der Bezirksvorsteher vom ersten Bezirk überreicht der Firma<lb/>
dann von den City-Kaufleuten, einen Verein der sich gegründet hat,<lb/>
eine Auszeichnung. Ich sage sofort, dass ist der Unterschied zwischen<lb/>
einem Bezirksvorsteher, der immerhin imstande ist eigenmächtig<lb/>
<pb n="28-1331" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band28/28_1975-11-18_1331.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>irgendwelche Anerkennungen zu verleihen, während der Handels<lb break="no"/>minister eben entsprechend gebunden ist. Ich kann allerdings wirk<lb break="no"/>lich nicht einsehen, warum wir nicht auch irgendeine Auszeichnung<lb/>
für diese Feier zeitgerecht beantragt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_25">Bei der Sektionsleitersitzung berichte ich nicht nur über die zu<lb break="no"/>künftige parlamentarische Arbeit, sondern besonders über das Pro<lb break="no"/>gramm von <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>. Dieser wird die Arbeitslosenversicherung verbes<lb break="no"/>sern, den Höchstbezug von 2.600 auf 3.300 Schilling erhöhen, das<lb/>
Arbeitsmarktförderungsgesetz dahingehend novellieren, dass die Unter<lb break="no"/>nehmer eine grössere Informationspflicht haben, insbesondere die<lb/>
offenen Stellen, die zu beabsichtigten Freistellungen, zu melden.<lb/>
Die Arbeitsplatzvermittlung soll nur mehr über das Arbeitsamt er<lb break="no"/>folgen. Für Hobby wird keine Förderung gewährt. Das Verfahren<lb/>
soll dezentralisiert werden, wenn die Gesamtverantwortung dies zu<lb break="no"/>lässt. Im kollektiven Arbeitsrecht soll eine Novelle den Schutz der<lb/>
älteren Arbeitnehmer, d.h. durch § 105 bessern. Ohne das eine Al<lb break="no"/>tersgrenze festgelegt wird, soll das Einigungsamt angerufen werden<lb/>
können, wenn ältere Bedienstete gekündigt werden. Im individualen<lb/>
Arbeitsrecht soll der Bildungsurlaub für das Jahr 1978/79 frühestens<lb/>
vorgesehen werden, dagegen ein Pflege-und Mindesturlaub sobald als<lb/>
möglich eingeführt werden. Die Urlaubsbestimmung löste dann eine<lb/>
lebhafte Diskussion aus. Ein Teil meinte, die älteren Arbeiter würden<lb/>
dadurch nichts bekommen, weshalb ja auch der Vorschlag des ÖAAB,<lb/>
jeder bekommt eine Woche drauf, wesentlich mehr Anklang finden<lb/>
würde. Ein Hauptargument wurde aber in der Diskussion nicht gesagt,<lb/>
und bei mir dann im Schlusswort natürlich besonders herausgestrichen.<lb/>
Die Ärzte sagen 4 Wochen Urlaub sei das mindeste um die entsprechende<lb/>
Regeneration zu erreichen. Wenn dies allerdings wahr ist, dann habe<lb/>
ich mich schon längere Zeit nicht regeneriert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_26">Dr. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> von der FPÖ hat die Funktion von Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs> im<lb/>
Handelsausschuss übernommen. <rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs> bleibt nur mehr im Deklara<lb break="no"/>tionsausschuss. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> möchte nun mit mir denselben guten Kontakt<lb/>
den <rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs> scheinbar ihm gesagt hat dass er mit mir besitzt. Ich<lb/>
bin natürlich selbstverständlich zu jederzeit bereit eine Aussprache<lb/>
mit ihm zu führen und ihm auch alle Unterlagen zu geben, die er<lb/>
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dass für die Vorratsbildung keine Budgetansätze eingesetzt sind. Ich<lb/>
unterhalte mich mit <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> wegen der beabsichtigten Vorratsbildung<lb/>
auf dem Ölsektor und er teilt meine Meinung, dass es zweckmässig,<lb/>
dass die Firmen dies durchzuführen haben und nicht eine Behörde<lb/>
und dass es im Preis kalkuliert werden soll und nicht eine Abgabe<lb/>
festgesetzt wird. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> hat zum Abschluss noch den Wunsch, ich soll<lb/>
prüfen, wieweit Dkfm. <rs type="person" ref="#per__133372">Holger Bauer</rs>, der Wiener Landtagsabgeordnete<lb/>
der FPÖ, im Handelsministerium angestellt werden könnte. Er hätte<lb/>
daran ein grosses Interesse. Als Beispiel dient ihnen der Land<lb break="no"/>tagsabgeordnete <rs type="person" ref="#per__141678">Hirnschall</rs>, der gleichzeitig Finanzbeamter ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-11-18_27">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte dieses Ansuchen genau prüfen lassen,<lb/>
ob tatsächlich es möglich und zweckmässig ist einen Landtagsabge<lb break="no"/>ordneten, der natürlich dann entsprechende Freizeit braucht, ein<lb break="no"/>zustellen.</p>
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            <head>Tagesprogramm, 18.11.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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