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            <title type="main">Freitag, der 31. Oktober 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_01">Freitag, 31. Oktober 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_02">Beim Weltspartag treffen sich manche, die man sonst nicht so<lb/>
leicht trifft. Einige Male kreuzte ich mich mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und wir<lb/>
diskutierten bei den Banken auch Wirtschaftsprobleme. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
selbst war über die pessimistische Einstellung der Professoren<lb/>
sehr verwundert. Noch mehr allerdings war ich verwundert, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> selbst berichtet, diese noch überbieten wollte,<lb/>
Wenn es von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> Taktik ist, dass er sagt, man stellte sich auf<lb/>
die schlechteste Variante ein und wenn es besser wird zu sagen, das<lb/>
war unsere Politik, die dazu geführt hat, kann ich dies verstehen.<lb/>
Kommt es dagegen, was unwahrscheinlich ist, aber zu der Krise, dann<lb/>
kann er immer sagen, ich habe es vorausgesagt. Trotzdem werde ich<lb/>
mich weitestgehend nach den Eindrücken, die halt einmal zur Ver<lb break="no"/>fügung stehen, orientieren und weniger nach taktischen Überlegungen.<lb/>
Überall prophezeite ich, dass wenn es zum Aufschwung kommt und den<lb/>
erwarte ich spätestens Anfang nächsten Jahres, ein richtiger Inflations<lb break="no"/>stoss kommen wird. Da dieser Inflationsstoss mit der administrativen<lb/>
Preispolitik garantiert nicht zu bewältigen ist, bin ich sehr froh,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> eine Lösung der einfachgesetzlichen Preisregelung ge<lb break="no"/>funden hat, die eine typische "Rute-im-Fenster"-Lösung ist. Bauern<lb break="no"/>bunddirektor <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs>, den ich ebenfalls traf, war über die Ankündi<lb break="no"/>gung, dass jetzt das Preisgesetz von mir in die Diskussion gebracht<lb/>
wird, sehr unglücklich. Er meinte, ich schnüre damit das Paket der<lb/>
Wirtschaftsgesetze auf und mache ihm grosse Sorge für seinen Weihnachts<lb break="no"/>urlaub. Ich replizierte sofort, es handelt sich doch nur um ein kleines<lb/>
unbedeutendes Preisgesetz, das mich eben aus der Umklammerung der<lb/>
Zweidrittelmehrheit befreien sollte. Vor Weihnachten wird es kaum<lb/>
ernstlich spruchreif, da ich es in die Begutachtung mit 6 Wochen<lb/>
schicke und dadurch sicherlich nicht mehr vor Weihnachten ins Parlament<lb/>
kommt. In der Zentralsparkasse erzählte mir <rs type="person" ref="#per__109965">Mantler</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__98028">Vak</rs>, dass<lb/>
die Kredite für die kleineren Gewerbetreibenden aber auch insbesondere<lb/>
Konsumentenkredite in der letzten Zeit sehr stark zugenommen haben.<lb/>
Es wäre nicht sehr zweckmässig, einen eigenen Informationsfluss und<lb/>
Kommunikationsweg aufzubauen, da diese Institutionen ja ständig an<lb/>
das Finanzministerium, an das Wirtschaftsforschungsinstitut und ich<lb/>
weiss nicht an wen allen noch Daten liefert. Ideal wäre es aber,<lb/>
wenn wir von diesen Daten mehr erfahren könnten. Den einzigen Weg<lb/>
sehe ich darin, dass <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> über die Grundsatzabteilung oder über<lb/>
das Büro irgendeine Organisationsform aufgebaut wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Wie meistern wir dieses Problem?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_04">Die Sitzung wegen Strumpfhosen-Richtpreise war auch für mich über<lb break="no"/>raschend. Der ÖGB – <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> – aber auch der AKT – <rs type="person" ref="#per__117893">Krywult</rs> – hielten<lb/>
sich sehr zurück, da sie seinerzeit ja eine generelle Zustimmung mir<lb/>
sogar schriftlich gegeben hatten. Jetzt aber sehen sie ein, dass<lb/>
die rein formell erhobenen Preise eine Katastrophe für die Konsumenten<lb/>
wären. Mit 5.55 S ohne Zwickel und um 7.65 S mit Zwickel würde sich,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> mir nachher erklärt, eine Verdoppelung des Preises ergeben.<lb/>
Dazu kam noch, dass zuerst in meinem Haus erklärt wurde, eine Ver<lb break="no"/>ordnung würde überhaupt keine Schwierigkeiten bereiten und jetzt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> eine schriftliche Stellungnahme abgegeben hat, darin wird<lb/>
festgehalten, dass wir gegenüber dem GATT, wenn wir über die 28 %<lb/>
Bindung, die jetzt die Zollsätze festgelegt hat, hinausgehen, vertrags<lb break="no"/>brüchig werden und auch gegen innerösterreichische Gesetz verstossen.<lb/>
Ich habe den Dr. <rs type="person" ref="#per__121815">Fels</rs>, der dies vertreten musste, gefragt, warum im<lb/>
Hause nicht die einzelnen Abteilungen besser koordinieren und zuerst<lb/>
Monate ja jahrelange eine ganz andere Stellungnahme des Handels<lb break="no"/>ministeriums verbreiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs> UND <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Hier muss wesentlich besser in Hinkunft<lb/>
koordiniert werden. Bitte auf die nächste Sektionsleiterbesprechung<lb/>
setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_06"><rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> als Vorsitzender wollte rein formell die Sitzung ab<lb break="no"/>wickeln. Im letzten Moment ist es mir geglückt, ihn davon zu über<lb break="no"/>zeugen, dass es zweckmässig ist, die Sitzung zu unterbrechen. Der<lb/>
ÖGB befürchtet, dass ausser den Strumpfhosen, Hemden, Bestecke, Glas<lb/>
und vielleicht noch viele andere Produkte kommen werden. Hier möchte<lb/>
er vorbauen und deshalb mit der Handelskammer Besprechungen führen.<lb/>
Mir erscheint als das grösste Problem, dass zwischen den Strumpf<lb break="no"/>hosen ohne Zwickel und mit Zwickel eine Differenz von 2.10 S<lb/>
durch gar nichts begründet ist, ausser dass das Finanzministerium<lb/>
eine einzige Exportrelation, nämlich Kunert-Strümpfe nach<lb/>
Schweden als Grundlage nehmen konnte. Die Produktionspreisdifferenz<lb/>
darf höchsten 60–70 gr sein, wie der Vertreter von Kunert selbst<lb/>
zugegeben hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_07">Beim Jour fixe erkärte mir <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs>, dass er keine Möglichkeit sieht,<lb/>
die Preisdifferenzen zu überbrücken. Laut Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> würden<lb/>
sich ja schon die Strumpfhosenpreise auf 8.60 gegenüber jetzt 6.90<lb/>
stellen, lt. Vorschlag der Handelskammer würden sie auf 11.35 S steigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_08">Zum Jour fixe war für die Tagesordnung Preisgesetze – <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> – und<lb/>
insbesondere ganz für mich überraschend die Sekretärin von Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__123214">Worel</rs>, gekommen. Das einfachgesetzliche Preisgesetz wird<lb/>
wie besprochen jetzt im Haus geklärt, dann eine interministerielle<lb/>
Sitzung nochmals gemacht werden und in die Begutachtung geschickt.<lb/>
Die Marktordnungsgesetze will die Landwirtschaft ebenfalls bis<lb/>
15.11. aussenden. Diese möchte unbedingt, dass das Preisgesetz<lb/>
ein wenig früher in die Begutachtung geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte darauf achten, dass wir spätestens zwei<lb/>
Tage früher draussen sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_10">Bezüglich der Bürges wurde vorgesehen, dass die Geschäftsführer<lb/>
eine Gegenzeichnung jetzt festlegen und nicht jeder einzelne theoretisch<lb/>
die ganze Bürges in Unordnung bringen könnte. Die Förderungsrichtlinien<lb/>
sollten aus dem Aufgabenbereich des Aufsichtsrates herausgenommen werden<lb/>
und dem Ministerium übertragen. Das Gewerbestrukturverbesserungsgesetz<lb/>
bringt hunderte Millionen Veranlagung durch das neue System und es<lb/>
erscheint zweckmässig, diese der Postsparkasse zu übertragen. Was<lb/>
mir lieber wäre, wäre eine Rückkehr zur abgezinsten Auszahlung auf<lb/>
die Banken, doch sollte dies erst ein weiterer Schritt im Laufe der<lb/>
Verhandlungen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_11">Die von Schweden beabsichtigte Importbeschränkung für Schuhe und<lb/>
Kunststoff und Leder wird als furchtbarer Tiefschlag gegen die liberale<lb/>
Handelspolitik bezeichnet. Dieser Punkt wird hie der EFTA offizielles<lb/>
Tagesordnungsprogramm aufgenommen und besprochen, doch fürchte ich,<lb/>
dass wir kaum erreichen können, dass die Schweden dies sofort wieder<lb/>
zurücknehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_12">Bei der Glasindustrie wird versucht, bevor ein Richtpreis kommt, die<lb/>
Fusionierung durchzuführen. Dies gilt insbesondere, nachdem jetzt 30 %<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141614">Körbitz</rs>, <rs type="person" ref="#per__141615">Abel</rs>, Beteiligte bei der Oberglas diese an die CA verkauft haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_13">Die grosse Gefahr, die der ÖGB sieht, ist, dass jetzt viele<lb/>
Firmen resp. Branchen mit Richtpreisverordnungen kommen werden. Das<lb/>
Antimarktstörungsgesetz wurde aber primär gegen die Oststaaten ge<lb break="no"/>richtet geschaffen, weil dort ein Antidumpinggesetz, da die Preise<lb/>
nicht verglichen werden können, und es keine freie Konkurrenz dort<lb/>
gibt, zur Anwendung kommen kann. Jetzt stellt sich heraus, dass dieses<lb/>
Antimarktstörungsgesetz auch gegen die Weststaaten, wenn man so sagen<lb/>
will, weltweit eingesetzt wird, resp. werden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_14">Eine heftige Debatte ergibt sich wegen des Zuckerexportes. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> hat<lb/>
wie ich nachher noch in Erfahrung bringen kann, 20.000 t + 10.000 t<lb/>
an Ungarn verkauft und dafür sehr schöne Preise erlöst. 6.20 für Normal<lb break="no"/>kristall, 6.33 für Feinkristall und 6.70 S paketierte Kilopreis.<lb/>
Noch niemals ist es gelungen, einen Zucker in Kilosäcken zu exportieren.<lb/>
Ein riesiges Geschäft auch für unsere Papierindustrie. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> hat<lb/>
nun 25.000 t eingereicht, wovon er mir zugegeben hatte, 20.000 t<lb/>
und 5.000 t den Schweizern bereits verkauft zu haben. In der Schweiz<lb/>
ist der Preis nicht so günstig, weil 40 gr Fracht berücksichtigt<lb/>
werden müssen. Trotzdem gelang es ihm, 970 sfrs. für die Tonne zu<lb/>
erlösen. Dies sind 6,50 S Normalkristall franco Buchs. Wenn man be<lb break="no"/>denkt, dass die Jugoslawen 320 $/t nur bezahlten, so ist dies glaube<lb/>
ich eine wirklich gute Lösung. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> sprach sich ganz entschieden<lb/>
gegen jedweden weiteren Export aus, weil <rs type="person" ref="#per__117100">Habig</rs> <rs type="person" ref="#per__141622">Göbel</rs> gegenüber erklärt<lb/>
hat, die heurige Ernte wird nicht 440.000 t sondern 410.000 t nur be<lb break="no"/>tragen. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> möchte nun unbedingt, dass mindesten 390.000 t im Inland<lb/>
verbleiben sollen. Wir einigten uns dann nach längerer und heftigster<lb/>
Diskussion darauf, dass diese 390.000 t der Zuckerindustrie mitgeteilt<lb/>
werden, sie uns bestätigt, dass genug im Inland verbleibt und zwar<lb/>
mengenmässig und wir dann eben auf die 440.000 t wenn die Ernte so<lb/>
hoch ist, was ich annehme, ohne weiteres 50.000 t Export jetzt frei<lb break="no"/>geben können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_15">Vom AKT wurde neuerdings urgiert, dass wir die Preisregelung für Erdgas<lb/>
RAG in Angriff nehmen sollen. Ich habe ja bereits angekündigt, dass<lb/>
jetzt die Ölgesellschaften überprüft werden und damit auch die Mobil<lb/>
und Shell und auch wenn eine Firma, wie ich jetzt erfuhr, zwischenge<lb break="no"/>schaltet ist, dann die RAG fällig ist. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> vom ÖGB hat grosse<lb/>
Bedenken, dass wir jetzt die RAG preisregeln, weil bei der Gemeinde Wien<lb/>
mit Zustimmung der Arbeiterkammer und des ÖGB seinerzeit die Gaspreis<lb break="no"/>festsetzung an den Landeshauptmann delegiert wurde. Genau dasselbe<lb/>
würde jetzt dann hie der RAG eintreten, d.h. der LH von Oberösterreich<lb/>
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die Prüfungen mit den Ölgesellschaften abwarten.<lb/>
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jetzt einen endgültigen Bescheid braucht und erwartet, dass die<lb/>
nächste Beiratssitzung des Aussenhandelsbeirates ihm sie genehmigt.<lb/>
Ich verlangte sofort von ihm eine dezidierte und detailliertere<lb/>
Erklärung der Zuckerindustrie. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> wird mit der Arbeiterkammer<lb/>
sprechen und dann einen diesbezüglichen Entwurf sofort mit der<lb/>
Zuckerindustrie besprechen und mir einen entsprechenden Brief<lb/>
schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte die Details mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> und <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs><lb/>
abbesprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_18">Bezüglich Gerste meint er, dass das Preisband von 3.– bis 3.40 S<lb/>
nicht mehr gehalten werden kann. Jetzt hat die Brauindustrie<lb/>
durchschnittlich 3.10 bezahlt. Die Importe stellen sich jetzt für<lb/>
20.000 t auf 3.25, ein Grenzpreis von 3.60 muss aber in Hinkunft er<lb break="no"/>wartet werden. Wenn dazu nun 62 gr Zollkommen soll, wird der Preis<lb/>
wesentlich höher über dem inländischen Preis liegen. Die Bauern<lb/>
werden daher keine Gerste mehr unter diesem Preis liefern. Dadurch<lb/>
wird auch von Seiten der Bauern die gesamte Zuchtgerste von den Nach<lb break="no"/>zuchtbetrieben nicht mehr als Saatgut sondern natürlich dann durch<lb/>
diesen hohen Preis natürlich gleich an die Brauereien verkauft werden.<lb/>
Damit erhält die Gerstenproduktion vom züchterischen Standpunkt aus<lb/>
einen schweren Rückschlag. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> hat dieses alles in einem Schreiben<lb/>
festgehalten, das ich eigentlich schon haben sollte. Ich erklärte<lb/>
aber <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> dezidiert, dass die Zolleinhebung Angelegenheit des<lb/>
Finanzministers ist und er wahrscheinlich auf die 40 Mill. S Zoll<lb/>
nicht verzichten kann und will.<lb/>
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Sicherheit und Zusammenarbeit für 21. November eine Round-Table-<lb/>
Konferenz über die Helsinki-Erklärung vorgesehen. Sie bitten um<lb/>
meinen Ehrenschutz, den ich ihnen natürlich sofort gewähre und<lb/>
um zwei Referenten. Hier sage ich noch keine Namen, dafür kommen<lb/>
aber nur <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> in Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte übernehme diese ganze Angelegenheit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_21">Dr. <rs type="person" ref="#per__140088">Rischka</rs> von Rank Xerox und Dr. <rs type="person" ref="#per__141624">Zotti</rs>, scheinbar seine rechte<lb/>
Hand, brauchen einige Fotos, die ich ihnen gerne mache, von<lb/>
ihrem neuen Aufnahmegerät und Übertragungsgeräte. Dr. <rs type="person" ref="#per__141624">Zotti</rs> be<lb break="no"/>richtete, dass sie im August einen furchtbaren Monat hatten,<lb/>
im September auch noch verhältnismässig schlecht, aber sich jetzt<lb/>
schon eine leichte Verbesserung abzeichnet. Auch hier könnten<lb/>
wir sicherlich über solche Schlüsselfirmen einige über die wir<lb break="no"/>tschaftliche Lage erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wie weit können wir eine solche Firma auch<lb/>
in unser Informationssystem einbeziehen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_23"><rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> von IFES hat grosse Sorgen, er braucht einen Umsatz von<lb/>
1,5 Mill. S im Monat und hat im Oktober nur für 140.000 S Auf<lb break="no"/>träge bekommen. Für seine 70 Beschäftigten und 400 Interviewer<lb/>
ersucht er deshalb um eine entsprechende Unterstützung.<lb/>
Wir einigen uns sofort, dass ich einige Fremdenverkehrsaufträge<lb/>
dem IFES zukommen lasse. Der Tourismus-Trend ist bereits erledigt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hatte dem zugestimmt. Es gibt aber jetzt noch eine Analyse<lb/>
der Internationalen und inländischen Reiseveranstalter. Es gibt<lb/>
weiters eine lokale Tourismusorganisationsanalyse.<lb/>
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besprechen und womöglich bestellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_25">Mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hat er ein Konsumentenbarometer besprochen, der ergründen<lb/>
soll, was gekauft wurde, was beabsichtigt ist zu kaufen und<lb/>
damit eine Orientierungshilfe abgibt. Mit dem Sozialministerium<lb/>
gemeinsam möchte er eine Auslandsforschung durchführen. Zu diesem<lb/>
Zweck werde ich den Jour fixe am Montag benützen, um die Handels<lb break="no"/>kammer auf der einen Seite zu warnen, dass andere entsprechende Er<lb break="no"/>hebungen durchführen lassen und ersuchen, es ist doch zweckmässig,<lb/>
wenn die Handelskammer selbst diese Erhebungen mit IFES gemeinsam<lb/>
bespricht, finanziert und durchführt. Für das Handelsministerium<lb/>
hat IFES eine Image-Forschung betrieben. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> möchte auch<lb/>
sehr gerne auch hier wieder einen solchen Auftrag bekommen. Da<lb/>
kann ich keine Zusagen machen, weil ich mich zuerst mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
und anderen ins Einvernehmen setzen muss, wie diese damalige<lb/>
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als Vergleich jetzt nach einigen Jahren eine solche wiederholen<lb/>
sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_26">Ifes hat eine akademische Absolventen-Bedarfs-Erhebung bei<lb/>
2.000 Betrieben durchgeführt. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> wird sie mir, wenn sie nächste<lb/>
Woche fertig ist, unverzüglich zustellen. Ich bin daran sehr inter<lb break="no"/>essiert. Seit Jahren kämpfe ich einen verzweifelten Kampf gegen die<lb/>
Überbewertung der akademischen Ausbildung. Ich fürchte und vielleicht<lb/>
bestätigt sich das zu meinem Leidwesen, dass wir damit nur ein<lb/>
intellektuellen Proletariat heranziehen. Wenn nämlich fertige<lb/>
Akademiker keine Berufsposten, die ihnen entsprechen, bekommen,<lb/>
dann müssen sie verbittern und sich der beste Nährboden für<lb/>
Links- oder Rechtsextremismus. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> dagegen stand immer auf<lb/>
dem Standpunkt, selbst wenn keine Berufsmöglichkeiten mehr dann<lb/>
für diese Leute gefunden wird, haben sie ein besseres Lebensniveau<lb/>
mehr Erkenntnisse, mit einem Wort geistig ein schöneres Leben.<lb/>
Nebbich, kann ich nur sagen, wenn sie dann materiell so enttäuscht<lb/>
sind, dass sie jedem Radikalismus zum Opfer fallen werden. Ich<lb/>
glaube daher, dass wir vom Standpunkt der ökonomischen Situation<lb/>
sehr wohl alle Unterlagen jetzt sammeln müssen, wie dies ausschaut im<lb/>
Gegensatz zu den seinerzeitigen <choice><choice><sic>Nesku-Prognosen</sic><corr>UNESCO-Prognosen?</corr></choice></choice>, von denen <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
behauptet, dass sie zu negativ waren. Wenn es nach ihr gegangen<lb/>
wäre, hätte sie noch wesentlich höhere Ziele sich gesteckt und<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte das ganze Material im Haus zusammentragen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_28">Ifes hat auch noch eine Studie über Lohnhöhendifferenzen, die bis<lb/>
über 100 % in Österreich betragen sollen. Auch diese Studie ist<lb/>
sehr interessant und könnte uns einigen Aufschluss geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wie weit kann die Grundsatzabteilung hier<lb/>
entsprechendes Material liefern?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_30">Bei den Europa-Meisterschaften der Professionals in lateinamerikani<lb break="no"/>schen Tänzen, wo ich leichtsinnigerweise auf Wunsch von <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs><lb/>
zugesagt habe, dabei zu sein, erfuhr ich einiges zu meiner Über<lb break="no"/>raschung. Erstens hatten wir einen Pokal gestiftet, Gott sei Dank<lb/>
nicht nur den kleinen Eierbecher, weil er wurde als Siegerpreis<lb/>
vorgesehen. Zweitens war ich dort eingeteilt, dass ich den Pokal<lb/>
überreichen sollte. Dies bedeutete, dass ich bis zum bitteren Ende<lb/>
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ich schon eine solche Funktion ausübe, dann hätte ich mich moderner<lb/>
kleiden sollen. Für mich interessant war, dass ich auch Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> traf. Die Erklärung war einfach: vom Präsidium hatte Koll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141625">Nedbal</rs> sich dort bis in die Semirunde vorgearbeitet. Ich wurde<lb/>
vom Veranstalter gefragt, was sie besser kann, Maschinschreiben oder<lb/>
Tanzen, ich habe zwar nicht viel persönlich mit ihr im Büro zu<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band28_1975-10-31_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte das nächste Mal mich im Detail mehr<lb/>
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