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            <title type="main">Freitag, der 24. Oktober 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_01">Freitag, 24. Oktober 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_02">MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> ist es gelungen in die ERP-Richtlinien eine Änderung<lb/>
einzuführen. indem er anstelle von Elektrizitätsförderung nur<lb/>
mehr von Brennstoffwirtschaftsförderung spricht. Das Ergebnis ist,<lb/>
daß jetzt nicht nur die 100 Millionen ERP-Mittel die zur Verfügung<lb/>
stehen zwischen den Elektrizitätsunternehmungen aufgeteilt werden<lb/>
können. Die Kohlewirtschaft weiß dies und hat deshalb für die<lb/>
SAKOG 15 Millionen und für die WTK 18 Millionen, insgesamt also<lb/>
33 Millionen eingereicht. Dadurch wird es noch schwerer die 100<lb/>
Millionen zwischen den Elektrizitätswerksgesellschaften aufzuteilen.<lb/>
Die BEWAG wollte 20 Millionen und war mit 10 Millionen vorgesehen<lb/>
und die ÖTK 100 Millionen und war mit 90 Millionen vorgesehen.<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__137484">Schütz</rs> vom ERP-Büro machte sich es sich daher leicht, er schickt<lb/>
alle Ansuchen und meint, wie müßten jetzt entscheiden. Ich erkläre<lb/>
sofort, man sollte beim ERP-Büro versuchen aus dem Kohlearbeits<lb break="no"/>platzschaffungsanteil entsprechende Mittel zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_03">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Nur ein größerer ERB-Anteil kann uns über die<lb/>
Schwierigkeit hinweghelfen. Mit ERP-Büro verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_04">Bei der Eröffnung des Symposium Rohstoffe und Zukunft sehe ich<lb/>
von der Arbeiterkammer <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs> und von der Handelskammer <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> schlägt sofort vor, daß man die Elektrizitätspreiserhöhung<lb/>
mit 1. Jänner 1976 machen soll. <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs> sieht ebenfalls ein, daß es<lb/>
nicht zweckmäßig ist, ein paar Monate später weil dadurch die<lb/>
Elektrizitätsunternehmungen neu ablösen müßten. Wenn es daher<lb/>
technische möglich ist, könnte tatsächlich mit 1.1.1976 der Elek<lb break="no"/>trizitätspreis neu festgesetzt sein. Voraussetzung dafür ist aber<lb/>
nach <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs>, daß man nicht annähernd diese 20–25% betriebswirt<lb break="no"/>schaftlich notwendige Preiserhöhung auch dann tatsächlich genehmigt.<lb/>
Über das Ausmaß, wie ich sofort den Interessensvertretungen sagte,<lb/>
werde ich sehr eingehende Verhandlungen mit der Absicht einer Eini<lb break="no"/>gung aller Beteiligten führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_05"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> besucht, wie er mir berichtet und vorgeschlagen,<lb/>
daß die Verbundgesellschaft in 2 Etappen erhöhen möchte. 1. Jänner 76<lb/>
mit ca. 10%, 1. Jänner 77 mit ca. 8%. Diesbezüglich Anträge werden von<lb/>
der Verbundgesellschaft vorbereitet und wahrscheinlich auch von den<lb/>
Landesgesellschaften dann nach denselben System eingereicht. Eine<lb/>
<pb n="27-1204" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band27/27_1975-10-24_1204.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>etappenweise Erhöhung<add>VG hat 2 Varianten: 1) Erhöhung in einer Etappe um 15,8% p. 1.I. 2) Erhöhung um zwei Etappen um 10,5% p. 1.I.76[,] 9,4% p. 1.I.77</add> halte ich nicht für sehr zweckmäßig. Es<lb/>
kann allerdings einen Moment geben, wo man sich vielleicht dann<lb/>
sogar mit den Interessensvertretungen darüber einigen kann, wenn<lb/>
nämlich die erste Etappe für die Elektrizitätswirtschaft so niedrig<lb/>
ausfällt, daß man eventuell bereit ist, wirklich eine zweite Etappe<lb/>
zur Befriedigung der Elektrizitätswirtschaft gleich zu genehmigen,<lb/>
die dann 1 Jahr später automatisch inkrafttreten würde. Rechtlich<lb/>
ist das Ganze vielleicht insofern problematisch, da ja das Preis<lb break="no"/>gesetz mit Mitte des Jahres 1976 befristet ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_06">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte auch diesen Gesichtspunkt überprüfen las<lb break="no"/>sen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_07">In der Gesamtvorstandssitzung der Lebensmittelarbeiter wird mir<lb/>
sofort die Frage gestellt, wieso ich erklären könne mit der Konjunk<lb break="no"/>tur geht es jetzt bergauf, während der ÖVP-Pressedienst schreibt, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs>, der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes, erklärt, es<lb/>
sind dafür keine Anzeichen vorhanden. Ich erörtere den christlichen<lb/>
Gewerkschaftern meine Auffassung; die Messen haben gut abgeschnitten,<lb/>
wie mir übrigens dann abends bei den Empfang für <rs type="person" ref="#per__115009">Joschi Walter</rs><lb/>
Textilhändler bestätigen, die Kapazitätsauslastung nimmt nicht mehr<lb/>
ab und beträgt mit nicht ganz 10% minus gegenüber den Hochkonjunktur<lb break="no"/>jahren ein erträgliches Maß. Die Unternehmungserwartung ist jetzt<lb/>
wesentlich positiver als noch vor etlichen Monaten. Normal ist es<lb/>
bei Umfragen bei Unternehmer so, daß sie in Hochkonjunkturen immer<lb/>
zu gut schätzen, in Rezessionsphasen aber zu schlecht schätzen. Wenn<lb/>
daher jetzt die Unternehmungserwartungen und die Aussagen darüber<lb/>
positiver sind, so muß es bei ihnen schon sehr greifbare Auftrags<lb break="no"/>verbesserung, ja sogar Produktionserwartungsverbesserungen geben,<lb/>
sonst würden sie nach wie vor in einer Konjunkturflaute, negativ<lb/>
aussagen. Die Konsumenten sparen noch immer verhältnismäßig hoch,<lb/>
18%, daß hat eine Schichtung für mich, daß nicht so überraschende<lb/>
Ergebnis bestätigt, daß die kleinen Einkommen nicht sparen, sondern<lb/>
eben die höheren Einkommen. Diese rechnen jetzt noch immer auf einen<lb/>
entsprechenden Preisverfall, der aber nicht kommen wird, ja vom<lb/>
Konjunkturstandpunkt aus gar nicht kommen dürfte. Fallende Preise<lb/>
regen nämlich nicht zu Investitionen und zu Käufen an, sondern eben<lb/>
im Gegenteil zum Sparen und zum Abwarten der Unternehmer. Die Mehr<lb break="no"/>wertsteuererhöhung wird aber gerade die höherschichtigen Konsumenten<lb/>
veranlassen, Wirtschaftsgüter vor anfangs des nächsten Jahres zu<lb/>
kaufen. Die Beschäftigungslage ist günstig, wird allerdings leider<lb/>
<pb n="27-1205" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band27/27_1975-10-24_1205.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>im Winter zu einer Erhöhung der Arbeitslosenziffer kommen. Da<lb/>
wir den Gastarbeiteranteil ständig verringern, wird die Beschäftigungs<lb break="no"/>lage für Inländer doch wesentlich günstiger bleiben als in anderen<lb/>
Staaten. Dadurch fällt zwar teilweise auch Kaufkraft von Gastarbei<lb break="no"/>tern, die sonst in Österreich konsumieren würden weg, doch haben<lb/>
die natürlich hauptsächlich ihre Einkommen in ihr Land transferiert.<lb/>
Wir waren übrigens die einzige Gewerkschaft glaube ich, die mit den<lb/>
Unternehmerverbänden kein Kontingent für Gastarbeiter vereinbart<lb/>
hat, sondern auf meinen Vorschlag, vor Jahren vorgeschlagen haben,<lb/>
daß jeder Unternehmer Gastarbeiter anfordern kann und wir uns<lb/>
im speziellen Fall nur überzeugen werden, ob er die entsprechenden<lb/>
Verpflichtungen einhält. Diese Regelung die damals von unserer Ge<lb break="no"/>werkschaft nach längerer internen Beratung, ja ich kann fast sagen,<lb/>
wäre es nicht ein Vorschlag von mir gewesen, hätte er niemals<lb/>
Chancen gehabt durchzukommen, zuerst widerwillig gemacht. Auf Grund<lb/>
des neuen Ausländerbeschäftigtengesetzes werden wir leider von dieser<lb/>
liberalen Lösung abgehen müssen. Jetzt erklären alle meine Kollegen<lb/>
wir sollten alles daransetzen, daß es bei unserem System bleibt.<lb/>
Derzeit verhandelt die Gewerkschaft über eine Rahmenkollektivvertrags<lb break="no"/>änderung. Höhere Abfertigungen und sonstige Wünsche. Die Unternehmer<lb/>
setzen derzeit alles auf rausschieben der Verhandlungen. Einige<lb/>
Kollegen sind deshalb sehr ungehalten und möchten, daß wir sogar<lb/>
Maßnahmen setzen. Ich versuche sie zu überzeugen, was mir dann<lb/>
letzten Endes auch gelingt, daß wir ohne weiteres ein 1/2 bis<lb/>
3/4 Jahr zuwarten sollen mit dilatorischen Verhandlungen um dann<lb/>
beim Konjunkturaufschwung wesentlich bessere Ergebnisse zu erzielen,<lb/>
als wenn wir jetzt wahrscheinlich abschließen. Bezüglich der Ab<lb break="no"/>fertigung gibt es zwei Meinungen. Die einen sagen, wir würden<lb/>
dadurch die Mobilität unserer Arbeiter verringern, weil der Unter<lb break="no"/>nehmer eben auf alle Fälle versuchen wird, die Abfertigung zu er<lb break="no"/>sparen und die Leute zu halten, eventuell keine jüngeren, besseren<lb/>
aufzunehmen, die anderen meinen, daß es eine Treueprämie ist<lb/>
für geleistete Arbeit, die ja nicht nur die Angestellten bekommen<lb/>
sollen. Für die Angestellten ist allerdings vorgesehen, daß diese<lb/>
dann entsprechende Kündigungsfristen einhalten müssen. Dagegen<lb/>
wehrt sich allerdings ein großer Teil unserer Funktionäre gegen<lb/>
eine solche Bestimmung. Durch die Bildung der steuerfreien Rück<lb break="no"/>lagen für Abfertigungen kommt es natürlich jetzt dazu, daß auch<lb/>
die Arbeiter erkennen wie der Unternehmer dabei profitiert und<lb/>
wollen sich jetzt ebenfalls an dieser, für den Unternehmer günstigen<lb/>
<pb n="27-1206" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band27/27_1975-10-24_1206.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Einrichtung in irgendeiner Weise beteiligen. Auch über die direkten<lb/>
und indirekten Steuern, die Kontrolle der Finanzämter bei den Unter<lb break="no"/>nehmern bei den indirekten Steuern, Naturalabgaben, die die Arbeiter<lb/>
bemerken, werden kaum versteuert, führen zu einer heftigen Diskussion<lb/>
Ich wünsche und bin sehr erfreut über Diskussionen und Kritik, weil<lb/>
nur so die Funktionäre die Möglichkeit haben ihren Kritikern dann<lb/>
in den Betrieben Antwort zu geben, resp. was sie dort einstecken<lb/>
müssen eben an uns, insbesondere an mich weitergeben. Solche Vor<lb break="no"/>standssitzungen dienen daher hauptsächlich zur Information und dann<lb/>
zum Dampf ablassen. Da ich eine sehr freimütige und freizügige Ge<lb break="no"/>schäftsführung in der Gewerkschaft sofort nach der Übernahme einge<lb break="no"/>führt habe, habe ich mir nicht nur das Vertrauen dieser Kollegen<lb/>
gewonnen, sondern auch durch dieses System eine verhältnismäßig<lb/>
ruhige Entwicklung garantiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_08">Die Gruppensekretäre berichten nun über ihre Tätigkeit und insbe<lb break="no"/>sondere Erfolge und wie die Frauenreferentin <rs type="person" ref="#per__126213">Mucha</rs> mitteilt, auch<lb/>
über die Mißerfolge. Insbesondere wird bei den Frauen noch immer<lb/>
zwar erklärt sie soll denselben Lohn haben wie der Mann, bei der<lb/>
konkreten Durchführung aber stoßt diese Forderung nicht nur bei<lb/>
den Unternehmern, sondern auch bei den Arbeitern und Funktionären<lb/>
selbst auf wenig Verständnis. <rs type="person" ref="#per__117853">Demler</rs>, unser Jugendsekretär, wieder<lb/>
beschwert sich ebenfalls, daß zwar die Jugendvertrauensmänner<lb/>
laut Gesetz gewählt werden sollen, aber die Betriebsräte oft mehr<lb/>
Schwierigkeiten bereiten als die Unternehmer. Die Gewerkschafts<lb break="no"/>jugend und auch unsere gesamte Gewerkschaft hat sich durchgerungen,<lb/>
daß wir jetzt eine Grundberufsausbildung für die Bäcker und Zucker<lb break="no"/>bäcker 1 Jahr gemeinsam durchführen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_09">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Wie weit wird dies bei uns im Haus berücksichtigt?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_10">Die anschließende Generalversammlung des Bildungs- und Unterstützungs<lb break="no"/>vereins der Lebensmittelarbeiter beschließt die statutenmäßige und<lb/>
vereinsmäßig notwendige Bestellung des neuen Vorstandes, den Kassa<lb break="no"/>bericht usw. <rs type="person" ref="#per__117853">Demler</rs> meint, daß es sich hier um einen Exklusivver<lb break="no"/>ein handelt, weil eben nur 10jährige Gewerkschaftsmitglieder und<lb/>
10jährige Mitglieder der sozialistischen Partei aufgenommen werden.<lb/>
Für die Jugend kann man Ausnahmen machen, die sind im Statut vorge<lb break="no"/>sehen. Warum wir überhaupt eine solche Bestimmung im Verein haben<lb/>
erklärt sich daraus, daß über diesen Bildungsverein die ganzen<lb/>
finanziellen Transaktionen auch mit dem Ausland abgewickelt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_11">Ich habe, als ich die Obmannstelle in der Lebensmittelarbeiter<lb break="no"/>gewerkschaft übernommen habe, erst dafür gesorgt, daß <choice><choice><sic>weitesgehendst</sic><corr>weitestgehend; weitgehendst</corr></choice></choice><lb/>
auch über diesen Punkt nicht nur der Obmann und der Zentralsekre<lb break="no"/>tär, sondern alle Vereinsmitglieder aufgeklärt werden und wurden.<lb/>
Für mich ist gar keine Frage, daß ich ein "schlechter Politiker" bin,<lb/>
weil ich von einer Geheimdiplomatie und insbesondere von Finanz<lb break="no"/>transaktionen nicht nur nichts halte, sondern sie sogar ablehne.<lb/>
Dadurch begibt man sich allerdings, wie ich weiß, und dies habe<lb/>
ich ganz wissentlich seit eh und je getan, eine der größten Ein<lb break="no"/>flußmöglichkeiten. Ich glaube und hoffe, ja ich bin aber sogar davon<lb/>
überzeugt, daß dies die Kollegen, die insbesondere die Zustände<lb/>
noch von früher kennen, sehr begrüßen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_12">Beim Jour-fixe mit Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund einigten wir<lb/>
uns auch, daß der Strompreis wenn möglich mit 1.1.1976, wenn auch<lb/>
in wesentlich bescheidenen Ausmaß als von der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
wahrscheinlich verlangt, durchgeführt werden soll. Da <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> bezwei<lb break="no"/>felt, daß die Elektrizitätswirtschaft ein so großes Ausbauprogramm<lb/>
braucht, das letzten Endes auch finanziert werden muß, wird <rs type="person" ref="#per__97333">Band<lb break="no"/>hauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> von mir eingeladen, um mit unseren Genossen des<lb/>
Jour-fixe eine Diskussion darüber zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_13">Die Mineralölpreisprüfung wird nicht wie die ÖMV und Mobil glauben,<lb/>
beschränkte Einschau nehmen, sondern uneingeschränkt. Darüber hinaus<lb/>
verlangt die AK unbedingt auch einen Einschau in der RAG. Ich hoffe<lb/>
und sage, daß wir über die Mobil und Shell sowieso auf das Problem<lb/>
der RAG stoßen werden. Da eine Benzinpreiserhöhung in Kürze durch<lb/>
die Steuererhöhung zu erwarten ist, werde ich jedwede Kostensteige<lb break="no"/>rungen bis zur gemeinsamen Benzinpreisdurchrechnung jetzt keinesfalls<lb/>
durch Preiserhöhung berücksichtigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_14">Wir beschließen eine fraktionelle Arbeitsgruppe über Struktur<lb break="no"/>probleme im Handel. Mein Vorschlag, Kollegen <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> als Vor<lb break="no"/>sitzenden zu nehmen, wird akzeptiert, wenn gleichzeitig <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> das<lb/>
Sekretariat führt. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> gibt deshalb seinen Vorsitzposten bei der<lb/>
Arbeitsgruppe Preise an <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> ab. Wir einigen uns auch, daß anstelle<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> kommen soll, wenn <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> dies Problem mit <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs><lb/>
bereinigen kann. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> ist hier der Initiativere und hat auch, glaube<lb/>
ich wirklich, sonstige bessere Voraussetzungen als <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_15">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Versuche das zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_16">Dr. <rs type="person" ref="#per__140510">Keller</rs>, Justizministeriumssekretär, wird im Konsumentenbeirat<lb/>
kooptiert, um eine bessere Kooperation zu garantieren. Der Ombuds<lb break="no"/>mann, der für den Verein für Konsumenteninformation, wie <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
wieder erklärt, tödlich gewesen wäre, ist damit beseitigt. Die Ge<lb break="no"/>nossen nehmen zur Kenntnis, daß anstelle des ausgeschiedenen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140301">Sager</rs> <rs type="person" ref="#per__141023">Böhm</rs> von der Jungen Generation nach einem 1-jährigen<lb/>
Karenzurlaub im Ministerium, das Sekretariat des konsumentenpoliti<lb break="no"/>schen Beirats übernimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_17">Die Frage einer Handelsspannenregelung wird sowohl von der Arbeiter<lb break="no"/>kammer als vom Gewerkschaftsbund entschieden abgelehnt. Beide sind<lb/>
noch immer der Meinung, die ich ja in der Arbeiterkammer seit<lb/>
Jahrzehnten vertreten habe, daß es unmöglich ist, eine Handels<lb break="no"/>spannenregelung wirkungsvoll administrativ aufzubauen. Ich werde<lb/>
daher dieses Problem mit den Handelshauptleuten dilatorisch dis<lb break="no"/>kutieren, nachdem die Beamten der Preisbehörden der Länder einen<lb/>
diesbezüglichen Vorschlag mir gemacht haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_18">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte eine fraktionelle Sitzung der sozialisti<lb break="no"/>schen Landesregierungsmitglieder für Preisfragen so einzuberufen,<lb/>
daß wir gleichzeitig dann auch anschließend die Arbeitsgruppe Prei<lb break="no"/>se mit Problemen beschäftigen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_19">Die Verwendung österreichischer Hotels im Zusammenhang mit Bildungs<lb break="no"/>urlaub, die ich mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> und <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> im Prinzip besprochen habe,<lb/>
werden auch von den anderen als positiv und für die Fremdenverkehrs<lb break="no"/>propaganda gute Aktion betrachtet. Wir sind uns allerdings klar,<lb/>
daß dies frühestens gegen Ende der Legislaturperiode zum tragen<lb/>
kommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_20">Bei der Textilfusionsbesprechung werde ich Dr. <rs type="person" ref="#per__141025">Eckart</rs> kennenlernen,<lb/>
einen Wirtschaftsjuristen aus Baden. der ungeheuer expeditiv ist<lb/>
und angeblich die Materie einmalig beherrscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_21">Der Gewerkschaftsbund und die Arbeiterkammer sprechen sich gegen<lb/>
die Qualitätsgüteklassenverordnungen aus, weil es der Landwirtschaft<lb/>
die Möglichkeit gibt, nicht tarifarische Hemmnisse damit bei Importen<lb/>
durchzuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_22">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Hier müssen wir neue Wege überlegen und auch<lb/>
letzten Endes vorschlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_23">Mit <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> habe ich eine Aussprache, da er selbst auch zugibt und<lb/>
weiß, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihn vom Bundeskanzleramt weghaben möchte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> muss die beiden Sektionen IV und V zusammenlegen und denkt<lb/>
nicht daran, <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> damit zu betrauen, wie ich vermute und wie <rs type="person" ref="#per__97468">Gat<lb break="no"/>scha</rs> auch mir bestätigt. <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> wird deshalb eine Aussprache auf<lb/>
meine Empfehlung zuerst mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> und anschließend<lb/>
daran mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> führen. Wenn er die Funktionen als Aufsichtsrat<lb/>
in den wichtigsten verstaatlichten Betrieben und in der ÖIAG be<lb break="no"/>hält, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ja mir schon angedeutet hat, dann ist er glaube<lb/>
ich sehr gerne bereit und froh, sich um die Sektionsführung bei<lb/>
uns zu bewerben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-24_24">Die drei Empfänge für die Wirtschaftstreuhänder im Finanzministerium,<lb/>
für die Wissenschaft, für das Symposium Rohstoffe und Zukunft im<lb/>
Palais Strudlhof und letzten Endes dann für die Austrianer mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115009">Joschi Walter</rs>, 50. Geburtstag, bedeuten für mich, dass ich erst<lb/>
am nächsten Tag, eben erst nach 12 Uhr nach Hause kommen. Bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115009">Joschi Walters</rs> Geburtstag wollte man wieder meine Kartengeschick<lb break="no"/>lichkeit demonstriert haben und viele haben direkt und indirekt für<lb/>
die Sozialistische Partei gespendet, indem sie die "Rote gewinnt"<lb/>
ja leider doch nur ganz selten erraten haben. Interessanter war aber,<lb/>
daß dort in diesem bürgerlichen Kreis, wo es auch viele ÖVP-ler<lb/>
gibt, bei der Diskussion immer wieder zum Durchbruch kommt, dass<lb/>
man mit dieser Regierung, insbesondere auch mit dem Handelsminister<lb/>
ganz zufrieden ist. Anfangs fürchtete man dass eine sozialistische<lb/>
Alleinregierung vielleicht doch radikaler agieren würde, und damit<lb/>
den gemeinsamen Aufbau Österreichs gefährden könnte. Jetzt ist<lb/>
man davon überzeugt und als einige Stimmen auch nur andeuten, dass<lb/>
vielleicht doch die österreichische Nation nicht so gefestigt ist,<lb/>
wurde selbst von <rs type="person" ref="#per__113372">Leo Wallner</rs>, dem ehemaligen Sekretär von <rs type="person" ref="#per__97439">Figl</rs> und<lb/>
jetzigen Spielbankdirektor, erklärt, daß keine wie immer geartete<lb/>
Gefahr mehr besteht. Das finanzielle Ergebnis für die Sektion 20,<lb/>
Penzing, aus Spenden war ein schöner Erfolg und für mich auch eine<lb/>
Bestätigung bei der Diskussion dass wir richtig liegen. Schade<lb/>
nur, daß dies immer alles so viel Zeit kostet.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung Jour fixe AK/ÖGB 24.10.1975</head>
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               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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                  Budget im Einzelnen ausarbeitet und im Detail kennt]</occupation>
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