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            <title type="main">Montag, der 20. Oktober 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band27_1975-10-20</idno>
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Gutachten nur Kosten verursacht und kaum eine Entscheidungs<lb break="no"/>hilfe bringt. Die Forderungen sind meistens so hoch und werden<lb/>
dann entsprechend im Preisverfahren reduziert, daß ein Sachver<lb break="no"/>ständigengutachten hier der Preisbehörde kaum etwas nützt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_03">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte auf den nächsten Jour-fixe nit<lb/>
der Arbeiterkammer setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_04">Bei Prüfung der Ölgesellschaften möchte <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, daß Dr. <rs type="person" ref="#per__140166">Neumer</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add><lb/>
vom Finanzministerium der Prüfungskommission beigezogen kann.<lb/>
Das Finanzministerium hat es bis jetzt abgelehnt. Ich spreche<lb/>
darüber auch mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nach der Ministerratsvorbesprechung.<lb/>
Dieser erklärt, und ich habe gar nichts anderes erwartet, daß<lb/>
das Finanzministerium als Steuerbehörde kaum bei Prüfungen teil<lb break="no"/>nehmen kann, er wäre sehr interessiert, über den Öleinstands<lb break="no"/>preis etwas zu erfahren, damit er gegebenenfalls ein Pedaltransfer<lb/>
resp. Gewinntransfergesetz im Parlament vorschlagen könnte. Aus<lb/>
prinzipiellen Gründen aber dürfe sich eine Steuerbehörde an kon<lb break="no"/>kreten Prüfungen von Firmen beteiligen.<lb/>
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gehabt und denen mitteilte, daß in den deutschen und Schweizer<lb/>
Ofenölheizpreisen auch die Zustellung angeblich drinnen sein soll.<lb/>
In diesem Fall würde<add>[zu]</add> dem 3-S-Preis noch 65 Groschen Zustellung in<lb/>
Österreich dazukommen, womit Österreich an der Spitze liegt.<lb/>
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in Erfahrung bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_07">Die VÖEST-Alpine hat den Schienenpreis um 15 % erhöht, ohne daß<lb/>
die Paritätische Kommission dies genehmigte. Es besteht die Gefahr,<lb/>
daß die ÖBB dies in der Öffentlichkeit kritisieren. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> hätte<lb/>
nichts gegen die Erhöhung, obwohl es ihm recht ist, daß die Paritäti<lb break="no"/>sche Kommission nicht damit beschäftigt wurde, weil er dort einer<lb/>
solchen Erhöhung hätte nicht zustimmen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_08"><rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> möchte für den Getreideexport Weizen eine Koppelung mit<lb/>
dem Gersten-Import von 50.000 Tonnen um eine Art Kopplungs-Geschäft<lb/>
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gelingt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_09">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> und <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> beim nächsten<lb/>
Büro Jour-fixe zu erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_10">Beim Jour-fixe mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> behandeln wir die Anzeige<lb/>
wegen eines Disziplinarverfahrens gegen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141054">Osberger</rs>. Dieser Weinhändler wehrt sich gegen die Berufung von in<lb/>
Prozessen verwickelten Funktionären zu neuen Gremialvorstehern,<lb/>
resp. Ausschußmitgliedern. Beide meinen, solange kein Gerichts<lb break="no"/>verfahren mit einer Verurteilung abgeschlossen ist, haben sie keine<lb/>
Möglichkeit gegen <rs type="person" ref="#per__132520">Petermichl</rs> und anderen Funktionären vorzugehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verweist mit Recht, daß beim Weinhandel so wie beim Vieh<lb break="no"/>handel gewisse Gruppen existieren, die sich gegenseitig hart be<lb break="no"/>kämpfen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat <rs type="person" ref="#per__141054">Osberger</rs> allerdings einen Brief geschrieben,<lb/>
wo er darauf hinweist, daß das Handelsministerium entsprechende<lb/>
Abberufungen vornehmen müßte. Die Abteilung schlägt mir aber vor,<lb/>
jetzt zuzuwarten.<lb/>
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besprechen.<lb/>
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Handelskammer durchgeführt werden. Ich verweise darauf, daß die<lb/>
ganze Angelegenheit sehr bald mit den Interessensvertretungen wird<lb/>
besprochen werden weil die Ölfirmen mir sowieso bei den beiden<lb/>
Aussprachen gar nichts anderes gesagt haben, als daß sie eben den<lb/>
Rabatt jetzt kündigen werden. Ich wäre sehr froh gewesen, wären<lb/>
die Interessensvertretungen dabei gewesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_13">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: In Hinkunft, wahrscheinlich zweckmäßiger, die<lb/>
Interessensvertretung hinzuzubitten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_14"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ist angeblich überrascht, daß ich das Energiesicherungs<lb break="no"/>gesetz in derselben Fassung wieder einbringe wie in der vorigen<lb/>
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aller Energiesparten und nicht nur bei Rohöl einführen. Vor allem<lb/>
verlangt er aber, daß die steuerliche Neutralisierung der Ölvorräte<lb/>
usw. gesichert werden müßte. Ich verweise darauf, daß dies in<lb/>
einem eigenen Steuergesetz, wenn überhaupt, zu geschehen hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_15"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte in das Gesetz eine vollkommene Gleich<lb break="no"/>stellung zwischen Ölimportfirmen und Ölimport-plus Produktions<lb break="no"/>firmen, wie das für die ÖMV aber auch Shell und Mobil mit der<lb/>
RAG zutreffen würde. Dann Könne er sich vorstellen, daß von einer<lb/>
Abgabe abgesehen wird und tatsächlich unser Weg über Finanzierung<lb/>
über den Preis bei Wettbewerbsgleichheit zwischen diesen beiden<lb/>
Gruppen gegangen wird. Dies können wir alles, sage ich sofort,<lb/>
im Parlament dann diskutieren. Bezüglich des Ladenschlusses ver<lb break="no"/>weise ich darauf, daß die Presse jetzt geschrieben hat, die Handels<lb break="no"/>kammer hat in ihren Erhebungen jetzt festgestellt, daß der derzeitige<lb/>
Ladenschluß unverändert bleiben soll. Diese Auskunft hat laut.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> gegeben, da er nicht anwesend war und er ist<lb/>
nicht ganz sicher, ob dies tatsächlich die Intension der Handels<lb break="no"/>kammer ist. Das interne Begutachtungsverfahren dieses Problemes<lb/>
lauft erst mit Oktoberende ab. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gibt aber zu, daß die beste<lb/>
Lösung ist, wirklich jetzt gar nichts zu unternehmen.<lb/>
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Ich erkläre ihm sofort, daß wir vor allem jetzt zwischen der Vi<lb break="no"/>dierung und der Entliberalisierung eine neue weitere Stufe ein<lb break="no"/>schalten sollen.<lb/>
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beabsichtigt?<lb/>
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ganz neuer Entwurf gemacht wird. Am liebsten würde die Handels<lb break="no"/>kammer gar nichts ändern. Ich verweise auf das Skandalplakat<lb/>
der ÖVP, welches die radikaleren Gruppen innerhalb der Gewerkschafts<lb break="no"/>jugend und der Gewerkschaft veranlaßt hat, jetzt eben entsprechende<lb/>
Maßnahmen zu verlangen. Ich werde bestrebt sein, einen einver<lb break="no"/>nehmlichen Entwurf mit den Interessensvertretungen zu erarbeiten.<lb/>
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in Salzburg sofort sehr aufgeregt habe, als er von einer Peitsche<lb/>
im Fenster bezüglich der Preisgesetze gesprochen hat. Ich nütze<lb/>
die Gelegenheit um zu sagen, diese Rute im Fenster werde ich auch<lb/>
weiter anstreben, dies sei aber keine Peitsche sondern eben nur<lb/>
die Möglichkeit, gegebenenfalls einzugreifen, wenn dies durch Aus<lb break="no"/>wüchse notwendig ist. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, ich müßte ja doch mit dieser<lb/>
Verfassungsbestimmung auf alle Fälle mit der ÖVP verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_20">Die Gelegenheit nützend erkläre ich, daß ich jetzt<lb/>
Ersatzlösungen ohne Verfassungsbestimmungen anstrebe. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
meint. dies hätte <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> bereits bei den Marktordnungs<lb break="no"/>gesetzen versucht und sei damit gescheitert weil die privat<lb break="no"/>rechtlichen Verträge, auf denen eine solche Lösung basiert,<lb/>
kaum zielführend abgeschlossen werden können. Ich informiere<lb/>
nach der Ministerratssitzung <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über die beab<lb break="no"/>sichtigte Politik der Arbeiterkammer und insbes. des Gewerk<lb break="no"/>schaftsbundes, Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs>. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> meinte, man könne über alles<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_21">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte den Preisgesetzentwurf<lb/>
ohne Verfassungsbestimmung im Prinzip einmal mit den Inter<lb break="no"/>essensvertretungen diskutieren ohne den konkreten Entwurf<lb/>
schon vorzulegen.<lb/>
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den die Handelskammer sehr forciert. Ich erkläre, daß ich eine<lb/>
Ausschreibung machen muß und sich dort herausstellen wird, wer<lb/>
der Beste ist. Die Diskussion geht dann soweit, ob ich bei Gleich<lb break="no"/>wertigkeit der Bewerber einen Außenstehenden, der meiner Partei<lb/>
nachsteht, einem Bewerber, der der ÖVP nahesteht, aus dem Ministerium<lb/>
bevorzugen würde. Über diesen Fall sage ich, habe ich noch nicht<lb/>
nachgedacht, denn für mich war dies jetzt immer entscheidend, daß<lb/>
der Beste berufen wird.<lb/>
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wie bei MR <rs type="person" ref="#per__137068">Mache</rs> eine kurzfristige Verlängerung durch Werkvertrag<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__141056">Schreiber</rs> einem Wirtschaftsbündler mit dem afrikanischen Interessenten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141061">Diallo</rs>, betreffend Kauf von Merino. Da angeblich Ausgleichsverwalter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140465">Kaltenböck</rs> diese ganze Transaktion in die Zeitung gebracht hat,<lb/>
andere behaupten wieder, es war Bundesrat <rs type="person" ref="#per__115611">Steinle</rs> von der Textil<lb break="no"/>arbeitergewerkschaft, erscheint das ganze Projekt jetzt gefährdet.<lb/>
Insbesondere der Schwarz-Afrikaner <rs type="person" ref="#per__141061">Diallo</rs> fürchtet dadurch die<lb/>
70 Mio. Schilling, die er hereinbringen wollte, nicht mehr so<lb/>
leicht loseisen zu können, wie er mir bei einer Vorsprache am<lb/>
Freitag mit <rs type="person" ref="#per__141056">Schreiber</rs> mitteilte. Die Handelskammer weiß von diesem<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_25">Beim Journalistenfrühstück wird nach dem Bericht von <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
über die Preisreferententagung von mir bereits die einfach<lb/>
gesetzliche Regelung des Preisgesetzes angedeutet, daraus er<lb break="no"/>gibt sich eine rege Diskussion. Ich nütze die Gelegenheit, auf<lb/>
die Wünsche hinzuweisen, die z.B. von den Ländern jetzt für<lb/>
eine Obst-u.Gemüsepreisregelung gemacht wurden. Diesen Vorschlag<lb/>
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einberufen, wo ich gegebenenfalls dazukomme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_27">Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat eine Kapazitätsauslastungs<lb break="no"/>erhebung u. <add>[einen]</add> Bericht fertiggestellt, danach wurde auf 70/74, also<lb/>
die Hochkonjunktur bezogen, die derzeitige Kapazitätsauslastung mit<lb/>
minus 9.8 % festgestellt. Die daran anschließende Diskussion über<lb/>
die Konjunkturlage ergibt, daß ich mit dem Wirtschaftsforschungs<lb break="no"/>vertretern der selben Meinung hin, daß wir jetzt einen Aufschwung<lb/>
zu erwarten haben. Für die Konsumgüterindustrie erwartet Dr. <rs type="person" ref="#per__141060">Schenk</rs><lb/>
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Dieselbe ergibt auch die Quantex-Studie, die <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> für die Textil-<lb/>
und Bekleidungsindustrie vorlegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_28">In der Vorstands-Sitzung von Wien berichtet <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> über die National<lb break="no"/>ratsbesetzung. Die Wiener Organisation hat den Eisenbahnern ver<lb break="no"/>sprochen, daß wenn <rs type="person" ref="#per__97842">Prechtl</rs> einmal in den Nationalrat kommt, dann<lb/>
das Bundesratsmandat bei den Eisenbahnern bleibt, dadurch hätte<lb/>
jetzt <rs type="person" ref="#per__132612">Schmölz</rs>, der Zentralsekretär, dieses Mandat bekommen. Um nun<lb/>
den Arzt <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> von der Landstraße in den Nationalrat zu bringen,<lb/>
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das ihnen auf Grund der Stärke zugestanden wäre. Deshalb soll jetzt<lb/>
Arbeiterkammer-Präs. <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> von NÖ in den Bundesrat kommen, u. zwar<lb/>
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der Frauen auf ein Wiener Mandat, eben dieses von <rs type="person" ref="#per__97842">Prechtl</rs>, nominiert<lb/>
werden. Mit diesem Arrangement ist jetzt alles einverstanden. An<lb/>
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Donaustadt, <rs type="person" ref="#per__114542">Schemer</rs>, rückt der nächste Listenplatz, <rs type="person" ref="#per__141062">Huber</rs>, in den<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_29">Im Hinblick auf die Kronen-Zeitung, Dokumentation Bauring-Skandal,<lb/>
wird diskutiert, wie weit überhaupt eine Besetzung von Aufsichtsrats<lb break="no"/><pb n="27-1175" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band27/27_1975-10-20_1175.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>posten mit Politikern zweckmäßig ist. Bis jetzt war es selbst<lb break="no"/>verständlich, daß diese Politiker nur eine Formalverantwortung<lb/>
tragen können. Sie haben weder die Zeit noch können sie sich ent<lb break="no"/>sprechend bei den Aktiengesellschaften von Ges.m.b.H.s ganz<lb/>
zu schweigen, gegen die Vorstände durchsetzen. Der Vorstand fühlt<lb/>
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Politiker ja nur in den Aufsichtsrat berufen wurde, wo er eine<lb/>
politische Funktion zu erfüllen hat. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> erwägt ernstlich, ob<lb/>
man nicht alle Politiker aus den Aufsichtsräten abberufen soll.<lb/>
Niemand kann nämlich verantworten, wenn tatsächlich jetzt eine,<lb/>
zwar dem Gesetz entsprechende, aber in der Praxis nicht durch<lb break="no"/>führbare volle Verantwortung, dem Aufsichtsrat treffen würde. Ich<lb/>
bin der Meinung und erkläre dies auch deutlich, daß eine Reorgani<lb break="no"/>sation des ganzen Aufsichtsrechtes und Aktiengesellschaftsrechtes<lb/>
und des G.m.b.H.-Gesetzes kommen wird. Der Gewerkschaftsbund und<lb/>
die Arbeiterkammer werden entsprechende Änderungen der Publizitäts<lb break="no"/>pflicht verlangen, was uns die Möglichkeit gäbe, eine Reform des<lb/>
Aktien- u. GmbH-Rechtes zu benützen auch das Problem des Aufsichts<lb break="no"/>rates dort neu zu formulieren. Durch die Einschaltung der Holding<lb/>
jetzt noch zwischen den Eigentumsvertretern<lb/>
Finanzressort und den Vorstand resp. Aufsichtsrat der AG ist<lb/>
eine weitere Komplikation entstanden. Der tüchtige Vorstand wird<lb/>
sich auf alle Fälle an den stärkeren Partner wenden. Dies wird<lb/>
auf jeden Fall nicht das Aufsichtsratsmitglied, ja nicht einmal<lb/>
der Vorsitzende des Aufsichtsrates sein. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> meint, daß der<lb/>
Bauring jetzt durch die Ausscheidung der Montagebau in Fertigteil-<lb/>
Ges.m.b.H. mit einer Verlustabdeckung mit 350 Mio. Schilling<lb/>
saniert werden kann. Am Abend bei der Betriebswirtschaftlichen<lb/>
Woche gesteht mir <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>, daß dies sein einziges großes Problem<lb/>
jetzt in der Stadtverwaltung ist. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> ist gegen die Herausnahme<lb/>
der Politiker aus den Aufsichtsräten, weil dadurch der Gemeinderat<lb/>
sich der Möglichkeit <choice><choice><sic>begibt</sic><corr>?</corr></choice></choice>, ca. 50 Betriebe doch indirekt zu<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_30"><rs type="person" ref="#per__140190">Nowotny</rs> hat bei dieser Dokumentation jetzt die Kontrollamtsberichte<lb/>
falsch zitiert, dort wird immer von der Verantwortung des Vorstandes<lb/>
geredet und er schreibt von der Verantwortung des Aufsichtsrates,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> und <rs type="person" ref="#per__123789">Hofstetter</rs>. Durch eine Gegendarstellung soll die Kronen-<lb/>
Zeitung fairerweise veranlaßt werden, auch diese zu bringen. Ich bin<lb/>
überzeugt, daß dies nicht der Fall sein wird. Presseberichtigungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_31">werden auch nicht den gewünschten Erfolg zeitigen. Am besten<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> bis jetzt insofern reagiert, als er, und dies erkläre<lb/>
ich mit Nachdruck, die Staatsanwaltschaft aufgefordert hat, den<lb/>
Fall zu prüfen. <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> bedauert nur, daß die Staatsanwaltschaft<lb/>
sich so lange Zeit läßt. Wieder einmal mehr glaube ich, kann man<lb/>
feststellen, wie durch Massenmedien, sei es das Fernsehen oder von<lb/>
einer Zeitung, ein Politiker fertiggemacht werden kann und wird.<lb/>
Jeder Unternehmer, und ich bin auch überzeugt, jeder Aufsichtsrat<lb/>
bezieht zu begünstigten Preisen nicht nur in seinem eigenen Unter<lb break="no"/>nehmen sondern wahrscheinlich auch durch Geschäftsverbindungen bei<lb/>
allen anderen Waren und Leistungen zu äußerst günstigen Konditionen,<lb/>
dort wird dies selbstverständlich empfunden und kein Wort verloren,<lb/>
auch dann, wenn der Betrieb pleite geht. Nur ein Politiker kann<lb/>
sich scheinbar gegen all solche Angriffe nicht wehren, auch dann,<lb/>
wenn er, wie <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> schon bei der seinerzeitigen Auftragserteilung<lb/>
das Kontrollamt eingeschaltet hat. Ich weiß, daß man bei Politikern<lb/>
einen ganz besonders strengen Maßstab anlegt und dies ist sicherlich<lb/>
auch richtig. Solange er Erfolg hat wird auch kaum irgendetwas<lb/>
über seine Lebensweise geschrieben, wenn aber dann ein Mißerfolg<lb/>
eintritt, dann werden gerade diese kleinlichen Probleme ans Tages<lb break="no"/>licht gezerrt, sein ganzes Leben wird dann sozusagen durchleuchtet<lb/>
und aufgedeckt. Wahrscheinlich dürfte ein Politiker überhaupt<lb/>
nichts kaufen, allerdings die Lösung, die ich seit 1970 handhabe,<lb/>
nämlich alles der Frau zu überlassen. die einzig richtige Lösung<lb/>
ist, bezweifle ich auch. Mir tut <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs>, ein Kollege aus der<lb/>
Arbeiterkammer, der äußerst anständig ist und immer war, richtig<lb/>
leid. Die angeblich dritte Wohnung, nämlich im 19. Bezirk, ist<lb/>
eine Genossenschafts-Mansardenwohnung, die er seinerzeit ausschließ<lb break="no"/>lich von <rs type="person" ref="#per__97389">Hans Czettel</rs> erworben hat, um so wie dieser einen Wohnsitz<lb/>
in Wien zu haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_32">In Wien gibt es drei große private Zeitungsherausgeber, die mit<lb/>
Bezirkszeitungen die Haushalte gratis beschicken und von Inseraten<lb/>
leben. Die Bezirkszeitung von einem gewissen <rs type="person" ref="#per__141063">Pirkfellner</rs>, der Einkauf<lb/>
und die Extra, letztere steht der ÖVP nahe und kostet pro Nummer<lb/>
cirka 500.000 Schilling. Die ersteren zwei sind noch größer und<lb/>
leben nur von Inseraten, die jetzt nach den Wahlen nicht mehr<lb/>
so reichlich fließen. Die Frage war, ob sich die Wiener Organisation<lb/>
durch Kreditgewährung, 6 Mio. Schilling werden gewünscht. daran be<lb break="no"/>teiligen sollte. Da die Bezirksorganisationen, außer Hernals, Bezirks<lb break="no"/>zeitungen haben, kommt dies nicht in Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_33">In der Ministerratsvorbesprechung meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß<lb/>
die erste Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> genauso verlaufen ist wie alle<lb/>
bisherigen Aussprachen die er als ÖIAG-Präsident mit ihm hatte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> theoretisiert und hat keine konkreten Vorschläge. Er fürchtet,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> jetzt von den Löwen bemuttert wird, mit der Zeit aber<lb/>
dann natürlich die Löwen sagen, sie können das besser als er.<lb/>
Eine Spannung mit <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> ist dazu zu erwarten. Der von <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> ange<lb break="no"/>kündigte Ideologisierungsprozess wird dazu führen, daß noch eine<lb/>
härtere, politische VP-Linie zu erwarten ist. Dies wird bereits<lb/>
bei der Regierungserklärung der Fall sein und sich dann in der<lb/>
Budget-Debatte fortsetzen. Man dürfe dem Finanzminister aber diesen<lb/>
Abwehrkampf nicht allein überlassen. Keinesfalls könne man aber<lb/>
von einer Sanierung des Budgets reden. Die Maßnahmen die gesetzt<lb/>
wurden sind Regierungspolitik, wofür wir alle verantwortlich sind<lb/>
und hätten dazu geführt, daß wir die hohe Beschäftigung erhalten<lb/>
konnten. Die Wirtschaftspolitik wird also fortgesetzt, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
möchte eine kürzere Regierungserklärung und nur einige Schwerpunkte<lb/>
herausarbeiten. Durch die derzeitige Wirtschaftspolitik wurde die<lb/>
Infrastruktur gefördert und durch die Aufträge des Staates Öster<lb break="no"/>reich reicher. Andere Staaten haben dies in die Rüstung gesteckt.<lb/>
Die Reformpolitik wird weitergehen, obwohl die Öffentlichkeit und<lb/>
insbes. die Journalisten darunter immer nur Hundert-Jahr-Gesetze<lb/>
verstehen. Die stillere Reform der Familienpolitik und der Sozial<lb break="no"/>politik muß aber mehr herausgestrichen werden, insbes. nach wie vor<lb/>
die Bekämpfung der Armut, es darf zu keiner Pauperisierung von<lb/>
Kultur und Wissenschaft kommen. Der Fortschritt in Österreich kann<lb/>
nicht nur allein am Wachstum des Bruttonationalproduktes oder der<lb/>
Exporte gemessen werden, sondern auch an der Beschäftigungs<lb break="no"/>situation und dem Lebensstandard. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> vom Klub muß ihm jetzt<lb/>
zusammenstellen, was aus der Regierungserklärung 70 und 71 nicht<lb/>
erfüllt wurde, damit er dies rezipiert oder erklärt warum es nicht<lb/>
erfüllt werden kann und jetzt ausscheidet. Mittwoch werden die<lb/>
einzelnen Minister ihre Schwerpunkte ganz kurz vortragen. Von mir<lb/>
und insbes. von <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> wollte er wissen, wie es mit dem Film<lb break="no"/>förderungsgesetz weitergeht. Ich erklärte sofort, daß dies aus<lb break="no"/>schließlich an den finanziellen Möglichkeiten des Finanzministers<lb/>
hängt. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> hat immerhin ein paar Dutzend Millionen, ich<lb/>
1.000 Schilling. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> möchte nämlich jetzt von den seinerzeiti<lb break="no"/>gen Ideen, daß er die Filmförderung macht, nichts mehr wissen. Der<lb/>
Entwurf, meint <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> ist fertig, und könnte jederzeit in Kraft<lb/>
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selbst wird als Koordinator mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, Unter<lb break="no"/>richtsminister <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> und mit mir das Problem im einzelnen<lb/>
besprechen. scheinbar wird er aber in die Regierungserklärung<lb/>
doch etwas über die Filmförderung übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_34"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war gar nicht glücklich, daß <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> erklärt, daß wir<lb/>
uns um den Sitz in der Energiekommission in Paris bewähren. Da<lb/>
es sicher ist, daß wir diesen Sitz nicht bekommen, wird die ÖVP<lb/>
dann kritisieren, daß sich die Regierung nicht durchgesetzt hat.<lb/>
Mehr denn je bin ich glücklich, daß <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> und eigentlich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich für die Energieagentur zuständig erklärt haben. Hier<lb/>
wird es noch viele Zores geben, die weder <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> noch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
werden lösen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_35">Der nächste Parteitag im Feber 1976 wird sich mit der Parteireform<lb/>
beschäftigen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, daß auch die Parteiorganisation eine<lb/>
intensive Diskussion über diese Probleme durchführen müßte. Die<lb/>
Bezirksorganisationen sind hier eine zu große Einheit, er stellt<lb/>
sich vor, daß sich zwei oder drei Ortsorganisationen zusammen<lb break="no"/>schließen und dann jeweils in jedem Ort eine diesbezügliche Teil<lb break="no"/>diskussion erfolgt. Zusammenfassend könnte dann im Bezirk eine<lb/>
Abschlußdiskussion und Veranstaltung erfolgen. Die Minister sollen<lb/>
sich hier ebenfalls einschalten. Ich bin zwar prinzipiell geneigt<lb/>
alles zu tun, was die Partei von mir erwartet, aber eine Partei<lb break="no"/>reform-Diskussion ist das letzte, was ich mir vorstellen kann und<lb/>
wo ich mitwirken möchte. Ich habe mich mit diesem Problem über<lb break="no"/>haupt nicht beschäftigt und habe auch gar nicht die Absicht, es zu<lb/>
tun. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist wirklich von einem Reformwillen beseelt der überall<lb/>
eindringen soll. Ich bin über diese Entwicklung nicht gerade sehr<lb/>
glücklich, weil ich nicht überzeugt hin, daß die Bevölkerung und<lb/>
insbes. die Partei tatsächlich nichts als wie Reformen wünschen.<lb/>
Ich fürchte und glaube, daß eine gewisse Reformmüdigkeit jetzt<lb/>
allgemein Platz greift. Vielleicht aber täusche ich mich und bin<lb/>
nur ich ein Gegner dieser Reformbestrebungen. Für mich geht das<lb/>
ganze viel zu schnell, ist viel zu umfangreich und verlangt von<lb/>
den Menschen ein viel zu großes Engagement. Vielleicht täusche ich<lb/>
mich, aber ich habe das Gefühl, die Leute möchten eine gewisse<lb/>
Verschnaufpause, vielleicht aber wünsche nur ich mir diese.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band27_1975-10-20_36">Mit <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs> bespreche ich jetzt unter vier Augen die<lb/>
Beschäftigung von <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs>. Ich erkläre ihm, daß <rs type="person" ref="#per__114508">Herbert Tieber</rs><lb/>
mir dezidiert versichert hat, daß er ins Ministerium kommen will.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> selbst hatte eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über seine<lb/>
Bestellung als Klubobmann. Beide sind übereingekommen, daß jetzt<lb/>
eine Bestellung von einem Sekretär nicht zweckmäßig ist. Ich<lb/>
hatte immer das richtige Gefühl, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gar nicht sehr großen<lb/>
Wert darauf legt, daß <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> im Klub als Sekretär kommen soll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst nämlich hat vorgeschlagen, daß jetzt ein paar<lb/>
Monate überhaupt keine Besetzung erfolgt und man sehen wird, wer<lb/>
dafür in Frage käme. Sollte dann wider Erwarten, so <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs>,<lb/>
noch immer die absolute Notwendigkeit bestehen, daß <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> diesen<lb/>
Posten bekommt, so würde <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gegebenenfalls mit mir über die<lb/>
Besetzung oder Abgabe, besser gesagt von <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs>, sprechen. Ich ließ<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs> nicht im unklaren, daß ich um <rs type="person" ref="#per__114508">Tieber</rs> auf alle Fälle<lb/>
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will, wie er mir versicherte.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Schönbichler, Carl Hans</persName>
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               <occupation>Obmann Sektion Handel BHK</occupation>
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               <occupation>SPÖ-BR-Abg., Bundesfrauensekretärin der SPÖ</occupation>
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               <occupation>SPÖ-Politiker, Wien</occupation>
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