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            <title type="main">Donnerstag, der 24. Juli 1975 bis Mittwoch, der 30. Juli 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_01">Donnerstag, 24. Juli 1975, bis<lb/>
Mittwoch, 30. Juli 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_02">Auf der Begräbnisfeierlichkeit für <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> in Klagenfurt hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreis<lb break="no"/>ky</rs> die anwesenden und die sonst bei einer Ministerratsvorbesprechung<lb/>
sind sowie die Spitzen der Kärntner Politiker zu einer Besprechung<lb/>
auf die Terrasse des Kaffeehauses nach Cap Wörth gebeten. Dort<lb/>
setzten wir uns in ein Eck zusammen. Ein deutscher Gast kam ganz<lb/>
verwundert und fragte, ob er einige Bilder machen könne. Die<lb/>
schicke ich nach Bonn, denn so etwas ist bei uns in Deutschland<lb/>
unmöglich. Wahrscheinlich würde überhaupt in diesem Fall die<lb/>
Terrasse gesperrt werden oder zumindestens Dutzende Kriminalbeamte<lb/>
herumstehen. Alle kamen wir überein, dass wir in dieser Beziehung<lb/>
sehr glücklich und wirklich noch normale Verhältnisse haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlug vor, dass wir dem neuen Team gegenüber aber ganz<lb/>
besonders allen jungen Löwen insofern Paroli bieten sollen, als<lb/>
wir sie wenn irgendwie möglich immer wieder zur Diskussion heraus<lb break="no"/>fordern sollen. Das Prinzip wäre, dass jeder Ressortminister sein<lb/>
Gegenüber mit Fachfragen und Sachwissen konfrontiert. Natürlich<lb/>
wäre es, so bin ich überzeugt, ideal, wenn der Rundfunk, das Fern<lb break="no"/>sehen oder die Zeitungen auf eine solche Politik eingehen würden.<lb/>
Leider wird man dies sicher nicht erreichen, dass es zu einer<lb/>
Diskussion <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs>-<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt, ist für mich klar. Vielleicht<lb/>
wird auch noch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>-<rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> stattfinden, obwohl ich hier nicht<lb/>
mehr so überzeugt bin. Wie ich aber jemals mit <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> konfron<lb break="no"/>tiert werden sollte, kann ich mir nicht vorstellen. Abgesehen davon,<lb/>
dass er als Generalsekretär jetzt nicht nur Wirtschaftsfragen, sondern<lb/>
auch viele andere hat und deshalb sicherlich, wenn überhaupt, mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> konfrontiert werden wird. Trotzdem halte ich die Idee<lb/>
für sehr richtig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Wie können wir die letzten Wochen wirklich<lb/>
zweckmässige Wahlkampfpolitik und Diskussion führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_04">In Kolbnitz hatte der dortige neue Betriebsleiter für Malta,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__132604">Benedikter</rs>, eine Fraktionsversammlung einberufen. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> war<lb/>
sehr erstaunt und erfreut, dass ich sofort erklärte, an dieser<lb/>
möchte ich teilnehmen. <rs type="person" ref="#per__132604">Benedikter</rs> ist ein junger Mann und hat dort<lb/>
fast 20 Leute zu dieser ersten Besprechung zusammengerufen. Alle<lb/>
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Nachdem die Scheu überwunden war, diskutierten wir fast zwei<lb/>
Stunden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_05"><rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> möchte <rs type="person" ref="#per__132604">Benedikter</rs> nach Klagenfurt in die Hauptverwaltung<lb/>
als Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs>, wenn der zu den Tauernkraftwerken<lb/>
geht. <rs type="person" ref="#per__132604">Benedikter</rs>, mit dem ich am nächsten Tag sprach, erklärte<lb/>
mir aus gesundheitlichen Gründen dieses Anbot nicht annehmen zu<lb/>
können. Er hatte schon einen Herzinfarkt und der Arzt hat ihm<lb/>
das strikte verboten. In Malta dagegen kann er ganze Arbeit in<lb/>
fachlicher aber auch in politischer Hinsicht leisten. Gesundheit<lb break="no"/>liche Argumenten respektiere ich sofort und habe deshalb keiner<lb break="no"/>lei weiteren Druck, wie <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> wünschte, auf ihn ausge<lb break="no"/>übt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_06">Freitag nützte ich in Dornbirn die Gelegenheit, um bei der Sied<lb break="no"/>lung Bremenmahd mit den Leuten zu sprechen, ob die Steinbruchfrage<lb/>
jetzt für sie einigermassen erträglich verläuft. Ich erschien bei<lb/>
den Hausparteien vollkommen unangemeldet, stellte mich vor, man er<lb break="no"/>kannte mich natürlich und erzählte mir, dass die Sprengung jetzt<lb/>
um 6 Uhr abends und das Aufarbeiten der Steine endet, doch hat die<lb/>
Sprengung einmal sehr viel Staub in die Siedlung gebracht. Der<lb/>
Sprecher der Siedlung, ein ÖAAB-Mann, wie er immer wieder betont,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141052">Hubner</rs>, war noch mehr erstaunt, als ich bei ihm in der Wohnung<lb/>
aufkreuzte. Jetzt lauft, wie er mir mitteilte, ein Prozess zwi<lb break="no"/>schen der Baufirma, die den Steinbruch abbaut und den Siedlungs<lb break="no"/>bewohnern. Selbstverständlich müssen wir jetzt dieses Prozessergeb<lb break="no"/>nis abwarten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte kläre, was im Handelsministerium über die<lb/>
Vorgangsweise aller Steinbrüche, insbesondere die Befundung der Wand<lb/>
durch die Landesregierung macht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_08">Zur Aussprache mit den Textilindustriellen und anderen der Indu<lb break="no"/>striegruppe der Handelskammer kam diesmal auch der neue Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117009">Hämmerle</rs> und was mich am meisten verwunderte der Kammeramtsdirektor<lb/>
der Vorarlberger Handelskammer. Dieser war der einzige, der<lb/>
ein wenig aggressiv die politische Linie der ÖVP vertrat. Alle<lb/>
anderen führten interessante Sachgespräche und Diskussionen und<lb/>
luden mich schon für das nächste Jahr zur Messe-Eröffnung wieder<lb/>
zu diesem traditionsreichen Abend ein. Ich konnte mir nicht ver<lb break="no"/><pb n="26-0873" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band26/26_1975-07-24_1975-07-30_0873.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kneifen, darauf hinzuweisen, dass ich selbstverständlich kommen<lb/>
werde, da ich ja überzeugt bin, noch Minister zu sein. Hier<lb/>
bemerkten die Vorarlberger, insbesondere der Kammeramtsdirektor,<lb/>
welch indirekte Wahlprognose sie damit gemacht haben. Er<lb/>
meinte deshalb, die Vorarlberger würden mich auch einladen und<lb/>
sich glücklich schätzen, wenn ich nicht mehr Minister bin. Da<lb/>
erwiderte ich kurz, wenn man Minister ist, bekommt man viele<lb/>
Einladungen, hat aber keine Zeit, wenn man kein Minister mehr<lb/>
ist, hat man Zeit bekommt aber keine Einladungen mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_09">Bei der Messe-Eröffnung hat nur <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> einige sehr interessante<lb/>
wirtschaftspolitische Überlegungen gebracht, auf die ich leicht<lb/>
reagieren konnte. Das Einzige, wo ich mich zurückgehalten habe,<lb/>
war, als er zuletzt auch noch die neue ÖVP-Idee einer Regierung<lb/>
auf breitester Basis, also wenn ich richtig verstanden habe, auch<lb/>
einer Konzentrationsregierung das Wort redete. Darauf bin ich<lb/>
nicht eingegangen, da erstens einmal schon sehr viele Vorredner<lb/>
waren und die Leute sonst, wenn man zu viel und zu lange spricht,<lb/>
nervös werden und zweitens, weil ich sonst sicherlich erklärt hätte,<lb/>
dass Dornbirn dafür nicht der richtige Ort wäre. In Vorarlberg hat<lb/>
man bekanntlicherweise nach der letzten Landtagswahl, wo man bis<lb/>
jetzt immer eine Art Konzentrationsregierung gehabt hat, die So<lb break="no"/>zialisten ausgebootet.<lb/>
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damit ganz Österreichs in dem letzten Jahrzehnten besonders er<lb break="no"/>wähnt und mit Ziffern belegt. Dies passte mir sehr gut auch für<lb/>
meine Ausführungen. Er erwähnte aber dann ganz besonders, dass<lb/>
er hoffe, dass der Bund und das Land sich sehr bald über die<lb/>
Abtretung der Aktien der Illwerke einigen könnten. Ich ver<lb break="no"/>sicherte ihm in aller Öffentlichkeit, dass von meiner Seite<lb/>
alles getan wird, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen und<lb/>
ich diese Lösung vor längerer Zeit selbst aufgegriffen habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_11">Die Messe ist jetzt auf ihrem neuen Gelände in wirklich sehr kurzer<lb/>
Zeit entstanden und gut konzipiert. Hier haben sich die 2 Mill. S<lb/>
welche ich für die Planung zur Verfügung gestellt habe, sehr gut<lb/>
ausgewirkt. Bleibend von dieser Messe wird allerdings sein, dass<lb/>
ich jetzt einen vierten Spitznamen von <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> in aller Öffentlichkeit<lb/>
bekommen habe, nämlich Josephus felix. Bei meiner Rede ging ich<lb/>
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Benzineinsparung Marken-Joe oder, wie die Deutschen sagen, Etiketten-<lb/>
Josef, neben den Karikaturen sammle ich nämlich sehr gerne auch<lb/>
Spitznamen. Von beiden kann man nicht genug haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_12">Beim Stammtisch in Rankweil und beim Frühschoppen am nächsten Tag<lb/>
in Hard kamen selbstverständlich einige Intervenienten. Alle aber<lb/>
erklärten, dass man von mir immer unmittelbar Antwort bekommt.<lb/>
Besonders ein Herr <rs type="person" ref="#per__141066">Köhlmeier</rs> in Hard hat gegen die Offset-Druckerei<lb/>
Pfanner ein Verfahren laufen. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__139558">Huber</rs> hat eine Verhandlung<lb/>
an Ort und Stelle unmittelbar nach Intervention abgeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_14">Frau <rs type="person" ref="#per__141067">Ertl</rs> hat wegen der Stickerei <choice><choice><sic>Pösch</sic><corr>Bösch?</corr></choice></choice> neuerdings bei mir inter<lb break="no"/>veniert. Vielleicht kann man hier auch wieder in einem Schreiben,<lb/>
der Frau <rs type="person" ref="#per__141067">Ertl</rs> den letzten Stand mitteilen. Bundesrat <rs type="person" ref="#per__141068">Bösch</rs><lb/>
hat mich ebenfalls wegen dieser Sache angesprochen.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__141068">Bösch</rs> von <rs type="person" ref="#per__139558">Huber</rs> fertigmachen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_16">Die Betriebsräte der Fa. Alemannia, <rs type="person" ref="#per__141069">Hörzeneder</rs>, und der BRO <rs type="person" ref="#per__141070">Krenn</rs><lb/>
von Höchst haben Sorge um die Fabrik. Sie fürchten, dass Semperit<lb/>
sie stillegen will. Voriges Jahr hatten sie bei 280 Mill. S Um<lb break="no"/>satz noch 11 Mill. S Gewinn. Von 230 Beschäftigten, 186 Arbeiter,<lb/>
davon 70 % Gastarbeiter, fürchten sie aber, dass nun die Flaute<lb/>
dazu benützt wird, um den Betrieb zu schliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Branchenreferat soll feststellen, was Semperit<lb/>
beabsichtigt und ich werde anschliessend mit der Direktion sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_18">Beim Pressegespräch erzählte von der Fremdenverkehrsgemeinschaft<lb/>
Tannheimer Tal, der Obmann und Pressereferent <rs type="person" ref="#per__140517">Wolfgang Scheiber</rs>, dass<lb/>
er von mir sofort immer entsprechend Informationen bekommen hat.<lb/>
Diesmal möchte er nun bitten, dass er einen Umsatzsteuer-Erlass<lb/>
des Finanzministers, wonach die Mehrwertsteuer-Rückvergütung nur dann<lb/>
dem Ausländer gegeben wird, wenn er z.B. die Tracht oder die Ski<lb/>
im Urlaub genützt hat. U 34 ist die Basis dieser Entscheidung. Ob<lb break="no"/>wohl mir vollkommen klar ist, dass die Auslegung richtig ist,<lb/>
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nicht gebraucht wurde, so glaube ich, ist es zweckmässig, wenn ich<lb/>
ihm zumindestens die offizielle Stellungnahme des Finanzministeriums<lb/>
schicke.<lb/>
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und dann Brief an <rs type="person" ref="#per__140517">Scheiber</rs>.<lb/>
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sich gegen die Konzessionserteilung für Hubschraubertransporte aus.<lb/>
Insbesondere hat die Alpenvereinsjugend Vorarlberg eine Unterschriften<lb break="no"/>aktion dagegen gesammelt. Landesrat <rs type="person" ref="#per__141071">Gasser</rs> behauptet nun, das<lb/>
Handelsministerium <choice><choice><sic>will</sic><corr>hat?</corr></choice></choice> solche Konzessionen ausgestellt, weshalb das<lb/>
Land dem Wunsch nachkommt und daher wir die Schuld tragen.<lb/>
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entsprechende Schreiben für die Alpenvereinsjugend, den Intervenien<lb break="no"/>ten <rs type="person" ref="#per__141072">Halbritter</rs> und ganz besonders aber einen Brief an LR <rs type="person" ref="#per__141071">Gasser</rs> vor<lb break="no"/>bereiten, wo ich gegen die Ausrede, die er gebraucht, schärfstens<lb/>
protestiere. Durchschriftlich dann an alle.<lb/>
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der juristischen Anmeldeabteilung 8 des österr. Patentamtes vom<lb/>
20. Mai 1975 zukommen lassen und rot unterstrichen, dass ich<lb/>
im Wege der Amtshaftung belangt werden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_24">Die entscheidende Aussprache fand aber mit dem Landeshauptmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs>, dem Statthalter <rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs>, dem Landestatthalter <rs type="person" ref="#per__97760">Müller</rs> a.D.,<lb/>
der noch immer in der Gasgesellschaft viel mitzureden hat, und<lb/>
den beiden Direktoren der Illwerke, <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> und <rs type="person" ref="#per__113016">Peter</rs>, bei<lb/>
einem Verwandten von <rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs>, dem ältesten Hotel in Gaschurn,<lb/>
statt. Im selben Hotel, erklärte man mir, hätte in den Fünfziger-<lb/>
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wegen der Illwerke – Errichtung einer öffentlichen Verwaltung<lb/>
und Abschluss von entsprechenden Lieferverträgen mit den Deutschen –<lb/>
stattgefunden. Es war sozusagen ein wirklich traditionsreiches<lb/>
Haus. Die Aussprache verlief sehr positiv. Über die Wünsche der<lb/>
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Detail informiert, sondern auch Gelegenheit gehabt, mit den beiden<lb/>
Direktoren stundenlange Informationsgespräche zu führen. Insbesondere<lb/>
kam mir sehr zugute, dass <rs type="person" ref="#per__113016">Peter</rs> mehr Zeit hatte als <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs>, wes<lb break="no"/>halb er mich auch ständig begleitete. <rs type="person" ref="#per__113016">Peter</rs> glaubt noch immer, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs>, der nach wie vor scheinbar das Vertrauen von LH <rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs><lb/>
besitzt, auch mit den deutschen Abnehmern entsprechend spezielle<lb/>
Beziehungen aufrechterhält. Ich bin fest davon überzeugt, dass natür<lb break="no"/>lich jeder Generaldirektor, ich würde es auch nicht anders machen,<lb/>
versucht, mit den Deutschen in einem guten Verhältnis zu bleiben,<lb/>
da ja letzten Endes, die offenen Frage, wenn irgendwie mög<lb break="no"/>lich, im gütigen Wege bereinigt werden müssen. Wenn der Generaldirektor<lb/>
nun nicht das Vertrauen der deutschen Abnehmer hat, so kann es zu<lb/>
keiner einvernehmlichen und befriedigenden Lösung kommen. Anderer<lb break="no"/>seits natürlich ist es äusserst schwierig als Vorarlberger dann auch<lb/>
die Vorarlberger spezifischen Wünsche entsprechend zu vertreten.<lb/>
Da <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> aber gleichzeitig auch Direktor der Vorarlberger Kraft<lb break="no"/>werke ist, die Strom von den Illwerken beziehen, ergibt sich daraus<lb/>
eine sehr komplizierte Situation für ihn. Bis jetzt muss ich ge<lb break="no"/>stehen, ist er sehr geschickt durchlaviert. Natürlich haben ihn auch<lb/>
Vorarlberger Nachrichten hart attackiert und er hatte bei mir inter<lb break="no"/>veniert, ich sollte bei der Messe darauf hinweisen, welche Bemühungen<lb/>
er in jeder Beziehung gemacht hat, um alle zu befriedigen. Dies tat<lb/>
ich natürlich nicht, habe aber wohl darauf hingewiesen, dass alle<lb/>
Vorarlberger auch Innerösterreicher, in dem Fall das Handelsministerium<lb/>
sich sehr bemühen, um zu einer Lösung zu kommen. Eine zweite Inter<lb break="no"/>vention vom Handelskammerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__117009">Hämmerle</rs> war hier auch sehr<lb/>
interessant. Dieser ersuchte mich wieder, ich sollte in der Messe<lb/>
darauf hinweisen, dass die Unternehmer nicht schuld wären an der<lb/>
schlechten wirtschaftlichen Entwicklung und man sie deshalb jetzt<lb/>
nicht attackieren sollte. Auch hier ich natürlich diesem Verlangen<lb/>
nicht Rechnung getragen, wohl aber, ebenso wie bei <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtolds</rs> Wunsch<lb/>
darauf hingewiesen, dass die Sozialpartnerschaft uns den Erfolg seit<lb/>
1945 gebracht hat und wir jetzt nicht Schuldige suchen sollen, sondern<lb/>
uns alle anstrengen, um die Rezession bestmöglich in Österreich<lb/>
zu überwinden, was bisher ja auch hervorragend geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_25">Landestatthalter <rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs> ging sofort auf meine einleitenden Worte,<lb/>
dass ich bestrebt bin, alle offenen Fragen mit dem Land Vorarlberg po<lb break="no"/>sitiv zu lösen, insbesondere die Energieversorgung sicherzustellen,<lb/>
wie ich auf der Messe ja auch feierlichst erklärt haben, in konkre<lb break="no"/>te Gespräche ein. Grundlage war das Schreiben der Vorarlberger Landes<lb break="no"/>regierung an das Bundesministerium über die Forderung des Landes<lb/>
Vorarlberg an die Illwerke. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hatte mir vorher schon<lb/>
berichtet, dass alle kleineren Wünsche ohne weiteres erfüllt<lb/>
werden könnten, die in dem Schreiben angeführt sind. Hier handelt<lb/>
es sich darum, dass der Vergleichsverzicht Ansprüche dem Grunde<lb/>
nach sich erstrecken darf, dass die Härteklausel angewendet wer<lb break="no"/>den kann, wenn Vorarlberg sonst zu hohe Strompreise bezahlen müsste,<lb/>
die wir den Deutschen verrechnen wollen und dass insbesondere An<lb break="no"/>sprüche gegen die Vorarlberger Illwerke im hiefür vorgesehenen<lb/>
Schiedsgericht geltend gemacht werden könnten, d.h. darauf nicht<lb/>
verzichtet werden muss. Ausserdem stellte sich nun heraus, dass<lb/>
in dem Schreiben vergessen wurde, einen sinnstörenden Abschreib<lb break="no"/>fehler, eine Zeile wurde vergessen, im Syndikatsvertrags-Entwurf<lb/>
Punkt 5, Seite 3 ergänzt werden müsste. Zu diesem Punkt nahm ich<lb/>
nicht Stellung, weil ich bei den Besprechungen zwischen <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs> nicht anwesend war. Das wirklich offene Problem<lb/>
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durch Anwendung des Elektrizitätsförderungsgesetzes um 40 % ge<lb break="no"/>kürzt werden, weil sie steuerfrei in Rücklagen verwandelt werden<lb/>
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die Genussrechte wieder voll in Anspruch nehmen könnte. Das Ganze<lb/>
wird ja nur dann interessant, wenn die Deutschen die Überwälzung<lb/>
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ablehnen. Nach dem neuesten Gutachten ist dies auch mit aller Wahr<lb break="no"/>scheinlichkeit zu erwarten. In diesem Fall muss eine Lösung gefunden<lb/>
werden, wie dann zwischen Vorarlberger Illwerken und Land das<lb/>
zukünftige Verhältnis und die Abrechnung aussehen soll. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs><lb/>
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steuerfreien Rücklagen ausgesprochen. Da wir darin eine gewisse<lb/>
Schädigung vermuten. <rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs> ist damit einverstanden, dass Ende<lb/>
August, Anfang September die Detailbesprechungen übe diesen Punkt<lb/>
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allem aber zuerst zu einer befriedigenden Aufklärung aller Möglichkei<lb break="no"/>ten gekommen werden muss. Erst dann wird der Vertrag endgültig abge<lb break="no"/><pb n="26-0878" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band26/26_1975-07-24_1975-07-30_0878.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schlossen. Wir werden noch in diesem Jahr die entsprechenden Ge<lb break="no"/>setze resp. Vereinbarungen im Parlament einbringe. So zumindestens<lb/>
habe ich ihnen versprochen werde ich misch darum bemühen. Ich hoffe<lb/>
und bin überzeugt, nachdem die Finanzprokuratur und das Finanz<lb break="no"/>ministerium anwesend war, dass auch von dieser Seite keine prinzi<lb break="no"/>piellen Schwierigkeiten gemacht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte die endgültige Fassung dann mit dem Bü<lb break="no"/>ro des Finanzministers so schnell wie möglich besprechen und Vor<lb break="no"/>gangsweise festlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_27">LH <rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs>, <rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__97760">Müller</rs>, der sich früher mit diesen<lb/>
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keine andere Möglichkeit einer Lösung sehe. Ich habe aber<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs> bereits dahingehend informiert, dass ich versuchen werde,<lb/>
bei der Anwesenheit von Wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97457">Friderichs</rs> ohne<lb/>
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Ich möchte also eine Art freundschaftliche Intervention machen,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Ich möchte <rs type="person" ref="#per__97457">Friderichs</rs> eine informelle Akten<lb break="no"/>notiz, die womöglich objektiv sein soll, inoffizielle übergeben.<lb/>
Bitte vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_29">Ausser der Elektrizitätsfrage kam selbstverständlich auch die Ölver<lb break="no"/>sorgung zur Sprache. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> hat mich informiert, dass er nicht daran<lb/>
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nicht expressis verbis abgelehnt, die Vorarlberger stellen sich<lb/>
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und ein Drittel das Land dazu beitragen, um diese Top-Anlage zu er<lb break="no"/>richten. Da sie ja keine Raffinerie haben, würden sie die Produkte<lb/>
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haben zur Kenntnis genommen, dass ich nicht bereit bin, einen<lb/>
höheren Preis für ihre Produkte aus dieser Anlage zu genehmigen<lb/>
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in der Paritätischen Kommission die Höchstpreise auch für Inner<lb break="no"/>österreich sind. Ich habe auf diesen Punkt einige Male<lb/>
verwiesen und immer wieder die Zusicherung bekommen, dass man<lb/>
selbstverständlich dies akzeptieren wird. Vorarlberg erhofft<lb/>
sich nur durch diese Destillationsanlage – und das stimmt sicher<lb/>
– das grössere Tanklager in Vorarlberg gebaut werden müssen. Sie<lb/>
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vielleicht mindestens 30.000 t als Pflichtlager der Vorarlberger<lb/>
Landesregierung zur Verfügung gestellt werden müsste. Damit sei<lb/>
eine gewisse Bevorratung möglich. Von diesem Standpunkt aus<lb/>
begrüsse ich natürlich dieses Projekt sehr. Ich habe meine Ein<lb break="no"/>wände und Vergleiche mit der Raffinerie Lannach auch nur des<lb break="no"/>halb gemacht, um festzustellen, dass letzten Endes die Errichtung<lb/>
unterblieb, weil sie nicht kostendeckend war. Vom Standpunkt<lb/>
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schon gar nichts gegen eine Destillation in Vorarlberg etwas<lb/>
einzuwenden. Man soll nur im Hinkunft mir nicht vorwerfen können,<lb/>
ich hätte nicht entsprechend zeitlich gewarnt, wenn ich dann ent<lb break="no"/>sprechende Preisanträge, die höher liegen als die innerösterreichischen<lb/>
nicht akzeptieren werde. Diese meine Erklärung nahm man mit grosser<lb/>
Befriedigung zur Kenntnis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte versuche die Unterlagen, die angeblich<lb/>
die Vorarlberger von der ÖMV bekommen haben, ebenfalls zu erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_31">Vorarlberg ist fest entschlossen, mit der Preussag neuerdings eine<lb/>
Aufsuchungsvereinbarung zu schliessen. Die bisherige war so,<lb/>
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Alborat<add>[???]</add> abgeschlossen. Vorarlberg ist deshalb nicht bereit, auf<lb/>
die Konzession, wie die ÖMV wünscht zu verzichten und das ganze<lb/>
Gebiet ihr allein zu übertragen. Die ÖMV hat Vorarlberg nur 2 %<lb/>
Förderzins versprochen Eine ähnliche Regelung hat die ÖMV auch<lb/>
in NÖ. Ich erklärte ausdrücklich, mich in die Details nicht ein<lb break="no"/>mischen zu wollen, doch habe ich vollstes Verständnis dafür,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Die OB soll die Konzessionsfrage neuerdings<lb/>
auf Grund des Vorarlberger Wünsche überprüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_33">Die Vorarlberger lehnen mit Recht und ich konnte ihnen in diesem<lb/>
Fall auch nur zustimmen, das Angebot der ÖMV, Ruhrgas um 2.50 franko<lb/>
Grenze zur Verfügung zu stellen, ab. Die ÖMV hätte ihnen gesagt,<lb/>
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Gaspreis auf 2.10 S reduzieren. Auch dieser Preis ist natür<lb break="no"/>lich noch zu überhöht. Da die Vorarlberger kein Leitungssystem<lb/>
derzeit haben, einzig Bregenz bezieht von Lindau Stadtgas, kommt es<lb/>
derzeit auch zu keinen sehr konkreten Verhandlungen und Abschlüs<lb break="no"/>sen. In Vorarlberg müsste die Landesgesellschaft erst ein Gasnetz<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte prüfe, wie weit wir eine solche Entwick<lb break="no"/>lung verhindern können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_35"><rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> hatte für eine Schweizer Delegation von der NOK, d. ist<lb/>
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Ostschweiz, ähnlich unserer Verbund, eingeladen. Ich hatte Gele<lb break="no"/>genheit mit den Direktoren über die Energieverhältnisse zu sprechen.<lb/>
In der Schweiz ist die Zuwachsrate noch wesentlich geringer als<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_36">Interessant für mich war aber die Aussprache mit ihren Atomfachleuten<lb/>
Ich habe das kanadische Problem zur Sprache gebracht. Die Kanadier<lb/>
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Konditionen ihre Abschlüsse tätigen konnten. Sie haben zwar<lb/>
wesentlich kleinere Werke – von 300 bis 400 MW – das bei Mühlheim<lb/>
in Bern hatte ich ja besichtigt – die aber heute mit 1.000 sfrs.<lb/>
für kWh als äusserst billig zu gelten haben. Wir bauen wesentlich<lb/>
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sehr teuer. Zwischen Siedewasser- und Druckwasser-Reaktoren haben<lb/>
die Schweizer erklärt, gäbe es sicherheitstechnisch keinerlei Vor-<lb/>
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vom Standpunkt der Kosten verheerend und man kann vor allem aber<lb/>
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Schwerwasser-Reaktoren der Kanadier erklären die Schweizer, dass<lb/>
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einzulassen. Die Kanadier müssten eine grosse Industrie hinter ihr<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_37">Wie schwierig es gerade für Firmen ist, diese Referenzen zu erwer<lb break="no"/>ben, zeigte mir der Besuch von Rotund II<add>[?]</add>. Dort haben Siemens und Elin<lb/>
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nämlich Voith Deutschland einen entsprechenden Rückschlag erlitten.<lb/>
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Bestandteile neuerdings konstruiert, verstärkt, die alten ausgebaut,<lb/>
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schon sehr gespannt, ob es bei uns fehlerfrei funktionieren wird.<lb/>
Verspätungen haben wir dadurch erlitten, dass Elin wieder einmal<lb/>
zu spät geliefert hat, resp. auf der Baustelle, wo sie diesen<lb/>
riesigen Generator zusammensetzen musste durch entsprechende Späte<lb/>
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nicht so dringend brauchen, die Deutschen sind zwar ungehalten, sind<lb/>
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Strom geliefert bekommen, wirkt sich die Verzögerung nicht so krass<lb/>
aus. Kritisch wäre es nur, wenn dieselben Fehler auftreten würden<lb/>
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auf eigene Kosten alles nur denkbar mögliche ein, damit sie ja nicht<lb/>
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Bei solchen grossen Produktionseinheiten spricht es sich mit<lb/>
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Referenz hat man nur eine negatives Image, das man dann kaum mehr<lb/>
los wird. Dann kann man noch so billig und preiswert offerieren,<lb/>
niemand kauft einem solche Maschinen ab. Verständlich, dass sich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_38">Mittwoch, 30. Juli 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_39">Beim Spatenstich in Gratkorn bei der Firma Leykam war wirklich<lb/>
ein Volksfest, da alle Teilnehmer ein Hendl, eine Krainer oder<lb/>
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dagegen dürften sie tatsächlich mit den letzten zwei Papiermaschinen<lb/>
insbesondere auf dem letzten Stand sein. Ganz stark hat mich beein<lb break="no"/>druckt die Adjustierung der Papiere. <rs type="person" ref="#per__141607">Schein</rs> wusste nicht, dass ich<lb/>
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erklären. Die Papiermaschinen aus der ERP-Zeit vor 20 Jahren<lb/>
wurden noch überbreit mit 3,90 m eine angeschafft. Jetzt sind<lb/>
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aber vor allem auch Formate verlangt werden, auf kleinere Rollen<lb break="no"/>breiten übergegangen. Die letzten zwei sind nur mehr 2,80 m<lb/>
Meine neue Erkenntnis, es ist keinesfalls so, dass nur die grösse<lb break="no"/>ren, d.h. in dm Fall breiteren Maschinentypen rationeller arbeiten<lb/>
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man geht bei dem Spezialpapier oft bis auf 200 m zurück. Wirklich<lb/>
beeindruckend und das habe ich allerdings bei allen Papierfabriken<lb/>
bis jetzt festgestellt, die ich besichtigt habe, ist, dass der<lb/>
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nicht mehr gebraucht wird. Alles durch die Elektronik ersetzt.<lb/>
Überhaupt wird die Produktion ausschliesslich heute von Computern<lb/>
gesteuert, gelenkt und letzten Endes auch damit die Rentabilität<lb/>
erreicht. Jeder Auftrag muss durch den Computer und der optimiert.<lb/>
Er bestimmt, in welcher Maschine, und er bestimmt, aus welchem Format<lb/>
heraus geschnitten wird. Gegenüber dieser grossen, mächtigen<lb/>
und ich glaube auch sehr rentablen Papierfabrik fällt die Zellulose<lb break="no"/>produktion ungeheuer ab. Obwohl die Zellulosefabrik auch 20 Jahre<lb/>
erst alt ist, wird sie vollkommen weggerissen und neu gebaut.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141607">Schein</rs> erklärt mir, sie haben sich durchgerechnet, ob man die Ge<lb break="no"/>bäude und einen Teil der Produktion noch erhalten sollte und sich<lb/>
draufgekommen, dass es am zweckmässigsten ist, das Ganze abzubrechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_40">Jetzt kann ich umso mehr verstehen, dass nicht nur der Aktionär<lb/>
die CA, sondern auch die Belegschaft ganz besonders auf diesen Neubau<lb/>
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Zellulosefabrik, obwohl sie schon einige Male sicherlich schon abge<lb break="no"/>schrieben ist, nicht weiter existieren kann. Da die Kapazität verdoppelt<lb/>
wird, die Lauge im Verbrennungsprozess dann auch noch sogar Energie<lb/>
abgibt, wird sich die Investition von über 2 Mia. doch auf Dauer ge<lb break="no"/>sehen, rentierten. Am stärksten hat bei der Ansprache der Betriebs<lb break="no"/>ratsobmann <rs type="person" ref="#per__141608">Rott</rs> die Tatsache, dass endgültig entschieden wurde, heraus<lb/>
gestrichen. <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> hat nur mich begrüsst, als Präsident des Auf<lb break="no"/>sichtsrates der Leykam, übrigens auch gleichzeitig Präsident der<lb/>
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meinte, es seien zwei Minister anwesend, der Landeshauptmann, der<lb/>
Landesrat usw. ohne die Namen zu nennen. Dadurch kam es überhaupt<lb/>
zu keinem Beifall, was ich als sehr positiv empfand. Die Sonne brannte<lb/>
auf den Festplatz, wenn da erst jeder einzeln begrüsst worden wäre, hät<lb break="no"/>te das noch länger gedauert. Es waren sowieso 8 Redner. Einzig<lb/>
und allein GD <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> von der CA wies auf einige negative Entwick<lb break="no"/>lungen der letzten Zeit insbesondere was die Preisentwicklung be<lb break="no"/>trifft, hin. Natürlich replizierte ich sofort und stellte die Be<lb break="no"/>schäftigung an die Spitze. Damit erntete ich Beifall. Sehr geschickt<lb/>
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aufgesetzt hat, allein herunterlas, sondern mit einigen Gags viel<lb/>
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die Wasserverschmutzung begonnen durch entsprechende Anlagen zu<lb/>
verbessern. Darauf zu replizieren, wäre natürlich ein ungeheurer<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_41">Interessant war das Pressegespräch, zu dem ich Gott sei Dank noch<lb/>
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Redakteure geladen und es waren tatsächlich mindestens 20 Leute<lb/>
gekommen. Die grosse Frage, wieso die Investitionen gemacht werden<lb/>
und ob sie sich rentieren werden, wenn jetzt ein 10 %-iger Pro<lb break="no"/>duktionsrückgang zu verzeichnen ist, den <rs type="person" ref="#per__119263">Spiegelfeld</rs> für das erste<lb/>
Halbjahr 1975 erklärt hatte. Zum Glück habe ich im letzten Moment<lb/>
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nicht waren, dann von der Fabrik bekommen und konnte daher darauf<lb/>
hinweisen, dass die Ergebnisse 1974 mit 54 % plus nicht gehalten<lb/>
werden konnten. Jedermann wird dies einsehen und war dadurch auch<lb/>
der 10 %-ige Minusproduktion des Jahres 1975 nicht nur erklärt<lb/>
sondern auch optisch entsprechend korrigiert. Diese Ziffer war tausend<lb/>
Mal wichtiger als alle anderen, die ich in meinen Unterlagen vorfand<lb/>
und die ich nur teilweise gebrauchen konnte. Bei einer Papier<lb break="no"/>fabrik oder Zellulosefabrik-Eröffnung oder Spatenstich sind nur<lb/>
Fachziffern interessant, die die Sparte betreffen. Allgemeine<lb/>
Industrieproduktionsziffern verlieren dabei vollkommen an Wert.<lb/>
Eine weitere wichtige Ziffer erfuhr ich bei der Pressekonferenz, die<lb/>
ich dann natürlich auch dann sofort bei meiner Ansprache verwendete.<lb/>
1 % <choice><choice><sic>BRN-Wachstum</sic><corr>?</corr></choice></choice> bedeutet 1,6 % Papierverbrauch mehr Das soll eine<lb/>
jahrzehntelange Korrelation sein, die international auch bestätigt<lb/>
wird. Die dritte wichtige Ziffer war, dass man internationalen an<lb break="no"/>nimmt, 5 % Papierverbrauchsteigerung sei in den nächsten Jahren<lb/>
unter allen Umständen zu erwarten. Diese drei Ziffern, dazu viel<lb break="no"/>leicht der eine oder andere Gag und man kann eine Rede herrlich damit<lb/>
halten. In Dornbirn hat man mir erzählt und ich bin davon<lb/>
überzeugt, da es meistens politische Gegner waren, dass die Lager leer<lb/>
sind. Die Bekleidungsindustrie muss jetzt bei der Textilindustrie<lb/>
bestellen. Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> von der Handelskammer hat dies so<lb/>
ausgedrückt, dass die Pipeline leer ist. Eine ähnliche Situation<lb/>
erwartet man jetzt in der Papierindustrie. Die Lager sind auch leer,<lb/>
es muss daher zu meinen Bestellungen kommen. Diese Indikatoren muss<lb/>
man jetzt in der nächsten Zeit besonderes Augenmerk zuwenden. Wenn<lb/>
es tatsächlich auf der ganzen Linie zutrifft, dass die Pipelines,<lb/>
um diesen blöden und falschen Ausdruck zu gebrauchen, leer sind,<lb/>
dann muss es zu einer Produktionssteigerung kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs><add>TONI?</add>: Hier müssten wir mit unseren Untersuchungen resp.<lb/>
Beobachtungen ansetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_43">Beim Rückflug hatte ich Gelegenheit mit <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> und auch mit dem Vor<lb break="no"/>standsmitglied <rs type="person" ref="#per__133255">Ettl</rs> von Philips über die wirtschaftliche Lage zu<lb/>
sprechen. Philips ist ebenfalls der Meinung, dass es im nächsten<lb/>
Jahr aufwärts gehen wird. Auch dort seien die Lager leer, von ihren<lb/>
Abnehmern, und es müsste deshalb zu einem Aufschwung der Produktion<lb/>
kommen. Derzeit schleppen sie 500 Beschäftigte mit und haben wenig<lb/>
um nicht zu sagen, gar nichts für sie zu tun. Sie werden deshalb nach<lb/>
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drei Wochen anschliessen. Viele Arbeitnehmer beschweren sich aber,<lb/>
dass sie dann 75 % ihres Lohnes als Entschädigung bekommen und nichts<lb/>
arbeiten müssen. Die die arbeiten wollen dieselben Pflichturlaube<lb/>
haben. Man sieht, dass in einem grossen Konzern eine solche<lb/>
Regelung sehr kompliziert ist. <rs type="person" ref="#per__133255">Ettl</rs> erwartet im nächsten Jahr<lb/>
einen ganz grossen Auftrieb der Preise. Er spricht von einer<lb/>
gigantischen Inflation, die Philips in Westeuropa mit dem Kon<lb break="no"/>junkturaufschwung erwarten. Ich erklärte sofort rundwegs, das stört<lb/>
mich überhaupt nicht ich erwarte auch eine wesentliche Preissteigerungs<lb break="no"/>welle in Westeuropa, Österreich muss <choice><choice><sic>daie</sic><corr>dabei?</corr></choice></choice> nur schauen, dass es im<lb/>
unteren Drittel bleibt, meine alte Theorie wird sich in der Praxis<lb/>
wieder bestätigen: Ohne Preissteigerung keine Produktionssteigerung<lb/>
und damit kein Wachstum der Wirtschaft, natürlich real gerechnet.<lb/>
Für die nächste Zeit war das Null-Wachstum und in manchen Ländern<lb/>
sogar das Minus-Wachstum, ein vollkommen falscher Begriff, denn wenn<lb/>
etwas negativ ist, kann es kein Wachstum mehr sein, sondern müsste<lb/>
Minus-Schrumpfprozess heissen, eine heilsame Lehre gewesen. Die Null<lb break="no"/>wachstumsfetischisten haben für lange Zeit an Boden verloren, aller<lb break="no"/>dings bin ich fest davon überzeugt, wenn die Produktion in West<lb break="no"/>europa wieder voll laufen wird, werden sie wieder kommen und darauf<lb/>
hinweisen, welche schlechten Auswirkungen es auf die Welt und die<lb/>
Menschheit hat, dass wir als Wachstumsfetischisten wieder die Pro<lb break="no"/>duktion so angekurbelt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_44">Direktor <rs type="person" ref="#per__141607">Schein</rs> hat bei der Besichtigung der Kraftwerksanlagen der<lb/>
Fabrik behauptet, dass er Schwierigkeiten hat mit der GKB einen<lb/>
Kohlenliefervertrag abzuschliessen. Bis jetzt haben sie 15.000 t<lb/>
Braunkohlestaub bezogen, im Jahre 1974 hatten sie momentan überhaupt<lb/>
eine Kündigung der Vertrages und jetzt gibt es grosse Lieferschwie<lb break="no"/>rigkeiten. Die Fabrik stellt sich deshalb auf Öl und in Hinkunft<lb/>
auch auf Gasheizung um. Scheinbar ist die GKB wirklich nicht imstande<lb/>
eine Produktion so zu erstellen, dass auch die Abnehmer entsprechend<lb/>
langfristig reibungslos beliefert werden. Hier wird es notwendig<lb/>
sein, einmal zu ergründen, wieso es zu solchen Lieferschwierigkeiten<lb/>
kommt resp. was die GKB dagegen unternimmt.<lb/>
ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs><add>TONI[,] Burian</add>: Bitte lass über <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> nicht nur bei der Leykam,<lb/>
sondern bei allen Industrie-Abnehmern feststellen, wie die Liefer<lb break="no"/>verhältnisse sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_45">Botschafter <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs><add>[evtl. Falschidentifikation; Anm.]</add> als Aufsichtsratspräsident von der Baufirma STUAG<lb/>
ruft an und möchte mit mir unbedingt eine Zusammenkunft. Wir können<lb/>
dies dann allerdings telefonisch erledigen, weil er in Wirklichkeit<lb/>
nur intervenieren möchte, dass die Stuag auch in die Arbeits<lb break="no"/>gemeinschaft kommt, die sich um das Kanalprojekt in Ägypten<lb/>
bemüht. Die österr. Baufirmen haben bis jetzt sich erfolgreich da<lb break="no"/>gegen gewehrt, die Arbeitsgemeinschaft stark zu vergrössern. <rs type="person" ref="#per__140654">Kreisky</rs><lb/>
hat der Kärntner Gesellschaft zugesagt, er wird sich bemühen, dass<lb/>
diese auch in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen wird, <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> be<lb break="no"/>hauptet, den Betriebsräten von der Stuag hätte er gesagt, er wird<lb/>
mit mir über dieses Problem sprechen. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__135642">Leitner</rs> sofort<lb/>
dezidiert, dass ich nicht bereit bin, mich in diese Verhandlungen<lb/>
einzuschalten. Ich <choice><choice><sic>präferenziere</sic><corr>präferiere</corr></choice></choice> keine Firma, ich habe auch keine<lb/>
Möglichkeit, eine Firmengruppe zu zwingen, eine aussenstehende aufzu<lb break="no"/>nehmen. Er solle diesbezügliche Verhandlungen mit der Arbeitsgemein<lb break="no"/>schaft führen. Vor allem aber soll er sich jetzt in Ägypten erkundigen,<lb/>
ob und wie die ganze Sache steht. Wenn er das Gefühl hat, ich könnte<lb/>
mit der Arbeitsgemeinschaft nachher ein Gespräch führen, um zu er<lb break="no"/>gründen, warum sie ihn nicht aufnimmt, so bin ich gerne bereit, ein<lb/>
solches Gespräch später, wenn die Fakten vorliegen, dann tatsächlich<lb/>
zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_46"><rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> hat in einem Brief ersucht, wir sollen Min.Rat <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> ver<lb break="no"/>längern. Darüber hinaus möchte er, dass er den Sektionscheftitel be<lb break="no"/>kommt und einen höheren Orden. Die beiden letzteren stellen überhaupt<lb/>
kein Problem dar, wenn die entsprechenden Zeitabstände vor der<lb/>
letzten Auszeichnung weit genug zurückliegen. Den Sektionscheftitel<lb/>
bin ich gerne bereit ihm zu verleihen, wenn er die Voraussetzungen dafür<lb/>
erbringt. Beim Bund ist alles gerade auf diesem Gebiet sehr genau<lb/>
geregelt und man hat kaum einen Spielraum. Die grösste Schwierigkeit<lb/>
wird es machen, seinen Vertrag zu verlängern. Abgesehen davon,<lb/>
dass wir in der Regierung einen diesbezüglichen Beschluss einmal<lb/>
gefasst haben, dies nur in seltensten Ausnahmefällen zu tun, ergibt sich<lb/>
dann eine entsprechende Reihe von anderen Verlängerungswünschen automa<lb break="no"/>tisch. Die grösste Gefahr ist, dass noch <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> kommt und ein Jahr ver<lb break="no"/>längert haben will. In Wirklichkeit würden wir einen tüchtigen Sektions<lb break="no"/>chef für die Industriesektion benötigen, der dann die Reorganisation,<lb/>
die wir formell eingeleitet haben, auch materiell zu einem Erfolg führt.<lb/>
Derzeit hört man nämlich von der Aktivität der Industriesektion ver<lb break="no"/>hältnismässig wenig. Ich habe immer so das Gefühl, die Handelskammer<lb/>
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die Industriepolitik allein und ausschliesslich macht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-07-24_47">ANMERKUNG AN ALLE: Wo ist der zukünftige Leiter der Industriesektion?<lb/>
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               <persName><surname>Bock</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Vizekanzler, Präs. Donaueurop. Institut, AR-Vors.
                  Leykam</occupation>
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            <person xml:id="per__139558">
               <persName type="label">Huber, E</persName>
               <persName><surname>Huber</surname><forename>E</forename></persName>
               <occupation>MR HM [10.1.1972 mit Berufung gegen eine Betriebsstätte befasst; mglw.
                  aber auch ident mit Huber, D?]</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__109293">
               <persName type="label">Busek, Erhard</persName>
               <persName><surname>Busek</surname><forename>Erhard</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__107939">
               <persName type="label">Römer, Wolfgang</persName>
               <persName><surname>Römer</surname><forename>Wolfgang</forename></persName>
               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113016">
               <persName type="label">Peter, Walter</persName>
               <persName><surname>Peter</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Dir. Illwerke</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Hämmerle, B</persName>
               <persName><surname>Hämmerle</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>Präsident Vbg. Handelskammer</occupation>
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               <persName type="label">Keßler, Herbert</persName>
               <persName><surname>Keßler</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>LH Vbg., ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Berchtold, Adolf</persName>
               <persName><surname>Berchtold</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>GD Illwerke</occupation>
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