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            <title type="main">Montag, der  9. Juni 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_01">Montag, 9. Juni 1975<lb/>
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hat die Korrekturen der OECD wegen Wirtschaftswachstum, still und<lb/>
leise zu akzeptieren. Er fährt jetzt nach Paris, ich kann allerdings<lb/>
nicht entnehmen aus seinem Gespräch was wir jetzt eigentlich dagegen<lb/>
unternehmen sollen. Die OECD ist eine Angelegenheit des Bundeskanz<lb break="no"/>lers, <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> wird jetzt klären, wieso es zu dieser so negativen<lb/>
Stellungnahme im Bericht gekommen ist. Ich nütze die Gelegenheit<lb/>
um <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> neuerdings an den Brief zu erinnern, den er der DOKW<lb/>
wegen der Übernahme der Kosten für Abwinden-Asten unbedingt im<lb/>
Juni noch schreiben muss. Dir. <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> wollte dieses Problem nicht<lb/>
auf die nächste Tagesordnung des Aufsichtsrates setzen, wodurch<lb/>
kein Baubeschluss zustande gekommen wäre und Vorsitzender <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs><lb/>
uns sicher die Schuld in die Schuhe geschoben hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_03">MR <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> teilt mir mit, dass die Tiroler Bergbaustudiengesellschaft,<lb/>
deren Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__140630">Kettner</rs> in Fieberbrunn nach Uranerz forschen<lb/>
möchte. Vom Standpunkt des Umweltschutzes könnte es, meint <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs>,<lb/>
hier Schwierigkeiten geben. Ebenso gibt es Schwierigkeiten wegen<lb/>
Hochfilzen, wo eine kaustische Brennanlage errichtet werden soll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> nimmt an, dass ähnlich wie seinerzeit in Oberndorf die Be<lb break="no"/>völkerung sich gegen die Projekte wenden wird. Ich ersuche ihn um<lb/>
grösste Aufmerksamkeit, bin allerdings überzeugt, dass die Tiroler,<lb/>
weil es sich hier um ihre Studiengesellschaft handelt, wahrschein<lb break="no"/>lich wesentlich andere Stellungnahmen abgeben werden und einnehmen<lb/>
werden als dies seinerzeit der Fall war, wie es gegen Wien und<lb/>
insbesondere einen neuen roten Bundesminister gegangen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_04"><rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> teilt mir mit und frägt dann, ob ich einverstanden bin, dass<lb/>
die Technische Hochschule in Leoben ihm einmal wöchentlich einen<lb/>
Lehrauftrag von 2 Stunden über das Berggesetz gibt. Ich begrüsse<lb/>
diese Möglichkeit für <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs>. Gleichzeitig teilt er mir mit, dass<lb/>
die BH Leoben andere Berghauptleute einlädt, damit eine einheitliche<lb/>
Ausrichtung und Auffassung über die Probleme des neuen Berggesetzes<lb/>
vorgetragen werden, ist zweckmässigerweise zu warten bis <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> den<lb/>
Erlass an die Berghauptmannschaften abgefertigt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_05">Das Journalistenfrühstück ist sehr gut besucht. Dies liegt glaube ich<lb/>
weniger am Thema, als dass man eben jetzt die wichtigsten Teilnehmer,<lb/>
<pb n="26-0693" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band26/26_1975-06-09_0693.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wie es heute so schön heisst, motiviert hat, dass sie kommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> von Unilever und <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, Gewerkschaftsbund, die über<lb/>
die Auseinandersetzung wegen der Margarinepreise Versöhnung feiern,<lb/>
kommen auch sehr gut an. Ich habe die Gelegenheit ganz besonders<lb/>
darauf hinzuweisen, dass es doch gelungen ist den Streit nach längerer<lb/>
Zeit beizulegen und dass damit auch das Missbrauchsantragsverfahren<lb/>
im Kartellgericht des Österreichischen Gewerkschaftsbundes aus der<lb/>
Welt geschaffen ist. Vom Standpunkt des Handelsministers ein<lb/>
grosser Erfolg, da ich ja letzten Endes auch die Betriebe zu ver<lb break="no"/>treten habe, andererseits bin ich ja überzeugt, dass es auch in<lb/>
diesem Verfahren, wenn die Richter sich hier erst einmal einschal<lb break="no"/>ten und judizieren, kaum zu einer befriedigenden Lösung gekommen<lb/>
wäre. Abgesehen davon dass es sicherlich monatelang gedauert hätte.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit erkläre ich auch meine Überzeugung, dass ich<lb/>
in den Akkord, dass die Multis und Internationalen Gesellschaften<lb/>
schlecht sind, nicht einstimme. Für mich kann es nicht die Defini<lb break="no"/>tion geben, nationale Kapitalisten gut, internationale multinationale<lb/>
Kapitalisten schlecht. Ich erklärte wörtlich, ich präferenziere<lb/>
keinen Kapitalismus. Bei dieser Gelegenheit bringe ich auch gleich das<lb/>
Verhalten z.B. <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__115698">Meinl</rs>, ohne den Namen zu nennen, u.a. also, wenn man<lb/>
so will, nationaler Kapitalisten, an bezüglich der Preissenkung bei<lb/>
Kaffee.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_06">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> jetzt unbedingt die einzelnen<lb/>
Firmen wegen Sonderkaffee-Aktionspreissenkungen zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_07">Als Ergänzung zu der Theorie, dass wir an ausländischen Kapitalisten<lb/>
noch immer grosses Interesse in Österreich haben sollten, berichtet<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> dann über unsere Tätigkeit und ganz besonders über das neu<lb/>
Handbuch für Investorenwerbung. Ich glaube dass damit wirklich ein<lb/>
gutes Werk vorgelegt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_08">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Wie können wir dies propagandistisch besser<lb/>
verkaufen, ohne dass es uns natürlich Geld kostet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_09">Nach längerer Zeit wieder eine Fernsehaufzeichnung über die Ölpreis<lb break="no"/>entwicklung. Abends erklärt mir Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs>, dass sowohl<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> als auch ich "gelogen" hätten. Ich kann leider von ihm<lb/>
und schon gar nicht von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> den genauen Inhalt erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_10">ANMERKUNG für ALLE: Wer hat das Interview im Fernsehen gesehen.<lb/>
Bitte berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_11">Drei Vertreter des Allgemeinen Bauernverbandes beschweren sich<lb/>
über die Behandlung ihrer Preisanträge in der Preiskommission.<lb/>
Sie müssen allerdings auf meinen Vorhalt zugeben, dass sie noch<lb/>
niemals so viel Gelegenheit gehabt haben mitzuwirken. Sie wollen<lb/>
dass ich einen Einfluss nehme, dass die Preiskommission ihre Argu<lb break="no"/>mente stärker berücksichtigt. Genau dies erkläre ich, kann und will<lb/>
ich nicht tun. Die Preiskommission arbeitet sozusagen wie sie es für<lb/>
richtig und notwendig befindet. Die Mitwirkung vom Allgemeinen<lb/>
Bauernverband ist das Maximum, was ich ihnen zugestehe. Gegenüber<lb/>
den bisherigen Zustand ein ungeheures Zugeständnis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_12">Der tunesische Planungsminister <rs type="person" ref="#per__123181">Zaanouni</rs> erklärt dezidiert, dass<lb/>
er nur die Absicht habe die Gespräche zwischen Österreich zu ver<lb break="no"/>bessern. Er ist sehr befriedigt auch bei einer Aussprache die er<lb/>
nachmittags mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> und <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> hat, wo konkrete Projekte,<lb/>
z.B. eine Düngemittelfabrik in Tunesien, Kooperation mit österr.<lb/>
Firmen, eventuell sogar Kapitalbeteiligung daran zur Sprache kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_13">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte versuche bei <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs> einen genauen Be<lb break="no"/>richt über die besprochenen Projekte und insbesondere österreichische<lb/>
Zusagen zu erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_14"><rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> und <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> als Personalvertretung berichten und wünschen<lb/>
einige Änderungen. Da die Personalvertretungswahlen im Dezember<lb/>
stattfinden, muss durch Verordnung jetzt festgelegt werden, wo<lb/>
gewählt wird. Die Dienststelle Landstrasse möchte als eigene<lb/>
Dienststelle wählen. Die Energiesektion die auch eine eigene Dienst<lb break="no"/>stelle jetzt eigentlich disloziert ist im Rahmen des Handels<lb break="no"/>ministeriums Personalvertreter oder vielleicht auch eine eigene<lb/>
aufstellen wird, ist noch nicht endgültig entschieden. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs><lb/>
meint, die soz. Fraktion hätte Andeutungen gemacht, dass es zweck<lb break="no"/>mässig wäre, eine eigene Wahl dort durchzuführen. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> ist<lb/>
angeblich sehr erfreut, dass jetzt eine soz. Liste aufgestellt wird.<lb/>
Er erklärt sofort mit den beiden Repräsentanten <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> und <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs><lb/>
spricht er sich sehr gut. Sie sind gute Kollegen und er wird auch in<lb/>
Hinkunft bestens mit ihnen zusammenarbeiten. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> schlägt des<lb break="no"/>halb auch vor, dass der anderen Fraktion das Adressenmaterial über<lb/>
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der ÖAAB Vorwahlen durchgeführt hat, mussten sie sich die Adressen<lb/>
mühsam recherchieren, da das Präsidium keine Aufzeichnungen über<lb/>
die Wohnadressen besitzt. Ich kann mir dies zwar nicht vorstellen,<lb/>
bin aber mit dem Vorschlag <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayers</rs> einverstanden. Das Präsidium<lb/>
wird jetzt eine vollständige Liste der Personalvertretung zu über<lb break="no"/>geben haben. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> meint, ich müsste diesbezüglich eine Weisung<lb/>
an <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> resp. <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> geben. <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> erklärt ihm, dass bereits<lb/>
ein Auftrag erfolgt ist, eine Namens- und Wohnadressenliste zusammen<lb break="no"/>zustellen. <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> zeigt mir nachher das Rundschreiben von <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs>,<lb/>
wo sogar nach der Nummer der Versicherungskarte für die Sozialversiche<lb break="no"/>rung gefragt wird. Ich fürchte, dass dadurch die Zusammenstellung<lb/>
der Liste sehr lange wird auf sich warten lassen. Viele werden näm<lb break="no"/>lich die Sozialversicherungsnummer gar nicht wissen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Die Frage nach der Sozialversicherungsnum<lb break="no"/>mer darf das Erstellen der Liste nicht allzu lange hinauszögern. An<lb break="no"/>sonsten lieber Listen ohne diese Nummern zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_16">Die anderen Wünsche von <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> sind Einzelfälle. Der Aufzug bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>, der wegen Energiesparen noch immer ausser Betrieb ist, soll<lb/>
wieder geöffnet werden. Ich rede diesbezüglich mit <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> in der<lb/>
Ministerratsvorbesprechung, der aber dem nicht sehr wohlwollend gegen<lb break="no"/>übersteht. Er meint, die Beamten können ruhig zu Fuss zum Essen gehen,<lb/>
denn hauptsächlich handelt es sich um die Beförderung, wie er glaubt,<lb/>
zu diesem Zweck. Die Boten des Ministervorzimmers sollen von e) auf d)<lb/>
überstellt werden, da sie auch vervielfältigen und andere Tätigkeiten<lb/>
machen als nur Botengänge, <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> erklärt, dass man sich schon<lb/>
einmal bemüht hätte, das Bundeskanzleramt aber ablehnt, weil auch<lb/>
die Boten im Bundeskanzleramt nur in e) und nicht in d) sind. Ein<lb/>
kleiner Bediensteter <rs type="person" ref="#per__140631">Ziegler</rs> hat vom Präsidium eine Buwog-Wohnung<lb/>
bekommen, doch könnte er den Zins gar nicht bezahlen. Ich sollte des<lb break="no"/>halb bei der Bundesgebäudeverwaltung intervenieren, Dir. <rs type="person" ref="#per__140633">Schubert</rs><lb/>
könnte ihm eine billige Dienstwohnung verschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte kläre, wie wir hier den Mann wirklich<lb/>
unterstützen können und wer der Mann eigentlich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_18">Ich weise in der weiteren Aussrpache darauf hin, dass ich nach den<lb/>
Wahlen im Oktober mit der Personalvertretung gemeinsam dann eine<lb/>
neue Aktion für die Motivierung und bessere Ausbildung und aktiveres<lb/>
Einsetzen der Beamten besprechen möchte. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> gibt zu, dass<lb/>
unsere Managementkurse, die jetzt leider wieder eingeschlafen sind,<lb/>
einen guten Erfolg gebracht haben. Seiner Meinung nach wäre es<lb/>
auch zweckmässig, wenn alle Akademiker, die aufgenommen werden, zuerst<lb/>
in den Kanzleien eine gewisse Zeit Arbeit verrichten, damit sie<lb/>
den Dienstbetrieb besser kennenlernen. Um die Arbeitskräfte besser<lb/>
zu nützen, stimmt <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> zu, ja er sagt sogar, dass dies einmal<lb/>
ein Vorschlag von ihm war, dass wir eine zentrale Schreibstube er<lb break="no"/>richten. Dort müsste mit Hilfe der Textverarbeitung möglich sein,<lb/>
einen grösseren Schreibarbeitsanfall zu bewältigen, als dies der<lb break="no"/>zeit mit der Dezentralisierung jeder einzelne Referent womöglich<lb/>
eine eigene Sekretärin, zu erreichen ist. Dadurch kommen gewsisse<lb/>
Schreibkräfte manchmal zu einer starken Überbelastung und der Gross<lb break="no"/>teil der Schreibkräfte macht nichts sondern nur Telefondienst für<lb/>
den Referenten oder Abteilungsleiter. Bei Neuaufnahmen, erklärte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs>, hat er deshalb von <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> verlangt, dass ein Teil zentral<lb/>
zusammengefasst wird. Für die Schreibstube könnten wir sogar<lb/>
Intensivzulagen geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte dasselbe System, wie wir es in der Arbei<lb break="no"/>terkammer eingeführt haben, auch im Ministerium nach den Wahlen so<lb break="no"/>fort zu versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_20">Zuletzt verweise ich auf die Beschwerde des B-Beamten <rs type="person" ref="#per__134131">Anderle</rs> von<lb/>
der OB, weil <rs type="person" ref="#per__113369">Wüstrich</rs> ihm gedroht hat, sein korrektes Verhalten<lb/>
bei Genehmigung von 750.– S für ein Türschild <rs type="person" ref="#per__113369">Wüstrichs</rs> könne in<lb/>
der Personalvertretung nachteilig für ihn sein. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> erklärt,<lb/>
hier müsse es sich um ein Missverständnis handeln, er wird dieses<lb/>
sofort aufklären. <rs type="person" ref="#per__113369">Wüstrich</rs> hätte nur, so wie die Personalvertretung<lb/>
auch bereits vor längerer Zeit, schon festgestellt, dass in der OB<lb/>
die budgetäre Abwicklung sehr unzweckmässig ist. Diese so autonome<lb/>
Sektion hat seinerzeit zwar die Personalhoheit verloren – sie hatte<lb/>
eine Zeitlang eine eigene Personalabteilung – und nimmt nicht zur<lb/>
Kenntnis, dass auch bei der budgetären Gebarung und Abwicklung sie<lb/>
äusserst unzweckmässig organisiert ist. Ich informiere auf seine An<lb break="no"/>frage <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, dass auch der Rechnungshof festgestellt hat,<lb/>
dass die OB sehr unzweckmässig organisiert ist. Trotzdem <rs type="person" ref="#per__113369">Wüstrich</rs><lb/>
vielleicht in der Sache recht hat, denn um 750.– S macht man nicht<lb/>
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durchführenden Beamten zu drohen, wenn er sich an die vielleicht<lb/>
aber unzweckmässigen Vorschriften hält. Ohne dass wir es aussprechen,<lb/>
sind wir alle der Meinung, dass die OB wesentlich reorganisiert ge<lb break="no"/>hört. Die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> und <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> war sehr nützlich,<lb/>
da ich meistens mit ihnen in einem Gleichklang bin, Das einzige, wo<lb/>
wir differenzieren ist, dass sie natürlich wünschen aus rein politischen<lb/>
Gründen einen anderen Minister zu bekommen. Sachlich glaube ich fürchten<lb/>
sie aber vielmehr, dass ein neuer Mann ihnen wieder die Möglichkeit,<lb/>
die ich ihnen insbesondere in der Mitbestimmung beim Präsidium einge<lb break="no"/>räumt habe, wieder rückgängig machen könnte. Käme nämlich ein CV-ler,<lb/>
der sich wieder mit <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> arrangiert, wäre wahrscheinlich ihr Einfluss<lb/>
bald wieder entsprechend geringer. Ohne dass darüber gesprochen wird,<lb/>
bin ich überzeugt, dies fürchten sie mehr als mein Verbleiben im Han<lb break="no"/>delsministerium.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_21">Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__136644">Figdor</rs>, der Vertreter der RUEFA und gleichzeitig auch Partner<lb/>
von Intourist bringt mir Präs. <rs type="person" ref="#per__140635">Poitschenko</rs> von Intourist zu einer<lb/>
Aussprache. Dieser verweist darauf, dass sie auf touristischem Gebiet<lb/>
zwischenstaatliche Abkommen mit nicht nur den sozialistischen Ländern<lb/>
sondern Italien, Libyen, Irak haben. Mit Frankreich, Belgien, Finnland<lb/>
wird derzeit verhandelt. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> ist nicht greifbar, ich weiss nicht genau<lb/>
wie weit die zwischenstaatlichen Verhandlungen wegen eines österreichisch-<lb/>
sowjetischen Touristenabkommens ist und gehe deshalb darauf nicht ein.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__140635">Poitschenkos</rs> wahr und Kontakt mit ihm neuerdings<lb/>
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sfrs. Anleihe zu äusserst günstigen Bedingungen. 15 Jahre Laufzeit,<lb/>
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der OeNB diesbezüglich wegen einer Fremdwährungsanleihe angesucht<lb/>
und wurden abgelehnt. Ich erkläre mich sofort bereit, mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97873">Rieger</rs> darüber zu sprechen. Die STEWEAG ihrerseits hat in der<lb/>
letzten Zeit ein sehr interessantes gesamtösterreichisches Verhalten<lb/>
gezeigt. Insbesondere ist sie der Meinung, dass Voitsberg III nicht<lb/>
ein Anliegen der Verbund sondern aller österreichischer Elektrizitäts<lb break="no"/>werke sein müsste. Ich glaube, das ist aber hauptsächlich darauf zurück<lb break="no"/>zuführen, dass sich hier um ein steirisches Kohlenvorkommen handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_24">Anm. f. <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und <rs type="person" ref="#per__97873">Rieger</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_25">Der Weinhändler <rs type="person" ref="#per__132520">Petermichl</rs> hat Schwierigkeiten mit Anerkennung der<lb/>
Qualitätszeugnisse in Deutschland. Von 5 Lieferungen ist erst eine<lb/>
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beanstandet, dass Traubendicksäfte und Glycerin in österreichischen<lb/>
Weinen vorkommen. Deshalb seien weitere 17 Transporte nicht freige<lb break="no"/>geben worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte mit Landwirtschaftsministerium diese Frage<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_27">Bei der Ministerratsvorbesprechung analysiert <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Tiroler<lb/>
Wahl, ohne allerdings genauere Analysen zu besitzen. Die KP, meint er,<lb/>
hätte grossen Zuwachs, wird allerdings sofort durch Zwischenrufe korri<lb break="no"/>giert, dass sie früher nur in einem Wahlkreis kandidiert hätten und<lb/>
jetzt in zwei. Trotzdem ist richtig, dass die KPÖ, wenn derselbe Trend<lb/>
in ganz Österreich anhalten würde, ein Grundmandat in Wien bekäme<lb/>
und dadurch ein zweites Mandat aus den Reststimmen bei Nationalrats<lb break="no"/>wahlen. <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs>-Appeal hätte nur mit +0,6 % – meint er – sich<lb/>
niedergeschlagen, dass er – wenn – in den Dörfern verloren hätte.<lb/>
Was auf Wechselwähler zurückzuführen sei. In dem Verlust in grösseren<lb/>
Gemeinden wie z.B. Telfs, Wattens, Innsbruck −1,4 %, Innsbruck Land<lb/>
−2,4 %, müsse man genau analysieren, wieso es zu diesen Verlusten<lb/>
gekommen ist. Zum Unterschied hatte man in Reutte +2,6 % gewonnen.<lb/>
Wäre ich eingebildet und arrogant, hätte ich wahrscheinlich dazwischen<lb/>
gerufen, weil ich ein paar Mal in Reutte war. In Wirklichkeit fällt mir<lb/>
auf, dass jede Partei immer wieder erklärt, man wird das Wahlergebnis<lb/>
genau analysieren und <choice><choice><sic>darauf</sic><corr>daraus</corr></choice></choice> Konsequenzen<add>[ziehen]</add>, ob sie gewinnt oder verliert,<lb/>
ganz egal, ohne dass wirklich dann eine systematische Analyse erfolgt.<lb/>
Man redet eben dann in den Parteivorständen darüber und das glaube<lb/>
ich ist alles. Auf alle Fälle bin ich persönlich sehr überrascht,<lb/>
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zu verhindern. Er hat 1970 bei den Landtagswahlen besonders gut abge<lb break="no"/>schnitten, zwei Mandate gewonnen, weshalb es für mich eigentlich selbst<lb break="no"/>verständlich war, dass er bei diesen Wahlen verlieren wird und muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_28"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtete auch über die Bauernbundvorsprache und ich erfuhr,<lb/>
dass die Sitzung unterbrochen wurde, wie ich dann schon weg war<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> dann wieder erschienen ist und erklärte, am Montag<lb/>
würde eine Bauerndemonstration am Ballhausplatz stattfinden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
war darüber sehr verärgert, hat sie hart genommen, meinte, sie würden<lb/>
den sozialen Frieden stören und portugiesische Zustände herbeiführen,<lb/>
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auch vorgesehen, dass man mit der Rentnerorganisation eine Gegendemonstra<lb break="no"/>tion zur selben Zeit am Ballhausplatz veranstaltet. Die Bauern dürfen<lb/>
nicht erwarten, dass sie ungestraft den sozialen Frieden gefährden<lb/>
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zu erfüllen. Er hätte eine Angleichung in drei Jahren vorgesehen, wo sie<lb/>
aber auch einen entsprechenden Beitrag zu leisten haben, da dies ca.<lb/>
1 Mia. S kostet. Jetzt ist der Bundeszuschuss schon von 750.– S 1970<lb/>
auf 3,2 Mia. angewachsen seinerzeit hat der Sozialbeirat eine Prognose<lb/>
gestellt, dass dies nur 1,5 Mia. S kosten dürfe. Man sieht also mehr<lb/>
als eine Verdoppelung als geplant.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Die nächste Sitzung ist am 20.6., 15 Uhr, die<lb break="no"/>selbe Zeit, wo ich AEZ-Diskussion habe. Bitte diese leider wieder ver<lb break="no"/>schieben.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_30"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann über die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> über den Nahen Osten<lb/>
wo die grosse Gefahr ist, dass die SU Libyen Waffen und Instruktoren lie<lb break="no"/>fert, die sich primär gegen Ägypten richten werden. Die USA wird nun<lb/>
bilateral versuchen, zur Einigung zu kommen, wenn nicht, wird es in<lb/>
Genf einen eigenen Plan wahrscheinlich vorlegen. Ein eventuelles<lb/>
Sozialistentreffen mit den Arabern würde von <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> begrüsst aber<lb/>
auch gleichzeitig er die Einladung der arabischen Teilnehmer übernehmen.<lb/>
Wichtig für mich ist nur, dass der Planungsminister <rs type="person" ref="#per__140592">Osman</rs> von <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs><lb/>
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kommen, um hier konkrete Projekte abzuschliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte über die ägyptische Botschaft recherchieren,<lb/>
welche Projekte da besonders in Frage kommen, damit wir in Österreich ent<lb break="no"/>sprechende Vorbereitungen treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_32"><rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> verteilt einen mündlichen Bericht, wonach 1,1 Mia.<add>[?]</add> S ERP-Mittel<lb/>
bereits ausgegeben sind, aber noch immer 2 Mia. verfügbar.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_33"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> hat eine Zusammenstellung gemacht, wonach in der allgemeinen<lb/>
Verwaltung nur von 28.548 Dienstposten 1970 29.324 1975 wurden. Da<lb/>
aber auch hier nur 6.955 in Ministerien sind, sind, insgesamt 1,99 %,<lb/>
will <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die entsprechende Ziffer auch 1970 haben. Taktisch wieder<lb/>
einmal von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ein sehr geschickter Zug, nämlich auszurechnen,<lb/>
wieviel wurden wirklich die "Beamten" vermehrt, die die Bevölkerung unter<lb/>
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wirklich aktiv arbeitenden Beschäftigten in Aussenstellen sondern<lb/>
eben nur die Tintenburgsitzer. Hier glaube ich irrt aber <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
denn die Leute schimpfen nicht nur auf die Ministerien sondern<lb/>
sicherlich auch auf die nachgeordneten Dienststellen. Dies gilt beson<lb break="no"/>ders dann, wenn sie dort nicht ihren Wünschen entsprechend behandelt<lb/>
werden und dies bin ich überzeugt ist in den seltensten Fällen der<lb/>
Fall.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_34">Wien beschwert sich bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Benachteiligung, <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> meint<lb/>
sie hätten nur 2 ERP-Anträge gestellt, einer von Grundig und einer von<lb/>
einer zweiten Firma, von der ÖROK hätte Wien dagegen die Änderung des<lb/>
Finanzausgleiches zugunsten der Ballungsräume verlangt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst<lb/>
schlägt vor, die Wiener sollen uns diesbezügliche Vorschläge machen,<lb/>
was sie mit einer besseren Zusammenarbeit wollen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet,<lb/>
bis jetzt haben sie immer nur mehr Geld verlangt, sei es für den<lb/>
U-Bahn-Bau usw.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_35">Einen Öltankerunfall in der Steiermark nimmt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zum Anlass<lb/>
um von <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> zu verlangen, dass seinerzeit bei einer Linzer Klausur<lb break="no"/>tagung der Regierung besprochen wurde, wir würden die Bahn zu den Trans<lb break="no"/>porten einschalten und die Ölautotransporte einschränken. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> er<lb break="no"/>klärt sofort, dass auf Grund von internationalen Verpflichtungen<lb/>
dies gar nicht möglich ist. Aus Ingolstadt und aus Italien kommen<lb/>
nach wie vor die Transporter und die seien nicht zu verbieten. An<lb break="no"/>schliessend erkläre ich <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, dass ich seinerzeit als <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> grosszü<lb break="no"/>gig erklärt hat, die Bahn wird alles transportieren, dies bezweifelte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> gibt mir zu, dass dies ganz unmöglich ist, da die Bahn ausserstande<lb/>
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weiteren Transporte zu übernehmen. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> hat hier leichtfertig<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> Zusagen gemacht, die er beim besten Willen nicht halten<lb/>
konnte. Er hat mir damals allerdings auch freimütig erklärt, bis dies<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_36">Architekt <rs type="person" ref="#per__140636">Schwanzer</rs> hat von Saudi-Arabien eine Ausschreibung – Errich<lb break="no"/>tung einer Universitätsstadt mit 40.000 Einwohnern – gewonnen und<lb/>
möchte nun eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, da dieser ihm einen Brief<lb/>
schrieb. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht mich mit <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> gemeinsam eine solche Aussprache<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Nach Einlangen des Briefes bitte Termin mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140636">Schwanzer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> vereinbaren, vorher aber recherchieren,<lb/>
was wir im Handelsministerium wirklich dafür machen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_38"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat einen Film über amerikanische Atomkraftwerksprobleme gesehen<lb/>
und empfiehlt, dass wir uns eine Kopie anschaffen. Unterlagen bekomme<lb/>
ich noch.<lb/>
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weil er sich bestens bewährt hat. Ich erkläre sofort, dass ich jeder<lb break="no"/>mann einen Orden gebe, er braucht mir nur die Unterlagen schicken.<lb/>
Interessanterweise hat auch <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> dann einen Vorschlag, dass die<lb/>
Gendarmeriebeamten, die seit 1945 Dienst tun niemals sozusagen wegen<lb/>
nationalsozialistischer Betätigung ausser Dienst waren, die allerdings<lb/>
in der Zwischenzeit meistens rehabilitiert sind und wieder eingestellt<lb/>
wurden, keine besonderes Auszeichnung bis jetzt erhalten haben. Man<lb/>
einigt sich, gegebenenfalls, wenn der Bundespräsident zustimmt, einen<lb/>
neuen Orden zu schaffen für die Leute, die 25 Jahre bei der 30-Jahr-<lb/>
Feier der Republik ständig im Dienst gewesen sind und mit der Waffe<lb/>
in der Hand, d.h. also äusserst gefährdet die Unabhängigkeit und Inte<lb break="no"/>grität Österreichs verteidigt haben. Die ausser Dienst gestellten Nazis<lb/>
würden also dann nicht in den Genuss dieser Auszeichnung gelangen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, er hätte seinerzeit als er noch bei dem Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114480">Körner</rs> Vize-Kabinettsdirektor war, vorgeschlagen, als man die Orden<lb/>
wieder einführte, es hätte nur eine Klasse geben dürfen. Ganz un<lb break="no"/>abhängig vom Rang hätte jeder dieselbe Auszeichnung für Verdienste<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_40">Als einzige Möglichkeit schwebe mir vor, eine ähnliche Be<lb break="no"/>stimmung wie beim Kaiserin-Maria-Theresien-Orden. Dort erhielt<lb/>
jemand, der entgegen einen Befehl eine Tat vollbracht hat, die<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> flüsterte mir zu, dass die ganze Ordenssache sehr schwierig<lb/>
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viel eitler sind als die Frauen. Dies kann ohne weiteres stimmen,<lb/>
recht hat er aber mit der zweiten Bemerkung, dass man mir Orden oft<lb/>
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Begrenztheit des starren Schemas usw. nicht machen kann.<lb/>
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die vier Tage im November in Paris stattfinden soll. Er meinte, dies<lb/>
müsse man sich jetzt genau überlegen, ob man nicht im Hinblick auf<lb/>
die Einschränkung der Reisen ins Ausland davon Abstand nimmt, an<lb/>
solchen Arbeitsgruppensitzungen teilzunehmen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> liess sich den<lb/>
Brief zeigen, hat bedächtig mit dem Kopf genickt und nachher gemeint,<lb/>
es wäre doch im Prestige Österreichs gelegen, unbedingt an dieser<lb/>
Arbeitsgruppe teilzunehmen. Ich persönlich denke gar nicht daran,<lb/>
ein solches Problem in einer Regierungsvorbesprechung zur Sprache<lb/>
zu bringen. Für mich ist es ganz klar, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in jedem Einzel<lb break="no"/>fall wahrscheinlich sagen soll, da müssen wir dabei sein, weil das<lb/>
Prestige Österreichs dies verlangt, in Summe aber dann erklären wird,<lb/>
es wird zuviel gereist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-06-09_42">Zur Geburtstagsfeier von <rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs> konnte ich nur ganz kurze Zeit<lb/>
gehen, nach einer halben Stunde musste ich mich empfehlen, da ich<lb/>
das Gegenessen des tunesischen Ministers im Hotel Bristol hatte.<lb/>
Natürlich konnte ich bei dem Geburtstagsheurigen nichts essen, was<lb/>
mir eigentlich infolge der guten Stelzen und des schönen Salates<lb/>
sehr leid tat. Hätte ich aber dann im Bristol, wo ich sowieso die<lb/>
Hälfte nicht gegessen habe, gar nichts gegessen, <choice><choice><sic>das</sic><corr>dann</corr></choice></choice> wäre wahrscheinlich<lb/>
der Tunesier beleidigt gewesen. Die gute Hausmannskost aber gegen den<lb/>
internationalen Schlick zu tauschen, ist schon sehr hart.<lb/>
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die Parteien übereinkommen, eine Kontaktgruppe auch über die Zeit<lb/>
der Auflösung des Nationalrates zu haben, damit der neue Nationalrat<lb/>
dann sofort die Arbeit aufnehmen und fortsetzen kann. Ein solche Vor<lb break="no"/>gangsweise scheint mir nicht zweckmässig, wenn ich zu einem Ergebnis<lb/>
kommen möchte und von einem Vorschlag wesentliche Abstriche mache,<lb/>
dann kann ich auf Sozialpartnerebene viel schneller und leichter <choice><choice><sic>er<lb break="no"/>reich</sic><corr>erreichen?</corr></choice></choice> als über den komplizierten Weg der parlamentarischen Behandlung.<lb/>
Wenn die ÖVP, auf die es ja hauptsächlich ankommt, jetzt nicht bereit<lb/>
ist, einen entsprechenden Gegenvorschlag auszuarbeiten, über den wir<lb/>
wo immer, am besten aber dann sicher auf Sozialpartnerebene verhandeln<lb/>
können, dann sehe ich nicht ein, dass ich noch weitere Zugeständnisse<lb/>
machen soll. Auch beim Preisgesetz war es letzten Endes so, dass wir<lb/>
ja nur durch den Vorschlag der Handelskammer im Parlament zu einer<lb/>
teilweise Novelle gekommen sind. Dort allerdings war die ÖVP gezwungen<lb/>
weil ansonsten vielleicht wirklich das Preisgesetz ausgelaufen wäre<lb/>
einen entsprechenden Gegenvorschlag zu machen. Ob die ÖVP jetzt bereit<lb/>
ist, auch diesen weg beim Energiesicherungsgesetz zu gehen, kann ich<lb/>
derzeit noch nicht beurteilen. Die parlamentarische Behandlung in der<lb/>
nächsten Zeit wird zeigen, was die ÖVP für Absichten hat. Ein gewisses<lb/>
Druckmittel bei uns wäre, wenn wir den Internationale-Energieagentur-<lb/>
Vertrag nicht in dieser Legislaturperiode beschliessen. Dazu wird sich<lb/>
aber fürchte ich niemand aufraffen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Kabinettschef Kreisky [ident mit Reiter, C; 3.11.1971 Fredi Reiter
                  genannt]]</occupation>
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               <occupation>RR HM? zuständig für Prüfung von Bergbehörden; evtl.
                  Falschidentifikation</occupation>
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