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            <title type="main">Donnerstag, der 15. Mai 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_01">Donnerstag, 15. Mai 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_02">Mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sprach ich bei der Staatsvertragsfeier, weil er<lb/>
neben mir zu sitzen kam, wegen der Hoteltreuhand. Er war bereits<lb/>
informiert und meinte, wahrscheinlich wird es ihm möglich sein,<lb/>
nach dem Oktober eine bessere Lösung zu erzielen als derzeit.<lb/>
Direkt hat er keinen Einfluss, aber indirekt über die CA glaubt<lb/>
er verhindern zu können, dass Dr. <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs>, der Sekretär von <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs><lb/>
über Handelskammer nicht in die Treuhand geht. Der Vorschlag von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116951">Schneider</rs>, jetzt einmal den Dr. <rs type="person" ref="#per__115176">Grenz</rs> als alleinigen Geschäfts<lb break="no"/>führer zu lassen, hält er ebenfalls so wie ich sehr gut. Da sich<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> einen Konsulentenposten schon geregelt hat, sollten<lb/>
wir an dieser Konstruktion nichts ändern. <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> möchte keinen<lb/>
Gehalt sondern nur Spesenersatz, Repräsentationsaufwendungen, eine<lb/>
Sekretärin und ein Auto. Wahrlich keine schlechte Lösung. Da man<lb/>
ihm aber dies bereits scheinbar zugesagt hat, wird es zweckmässig<lb/>
sein, einige Monate, ja vielleicht sogar eine gewisse längere Zeit<lb/>
ihn dort so arbeiten zu lassen und dann erst einen zweiten Ge<lb break="no"/>schäftsführer zu bestellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_03"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> teilte mir auch mit, dass er beabsichtigt, den Haftungs<lb break="no"/>rahmen der österr. Kontrollbank für Exportkredite wieder zu er<lb break="no"/>höhen. Dies geschieht wegen der nicht klaren verfassungsrechtlichen<lb/>
Frage durch einen Initiativantrag. Durch diese Erhöhung können<lb/>
alle Exportgeschäfte leicht finanziert werden und <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> wird<lb/>
darüber sehr erfreut sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_04">Beim Staatsakt hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ganz kurz nur begrüsst und musste zum<lb/>
Schluss ausser Programm noch einmal das Wort nehmen, weil er einen<lb/>
vergessen hat. Im Improvisieren ist er ganz gross, die Reden der<lb/>
ausländischen Signatarstaaten-Vertreter waren wirklich reinste<lb/>
Wahlreden für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, insbesondere der Amerikaner strich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
derartig heraus, dass ich mir vorstellen kann, wie es <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs><lb/>
und den anwesenden ÖVP-lern ergangen sein muss. <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> ver<lb break="no"/>suchte überhaupt sich in die vorderen Reihen zu setzen, musste<lb/>
dann zweimal seinen Sitz räumen, was ihn sicher schon mächtig ge<lb break="no"/>ärgert hat. Dann noch Laudatios auf die Staatsvertragsunterzeichner<lb/>
aller vier Mächte-Vertreter und besonderes Herausstreichen von der<lb break="no"/>zeit lebenden so tüchtigen Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>. Dabei das Ganze<lb/>
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vor vielen Hunderttausenden, allerdings kommt es ganz darauf an,<lb/>
was dann abends übertragen wurde. Da während des Tages nicht allzu<lb/>
viele zugesehen haben werden. Wie kritisch aber Zuschauer sind, er<lb break="no"/>zählte uns <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, der vom Büro unmittelbar angerufen wurde und man<lb/>
erklärte, er solle bei der Staatsvertragsfeier nicht schlafen, und<lb/>
im übrigen seine Unterhosen verdecken. Wieder bewahrheitete sich, was<lb/>
ich ja schon längere Zeit weiss und für mich nichts Neues ist, dass<lb/>
es auf die Krawatte ankommt, auf das äussere Auftreten und weniger<lb/>
darauf, was gesagt wird oder was man sagt. Nicht dass ich diesen<lb/>
Einfluss des Fernsehens von der Optik her überschätzen würde, glaube<lb/>
ich doch, dass wir dem doch wesentlich mehr Aufmerksamkeit zuwenden<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_05">Im Klub gab es bereits eine Diskussion wegen der zu spät eingeladenen<lb/>
Nationalräte zur Staatsfeier. Im Haus selbst hat dann <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> als<lb/>
erster Redner sofort heftigst dagegen protestiert, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
eben diese differenzierte Einladung der Nationalräte vorgenommen hatte.<lb/>
Ursprünglich war nämlich von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vorgesehen, nur die Ausschussvor<lb break="no"/>sitzenden zu laden. Insgesamt 65 Abgeordnete wären eingeladen worden.<lb/>
Dann aber hat er nicht zuletzt auf Drängen der Regierungsfraktion al<lb break="no"/>lerdings während seiner Abwesenheit in Bulgarien scheinbar doch nach<lb/>
telefonischer Rücksprache entschieden, man soll alle einladen. Dazu<lb/>
war es dann zu spät, sodass die Einladungen ganz knapp einen Tag vor<lb/>
der Feier den Abgeordneten zugestellt wurden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat in seiner<lb/>
Antwort sofort zugegeben, dass es sein Fehler war, spielte aber inter<lb break="no"/>essanterweise den grössten Trumpf erst viel später aus. Bei der<lb/>
10-Jahres-Feier waren es nämlich nur 11 Abgeordnete, die überhaupt einge<lb break="no"/>laden wurden. Die Begründung, dass er auch die Beamten und andere<lb/>
Institutionen wie Gerichtshöfe usw. kürzte, damit auch die Sozial<lb break="no"/>partner ihre Leute schicken können und vor allem auch Bundesheermit<lb break="no"/>glieder daran teilnehmen konnten, hätte ich an seiner Stelle viel<lb/>
mehr herausgestrichen. Allerdings war zu erwarten, dass ja nicht alle<lb/>
kommen weshalb auch tatsächlich viele leere Plätze waren und das<lb/>
Bundesheer dann sogar als Lückenbüsser auftreten musste. Das Protokoll<lb/>
hat hier sicherlich vollkommen versagt, obwohl er es in Schutz nahm,<lb/>
weil sie in den letzten Tagen irrsinnig beansprucht waren. Typisch<lb/>
war auch, dass im Belvedere, wo man die Vertreter der Staaten hinge<lb break="no"/>führt hatte, wie <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, die ebenfalls dort anwesend war, mir<lb/>
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hätte veranlasst, dass die Tür geöffnet wurde und dadurch die<lb/>
Ausländer wenigstens auf den Balkon hinaustreten konnten. Natürlich<lb/>
war überhaupt niemand dort ausser vier Kriminalbeamten und Polizei.<lb/>
Wenn man hier ein riesiges Volksfest gemacht hätte mit Feuerwerk<lb/>
oder ich weiss nicht was sonst für Attraktionen, hätte man sicher<lb/>
viele Wiener hinbringen können und hätte dann um dasselbe Geld,<lb/>
das heute das Buffet nach dem Staatsempfang gekostet hat, eine<lb/>
wesentlich grössere Breitenwirkung gehabt und es wäre niemand<lb/>
verärgert gewesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_06"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und mir auf seinen Wunsch wegen der Ablehnung<lb/>
der Handelskammerbefürwortung für zwei Unternehmervertreter von<lb/>
Vienna, der Hemdenfabrik, ein vertrauliches Gespräch geführt. Er<lb/>
entschuldigte sich und erklärte, warum er dieses Gnadengesuch<lb/>
nicht unterstützen kann. Der Fachverband sei aus durchsichtigen Kon<lb break="no"/>kurrenzgründen dagegen, weshalb er von dieser Seite Schwierig<lb break="no"/>keiten hat und von der anderen Seite sei ihm sogar in seinem Wahl<lb break="no"/>kreis mitgeteilt worden, die Firmen würden jetzt nicht mehr<lb/>
zu Lieferungen herangezogen, die sich gegen diese Begnadigung aus<lb break="no"/>gesprochen haben, weil <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dies abgelehnt hat. Für mich war es<lb/>
eine heilsame Lehre, wie vorsichtig man in solchen Fragen vorgehen<lb/>
muss, weil scheinbar beim Geldverdienen der Konkurrenz das gilt vice ver<lb break="no"/>sa jedes Mittel recht ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_07">Bei dieser Gelegenheit habe ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> betreffend das Kontrahierungs<lb break="no"/>zwanges und Diskriminierung durch Schleuderpreise gefragt, wie es weiter<lb break="no"/>gehen soll. Ich erklärte und behauptete rundweg, er wäre ja auch<lb/>
nicht imstande gewesen, seine Leute befriedigend zu koordinieren, was<lb/>
er auch mehr oder minder zugab. Formell hat er zwar einen Beschluss<lb/>
zustande gebracht wonach gegen diese beiden Initiativanträge in der<lb/>
von ihm und <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> ausgearbeiteten Form kein offizieller Einspruch<lb/>
erfolgen würde. Alle beteiligten aber waren der Meinung, dass dieses<lb/>
Kompromiss schlecht ist. Allerdings aus verschiedenen Gründen.<lb/>
Insbesondere ist die Industriellenvereinigung, Graf <rs type="person" ref="#per__113033">Hartig</rs>, wie er<lb/>
sich ausdrückte, sowohl bei <rs type="person" ref="#per__97505">Haberl</rs>, Konsumverband, als auch beim<lb/>
ÖGB, <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs>, und in der Arbeiterkammer gewesen, um eine weitere Ver<lb break="no"/>schärfung zu bekommen. Immer wieder versucht die Industriellenver<lb break="no"/>einigung, eigene Wege zu gehen und stört dadurch mühsame zustande<lb/>
<pb n="26-0606" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band26/26_1975-05-15_0606.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gekommene Kompromisse zwischen den Sozialpartnern. Für mich<lb/>
war das die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass also nicht<lb/>
allein die Konsumgenossenschaft jetzt innerhalb der soz. Gruppe<lb/>
Bedenken hat, sondern dass es auch innerhalb der ÖVP ganz grosse<lb/>
Schwierigkeiten gegeben hat und gibt und deshalb es am besten ist,<lb/>
dieses Problem aus der Politik und insbesondere aus dem Wahlkampf<lb/>
herauszuhalten. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war ganz dieser Meinung und hat nur<add>[?]</add> gemeint,<lb/>
man wird allerdings nicht verhindern können, wenn einzelne Redner<lb/>
gelegentlich darauf zu sprechen kommen. Er selbst wird sich be<lb break="no"/>mühen, dass die Partei dieses Problem politisch nicht hochspielt<lb/>
Die Gruppe <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs>, <rs type="person" ref="#per__112013">Zach</rs>, also die reinen Händler-Vertreter,<lb/>
um nicht zu sagen, Greissler-Vertreter, wollen unter allen Umstän<lb break="no"/>den zu einer Lösung kommen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> glaubt aber, dass der einzig<lb/>
gangbare Weg ist, einen Unterausschuss einzusetzen, und dann die<lb/>
Materie bis Ende der Legislaturperiode dilatorisch zu be<lb break="no"/>handeln. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> neuerdings darauf aufmerksam gemacht,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, ich kann an der Sitzung ja nicht teilnehmen, auch den<lb/>
Kontrahierungszwang für den Letztverbraucher, d.h. den Konsumenten<lb/>
fordern wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat dagegen, da ja sowieso nichts herauskommt,<lb/>
nichts einzuwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> soll dies unbedingt bei der Sitzung<lb/>
als Vorschlag des Handelsministeriums vortragen. Nicht erst auf die<lb/>
Unterausschussitzungen warten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_09">Zwischen <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> entwickelte sich eine interessante Dis<lb break="no"/>kussion, wieweit heute Grossverteiler, Kettenläden usw. einen<lb/>
Einfluss auf das Sterben der "Greissler" haben. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> musste zu<lb break="no"/>geben, dass in Wirklichkeit nur zwei grosse Firmen nämlich<lb/>
Hofer mit 350 Artikeln und dann noch Denner von der Schweiz mit<lb/>
900 Artikeln eine Versorgung nicht sicherstellen, weil sie eben<lb/>
zum Unterschied von allen anderen, Spar, Konsum, Plus-Kauf usw.<lb/>
nur ein ganz geringes Sortiment haben. Da Hofer nur Schnelldreher<lb/>
führt, kann er natürlich wesentlich billiger sein und ruiniert<lb/>
wahrscheinlich in seiner weiteren und näheren Umgebung alle anderen<lb/>
Geschäfte. Ich überlegte, ob man nicht im Zuge der Nahversorgungs<lb break="no"/>lösung ganz einfach vorschreibt, dass aber gewissen Grössen auch<lb/>
eine gewisse Anzahl von Produkten z.B. 800 mindestens geführt werden<lb/>
müssen, die auch die lebensnotwendigen Güter umfassen müssten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: UND <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Welche Lösung gibt es wirklich<lb/>
für die Nahversorgungsproblematik.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_11"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> erzählte mir von der Bulgarien-Reise, wo er, wie er sich<lb/>
ausdrückte, in der Nacht mit den VÖEST-Vertretern und den Bulgaren<lb/>
das Oxygen-Anlagen-Geschäft fixierte. Von den ca. 570 Mill. Geschäft<lb/>
muss die VÖEST jetzt 40 % in Kompensationswaren, Maschinen,<lb/>
Elektrokarren usw. übernehmen, plus 30 % von den Produkten der<lb/>
Anlage. Ich war wegen der 40 % Anteile ein wenig erstaunt, weil<lb/>
die VÖEST mir ausdrücklich erklärt hatte, über 30 % könne sie<lb/>
unmöglich hinausgehen. Diese Ziffer hatte ich auch <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs> bei seinem<lb/>
Besuch in Wien auf ausdrücklichen Wunsch der VÖEST mitgeteilt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> meinte, strittig war eigentlich nur noch das Pönale<lb/>
wo die Bulgaren 20 % verlangten und die VÖEST 8,5 % maximal an<lb break="no"/>boten. Auch hier soll es dann zu einer Einigung gekommen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> verbinden.<lb/>
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dem Sohn des exponierten FPÖ-Kandidaten, gelegentlich ein Ge<lb break="no"/>spräch führen. Ich war sofort dazu bereit und wir unterhielten<lb/>
uns eine Stunde lang über das Problem Hamburger. Die Firma hat einen<lb/>
ERP-Kredit von 105 Mill. S gefordert, rechnet damit, dass sie 60<lb/>
Mill. bekommt. Sie muss eine neue Maschine anschaffen, weil sie<lb/>
nur eine Maschine derzeit hat, ausserdem möchte sie ihre Zell<lb break="no"/>stoffproduktion von 15.000 t aufgeben und auf Altstoffpapier<lb break="no"/>basis umstellen. Sie hat derzeit 40.000 t in Pitten verarbeitet<lb/>
und möchte in Zukunft auf 80 – 100.000 t kommen. Zu diesem Zweck<lb/>
braucht sie jetzt entsprechendes Kapital. 170 Mill. sollen<lb/>
ausser dem ERP-Kredit Lieferantenkredite mit 7,5 % schon vereinbart<lb/>
bringen. 30 Mill. die Girozentrale, 50 Mill. die Landeshypotheken<lb break="no"/>anstalt und 80 Mill. aus Eigenkapital. Wichtig ist aber 50 Mill.,<lb/>
die sie von der österr. Investitionskredit braucht, wo sie<lb/>
bis jetzt bei <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> und den anderen Vorstandsmitgliedern<lb/>
nicht die notwendige Unterstützung bekommen. Sie hat, wo alle<lb/>
anderen Papierfabriken jetzt grosse Absatzschwierigkeiten haben,<lb/>
überhaupt kein Problem. Sie kann alle ihre Produkte auch trotz des<lb/>
Wirtschaftsrückganges im Inland an Verpackungsmaterial verkaufen.<lb/>
Der junge <rs type="person" ref="#per__110997">Prinzhorn</rs>, der in Brasilien und Kanada gearbeitet hat,<lb/>
und jetzt die Fabrik glaube ich sehr autoritär führt, seine Familien<lb break="no"/>mitglieder und die zweiten Aktienbesitzer <rs type="person" ref="#per__140544">Reinthaller</rs> haben fast<lb/>
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unterstützungswürdig. Für Umweltschutzfragen hat er nur eine Klär<lb break="no"/>anlage für 15 Mill. vorgesehen, die er auch eigenem finanzieren<lb/>
wird und nicht einen Zinsenzuschuss benötigt. Wenn er nur die Kapita<lb break="no"/>lien, die er braucht, bekommt, meint er, würde er sofort mit<lb/>
dem Umbau in Pitten beginnen. Da er sich insbesondere auf die Alt<lb break="no"/>papierverwertung umstellt, er wird mit Bunzl und <choice><choice><sic>Spiess</sic><corr>Spies?</corr></choice></choice> in der ÖPG<lb/>
5 Mill. S jetzt hineinstecken, damit mehr Altpapier aufgebracht<lb/>
wird, erscheint mir dieses Projekt äusserst interessant.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte eine Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs>, <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> und<lb/>
mir organisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_15">Abgeordneter <rs type="person" ref="#per__114677">Schlager</rs>, der in Judenburg, Fohnsdorf, Pölser Raum<lb/>
grosse Schwierigkeiten hat, hat mit <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>, <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> und mir ge<lb break="no"/>sprochen, wie man ihm helfen kann. Ich bin bereit und habe dies<lb/>
auch bei der Vorstellung des Leykam-Projektes bei einem Presse<lb break="no"/>frühstück erklärt, alle Anträge positiv zu erledigen, wenn die Finan<lb break="no"/>zierung gesichert ist. Pöls ist in diesem Konzept mit 200 Mill.<lb/>
vorgesehen. <rs type="person" ref="#per__114677">Schlager</rs> war sehr erfreut, dies von mir neuerdings<lb/>
bestätigt zu bekommen, Das Hauptproblem ist, dass <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> vom<lb/>
Wasserwirtschaftsfonds nicht mehr imstande ist, ausser den<lb/>
700 Mill. für Leykam und 500 Mill. für Borregaard für weitere<lb/>
Projekte irgendwelche Zusagen zu machen. <rs type="person" ref="#per__114677">Schlager</rs> wird deshalb<lb/>
versuchen, dass die Direktion von Pöls aus den italienischen<lb/>
Besitzern irgendwelche Finanzzuschüsse bekommen kann. Eine weitere<lb/>
Zusagen ausser den 200 Mill., die wir im Konzept schon haben, habe<lb/>
ich ganz entschieden abgelehnt, zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_16">Beim norwegischen Abendessen in der Botschaft hat mich der Direk<lb break="no"/>tor von Borregaard, die bekanntlich eine norwegische Firma ist,<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__140406">Vogel</rs>, angesprochen, dass er jetzt mit <rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> gemeinsam nach<lb/>
Norwegen fahren wird. Er hofft, dass es ihm gelingt, die Neusiedler<lb/>
davon abzuhalten, eine eigene Zellstoffabrik zu bauen, sondern<lb/>
dass sie gemeinsam Borregaard und Neusiedler ein noch zu erarbeiten<lb break="no"/>des Projekt durchführen werden. Ich habe sofort erklärt, dass ich<lb/>
daran sehr interessiert bin, wenn im nördlichen österreichischen<lb/>
Raum so wie im südlichen Leykam jetzt eine Konzentration vornimmt,<lb/>
auch hier eine ich fürchte nach wie vor, dass jetzt die<lb/>
angeblich so grossen und kostenmässig günstigen Projekte mit<lb/>
150.000 t in Wirklichkeit in kürzester Zeit zu klein sein werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band26_1975-05-15_17">Wenn man bedenkt, dass die Ungarn und Jugoslawen Projekte von<lb/>
mindestens 200 oft bis 300 und 400.000 t errichten und wenn man<lb/>
weiss, dass in den skandinavischen Staaten ebenfalls wesentlich<lb/>
grössere Projekte gemacht werden, dass aber insbesondere in der SU<lb/>
in den Kombinaten bis zu Millionen-t-Einheiten entstehen, dann<lb/>
werden 150.000 t in kürzester Zeit als zu klein gelten. Wenn es<lb/>
daher gelingt, transportmässig entsprechende konzentrierte Projekte<lb/>
gemeinsam zu verwirklichen, so werde ich diese unterstützen.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 164. Ministerratssitzung, 20.5.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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