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            <title type="main">Freitag, der 25. April 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band25_1975-04-25</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_01">Freitag, 25. April 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_02">Die von mir gewünschte Aussprache über Erhöhung des Strompreis<lb break="no"/>antrages der NEWAG ergab als Ergebnis dann statt der 45 gr. beantrag<lb break="no"/>ten und 41 gr. schon im Kompromiss erzielten Nachtstromtarifpreis<lb/>
letzten Endes eine Einigung mit 40 gr. Die NEWAG-Vertreter, Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> hat nur sehr schwer sich mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> zu einigen. Vor allem<lb/>
beklagten sie, dass es hiess, es seien zuerst bevollmächtigte Ver<lb break="no"/>treter in die Preiskommission zu schicken, dort einigt man sich<lb/>
letzten Endes auf 41 gr. und dann kommt wieder die Arbeiterkammer und<lb/>
verweigert ihre Zustimmung. Präs. <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> von der AK NÖ war deshalb<lb/>
auch von mir eingeladen, umso mehr als mir der Kammeramtsdirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140515">Hofmann</rs> von der nö. Kammer schon wissen liess, dass sie auch alle Fäl<lb break="no"/>le kompromissbereit sind, damit am 1. Mai der neue Strompreis in<lb/>
Kraft treten kann. Die NEWAG andererseits, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs>, hat mir<lb/>
vorher wissen lassen, er würde auch noch eine Kompromisslösung<lb/>
akzeptieren müssen, nur damit der 1. Mai-Termin eingehalten werden<lb/>
kann. Bei dieser Gelegenheit hat <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> wieder einmal sein Stecken<lb break="no"/>pferd die so wesentlich im Preis gesenkten Rohölpreise und damit<lb/>
Heizölpreise geritten. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> sagte ihm unverblümt, dass die Aussen<lb break="no"/>handelsstatistiken zwar amtlich, aber deswegen nicht richtig sein<lb/>
müssen und daher er von falschen Voraussetzungen ausgeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Lass bitte eine Zusammenstellung machen und ver<lb break="no"/>suche, nicht im offiziellen Preisverfahren, die wirklichen Einstands<lb break="no"/>preise und Abgabepreise festzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_04">Anschliessend diskutierte ich mit <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> allein über die weitere<lb/>
Entwicklung auf dem Bauarbeiter-Lohnsektor. Altenwörth, der Kraft<lb break="no"/>werksbau wird ab nächster Woche ebenfalls bestreikt. <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> meinte,<lb/>
dass die Metallarbeiter mit 14 Monaten Laufzeit eine Kollektiv<lb break="no"/>vertragserhöhung von 16 % bekommen haben und die Ist-Erhöhung 12,5 %<lb/>
das waren pro Monat 1,18 %. Die Bauarbeiter bei 12,5 abschliessen<lb/>
während die Unternehmer nur 10,5 % bieten und um keinen Groschen<lb/>
mehr. Mir ist alles recht, nur unerklärlich, wieso jetzt die Gewerk<lb break="no"/>schaften den Fehler machen, auf Monatsberechnungen umzusteigen.<lb/>
Natürlich gibt es verschiedene Laufzeiten bei Kollektivverträgen.<lb/>
Natürlich muss man dann irgendeine Vergleichsbasis schaffen. Wenn<lb/>
aber jetzt allgemein die Monatsberechnung 1 % oder 1,1 % einreissen,<lb/>
dann fürchte ich, wird man sehr bald wieder nur von den Monatsprozent<lb break="no"/><pb n="25-0514" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-04-25_0514.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>steigerungen sprechen. Es bleibt dann selbst den Gewerkschaften<lb/>
kein grösserer Spielraum mehr, wann sie ihre Lohnbewegungen starten,<lb/>
irgendwelche Rücksicht auf Branchensituationen zu nehmen. Wenn erst<lb/>
die Arbeiter solche Monatsberechnungen öfters gehört haben, dann kommt<lb/>
es automatisch dazu, dass sie selbst sich ausrechnen und mindestens<lb/>
1 % pro Monat verlangen werden. Damit ist die Höhe der Kollektiv<lb break="no"/>verträge ziemlich eindeutig fixiert. Ich habe dies <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs>, der ein<lb/>
kommender Mann in der Bauarbeitergewerkschaft ist, auch deutlich<lb/>
gesagt. <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> ist auch ein Vertreter, der unbedingt zu einer Einigung<lb/>
kommen möchte, sich aber glaube ich sehr schwer gegen <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs><lb/>
und radikalere Gruppen in der Gewerkschaft durchsetzen wird können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_05">Der chinesische Handelsdelegierte kam zu <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs>, er rief mich dazu<lb/>
und zu meiner grössten Verwunderung hat der Handelsrat dann eine<lb/>
Demarche wegen Stahlexporten nach China gemacht. Wir haben jetzt<lb/>
40.000 t Düngemittel abgeschlossen und wollen vor allem wieder,<lb/>
dass mehr Stahl nach China exportiert wird. Ich habe mich sofort mit<lb/>
Böhler, Dir. <rs type="person" ref="#per__113065">Mikesch</rs>, in Verbindung gesetzt und er teilte mir mit,<lb/>
dass 1973 zwar 2.000 t abgeschlossen werden konnten, diese aber einen<lb/>
sehr schlechten Preis hatten. Ich kannte diese Situation von meinem<lb/>
Besuch von Mittwoch. Böhler aber auch Schoeller-Bleckmann haben jetzt<lb/>
wieder Vertreter zur Kantoner Messe geschickt. Da ihre Auftragslage<lb/>
sehr ungünstig ist, fürchte ich werden sie wieder Mengen herein<lb break="no"/>nehmen zu Preisen, die nicht einmal die gesamten Fixkosten decken,<lb/>
von Gewinn keine Rede. Der Handelsdelegierte hat zugegeben, dass die<lb/>
Japaner das grosse Geschäft machen, Preise aber verlangen, wo Österreich<lb/>
nicht mitkann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_06">Zur Eröffnung der elektronisch betriebenen Hochregallager hat <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs><lb/>
auch noch den Branchenreferenten <rs type="person" ref="#per__113102">Hollerleitner</rs> mitgenommen. Darüber<lb/>
war ich sehr erfreut, weil ich jetzt einen jungen Mann wenigstens<lb/>
ein wenig kennenlernte und mit ihm sprechen konnte. Für diesen muss<lb/>
es auch ein Erlebnis gewesen sein, denn er hat furchtbar geschwitzt.<lb/>
Wir sprachen über die Arbeitsmethoden in einem Ministerium und ich<lb/>
habe ihm sofort gesagt, er soll nicht verzweifeln, denn diese Arbeits<lb break="no"/>methode ist für einen Anfänger glaube ich furchtbar schwer zu er<lb break="no"/>tragen. Wir werden aber schön langsam auf ein anderes System kommen.<lb/>
Von der Hierarchie sollten in Hinkunft nur mehr, wenn es nach mir<lb/>
geht, die Sachautorität gelten. <rs type="person" ref="#per__113102">Hollerleitner</rs> kennt <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> von der<lb/>
<pb n="25-0515" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-04-25_0515.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Hochschule und ich habe <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> sofort vorgeschlagen, er soll sich<lb/>
um die jüngeren Leute, die noch studiert haben oder noch vielleicht<lb/>
jetzt noch mit der Hochschule Verbindung haben, mehr annehmen und<lb/>
sie auch einigermassen hochschulmässig betreuen. Wichtig wäre vor<lb/>
allem, dass er schaut, dass diese Leute noch ihr Doktorat machen.<lb/>
Zeit genug haben sie sicherlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte der Nachwuchsbetreuung ganzes Augenmerk zu<lb break="no"/>wenden.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_08">Bei Beiersdorf-Eröffnung traf ich <rs type="person" ref="#per__114075">Erich Schmidt</rs>, der mir mitteilt,<lb/>
er hätte jetzt drei § 3b–Fälle mir schriftlich bekanntgegeben,<lb/>
damit ich endlich auch auf diesem Sektor aktiv werden kann. Er<lb/>
weiss aber um die Schwierigkeiten, die sich bei einem § 3b-Fall er<lb break="no"/>geben und wir einigten uns, dass diese Fälle der Paritätischen Kommis<lb break="no"/>sion von mir mitgeteilt werden sollen. Dadurch kann dieses Problem<lb/>
im Rahmen der Paritätischen Kommission einmal besprochen werden.<lb/>
Einer solchen Lösung stimmte ich sofort zu, weil ich dadurch erstens<lb/>
Zeit gewinne und zweitens es vielleicht doch möglich ist, über die<lb/>
Paritätische Kommission einigermassen ein brauchbares System auszu<lb break="no"/>arbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit persönlichem Schreiben an die Paritä<lb break="no"/>tische Kommission und ein<add>del</add> von mir<add>[ein]</add> persönlicher Brief an die Präsiden<lb break="no"/>ten der Interessensvertretungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_10">Bundesrat <rs type="person" ref="#per__97375">Brugger</rs> rief mich an, um meinen offiziellen Besuch in der<lb/>
Schweiz zu besprechen. Es sind nur zwei Tage, Freitag und Samstag,<lb/>
wobei er Samstag eine Parteikonferenz in Neuenburg hat, wo er mich<lb/>
ersuchte, ihn hinzubegleiten, was ich selbstverständlich akzeptierte.<lb/>
Am Sonntag hat <rs type="person" ref="#per__97457">Friderichs</rs> in Reichenhall bereits ein Mittagessen ein<lb break="no"/>gesagt, wo er fest damit rechnet, dass <rs type="person" ref="#per__97375">Brugger</rs> und ich neben einigen<lb/>
Regierungsmitgliedern aus Deutschland und ganz besonders den brasi<lb break="no"/>lianischen Regierungsmitgliedern teilnehmen sollen. Die Brasilianer<lb/>
machen Montag und Dienstag in Salzburg eine Enquete über Investitions<lb break="no"/>möglichkeiten in Brasilien und daran werden weder <rs type="person" ref="#per__97457">Friderichs</rs> noch <rs type="person" ref="#per__97375">Brug<lb break="no"/>ger</rs> noch ich teilnehmen. Wir haben deshalb sofort zugestimmt, dass<lb/>
wir dieses Treffen in Reichenhall als zweckmässig erachten. Bei<lb/>
meinem offiziellen Besuch in Bern möchte <rs type="person" ref="#per__97375">Brugger</rs> eine Tagesordnung<lb/>
mit allgemeinen Wirtschaftsfragen, das Verhältnis unseres Waren<lb break="no"/><pb n="25-0516" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-04-25_0516.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>austausches, die Kursrelationsprobleme, Energieprogramm insbesondere<lb/>
die Pariser Tagung am 27. Mai, dann die offenen Probleme: Verarbei<lb break="no"/>tungsprodukte auf dem Fruchtsaft-Sektor, Milchpulver, Käse usw.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte die ganzen bilateralen Fragen vorbe<lb break="no"/>reiten lassen und entsprechende Informationen verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_12">Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__137476">Bock</rs> rief mich an und meinte, im Aufsichtsrat<lb/>
der Tauernkraftwerke wird es eine schwere Auseinandersetzung geben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und andere verlangen, dass ein gewisser <rs type="person" ref="#per__140516">Rienössl</rs> jetzt<lb/>
mit sofortiger Wirkung die Handelsbevollmächtigung bekommen sollte.<lb/>
Die ÖVP hat sofort darauf erwidert, dass es sich hier um ein Politi<lb break="no"/>kum handelt, um einen besseren Ausgleich – angeblich steht das Ver<lb break="no"/>hältnis 7 ÖVP : 5 SPÖ – zu erhalten. <rs type="person" ref="#per__137476">Bock</rs> fragte um meine Meinung.<lb/>
Ich erklärte sofort, ich halte eine Diskussion und eine Forderung, die<lb/>
sich nur auf politische Grundlagen stützt, für nicht sehr glück<lb break="no"/>lich. Entscheidend ist für mich, ob ein sachlicher Grund vorhanden<lb/>
ist. Wenn eine sachliche Notwendigkeit besteht und die Begründung<lb/>
vor allem vorhanden ist, dann bin ich sofort bereit, dafür auch<lb/>
einen Krieg zu führen. Ausschliesslich politische Motive habe ich<lb/>
dagegen gar nicht gern. Wenn in den einzelnen Gesellschaften durch<lb/>
4 Jahre hindurch die politischen Verhältnisse nicht geändert wurden,<lb/>
sehe ich wirklich nicht ein, warum ich jetzt im letzten Jahr<lb/>
alles ändern soll. Scheinbar sind jetzt viele Genossen daraufgekommen,<lb/>
dass meine Aktivität in der Elektrizitätswirtschaft ihnen jetzt die<lb/>
Gelegenheit gibt, auch politische Probleme sofort zu bereinigen.<lb/>
Warum sie dies nicht früher gemacht haben, ist mir ein Rätsel.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte kläre den Sachverhalt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_14">Das Mittagessen in der bulgarischen Botschaft war ellenlang.<lb/>
verständlich auf der einen Seite, weil natürlich <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs> genug Zeit<lb/>
hat, auf der anderen Seite der Botschafter beweisen will, wie<lb/>
er sich um die Gäste bemüht. Es gab wirklich echte bulgarische Kost<lb/>
und sie schmeckte einigermassen. Auf alle Fälle ist es besser als<lb/>
ein internationaler Schlick in irgendeinem Nobelhotel <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hat<lb/>
nur zweimal während des Aufenthaltes einen grossen Fehler gemacht.<lb/>
Das erste Mal fragte er <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs> über die <choice><choice><sic>trakische</sic><corr>thrakische?</corr></choice></choice> Ausstellung und<lb/>
er hielt dann einen ellenlangen Geschichtsunterricht über die<lb/>
bulgarische Geschichte. das zweite Mal fragte er den Botschafter,<lb/>
<pb n="25-0517" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-04-25_0517.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>was ein Schiffsmodell Radetzky im Speisesaal bedeuten sollte.<lb/>
Ergebnis: er hielt wieder einen ellenlangen Vortrag über die Ge<lb break="no"/>schichte über die Befreiung Bulgariens von den Türken, wie eine<lb/>
Freischärlergruppe den Käpt'n vom österr. Linienschiff Radetzky<lb/>
gezwungen hatte, in Bulgarien anzulegen, wo sie verkleidet dann<lb/>
an Land gingen. Das Flaggschiff Radetzky wurde von den Bulgaren<lb/>
gekauft und als Museum ausgestattet. Schade, dachte ich mir, dass<lb/>
sie nicht mehrere österreichische Schiffe, die wir jetzt teilweise<lb/>
in Betrieb haben, kaufen, um als irgendwelche Museen sie zu verwenden.<lb/>
Vielleicht kann man ihnen einreden, dass diese österreichischen<lb/>
Schiffe aus der Monarchie irgendwann einmal mit Radetzky im selben<lb/>
Hafen gelegen sind oder sonst eine an den Haaren herbeigezogene<lb/>
Begründung. Die DDSG hätte nämlich noch alte Schinken, die wir<lb/>
gerne los wären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_15">Wie sehr <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs> bluffen will und mich dabei ein wenig für dumm ver<lb break="no"/>kauft, ist ein typisches Beispiel, dass während des Essens auch<lb/>
der erste stellv. Minister vom Verkehrsministerium kam. <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs><lb/>
meinte, dieser sei mit einer Sondermaschine eingeflogen worden,<lb/>
damit er an den Verhandlungen mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> teilnehmen kann. In Wirklich<lb break="no"/>keit ist es <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs> glaube ich geglückt, die bulg. Stellen zu ver<lb break="no"/>anlassen, ihm eine Maschine zu schicken, damit er nicht nach Buda<lb break="no"/>pest fahren muss sondern gleich von Wien nach Sofia zurückfliegen<lb/>
kann. Natürlich hat er den bulg. Stellen eingeredet, dass jetzt<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> über den <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs>-Besuch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Kommunique konkretere<lb/>
Aussagen gefunden werden sollten. Gestern hat er nämlich zugegeben,<lb/>
dass die bulg. Seite selbst noch nicht so weit ist und wahrscheinlich<lb/>
auch der Verkehrsminister in Bulgarien noch keinerlei konkrete Vor<lb break="no"/>stellungen hat. <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs> weiss genau, dass auch <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> in so kurzer<lb/>
Zeit gar keine dezidierten Erklärungen abgeben kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_16">Beim Heurigen berichtete mir dann anschliessend <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> über seine<lb/>
Verhandlungen wegen.des Kreditabkommens. <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> hat mir bereits<lb/>
beim Mittagessen beim Botschafter gesagt, er wird versuchen dasselbe<lb/>
System wie wir es bei Polen angewendet haben, auch den Bulgaren<lb/>
einzureden. Die Bulgaren wollten ein Abkommen auf Regierungsebene<lb/>
er dagegen glaubt, dass es besser ist, konkrete Einzelgeschäfte<lb/>
dann zu finanzieren. In das Kommunique würde hineinkommen, dass<lb/>
Österreich bereit ist, 2 Mia. S Kredit zu geben, eine maximale Lauf<lb/>
zeit von 12 Jahren, wobei die ersten zwei Jahre rückzahlungsfrei sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-25_17">die Bulgaren erwarten, 12 Jahre plus 4 Jahre rückzahlungsfrei,<lb/>
und über den Zinssatz, wo die Bulgaren 6,5 % vorschlagen, wird<lb/>
im Einzelfall verhandelt nach unserem Exportfinanzierungssystem.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> hat ihnen schlauerweise 1/4 % sozusagen Rabatt angeboten,<lb/>
d.h. unter dem österr. Exportfinanzierungssystem diese 2 Mia. S,<lb/>
die sie wollten, über die Höhe gibt es keine Differenz <choice><choice><sic>erben</sic><corr>eben?</corr></choice></choice> verbilligt<lb/>
abzugeben. Dafür verlangt er allerdings gleich wieder 1/4 % für die<lb/>
Haftung. Die Bulgaren werden aber sicherlich sehr gerne diese<lb/>
Lösung akzeptieren, weil sie den Eindruck haben, sie werden besser<lb/>
bedient als die anderen. Da <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> von den Exporteuren der Waren<lb/>
auf alle Fälle einen entsprechende Stützung verlangen muss, um den<lb/>
Kredit den Bulgaren in diesen Konditionen geben zu können, muss er<lb/>
darauf bestehen, das jedes einzelne Geschäfte einzeln finanziert wird<lb/>
Wenn es nämlich zur Vereinbarung über eine Kreditlinie z.B. von 2 Mia.<lb/>
S käme, dann könnte er sich in jedem einzelnen Fall erst mit dem<lb/>
Exporteur zusammenraufen, ob dieser auch bereit wäre, einen ent<lb break="no"/>sprechenden Subventionsbetrag für <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> bereitzustellen. Und letzten<lb/>
Endes auch zu bezahlen. <rs type="person" ref="#per__97770">Nedew</rs> kann mit seinen Ergebnissen glaube<lb/>
ich ganz zufrieden sein, was auch deutlich beim Heurigen zum Ausdruck<lb/>
kam. Wieder einmal mehr hat sich bestätigt, dass nur die finanzielle<lb/>
Seite in jeder Beziehung sowohl im inländischen Wirtschaftsgefüge<lb/>
als auch im aussenwirtschaftlichen Verhandlungen die interessante ist<lb/>
und letzten Endes die entscheidende. Hätte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beim <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs>-<lb/>
Besuch das letzte Mal nicht den Wunsch der Bulgaren mehr oder<lb/>
minder positiv zur Kenntnis genommen, hätte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt nicht die<lb/>
entsprechenden Besuchsvorbereitungen für Bulgarien, dann hätte wahr<lb break="no"/>scheinlich weder ich noch die bulg. Seite eine solche Zusage für die<lb/>
Exporte, die dadurch automatisch steigen werden, erhalten können.<lb/>
Ich habe zwar immer erklärt und in der Vergangenheit hat sich dies<lb/>
bewahrheitet, dass die grossen Firmen, VÖEST-Alpine usw., an der<lb/>
finanziellen Seite noch niemals ein Projekt scheitern liessen.<lb/>
Sie haben mit der Kontrollbank dann im Einzelgeschäft durch ent<lb break="no"/>sprechende Subvention des Kredites mehr oder minder die ausländischen<lb/>
Abnehmer getäuscht. Sie haben im höheren Preis diese Subvention ein<lb break="no"/>gerechnet und <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> hat ihnen dann eine entsprechende Kredit<lb break="no"/>zusage geben können. Dadurch hat dann Bulgarien, Rumänien, Polen<lb/>
oder welches Land man immer aus dem Osten nehmen will, die entsprechen<lb break="no"/>den Kredite zugesagt bekommen, dafür aber eine höheren Preis be<lb break="no"/>zahlen müssen. Jetzt ist dies eben generell einmal mit einem<lb/>
Kreditrahmen fixiert, was die Bulgaren freuen wird, unserem Export<lb/>
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werden muss.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 25.4.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>bulgar. Außenhandelsminister</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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