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            <title type="main">Mittwoch, der 16. April 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_01">Mittwoch, den 16. April 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_02">Die Kelag Vertreter <rs type="person" ref="#per__139680">Pacheiner</rs>, <rs type="person" ref="#per__115646">Hofstätter</rs> mit ihrem Wirtschafts-<lb/>
prüfer <rs type="person" ref="#per__126404">Stadler</rs> und Univ.Prof. <rs type="person" ref="#per__140532">Bauerreiss</rs> wollten eine kurze Aus-<lb/>
sprache und dann dauerte sie 1 1/2 Stunden. Die Kärntner wollen,<lb/>
daß endlich jetzt ihre Erhöhung an der ÖDK auf 49% durchgeführt<lb/>
wird. Die Verbund hat mir in einem Schreiben mitgeteilt, daß sie<lb/>
mir nur Entscheidungsgrundlagen geben will, wobei sie gleich<lb/>
darauf hingewiesen hat, daß die Kelag entsprechende Erhöhungen<lb/>
der Rücklagen oder eine Barzahlung durchführen muß, damit der<lb/>
innere Wert der Aktien ausgeglichen wird. <rs type="person" ref="#per__126404">Stadler</rs> bestreitet dies<lb/>
ganz entschieden, da man keine inneren Werte bei Konzerngesell-<lb/>
schaften, die noch dazu alle verstaatlicht<add>[sind]</add> oder in der Gemein-<lb/>
wirtschaft sich befinden, feststellen kann. <rs type="person" ref="#per__140532">Bauerreiss</rs> wieder<lb/>
meint, daß sie 50 % Anspruch haben auf Grund des zweiten Verstaat<lb break="no"/>lichungsgesetzes. Er droht sogar, sie werden eine diesbezügliche<lb/>
Feststellungsklage einreichen, wenn die Verbund sich nicht zu<lb/>
einer befriedigenden Lösung <sic>herbei-lässt</sic>. Ich versichere ihnen,<lb/>
daß ich so schnell als möglich zu einem positiven Abschluß kom-<lb/>
men will, wie ich dies auch schon vor den Wahlen <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> ver-<lb/>
sprochen habe, wenn sie auf den 50%igen Anteil verzichten, der<lb/>
ihnen bei einer Aktionärbesprechung von dem seinerzeitigen Ver-<lb/>
bundvorstand zugesagt wurde. Was mich am meisten überrascht, ist,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__139680">Pacheiner</rs> mir die Hand hinhält und meinte, schlag ein, damit<lb/>
wir dies sicher haben. Dies lehne ich entschieden ab, weil ich<lb/>
sofort erkläre, wenn ich eine Erklärung abgegeben habe, ob dies<lb/>
schriftlich oder mündlich ist, so brauche ich nicht einen formellen<lb/>
Handschlag und was sonst noch alles vielleicht woanders üblich<lb/>
ist. Ich stehe zu meiner Zusage, muß allerdings von der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft einen entsprechenden Vorschlag bekommen. Ich werde<lb/>
mich bemühen, daß sich die Vorstände zusammensetzen, damit end-<lb/>
lich ein Kompromiß erzielt werden kann. Ich bin bereit, wenn dieses<lb/>
Kompromiß nicht auf dieser Ebene zu erreichen ist, mich dann in<lb/>
die Verhandlungen persönlich einzuschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_03">Im Energiebeirat, wo ich durch die lange Aussprache mit der Kelag<lb/>
ja später hinkomme, war zuerst die Frage des Energiesicherungs-<lb/>
gesetzes. Dort wurde von fast allen Stellen festgehalten, daß sie<lb/>
den Entwurf des Ministeriums entschieden ablehnen. Es stört mich<lb/>
an und für sich weniger, weil ich ja sowieso im Parlament mit der<lb/>
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eine 2/3 verfassungsgesetzliche Bestimmung handelt und ich daher<lb/>
deren Zustimmung unbedingt brauche. Es wird also auch hier eine<lb/>
einvernehmliche Regelung erzielt werden, die ich ja immer im<lb/>
Handelsausschuß erreichen möchte. Als zweiten Punkt hat Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140539">Tintner</rs> vom Ökonometrischen Institut der Technischen Hochschule<lb/>
über das Krisenmodell berichtet. Im Auftrag vom Handelsministerium<lb/>
haben insbesondere glaube ich seine Assistenten versucht, ein<lb/>
Krisenmodell zu entwickeln. Die Aufgabe war die Wertschätzung resp.<lb/>
die Lohn- und Gehaltssumme zu optimieren, d.h. wenn die Energie<lb break="no"/>versorgung nicht mehr sichergestellt ist, wie kann man dann zu<lb/>
einer optimalen Lösung kommen. Dieses auch international erstmals<lb/>
vorgelegte Modell soll jetzt nachdem der Energiebeirat darüber<lb/>
diskutiert hat, von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> auch bei internationalen Stellen vor<lb break="no"/>gelegt werden. Ich selbst halte von solchen Modellen nicht allzu<lb/>
viel und die Diskussion war auch keinesfalls so, daß man sagen<lb/>
könnte, hier ist wirklich eine übereinstimmende Meinung auch<lb/>
der Praktiker. Am meisten war ich überrascht, daß auch Prof. <rs type="person" ref="#per__140503">Edwin</rs><lb/>
aus Deutschland zu dieser Sitzung gekommen ist. <rs type="person" ref="#per__140503">Edwin</rs> war bei der<lb/>
ÖDK Hauptabteilungsleiter und eigentlich ausersehen, daß er nach<lb/>
dem Vorstand <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> die Nachfolge antreten wird. Er hat sich dann<lb/>
aber mit <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> so zerstritten, daß er lieber nach Deutschland<lb/>
gegangen ist. Dort hat er jetzt ein Institut an einer Technischen<lb/>
Hochschule und verdient wie er mir nachher sagt 140.000 DM.<lb/>
Trotzdem weiß ich, daß er sehr unglücklich dort ist und gerne<lb/>
nach Österreich zurück will. Ich habe ihm deshalb im Institut<lb/>
bei Anwesenheit von <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs>, der gerade von der ÖDK-Aufsichtsrats<lb break="no"/>sitzung kam bereit wäre nach Österreich zurückzukommen.Meine Ab<lb break="no"/>sicht ist, ihm wenn es nicht allzu große Widerstände gibt, bei<lb/>
der Tauernkraftwerke AG als Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__133973">Nyvelt</rs> im nächsten Jahr<lb/>
zu installieren. <rs type="person" ref="#per__140503">Edwin</rs> gilt als ein Fachmann, hat nun auch theore<lb break="no"/>tische Kenntnisse sich angeeignet und wird wahrscheinlich nur auf<lb/>
Widerstand bei gewissen Leuten in Österreich stoßen. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat<lb/>
für diesen Posten, vielleicht weil er gar nicht wußte, ob sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140503">Edwin</rs> dafür interessieren würde, <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> von der Verbund empfohlen.<lb/>
Das ganze ist deshalb jetzt zur Sprache gekommen, weil Ing. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs>,<lb/>
Bürgermeister von Bregenz, die absolute Mehrheit wieder erreicht<lb/>
hat und deshalb selbstverständlich Bürgermeister bleibt. Da niemand<lb/>
mit einem solchen Erfolg gerechnet hat, habe ich eigentlich schon<lb/>
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Vorarbeiten wurden auch schon von allen geleistet. Die ganze Ange<lb break="no"/>legenheit muß man weitestgehend vertraulich behandeln, sonst<lb/>
wird sofort ein ungeheurer Widerstand gegen die Rückkehr von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140503">Edwin</rs> einsetzen. Ich selbst habe ihm ja keinerlei Zusagen gemacht<lb/>
sondern nur einmal sondiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_04">Die Aussprache mit den Außenhandelsstellenleitern Naher Osten<lb/>
war insofern für mich neu, als ich die meisten von den Reisen in<lb/>
diese Länder schon kenne. Daher habe ich mir sehr leicht ein<lb/>
Bild über die Situationen die sie geschildert haben, machen können.<lb/>
Interessant war für mich, daß eigentlich die wenigsten sehr<lb/>
konkrete Geschäfte bei diesen Aussprachen immer wieder zur Sprache<lb/>
bringen. Da ich allein aus optischen Gründen im Nahost-Raum, d.h.<lb/>
in den arabischen Ländern große Zuwachsraten erwarte, habe ich<lb/>
mich ganz besonders für die Länder interessiert. Ich habe deshalb<lb/>
auch vorgeschlagen, man soll eine zweite Aussprache, wenn die Außen<lb break="no"/>handelsstellenleiter mit den österreichischen Firmen jetzt in den<lb/>
nächsten Wochen Kontakte haben und konkretere Ergebnisse mir<lb/>
berichten können. Optisch meine ich deshalb, weil ich über<lb break="no"/>zeugt bin, daß früher oder später der arabische Raum einer großen<lb/>
Entwicklung entgegen sieht und ich dann jederzeit auch mit ruhigem<lb/>
Gewissen sagen kann, daß ich mich besonders für diesen Raum<lb/>
interessiert habe. Ich habe erstmalig eben eine zweite Besprechung<lb/>
mit den Außenhandelsstelle verlangt und eben erklärt, es müßten<lb/>
jetzt die Außenhandelsstellenleiter versuchen, konkretere Ge<lb break="no"/>schäfte mit österreichischen Firmen zu besprechen. Bei dem Bericht<lb/>
mit Syrien ist mir aufgefallen, dass die Möglichkeit besteht über die<lb/>
Wifi entsprechende Schulungskurse für Facharbeiter aus arabischen<lb/>
Ländern zu organisieren. Die Bundeshandelskammer wie mir Gen.Sekr.-<lb/>
Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__126971">Wakolbinger</rs> zugab, hat die Absicht, einige Fach<lb break="no"/>arbeiter zu solchen Kursen einzuladen. In ihren Exportfonds<lb break="no"/>mitteln haben sie entsprechende Beträge bereitgestellt. Natürlich<lb/>
will sie diese ganze Sache nur vertraulichst behandeln, weil sie<lb/>
fürchtet, dass dann andere Länder ebenfalls kommen werden und eine<lb/>
entsprechende Schulung in den Wifis gratis verlangen. Ich habe<lb/>
sofort darauf hingewiesen, dass die reichen Länder, also die Öl<lb break="no"/>exporteure wahrscheinlich sogar bereit sind, entsprechende Beträge<lb/>
zu bezahlen. Nur Syrien oder andere, die eben nicht diese finanzielle<lb/>
Kraft haben, werden verlangen, dass man ihre Facharbeiter, die bei<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte die Möglichkeiten insbesondere das Aus<lb break="no"/>mass feststellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_06">Über Marokko berichtet der Aussenhandelsstellenleiter, dass den<lb/>
Marokkanern bei der letzten Kommission in Wien zugesagt wurde, dass<lb/>
eine Feasibility Study gemacht wird. Bis jetzt wurde überhaupt noch<lb/>
nicht vom BKA – Entwicklungshilfe darauf reagiert. Ich halte dies<lb/>
für einen schlechten Start unserer Entwicklung mit Marokko. Schliesslich<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zugesagt, eine solche zu machen, und es erscheint mir drin<lb break="no"/>gendst notwendig, dass man auch tatsächlich eine Zusage des Bundeskanz<lb break="no"/>lers einhält und nicht durch Monate und Jahre darüber womöglich nicht<lb/>
einmal redet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte diese Studie sofort verlangen und entspre<lb break="no"/>chend verfolgen. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> einschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_08">Die erste Aussprache, die ich mit dem Verbundvorstand führte, war – wie<lb/>
nicht anders zu erwarten – sehr lebhaft aber doch befriedigend. Die<lb/>
Verbundleute erklärten übereinstimmend, dass sie über die Aussprache<lb/>
sehr erfreut sind und tatsächlich auch einen ständigen Kontakt<lb/>
wünschen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Mindestens einmal im Monat bitte eine solche<lb/>
Aussprache organisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_10">In der Sache selbst kam die Rückstellung des Kernkraftwerkes zur<lb/>
Debatte, der Verbundvorstand teilt meine Meinung, dass wir mindestens<lb/>
ein Jahr Zeit haben. In diesem Zeitraum sind die offenen Fragen zu<lb/>
klären. Insbesondere <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat neuerdings auf einige Details ver<lb break="no"/>wiesen. Ich erklärte dann aber auch, dass die Koordinationsgespräche<lb/>
mit den Ländern zu einem neuen koordinierten Ausbauprogramm führen<lb/>
müssten. In dieses ist nicht nur die polnische Stromlieferung sondern<lb/>
auch der Kohlenkraftwerke 300 bis 350 MW einzubauen. Darüber hinaus<lb/>
müsste man auch so schnell wie möglich mit der SU über deren Export<lb break="no"/>wunsch von 1 Mia. kWh zur Lösung kommen. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> teilte mit, dass<lb/>
die Sowjets angedeutet haben, Österreich müsste sich bei der Leitung<lb/>
in Ungarn oder in der CSSR, wenn der Strom über dort geliefert wird,<lb/>
mit einem Perzentsatz beteiligen. Dies kommt nicht in Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_11">Die Verbund hat dies sofort abgelehnt und auch ich teile diese<lb/>
Meinung. Was wir machen können, ist ähnlich wie beim Röhrenge<lb break="no"/>schäft, dass wir Leitungsteile oder ganze Leitungen liefern, daher<lb/>
eigentlich vorfinanzieren und dann mit der Stromlieferung abgezahlt<lb/>
bekommen. Die ständige Beteiligung aber an einer Überlandleitung,<lb/>
die nicht auf österreichischem Boden liegt, kommt nicht in Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_12">Die Verhandlungen mit den Polen sind abgeschlossen, 27 Groschen<lb/>
pro kWh plus einer Gleitklausel ist vereinbar und die Polen haben<lb/>
jetzt auch schriftlich mitgeteilt, dass sie sich an der HÜG zur<lb/>
Hälfte beteiligen werden, dadurch wird Österreich nur einen Auf<lb break="no"/>wand von 200 Mill. S haben. 200 Mill. wollen die Polen sich an<lb/>
dieser Hochspannungsgleichrichter-Übertragung beteiligen. Dadurch<lb/>
braucht Österreich nur 200 Mill. aufbringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_13">Bezüglich des Wunsches Vorarlbergs auf Erhöhung der Anteile an<lb/>
den Illwerken warte ich jetzt den Syndikatsvertragsentwurf von<lb/>
LR <rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs> ab, werde diesen sofort der Verbund übermitteln und es<lb/>
wird dann ein entsprechender Vertragsentwurf gemeinsam Ministerium<lb/>
und Verbund aufgearbeitet. Bezüglich der Erhöhung der KELAG-Anteile<lb/>
warte ich das Gutachten von Prof. <rs type="person" ref="#per__126404">Stadler</rs> ab, werde dies ebenfalls<lb/>
sofort der Verbund übermitteln und die Verbund wird in der Zwischen<lb break="no"/>zeit eventuelle Kontakte mit der KELAG dazu nützen, um offene<lb/>
Fragen zu klären. Ich habe vorgeschlagen, dass man die Verhandlungen<lb/>
womöglich sofort aufnimmt und so schnell wie möglich zu einer positi<lb break="no"/>ven Lösung zu kommen. Insbesondere <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> hat sich dagegen ausgespro<lb break="no"/>chen, dass die KELAG ein Geschenk bekommen sollte. Sie stellen sich<lb/>
dies so vor, dass wenn es nicht gelingt eine Lösung mit der KELAG<lb/>
zu finden, dann durch die Aktienkapitalerhöhung die zukünftigen<lb/>
Gewinne der KELAG zufliessen, für die sie in der Vergangenheit<lb/>
keine Leistung erbracht hat. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> schwebt vor, dass man mit der<lb/>
KELAG dieselbe Regelung in diesem Punkt anstrebt wie mit der OKA.<lb/>
Ich bin mit jeder Lösung einverstanden, nur nicht, dass die KELAG<lb/>
womöglich 50 % bekommt, wie dies bei der OKA der Fall ist, wodurch<lb/>
sich sofort eine Patt-Stellung zwischen Verbund und Landesgesellschaft<lb/>
ergibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_14">Bezüglich der Ennskraftwerke-Donau-Regelung gab es eine längere<lb/>
Debatte. Die ÖVP-Vertreter <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> und <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> erklärten, dass sie<lb/>
einer solchen Regelung nicht zustimmen. Zufällig hatte ich vorher<lb/>
ein Gespräch mit Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> und dieses Gespräch solange<lb/>
hinausgezogen, bis sie selbst mithören konnte, wie ich in dieser<lb/>
Frage gegen <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> argumentierte. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> hat mir nämlich mitge<lb break="no"/>teilt, dass er jetzt eine Rücksprache mit Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> und auch mit<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> gehabt hat und er sozusagen namens der Kärntnerstrasse<lb/>
mir die Erklärung gibt, dass sie dem nicht zustimmen, weil sie ihn<lb/>
als einen politischen Akt betrachten. Ich erklärte sofort, alles ist<lb/>
ein politischer Akt aber wenn die ÖVP diese Frage hochspielen will,<lb/>
kann ich das nicht ändern. Ich halte es für falsch und habe auch<lb/>
den Eindruck gehabt, dass sowohl <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> wünschen,<lb/>
dass obwohl sie dem nicht zustimmen, doch eine befriedigende Lösung<lb/>
über die Geschäftseinteilung gefunden wird. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> hat ja sogar<lb/>
vorgeschlagen, dass nicht die Verbundgesellschaft also <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs><lb/>
einen diesbezüglichen Brief hätte schreiben sollen, sondern dass der<lb/>
Vorstand der Donau sich hätte sollen überlegen, wie und welche Ge<lb break="no"/>schäftseinteilung durchgeführt wird. Darüber hinaus hat <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> dann<lb/>
erklärt, wäre es zweckmässig, wenn es zu keiner Einigung kommt, dass<lb/>
ein Aufsichtsratsausschuss dieses Problem löst. Ich zeigte mich über<lb/>
die intransigente Haltung von <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> sehr überrascht. Ich erklärte<lb/>
allerdings, dass ich selbst auch nichts dagegen habe, wenn die ÖVP<lb/>
eine dringliche Anfrage macht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_15">Die Pressekonferenz mit der BÜRGES wo ich auch eingeladen war hat<lb/>
von der ÖVP-Seite eine heftige Kritik gegen <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs>, den Geschäfts<lb break="no"/>führer, der der ÖVP nahesteht, ich würde sogar sagen, ihr angehört,<lb/>
ausgelöst. Die ÖVP wollte unter gar keinen Umständen, dass vor der<lb/>
Handelskammerwahl nicht eine solche Möglichkeit besteht, über die<lb/>
Leistungen, die wir über die Bürges erbracht haben, zu diskutieren.<lb/>
Überrascht war ich, dass auch die dortigen Vertreter der Kreditinsti<lb break="no"/>tute sich sehr lebend über die Geschäftsführung aussprachen. Natür<lb break="no"/>lich habe ich sofort darauf hingewiesen, dass ich sehr stolz darauf<lb/>
bin, weil letzten Endes ja diese Geschäftsführung von mir installiert<lb/>
wurde. Sowohl Dir. <rs type="person" ref="#per__140541">Norbert</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__140540">Pale</rs> von den Sparkassen haben<lb/>
immer wieder unterstrichen, dass sie ein gutes Einvernehmen haben<lb/>
und dass eigentlich gar nichts zu ändern ist. Um einen Angriff<lb/>
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habe ich bei meinem Einleitungsvortrag schon darauf verwiesen,<lb/>
dass ich jetzt in Verhandlungen mit dem Finanzministerium und<lb/>
den Interessensvertretungen bin, um ein besseres System in Form<lb/>
von Prämienzahlungen gemeinsam zu erarbeiten. Es wurde deshalb<lb/>
überhaupt keine Attacke dort von ÖVP-Vertreter geritten, sondern<lb/>
eine einstimmige gute Zusammenarbeit mit allen immer wieder fest<lb break="no"/>gestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-04-16_16">Der Besuch des rumänischen Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__140304">Pățan</rs> läuft glaube<lb/>
ich ganz gut an, ihm hat der Bettelstudent ganz gut gefallen, die<lb/>
Besetzung war aber nicht überragend und insbesondere anschliessend<lb/>
das Essen war sehr gemütlich und hat nur halt leider bis fast<lb/>
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               <persName><surname>Werner</surname><forename>Erich</forename></persName>
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               <persName><surname>Hofstätter</surname><forename>Anton</forename></persName>
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               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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