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            <title type="main">Donnerstag, der 20. März 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_01">Donnerstag, 20. März 1975<lb/>
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alle versicherten ihm, dass er garantiert nicht drankommt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hatte gestern beabsichtigt, mit ihm zu tauschen, damit er fünf Fragen<lb/>
vorgereiht werden könnte. Da der Fragespiegel aber schon ausgesendet<lb/>
war, kam es nicht zu diesem Tausch. Hätte er beim Rechnungshofbericht<lb/>
das Wort ergriffen, wäre es wahrscheinlich alles in Ordnung gewesen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollte aber nicht. Noch niemals in den letzten Jahren wurden<lb/>
so viele Fragen in der Fragestunde erledigt und um 3/4 11 Uhr kam<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114140">Libal</rs> aufgeregt zu mir und meinte, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat nur mehr zwei Fragen,<lb/>
wo ist der Aussenminister. Ich versuchte sofort telefonisch ihn zu<lb/>
erreichen, die Telefonistin gab mich prompt immer auf Nummern, wo<lb/>
sich niemand meldete, sodass ich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersuchen liess, er soll<lb/>
unbedingt die letzten Fragen so lange hinauszögern, bis die Frage<lb break="no"/>stunde zu Ende ist. Die letzte hatte <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs> an ihn gestellt, be<lb break="no"/>treffend das Universitätsorganisationsgesetz. Erst dachte ich, man<lb/>
hätte ihm nicht ausgerichtet, dass <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> nicht hier ist. Als ich<lb/>
ihn diesbezüglich fragt, meinte er, mir vollkommen unerklärlich, er hätte<lb/>
das Haus durch eine acht Minuten länger dauernde Beantwortung nicht<lb/>
provozieren wollen. Das hätten sich die Abgeordneten nicht gefallen<lb/>
lassen. Wenn er langsamer gesprochen hätte, ein Problem der vielen<lb/>
Seiten des Universitätsorganisationsgesetzes erörtert, wären die<lb/>
acht Minuten spielend vorübergegangen. So gab es natürlich dann den<lb/>
Krach, denn bis man <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> gefunden hat, bis er gekommen ist, ver<lb break="no"/>ging eine halbe Stunde. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> selbst sagte mir nachher, er hat<lb/>
extra immer einen Mann vom Kabinett zur Verbindung in den Klub und<lb/>
ins Plenum, der diesmal scheinbar auch versagte. Das Hauptversagen<lb/>
lag diesmal aber scheinbar bei unserem Klubordner und der Führung.<lb/>
Diese hätten müssen zeitgerecht bemerkten, dass die Fragestunde<lb/>
viel schneller abläuft als in den letzten Jahren und <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> verständigen,<lb/>
bevor er zur Gratulationskur der Regierung zum Bundespräsidenten<lb/>
gefahren ist. Der erste Frager war dann <rs type="person" ref="#per__138080">Bauer</rs>, der natürlich sich be<lb break="no"/>schwerte, dass der Nationalrat von <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> missachtet wird, dass<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> noch den Bundespräsidenten hereingezogen hat, weil er<lb/>
erklärte. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> ist beim Bundespräsidenten, was auch stimmte, der<lb/>
zum Schluss die einzige Konsequenz aus diesem Verhalten den Rücktritt<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> verlangte. Ich hätte an <rs type="person" ref="#per__97350">Bielkas</rs> Stelle am Abend, als man<lb/>
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Politik zurückzutreten sondern wegen eines Zuspätkommens, dann muss<lb/>
ich sagen, bin ich mit meiner Politik eigentlich sehr einverstanden,<lb/>
weil sie ja auch nur einen solchen formellen Grund sehen, dass ich<lb/>
falsch am Platz bin. Schade, dass ich nicht vor <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> die Frage gehabt<lb/>
habe, ansonsten antworte ich immer so kurz, dass mir niemand einen<lb/>
Vorwurf machen kann, ich vertrödle die Zeit und die Abgeordneten<lb/>
haben keine Chance, ihre Fragen unterzubringen. In diesem Fall hätte<lb/>
ich wenn notwendig sogar 15 – 20 Minuten lang die letzte Frage beant<lb break="no"/>wortet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_03">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> von der ÖMV kommt zeitweise, um – wie er sagt – die<lb/>
grosse Politik mit mir zu besprechen und bedeutende Berichte mir<lb/>
mitzuteilen. Dabei handelt es sich meistens um Lozelachs oder um<lb/>
Fragen, die sowieso jeder kennt. Z.B. hat der Botschafter <rs type="person" ref="#per__140446">Bolt</rs><lb/>
von Neuseeland einmal angeblich bei mir im Zimmer verlangt, es möge<lb/>
von der ÖMV jemand zu ihnen kommen, <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> sei anschliessend zu einem<lb/>
Gespräch gekommen und ich hätte ihm diesen Wunsch sofort mitgeteilt<lb/>
Jetzt sei <rs type="person" ref="#per__113371">Spörker</rs> von der ÖMV der Bohrchef auf Kosten der Handels<lb break="no"/>kammer mit einer Delegation unten gewesen und natürlich handelt es<lb/>
sich um nichts anderes als um Sightseeing für <rs type="person" ref="#per__113371">Spörker</rs>, in Neuseeland<lb/>
war überhaupt nichts vorbereitet. Ebenso sei der venezolanische<lb/>
Wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__140447">Hernández</rs> von der OPEC an die ÖMV herangetreten,<lb/>
sie möge einen Mann schicken und <rs type="person" ref="#per__140448">Sowar</rs> fährt jetzt von der ÖMV und<lb/>
bereitet jetzt eine solche Reise besser vor. Die Kooperation mit<lb/>
Irak funktioniert, mit Libyen versucht die ÖMV eine Konzession zu<lb/>
bekommen, angeblich ist das Konzessionsansuchen verlorengegangen,<lb/>
wenn die ÖMV eine Konzession bekommt, wird sie sich dann erst um einen<lb/>
Partner umschauen. Mit Algerien läuft alles bestens. In der Internatio<lb break="no"/>nalen Energieagentur gibt es Schwierigkeiten mit dem Meldewesen, da<lb/>
die Amerikaner auf Grund ihrer Kartellbestimmungen kaum Chance haben<lb/>
dies zu erfüllen. Dies nach Auffassung der ÖMV wird sie wenn die<lb/>
amerikanische Definition durchdringt, überhaupt keine Meldung erstatten<lb/>
müssen, weil es sich dabei nur um Produktionsmengen von über 5 Mio. t<lb/>
Inlandsaufkommen handeln soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte lass diese Behauptung einmal überprüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_05">Im Energiesicherungsgesetz, das jetzt in die Begutachtung gegangen ist,<lb/>
sieht <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> die Möglichkeit im Fachverband mit den internationalen<lb/>
gemeinsam eine positive Stellungnahme abzugeben. Die jug. Ölpipeline<lb/>
soll so gebaut werden, dass die ÖMV für 10 Mill. jato sich beteiligt,<lb/>
aber erst 1985 bezahlt, ob sie dann die 10 Mill. Durchsatz in Anspruch<lb/>
nimmt oder die Mehrkosten die Mehrkapazität ausmacht eben übernimmt<lb/>
auch dann wenn sie sie nicht benützt. Das Anbot dürfte so schlecht<lb/>
sein, weil <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> damit rechnet, dass sie diese 10 Mill. to gar nicht<lb/>
brauchen werden und es daher eine Katastrophe wäre, wenn die Jugoslawen<lb/>
wirklich eine positive Stellungnahme abgeben würden. Der Wunsch der<lb/>
Jugoslawen, <choice><choice><sic>wen</sic><corr>von?</corr></choice></choice> der TAG 1,5 Mia. m³ zu beziehen, geht nach Meinung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> kaum. Vom einem österreichischen Punkt bei Leibnitz soll<lb/>
eine 180-Mill.-Stichleitung nach Jugoslawien gelegt werden. Da aber<lb/>
die SNAM 90 % der Kapazität hat und die ÖMV nur 10 % müsste ein<lb/>
zweites Rohr um 1 Mia. S daneben gelegt werden. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> sprach immer von<lb/>
loopen. Er setzt von mir grosse Kenntnisse voraus, oder will mich<lb/>
mit Fachausdrücken immer eindecken, was mich aber nicht stört, weil ich<lb/>
sofort immer frage, wenn ich etwas nicht verstehe oder nicht weiss.<lb/>
Das Ganze wegen der Ölleitung aber auch wegen der Gasleitung kann<lb/>
meiner Meinung nach nur eine Alibiverhandlung sein, denn ich<lb/>
kann mir nicht ernstlich vorstellen, dass die Jugoslawen solche un<lb break="no"/>günstigen Vereinbarungen schliessen würden. Bei Öl baut sie eine Kapa<lb break="no"/>zität und 1985 entscheidet sich erst, ob man sie braucht und ob man<lb/>
etwas bezahlt, bei Gas wird eine zweite Leitung gelegt, die ein Ver<lb break="no"/>mögen kostet und dass sollen die Jugoslawen alles bezahlen. Ob dies<lb/>
die richtige Politik ist, bezweifle ich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte lass diese Konzeption von unseren Leuten<lb/>
überprüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_07">Mit <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> hat sich <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> angeblich wegen der Aufgabenteilung ÖMV-<lb/>
Austria-Ferngas und den Landesgesellschaften weitgehend geeinigt,<lb/>
resp. ein gutes Gespräch geführt. Die Preisfrage ist für ihn jetzt<lb/>
erledigt, nachdem 3 Monate Rabatt gewährt wird. Mein Einwand, dass<lb/>
die Arbeiterkammer aber von mir die Preisregelung verlangt, weil<lb/>
weitere Preissenkungen möglich ja sogar von mir erzwungen werden<lb/>
sollten, trifft <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> sehr hart und er meint, er wird wieder einmal<lb/>
mit den Interessenvertretungen d.h. der Handelskammer und der<lb/>
Arbeiterkammer getrennt Gespräche führen. In Hirschstetten würden sie<lb/>
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damit einverstanden und <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> hätte volles Verständnis. Er glaubt<lb/>
nicht, dass dort die Bevölkerung irgendetwas gegen diese Bohrung unter<lb break="no"/>nehmen wird. Zum Schluss wollte er mir einreden, dass ich angeblich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> gegenüber geäussert habe, ich würde so gerne einen Spatenstich<lb/>
für das Lager in St. Valentin vornehmen. Da ich mich beim besten Willen<lb/>
nicht daran erinnern konnte, erklärte ich <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, wenn die ÖMV einen<lb/>
solchen Spatenstich notwendig hat und mich aus optischen Gründen<lb/>
dazu einlädt, dann bin ich bereit wie vieles andere für Firmen auch<lb/>
dieses zu tun. Ich selbst lege nur gar keinen Wert darauf. Was mich<lb/>
nämlich ein wenig geärgert hat, war dass er mir einreden wollte,<lb/>
dass er eine solche Feier ausschliesslich wegen eines Wunsches von mir<lb/>
veranstalten würde. Das Vorhaben der Pipeline nach Oberösterreich<lb/>
macht gute Fortschritte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_08">Abg. <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs> hat Dr. <rs type="person" ref="#per__140449">Grössel</rs>, das ist der Betriebsleiter von Jungbunzlauer<lb/>
der Fa. Montana, mit zwei Betriebsräten in der Zuckerversorgung ins<lb/>
Parlament bestellt. <rs type="person" ref="#per__140449">Grössel</rs> erklärte, im ERP-Fonds sind sie durchge<lb break="no"/>fallen und haben nun die Absicht beim Entwicklungs- und Erneuerungsfonds<lb/>
einen Kredit zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte kläre, wieso er im ERP-Fonds durchgefallen<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_10">Durch diese Finanzierungsschwierigkeiten wird jetzt die Umstellung auf<lb/>
Melasse, die im Oktober 1975 mit 5.000 t anlaufen sollte, verzögert<lb/>
und wird nur die Hälfte und dies nur zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.<lb/>
Deshalb brauchen sie nicht nur zum Anschluss mehr Zucker sondern auch<lb/>
wahrscheinlich nach dem Oktober noch grössere Mengen. Sie haben jetzt<lb/>
Dextrose für 3.000 t eingeführt, die Landwirtschaftskammer macht aber<lb/>
Schwierigkeiten wegen des Vormerkverkehrs – Genehmigung. Der Import<lb break="no"/>preis beträgt jetzt 8.– S, weshalb sie erst jetzt Dextrose einführen,<lb/>
in den vergangenen Monaten, wo ich ihnen das auch empfohlen habe, meinten<lb/>
sie hätten sie aus preislichen Gründen dies nicht machen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Festellen, wieso die Landwirtschaftskammer beim<lb/>
Vormerkverkehr Schwierigkeiten macht und diese beseitigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_12">Die 6.000 t Zucker, die bis jetzt ihnen zugewiesen wurde, seien un<lb break="no"/>zulänglich, denn selbst in normalen Zeiten hätten sie 50 % des Bedarfes<lb/>
aus inländischem Verarbeitungszucker das waren 7.500 t 1973 bezogen.<lb/>
Ich sagte, dass sich <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> sowieso für sie immer einsetzt und<lb/>
er müsste halt den Zucker von irgendwo anders beschaffen, wenn sie ihn<lb/>
im Inland ntcht bekommen können. <rs type="person" ref="#per__140449">Grössel</rs> fragte, ob sie unbedingt<lb/>
an <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> gebunden sind, was ich sofort verneinte, sondern <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs><lb/>
erklärte immer, nur er <choice><choice><sic>sei</sic><corr>?</corr></choice></choice> für die Montana verantwortlich, weil auch<lb/>
er seinerzeit den Zucker geliefert hat. Wenn sie die Chance eines<lb/>
anderen Zuckerbezuges haben, bin ich gerne bereit, ihnen jedes Unter<lb break="no"/>stützung zu geben, damit sie von <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> wegkommen. Ihr Bedarf be<lb break="no"/>trägt noch 3.500 bis 4.000 t. Da die Zitronensäure von 15.– S im<lb/>
Jahre 1973 auf 18.– S im Jahre 1974 und derzeit 20.– bis 22.– S<lb/>
beträgt, müsste es möglich sein, gegebenenfalls Zucker von wo anders<lb/>
noch zu beziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte der Sektion II und IV den Sachverhalt zur Kennt<lb break="no"/>nis bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_14">Die Sitzung beim Bundeskanzler – Oberösterreichische Landesregierung<lb/>
war fast vollzählig anwesend und OKA und WTK und SAKOG – brachte als<lb/>
einzig konkretes Ergebnis, dass der WTK versichert wurde, dass sie<lb/>
nicht Konkurs ansagen muss, wenn sie Mitte April angeblich die<lb/>
Löhne nicht mehr bezahlen kann, sondern einen entsprechenden Kredit<lb/>
von der ÖIAG bekommen wird. Andererseits hat <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> dann zugegeben,<lb/>
dass die OKA bereit ist, einen höheren Kohlenpreis zu bezahlen, aller<lb break="no"/>dings wenn gleichzeitig auch der Strompreis erhöht wird. Eine solche<lb/>
Zusicherung habe ich schon deshalb gegeben, weil ja sowieso jetzt alle<lb/>
Bundesländer Tarifnachziehungen machen, um Unebenheiten ihres Tarifes<lb/>
auszubügeln. <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> wäre bereit gewesen, von 81.48 S auf 91.-- S<lb/>
äussersten Falles hinaufzugehen. Da mir die WTK-Leute, Dir. <rs type="person" ref="#per__140450">Hinteregger</rs><lb/>
vorher erklärten, er glaube, dass bis 1.05 S die OKA ohne weiteres<lb/>
bereit ist, den Kohlenpreis zu erhöhen, habe ich nicht die 120 wie die<lb/>
WTK gefordert hat, aber immerhin 110 als Verhandlungsbasis genannt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> und die Leute haben dies entschieden abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs><lb/>
und andere verlangten einen <choice><choice><sic>Stromgrosen</sic><corr>Stromgroschen?</corr></choice></choice>, den <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> Gott sei Dank<lb/>
nicht zusagte sondern nur erklärte, vom Budget könnte man nicht alles<lb/>
decken. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies allerdings darauf, dass die ÖIAG entsprechende<lb/>
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noch ein grosser Waldbesitz vorhanden, der eben entsprechend heran<lb break="no"/>gezogen werden muss. Nachmittags einigten sich dann die Direktoren<lb/>
der OKA und der WTK unter Vorsitz von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, dass man jetzt in Aus<lb break="no"/>sicht nimmt, die Kohle auf 106.– S, das ist auch der Preis, den<lb/>
die GKB in der Steiermark bezahlt, als Modell anzunehmen. Es soll<lb/>
durchgerechnet werden, wie die Ertragslage sich verbessert und anderer<lb break="no"/>seits die Strompreise korrigiert werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_15">Dir. <rs type="person" ref="#per__97729">Matthes</rs> von der VÖEST beschwert sich bei mir, dass die ÖDK nicht<lb/>
bereit ist, die von der Paritätischen Kommission anerkannten Preis<lb break="no"/>erhöhungen ohne eine Rabatt zu geben zu akzeptieren. Im Vertrag<lb/>
steht ausdrücklich drinnen, dass Zeltweg die von der Paritäti<lb break="no"/>schen Kommission genehmigten Preise akzeptieren muss. Jetzt ver<lb break="no"/>langt die ÖDK wieder 5,5 % Rabatt, obwohl die PK von der Preisforderung<lb/>
der GKB schon 3,9 % abgestrichen hat. Ich versprach <rs type="person" ref="#per__97729">Matthes</rs>, mir die<lb/>
Preise genau anzusehen und mit der ÖDK während des Osterurlaubes zu<lb/>
verhandeln. Sollte es nicht gelingen, ein Einvernehmen zu erzielen,<lb/>
werde ich mir erlauben, beide Vertragspartner zu mir zu bitten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97729">Matthes</rs> teilte mir auch mit, dass sie mit den Kokspreiserhöhungen,<lb/>
die gestern in der Paritätischen Kommission beschlossen wurden,<lb/>
und die bis zu 20 % betragen, einverstanden sind. Dies gilt allerdings<lb/>
nicht für den Giessereikoks und sie erwägen, die Produktion einzu<lb break="no"/>stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_16">Der Botschaftsrat der sowj. Botschaft <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs>, bestätigt den<lb/>
Termin für <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs>. Bei dieser Gelegenheit mache ich ihn neuer<lb break="no"/>dings darauf aufmerksam, dass entschieden werden muss, wo die HGÜ<lb/>
errichtet werden kann. Kommt der sowj. Strom, 1 Mia. kWh über Ungarn,<lb/>
dann muss an der ungarischen Grenze dies gemacht werden. Kommt er, wie<lb/>
die Polen ebenfalls die 1,6 Mia. über die CSSR liefern, dann müsste<lb/>
er an der csl. Grenze errichtet werden. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> sagt, sie<lb/>
hätten jetzt Besprechungen und er ventiliert mit der sowj. Fachleuten<lb/>
ob man nicht wirklich die Leitung über die CSSR gleich für den sowj.<lb/>
und den polnischen Strom transferieren soll. Dies erscheint mir als<lb/>
die vernünftigste Lösung. Bezüglich des Röhrenwerkes hat er auch<lb/>
der VÖEST <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> gesprochen und ist überzeugt, dass es zu einem<lb/>
positiven Abschluss kommt. 1979 wäre der späteste Termin und wenn die<lb/>
Sowjets dies schneller wollen und sich die Deutschen beteiligen,<lb/>
sieht <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> eine Möglichkeit, dass es früher zustande kommt. Die<lb/>
<pb n="25-0370" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-03-20_0370.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>VÖEST würde als Gegenlieferungen Erz, Koks, Kohle, Ferrolegierungen<lb/>
Erdgas und Anlagen für dritte Länder bekommen. Einen so positiven<lb/>
Bericht habe ich allerdings von <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs>, der das letzte Mal nicht<lb/>
zuletzt auf meine Intervention mit dem Handelsrat Besprechungen<lb/>
geführt hat, nicht bekommen. Ich werde sehen, wie sich die ganze An<lb break="no"/>gelegenheit weiter entwickelt. Beim Besuch <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschews</rs> müssen<lb/>
wir allerdings bereits entsprechende konkrete Ergebnisse haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat mir anschliessend daran mitgeteilt, dass es notwendig ist,<lb/>
um den Sowjets die Zollsenkungen ähnlich wie wir sie der EG geben,<lb/>
bei Autos einzuräumen, muss der Finanzminister einen entsprechenden<lb/>
Antrag ins Parlament bringen. Ich habe sein Büro sofort verständigt und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> auch im Parlament dann ersucht, er möge alle Vorkehrungen tref<lb break="no"/>fen, damit beim <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs>-Besuch schon eine positive Erledigung<lb/>
vorliegt oder zumindestens das ganze im Haus zur Beschlussfassung<lb/>
liegt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sieht das vollkommen ein und hat mir dies zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-20_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte mit dem Büro die notwendigen Vorarbeiten<lb/>
im Finanzministerium veranlassen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 20.3.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Obmann ÖVP Wien, ÖVP-NR-Abg., Volksanwalt</occupation>
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