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            <title type="main">Donnerstag, der 13. März 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band25_1975-03-13</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_01">Donnerstag, den 13. März 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_02">Herr <rs type="person" ref="#per__140408">Bich</rs> kam mit seinem Wiener Vertreter um das Handelsministerium<lb/>
um Unterstützung wegen Errichtung einer Versuchsfabrik, schlechte<lb/>
Übersetzung für Pilot Plant, zu unterstützen. Er ist heute der be<lb break="no"/>deutendste Produzent und möchte nun eine Klingenfabrik errichten.<lb/>
Das elektrische Rasieren kann und dies ist das interessante mit<lb/>
steigendem steigendem Lebensstandard keinesfalls in immer größerem<lb/>
Ausmaß die Klinge verdrängen, sondern ganz im Gegenteil die Klinge,<lb/>
d.h. das Naßrasieren wird immer stärker. Täglich werden 30 Millionen<lb/>
Klingen steigender Produktion weltweit gebraucht. Herr <rs type="person" ref="#per__140408">Bich</rs> hat nun<lb/>
die Absicht, wie er dies auch bei anderen Produkten in anderen<lb/>
Ländern macht, eine selbstständige Produktion ganz klein zu be<lb break="no"/>ginnen. Obwohl er eine große weltweit bekannte Firma ist, hat er<lb/>
nicht das System der anderen multinationalen Konzerne, die gleich<lb/>
mit einer ganz großen Produktion beginnen, resp. eine Teilfertigung<lb/>
des weltweiten Absatz errichten. Er hat das gegenteilige System<lb/>
in jeden einzelnen Land das ihn produktionstechnisch erscheint,<lb/>
eine in kleinsten Dimensionen mit 20–30 Beschäftigten zu beginnen.<lb/>
Es wird sehr interessant sein zu beobachten, ob das multinationale<lb/>
System von Philips und den anderen zielführender ist als das von<lb/>
Bic, obwohl es natürlich vielmehr gewinnabhängig ist. Bei einem<lb/>
geringeren Startkapital mit einem geringeren Risiko will dieses<lb/>
System Facharbeiter resp. Manager finden, die sich letzten Endes<lb/>
dann auch im Export durchsetzen können müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_03">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Wegen der theoretisch interessanten Variation<lb/>
wird sich zeigen, ob die Praxis dies bestätigt. Bitte von <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs><lb/>
weiteren Verlauf berichten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_04">Die interministerielle Besprechung über Koordinierung der Textil-<lb/>
und Bekleidungsaufträge der öffentlichen Hand, war wieder für<lb/>
mich sehr lehrreich. Im Haus hat es harte Diskussionen gegeben<lb/>
zwischen <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs>, der ein System erarbeitet hat und den zögernden<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs>, der viele Bedenken äußerte. Von allen Dienststellen die<lb/>
öffentliche Ausschreibungen auf diesem Sektor durchführen waren<lb/>
dafür Verantwortlichen selbst gekommen. Unser Haus stellte sich<lb/>
vor, daß es alle eingeleiteten bzw. beabsichtigten, aber auch alle<lb/>
Vorschauen mitgeteilt bekommt. Dann würde eine Kommission mit<lb/>
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bei welchen Unternehmen Produktionseinschränkungen beabsichtigt<lb/>
sind oder schon welche eingetreten sind. Die Beschaffungsämter<lb/>
übermitteln dann die drei bis vier Bestbieter, eine Kommission<lb/>
unter dem Vorsitz des Handelsministeriums stellt dann fest welches<lb/>
günstigste Angebot unter Berücksichtigung beschäftigungspolitischer<lb/>
Gesichtspunkte für den Zuschlag in Betracht kommt. Dann teilt das<lb/>
Ressort dem Beschaffungsamt den Beschluß mit und dieses berück<lb break="no"/>sichtigt den Vorschlag. Dagegen wehrten sich alle Vertreter ganz<lb/>
entschieden, da sie nach wie vor mit Recht auf dem Standpunkt stehen<lb/>
sie müssen schon rein aus budgetären Gründen, auch müssen sie den<lb/>
Rechnungshof fürchten, den Bestbieter der meistens auch doch der<lb/>
Billigstbieter ist das Angebot das Angebot zuschlagen. Was mich<lb/>
aber am meisten erschüttert war, daß ich erst bei der Sitzung er<lb break="no"/>fahren habe, daß es bereits einen Arbeitskreis öffentlicher Auf<lb break="no"/>träge gibt, der zwar bis jetzt nur die technischen oder qualitäts<lb break="no"/>mäßigen Ausschreibungsprobleme besprochen hat, in Hinkunft aber<lb/>
wie ich sofort vorschlug aber auch die kommerzielle Seite mehr<lb/>
berücksichtigen sollte. Selbstverständlich habe ich als ich den<lb/>
Widerstand aller Vertreter bemerkte, sofort vorgeschlagen, daß ein<lb/>
Vertreter des Handelsministeriums zu diesen Arbeitskreis zugezogen<lb/>
werden soll. Dort könnte man eine Koordinierung versuchen, damit<lb/>
eine qualitätsmäßige Vereinheitlichung und insbesondere größere<lb/>
Metragen sowie die Terminabstimmung als auch eine besondere Be<lb break="no"/>rücksichtigung der Produktionsmöglichkeiten und Beschäftigungslage<lb/>
für die Industrie günstigere Vertragsvergabe erreichen. Insgesamt<lb/>
aber standen maximal 390 Millionen Schilling zur Diskussion, die<lb/>
1974 vergeben wurden und größtenteils auch 1975 als Maximal<lb break="no"/>ausgabe von den einzelnen Dienststellen bezeichnet wurden. Bei<lb/>
einem Gesamtumsatz von 35 Milliarden für die Textilbekleidungs-<lb/>
aber auch Lederindustrie ist es knapp 1 %. Wenn ich mir vorstelle<lb/>
wieviel Bürokratismus hier von unserem Haus vorgesehen war, wobei<lb/>
ich noch überzeugt bin, daß dies kaum ohne weiteres bei den einzelnen<lb/>
Dienststellen durchzusetzen gewesen ist, so hätte ich eigentlich<lb/>
einen anderen Vorschlag bereits vom Haus erwartet. In Hinkunft<lb/>
werden wir uns bei einer solchen Frage vorerst informieren wie<lb/>
groß insgesamt mengen- oder geldmäßig das Problem veranschlagt<lb/>
wird, was es bereits an Organisationsformen gibt, um nicht eine<lb/>
ganz neue Idee zu produzieren äußerst kompliziert die man letzten<lb/>
<pb n="25-0327" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-03-13_0327.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Endes gar nicht durchsetzen kann. Das einzig positive bei dieser<lb/>
Besprechung war, daß die anwesenden Vertreter eine konkrete Liste<lb/>
über die Beschäftigungslage der Textil- und Bekleidungsindustrie<lb/>
wollten und Grundmann eine Firmenliste zusammenstellte. Ich hoffe<lb/>
wir haben uns mit dieser Aktion nicht allzu lächerlich gemacht.<lb/>
Ich bin nämlich überzeugt, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> als er aus politischen und<lb/>
vielleicht auch aus optischen Gründen verlangte jetzt müßte der<lb/>
Staat sofort recht viel Geld ausgeben, ähnlich wie beim Stromsparen,<lb/>
ganz andere Dimensionen sich vorgestellt hat als möglich sind<lb/>
und vor allem <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> der damals erklärte man muß das ganze Geld<lb/>
sofort in die Wirtschaft pumpen, bei der Durchführung oder gar<lb/>
vielleicht bei höheren Budgetansätzen Schwierigkeiten machen<lb/>
würde. Nichts ist in der Bundesverwaltung schwieriger als eine<lb/>
Idee die in einem Zeitpunkt gut sein kann sofort durchzuführen,<lb/>
weshalb meistens alle Maßnahmen zu spät und meistens unzulänglich<lb/>
ankommen. Dies habe ich wieder bei dieser Sitzung bestätigt bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_05">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Das Handelsministerium soll, ohne sich in den<lb/>
Vordergrund zu spielen, der Arbeitsgemeinschaft ständige Informatio<lb break="no"/>nen über die Beschäftigungslage und die Wünsche der Industrie über<lb break="no"/>mitteln. Über weiteren Vorgang berichten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_06">Hr. <rs type="person" ref="#per__133140">Brenneis</rs>, Finlandia Sauna-Vertreter, befürchtet, daß die Gemeinde<lb/>
Wien vom Strompreis her Grundgebühren der gewerblichen Saunen auch<lb/>
auf Privatsaunen ausdehnen wird. Ich habe ihm angedeutet, daß eine<lb/>
solche Gefahr sicherlich bei der nächsten Tarifregulierung mit<lb/>
strukturellen Änderungen besteht. Seine Idee man sollte aus Gesund<lb break="no"/>heitsgründen, wodurch sich der Saat viel Geld erspart, die Saunas<lb/>
womöglich steuerlich begünstigen, habe ich sofort als undurchführ<lb break="no"/>bar bezeichnet, da im Gegenteil die Gefahr besteht oder die Länder<lb/>
Swimmingpools, Sauna usw. zu Luxusartikel erklären und dann höhere<lb/>
Steuern davon einheben. Wenn es stimmt, daß derzeit erst 12.000 Saunen<lb/>
in Österreich existieren, dann ist die Anzahl vielleicht noch zu<lb/>
gering um steuerliche Belastungen speziell auf Sauna ausgerichtet<lb/>
einzuheben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_07">Gen.Konsul <rs type="person" ref="#per__140410">Steiner</rs> hat seinen Textilbetrieb, der in Wels ungefähr<lb/>
100 und in Wien 60 Leute beschäftigt in einer ganz schwierigen<lb/>
finanziellen Situation. Hauptaktionär der gleichzeitige Aufsichts<lb break="no"/>ratsvorsitzende ist Dr. <rs type="person" ref="#per__140409">Oswald</rs> 50.5 % der Aktien die die Emoda AG<lb/>
in der Schweiz besaß an die CA sicherheitsübereignen müssen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140410">Steiner</rs> selbst besitzt nur mehr 26.5 %. Er ist deshalb mit seinem<lb/>
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CA rede um ihn eine eigene Firmengründung zu ermöglichen. Die<lb/>
CA hat sich abgesichert, die BAWAG ist mit 5 Millionen und die<lb/>
Bank of Amerika mit 8 Millionen ungesichert in der Firma engagiert.<lb/>
Bei 52 Arbeitern in Wien muß er nun 40 kündigen. Ich habe an<lb break="no"/>schließend mit dem zuständigen Direktor <rs type="person" ref="#per__137307">Holzer</rs> von der CA ge<lb break="no"/>sprochen, er erklärt die Firma wird seit Jahren von ihm betreut,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140410">Steiner</rs> hat einen sehr schlechten Ruf und er wird sehen, ob er für<lb/>
den Betrieb mehr als bis jetzt machen kann. Da das Management aber<lb/>
wie gesagt schlecht ist, habe ich wenig Hoffnung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_08"><rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> besprachen mit die Elektrizitätsprobleme. Das<lb/>
Energieversorgungssicherungsgesetz wird jetzt 4 Wochen in die Begut<lb break="no"/>achtung geschickt, ist sehr umfangreich u. sehr detailliert und<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> selbst zugibt sehr perfektionistisch. Ich bin überzeugt<lb/>
davon, daß wir hier ganz große Schwierigkeiten, nicht nur bei der<lb/>
Handelskammer sondern auch bei anderen Ministerien bekommen werden.<lb/>
Da ich aber unter Zeitdruck stehe kann ich mein altes System<lb/>
leider nicht verwirklichen, zuerst mit den Beteiligten eine Kompro<lb break="no"/>mißlösung zu suchen, bevor dann der Gesetzentwurf in die Begut<lb break="no"/>achtung und in die Beschlußfassung geht. Das so jetzt perfektionisti<lb break="no"/>sche Gesetz wird sicherlich weitestgehendst auf Ablehnung stoßen.<lb/>
Da wir es ins Parlament aber bringen müssen, wird es dann dort lang<lb break="no"/>wierige und komplizierte Verhandlungen geben. Mit der ÖVP bleibt<lb/>
nichts anderes übrig als eine Einigung zu finden, weil es sich<lb/>
um viele Verfassungsbestimmungen handelt, die dann ihre Zustimmung<lb/>
erreichen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_09">Der Aufsichtsrat der Tauernkraftwerke<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> müßte<lb/>
im Frühjahr ergänzt werden, weil das Mandat von <rs type="person" ref="#per__136378">Ausch</rs> ausläuft.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__136378">Ausch</rs> ist jetzt über 80 und selbst <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> gibt zu, daß man nicht<lb/>
bis zum Absterben jemanden in Funktionen lassen kann. <rs type="person" ref="#per__136378">Ausch</rs><lb/>
schlägt dafür <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> vor. Ebenso ist in seiner Sektion MR <rs type="person" ref="#per__136610">Karl</rs>,<lb/>
der öfters krank ist, im Aufsichtsrat der Verbund und soll nach<lb/>
Vorschlag<add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ebenfalls durch einen anderen ersetzt werden.<lb/>
Die Verhandlungen über die betriebstechnische Zusammenführung<lb/>
Enns Donaukraftwerke geht nur sehr zögernd weiter und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
befürchtet, daß bis zur Aufsichtsratssitzung der DoKW noch keine<lb/>
einvernehmliche Lösung vorgeschlagen wird. Trotzdem glaube ich,<lb/>
sollten wir <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs> als Vorstandsmitglied bestellen. Zu meiner<lb/>
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weil er eine Aufwandszulage von 6.000 Schilling pro Monat so wie<lb/>
alle anderen Direktoren, die in einer zweiten Gesellschaft tätig<lb/>
sind, bekommen möchte. Da ich aber dezidiert erklärt habe es wird<lb/>
keine finanzielle Belastung daraus erwachsen, sehe ich keine Mög<lb break="no"/>lichkeit diesen Wunsch zu erfüllen. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> hat mit Recht vorge<lb break="no"/>schlagen, man soll ihm halt eine Dienstwohnung<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> zur Verfügung stellen.<lb/>
Ebenso werde ich den Wunsch die Aufsichtsratsgebühren bei der Ver<lb break="no"/>bund zu erhöhen heuer sicherlich nicht zustimmen. Ich habe über<lb break="no"/>haupt das Gefühl man kommt nur zum Minister, wenn es sich um<lb/>
materielle Verbesserungen bei einzelnen Direktoren handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_10">Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__140411">Mandl</rs> von Frauental 8523 hat angerufen um über die<lb/>
Nichtbestellung der Verbundgesellschaft für Isolatoren sich zu<lb/>
beklagen. Da ich einen diesbezüglichen Bericht von der Verbund<lb/>
bekommen werde habe ich <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ersucht, den wahren Sachverhalt<lb/>
festzustellen, damit ich den Frauentaler Betriebsräten antworten<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_12">Die <choice><choice><sic>Austro-Ferngas</sic><corr>Austria Ferngas</corr></choice></choice> muß jetzt aus dem Storno der Charterverträge<lb/>
für die Tanker so viel bezahlen, daß ihr ganzes Kapital, auch<lb/>
das des Finanzministers, der der Gesellschaft jetzt beigetreten<lb/>
ist, aufgebraucht ist. Wie dies finanziell gelöst wird bin ich<lb/>
sehr gespannt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_13">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte die Angelegenheit verfolgen und be<lb break="no"/>richten lassen.<lb/>
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internationalen Energieagentur beschäftigen müssen einen großen<lb/>
Personalmangel. Ich habe mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> noch während der Anwesenheit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Franks</rs> gesprochen, ob wir eine zeitweilige vorübergehende Per<lb break="no"/>sonalaushilfe ihm geben könnten. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> sieht derzeit keine Mög<lb break="no"/>lichkeit weil er vier junge tüchtige Leute jetzt auf der Schule<lb/>
hat. Dies haben wir bei der Schaffung der Verwaltungsakademie<lb/>
auch nicht bedacht. Die jungen Leute sollen geschult werden und<lb/>
dann Prüfungen ablegen, was sicherlich in Ordnung ist, meistens<lb/>
sind sie aber die aktiveren in den Abteilungen, denen man noch<lb/>
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Die alten eingesessenen, meistens krank oder frustrierten<lb/>
Ministerialräte, die zur Verfügung stehen, sind ja nicht bereit eine<lb/>
zusätzliche Arbeit zu übernehmen, selbst dann wenn sie überhaupt<lb/>
nichts oder sehr wenig zu tun haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_15">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wie können wir dieses Problem generell lösen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_16">Am Staatsfeiertag soll ein Symposium über Rohstoff und die Zukunft<lb/>
mit dem Wissenschaftsministerium unter unserer Federführung durchge<lb break="no"/>führt werden. Dies Symposium wird uns 150.000 Schilling, dem<lb/>
Wissenschaftsministerium annähernd denselben Betrag kosten und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> hat jetzt noch eine weitere zusätzliche Arbeit. Die tech<lb break="no"/>nische Abwicklung des Kongresses, hat <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> zugesagt, wird <rs type="person" ref="#per__131469">Komaz</rs><lb/>
und der im Juni von der Schule zurückerwartete <rs type="person" ref="#per__140412">Meier</rs> über<lb break="no"/>nehmen. Typisch war, daß von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, aber auch von <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> nicht<lb/>
einmal der Versuch bei mir unternommen wurde, daß dafür eigent<lb break="no"/>lich <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> mit seiner Abteilung als Protokoll zuständig wäre.<lb/>
Ich habe mich gehütet einen solchen Vorschlag zu machen, denn<lb/>
wenn dann die Konferenz schief läuft, wäre ich schuld gewesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_17">Bei der Staatswappenüberreichung der Firma Welser in Ybbsitz<lb/>
traf ich als Vertreter des Landes den Siruperzeuger <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs>.<lb/>
Ich habe ihn dann aufgefordert, weil er sich sehr zurückgezogen<lb/>
hat neben mir Platz zu nehmen, er meinte, es sei nicht so einfach<lb/>
neben einen Minister zu sitzen, hat aber sonst kein Wort mit mir<lb/>
gesprochen. Ich selbst habe auch keinen Grund gesehen mich mit<lb/>
ihm in eine Diskussion einzulassen, weil ich kaum zusätzliche<lb/>
neue Informationen bekommen hätte, die mich dann vielleicht<lb/>
auch in einer Zeugenaussage in weitere Schwierigkeiten gebracht<lb/>
hätten. Ich habe dem Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__140413">Sigmund</rs> von Gresten, der,<lb/>
wie Herr <rs type="person" ref="#per__140414">Welser</rs> bei seiner Ansprache besonders herausstrich, die<lb/>
Veranstaltung zustande gebracht hat, bevor wir von Gresten, wo ich<lb/>
das Werk noch besichtigte, nach Ybbsitz fuhren zum Stammwerk, erklärt,<lb/>
daß ich nun in kürzester Zeit zweimal in der Gegend bin, obwohl<lb/>
der Betrieb insgesamt nur 160 Beschäftigte hat. Unwahrscheinlich<lb/>
ist, wie tüchtig insbesondere die Frau, die die kommerzielle Seite<lb/>
leitet, ist, daß sie seit 1945 aus nichts, außer einer 300 <choice><choice><sic>Jahre</sic><corr>-jährigen</corr></choice></choice><lb/>
<pb n="25-0331" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-03-13_0331.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Tradition, sie selbst stammt angeblich auch aus einer Eisen<lb break="no"/>familie aus dem Wuppertal, dieses Profilwerk ohne Fremdkapital<lb/>
und Bankenbeteiligung geschaffen hat. Die Ybbsitzer Kapelle, die<lb/>
dort spielte, nützte die Gelegenheit, um mir sofort zu sagen, daß<lb/>
sie vom Land keine Subvention bekommen haben und daß sie sich<lb/>
an das Handelsministerium wenden werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_18">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte mit mir dann Rücksprache nehmen,<lb/>
wenn das Ansuchen kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-13_19">Bei der Jungen-Generations-Diskussion in Strasshof lernte ich<lb/>
durch den Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__140415">Neidhart</rs> Gemeindeprobleme kennen. Es geht<lb/>
primär um die Wasserversorgung, da im Marchfeld der Grundwasser<lb break="no"/>spiegel sinkt und dadurch die Brunnen immer tiefer geschlagen<lb/>
werden müssen. Hier gibt die Gemeinde 10 % Zuschuß, das sind<lb/>
maximal 1.500 bis 2.000 Schilling. Es ist erst jetzt eine<lb/>
Ringleitung beabsichtigt, die Anschlußgebühr kostet 8.000 Schilling,<lb/>
also wesentlich billiger als das Brunnenvertiefen. <rs type="person" ref="#per__140415">Neidhart</rs> sagte<lb/>
aber, hätte er vor 4 Jahren einen solchen Vorschlag einer zentralen<lb/>
Wasserleitung gemacht, hätten die Bürger dies nicht verstanden,<lb/>
weil damals noch mehr Grundwasser vorhanden war! Jetzt aber wo<lb/>
Wasserknappheit droht drängen sie, daß so schnell als möglich eine<lb/>
zentrale Wasserversorgung eingerichtet wird. Die Diskussion über<lb/>
meine Probleme erstreckte sich insbesondere über die Preisent<lb break="no"/>wicklung und hier den Zuckerpreis und den anderen Preisen, wo man<lb/>
mich aufforderte ich sollte härter verhandeln. Ich glaube aber<lb/>
dann doch alle überzeugt zu haben, daß wir soweit als möglich die<lb/>
Preisforderungen zurückschrauben, immer wieder aber mit Forderungen<lb/>
der Landwirtschaft wie jetzt bei Milch und Getreide neuerlich<lb/>
konfrontiert werden und daß letzten Endes, wenn eine Ware ver<lb break="no"/>knappt wird wie z.B. bei Zucker, die Bevölkerung sofort bereit<lb/>
ist jeden Preis zu bezahlen, der verlangt wird. Der <choice><choice><sic>Grössevorteil</sic><corr>große Vorteil?</corr></choice></choice><lb/>
der Zuckerpreisverhandlung ist, daß ich in Hinkunft darauf hinweisen<lb/>
kann, wenn tatsächlich von der Bevölkerung eine härtere Gangart<lb/>
bei Preiserhöhungen verlangt wird, daß sie leider nicht bereit ist<lb/>
mich hier so tatkräftigst zu unterstützen um gegebenenfalls eine<lb/>
Versorgungsschwierigkeit in Kauf zu nehmen damit nicht überhöhte<lb/>
Preise durchgesetzt werden können. Ansonsten aber habe ich in<lb/>
dieser Gegend einen verhältnismäßig guten Ruf und mit dem Wiener<lb/>
Schmäh kommt man auch in jeder Situation ganz gut durch.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 13.3.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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